T O T O

Toto   ist eine US-amerikanische Rockband, die 1977 in Los Angeles gegründet wurde. Insgesamt veröffentlichte die Band 19 Alben (13 Studio, 1 Soundtrack, 5 Live) und wurde mit sechs Grammys ausgezeichnet. Zu den bekanntesten Stücken von Toto zählen Rosanna, Africa, Hold the Line, Child's Anthem und Georgy Porgy. Toto hat bis heute über 40 Millionen Alben verkauft[1] und wurde 2009 in die Musicians Hall of Fame aufgenommen.

Musik

Grafik
Toto 2017

Die Musik von Toto lässt sich in die Stilrichtungen des kommerziell ausgerichteten, sogenannten Mainstream- bzw. Adult-oriented Rock (AOR) einordnen. Bei der als Westcoast-Style bezeichneten Musik der Band spielen Keyboards und Klavier eine wichtige Rolle. Die als Triolen zum 4/4-Takt auf dem Klavier gespielten Akkorde des Liedes Hold the Line wurden beispielsweise oft kopiert.

Häufig sind von den Keyboards dominierte, orchestral wirkende Mittelteile. Die Lieder werden größtenteils in mittlerem Tempo gespielt und sind von einer eingängigen Melodie geprägt. Großen Einfluss auf die Wirkung der Lieder hat zudem das Schlagzeugspiel. So wechselt zum Beispiel Jeff Porcaro im Titel Rosanna von einem kraftvollen ternären Shuffle-Rhythmus zu einer binären Spielweise, um nach einem Break mit einer die Spannung steigernden Pause wieder den Shuffle-Rhythmus aufzunehmen.

Extrem schnelle Stücke oder gar Hard Rock spielte Toto eher selten, obwohl Steve Lukather ab und zu harte Powerchords sowie handfeste Rocksoli einstreute.

Die Musiker von Toto zeichneten sich dadurch aus, dass sie stets songdienlich spielten. Dennoch wurden in den Liedern immer wieder überraschende Passagen eingebaut. So zum Beispiel in dem Titel Stop Loving You: Hier wird der von flächigen Keyboardsounds und einem leicht rhythmisierten Piano geprägte Song, der einer herkömmlichen Kadenzfolge (F-Dur, B-Dur, d-Moll, C-Dur) folgt, von einer Phrase des Basses und der Bläser abgelöst, die eher in die Funkmusik passt.

Zu den anspruchsvollsten Stücken zählen Jake To The Bone vom Kingdom Of Desire-Album sowie Dave’s Gone Skiing, zu finden auf der CD Tambu. Großen Erfolg hatte die Band mit ihren von Keyboardsounds geprägten Balladen wie Africa, I’ll be over you oder Somewhere Tonight. In diesen Titeln lässt der Schlagzeuger bei Live-Konzerten oft Raum für zusätzliche lateinamerikanische Perkussion-Instrumente.

Geschichte

Gegründet wurde Toto 1976–1977. Die beiden Gründungsmitglieder Jeff Porcaro und David Paich spielten bereits in einer High-School-Band zusammen und arbeiteten als Studiomusiker in Los Angeles. Bei einem Engagement von Boz Scaggs entstand die Idee zur Gründung der Band, zu der Steve Lukather, Jeff Porcaros Bruder Steve, Bobby Kimball und David Hungate dazugeholt wurden. In diesen Tagen entstand der Name Toto (siehe Abschnitt Name).

1976–1982

Das erste Musikalbum mit dem Titel TOTO (1978) war die erste gemeinsame musikalische Produktion der Band. Im selben Jahr wurden sie für den Grammy als „Bester Newcomer“ nominiert.

Das zweite Album Hydra (1979) mit dem Hit 99 und das dritte Album Turn Back (1981) hatten mäßigen Erfolg. Weltweit populär wurde die Band mit ihrem vierten Album Toto IV (1982), für das sie in mehreren Ländern die Platin-Auszeichnung, in Deutschland doppelt, erhielten. Insbesondere die darin enthaltenen Hits „Rosanna“ und „Africa“ machten Toto weltweit bekannt. Das Album verkaufte sich bis ins Jahr 1983 millionenfach und die Band erhielt insgesamt sechs Grammys (siehe Auszeichnungen).

Vor der anschließenden Tournee verließ der Bassist David Hungate die Band und wurde durch den dritten Porcaro-Bruder Mike ersetzt.

1984–1992

Toto live
Steve Lukather / Bobby Kimball

Zu den Olympischen Spielen 1984 in ihrer Heimatstadt Los Angeles komponierte die Band die Musik, im selben Jahr den Soundtrack zu David Lynchs Verfilmung Dune.

Die Folgezeit war von Problemen mit der Bandbesetzung geprägt. So verließ Bobby Kimball 1984 wegen Drogenproblemen die Band. Auf dem im selben Jahr erschienenen Album Isolation war er laut Bandmitgliedern nur noch als Background-Sänger zu hören. Den Lead-Gesang übernahm von da an Fergie Frederiksen, ab 1986 Joseph Williams (bis 1988, Alben Fahrenheit und The Seventh One).

1986 bis 1987 ging die Band auf ihre zweite Welt-Tournee, 1988 auf ihre dritte. 1988 verließ Steve Porcaro offiziell die Band, um sich eigenen Projekten zu widmen, ging aber 1988 mit auf Tournee und hat seitdem auch an jedem neuen Album der Band als Gastmusiker mitgewirkt. Der vom damaligen Musiklabel Sony (CBS) geforderte neue Lead-Sänger Jean-Michel Byron übernahm lediglich vier neue Songs auf der 1990 erschienenen Greatest-Hits-Kompilation Past to Present 1977–1990 und wurde dann nur noch für die gleichnamige Tournee eingesetzt. Für die Compilation gab es in mehreren Ländern Platin-Auszeichnungen. Steve Lukather übernahm 1992 vollständig den Lead-Gesang, da die Band nach dem Abgang von Byron, dem nunmehr vierten Lead-Sänger seit Gründung, keinen neuen mehr suchen wollte. Gitarrist und Sänger Steve Lukather bei der „Past to Present“-Tour 1990

1992–1998

Mit dem Tod von Jeff Porcaro im Jahr 1992 kurz vor der Veröffentlichung des Albums Kingdom of Desire (1992) geriet die Band in eine Krise. Nachdem man sich zum Weitermachen entschieden hatte, trat der Schlagzeuger Simon Phillips der Band bei und nahm unmittelbar im Anschluss an Totos vierter Welt-Tournee teil.

1993 veröffentlichten Toto ihr erstes Live-Album Absolutely Live.

Im Herbst 1994, während einer Tourpause der Solo-Tournee von Gitarrist Steve Lukather mit seiner Band Los Lobotomys, trat Toto zum ersten Mal bei der Nokia Night of the Proms auf.

1995 folgte das Album Tambu mit der Single I Will Remember, die in einigen europäischen Ländern mit Gold ausgezeichnet wurde. Nach einer weiteren Welt-Tournee 1996 legte die Band zunächst eine kurze Pause ein, die einige Mitglieder für Soloprojekte nutzten.

1997 spielten Toto das erste Mal in Afrika. Die wenigen Konzerte in Südafrika waren ausverkauft und wurden von einem afrikanischen Chor begleitet.

1998 erschien das Jubiläumsalbum Toto XX anlässlich des 20-jährigen Bestehens der Band.

1998–2008

Nachdem das Gründungsmitglied Bobby Kimball schon an dem Jubiläumsalbum teilweise mitgearbeitet hatte, trat er 1998 wieder der Band bei. 1999 folgte eine weitere Tournee durch Europa, Japan und erstmals seit sechs Jahren auch wieder durch die USA.

Toto live
Toto Live

Die Band veröffentlichte 1999 das Musikalbum Mindfields und das Live-Album Livefields. 2000 wurden Toto, bzw. ihr Toningenieur Elliott Scheiner, erneut für einen Grammy nominiert: Mindfields als „Best Engineered Album, Non-Classical“ (deutsch: „Bestes aufgenommenes, nicht-klassisches Album hinsichtlich der Tontechnik“). Nach insgesamt zwei Jahren Tournee pausierte die Band erneut für zwei Jahre, um den Bandmitgliedern Zeit für eigene Soloprojekte zu geben.

Nach der Pause veröffentlichte Toto im Jahr 2002 das Album Through the Looking Glass, auf dem sie „die Lieblings-Songs der Bandmitglieder“ coverte (u. a. Bodhisattva von Steely Dan und While My Guitar Gently Weeps von den Beatles). Die folgende Jubiläums-Tournee zum 25-jährigen Bestehen führte durch Europa und Asien, wurde im Januar 2003 in Amsterdam aufgezeichnet und auf DVD veröffentlicht. Anschließend tourte die Band durch USA, erneut im Rahmen der Nokia Night of the Proms durch Europa und bis ins Jahr 2004 durch Asien und Südamerika.

Im Sommer 2005 trat der Keyboarder Greg Phillinganes der Band bei. Gemeinsam mit ihm, sowie den ehemaligen Mitgliedern Steve Porcaro und Joseph Williams, arbeitete Toto am Album Falling In Between, das im Februar 2006 erschien. Seit dem Frühjahr 2006 fand zudem eine mehrjährige Tournee durch Europa, Südostasien, die Vereinigten Staaten sowie, erstmals seit 13 Jahren wieder, durch Australien statt. Seit Anfang 2007 wurde dabei der an ALS erkrankte Mike Porcaro durch den Bassisten Leland Sklar vertreten. Im Rahmen der Tour wurden im März 2007 im Pariser Zénith Aufnahmen für eine Live-CD gemacht, die am 29. Oktober in Europa und am 23. November in Deutschland erschien. Am 14. März 2008 erschien nun auch eine Live-DVD des Konzerts die sich weltweit in den TOP 10 der Charts platzierte, so. u. a. in den deutschen Amazon Verkaufscharts auf Platz 1 (DVD Musik), offizielle deutsche DVD Musikcharts Platz 4 (KW 12.08), Schweden Platz 1, Frankreich Platz 2, Holland Platz 3, Norwegen Platz 4, Dänemark Platz 4, Finland Platz 5, Italien Platz 6, Australien Platz 9 und Japan Platz 9.

Im März 2008 absolvierten Toto eine ausverkaufte Tournee mit acht Konzerten in Japan. Bei diesen Konzerten trat Boz Scaggs (siehe Teil Geschichte) im Vorprogramm auf. Gründungsmitglied David Paich stand nach über 2 Jahren Bühnenabstinenz wieder mit der Band auf der Bühne, Ex-Sänger Joseph Williams trat als Gastmusiker auf. Steve Lukather und David Paich spielten dabei auch einige Songs bei Boz Scaggs, im Gegenzug kam Boz Scaggs mit seiner Band zur Zugabe von Toto mit auf die Bühne, und gemeinsam wurde With a Little Help from My Friends von den Beatles als letzte Zugabe gespielt.

In einem am 25. Mai 2008 veröffentlichten Zeitungsinterview mit dem Kölner Stadt-Anzeiger gab Steve Lukather an, dass die Band nicht mehr existiere: „Toto gibt es nicht mehr. Ich habe die Band gerade aufgelöst. Zu viele Urmitglieder sind nicht mehr dabei. Toto hat seine Identität verloren. Ich mache solo weiter.“[3] Kurz darauf bestätigte er die Trennung auf seiner offiziellen Homepage. Mitte 2008 gaben Toto in einer offiziellen Erklärung auf ihrer Internetseite die Auflösung der Band bekannt.

Reunion und Tourneen seit 2010

Am 12. Oktober 2009 wurden die Gründungsmitglieder Totos in die Musicians Hall of Fame aufgenommen – mit Ausnahme von Bobby Kimball, da er als Sänger nicht als Musiker im Sinne der Hall of Fame gilt.[5][6]

Am 27. Februar 2010 kündigte die Band auf ihrer Website an, dass sie zu Ehren ihres an ALS erkrankten Bassisten Mike Porcaro noch einmal für eine zweiwöchige Tour zusammenkommen werde.[7] Neben Steve Lukather, Simon Phillips und David Paich waren bei der im Juli 2010 in Europa stattfindenden Tour auch die ausgeschiedenen Mitglieder Steve Porcaro und Joseph Williams wieder dabei. Als Gast spielte der Bassist Nathan East. Im November 2010 stellte Steve Lukather dann die aktuelle Situation der Band klar. Er erklärte, dass es kein neues Album mehr geben werde, die Band aber in der Besetzung der 2010er Tour weiter live auftreten werde, soweit es die anderen Verpflichtungen der Bandmitglieder erlauben.[9] Mike Porcaro blieb Vollmitglied der Band und wurde daher weiterhin an allen Einnahmen beteiligt, auch wenn er nicht mehr in der Lage war, zu musizieren. Er starb im März 2015.

Im Sommer 2011 gingen Toto erneut in Europa und Asien auf Tour, bei der statt Mike Porcaro erneut Nathan East Bass spielte. Zudem kehrte Jenny Douglas, die bereits in den frühen 1990er Jahren Mitglied der Tourbesetzungen war, als Backgroundsängerin zurück. Auch im Jahr 2013 nahm die Gruppe das 35-jährige Bestehen der Band zum Anlass, erneut auf Tournee zu gehen, die auf einer DVD dokumentiert wurde und im Jahr 2014 erschien.[11] Dazu wurde ein Konzert am 25. Juni in der polnischen Stadt Lódz aufgezeichnet.

Bedeutende Alben:
cd-cover
Hydra


cd-cover
Turn Back


cd-cover
Toto XIV


Im Gegensatz zu der Ankündigung, nie wieder ein Album veröffentlichen zu wollen, gaben Steve Lukather und David Paich am 5. November 2013 über die Facebook-Seite der Band bekannt, dass die Arbeiten an einem neuen Album begonnen hätten.[12] Der seit 1992 als Schlagzeuger agierende Simon Phillips hat sich von Toto zu Gunsten seiner eigenen Solokarriere in einem freundschaftlichen Verhältnis getrennt. Die Nachfolge trat der unter anderem bei Sting bekannt gewordene Musiker Keith Carlock an.[13] Bereits nach der Nordamerika-Tournee im Frühjahr 2014 übernahm Shannon Forrest den Platz am Schlagzeug. Im November 2014 gab Steve Lukather auf seiner Facebook-Seite bekannt, dass das Album unter dem Namen Toto XIV im Frühjahr 2015 weltweit veröffentlicht werden solle.[14] Das Album erschien am 20. März 2015.[15][16]

Am 24. September 2016 kündigte Steve Lukather auf Totos Facebookseite an, dass die Band an einem neuen Album arbeitet. Es soll von Sony veröffentlicht werden.