GIANNA NANNINI

Gianna Nannini  Gianna Nannini (* 14. Juni 1954 in Siena) ist eine italienische Songschreiberin und Rocksängerin, die mit Liedern wie Latin Lover, Fotoromanza, Bello e impossibile oder I maschi populär wurde.

Janis Joplin wurde früh zu Gianna Nanninis Vorbild. Ihrem autobiografischen und introvertierten Debütalbum Gianna Nannini aus dem Jahr 1976 folgte 1977 das poetische Album Una radura, doch wurden beide Alben keine großen Erfolge.


Gianna auf der Bühne

1979 kam mit California die erste erfolgreiche Langspielplatte heraus, deren feministischer Inhalt und provozierendes Cover in Italien einen Skandal auslösten. Der Titel America sorgte im katholischen Italien für viel Furore, weil Nannini auf dem Plattencover die Fackel der Freiheitsstatue gegen einen Vibrator austauschte

1981 schrieb Nannini die Filmmusik für den Film Sconcerto Rock und sang das Titellied Ora.

Auf ihrem ebenfalls 1981 erschienenen Album G. N. experimentierte sie mit elektronischer Musik und landete mit dem Titel Occhi aperti einen Hit. Ihr neuer Manager Peter Zumsteg verhalf ihr zum endgültigen Durchbruch. Mit Latin Lover aus dem Jahr 1982 begann zudem eine fruchtbare Zusammenarbeit mit dem Musikproduzenten Conny Plank, der schon Ultravox, Eurythmics und Kraftwerk produzierte. Die Single Latin Lover wurde in Deutschland zu einem ihrer größten Hits. Gemeinsam entstanden zwei weitere Alben, ehe Plank 1987 überraschend starb.

Die LP Puzzle (1984) bedeutete auch den Durchbruch in Italien, wo kurz darauf die Singleauskopplung Fotoromanza für drei Monate als Nummer eins und Sommerhit des Jahres gefeiert wurde, was ihr in Italien eine Goldene Schallplatte einbrachte. Puzzle wurde in Italien zur bis dahin am meisten verkauften Platte einer Sängerin. Beim Musikfestival „Festivalbar“ trug sie mit dem Abschlusskonzert in der Arena von Verona den Sieg davon.

1987 produzierte Nannini mit dem deutschen Produzenten Armand Volker die Single I maschi, mit der sie Italien beim 18. World Popular Song Festival in Tokio vertrat. Zusammen mit Sting vertonte Nannini im gleichen Jahr die Dreigroschenoper.

In den Jahren 1987 und 1988 trat die Rocksängerin auf einer mehrmonatigen Tour durch ganz Europa in ausverkauften Hallen in Italien, Frankreich, Deutschland und Skandinavien auf. 1988 erschien das Album Malafemmina.

1990 entstand gemeinsam mit Edoardo Bennato der Hit Un’estate italiana, den sie bei der Eröffnungsfeier zur Fußballweltmeisterschaft in Italien im Giuseppe-Meazza-Stadion in Mailand aufführten. 1992 erschien die spanische Version von Maschi e altri und im August 1996 ihr Best-of-Album Bomboloni mit bekannten Erfolgen und drei neuen Stücken.

2000 schrieb Nannini den Soundtrack zur Zeichentrickverfilmung von Michael Endes Geschichte Momo, wobei sie wieder mit Elementen elektronischer Musik experimentierte.

2005 wurde ihre Autobiografie Io sowohl auf Italienisch wie auch auf Deutsch veröffentlicht.

Alben:
cd-cover
Giannabest

Mit Grazie feierte Nannini 2006 ihr 30-jähriges Bühnenjubiläum und kehrte zur Rockmusik zurück. Das Album hatte so großen Erfolg, dass es bereits kurz nach der Veröffentlichung mit Platin ausgezeichnet wurde. Mittlerweile erreichte es mit über 400.000 verkauften Einheiten den Status der italienischen Diamant-Platte; es war dort die erfolgreichste CD des Jahres 2006 und stand elf Wochen an der Spitze der Charts.

Im April 2007 erschien das Album Pia come la canto io, an dem Nannini elf Jahre gearbeitet hatte, und das – wie schon Grazie – von Wil Malone produziert worden war. Darauf findet sich eine Sammlung von Songs, die sie für eine Pop-Oper geschrieben hat. Das Orchester, mit dem Nannini durch Europa tourte, umfasste eine Rockband mit zwei Gitarristen und das „Solis String Quartet“ aus Neapel. Im November 2007 erschien in Italien GiannaBest, eine Doppel-CD mit 26 ihrer Hits und drei bisher unveröffentlichten Titeln, für die sie bereits im Februar 2008 eine Diamant-Platte erhielt.