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Verkehrsrecht
verkehrsrecht_fahrrad

Die kleine Liste der populären Irrtümer über das Fahrradfahren

Rechtsirrtümer im Straßenverkehr; sind sie sicher, dass sie im Recht sind ?

Alkohol

Wer betrunken Fahrrad fährt, verliert seinen Führerschein? - Falsch!
Betrunken Rad fahren ist nicht per se verboten. Denn zum Beispiel die 0,5-Promille- Grenze (ab der man ein Bußgeld von 500 EUR oder mehr und mindestens 1 Monat Fahrverbot bekommt) gilt nur für Führer eines Kraftfahrzeugs (§ 24a StVG). Zwar kann auch ein Radfahrer wegen Trunkenheit im Verkehr (§ 316 StGB) bestraft werden, wenn er fahruntüchtig ist, weil er zu tief ins Glas geblickt hat. Allerdings nur mit einer Geldstrafe; die Fahrerlaubnis verliert er deshalb noch lange nicht. Trotzdem sollten sich Radfahrer vorsehen. Wer nämlich mit mehr 1,6 ‰ oder mehr Rad fährt, muss zur medizinisch-psychologischem Untersuchung - wohl vor allem wegen der Gutachter, die dort arbeiten, auch „Idiotentest“ genannt. Erst wenn der Radfahrer den Test verweigert oder nicht besteht, verliert er Fahrerlaubnis und Führerschein.

Ampeln

Wenn keine „Fahrrad-Ampeln“ installiert sind, müssen Radfahrer, die auf dem Radweg fahren, die Ampeln für Autos beachten? - Falsch!
Wenn keine Lichtzeichen für Radfahrer installiert sind, müssen sich Radfahrer an den Lichtzeichen der Fußgänger orientieren. Da diese in der Regel eher auf „Grün“ umschalten als die der Autos, dürfen sie also fahren, wenn die Autos noch „Rot“ haben. Der Grund dafüer, dass dies selbst Polizisten und Richter oft nicht wissen, dürfte sein, dass man selten Lust hat, ein Gesetz bis ganz zum Ende zu lesen. Erst im letzten Satz des letzten Absatzes des allerletzten Paragrafen der Straßenverkehrsordnung (§ 53 Abs. 6 StVO) steht nämlich geschrieben: „An Lichtzeichenanlagen mit Radverkehrsführungen ohne besondere Lichtzeichen für Radfahrer müssen Radfahrer bis zum 31. August 2012 weiterhin die Lichtzeichen für Fußgänger beachten.“

Fußweg

Wenn kein Radweg vorhanden ist, darf man auf dem Gehweg fahren. - Falsch!
Wenn kein Radweg vorhanden ist, müssen Fahrradfahrer die Fahrbahn benutzen. Nur Kinder bis acht Jahren müssen auf dem Gehweg fahren. Kinder zwischen acht und zehn, dürfen sich aussuchen, wo sie fahren wollen. Alle, die älter sind als zehn (sprich: also vor allem alle Erwachsenen), dürfen auf dem Gehweg nur dann fahren, wenn er durch ein besonderes Schild für Fußgänger und Radler gemeinsam freigegeben ist. Auf Fußgänger müssen sie hierbei besondere Rücksicht nehmen; wenn nötig, dürfen sie nur Schrittgeschwindigkeit fahren.

Helm

Radfahrer haben Mitschuld an einem Unfall, wenn sie ohne Helm fahren. - Falsch!
Entgegen der weitverbreiteten Meinung trifft Radfahrer noch keine Mitschuld an einem Unfall, bloß weil sie keinen Helm tragen. Der Irrtum beruht möglicherweise darauf, dass manche Richter den Schadensersatz für Radfahrer herabsetzen, wenn diese sich zum Beispiel am Kopf weniger schlimm verletzt hätten, wenn sie einen Helm getragen hätten. Dies gilt aber nicht generell, sondern nur beim so genannten sportlich ambitionierten Radfahren. „Das fehlende Tragen eines Fahrradhelms begründet erst dann einen Mitverschuldensvorwurf gemäß § 254 BGB, wenn sich der Radfahrer als sportlich ambitionierter Fahrer besonderen Risiken aussetzt oder wenn in seiner persönlichen Disposition ein gesteigertes Gefährdungspotenzial besteht“, sagt zum Beispiel das oberste Gericht des Saarlandes hier.

Quelle / Text: Rechtsanwalt: KLAUS SÄVERIN - Fachanwalt für Verkehrsrecht - www.anwalt-berlin.de


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