Zoologischer Garten

 

Der Zoologische Garten Berlin im Berliner Ortsteil Tiergarten (Bezirk Mitte) ist der älteste Zoo Deutschlands und neben dem Tierpark Friedrichsfelde einer der beiden Zoologischen Gärten Berlins. Im Zentrum Berlins sind auf einer 33 Hektar großen Fläche 20.200 Tiere aus rund 1400 Arten zu sehen, darunter befinden sich neben Exoten vom Aussterben bedrohte Tierarten.

Neben dem Zoo Berlin liegt das Schauaquarium in dem auf drei Etagen Fische, Reptilien, Amphibien sowie Wirbellose wie Insekten zu sehen sind. Mit dem angeschlossenen Aquarium gehört der Zoo Berlin zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Berlins. 3,3 Millionen Menschen besuchten im Jahr 2015 den Berliner Zoo einschließlich Aquarium.

Der Zoo ist Namensgeber des Bahnhofs Zoologischer Garten, der sich am Hardenbergplatz gegenüber dem Zoo-Verwaltungsgebäude und dem Löwentor befindet.

Gebäude und Skulpturen

Das Löwentor, Eingang zum Zoo am Hardenbergplatz Einige Bauwerke wurden im Stil der Ursprungsländer der gezeigten Tiere gebaut, wie das noch existierende Bisonhaus (von 1905) oder das Antilopenhaus. Den westlichen Eingang am Hardenbergplatz bildet das Löwentor, das zum 750. Stadtjubiläum im Jahr 1987 nach alten Vorlagen wiedererrichtet wurde (seit 2016 mit neuem, größeren Kassen- und Eingangsbereich), und am Olof-Palme-Platz in der Budapester Straße bildet das Elefantentor (erbaut 1899, wiedererrichtet 1984) den südlichen Eingang. Zahlreiche Tierskulpturen sind ausgestellt, wie der Eisbärenbrunnen von Hansjörg Wagner oder die Orang-Utan-Skulptur von Fritz Behn. Einige davon sind Erinnerungen an verendete Zoo-Tiere, zum Beispiel die Bronzestatue von Knautschke vor dem Flusspferdhaus, die Granitskulptur von Gorilla Bobby am Affengehege und das Denkmal Knut der Träumer.

Das vom Architekturbüro schmucker und partner entworfene Versorgungsgebäude an der Bahntrasse wurde im Oktober 2008 in Betrieb genommen.[20] Der Neubau wurde aus dem Verkauf des alten Wirtschaftshofgeländes bezahlt.

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Haupteingang - Löwentor

Tieranlagen

Der Zoologische Garten Berlin zeigt, das Aquarium mitgerechnet, unter den Zoos weltweit den größten Artenreichtum.

Elefantenhaus

Das Elefantenhaus gleich neben dem Eingang am Hardenbergplatz (Löwentor) beherbergt eine Zuchtgruppe Indischer Elefanten. Im Zoo Berlin leben:

  • Viktor (* 1993 in Ramat Gan/Israel, seit 2000 im Zoologischen Garten)
  • Tanja (* 1964 in Indien, seit 1984 im Zoologischen Garten)
  • Carla (* 1974 in Indien, seit 1977 im Zoologischen Garten)
  • Iyoti (* 1974 in Indien, seit 1976 im Zoologischen Garten)
  • Drumbo (* 1970, seit 1987 im Zoologischen Garten)[26] Pang Pha (* 1987 in Thailand, seit 1987 im Zoologischen Garten)
  • Anchali (* 2012 im Zoologischen Garten Berlin)

Steinbockfelsen

Am 1899 unter der Planung von Moritz Lehmann entstandenen Steinbockfelsen lebt eine Zuchtgruppe Sibirischer Steinböcke. In der Nachbarschaft leben Seltenheiten wie Sichuan-Takine und Himalaya-Thare. Die Nagetiere unter den Gebirgstieren werden mit Alpenmurmeltieren und Waldmurmeltieren präsentiert.

Nashornhaus

Einen Schwerpunkt der tiergärtnerischen Arbeit bilden die Nashörner, obgleich die Zuchtbücher nicht mehr in Berlin geführt werden. In den sechs Gehegen des von 1962 bis 1964 erbauten Nashornhauses leben Ostafrikanische Spitzmaulnashörner, die ihre Zuchtfähigkeit regelmäßig unter Beweis stellen und Indische Panzernashörner. Untermieter im Nashornhaus sind die Flachlandtapire und ein Mittelamerikanischer Tapir.

Flusspferdhaus

Das Flusspferdhaus ist eines der modernsten Tierhäuser der Welt. Sein Dach besteht aus einer gläsernen Doppelkuppel, an der sich am Abend die Lichtreflexe an der Wasseroberfläche spiegeln. Hier leben Flusspferde in einem Wasserbecken, umgeben von savannenähnlicher, üppiger Vegetation und nebenan Westliche Zwergflusspferde. Durch Panoramaglasscheiben können die Gäste den Tieren bei ihren Unterwasserspaziergängen zusehen. Die Außenanlage teilen sich die Flusspferde mit Nyalas, Antilopen aus Afrika.

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Antilopenhaus

Kamelrevier

Im 1961 errichteten Kamelrevier leben Dromedare und Vikunjas. Auf der anderen Seite des Zoos leben Lamas. In der Nähe der Fasanerie lebt die Zuchtgruppe der Alpakas.

Tierkinderzoo

Der Zoo beherbergt neben Exoten auch Haustierrassen. Einige davon können im Tierkinderzoo gestreichelt und gefüttert werden. Im Streichelzoo leben neben Hinterwälder Rindern, Shetland-Ponys, Vietnamesischen Hängebauchschweinen und Kamerunschafen über sechs weitere, teils bedrohte, Haustierrassen aus aller Welt.

Welt der Vögel (Vogelhaus)

Das im Juni 2016 neueröffnete Vogelhaus zeigt verschiedene Vögel, darunter Seltenheiten wie Balistar, Gelbnackenspecht, Kagu, Kea, Nordstreifenkiwi und viele mehr. In den beiden Freiflughallen können Besucher die Vogelwelt Asiens und Afrikas entdecken. An multimedialen Mitmachstationen erhalten die Besucher Informationen über Bewohner des Vogelhauses. Im Vogelhaus leben über 100 Vogelarten

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Fasanerie

In der Fasanerie leben Hühnervögel aller Größenordnungen z. B. Vieillot-Feuerrückenfasan, Napoleonpfaufasan, Prälatfasan, Malaiischer Argusfasan, Indochina-Pfaufasan, Halsbandfrankolin, Elliotfasan, Gelbschnabelhokko, Tuberkelhokko, Zwergwachtel und viele mehr. Als Untermieter leben dort Kleinkantschile, kleine Säugetiere, die zur Familie der Hirschferkel zählen. In der Nähe der Fasanerie lebt ein Paar Helmkasuare. Außerdem befinden sich in der Nähe eine Strandvogelvoliere und Volieren für Zwergflamingos und Chileflamingos.

Bären

Am 1937 errichteten Bärenfelsen[30] leben die Großbären der Welt. Ein Paar Kragenbären und fünf Indische Lippenbären bewohnen den Tropenbärenfelsen. Eisbären bewohnen eine große Felsanlage; hier wurde 2006 Knut geboren. Braunbären bewohnen ebenfalls eine große Anlage mit viel Wasser und Baumbestand, über einen Verbindungstunnel gelangen die Polarwölfe von ihrer Anlage in die der Braunbären, das dient zur Beschäftigung. In der Nähe leben Rote Nasenbären und die vom Aussterben bedrohten Afrikanischen Wildhunde.

Schweinehaus

Im historischen Schweinehaus von 1910 werden außergewöhnliche Schweine wie Sulawesi-Hirscheber, Negros-Pustelschweine, Pinselohrschweine, Borneo-Bartschweine, Halsbandpekaris, Südliche Weißbartpekaris und Westafrikanische Warzenschweine präsentiert.

Adlerfelsen

Am Adlerfelsen leben Eulen, Geier, Adler und Falken in allen Größen und Formen in 27 teils hochbedrohten Arten. Cylon-Malaienkauz, Cylon-Nepaluhu, Malayen-Uhu und Malaiische Brahminenweihe findet man nirgendwo in Europa. Am anderen Ende des Zoos leben Andenkondore.

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Affenhaus

Rinderrevier

Im Rinderrevier werden zahlreiche exotische Rinder präsentiert. Die Ställe der Tiere sind im Baustil der Herkunftsländer der Tiere erbaut so z. B. das größte thailändische Bauwerk Europas, der Stall für Java-Banteng und Vorderindischen Gaur. Außerdem findet man im Rinderrevier Rotbüffel, Flachland-Anoas, Yaks, Watussirinder, Südeuropäische Wasserbüffel, Präriebisons und Wisente.

Robbenfelsen

Am Robbenfelsen lebt eine Zuchtgruppe Kalifornischer Seelöwen und Ostatlantischer Seehunde sowie Nördliche Seebären und Südafrikanische Seebären. In unmittelbarer Nähe leben Zwergotter.

Pinguinwelt

Im 1977 fertiggestellten Pinguin-Klimahaus lebt die Kolonie der Königspinguine und der der Westlichen Felsenpinguine. In der Nähe leben Brillenpinguine und Humboldt-Pinguine. In einer wasserreichen Anlage leben Eurasische Biber.

Persisches Einhuferrevier

Im historischen persischen Einhuferreriver von 1909/1910 leben nicht nur die Einhufer Böhm-Steppenzebras und Grevyzebras, sondern auch Paarhufer wie Elenantilopen, Südafrikanische Oryxantilopen und Säbelantilopen.

Erweiterungsgelände

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Eleantentor

Das im alten Diplomatenviertel gelegene 3,4 Hektar große Erweiterungsgelände ist das einzige Areal des Zoos jenseits des Landwehrkanals. Seine Eröffnung fand am 23. Mai 1987 statt. Hier gibt es die Afrikaanlage mit Südafrikanischen Blauhalsstraußen, Springböcken, Großen Kudu und Blessböcken sowie die Südamerika-Anlage mit Guanakos, Nandus, Wasserschweinen und Großen Maras. Diese Gemeinschaftshaltungen galten bei ihrer Zusammenstellung als Risiko, da man damit zoologisches Neuland betrat. Ebenfalls im Erweiterungsgelände leben Emus, Parmakängurus, Rote Riesenkängurus, Przewalski-Pferde und der Japanische Serau.

Paarhuferrevier

Im Paarhufer­revier leben die Großen Ameisenbären, die seltenen Östlichen Bongos, Okapis zusammen mit Rotduckern sowie die Südafrikanischen Rappenantilopen zusammen mit Kirk-Dikdiks.

Hirschrevier

Das in den Jahren 1869–1872 entstandene Hirschrevier[35] ist die Heimat der größten Sammlung an Hirschen in Mitteleuropa. Hier leben Prinz-Alfred-Hirsche, Südpudus, Davidshirsche, Sibirische Moschustiere, Japan-Sikahirsche, Axishirsche und Zwergmuntjaks. Die nordischen Hirsche sind mit dem Europäischen Damhirsch und mit dem Europäischen Waldrentier vertreten. Außerdem hält der Zoo die einzigen Barasinghas und die einzigen Chinesischen Wasserrehe in ganz Deutschland.

Antilopenhaus

Im historischen Antilopenhaus von 1871/1872,[36] in dem 1872 das „Drei-Kaiser-Treffen“ stattfand, werden exotische Tiere präsentiert. So leben hier die einzigen Südlichen Giraffengazellen Europas (neben dem Tierpark Berlin) und die seltenen Rothschildgiraffen. Außerdem leben hier kopfstarke Zuchtgruppen von Netzgiraffen, Westlichen Sitatungas, Defassa-Wasserböcken, Persischen Kropfgazellen und Kafue-Litschi-Moorantilopen. In der Mitte des Hauses befindet sich eine kleine Tropenhalle; hier leben Nördliche Hornraben.

Raubtierhaus

Das Gebäude eröffnete im April 1974. Einige Anlagenteile wurden bereits früher gebaut; so 1971 die 600 m² große Tigeranlage und 1960 die 2000 m² große Löwenanlage. Hier werden die großen und kleinen Raubtiere des Zoos gehalten. Berberlöwen und Malaiische Tiger leben auf großen Freianlagen mit Anschluss an das Haus. Die Innenkäfige aller Raubtiere sind gefliest und teils veraltet. Außerdem leben hier Java-Leoparden, Nordpersische Leoparden, Jaguare, Ozelots, Fossas und über zehn kleinere Raubtierarten. Ab 1980 waren hier auch die bekannten Pandas Bao Bao und Tjen Tjen untergebracht. 2012 endete die Haltung zunächst. Die Pandas Meng Meng und Jiao Qing bewohnen seit Juni 2017 eine große neue Anlage mit Haus in der Nähe des Hirschreviers.

Nachttiere

Das Mitte der 1970er Jahre errichtete Nachttierhaus befindet sich unter dem Raubtierhaus. Hier ist der Tages-/Nachtrhythmus vertauscht. So können die Besucher auch nachtaktive Tiere erleben. Es gibt u. a. Erdferkel, Senegal-Galagos, Bengal-Plumplori, Wickelbären, Gemeine Vampirfledermäuse, Sechsbinden-Gürteltiere, Grüne Zwegagutis, Wüstenfüchse, Bolivien-Nachtaffen und Fingertiere sowie elf weitere nachtaktive Arten.

Affenhaus

Im in vier Abschnitten von April 1959 bis 1965 eröffneten Affenhaus leben neben den Menschenaffen (Sumatra-Orang-Utans, Westliche Flachlandgorillas, Bonobos und Westafrikanische Schimpansen) auch über 22 teils seltene Affenarten, darunter Ceylon-Hutaffen, Eulenkopfmeerkatzen, Rote Springaffen, Siamange, Braune Kapuzineraffen, Hulmans, Mandrills, Schwarze Haubenlanguren, Rio-Napo-Tamarine, Kolumbianische Klammeraffen, Schwarze Brüllaffen, Schwarzbüscheläffchen und Bärenmakaks. Am benachbarten Affenfelsen leben kopfstarke Zuchtgruppen Mantelpaviane und Bartaffen. Die Gibboninsel im Grottenteich bewohnen Kappengibbons.

Nagerfelsen, Volieren und sonstige Anlagen

Der 1903 als Anlage für Wassernagetiere eröffnete Nagerfelsen[41] beherbergt Südafrikanische Stachelschweine, Afrikanische Quastenstachler und Nutrias. In der unmittelbaren Nähe des Elefantentores lebt eine Zuchtgruppe Hirschziegenantilopen. Zwischen Affenhaus und Affenfelsen befindet sich eine Voliere für Störche, hier leben unter anderem Schwarzstörche, Abdimstörche und Rotfußseriemas. Auf dem Pelikansee leben vier verschiedene Pelikanarten. Zwischen Hirschrevier und Böhm-Steppenzebras ist eine große Wiese für Stelzvögel. Hier leben unter anderem Europäische Weißstörche, Ostafrikanische Kronenkraniche, Mandschurenkraniche und Afrikanische Marabus. Zwischen Wildhunden und Andenkondoren befindet sich eine wasserreiche Voliere, die Sumpfvogelvoliere. Hier leben Punaibis, Schwarzzügelibis, Schopfibis, Philippinen-Rotrückenreiher, Prachtreiher, Paddyreiher, Kuhreiher und viele mehr. In der Nähe des Elefantenhauses befindet sich eine Anlage für Rosaflamingos, James-Flamingos und Andenflamingos. Die Seen des Zoos (Vierwaldstätter See, Grottenteich, Neptunteich, kleiner Raubtierhausteich) bevölkern über 60 Arten von Enten, Gänsen, Schwänen und Sägern. Im historischen Tauben- und Hühnerhaus von 1908[42] leben seltene Hühner und Tauben, darunter Seidenhuhn, Bankivahuhn, Lockentaube, Zwerg-Lakenfelder und über 17 weitere Arten.