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HEAVY METAL - Sub-Genre-Guide

 

Thrash Metal (engl. thrash ‚dreschen‘, ‚prügeln‘, ‚verprügeln‘; manchmal fälschlich Trash Metal geschrieben) ist eine schnellere und extreme Spielart des Metal, die Anfang der 1980er Jahre entstand.

Oftmals wird Thrash Metal als Verschmelzung der Energie und Geschwindigkeit des Hardcore Punk mit den Techniken der New Wave of British Heavy Metal bezeichnet und war daher einigen frühen Metallern zu punk-lastig.

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Thrash Metal

Stil

Oftmals wird Thrash Metal als Verschmelzung der Energie und Geschwindigkeit des Hardcore Punk mit den Techniken der New Wave of British Heavy Metal bezeichnet und war daher einigen frühen Metallern zu punk-lastig. Der ursprüngliche Thrash Metal zeichnet sich vor allem durch schnelles und präzises Riffing aus. Häufig wurde nur die offene E-Saite in Verbindung mit Powerchords verwendet. Thrash Metal wird allgemein als Ausgangspunkt für die extremen Metal-Stile angesehen.[ The LHP Thrash Metal Primer nennt die Punk- und Skater-Subkultur, wo der Ausdruck to thrash für Slam-Dancing und den typischen Schlagzeug-Beat gestanden habe, als Ursprung des Genrebegriffs. Im 1981 gegründeten kalifornischen Skater-Magazin Thrasher schrieb Pushead über Hardcore und Metal, 1982 folgte die Kompilation New York Thrash von Reach Out International Records (ROIR) mit New Yorker Bands wie Bad Brains, Beastie Boys und Kraut und 1983 das erste Thrash-Bash-Konzert in Columbia, Missouri mit Auftritten von Die Kreuzen und den lokalen Bands The Croppy Boys und Causes of Tragedy. Die Kreuzung von Hardcore und Metal wurde auch als Crossover bezeichnet. Marcel „Schmier“ Schirmer von Destruction zufolge entstand die Stilbezeichnung in dem Lied Whiplash von Metallica, laut Scott Ian von Anthrax war den Initiatoren das Entstehen einer neuen Szene aber noch nicht klar.

Typisch für die Texte von Thrash-Metal-Bands sind die Thematisierung von Gewalt oder politische Themen. Einige der frühen Bands spielten mit satanistischen Themen, die aber im traditionellen Metal in der Regel allenfalls zur bewussten Provokation und Rebellion und der Betonung der eigenen Freiheit dienen und daher oft mit Schilderungen von Krieg und sozialen Missständen vermischt wurden oder später durch diese ersetzt wurden. Peter Steele (Carnivore, Type O Negative) bezeichnete den Thrash Metal als „Musik der urbanen Fäule“ und „blassen Cousin des Rap“.

Geschichte

Die Anfänge in den 1980ern

Die Vorgeschichte des Thrash reicht bis in die späten 1970er Jahre zurück. Besonders zwei Bands werden allgemein als größte Einflüsse betrachtet: Motörhead und Venom. Während in den Vereinigten Staaten AOR-Bands wie Journey und Glam-Metal-Bands wie Mötley Crüe angesagt waren, verlangten junge Heavy-Metal-Fans nach härterem und extremerem Metal. So entstanden neue Bands wie Exodus und Death Angel an der Westküste oder Overkill und Anthrax an der Ostküste. Auch in Europa, besonders Deutschland, spielte ein Teil der Szene immer härtere und schnellere Musik. Zu Beginn existierte diese Bewegung jedoch nur im Untergrund durch Fanzines, Tape-Trading und Mundpropaganda.

Eine weitere blühende Underground-Szene bildete sich im Ruhrgebiet in Deutschland. Die Musiker stammten aus dem Arbeitermilieu, ihre Väter „waren fast alle Bergmänner, Bauarbeiter oder Stahlkocher, die Mütter in der Regel Hausfrauen“. Eine Pionierrolle in der dortigen Szene hatte die 1984 gegründete Band Chainsaw mit ihrer 1985 veröffentlichten, einzigen LP Hell’s Burnin’ Up!. Kennzeichnend für den deutschen Thrash Metal war das breite Spektrum an Stilen, mit denen der Thrash dort wechselwirkte. So hatten zum Beispiel die Speed-Metal-Bands Helloween und vor allem Running Wild einst einen sehr viel raueren, an den „Speed-Thrash“ der frühen Tage angelehnten Stil, während andererseits Sodom, Kreator und Destruction, die drei bedeutendsten deutschen Thrash-Metal-Bands, einen großen Einfluss auf den Death- und Black Metal ausübten.

Bezogen auf den US-Thrash werden die Bands Anthrax, Megadeth, Metallica und Slayer als Big Four des Thrash bezeichnet. In Deutschland spricht man von Sodom, Kreator und Destruction als der „Dreifaltigkeit des Teutonen-Thrash“ oder dem „Dreigestirn des Thrash“.

Der Neo-Thrash der 1990er

In den frühen 1990er Jahren litten die „großen“ Thrash-Bands und der Metal allgemein allerorts im Zuge der Popularität des Grunge und des Alternative Rock an chronischer Erfolglosigkeit. Metallica und Megadeth spielten nun melodischere, weniger aggressive und deshalb von den älteren Fans als „soft“ beschimpfte Musik, die vor allem Metallica weltweit einen größeren Bekanntheitsgrad brachte. Andere Bands folgten diesem Trend nicht und gerieten in Orientierungslosigkeit. Einige Bands wie zum Beispiel Death Angel oder Exodus lösten sich auf, Overkill (I Hear Black) und Testament (The Ritual) verwirrten ihre Fans mit stilistischen Experimenten und Anthrax trennten sich von ihrem Sänger Joey Belladonna.

Während sich anfangs „darüber echauffiert[en], wie sich eine Thrash Metal-Band überhaupt erdreisten konnte, neue Einflüsse zuzulassen“, kamen kurz darauf Bands wie Machine Head und Sepultura „und haben ähnliches gemacht, stellenweise die gleichen Samples benutzt. Die wurden dann überall als die absoluten Innovatoren abgefeiert.“ Auch bereits bestehende Gruppen wie Pantera oder Prong wandten sich stilistisch einem als „Neo-Thrash“ oder Groove Metal bezeichneten Stil zu. Dieser orientierte sich am Thrash der 1980er und modernisierte diesen mit rauerem Gesang und eingängigeren Liedstrukturen, ohne dabei in den Mainstream wie Metallica zu Zeiten des Schwarzen Albums vorzudringen. Im Gegensatz zu den Heroen der vorangegangenen Dekade waren Musiker wie Phil Anselmo, Dimebag Darrell (Pantera) oder Robb Flynn (Machine Head) sehr viel telegener und bezogen auf ihren Status als Musiker sehr viel abgehobener. Pantera zum Beispiel setzten es sich selbst zum Ziel, „die Härtesten zu sein“.

Revival

Im Untergrund entstanden (hauptsächlich in Norwegen und Schweden) einige Bands zwischen Thrash- und Black Metal wie Bewitched, Aura Noir, Gehennah, Infernö, Guillotine und Scepter, deren Stil in der zweiten Hälfte der 1990er Jahre zu einem Trend innerhalb des Untergrundsund dort daher negativ beurteilt wurde; den Bands, deren Mitglieder zuvor meist in Black- oder Death-Metal-Bands gespielt hatten und sich nun an traditionellem Thrash Metal orientierten, wurde vorgeworfen, forciert alt zu klingen und diese Musik nur als Spaß- und Seitenprojekte neben ihren eigentlichen Bands zu spielen. In Australien formierte sich eine Szene um miteinander befreundete Bands wie Deströyer 666, Vomitor, Hobbs’ Angel of Death, Nocturnal Graves und Gospel of the Horns, deren typischer Stil von Howitzer von Gospel of the Horns als „[d]ie Mischung aus echtem Old-School-Black-Metal und eine sehr rohe Art von Thrash“ beschrieben wird. Darin seien „Einflüsse alter Celtic Frost, Bathory, Venom und Sodom - aber auch eigene Elemente“ zu finden; Eigenständigkeit sei für die Musiker wichtig.

Anfang der 2000er Jahre führte die Wiedervereinigung alter Bands wie Destruction oder Exodus zu einer Wiederbelebung, die eine neue Thrash-Metal-Generation mit sich brachte und sich bis heute fortsetzt.[11] Ab etwa Mitte der 2000er Jahre veröffentlichten viele dieser neuen Bands ihre Debütalben, welche oftmals hervorragende Kritiken erhielten. Dadurch erhielten sie vielfach die Chance, als Vorband einer großen Thrash-Metal-Band zu spielen. Zu diesen Bands gehören unter anderem Gama Bomb (als Vorband von Exodus und Overkill), Evile (Megadeth), Suicidal Angels (Kreator) oder Battalion (Destruction). Auch Kreator kehrten nach einer experimentellen Phase in den 1990er Jahren wieder zum Thrash Metal zurück. Auch Metallica orientierte sich 2008 mit dem Album Death Magnetic teilweise wieder am Stil der 1980er Jahre.

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