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/ Isaac Julien - PLAYTIME

Fünf Jahre nach der tiefgreifenden globalen Bank- und Finanzkrise erstellte der Künstler und Filmemacher Isaac Julien 2013 seine Videoarbeit Playtime. Hierin geht Julien der grundlegenden Frage nach: Wie kann Kapital visualisiert werden?

Anhand der Geschichten von sechs Protagonist*innen, die sowohl Akteur*innen der Kunst- als auch der Finanzwelt sind, fand Julien erzählerische Bilder, die von der globalen Verflechtung des Kapitals erzählen. In ihnen werden makroskopische und mikroskopische Perspektiven auf die kapitalisierte Gesellschaft dialektisch miteinander verknüpft.

Das PalaisPopulaire und die Sammlung Wemhöner präsentieren gemeinsam Playtime, um es aus heutiger Sicht neu zu betrachten – denn die Arbeit ist aktueller denn je, wo Kapital in allen politischen, sozialen und gesellschaftlichen Bereichen eine Rolle spielt und das Leben fast aller auf diesem Planeten beeinflusst.


     
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/ Re: Gästeliste Hochzeitszug

Aktuelle Fragestellungen zur Dekolonialisierung von Museen, untersucht von Studierenden der HTW – Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin

Die Präsentation „Re: Gästeliste Hochzeitszug“ ist eine kritische Auseinandersetzung mit einem Hauptwerk des Berliner Jugendstilporzellans und untersucht aktuelle Fragen zur Dekolonialisierung von Museen am Beispiel des sogenannten „Hochzeitszugs“. Im Fokus des Projekts steht der Hochzeitszug, ein vielfiguriger Tafelaufsatz aus Porzellan, der 1904 von dem Bildhauer Adolf Amberg entworfen und in der Königlichen Porzellan-Manufaktur Berlin (KPM) ausgeformt wurde. Der Entwurf steht im Zusammenhang mit der Hochzeit des letzten deutschen Kronprinzen Friedrich Wilhelm von Preußen mit Herzogin Cecilie von Mecklenburg-Schwerin.
Kunstgewerbliche Objekte werden oft erst auf den zweiten Blick mit den kolonialen Vorstellungen ihrer Entstehungszeit verknüpft. Herausgelöst aus seiner ganzheitlichen Komposition werden einzelne Figuren des Hochzeitszugs diskriminierungskritisch betrachtet, stereotype Darstellungsweisen hinterfragt und untersucht. Eine eigens für das Projekt entstandene Videoarbeit beschäftigt sich mit dem ambivalenten Objekt.

Über zwei Semester beschäftigten sich elf Studierende des Masterstudiengangs Museumsmanagement- und kommunikation der HTW mit aktuellen Fragestellungen des diskriminierungskritischen Kuratierens und der vielschichtigen Frage „Zeigen oder Nicht-Zeigen?”

Eröffnung der Präsentation: Dienstag, 7. Februar 2023, 18 Uhr

Ein Studierendenprojekt der HTW Berlin in Kooperation mit dem Bröhan-Museum.
 


     
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/ Stadt auf Glas

Der Potsdamer Bahnhof, die Hotels und Geschäftshäuser zeichneten diesen Ort als Symbol für Berlin als Metropole der Moderne aus. Die Fotografien entstanden am Ende der Weimarer Republik, kurz vor und nach der nationalsozialistischen Machtübernahme. Die Ausstellung zeigt daraus erstmals eine Auswahl.

Eine Ausstellung im Rahmen des 10. Europäischen Monats der Fotografie Berlin.


     
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/ Andreas Feininger. New York in the Forties

Andreas Feininger gilt als einer der einflussreichsten Fotografen des 20. Jahrhunderts. 1906 als ältester Sohn des berühmten Malers Lyonel Feininger in Paris geboren, gehört er zu einer Künstlergeneration, die in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg die Fotografie als künstlerisches Medium für sich entdeckte und eine neue fotografische Sehweise entwickelte. Klarheit, Einfachheit und Organisation sind für ihn die Grundprinzipien seiner Arbeit. Wie kaum ein anderer versteht er es, Bildinhalte mit strengen formalen Kriterien wie Perspektive und Komposition zu verknüpfen.

Die Architektur und das Leben seiner Wahlheimat New York haben ihn über die Jahrzehnte hinweg fasziniert. Immer wieder hielt er die Skyline von Manhattan, die Straßenschluchten, die Wolkenkratzer, die Brücken und die Hochbahnen in atmosphärisch dichten Bildern fest. Seine Ansichten der Metropole zählen heute zu den Klassikern der Fotografiegeschichte. In der Ausstellung im Bröhan-Museum werden über 90 Schwarzweiß-Fotografien gezeigt.

Die Ausstellung ist eine Kooperation mit dem Zeppelin Museum Friedrichshafen.

Kurator: Fabian Reifferscheidt M.A.

Im Rahmen des EMOP Berlin – European Month of Photography www.emop-berlin.eu


     
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/ BERLIN GLOBAL Freifläche: Wir bleiben! Gentrifizierung und Widerstand in Berlin

Verdrängung, Leerstand, Aufwertung: Gentrifizierung findet nicht nur in Berlin statt, aber hier mit besonderer Wucht und Geschwindigkeit. Durch Demos, Selbstorganisation und Solidarität setzen sich Berliner*innen gegen den Verlust von bezahlbarem Wohn- und Stadtraum ein. Auch kämpfen sie gegen die eigene Verdrängung an den buchstäblichen „Rand“ der städtischen Gesellschaft. Fortschreitende kommerzielle Interessen können dadurch aber kaum aufgehalten werden.

 

Auf einer Freifläche von BERLIN GLOBAL untersuchen die Künstler*innen Barbara Bernardi, Linda Paganelli und Vincent Voignier das Phänomen. Durch Interviews und eine raumgreifende Foto- und Videocollage zeigen sie die Folgen von Gentrifizierung für Bewohner*innen, die Kulturlandschaft und den städtischen Raum. Sie zeichnen vielfältige Strategien des Widerstandes auf und regen damit Besucher*innen an, sich selbst zu engagieren.

 

Beteiligte

 

Barbara Bernardi ist Künstlerin und Filmemacherin, geboren in Italien und seit 2008 in Berlin ansässig. Ihre multimedialen Installationen, poetischen Filme und Fotos erschaffen intime und sinnliche Landschaften, die Geschichten von Verlust, Trauer und Migration erzählen. Sie sammelt die Stimmen, Worte und Erinnerungen der Menschen, die Teil ihrer partizipativen Werke werden, welche in ganz Europa und in den USA ausgestellt und vorgeführt wurden.

Linda Paganelli ist eine italienische visuelle Anthropologin, Künstlerin und Filmemacherin, die seit 2017 in Berlin lebt. Mit einem sensorischen und inklusiven Ansatz und einer anthropologischen, dekolonialen, queer*feministischen Perspektive berührt ihr Werk Themen wie Migration, Zugehörigkeit und Sehnsucht, Gegebenheiten in (ehemaligen) Konfliktgebieten, ökologische Trauer und die Beziehung zwischen Menschen und anderen Spezies. Sie arbeitet mit Museen, Galerien, Universitäten und Nichtregierungsorganisationen zusammen und ist Co-Leiterin der unabhängigen Berlin Film Community.

Vincent Voignier ist Fotograf und Künstler, geboren in Frankreich und lebt seit 2003 in Berlin. In seinen Werken zielt er darauf ab, Gemeinschaften und Phänomene jenseits des Mainstreams kennenzulernen und sie visuell ohne Vorurteile oder Stereotypen zu portraitieren. Seine Fotoserien dokumentieren Subkulturen wie Sapeurs aus Brazzaville in ihren Häusern, Transgender-Personen in Russland und auf den Philippinen sowie Clubbesucher*innen in Berlin. Er hat seine Werke in London, Berlin und Sankt Petersburg ausgestellt.

- Für den Besuch der Freiflächen-Ausstellung benötigen Sie ein Ticket für BERLIN GLOBAL.

- Ort: Berlin Ausstellung, 1. OG Öffnungszeiten

- Sprachen: Deutsch / Englisch

- Mo, Mi, Do, Fr, Sa, So: 10:30 – 18:30 Uhr, Di: geschlossen

 


     
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Die Grundinstandsetzung und Erweiterung der Gipsformerei / Die Gipsformerei auf dem Weg in die Zukunft

Die Ergebnisse des Wettbewerbs für den Erweiterungsbau der Gipsformerei werden in der Zentralen Eingangshalle und der Sonderausstellungshalle des Kulturforums präsentiert.

Den 1. Preis im Planungswettbewerb „Grundinstandsetzung und Erweiterung Gipsformerei der Staatlichen Museen zu Berlin / Stiftung Preußischer Kulturbesitz“ mit Fokus auf Nachhaltigkeit und Funktionalität hat das Architekturbüro von Gerkan, Marg und Partner (gmp) gewonnen. Der 2. Preis wurde dem Berliner Büro Felgendreher Olfs Köchling Architekten zuerkannt. Mit zwei 3. Preisen wurden Backes Zarali Architekten, Basel (Schweiz), sowie Henchion Reuter Architekten, Berlin, ausgezeichnet. Jeweils eine Anerkennung erhielten das Büro TRU Architekten aus Berlin und Bez + Kock Architekten Generalplaner aus Stuttgart. In dem offenen zweiphasigen Planungswettbewerb waren aus insgesamt 50 Einreichungen der ersten Phase 16 Beiträge für die zweite Wettbewerbsphase ausgewählt worden.

Die Gipsformerei der Staatlichen Museen zu Berlin ist seit Ende des 19. Jahrhunderts in einem eigens für sie errichteten Gebäude in der Charlottenburger Sophie-Charlotten-Straße 17/18 beheimatet. Dort befinden sich unter anderem ihre Formwerkstatt, Malerateliers und Depots für die historischen Formen und Modelle. Aufgrund des erschöpften Raumpotentials des Altbaus und dessen baulichen Zustands soll das Gebäude grundsaniert sowie von derzeit rund 5.000 Quadratmetern auf insgesamt rund 13.000 Quadratmeter Brutto-Grundfläche durch einen Neubau auf der Liegenschaft erweitert werden. In den kommenden Jahren soll der Bestandsbau der Gipsformerei grundlegend saniert und um den Neubau erweitert werden. Mit dem zukunftsweisenden Fertigungs- und Depotgebäude soll auch die Wahrnehmung der Gipsformerei in der Öffentlichkeit gesteigert werden.

Die Erweiterung ist auch auf die jüngere Entwicklung der Gipsformerei und ihr zukünftiges Potenzial ausgerichtet: In den vergangenen Jahren hat sie sich auf die Fertigung hochwertiger, großer und komplizierter Reproduktionen spezialisiert, was eine neue Montagehalle erfordert. Im Neubau werden zudem erstmals Restaurierungswerkstätten entstehen, die einen optimalen konservatorischen Umgang mit dem einmaligen historischen Sammlungsgut ermöglichen. 

Die Grundinstandsetzung und Erweiterung der Gipsformerei

     
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/ Die Prinzessinnen sind zurück!

Als „himmlische Erscheinungen […], deren Eindruck auch mir niemals verlöschen wird“ pries Johann Wolfgang von Goethe einst die beiden Schwestern Luise und Friederike von Mecklenburg-Strelitz. Der Bildhauer Johann Gottfried Schadow setzte der Anmut und Grazie der Schwestern ein Denkmal und schuf mit dem Doppelstandbild der „Kronprinzessin Luise und Prinzessin Friederike von Preußen“ eine Ikone des europäischen Klassizismus.

Das unter dem verkürzten Namen „Prinzessinnengruppe“ bekannt gewordene Doppelstandbild gehört – wie der „Mönch am Meer“ von Caspar David Friedrich – zu den Sammlungshighlights der Alten Nationalgalerie. Während die 1797 fertiggestellte Marmorfassung die Besucher des Stammhauses auf der Museumsinsel empfängt, war das Gipsmodell jahrzehntelange Publikumsmagnet der Skulpturenausstellung in der Friedrichswerderschen Kirche. Ab April wird es dort wieder dauerhaft zu sehen sein.

Das Originalgipsmodell nimmt im Œuvre Schadows im Besonderen, aber auch für die Skulptur des 19. Jahrhunderts im Allgemeinen einen besonderen Stellenwert ein: Lässt sich doch gerade hier am unmittelbarsten die Handschrift des Künstlers, aber auch die spannende Werkgenese des Doppelstandbilds nachvollziehen. Die wechselvolle Standortgeschichte des fragilen Gipses hatte im Laufe der Jahrhunderte schwerwiegende Schäden hinterlassen. Dank der großzügigen Unterstützung der Rudolf-August Oetker-Stiftung, der Hermann Reemtsma Stiftung sowie der Kulturstiftung der Länder konnte der Originalgips in einem beispielhaften Forschungs- und Restaurierungsprojekt erfolgreich restauriert werden.

Nach einer erstmals ermöglichten Gegenüberstellung des Gipsoriginals mit der Marmorausführung im Rahmen der Ausstellung „Berührende Formen. Johann Gottfried Schadow“ folgt nun die Neupräsentation der Gruppe in der Dauerausstellung der Friedrichswerderschen Kirche, verbunden mit einer Sonderpräsentation zur Restaurierung.

Am Samstag, 22. April und Sonntag, 23. April, von 10 bis 18 Uhr findet ein Aktionswochenende statt: Programminfos folgen in Kürze.

Eine Sonderpräsentation der Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin. Der Eintritt ist frei.


     
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/ Ahnen, Göttinnen und Helden

Seit jeher schufen Menschen Objekte, denen sie übermenschliche Kräfte zuschrieben. Darstellungen von Ahnen, Göttinnen und Helden halfen dabei, persönliche oder kollektive Krisen zu meistern. Über Jahrtausende und Kontinente hinweg entstand so eine gestalterische Vielfalt, die bis heute fasziniert.

Doch können die Kräfte einer Figur im Ausstellungsraum fortbestehen – losgelöst von ihren kulturellen, religiösen und politischen Kontexten? Welche Werte und Tugenden spiegeln sie? Und was verbindet alle Objekte miteinander?

Die Ausstellung geht diesen Fragen nach und thematisiert auch die Definitionsmacht von Museen. Ausgangspunkt sind die Sammlungen aus dem Ethnologischen Museum und der Skulpturensammlung sowie des Museums für Byzantinische Kunst der Staatlichen Museen zu Berlin.

Anhand von 45 ausgewählten Objekten aus dem 4. bis zum 19. Jahrhundert zeigt die Präsentation, dass museale Ordnungssysteme und Inszenierungen maßgeblich dazu beitragen, wie die Werke wahrgenommen und bewertet werden.

Während die einen Objekte zu Kunstwerken erhoben wurden, galten andere in dieser Ausstellung gezeigte Werke eher als rituelle Objekte. Koloniale Denkmuster waren dafür verantwortlich, die Kulturen zu hierarchisieren, und museale Ordnungssysteme sorgten für starre Klassifizierungen. Solche Einordnungen verstellten den Blick auf kulturelle Zusammenhänge und Hintergründe.

Die Ausstellung versucht diese Ordnungen aufzubrechen, die Gemeinsamkeiten hervorzuheben und den ursprünglichen Bedeutungskontexten auf den Grund zu gehen. Die Gewalt kolonialer Aneignungen spiegelt sich in den bis heute lückenhaften Provenienzen einiger Werke – diese Leerstellen sollen in der Präsentation sichtbar gemacht werden.

- Eintritt frei

- 3. OG

- Sprachen: Deutsch/Englisch


     
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/ Gegen den Strom. Die Omaha, Francis La Flesche und seine Sammlung

Der Name Umoⁿhoⁿ (Omaha) bedeutet „Gegen den Strom“ und steht dafür, Widerstände zu überwinden und Dinge anders zu machen. Gleichzeitig beschreibt er einen wichtigen historischen Moment vor der Kolonisierung des Mittleren Westens der USA, als sich die Umoⁿhoⁿ von den Quapaw trennten und den Fluss aufwärts zogen.

Die Ausstellung thematisiert eine Sammlung von Objekten der Umoⁿhoⁿ, die der Indigene Ethnologe Francis La Flesche (1857-1932) Ende des 19. Jahrhunderts im Auftrag des Ethnologischen Museums zusammenstellte und nach Berlin sandte. La Flesche tat dies in einer Zeit, in der die politische, wirtschaftliche und kulturelle Unabhängigkeit der Indigenen Nationen in den USA enorm abnahm und Landverlust und Gewalt das Leben der Native Americans im Mittleren Westen beherrschten. Heute ist die Sammlung ein Bindeglied zwischen Vergangenheit und Gegenwart und der Ausgangspunkt für ein neues Kapitel in der Beziehung zwischen den Umoⁿhoⁿ und Berlin.

Die Ausstellung, die in Zusammenarbeit mit Lehrenden und Studierenden des Nebraska Indian Community College, Nachfahren von Francis La Flesche und Vertreter*innen der Umoⁿhoⁿ entstand, greift aktuelle politische und gesellschaftliche Fragen auf. Das Leben der Umoⁿhoⁿ ist bis heute geprägt von den Erfahrungen von Rassismus.

Der Sammlung in Berlin kommt in diesem Zusammenhang eine besondere Bedeutung zu, da sie vom Widerstand gegen den Kolonialismus zeugt. Für die heutigen Umoⁿhoⁿ bietet sie die Möglichkeit, ihre eigene Geschichte zu erzählen. Ihre Kernbotschaft lautet: “We are still here!“

- Eintritt frei

- 2. OG

- Sparchen: Deutsch / Englisch

- Öffnungszeiten: Mittwoch bis montags von 10:30 – 18:30 Uhr, Dienstag ist regulärer Schließtag.


     
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/ Habitat im Dialog

Anne Schönharting hat über zehn Jahre Menschen in ihren Wohnungen in Berlin-Charlottenburg fotografiert. Die Bilder ihrer Serie HABITAT, deren Titel einen Lebensraum bezeichnet, sind Interieurs, Porträts, Stillleben, Inszenierungen der Fotografin und zugleich Dokumentation: Gesten, Haltungen, Gegenstände und Ausstattungen der Wohnräume sind Ausdruck des gesellschaftlichen Status und persönlichen Selbstverständnisses der Porträtierten. Die Fotografin, deren Auge an den Alten Meistern geschult ist, ließ sich unvoreingenommen und mit Freude auf diesen ganz eigenen Kosmos ein. Durch ihre feinen Bildkompositionen scheint zugleich die Vorstellung eines vergangenen, großbürgerlichen Charlottenburgs durchzuschimmern.

Die Fotografien von Anne Schönharting gehen nun in der Villa Oppenheim einen Dialog mit der historischen Kunstsammlung Charlottenburg und ihren Werken des 19. Jahrhunderts und der Berliner Secession ein. Wohlstand und Geltungsbedürfnis hatten Anfang des 20. Jahrhunderts eine städtische Sammlungspolitik begünstigt. Aus beiden Bildwelten lässt sich das Bedürfnis ablesen, sich in und mit Bildern zu repräsentieren. Malerei und Fotografie teilen sich Fragen der Darstellung: Komposition, Lichtstimmung und Materialität sind, heute wie vor hundert Jahren, mit Bedacht gesetzte bildnerische Mittel. Pelz und Pinselführung, Kurioses und Kostbarkeiten, Figuren und Farbgebung – der Dialog zwischen den Gemälden und den Fotografien eröffnet eine Vielzahl an Bezügen.


     
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/ Potz! Blitz!

Ab 16. Februar im Museum für Kommunikation Belrin! Wir alle tun es: Schimpfen und Fluchen. Kraftausdrücke gibt es wohl seit es Sprache gibt und in allen Kulturen der Welt. Die Ausstellung „Potz! Blitz! Vom Fluch des Pharao bis zur Hate Speech“ geht diesem Sprachphänomen auf unterhaltsame Weise nach.

Kurator Rolf-Bernhard Essig schlägt einen Bogen von saftigen Verfluchungen in Keilschrift über internationale Beschimpfungen mit Tiernamen bis zu Internet-Trollen und Hate Speech. Da geht es auch um die Lust am Tabubruch, um Männer- und Frauenschmähungen, um das Phänomen der Fluchabwehr durch das Tragen von Amuletten, um Ausraster in Fußball und Verkehr oder um vergebliche Verbote von Kraftausdrücken. Historische Objekte, Medienstationen sowie Mitmach-Angebote zeigen, dass Fluchen und Schimpfen ständige und lebendige Elemente jeder menschlichen Kommunikation sind. Übrigens: der Titel ist eine Verkürzung von „Gottes Blitz soll dich treffen!“


     
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/ Spectres of Bandung

Im April 1955 kamen Vertreter*innen aus 29 asiatischen und afrikanischen Staaten in der indonesischen Stadt Bandung zusammen, um gemeinsam und solidarisch ihre Ziele für die Zeit nach der Dekolonisation zu formulieren. Die forschungsbasierte Ausstellung Spectres of Bandung richtet den Blick auf diese erste groß angelegte asiatisch-afrikanische Konferenz, die als Katalysator für bereits bestehende politische und kulturelle Verbindungen angesehen werden kann.

Anhand von Fotografien, Gemälden, Filmen und Archivmaterial beleuchtet die Gruppenausstellung im Gropius Bau den Geist der Selbstbestimmung, der die Bandung-Konferenz prägte.

Nach seiner Reise nach Bandung veröffentlichte der afroamerikanische Journalist und Schriftsteller Richard Wright im Jahr 1956 einen Bericht über die Konferenz. Wrights The Color Curtain: A Report on the Bandung Conference beschreibt eine Welt, in der sich die politische Macht zu verschieben beginnt, und ist ein wichtiger Bezugspunkt der Ausstellung im Gropius Bau. Historische und zeitgenössische künstlerische Positionen versuchen, sich den Geistern von Bandung anzunähern: der Vorstellung von Möglichkeitsräumen für historisch unterdrückte Teile der Welt, die zugleich neue Ambivalenzen und Komplexitäten der gemeinsamen Kämpfe offenbarte.

Kuratiert von Philippe Pirotte, Vera Mey und Zippora Elders in Zusammenarbeit mit einem Team internationaler Kurator*innen


     
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/ General Idea

Die Künstlergruppe General Idea forderte die Kunstwelt, aber auch die Gesellschaft im Allgemeinen heraus – und übt mit ihrem wegweisenden, 25 Jahre umfassenden Schaffen bis heute bleibenden Einfluss aus. In der bisher größten Retrospektive des Trios zeigt der Gropius Bau mehr als 200 Arbeiten aus den späten 1960er bis frühen 1990er Jahren.

 

Die 1969 in Toronto gegründete Gruppe, bestehend aus Felix Partz (1945–1994), Jorge Zontal (1944–1994) und AA Bronson (geb. 1946), hinterfragte die Produktion, Verbreitung und den Konsum von Bildern durch eine Vielzahl von Medien. Dabei nutzte General Idea häufig Humor und satirische Strategien, um den Blick auf verschiedene Aspekte von Konsumkultur, Massenmedien, sozialen Ungleichheiten, queerer Identität, Kunstwirtschaft und der AIDS-Krise zu lenken.

Die in enger Zusammenarbeit mit AA Bronson entwickelte Ausstellung im Gropius Bau versammelt zentrale Installationen, Publikationen, Videos, Zeichnungen, Gemälde, Skulpturen sowie Archivmaterial und gibt einen Überblick über die Entwicklung der künstlerischen Praxis von General Idea.

Kuratiert von Adam Welch für die National Gallery of Canada und Beatrix Ruf, in Zusammenarbeit mit Zippora Elders, für den Gropius Bau
Organisiert von der National Gallery of Canada in Zusammenarbeit mit dem Gropius Bau


     
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/ Indigo Waves and Other Stories

Die Geschichten und Narrative des Indischen Ozeans sind der Ausgangspunkt der Gruppenausstellung Indigo Waves and Other Stories. Re-Navigating the Afrasian Sea and Notions of Diaspora. Sie bringt das Schaffen verschiedener zeitgenössischer Künstler*innen, Musiker*innen, Schriftsteller*innen und Denker*innen zusammen, um historische, kulturelle und sprachliche Verbindungen zwischen den Kontinenten Afrika und Asien zu entfalten und näher zu beleuchten.

 

Der Indische Ozean gilt als ältestes Kontinuum der Menschheitsgeschichte. In mehreren Kapiteln nähert sich die Ausstellung diesem Ozean als gemeinsamem Horizont an, von dem aus die afrasischen (also sowohl zu Afrika als auch zu Asien gehörenden) Geschichten von erzwungenen und freiwilligen Bewegungen durch die Ströme kultureller Verbindungen, von Handelskontakten und Kolonialherrschaft gelesen werden können. Gezeigt werden Arbeiten von Kelani Abass, Malala Andrialavidrazana, Shiraz Bayjoo, Rossella Biscotti, M’barek Bouhchichi, Nikhil Chopra, Köken Ergun, Adama Delphine Fawundu, Clara Jo, Jasmine Nilani Joseph, Jeewi Lee, Lavanya Mani, Oscar Murillo, Dominic Sansoni, Jennifer Tee, Jack Beng-Thi, Sim Chi Yin und anderen.

Kuratiert von Natasha Ginwala und Bonaventure Soh Bejeng Ndikung mit Michelangelo Corsaro
In Zusammenarbeit mit SAVVY Contemporary, Berlin; Zeitz MOCAA, Kapstadt; VASL Artists’ Association, Karachi und BLAK C.O.R.E. (Care of Radical Energy), the University of Melbourne, Australien


     
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/ Daniel Boyd

RAINBOW SERPENT (VERSION) ist die bisher umfassendste Präsentation von Daniel Boyds Schaffen in Europa. Sie gibt einen Überblick über Boyds künstlerische Praxis, die sich der kolonialen Erzählung der Geschichte Australiens widersetzt und Indigene Wissensproduktion, transnationale Netzwerke des Widerstands sowie persönliche Familiengeschichten miteinander verwebt. Diese reflektiert Boyd in RAINBOW SERPENT (VERSION) auch im Hinblick auf den Kontext und die Architektur des Gropius Bau.

Im Rahmen der Ausstellung wird Boyd den Boden des Lichthofs und die Fenster im ersten Stock in eine zweite Haut hüllen. Diese Inszenierung offenbart und reflektiert die fragmentierte Architektur des Gropius Bau und überlässt es dem natürlichen Lichteinfall, die Wahrnehmung der Arbeiten zu lenken. Die ausgestellten Malereien des Künstlers scheinen so in ständiger Bewegung zu sein.

Die nichtlineare Anordnung von RAINBOW SERPENT (VERSION) unterstreicht Boyds Interesse daran, wie sich Erzählungen kontinuierlich durch Zeit und Raum bewegen. In enger Anlehnung an das Denken Édouard Glissants widersetzt sich der Künstler jeder Form von Kategorisierung, wie sie die koloniale Gewalt mit ihrer kulturellen Vereinheitlichung kennzeichnet. Menschen, die nicht den First Nations angehören, verwenden den Begriff „Rainbow Serpent“ häufig pauschal für eine Reihe von Schöpfungsgeschichten verschiedener Indigener Gemeinschaften in Australien – und erkennen so die Besonderheiten der jeweiligen Kosmologien nicht an.

Integraler Bestandteil der Ausstellung ist ein Veranstaltungsprogramm, das sich wie ein Theaterstück auf der Bodeninstallation im Lichthof entfalten wird.

Kuratiert von Stephanie Rosenthal und Carolin Köchling
Entwickelt in Zusammenarbeit mit dem Institute of Modern Art, Brisbane


     
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/ „Die Zukunft für sich“

Die Idee der Erneuerung in der Kunst, sowie die damit verbundene Unterstützung junger Künstler und Künstlerinnen, war für Max Liebermann (1847–­­­­­­1935) von zentraler Bedeutung. Er lud junge Talente zu sich nach Hause ein, um in seinem Atelier zu arbeiten; schrieb Empfehlungen an Kritiker und Museumsdirektoren; lieferte Einschätzungen zu Arbeiten und kümmerte sich um nationale und internationale Ausstellungsbeteiligungen seiner jungen Kollegen. Auch die Meinung der nächsten Generation war für ihn von höchster Bedeutung, wie er 1905 dem Direktor der Hamburger Kunsthalle, Alfred Lichtwark, schrieb: „[…] Sie konnten mir nichts angenehmeres mittheilen, als daß meinen jüngeren Kollegen meine Porträts gefallen. Wer die Jugend für sich hat, hat die Zukunft für sich und auf die allein kömmts [sic] an“.

Ganz in Liebermanns Sinne laden wir im Sommer 2023 Kunststudierende der Universität der Künste Berlin zu uns in die Liebermann-Villa ein. Inspiriert vom Ort, seiner Geschichte und der Familie Liebermann, werden Studierende der Klasse von Prof. Dr. Christine Streuli mit der Villa in Dialog treten und zwischen Juli und September ihre Kunstwerke bei uns präsentieren.

Die Ausstellung findet statt in Zusammenarbeit mit der Universität der Künste Berlin.


     
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/ Fred Sandback

Der Hamburger Bahnhof zeigt mit „Fred Sandback. Simple Facts“ richtungsweisende Rauminstallationen des legendären Künstlers der Minimal Art. Von der Installation bis zur Konzeptkunst, vom Minimalismus bis zur ortsspezifischen Arbeit: vielen Kunstformen, die bis heute relevant sind, hatte sich der US-amerikanische Künstler bereits früh gewidmet. 20 Jahre nach seinem Tod lädt die Einzelausstellung dazu ein, einen der einflussreichsten Künstler*innen des 20. Jahrhunderts zu entdecken. Obwohl seine Arbeiten seit 1968 international – vor allem in deutschsprachigen Ländern – gezeigt wurden, ist dies seine erste museale Einzelpräsentation in Berlin.

Die ausgestellten Werke gehen auf eine ursprünglich für den Kunstraum München konzipierte Arbeit Sandbacks (1943-2003) aus dem Jahr 1975 zurück: „64 Variationen einer dreiteiligen Skulptur“. Die Position der Skulpturen wird über die gesamte Laufzeit der Ausstellung immer wieder verändert, so dass alle 64 Variationen präsentiert werden können. Eine Auswahl wegweisender Installationen und Archivmaterialien aus mehreren Jahrzehnten kontextualisiert die Münchner Serie innerhalb Sandbacks künstlerischem Oeuvre. Darunter ist auch eine frühe Skulptur des Künstlers aus elastischer Schnur von 1969 aus der Sammlung der Nationalgalerie.

Die Werke stellen Bezüge zu unterschiedlichen Aspekten von Sandbacks Praxis her, so schuf er seit den 1960er-Jahren aus Garn oder elastischer Schnur die von ihm sogenannten „Zeichnungen im Raum“. Mit Präzision und extremer Ökonomie der Mittel entstanden ikonische skulpturale Installationen, die sich auf einmalige Weise der Beziehung des sichtbaren Objekts zum unsichtbaren Raum widmen.

„Fred Sandback. Simple Facts“ wird kuratiert von Sam Bardaouil und Till Fellrath, Direktoren Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart.

Eine Sonderausstellung der Nationalgalerie – Staatliche Museen zu Berlin


     
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/ Ogais Orte

Im Juli 2022 jährte sich der Todestag des japanischen Literaten Mori Rintarō, genannt Ōgai, zum 100. Mal. Das materielle Gedenken kristallisiert sich heute an vier bedeutsamen Lebensstätten, an Ōgais Orten: in Tsuwano, dem Geburtsort im Südwesten der Hauptinsel Honshū; in Tokyo, dem langjährigen Wirkungsort des Literaten; in Kokura (heute Kitakyūshū) auf der Insel Kyūshū, einem von Ōgai ungeliebten Ort des Exils; schließlich in der alten Hauptstadt Nara, einem Sehnsuchtsort, der den späteren Direktor der Kaiserlichen Museen faszinierte.

Den Ertrag einer Reise an diese Orte zeigt nun eine Ausstellung in der Mori-Ōgai-Gedenkstätte der Humboldt-Universität. Über 50 dokumentarische Fotografien, Situationspläne und in den Memorialstrukturen hervorgehobene Schlüsseltexte stehen miteinander im Dialog. Erstmals werden die materiellen Erinnerungsorte an das Wirken Ōgais vergleichend vorgestellt und hinsichtlich der Kontexte ihrer Entstehung, der Strategien ihrer Gestaltung und der Formen ihrer Aneignung kritisch betrachtet.


     
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/ Anastasia Samoylova . Floridas

Dort, wo Strände und Palmen das öffentliche Image prägen, wo sich pinke Flamingos vor bunten Häuserfronten tummeln und Alligatoren in Pools verirren, kratzt Anastasia Samoylova an der schillernden Fassade eines amerikanischen Traums. In ihrem fotografischen Road Trip zeigt Samoylova den Sunshine State Florida als eine flirrende Fantasie und subtropische Dystopie, die durch ihre tiefe politische Spaltung ebenso gezeichnet ist wie durch die Auswirkungen der Klimakrise.

Vor dem Hintergrund dieser Dichotomie von inszenierter Wahrnehmung und Realität setzt Samoylova in ihrer künstlerischen Praxis Strategien der kommerziellen Fotografie ein, um sich mit Themen wie Umweltschutz, Konsum und dem Pittoresken zu beschäftigen. Als Fotokünstlerin der Gegenwart haucht sie dem typisch amerikanischen Genre der Roadtrip-Fotografie neues Leben ein und setzt dem traditionell männlich geprägten Amerikabild eine weibliche Sicht entgegen. Parallel zur großen Retrospektive des Pioniers der Farbfotografie, William Eggleston, präsentiert C/O Berlin Anastasia Samoylova . Floridas vom 28. Januar bis zum 4. Mai 2023.


     
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/ William Eggleston . Mystery of the Ordinary

In seiner über fünf Jahrzehnte währenden Karriere hat William Eggleston die Farbfotografie fast im Alleingang als Kunstform etabliert. Neben Stephen Shore und Evelyn Hofer erkannte Eggleston früh die unverwechselbare Kraft der Farbe, ihre einzigartige bildschaffende Qualität zur kontinuierlichen Befragung der Alltagswelt. Seine Faszination für die poetische Visualität des amerikanischen Südens veranlasste Eggleston, seine unmittelbare Umgebung zu erforschen, auch wenn er im Laufe seiner Karriere quer durch die Vereinigten Staaten und die ganze Welt reiste. Seine Kamera stets bei sich, fotografierte er alles mit derselben Feinsinnigkeit. Folglich hat sich sein Ruf als Pionier der Farbfotografie in der ganzen Welt verbreitet. Die Bedeutung seines Œuvres für die zeitgenössische visuelle Kultur als auch der Einfluss seiner ikonischen Bildsprache auf eine Vielzahl nachfolgender Fotograf:innengenerationen ist ungebrochen. 

Mit William Eggleston . Mystery of the Ordinary präsentiert C/O Berlin vom 28. Januar bis 4. Mai 2023 eine große Retrospektive des US-amerikanischen Meisters der Farbfotografie. Neben berühmten Serien wie Los Alamos zeigt die Ausstellung auch noch nie gezeigte Werke, darunter Bilder aus der Serie The Outlands und Aufnahmen, die zwischen 1981 und 1988 in Berlin entstanden sind.


     
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/ Karolina Wojtas . Abzgram

Von Regeln und Grenzen scheint die polnische Medienkünstlerin Karolina Wojtas (*1996) nicht viel zu halten, zumindest nicht in ihrer fotografischen Praxis. In ihrem seit 2017 konstant wachsenden Projekt Abzgram bricht die junge Künstlerin mit denkbar allen Regeln der Fotografie: seien es schräge Kompositionen, übersättigte Farben, Unschärfe oder ein aggressiver Einsatz des Blitzes. Die komplexe Multimedia-Arbeit besteht aus Videos und einem Wirrwarr an Fotografien, die Wojtas mal vorfindet, mal inszeniert und die sie für die Bedruckung verschiedener Materialien verwendet, mit denen sie den Ausstellungsraum in begehbare Installationen verwandelt. Im Sinne eines Reenactments lädt Wojtas die Besucher:innen ein, mit den Objekten im Raum zu interagieren und sich dabei in die Welt des Kindes zurückzuversetzen.

Den Ausstellungsraum gestaltet Wojtas dabei nicht ohne Grund wie ein Klassenzimmer, das umzäunt von einem kahlen Gitter an eine Strafvollzugsanstalt erinnert. Mit böser Ironie antwortet die Künstlerin so auf das rigide polnische Schulsystem, das Kindern Regeln auferlegt, die militärische Züge haben. Gerade in Anbetracht der patriotisch-nationalistischen Ausrichtung der aktuellen polnischen Politik, findet Wojtas eine kreative und bisweilen auch bissige Form der Kritik, indem sie der Ordnung, Kontrolle und Disziplinierung im Schulalltag eine Bild- und Erlebniswelt aus Kitsch, Spiel, Exzentrik und Unsinn entgegensetzt. 


     
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/ BERLIN GLOBAL Freifläche: "30 kg"

Was würden Sie einpacken für den neuen Lebensabschnitt im neuen Land? Yeni ülkedeki yeni yaşam evresi için yanınıza ne alırdınız?

30 kg Freigepäck darf man am Flughafen einchecken – ein voller Koffer für den neuen Lebensabschnitt in einem neuen Land. Aber was passiert, wenn die Dinge, die Sprache, sogar die eigene Identität bei der Ankunft plötzlich eine andere Bedeutung haben?

Ihre Sachen finden in Berlin keine Verwendung mehr, ihre Muttersprache keine genaue Übersetzung. Sieben türkische Berlinerinnen schauen auf ihre eigene Migrationserfahrung. Als transkulturelle Frauen verhandeln sie den Alltag neu – für manche eine Befreiung, für andere ein Verl. Durch ihre Installation lädt die Gruppe Besucher*innen ein, über die eigene Identität nachzudenken. Gleichzeitig schlägt das Projekt einen Bogen in die 1920er Jahre, als eigenständige Frauen aus der Türkei nach Berlin migrierten und, genau wie heute, sich neu definieren mussten.

„30 kg“ wurde von Burcu Argat und Izim Turan zusammen mit dem Stadtmuseum Berlin kuratiert. Mit: Pınar Akyol, Başak Arslan, Michelle Demishevich, Ayşe Derya Kır, Ayça Öztarhan Kocatürk, Seda Boran Krüger und Nur Özalp.

Açılış BERLIN GLOBAL Serbest Alan: “30 kg“

Havaalanına 30 kg bagajla giriş yapabilirsiniz. Yeni bir ülkede yeni bir yaşam için sadece dolu bir bavul. Peki ya eşyalar, dil, hatta kişinin kimliği vardıklarında birdenbire farklı bir anlam kazanırsa ne olur?

BERLİN GLOBAL’ın üçüncü Serbest Alanı’nda yedi Türk asıllı Berlinli, kendi göç deneyimlerine bakış atıyorlar. Yanlarında getirdikleri eşyalar Berlin’de artık kullanılmayacak, ana dillerinin tam bir tercümesi yok. Kültürler arası geçiş yapan kadınlar olarak, gündelik yaşamlarını yeni baştan düzenlemek zorundalar. Bazıları için bir özgürlük, bazıları için ise bir kayıp. Grup, enstalasyonları aracılığı ile ziyaretçileri kendi kimlikleri üzerinde düşünmeye davet ediyor. Proje aynı zamanda, bağımsız Türk kadınlarının Berlin’e göç ettikleri ve bugün olduğu gibi kendilerini yeniden tanımlamak zorunda kaldıkları 1920’lere de bir bağlantı kuruyor.

„30 kg“, Burcu Argat ve İzim Turan’ın Berlin Şehir Müzesi ile birlikte ortak çalışmalar. Beraberlerindekiler: Pınar Akyol, Başak Arslan, Michelle Demishevich, Ayşe Derya Kır, Ayça Öztarhan Kocatürk, Seda Boran Krüger ve Nur Özalp.


- Für den Besuch der Freiflächen-Ausstellung benötigen Sie ein Ticket für BERLIN GLOBAL. - Açık hava sergisini ziyaret etmek için BERLIN GLOBAL bileti almanız gerekmektedir.
- Sprachen: Deutsch, Englisch, Türkisch
- Ort: Berlin Ausstellung, 1. OG

- Öffnungszeiten: Mittwoch bis montags von 10:30 – 18:30 Uhr, Dienstag ist regulärer Schließtag.


     
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/ Von Barock bis Bluegrass

Die kleine Schwester der Laute verbreitete sich von Italien aus in den Rest Europas und nach Amerika. Sie war beliebt in Barock, Klassik, Romantik und wurde zu einem stilbildenden Instrument des amerikanischen Bluegrass. Die Mandoline hat sich viele musikalische Räume erobert: auf dem Rücken von Wanderern, bei nächtlichen Ständchen, im großen Sinfonieorchester oder in Zupfensembles. Zum vom Landesmusikrat Berlin-Brandenburg ausgerufenen Jahr der Mandoline 2023 widmen wir ihr eine Kabinettausstellung.


     
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/ Berlimbo

27.01. – 05.03.2023

 

Der ohnmächtige Schwebezustand „in Limbo“, in dem sich viele Zivilist:innen angesichts des Schreckens des Krieges in der Ukraine befinden, ist der Ausgangspunkt für die zeichnerischen und skulpturalen Arbeiten des Konzeptkünstlers Alexander Povzner
(* 1976 in Moskau).

Er begann sie während eines Residenzaufenthalts in Neuwied, wo er die erste Woche in Isolation mit Covid-19 in einem kahlen Hotelzimmer verbrachte und eigene psychische Zustände zur Schöpfungsquelle neuer Arbeiten machte. Seit er wegen seiner antimilitaristischen Position in Berlin ist, fängt er im Kaleidoskop der visuell übersättigten Großstadt spezifische Momente ein, die seine aktuelle und persönlich prekäre Lage widerspiegeln.

Die Ausstellung im Gotischen Haus ist das Ergebnis eines unfreiwilligen Selbstversuchs des Künstlers als eigenes Beobachtungsobjekt in Neuwied und sein persönliches Tagebuch der letzten Monate in Berlin. Es sind Aufzeichnungen subjektiver Zustände und eine Übersetzung seines erzwungenen Berliner Alltags in ebenso prägnante wie paradoxe Bilder: Gefundene Mützen bekommen Gesichtszüge aus Münzen, konisch aufgespießte Kleidung und Zeitungen avancieren zu überdimensionierten Dönerspießen, Büroklammern fixieren einen menschlichen Körper oder klemmen in Gesichtern.

Mit seinen intuitiv sich erschließenden, narrativen Arbeiten eröffnet Alexander Povzner den Besucher:innen sowohl einen Einblick in seine eigene Welt als er auch die eigene Perspektive aus einer anderen erkennen lässt.

Text: Olga Vostretsova


     
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/ Leiko Ikemura – Witty Witches

Leiko Ikemura ist eine international renommierte Künstlerin, deren Werk sich über die Gattungen Zeichnung, Malerei, Skulptur, Fotografie bis hin zur Poesie erstreckt. Im Zentrum ihres Schaffens steht die Auseinandersetzung mit der Natur, mit dem Thema Weiblichkeit und dem zyklischen Rhythmus von Leben und Tod. In ihrer Einzelausstellung im Georg Kolbe Museum präsentiert die seit 1990 in Berlin lebende Künstlerin hybride Wesen im Wandel zwischen Wachstum und Verfall und hinterfragt die Formen des menschlichen Daseins.

Die Ausstellung widmet sich vornehmlich Ikemuras skulpturalem Werk. Die Schau zeigt über 30 Skulpturen und ausgewählte Gemälde seit den 1990er Jahren, darunter zahlreiche erst jüngst entstandene Arbeiten. Ihre Werke aus Keramik, Bronze und Glas zeugen von der vielfältigen Auseinandersetzung mit Traditionen der Bildhauerei und ihren Materialitäten. Farbige Oberflächen und eine Skulpturensprache, die zwischen Form und Formauflösung changiert, sind typische Elemente von Ikemuras Arbeit, die europäische und ostasiatische Kulturen miteinander ins Gespräch bringt.

Der Ausstellungstitel „Witty Witches“ (Englisch für „Listige Hexen“) deutet in subversiver und humorvoller Weise auf die anziehende und zugleich abschreckende Kraft, die den von Ikemura geschaffenen und nun das Museum bevölkernden Wesen innewohnt. Darin führt sie Landschaft und Mensch in ihren figürlichen Skulpturen zusammen: Figuren, die sich in Bäume verwandeln, personifizierte Tiergestalten und Köpfe, die der Erde entwachsen, zeigen ihr Ideal einer Verschmelzung der Natur. Die hybriden Fantasiewesen befinden sich stets im Stadium des Übergangs.

Kuratorin: Elisabeth Heymer, wissenschaftliche Volontärin am Georg Kolbe Museum


     
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/ Wilhelm Busch

Zeichnungen von Wilhelm Busch, Anna Faroqhi und Friederike Feldmann

Kuratiert von Rebekka Liebmann und Dr. Martin Steffens

Die Ausstellung stellt den Zeichner und Erzähler Wilhelm Busch in den Mittelpunkt. Am Beginn der „Comic-Ära“ stehend, hat er mit seinen pointiert komischen und gewalttätigen Bildergeschichten Kulturgeschichte geschrieben. Busch war Vertreter der künstlerischen Avantgarde – zugleich reflektiert sein Wirken die gesellschaftlichen Diskurse seiner Zeit.

Im Schloss Britz werden nun originale Zeichnungen und Skizzen Wilhelm Buschs zu bekannten und unbekannten Geschichten aus dem Kupferstichkabinett SMPK, Berlin und dem Museum der bildenden Künste, Leipzig
ausgestellt. Flankiert wird sein Werk von zwei zeitgenössischen Positionen: Friederike Feldmann greift Bildfindungen Buschs in
großformatigen, freien Zeichnungen auf. Anna Faroqhi hat für die Ausstellung eine neue Bildergeschichte verfasst, die sich formal an Buschs Vorlagen orientiert
und sein Leben und Werk aus Sicht des 21. Jahrhunderts hinterfragt.


     
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/ Thomas Höpker – Intimate History

Wie kaum ein anderer hat Thomas Höpker den Bildjournalismus in Deutschland geprägt. Seine Fotoreportagen führten ihn durch die ganze Welt. Als Reporter arbeitete er für die Münchner Illustrierte, später für die Zeitschriften Kristall und Stern. Seine Aufgabe sah Höpker schon zu Beginn seiner Karriere darin, „im engen Kontakt mit der Zeit zu leben, das Gegenwärtige zu ergründen und zu enträtseln“. 1979 zog er nach New York und wurde 1989 als erster deutscher Fotograf Vollmitglied der Agentur MAGNUM-Photos.

Aus der Fülle seines Lebenswerks zeigt Thomas Höpker – Intimate History international bekannte sowie nie gezeigte Aufnahmen. Die Zusammenschau vermittelt Höpkers Interesse an gesellschaftlichen Themen und seine Empathie für die von ihm porträtierten Menschen. Authentizität und die fotografische Zeug*innenschaft sind die prägenden Konstanten seiner Arbeit. Unaufgeregt, subtil und fern von Sensationslust wurden viele seiner Motive durch ihre präzise Bildgestaltung und die dichten Bildaussagen zu Ikonen der sozialdokumentarischen Fotografie, auch als Concerned Photography bekannt.

Die Ausstellung wurde kuratiert von Katharina Mouratidi und Miriam Zlobinski.

Eine Ausstellung im Rahmen des EMOP – European Month of Photography.
In Kooperation mit dem Ernst-Leitz-Museum, Wetzlar.

 


     
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/ From Dusk Till Dawn

Unter dem assoziationsreichen Titel „From Dusk Till Dawn“ werden vier malerische Positionen versammelt: David Edward Allen, Friederike Jäger, Uschi Niehaus Indenbirken und Niels Sievers. In den Zeiten des Übergangs von Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang finden sie Bilder, die besonderen Gesetzen unterliegen. Allens Nachtbilder zeigen eine Natur, in der der Mensch keinen Platz hat, und die in ihrer Widerspenstigkeit umso intensiver locken. So gelingt Allen in facettenreichem Schwarz zugleich eine Metapher zum Verhältnis von Mensch und Natur. Uschi Niehaus Indenbirken findet mit abstrakten Bildern in Preußischblau einen poetisch gesetzten Ton für die Zeitenfolge der Übergänge, in die sie auch Worte und Musik einwebt. Auf Fotografien ziehen Landschaften in einem bewegten Schwarz-Weiß vorbei. Die blaue Stunde von Niels Sievers bannt die Stadt der Nachtschwärmer in wenigen Elementen, gleich Chiffren, auf die Leinwand, die, von Leerstellen übersät, unter lakonische Spannung gesetzt wird. Mit Friederike Jäger, deren Kompositionen einer abstrakten, digital konstruierten Welt entspringen, ziehen Fabelwesen ein, die ihr fröhlich-destruktives Spiel mit uns treiben.


     
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/ Isa Genzken

Die Neue Nationalgalerie ehrt Isa Genzken anlässlich ihres 75. Geburtstags mit der Ausstellung „Isa Genzken. 75/75“ und zeigt 75 Skulpturen aus allen Schaffensphasen der deutschen Künstlerin von den 1970er-Jahren bis heute. Zu sehen sind unter anderem Hauptwerke wie das 10 Meter lange„Grau-schwarzes Hyperbolo ‘MBB’”(1981), „Atelier“ (1990), „Venedig“ (1993), „Nofretete – Das Original“ (2012) oder „Schauspieler“ (2013).

Die Präsentation in der oberen Halle der Neuen Nationalgalerie erinnert in ihrer Anordnung einzelner Skulpturen an Ausstellungen klassischer Antikensammlungen. In der Aufstellung entstehen Modelle, Archetypen und Vermessungen des Menschen und der modernen Gesellschaft.

Die Skulpturen sind nicht aus einem Material gehauen, sondern verkörpern in ihrer heterogenen Materialität die den heutigen Alltag durchdringenden Technologien, Plastik, Beton, Dekor und Funktionsobjekte. Diese Neuvermessungen und wechselnden Rahmungen führt Genzken (geboren 1948) über ins Wahre, Schöne, Absurde und Übertriebene. Ihr Werk geht von Aktualitäten aus, wie einem Fenster oder einer Schauspieler*innenfigur, die sie in ihre eigene Realitäten und Formensprache verändert und verzerrt. Das Individuum und auch sie als Künstlerin, ihre eigene Biografie, sind Werkzeug dieser Befragung von Idealen der westlichen Gesellschaft und ihrer Produktionstypen.

Die Arbeiten sollen eher als bewegte Bilder denn als Skulpturen fungieren, man sieht aus jedem Blickwinkel ein neues Bild. Nichts ist starr oder zweidimensional, sondern filmisch.

sagt Isa Genzken in einem Interview 2016. Die Besucher*innen finden sich durch die Konfrontation vertrauter Alltäglichkeit selbst in Befragung wieder. Collagen der Lebenswelten entstehen. Nicht zuletzt durch Spiegelungen in den Oberflächen der Objekte werden die Betrachter*innen im Ausstellungsraum selbst zu Akteur*innen, Werkzeugen, Maßstäben.

Am Montag, 27. November 2023 ist das Museum anlässlich des Geburtstags der Künstlerin für eine Sonderöffnung geöffnet.

Kuratiert von Klaus Biesenbach, Direktor Neue Nationalgalerie und Lisa Botti kuratorische Assistenz.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

Die Ausstellung wird ermöglicht durch die Freunde der Nationalgalerie.

Eine Sonderausstellung der Nationalgalerie – Staatliche Museen zu Berlin


     
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Die Ausstellung „Ius in nummis“: Ein Sammlungsüberblick in zwölf Segmenten / Ius in nummis

Die bedeutende Neuerwerbung „Ius in nummis. Die Sammlung Thomas Würtenberger“ bildet Anlass und Inhalt der Sonderausstellung des Münzkabinetts im Bode-Museum auf der Museumsinsel.

„Ius in nummis. Die Sammlung Thomas Würtenberger“ ist in ihrer Breite einzigartig. Sie wurde über den Zeitraum eines halben Jahrhunderts zusammengetragen und umfasst mehr als 3.000 Objekte – vornehmlich Medaillen und einige Münzen – mit dem Fokus auf die neuzeitliche Rechtsgeschichte Westeuropas in zunehmend globaler Perspektive. Jedes Objekt erschließt dabei ein Stück juristischer Vergangenheit.

Iūs, iūris, n. bedeutet unter anderem Recht. Regeln und Gesetze ordnen und durchdringen seit Jahrtausenden den Alltag der Menschen. Recht und Gerechtigkeit bilden dabei dynamische Spannungsfelder. Rechtshandlungen und Rechtsauffassungen gehen von Individuen aus. Rechtsstaat und Unrechtsstaat oder Verfassungsstaat und Willkürherrschaft erinnern an die Konsequenzen gelebter Wertesysteme. Die Rechtsgeschichte erkundet mittels vielfältiger Quellen Ereignisse wie Rechtssetzungen und Rechtsakte, aber auch individuelle Rechtspersonen und Rechtskulturen.

nummus -ī, m. bezeichnet eigentlich Münzen und Geldstücke, doch hat es sich bewährt, auch ein verwandtes Medium unter diesen Begriff zu fassen: die Medaille. Für die Rechtsarchäologie bietet sie eine ergiebige Primärquelle. Von Moses bis zu den Menschenrechten eröffnet die Medaillenkunst ein weites Panorama der Inszenierung von Recht.

Das Münzkabinett hat es sich zur Aufgabe gesetzt, die Sammlung Würtenberger zu verwahren und zugänglich zu machen. Die digitale Erfassung seit 2020 ist die Voraussetzung der ersten systematischen Erschließung dieses Kulturguts. Ausstellung, Katalog und Begleitprogramm sind dicht am Puls laufender Forschungsarbeiten um diese wichtige Neuerwerbung angesiedelt. Präsentiert wird zunächst die Fragestellung der Spezialsammlung „Ius in nummis“. Weiterführend geht es aber nicht zuletzt um die Erkenntnispotenziale numismatischer Quellen für die Rechtsgeschichte.

Weitgehend geschlossen überliefert, zeigen numismatische Objekte das nahezu vollständige Bild einer erfolgreichen Kulturtechnik. Je nach Materialität und Auflage exklusiv oder für Jedermann halten sie Personen, Dinge und Ereignisse fest. Als mobile und beständige Medien können Medaillen über politische, religiöse und kulturelle Barrieren hinweg von Mensch zu Mensch gehen. Und bisweilen künden die Oberflächen dieser handlichen Denkmale von wechselvollen Objektgeschichten.

Die Ausstellung bietet innerhalb des thematisch, geografisch und diachron vielfältigen Bestandes eine erste Orientierung. Zwölf Segmente präsentieren anhand von Schwerpunkten einen Sammlungsüberblick. Von Symbolen, Individuen, Strukturen, Institutionen, bis hin zu Revolutionen und Verfassungsfragen werden dabei stets weiterhin aktuelle Themen im Medaillenrund vergleichbar.

Eine eigens für „Ius in nummis“ ins Leben gerufene Edition des Berliner Medailleurkreises flankiert die Ausstellung. Aktuelle Perspektiven auf die großen und kleinen Fragen von Recht und Gerechtigkeit kommentieren im Medaillenrund die Ausstellungsthemen. Beteiligt sind der Berliner Medailleurkreis sowie Mitglieder der Deutschen Gesellschaft für Medaillenkunst.

Zur Ausstellung wird ein Begleitband erscheinen.

Eine Sonderausstellung des Münzkabinetts der Staatlichen Museen zu Berlin

Die Ausstellung „Ius in nummis“: Ein Sammlungsüberblick in zwölf Segmenten

     
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/ EIN SCHÖNER GEDANKE, SO WEICH UND SPITZ

Einzelausstellung

10.2. – 7.5.2023

ZAK - Zentrum für Aktuelle Kunst - Erdgeschoss


Eröffnung: Donnerstag 9.2.2023, 19 Uhr
Begrüßung: Frank Bewig, Bezirksstadtrat
Einführung: Ralf F. Hartmann, Kulturamtsleiter


Im Rahmen einer ersten umfassenden Berliner Einzelausstellung zeigt die für ihre Licht-/ Laserinstallationen bekannte Künstlerin Margareta Hesse (* 1956 in Duderstadt) eine große Bandbreite ihrer künstlerischen Arbeiten aus den zurückliegenden rund 30 Jahren. Sie reichen von Objekten, großformatigen Installationen und Wachsmalerei aus den 1990er-Jahren über Malerei auf semitransparentem Polyester aus den 2000er-Jahren bis zu aktuellen Licht-Experimenten und raumgreifenden Laser-Installationen.

Das Zentrum der Ausstellung bilden die monumentalen Werkgruppen der „Tubes“, bei denen es sich um unbehandelte Holzröhren handelt, die mit Hüllen aus schwarz-ledrig bemalter Leinwand kombiniert sind und sowohl als strenge Formationen als auch lockere Setzungen die Räume definieren.

Im Kontrast dazu stehen die großformatigen Wandarbeiten der „Transluzide“, in denen die Künstlerin mit sich überlagernden semitransparenten und opaken Flächen arbeitet, unter denen modulare Strukturen erkennbar werden. In diesen malerisch angelegten Werken auf jeweils zwei semitransparenten Polyesterplatten, z. T. mit Silikon, Shellack, Fotografie und Kunststoffröhren versehen, dominieren strenge Serialität, Rapport und ein obstinates Rot.

Konstituierend ist das Spannungsverhältnis von Licht, Farbe und Sichtbarkeit, aus dem Bildräume von großer suggestiver Kraft entstehen. Ausgehend von der Kreisform, die als Schlüsselfiguration nahezu das gesamte konkret-konstruktive Œuvre von Margareta Hesse durchzieht, erweitern neuere Bildserien und Stahlobjekte das weite Spektrum der Ausstellung.


     
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/ HAUT / SKIN – HÜLLE, ORGAN, ARCHIV

10.2. – 7.5.2023

ZAK - Zentrum für Aktuelle Kunst - Obergeschoss

 

Eröffnung: Donnerstag 9.2.2023, 19 Uhr
Begrüßung: Frank Bewig, Bezirksstadtrat
Einführung: Ralf F. Hartmann, Kulturamtsleiter

Performance am Samstag 25.02. 15-18 Uhr  "This is still not normal" 
Die Ausstellung ist bis 20 Uhr geöffnet
Eintritt frei

 

HAUT – Hülle, Organ, Archiv bringt Werke von in Berlin lebenden Künstler*innen zusammen, die sich mit der thematischen Vielschichtigkeit von Haut auseinandersetzen. Diese lässt die Verwobenheit von u.a. Sexismus, Rassismus, Klassismus, Altersdiskriminierung sichtbar werden, zeugt von individuellen und kollektiven Archivierungspraxen und wird als sinnliches, resistentes und zugleich verwundbares Organ zum Ausgangspunkt künstlerischer Analyse. Damit setzt die Ausstellung dem männlich geprägten Ort – der Zitadelle Spandau – feministische Gegenerzählungen entgegen.

 

Es finden begleitende Veranstaltungen mit Katalogpräsentation, Vorträgen, Artist Talks, Führungen, Filmpräsentationen und Performances statt.


     
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/ LASS MICH MICH NICHT KRIEGEN

Einzelausstellung

10.2. – 7.5.2023

ZAK - Zentrum für Aktuelle Kunst - Projektraum

 

Eröffnung: Donnerstag 9.2.2023, 19 Uhr
Begrüßung: Frank Bewig, Bezirksstadtrat
Einführung: Ralf F. Hartmann, Kulturamtsleiter

 

Für seine erste institutionelle Einzelausstellung in Berlin widmet sich Raphael Nagel seinem Alter Ego: einer genderfluiden Figur, die gleichermaßen in digitalen und analogen Welten präsent ist. Ausgestattet mit einer Kombination aus Blau, Gelb und Rot nimmt das Alter Ego verschiedene formale Gestalten an: Als Sticker, Instagram-Filter oder als Icon für Konsum-produkte wird es zum beständigen Markenzeichen in einer sich stetig wandelnden Welt.

Ausgehend von dieser Kunstfigur produziert Raphael Nagel mit gestisch-exzessiver Malerei eine Reihe von großformatigen Selbstportaits und untersucht das Alter Ego in seiner Mehrdimensionalität. Dabei steht weniger die malerische Ausarbeitung als vielmehr eine zutiefst subjektive Selbstanalyse im Mittelpunkt.  Kennzeichnend dafür ist die Reduktion auf signifi kante Formen und ein schneller, bisweilen radikaler Duktus.

Das endlos reproduzierbare Branding innerhalb virtueller und analoger Konsumwelten steht so im Kontrast zum individualistischen Medium der Malerei.

Raphael Nagel (* 1993) studierte von 2013 bis 2019 Malerei und Grafik an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe und war Meisterschüler von Prof. Leni Hoffmann.


     
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/ 100 Jahre Wolfgang Neuss

“Wolfgang Neuss ist tot, reden wir über die Weltliteratur” schrieb Matthias Beltz in seinem Nachruf auf den Mann mit der Pauke. Das Hanf Museum will lieber über ihn reden und widmet sich Wolfgang Neuss ab sofort in einer Reihe Sonderausstellungen anlässlich seines hundertsten Lebensjahrs. Zum Auftakt des Neussjahrs lädt das Museum dazu ein, Wolfgang Neuss’ Leben in zeitgenössischen Statements zum “Berliner Scheusal” (Bild) nach zu vollziehen. Darüber hinaus lässt es “Zwerg Mundwerk” (FAZ) in ausgewählten Texten, selbst zu Wort kommen.


     
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/ Aldo Rossi. Insulae

Der italienische Architekt Aldo Rossi (1931–1997) gehört zu den bekanntesten Baumeistern der Moderne. Neben seiner Architektur sind es vor allem die bunten, lebensfrohen Zeichnungen, die mit ihren geometrischen Formen und antiken Vorbildern die unverwechselbare Handschrift Rossis tragen. Die Ausstellung im Museum für Architekturzeichnung in Zusammenarbeit mit der Fondazione Aldo Rossi in Mailand präsentiert über 110 Werke des Architekten, die zum großen Teil erstmals öffentlich gezeigt werden.

Der Titel der Ausstellung Insulae (Inseln) bezieht sich zum einen auf eine der präsentierten Zeichnungsserien und zum anderen auf den Begriff isolato (isoliert) in Bezug auf die gewählte Einzellage der meisten Projekte Rossis wie zum Beispiel das Quartier Schützenstraße.

Eine Einführung in das zeichnerische Werk ermöglicht die Serie Corpus Mediolanensis, bestehend aus kolorierten und bearbeiteten Grafiken Rossis als Einzeldruck, welche einen Überblick über 30 Jahre der Entwurfstätigkeit des Architekten und Designers vermitteln.

Eine besondere Rolle in Rossis Werk spielt Insula, eine Reihe von Zeichnungen, die durch antike Vorbilder und deren Neuinterpretation in den Werken der Künstler des Barocks wie Giovanni Battista Piranesi oder Claude Lorrain inspiriert ist. Ganz konträr zum Zeitgeist der 1970er Jahre, in denen Architekten und Künstler eine bessere Architektur oder gar eine bessere Gesellschaft durch den Bruch mit der Vergangenheit zu schaffen erhofften, fand Rossi seine Vorbilder in den Bauwerken früherer Jahrhunderte. Er entwickelte auf der Basis dieser Vorbilder seine eigene Architektursprache mit ganz charakteristischen geometrischen Formen, die seit der Antike in der Architektur zu finden sind, wie Dreieck oder Zylinder, und die bei Rossi neu interpretiert werden.

Neben seiner Heimat Italien spielte Berlin ebenfalls eine wichtige Rolle für den Architekten: Für die deutsche Hauptstadt hat er einzigartige Projekte entworfen, wovon einige realisiert werden konnten, andere, wie das das Projekt für das Deutsche Historische Museum, blieben jedoch nur auf Papier.


     
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/ Zeitgenössische Kunst im Humboldt Forum

Ob in der Treppenhalle, auf der Dachterrasse oder mitten in den Ausstellungsflächen – auf den Flächen des Berliner Humboldt Forums kann man zahlreiche, teils raumgreifende Werke zeitgenössischer Kunst entdecken.

In vier Wettbewerben für sieben Standorte im Humboldt Forum waren z.B. Künstler*innen dazu aufgefordert, sich in ihren Beiträgen mit der Geschichte des Ortes, seiner zukünftigen Nutzung als Ausstellungshaus und Veranstaltungszentrum, als Ort der Bildung und der Wissenschaften im Kontext der Humboldt‘schen Ideen oder mit der äußeren Erscheinung des Bauwerks auseinanderzusetzen.

Es wurden sieben Kunst-am-Bau-Werke realisiert, die sich mit der Geschichte des Ortes, mit dem Humboldt Forum als „Ort der Welt“, der Begegnung und des Austauschs befassen, den Bezug zu Kolonialismus und Kolonialität herstellen oder die Namensgeber, die Brüder Wilhelm und Alexander von Humboldt, würdigen.

Hierzu gehören:

- Dellbrügge & de Moll: Die Architekten (EG Kleines Foyer, vor Saal 1 + 2)

- Stefan Sous: ZEITMASCHINE (2. OG Foyer vor der Berlin-Ausstellung)

- An Seebach / Christiane Stegat GLOBAL BAROCC – CCORAB LABOLG (2. OG Ethnologische Sammlungen, 2. + 3. OG  Treppenhaus)

- Tim Trantenroth Ohne Titel (2. OG Ethnologische Sammlungen, 2. + 3. OG  Treppenhaus)

- Kang Sunkoo Statue of Limitations (2.OG Zentrales Treppenhaus)

- Antje Schiffers / Thomas Sprenger Insurgentes Sur (Dachterrasse)

- Emeka Ogboh Der Kosmos – Things Fall Apart (Dachterrasse)

Auch in den Ausstellungen des Ethnologischen Museums, des Museums für Asiatische Kunst und des Landes Berlin bereichern Werke von Künstler:innen aus verschiedenen Herkunftsgesellschaften die Sammlungen.

Ob Ai  Wei Weis Teehaus unter einer zeitgenössischen Interpretation eines chinesischen Pagodendachs des Pritzker-Preisträgers Wang Shu oder die moderne Interpretation eines Teehaus des Architektenbüros URA Architects & Engineers, alle Arbeiten laden  zu spannenden Auseinandersetzungen ein.

Zu entdecken sind z.B.:

- Ohne Titel von Modemacherin Cynthia Schimming in den Namibia -Sammlungen

- Township Walls von António Ole im Bereich Afrika

- „Codex Humboldt Fragment 1 / Codex Azoyú Reverso“ der Künstlerin Mariana Castillo Deball im Bereich Mesoamerica

- die Installation Indignation von Justine Gaga im Modul Koloniale Verflechtungen

- das 375 m² Wandbild: New Yorker Urban Artists How and Nosm (Berlin Global)

Neben diesen Beispielen sind noch viele weitere spannende Werke zu entdecken. Bis auf die Ausstellung Berlin Global und die Sonderausstellungsflächen sind alle Flächen im Humboldt Forum kostenfrei erreichbar. Gehen Sie auf Entdecker*innentour!

Öffnungszeiten

Montags bis donnerstags von 10 – 20 Uhr, freitags und samstags von 10 – 22 Uhr und sonntags von 10 – 20 Uhr geöffnet. Dienstag ist regulärer Schließtag.

Veränderte Öffnungszeiten

24.12.2022: geschlossen

25.12.2022: 12-18 Uhr

26.12.2022: 12-18 Uhr

31.12.2022: geschlossen

01.01.2023: 14 -20 Uhr

Öffnungszeiten ab 02.01.2023

Mittwoch bis montags von 10:30 – 18:30 Uhr, Dienstag ist regulärer Schließtag.

 


     
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/ Verehrt! Verachtet! Vernachlässigt!

Wie kaum ein anderes ‚Medium‘ waren Gipsabgüsse Veränderungen in der Wertschätzung unterworfen. Von Skulpturen direkt mit Hilfe von Negativformen abgenommen, geben die Abgüsse die Form der Originale identisch wieder. Durch den weißen Gips erscheinen sie aber vermeintlich reiner und klarer. Die ‚Reinheit‘ der Form führte besonders bei den Abgüssen nach antiken Skulpturen zu einer großen Verehrung. Der weiße Gips wurde im 18. Jahrhundert zu einem Leitbild des europäischen Klassizismus.

Im 19. Jahrhundert erkannte man zudem die Möglichkeit, mit Abgüssen die Kunst der ganzen Welt umfassend zu sammeln.

Ganz anders dagegen im 20. Jahrhundert: Hier entwickelte sich eine große Abneigung gegen die Gipse als Symbole eines veralteten Klassizismus und als vermeintlich tote Kopien. Die Verachtung entlud sich in verbalen Angriffen, in der Zerstörung, Zerschlagung oder Vernachlässigung großer und berühmter Sammlungen. Erst seit einigen Jahren sehen wir wieder die vielfältigen Chancen des ‚Mediums‘ Abguss.

In der von Studierenden der Freien Universität Berlin konzipierten Ausstellung werden wir Ihnen diese gegensätzliche Geschichte aufzeigen.


     
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/ Christina Quarles

Die US-amerikanische Malerin Christina Quarles entwickelt für ihre erste institutionelle Einzelausstellung in Deutschland eine architektonische Intervention und setzt ihre Gemälde und Zeichnungen aus den Jahren 2015 bis heute in unmittelbare Nähe zu Werken von Absalon, Vito Acconci, Stanley Brouwn, Daniel Buren, Annette Kelm, Nam June Paik und Charlotte Posenenske aus der Sammlung der Nationalgalerie.

Die Gegenüberstellung von Quarles‘ Werken mit denen der Sammlung eröffnet den Besucher*innen vielschichtige Zugänge zur Darstellung des menschlichen Körpers in der Kunst über sechs Jahrzehnte. Die Ausstellung im Hamburger Bahnhof zeigt Gemälde und Arbeiten auf Papier von Quarles sowie eine ortsspezifische eigens für die Schau konzipierte Malerei-Installation.

„Die Malerei ist tot,“ erklärte der französische Maler Paul Delaroche, als er um 1840 die erste Fotografie sah. Christina Quarles‘ (geboren 1985 in Chicago) Arbeiten zeigen, dass die Kunst der Malerei bis heute aktuell ist. In diesem Feld hat die in Los Angeles lebende Malerin eine einzigartige Sprache entwickelt – nicht nur durch die Virtuosität ihrer Technik, sondern auch durch die Auseinandersetzung mit der Erfahrung, in einem rassifizierten, queeren Körper zu leben. Quarles , Tochter einer weißen Mutter und eines schwarzen Vaters, schafft komplexe Bilder, in denen Torsi, Gliedmaßen und Gesichter mit einem breiten Spektrum von Innenräumen und Objekten aufeinanderprallen. Das Ergebnis ist eine der Schwerkraft trotzende Interpretation der menschlichen Identität, die gleichzeitig unbeschränkt und begrenzt ist, und sowohl von Lust als auch von Schmerz verzehrt wird.

Kuratiert von Sam Bardaouil und Till Fellrath, Direktoren Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart.

Eine Sonderausstellung der Nationalgalerie – Staatliche Museen zu Berlin


     
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/ GESCHMACKSSACHEN

50.000 Exponate auf 20.000 m2! Die Schülerinnen und Schüler des Thomas-Mann-Gymnasiums Berlin haben sie alle unter die Lupe genommen. Was haben sie entdeckt? Welches ist interessant für wen? Ist das alles Geschmacksache? Und wie können wir künstlerisch mit den Objekten arbeiten?

Die Schüler*innen haben sich mit Hilfe von Vermittler*innen, angeleitet durch den Berliner Künstler Manuel Ahnemüller und nicht zuletzt durch persönliche Recherchen, auf künstlerischer und persönlicher Ebene mit ausgewählten Exponaten näher beschäftigt.

Getupft, gesprayt, gestrichelt – auf unterschiedlichste Weise entstanden Werke, die zum Abschluss der künstlerischen Forschung der Schüler*innen gemeinsam mit Manuel Ahnemüller in eine große installative Ausstellung für das Foyer des Humboldt Forums arrangiert werden.

Erkennen Sie das ein oder andere Objekt aus den Ausstellungen wieder? Was sagen Sie, welches Kunstwerk trifft Ihren Geschmack?

Manuel Ahnemüller

Er entwirft in seinen künstlerischen Werken sowohl raumgreifende Installationen und Bühneninszenierungen, er arbeitet aber auch im kleineren Maßstab mit Artefakten und Objekten. In seinen gestalterischen Prozessen setzt er sich vorrangig mit den Themen des im-/ materiellen Kulturerbe und der Identität auseinander. Er studierte Visuelle Kommunikation an der Universität der Künste Berlin, wo man ihm 2019 für sein partizipative Installation Memoria die künstlerische Auszeichnung zum Meisterschüler verlieh. Während seinen Auslandsaufenthalten, unter anderem in Australien (2010/11), Los Angeles (USA, 2015/16) und Toronto (Kanada, 2017/18) eignete er sich interkulturelle Kompetenzen an, die heute ein wichtiger Bestandteil in seiner Diversitäts- und Antidiskriminierungsarbeit und der Praxis als Kunst- und Kulturvermittler darstellt. Seit 2022 untersucht er in seiner medientheoretischen Promotion die Gestaltung und Wirkung von Gebrauchsgrafiken auf Plastiktüten.

- Kostenfrei

- Keine Sprachkenntnisse erforderlich

- Rollstuhlgerecht

- Ort: Foyer

- Öffnungszeiten: Mo, Mi, Do, Fr, Sa, So: 10:30 – 18:30 Uhr; Di: geschlossen

- Gehört zu: Humboldting!

 


     
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/ Blüten und Vögel im Schnee

Die Wechselpräsentation aus Sammlungsbeständen des Museums für Asiatische Kunst kombiniert jahreszeitliche Bilder von Blüten und Pflanzen mit Darstellungen von Neujahrsbräuchen und verschneiten Landschaften auf Holzschnitten von Utagawa Hiroshige (1797-1858) und Kitagawa Utamaro (1753-1806).

Pflanzen und Vögel werden in der Dichtung wie auch der visuellen Kultur Ostasiens häufig mit bestimmten Jahreszeiten assoziiert. So signalisieren die nicht selten in verschneitem Zustand aufblühenden Blüten von Pflaumen- und Aprikosenbäumen (prunus mume) das Ende des Winters und die Wiederkehr des Frühlings. Insbesondere in der als „Drei Freunde der kalten Jahreszeit“ bekannten Kombination mit den immergrünen Pflanzen Bambus und Kiefer stehen die Blüten aber auch für Beharrlichkeit und Durchsetzungsvermögen in widrigen Umständen. Kraniche gelten in Japan als Symbole für langes Leben und ganz allgemein Glücksbringer. So werden Bilder, welche die drei Pflanzen und Kraniche kombinieren, gerne zum Jahreswechsel gezeigt. Auch mit dem hierzulande als Himmelsbambus oder Nandine (nandina domestica), in Japan als Nanten bekannten Strauch werden, weil er im Winter und selbst im Schnee Früchte trägt, positive Eigenschaften verbunden.

Eine Wechselpräsentation des Museums für Asiatische Kunst der Staatlichen Museen zu Berlin im Rahmen der Dauerausstellung „Ethnologische Sammlungen und Asiatische Kunst“ im Humboldt Forum, Raum 318, „Kunst aus Japan“.


     
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/ Grünzeug

Hohe Tannen, dichte Mangroven, bizarre Blütenstempel – die Pflanzenwelt bringt einzigartige Formen hervor. Eingebunden in komplexe und höchst sensible Ökosysteme sind Pflanzen auf vielfältige Weise mit der menschlichen Kultur verflochten. Ihre Betrachtung kann beruhigen, zum Nachdenken anregen oder starke Gefühle wie Beklemmung und Furcht auslösen.

Die Ausstellung „Grünzeug. Pflanzen in der Fotografie der Gegenwart“ greift dieses facettenreiche Thema auf. Sie stellt zeitgenössische Arbeiten vorwiegend aus der Fotografischen Sammlung vor, die das oft widersprüchliche Verhältnis von Menschen und Pflanzen im Medium der Fotografie verhandeln. Die sechs Fotograf*innen und Künstler*innen richten den Fokus nicht auf das Wilde und Ungezähmte in der Pflanzenwelt, sondern auf die Überformung durch den Menschen: sorgfältig geschichtetes Totholz im deutschen Schwarzwald, mit Plastikmüll belastete Mangrovenwälder in Indonesien und die botanischen Kulturen in den Tropen. Die Darstellungen entlarven vermeintlich archetypische Vorstellungen als kulturelle Prägungen und eröffnen Möglichkeitsräume, um die sich wandelnde Beziehung zwischen Menschen und Pflanzen neu zu denken.

Künstler*innen

Falk Haberkorn (*1974 Berlin)
Ingar Krauss (*1965 Berlin)
Susanne Kriemann (*1972 Erlangen)
Mimi Cherono Ng‘ok (*1983 Nairobi, Kenia)
Stefanie Seufert (*1969 Göttingen)
Auriga/Folkwang-Archiv featured by Andrzej Steinbach (*1983 Czarnkow, Polen)

 


     
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/ Böhler & Orendt

In zwei spielerischen, raumgreifenden Installationen erzählt die Ausstellung die Geschichte der Spezies Mensch auf dem Planeten Erde.

Matthias Böhler (*1981 Aachen) und Christian Orendt (*1980 Sighișoara, Rumänien) arbeiten seit 2008 als Duo zusammen. Mit Witz, Ironie und schwarzem Humor machen sie das Schalten und Walten des Menschen zum Thema: Wie wir Ressourcen verschwenden, die sich über Millionen von Jahren gebildet haben, wie wir bereits über 2.5 Milliarden Hektar Wald vernichtet oder über 60 Prozent aller Wirbeltiere ausgelöscht haben.

In der Ausstellung dient ein riesiges, affenähnliches Tierwesen eifrigen Arbeitertrupps als Quelle unterschiedlicher „Rohstoffe“. Im Zentrum der zweiten Installation lädt ein begehbares Raumschiff in Form einer Lotusblüte zur Erkundung ein. Hier verspricht eine Abfolge von neun Bildern „The Sweet Certainty of Deliverance from the Darkness that Surrounds Us“ aus dem Jahr 2020, nichts weniger als „die süße Gewissheit“ der Errettung aus der Dunkelheit, die uns umgibt. Ein geisterhafter Klagegesang ausgerotteter Tiere beschwört eine geheimnisvolle Macht herauf, die auf wundersame Weise den Planeten von der Gefahr befreit. Diese Bildserie ist Teil der Sammlung der Berlinischen Galerie und erstmals im Museum zu sehen.

 

 


     
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/ Nasan Tur

Nasan Tur beschäftigt sich mit den politischen und gesellschaftlichen Bedingungen unserer Zeit. Seine Werke sind Versuchsanordnungen, die Ideologien, soziale Normen und Verhaltensmuster sichtbar machen und um Aktionsmöglichkeiten individuellen Handelns erweitern. Dafür untersucht er Äußerungen, Gesten und Bilder, die er in den Medien und im öffentlichen Raum findet und verdichtet sie zu Miniaturen aktueller gesellschaftlicher Krisen und Diskurse. Im Zentrum steht die Frage, wie uns vorgegebene Rollenbilder beeinflussen und wann wir bereit sind, angesichts von Unterdrückung, Ohnmacht und Manipulation Grenzen zu überschreiten und gesellschaftliche Muster aktiv zu verändern.

Biografie

Nasan Tur (*1974 in Offenbach) lebt und arbeitet in Berlin. Er nahm u.a. an der documenta14, der 10. Istanbul Biennale und der 6. Taipei Biennale teil und stellte in zahlreichen Institutionen aus wie dem Palais de Tokyo, dem Centre Pompidou Paris, der Schirn Kunsthalle Frankfurt, dem Hamburger Bahnhof Berlin und dem Maxxi Museum Rom. 2012 war er Preisträger des Will-Grohmann Preises der Akademie der Künste Berlin und 2014 Stipendiat der Villa Massimo in Rom.


     
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/ Julius von Bismarck

Julius von Bismarck beschäftigt sich in seiner künstlerischen Praxis mit der Verortung des Menschen in seiner unmittelbaren Umwelt und mit dem, was gesellschaftlich als Natur verhandelt wird. Immer wieder bedient er sich der Dekonstruktion, um zu hinterfragen, wie wir als Gesellschaft Natur in Form von Landschaft bewerten und wer in diesem Bewertungsprozess die Deutungshoheit besitzt. Vor dem Hintergrund einer aktuellen Neubewertung deutscher Geschichtsschreibung rückt die Verflechtung von Naturphilosophie und Geschichte zunehmend in das Zentrum seiner Arbeit. Für seine Ausstellung in der Berlinischen Galerie wählt von Bismarck erstmals einen biografischen Zugang und stellt der deutschen Kolonialgeschichte die aktuelle Debatte um die Neu-Erfindung von Natur gegenüber.

Biografie

Julius von Bismarck (*1983 in Breisach am Rhein) wuchs in Riad (Saudi Arabien) auf. Er lebt und arbeitet in Berlin. In der Verknüpfung von bildender Kunst mit Themen der Natur- und Geisteswissenschaften nimmt seine künstlerische Praxis diverse Formen an: Installationen, Happenings, Skulpturen oder Land Art.


     
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/ Edvard Munch

Edvard Munchs (1863–1944) radikale Modernität der Malerei forderte die Zeitgenoss*innen heraus. Das gilt insbesondere für die Berliner Kunstszene um die Jahrhundertwende, auf die der norwegische Symbolist großen Einfluss nahm. Die Ausstellung „Zauber des Nordens“ ist eine Kooperation mit dem MUNCH in Oslo. Sie erzählt anhand von Malerei, Grafik und Fotografie die Geschichte von Edvard Munch und Berlin.

Wie ein Fieber hatte die Begeisterung für alles Nordische die Reichshauptstadt erfasst. Selbst der konservative „Verein Berliner Künstler“ ließ sich mitreißen und lud 1892 den noch unbekannten, jungen Maler zu einer Einzelausstellung ein. Viele Mitglieder, aber auch das Publikum waren geschockt von den farbgewaltigen Bildern, die als roh und skizzenhaft empfunden wurden. Als Folge musste die Ausstellung kurz nach der Eröffnung schließen. Munchs Werke polarisierten. Zugleich genoss der Künstler das unerwartete öffentliche Aufsehen. Er zog umgehend an die Spree, wo er von 1892 bis 1907 immer wieder über längere Zeiträume lebte und arbeitete, bevor er sich ab 1909 fest in Norwegen niederließ. Die „Affäre Munch“, wie die Presse den Vorfall ironisierte, gilt als Beginn der Moderne in Berlin.

Mit rund 65 Ausstellungen, darunter vielen Einzelpräsentationen, blieb Berlin für Munch von 1892 bis 1933 einer der wichtigsten Ausstellungsorte in Europa. Hier fand er Künstler*innen, Galerist*innen, progressive Intellektuelle und Sammler*innen, die sein Werk förderten. Hier brachte er sich in enger Zusammenarbeit mit führenden Berliner Druckereien druckgrafische Techniken bei. Hier präsentierte er seine Gemälde erstmals als zusammenhängende Bildserie. Diese für sein Werk zentrale Idee entwickelte er 1902 in einer Ausstellung der Berliner Secession zum sogenannten Lebensfries weiter. Bis zu seinem Tod sollte ihn dieses Projekt beschäftigen.

In Berlin bedeutete die Begegnung mit Munchs Werken nicht nur eine Initialzündung für die Moderne. Auch die bis dahin gängige Vorstellung vom „Zauber des Nordens“ (Stefan Zweig) erfuhr einen Wandel. Statt mit romantischen oder naturalistischen Fjordlandschaften verband man damit nun Munchs psychisch verdichtete Bildwelten. Unter der nationalsozialistischen Diktatur ab 1933 wurde der Maler zunächst von der Kulturpolitik ideologisch als „großer nordischer Künstler“ vereinnahmt, aber auch schon früh als Beispiel für „Entartung“ verfemt.

Die Ausstellung umfasst rund 80 Werke von Edvard Munch, ergänzt durch Werke anderer Künstler*innen, die Ende des 19. Jahrhunderts in Berlin die Vorstellung vom Norden sowie die moderne Kunstszene an der Spree geprägt haben, darunter Walter Leistikow oder Akseli Gallen-Kallela.

Kooperationspartner und Förderer

Die Ausstellung entsteht in enger Zusammenarbeit mit dem MUNCH, Oslo, und mit maßgeblicher Unterstützung durch das Kupferstichkabinett und die Neue Nationalgalerie, Staatliche Museen zu Berlin. Sie wird gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds 2023/24 und die Stiftung International Music and Art Foundation, Vaduz. Eröffnung im Rahmen der Berlin Art Week.

Vom 18. November 2023 bis 1. April 2024 zeigt das Museum Barberini, Potsdam, die Ausstellung „Munch. Lebenslandschaft“

 


     
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/ Munch. Lebensland­schaft

Die erste Ausstellung über Edvard Munchs Landschaften fokussiert sich auf seine Auseinandersetzung mit der Natur.

Einerseits verstand Edvard Munch die Natur als sich zyklisch erneuernde Kraft, andererseits sah er sie als Spiegel seiner seelischen Zerrissenheit. Munch entwickelte ein pantheistisches Naturverständnis, das er auf die norwegischen Küsten und Wälder projizierte. Die dramatischen Wetterverhältnisse in seinen Gemälden erhalten vor dem Hintergrund der aktuellen Klimakrise eine überraschende Brisanz.

Die Ausstellung versammelt rund 90 Leihgaben, u.a. aus dem Munchmuseet, Oslo, dem Museum of Modern Art, New York, dem Dallas Museum of Art, der Staatsgalerie Stuttgart, dem Museum Folkwang, Essen, und dem Von der Heydt-Museum, Wuppertal.

Eine Ausstellung des Museums Barberini, Potsdam, dem Clark Art Institute, Williamstown, und dem Munchmuseet, Oslo.

Vom 15. September 2023 bis 22. Januar 2024 zeigt die Berlinische Galerie die Ausstellung Zauber des Nordens. Munch in Berlin.


     
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/ Wolken und Licht. Impressionismus in Holland

Die Landschaftsmalerei hat in den Niederlanden ihren Ursprung. Der Realismus der Alten Meister des 17. Jahrhunderts blieb der Maßstab. Mit der in Frankreich entwickelten Malerei unter freiem Himmel erhielten die niederländischen Maler des 19. Jahrhunderts neue Impulse. Die Haager Schule fing die sich wandelnden Lichtstimmungen der Natur in hohen Wolkenhimmeln mit vielen Grauschattierungen ein. Ab den 1880er Jahren wurden im Wechselspiel mit impressionistischen Einflüssen aus Frankreich die Stadtlandschaft und das moderne Leben ein Thema, bevor mit dem Pointillismus die Entfesselung der Farbe die Malerei bestimmte.

Die Ausstellung Wolken und Licht. Impressionismus in Holland versammelt rund 100 Werke von etwa 40 Künstlerinnen und Künstlern, darunter Johan Barthold Jongkind, Vincent van Gogh, Jacoba van Heemskerck und Piet Mondrian.  
Zu den Leihgebern gehören das Rijksmuseum und das Stedelijk Museum in Amsterdam, das Kunstmuseum Den Haag, das Dordrechts Museum, das Kröller Müller-Museum in Otterlo und das Singer Museum in Laren.

Eine Ausstellung des Museums Barberini, Potsdam, in Zusammenarbeit mit dem Kunstmuseum Den Haag.

Unter der Schirmherrschaft des Botschafters des Königreichs der Niederlande in Deutschland, S. E. Ronald van Roeden.


     
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/ Sonne. Die Quelle des Lichts in der Kunst

Claude Monets Gemälde Impression, Sonnenaufgang von 1872, das dem Impressionismus seinen Namen gab und das jetzt 150 Jahre alt wird, zeigt die rote Scheibe der Morgensonne als Brennpunkt der Komposition. Das Gemälde ist Ausgangspunkt der Ausstellung Sonne. Die Quelle des Lichts in der Kunst, die sich der Ikonographie der Sonne von der Antike bis in die Gegenwart widmet. Als Zeichen oder Personifizierung göttlicher Mächte, als handlungstreibende Kraft in mythologischen Erzählungen, als atmosphärisches Element in Landschaftsgemälden und als Intensivierung der Farbe in der Moderne spielt die Sonne in der europäischen Kunst eine zentrale Rolle.

Die Schau versammelt rund 80 Werke – Skulpturen, Gemälde, Manuskripte, Druckgraphik und Bücher – von der Antike bis zur Gegenwart, darunter Gemälde von Peter Paul Rubens, William Turner, Caspar David Friedrich und Sonja Delaunay.

Zu den mehr als 30 Leihgebern gehören die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, das Museo nacional Thyssen-Bornemisza in Madrid, die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, Munchen, das Musee du Louvre in Paris, die National Gallery of Art, Washington, D.C. und die Albertina in Wien.

Eine Ausstellung des Museums Barberini, Potsdam, und des Musée Marmottan Monet, Paris. In Paris ist die Ausstellung unter dem Titel Face au soleil. Un atre dans les arts vom 21. September 2022 bis 29. Januar 2023 zu sehen war.


     
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/ Käthe-Kollwitz-Preis 2022. Nan Goldin

Nan Goldin erhält den Käthe-Kollwitz-Preis 2022. Anlässlich der Preisverleihung zeigt die Akademie der Künste Fotografien von Nan Goldin aus fünf Jahrzehnten. Die US-amerikanische Künstlerin nimmt weltweit eine zentrale Position in der zeitgenössischen Fotografie ein; ihr Fokus liegt auf den Themen Liebe, Sexualität und Gewalt. Mit Werken aus ihrem persönlichen Lebensumfeld und der LGBTQ*-Community hat sie Tabus gebrochen, Grenzen überwunden und sich damit für Akzeptanz und zunehmende Anerkennung der LGBTQ*-Szene eingesetzt. Die Unmittelbarkeit in ihren Fotografien entstammt ihrer physischen und emotionalen Zugehörigkeit und Distanzlosigkeit zu einer Lebenswelt, die sich vielen Menschen verschließt und durch Goldin geöffnet wurde. Nan Goldin denkt ihre Bilder in rhythmisierten Sequenzen. Daraus entsteht ein kumulativer Aspekt der Kompositionen, die durch Erweiterungen, Veränderungen und den wechselnden Beziehungen der einzelnen Elemente untereinander in steter Bewegung sind. 

Die Ausstellung zeigt Schwarzweiß- und Farbfotografien aus den frühen Bostoner Jahren, aus New York, Berlin und Asien sowie aktuelle großformatige Werke wie Landschaften und Grids. Begleitend erscheint eine Publikation.

Der Käthe-Kollwitz-Preis wird seit 1992 von der Kreissparkasse Köln, Trägerin des Käthe-Kollwitz-Museum Köln, mitfinanziert.

Im Rahmen des EMOP Berlin – European Month of Photography, emop-berlin.eu


     
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/ Friedrich Kunath

Kuratorin: Magdalena Mai

Das künstlerische Werk von Friedrich Kunath (* 1974 in Karl-Marx-Stadt, lebt in Los Angeles und München) ist durchzogen von Verweisen auf die geistig-ästhetische Bewegung der deutschen Romantik. Dabei verbindet Kunath Themen wie Sehnsucht und Einsamkeit, Euphorie und Furcht mit Eindrücken seiner kalifornischen Wahlheimat. Die bis ins Groteske überspitzten Werke kommentieren die Gegenwart ebenso melancholisch wie scharfsinnig-humorvoll. Im Maschinenhaus M2 präsentiert der Künstler ältere und neue Werke, darunter Malerei, Skulptur, Installation und Video.