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HEAVY METAL - Sub-Genre-Guide

Nu Metal, auch New Metal oder Nü Metal, ist eine Sammelbezeichnung für mehrere Musikstile, die sich aus dem Crossoverboom der frühen 1990er Jahre entwickelten.

Der Begriff etablierte sich Mitte der 1990er Jahre vornehmlich für Bands, die sich an den Musikstilen Funk Metal, Neo-Thrash und Alternativeorientierten.

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Nu Metal (New Metal)

Geschichte

Nachdem durch die stetige Weiterentwicklung von Rockmusik der Begriff Alternative entstand, um alles zu definieren, was ‚anders‘ als der bisher klassische Rock war, spalteten sich davon bereits Mitte der 1990er Jahre weitere Subgenres ab. Aus dem Metal näherten sich besonders Thrash-Metal-Bands wie Slayer Punk-Strukturen an, so dass vor diesem Hintergrund eine Basis für Metal abseits der üblichen Szene-Konventionen (Lederkleidung, lange Haare, Pathos) entstand, für die lange Zeit kein eigener Begriff jenseits der allumfassenden Titel Crossover oder Alternative existierte.

Damit öffnete sich der ‚Markt‘ auch für genrefremde Musikkonsumenten, welche dem Metal neue Einflüsse boten.[ Besonderes wegweisende Stile für den Nu Metal waren die Crossoverblüten Groove Metal, Jazzcore und Funk Metal. Diese Stile waren alle durch die Kombination unterschiedlicher Musikrichtungen geprägt, beschritten neue musikalische Wege und verkörperten derweil medienwirksame und kommerziell erfolgreiche Pendants zu dem als kommerziell eingefahren und veraltet bezeichneten Hardrock und Heavy Metal.

Die Interpreten des Groove Metal nahmen bereits viele spielerische Elemente des Nu Metals vorweg. Besonders die verstärkte Betonung auf eingängige Rhythmik, die häufig genutzte Synkope und der Wechsel zwischen gutturalem und sauberem Gesang flossen in den Nu Metal ein. Groove-Metal-Bands wie Machine Head, Prong, Fear Factory, Sepultura und Pantera werden hier als wichtige Einflussfaktoren gesehen.

Die Interpreten der Stile Funk Metal und Jazzcore kombinierten derweil Elemente aus Punkrock und Metal mit Hip Hop, Funk und weiteren für Rockmusik bis dato untypischen Stilen. Besonders die Kombination aus Metal und Hip Hop sowie das oft innovative Bass- und Gitarrenspiel sollte sich dabei auf den Nu Metal auswirken. Der Gitarrist der Band Korn, James Shaffer, bezeichnete z.?B. das Debüt der Funk-Metal-Band Faith No More als wichtigsten Einfluss auf den eigenen Stil. Neben dem Funk Metal benannten Korn auch das Werk der Jazzcoregruppe Mr. Bungle als wichtigen Einfluss und das eigenwilliges Spiel von Mr. Bungles Gitarristen Trey Spurance als Blaupause für Korns eigenes Gitarrenspiel. Bereits ab 1992 lieferten Bands wie Rage Against the Machine, Clawfinger und Body Count eine Masse an kommerziell erfolgreichen Alben ab, welche ebenfalls Elemente aus Metal, Rap und Funk mischten.

Als weitere Einflussfaktoren gelten darüber hinaus noch andere vereinzelte Projekte aus den frühen 1990ern wie die Industrial-Rock-Band Nine Inch Nails, die Alternative-Rock-Band Helmet oder die düstere Progressive-Metal-Band Tool. Vornehmlich der Sänger Maynard James Keenan der Band Tool wird ebenso häufig als Inspiration herangezogen wie Mike Patton, der sowohl bei Faith No More als auch bei Mr. Bungle das Mikro besetzte.

Musik

Die musikalischen Wurzeln des Nu Metals liegen im Metal- und Alternative-Bereich. Die Gitarren stehen eindeutig im Vordergrund, aber auch andere Elemente finden – lediglich als zusätzliche Unterstützung – Verwendung, in Form von gefilterten Hip-Hop-Beats als Rhythmuserweiterung, Synthesizer-Klängen oder verzerrten Stimmen.

Im Nu Metal stehen die Gitarren nicht mehr melodisch im Vordergrund wie in den anderen Metal-Stilrichtungen, sondern übernehmen nahezu ausschließlich eine rhythmisch tragende Rolle. So sind Soli auf dem Instrument eine Seltenheit. Die meist simplen Riffs bestechen vielmehr durch ihre synkopierte Rhythmik. Es werden häufig tiefe Stimmungen der Instrumente (Drop D) sowie siebensaitige bzw. fünfsaitige Instrumente verwendet, um eine bedrohliche Atmosphäre und einen aggressiven Sound zu erzeugen. Als Kontrast zu den harten Riffs kommen in vielen Songs auch Clean-Passagen, in denen kein Verzerrer eingesetzt wird, oder melodieartige Hooklines zum Einsatz.

Die Linien der E-Bässe hingegen haben an Komplexität zugenommen. Erwähnenswert ist hier die Slaptechnik des Korn-Bassisten Reginald „Fieldy“ Arvizu. Das Schlagzeug ist relativ einfach und groovig angelegt, weist jedoch Einflüsse durch die Breakbeats des Hip Hop auf. Häufig findet sich in einer Nu-Metal-Band auch ein eigener DJ bzw. Synth- oder/und Sampling-Engineer, welche dem Genre eine zeitgenössische Note geben. Der Sänger bzw. Frontmann hat im Nu Metal viele Möglichkeiten. Während manche Bands auf melodische Gesangsbegleitungen setzen, haben andere grölende, rappende, schreiende oder geflüsterte Gesangsmerkmale. Viele Sänger dieses Stils kombinieren mehrere der Optionen miteinander.

Eine weitere Eigenheit der Musik des Nu Metals ist die häufige Dissonanz der Harmonien, die durch die Verwendung des Tritonus entsteht. Nicht selten weisen viele Songs in Anlehnung an den Jazzcore ein recht komplexes Harmonie-Durcheinander auf. Nu-Metal-Bands kümmern sich beim Songwriting wenig um das Regelwerk der klassischen Harmonielehre; ihre Arbeitsweise ist meist rein experimenteller Natur. Trotzdem ergeben sich zuweil recht komplizierte harmonische Gebilde wie zum Beispiel das sogenannte Pitch-Axis-System.

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