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/ Die Sammlung Solly 1821–2021

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Die Erwerbung der Sammlung Solly jährt sich im November 2021 zum 200. Mal und wird in der Gemäldegalerie mit einer Sonderausstellung gewürdigt.

Im frühen 19. Jahrhundert entstand in Berlin eine beispiellose Gemäldesammlung, die zur Grundlage der Galerie im 1830 eröffneten Königlichen Museum werden sollte. Der aus England stammende Kaufmann Edward Solly (1776–1844) hatte mit dem Handel von Getreide und Holz viel Geld verdient und es in Bilder aller Art investiert. Allein in seinen Berliner Jahren brachte er zwischen 1813 und 1818 über dreitausend Gemälde vor allem aus Italien, Deutschland und den Niederlanden zusammen.

Das Besondere: Viele dieser Bilder stammen von bis dahin kaum bekannten, heute aber hochgeschätzten Künstlern wie Giotto, Botticelli, Jan van Eyck oder Jan Gossart. Möglich war die Entstehung dieser gewaltigen Sammlung nur durch die aufgelösten Markt- und Besitzverhältnisse der nachrevolutionären Zeit. Erst nach langen Verhandlungen gelang die Erwerbung der Sammlung Solly im Jahr 1821 und war damit ein unschätzbarer Glücksfall für die Berliner Museen.

Die Ausstellung wird den oft unterschätzten, weltoffenen und kunstbegeisterten Sammler Solly ebenso ehren wie die Gründer des Königlichen Museums, allen voran Karl Friedrich Schinkel, die den Grundstein für eine öffentliche Kunstsammlung von Weltrang legten.

Anhand ausgewählter Werke präsentiert die Ausstellung die Vielschichtigkeit und Breite der Sammlung Solly und beleuchtet unter verschiedenen Aspekten den Wandel in der Wertschätzung einzelner Stücke. Gezeigt werden Meisterwerke, Wiederentdeckungen und – wie es 1830 hieß – „historische Merkwürdigkeiten“.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog, der die Entstehung und die Ankaufsverhandlungen der Sammlung darlegt und diese herausragende Erwerbung in ihren zeitgeschichtlichen Kontext stellt.


     
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/ Anna Dorothea Therbusch

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Vor 300 Jahren, am 23. Juli 1721, wurde mit Anna Dorothea Therbusch eine der bedeutendsten Künstlerinnen des 18. Jahrhunderts in Berlin geboren. Anlässlich des runden Jubiläums würdigt die Gemäldegalerie im Herbst 2021 diese außergewöhnliche Künstlerin und Vorreiterin der Emanzipation mit einer fokussierten Sonderausstellung mit wichtigen Werken aus den eigenen Beständen der Staatlichen Museen zu Berlin.

Der ungewöhnliche Karriereweg von Anna Dorothea Therbusch (1721-1782) begann als Tochter des preußischen Hofmalers Georg Lisiewsky, von dem sie wie ihre Geschwister früh eine erste Ausbildung als Malerin erhielt. Doch als Ehefrau eines Gastwirts und Mutter von fünf Kindern blieben ihre Fähigkeiten auf diesem Gebiet zunächst ungenutzt. Umso energischer widmete sie sich ab ihrem 40. Lebensjahr der Malerei, sodass ihr als einer der wenigen Frauen überhaupt im Jahr 1767 die Aufnahme in die wichtigste europäische Kunstakademie der Zeit, die Pariser Académie royale de peinture et de sculpture, gelang. Zurück in ihrer Heimatstadt wurde sie eine gefragte Porträtmalerin und mit Bildnissen etwa von Henriette Herz, Friedrich II. und dem Arzt Christian Andreas Cothenius zur bedeutenden Chronistin der Zeit der Aufklärung.

Werke der großen Berlinerin finden sich in gleich zwei Häusern der Staatlichen Museen zu Berlin – der Gemäldegalerie und der Alten Nationalgalerie. Von dort aus sind sie als Dauerleihgaben in weiteren Museen über die Stadt verteilt präsent – im Bode-Museum, im Kunstgewerbemuseum sowie im Jüdischen Museum. Besonders bekannt ist ihr um 1782 entstandenes großformatiges Selbstbildnis in der Gemäldegalerie; in ihm präsentiert sich Therbusch als gelehrte und elegante Respektsperson sowie als nahbare und hellwache Gesprächspartnerin, die durch das Buch in ihrer Hand sowie den frontalen Blick durchs Augenglas ihr Interesse an den Dingen und dem Gegenüber demonstriert.

Um dieses Hauptwerk versammelt die Gemäldegalerie anlässlich des 300. Geburtsjubiläums im Herbst 2021 den fast gesamten Bestand an Therbusch-Arbeiten aus den Sammlungen der Staatlichen Museen zu Berlin in einer fokussierten Sonderausstellung. Ergänzt durch Referenzwerke von Zeitgenossen ergibt sich ein repräsentatives Bild des Schaffens und beruflichen Netzwerks von Anna Dorothea Therbusch sowie ihrer Zeit.

Eine Sonderpräsentation der Gemäldegalerie in Kooperation mit der Nationalgalerie – Staatliche Museen zu Berlin


     
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/ Windenergie im Museumspark

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Die Energietechnik der Vergangenheit und der Zukunft können Sie bei einem Spaziergang durch den Museumspark des Deutschen Technikmuseums kennenlernen. Seit rund 800 Jahren nutzen die Menschen die Energie des Windes: Die Windmühlen und Windräder im Museumspark sind dafür eindrucksvolle Beispiele.

Die Energieversorgung ist eines der brennenden Themen unserer Zeit, vor allem vor dem Hintergrund des Klimawandels. Doch welche Energie wir nutzen, prägt schon lange, wie wir arbeiten und wie wir uns fortbewegen. Auf dem Gelände des jetzigen Museumsparks verlief beispielsweise einst ein Mühlenweg, auf dem in den 1830er Jahren zehn Windmühlen standen. Die Müller nutzten die Kraft des Windes, um mit ihren Mühlen Getreide zu Schrot und zu Mehl zu mahlen. Damit wurde dann das Brot für das wachsende Berlin gebacken. Heute stehen im Museumspark zwei Mühlen: eine Bockwindmühle und eine Holländermühle. Bei Vorführungen lernen die Besucherinnen und Besucher die Mühlentechnik kennen und erfahren, wie ein Müller gelebt und gearbeitet hat.


     
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/ Werkzeugmaschinen

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Maschinen haben das Arbeiten der Menschen verändert: Die Arbeit wurde leichter, die Produktion effektiver. Erleben Sie die Treiber der Industriellen Revolution in Aktion! Die Historische Werkstatt gewährt praktische Einblicke in 150 Jahre Industrialisierung.

In der Historischen Werkstatt des Deutschen Technikmuseums zischt und knarrt es und die Späne fliegen. Hier sind die wichtigsten Maschinen einer Metallwerkzeug-Fabrik um 1900 in Aktion zu sehen.

Mit den Maschinen des Ausstellungsbereiches lassen sich Metallteile für andere Maschinen herstellen. Der Maschinenbau war und ist das Filetstück der deutschen Industrie. Jede Form der Fertigung und Metallbearbeitung konnte von solchen Maschinen geleistet werden, ob Bohren, Sägen, Drehen, Fräsen, Schleifen oder Prägen. Die regelmäßigen Vorführungen in der Historischen Werkstatt nutzen eine Exzenterpresse aus der Zeit um 1920, die kleine Metallplättchen als Souvenir für die Besucherinnen und Besucher stanzt.


     
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/ Textiltechnik

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Seit unsere frühesten Vorfahren Nahrung in geflochtenen Behältern transportierten, gibt es die Textiltechnik. Unsere Ausstellung zeigt die Vielfältigkeit textiler Stoffe, die ganz unterschiedliche Funktionen in unserem Leben haben. Lassen Sie sich vom menschlichen Erfindungsreichtum beeindrucken!

Die Ausstellung zeigt, wie vielfältig textile Stoffe sind. Sie können nicht nur weich und schön sein, sondern auch fest und extrem widerstandsfähig. Brauchen wir einen anschmiegsamen Pulli oder einen lebensrettenden Gurt? Das Wesen eines Textils hängt vom Material, der Verarbeitungstechnik und der textilen Struktur ab. Genau deshalb ist ein Wollpullover ebenso eine Textilie wie ein Sicherheitsgurt aus Polyester.

In der Ausstellung erfahren die Besucherinnen und Besucher, was den Unterschied ausmacht: Stricken, Weben, Filzen und Flechten sind die traditionellen Techniken, die dem Stoff eine Maschenstruktur (Stricken) oder eine Kreuzstruktur (Weben) geben. Für einen Meter Sicherheitsgurt werden 30.000 Meter Faden aus Kunstgarn miteinander verwoben. Besonders variabel ist das Material. Baumwolle, Seide, Edelmetalle und Hightech-Materialien werden textiltechnisch verarbeitet.


     
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/ Straßenverkehr

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Ob zu Fuß, per „Drahtesel“ oder Luxuslimousine: Der Mensch war und ist ständig unterwegs. Die Ausstellung „Mensch in Fahrt“ schlägt auf 1.400 Quadratmetern einen Bogen vom vorindustriellen Ochsenkarren bis zur massenhaften Verbreitung des Autos im 20. Jahrhundert.

Elf Themeninseln geben Einblicke in die Welt des Reisens und der Autorennen, informieren über geniale wie gescheiterte Erfindungen und illustrieren den Weg in die automobile Gesellschaft. Die Ausstellung porträtiert Menschen, die auf besondere Weise mit der Geschichte der Mobilität verbunden sind. Rote Kästen an den Wänden überraschen beim Öffnen mit kuriosen Exponaten wie dem Wackel-Elvis. Wimmelbilder laden auch Kinder zum Entdecken ein. Eine Comic-Strecke und ein Hörspiel begleiten Besucher durch die Ausstellung. Großformatige Fotografien der Künstlerin Charlotte Sonntag bringen eine zusätzliche Perspektive zum Thema Mobilität ein. Die stimmungsvollen Nachtaufnahmen zeigen das Tempo und die Lebendigkeit, die erst der Verkehr in die Statik des gebauten Stadtraumes bringt.


     
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/ Schmuckproduktion

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Nicht nur ein Schmuckstück selbst ist etwas Besonderes, sondern auch die Art und Weise seiner Fertigung. Das Deutsche Technikmuseum bewahrt diese Produktionsverfahren. In der Ausstellung „Manufakturelle Schmuckproduktion – Mensch, Maschine, Meisterstück“ können Sie sehen, in welchen Arbeitsschritten ein Schmuckstück entsteht.

Im Zentrum der Ausstellung stehen die sechs Verfahrenstechniken Prägen-Pressen-Stanzen, Ziehen-Walzen, Gießen, Goldschmieden, Guillochieren-Gravieren sowie die Kettenherstellung. Besucherinnen und Besucher können Schritt für Schritt verfolgen, wie ein Schmuckstück entsteht.

Die Manufakturelle Schmuckproduktion im Deutschen Technikmuseum bietet so Handwerks-, Industrie- und Unternehmensgeschichte zum Anschauen und Anfassen. Die historischen Verfahren und das handwerkliche Know-how werden nicht nur bewahrt und dokumentiert. In Seminaren mit Studierenden sowie Praktikerinnen und Praktikern aus der Schmuckgestaltung und der Goldschmiedekunst geben Expertinnen und Experten ihr Wissen weiter. Dieses Engagement des Deutschen Technikmuseums ist Teil des Kooperationsprojektes „Manufakturelle Schmuckgestaltung“, das 2015 von der Deutschen UNESCO-Kommission auf die bundesweite Liste des Immateriellen Kulturerbes als Beispiel guter Praxis aufgenommen wurde.


     
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/ Schifffahrt

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„Lebenswelt Schiff“ – die Ausstellung im Deutschen Technikmuseum lässt Sie die Faszination der Seefahrt spüren. Lassen Sie sich inspirieren von der engen Beziehung zwischen Mensch und Schiff, zwischen Kultur- und Schifffahrtsgeschichte sowie vom Wunsch der Menschen, ihren Horizont zu erweitern.

Die Lebenswelt Schiff spiegelt sich in unzähligen Geschichten, Mythen, Sinnbildern und Sinnsprüchen wider, die rund um das Schiff, das Meer und die Menschen entstanden sind. Mehr als 1.100 Exponate auf drei Etagen und 6.500 Quadratmetern bringen den Besuchern in 30 Themenfeldern die Geschichte der Hochsee- und Binnenschifffahrt nahe – eine der weltweit größten Ausstellungen zu diesem Thema.

Der Hauptbereich Hochseeschifffahrt startet mit dem chronologisch aufgebauten Themenfeld „Schifffahrt und Geschichte“. 52 Schiffsmodelle im Maßstab 1:50 zeigen die Entwicklungen in Größe und Form in den vergangenen 10.000 Jahren – vom Lederboot bis zum Flugzeugträger. Viele weitere Themenfelder zeigen ganz unterschiedliche Facetten der Hochseeschifffahrt. Allein fünf Themenfelder beschäftigen sich mit der Geschichte der Navigation und den unterschiedlichen Arten zu navigieren: von den ersten Navigationsinstrumenten bis zur modernen Satellitennavigation. Darüber hinaus wirft die Ausstellung einen Blick auf die Seenotrettung, den Walfang sowie die Herstellung von Segel- und Tauwerk.

Aktuell arbeiten wir an einer neuen Präsentation zum Berlin-Brandenburgischen Versklavungshandel. Eine frühere Installation zum Thema haben wir in Zusammenarbeit mit zivilgesellschaftlichen Gruppen in einer künstlerischen Performance abgebaut, die in der Ausstellung zu sehen ist.


     
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/ Mark Fisher: Gezeichnete Show

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Mark Fisher (1947–2013) war der großartigste Architekt der Rockkonzerte und Shows. Er schuf blendende und innovative Shows für die bekanntesten Sänger und Bands unserer Zeit, darunter Elton John, The Rolling Stones, Madonna, Pink Floyd, Lady Gaga, Janet Jackson und Jean Michael Jarre sowie die extravaganten Veranstaltungen für Walt Disney World und Cirque du Soleil.

Vor Mark Fisher erlebte das Publikum die Bands auf einer leeren Bühne mit etwas Lichttechnik und vielleicht einem flackernden Film im Hintergrund. Nach Fisher war es mittendrin in einem wilden elektronischen Theatererlebnis.

In Deutschland wie auch weltweit ist Mark Fisher bekannt als Designer des historischen Augenblicks, den fast eine halbe Million Menschen live und Millionen auf den Bildschirmen verfolgten, als er neun Monate nach dem Fall der Mauer 1989 in Berlin auf den Ruinen im Niemandsland zwischen dem Potsdamer und Pariser Platz das legendäre Konzert The Wall – Live in Berlin von Pink-Floyd-Mitbegründer Roger Waters und weiteren Gastkünstlern gestaltete.

Die Entwürfe von Mark Fisher „rocken“. Er war ein exzellenter, fantastischer Zeichner. Als Student der  Architectural Association School of Architecture in London hatte Fisher in den 1960er Jahren Unterricht bei den Mitgliedern der berühmten und einflussreichen Archigram-Gruppe, die das futuristische Design durch ihre High-Tech-Welten revolutionierte. Fisher begann, neue Poparchitekturen zu entwerfen, darunter insbesondere leichtgewichtige pneumatische Strukturen, mit deren Hilfe seine beweglichen aufblasbaren Figuren für Pink Floyd und die The-Wall-Konzerte entstanden sind. Seine Zeichnungen konnten technisch wie auch schaubildartig sein: wirbelnde Pastellstriche leuchtender psychodelischer Lichteffekte, die den Nachthimmel auf dem violett-schwarzen Papier durchstreifen. Er gehörte einer Generation an, die CAD (computer-aided-design) anwendete, ohne das Gefühl für die Zeichnungsbrillanz zu verlieren.

Die Ausstellung über Mark Fisher verfolgt seinen Werdegang als Bühnendesigner anhand seiner Zeichnungen und Skizzenbücher, begleitet von Videos der Live-Konzerte, Bildmaterial zum Aufbau und private Fotos aus dem (Arbeits-)Leben des Architekten.


     
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/ Papiertechnik

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Die Geschichte des Papiers führt mehr als 2.000 Jahre zurück ins alte China, wo um 200 v. Chr. eine Methode zur Herstellung von Papier entwickelt wurde. Entdecken Sie in der Ausstellung, wie sich das Papier und seine unterschiedlichen Herstellungsverfahren von Asien über die ganze Welt verbreiteten.

Die Geschichte und der technische Fortschritt der Papierherstellung lassen sich an großen Bildkacheln verfolgen, die eine Wand im Ausstellungsraum füllen – dem ehemaligen Pferdestall der Gesellschaft für Markt- und Kühlhallen von Carl Linde. Ehemalige Pferdetränken fungieren zudem als Bottiche, aus dem der Papierbrei geschöpft wird. An der Decke sind, ähnlich, wie auf dem Trockenboden einer Papiermühlenwerkstatt, geschöpfte Papiere zum Trocknen aufgehängt. In Vorführungen können die Besucherinnen und Besucher verfolgen, wie Papier geschöpft wird, und das getrocknete Papier dann selbst mit einem Stein glätten.


     
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/ Nachrichtentechnik

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Elektropolis Berlin: Entdecken Sie wegweisende Objekte aus der Geschichte der Nachrichtentechnik. Radios, Telefone und Fernseher veränderten im 19. und 20. Jahrhundert unser Leben, weil sie den alten Menschheitswunsch nach grenzenloser Kommunikation erfüllten.

Die Ausstellung „Elektropolis Berlin“ erzählt die Geschichte der Nachrichtentechnik und deren Einfluss auf die Berliner Elektroindustrie. Die Besucherinnen und Besucher der Ausstellung können den rasanten Aufstieg Berlins zur Hauptstadt Deutschlands in den sechs Bereichen Telegrafie, Telefonie, Funk, Rundfunk, Tontechnik und Fernsehen verfolgen: 1930 hatten 50 Prozent der deutschen Rundfunkindustrie und 70 Prozent der deutschen Elektroindustrie ihren Sitz in Berlin.

Die Ton- und Bilddokumente, die ein wichtiger Teil der Ausstellung sind, können die Museumsbesucherinnen und -besucher an Medienstationen oder anhand des nachempfundenen SFB-Fernsehstudios aus dem Jahr 1958 selbst erforschen. Durch Sehen, Hören und Ausprobieren wird umso klarer, wie eng technische Innovationen und die Veränderungen unserer Lebenswelt miteinander zusammenhängen. Die Nachrichtentechnik machte und macht das Leben der Menschen in der „Elektropolis Berlin“ angenehmer und aufregender.


     
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/ Luft- und Raumfahrt

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Pionierleistungen, abenteuerliche Luftreisen, aber auch Luftkrieg und Zwangsarbeit: Die Ausstellung „Vom Ballon zur Luftbrücke“ beleuchtet an mehr als 40 Flugzeugen Höhen und Tiefen der deutschen Luftfahrt und verbindet diese mit persönlichen Erfahrungen von Zeitzeugen.

Die Ausstellung beginnt am Modell eines Ballons. Es wurde einer satirischen Zeichnung von 1790 nachempfunden und zeigt, wie die ersten Ballonaufstiege die Fantasie der Menschen beflügelten. Hundert Jahre später leiteten das lenkbare Luftschiff und die erfolgreichen Gleitflüge von Otto Lilienthal eine rasante Weiterentwicklung der Luftfahrttechnik ein.

Im Ersten Weltkrieg wurde das Flugzeug weiterentwickelt, in großer Zahl hergestellt und für Aufklärungs- und Kampfflüge eingesetzt. Die Ausstellung zeigt, wie Luftbildkameras, Funktechnik und Waffen Einzug ins Flugzeug hielten und die Kampfpiloten als „Ritter der Lüfte“ verherrlicht wurden. Diesem Heldenbild stellt die Ausstellung die „unsichtbare“ Arbeit des Bodenpersonals und der Arbeiterinnen in den Flugzeugfabriken gegenüber.

Im Zweiten Weltkrieg erreichte der Luftkrieg eine neue Dimension. Der flächendeckende Abwurf von Bomben zerstörte europäische Städte und kostete hunderttausende Zivilisten das Leben. Das Wrack eines Sturzkampfbombers Ju 87 symbolisiert den Schrecken des Bombenkriegs und am Beispiel der V2-Produktion zeigt die Ausstellung, wie Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge unter menschenverachtenden Bedingungen zum Bau deutscher Flugzeuge und Raketen gezwungen wurden. In Zeitzeugeninterviews kommen Überlebende zu Wort.

Die weithin sichtbare Douglas C-47 am Gebäude des Deutschen Technikmuseums erinnert an die Luftbrücke 1948/49. Damals versorgten „Rosinenbomber“ die Westsektoren der Stadt während der Berlin-Blockade durch das sowjetische Militär mit dem Lebensnotwendigen. Die Ausstellung zeigt anhand einzelner Beispiele, wie unterschiedlich sich die Luftfahrt im geteilten Deutschland entwickelte. Und das Deutsche Technikmuseum wagt den Schritt in den Weltraum: die Erweiterung der Ausstellung zum Thema Raumfahrt ist im Aufbau.


     
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/ Kofferproduktion

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Der Koffer ist ein Alltagsgegenstand, der die Menschen seit Jahrhunderten begleitet. Lernen Sie in der Koffermanufaktur des Deutschen Technikmuseums ein verschwundenes Handwerk kennen und verfolgen Sie Schritt für Schritt, wie mit Originalmaschinen eines ehemaligen Familienbetriebs ein Koffer produziert wird.

Bis ins 19. Jahrhundert wurden Koffer in Handwerksbetrieben hergestellt: Tischler fertigten Holzkästen an, Täschner bezogen sie danach mit Leder. Schließlich brachten Schlosser die Schlösser und Beschläge an. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde Koffermacher zu einem eigenen Beruf. Nieten, nageln, schrauben, nähen, kleben – das sind die handwerklichen Grundlagen der Kofferproduktion. Im Deutschen Technikmuseum ist eine typische manufakturelle Kofferproduktion zu sehen. Die Maschinen und Werkzeuge stammen aus einer kleinen süddeutschen Kofferfabrik. Dort wurden die für die 1920er und 1930er Jahre typischen Hartpappenkoffer hergestellt.


     
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/ Informatik

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Der erste Computer wurde nicht in einer Garage im kalifornischen Silicon Valley gebaut, sondern in einem Wohnzimmer in Berlin-Kreuzberg. In der Ausstellung erfahren Sie spannende Geschichten rund um die Entstehung der ersten Computer und mehr über Leben und Werk des Computerpioniers Konrad Zuse.

Im Mittelpunkt der Ausstellung steht der erste Computer, die Z1. 1935 begann der damals 25-jährige Berliner Ingenieur Konrad Zuse, an einer Rechenmaschine zu tüfteln, die alle langweiligen und komplizierten Rechenaufgaben selbstständig und vollautomatisch erledigen sollte.

1938 hatte Konrad Zuse seine Z1 fertig gestellt, der Computer war frei programmierbar und steuerte mechanische Schaltglieder, die Metallstifte in zwei unterschiedliche Positionen schoben – Position „0“ und Position „1“. Dieses Binärprinzip bildet noch heute die Grundlage jedes Computers. Doch Zuses Maschinen wirkten auch am zerstörerischen Zweiten Weltkrieg aktiv mit – etwa bei der Berechnung der Flügelkonstruktion von Gleitbomben. Die Z1 wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört – daher baute Konrad Zuse 1989 seinen Pioniercomputer für das Deutsche Technikmuseum nach. Heute können die Besucherinnen und Besucher dieses faszinierende Zeugnis der Technikgeschichte in der Ausstellung sehen und den Weg von den binären mechanischen Schaltgliedern bis zur heutigen Computernutzung nachvollziehen.


     
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/ Historische Brauerei

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Wie wird Bier gebraut? Alles über das jahrhundertealte Handwerk des Brauens mit den Arbeitsgängen Mälzen, Kochen, Kühlen, Gären und Lagern erfahren Sie im ehemaligen Lagerhaus der Nürnberger Tucher Bräu AG auf dem Museumsgelände.

Deutschland ist nicht nur das Land der Dichter und Denker, sondern auch der Bierbrauer und Biertrinker. Seit über 500 Jahren wird deutsches Bier nach dem Reinheitsgebot gebraut. Mit den dort festgeschriebenen vier Zutaten Malz, Wasser, Hopfen und Hefe haben die Deutschen eine Vielfalt an Bier geschaffen wie kaum irgendwo anders auf der Welt: Über 5.000 verschiedene Biere gibt es derzeit hierzulande. Die Hochburg der Brauereikunst findet sich im Frankenland. Aber auch Berlin gehörte früher zu den größten Brauereistädten. Dutzende Brauereien produzierten einst in der Hauptstadt. Im Laufe der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wandelte sich die deutsche Brauerei- und Mälzereiwirtschaft vom Handwerk zu einer eigenständigen Industrie. Die Historische Brauerei erklärt diese Entwicklung und die zugrundeliegenden naturwissenschaftlichen Erkenntnisse und Innovationen.


     
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/ Fototechnik

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Fotoapparate sind genauso vielfältig wie die Menschen, die auf den Auslöser drücken. In der Ausstellung „Faszination des Augenblicks“ steht deshalb auch der Mensch und sein Porträt im Mittelpunkt. Begeben Sie sich auf eine Zeitreise durch die 200-jährige Geschichte der Fotografie.

Jeder, der heute ein Handy hat, verfügt auch über einen Fotoapparat. Das Ergebnis: Wir schwimmen in einer unüberschaubaren Bilderflut. Und trotzdem gibt es immer wieder Fotos, die die Aufmerksamkeit der Welt erregen. Wie es die Technik der Fotografie seit fast 200 Jahren schafft, die Faszination des Augenblicks einzufangen, zeigt die Dauerausstellung zur Fototechnik im Deutschen Technikmuseum. Ein Bereich ist die Technikgeschichte, von der Heliografie bis zu 3D-Fototechnik mit Hohlspiegelprojektion. Die fotografische Praxis ist das zweite große Thema, von privaten Porträts über die Werbefotografie bis hin zur Kriegs- und Spionagefotografie.


     
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/ Filmtechnik

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Die Ausstellung „Lebende Bilder“ erzählt Geschichten über Meilensteine der Filmtechnik: von den verblüffenden optischen Illusionen des 19. Jahrhunderts, über die Goldenen Jahre des Kinos in Hollywood und in den Berliner Filmstudios bis hin zur Ära der ambitionierten Videofilmer. Die Ausstellung begibt sich auf die Spuren von Berliner Filmpionieren wie den Brüdern Skladanowsky oder von Oskar Messter. Die Technikgeschichte des Films lässt sich anhand zahlreicher historischer Filmaufnahmen, Kameras, Scheinwerfer und Kinotechnik verfolgen

Das Kino hatte seinen großen Durchbruch zu Beginn des 20. Jahrhunderts, aber die Bilder lernten schon viel früher laufen. Mit der Laterna magica brachten Projektionskünstler im 18. Jahrhundert das Publikum zum Staunen: Sie erzählten Geschichten mit farbigen, mechanisch beweglichen Glasbildern und warfen sie als Geistergeschichten oder Naturschauspiele an die Wand. Miniaturausgaben der Zauberlaternen wurden im 19. Jahrhundert auch zu populären Kinderspielzeugen. Diese und andere optische Spielzeuge wie die Wundertrommel, das Lebensrad oder den Täuschungsseher können die Besucherinnen und Besucher in der Ausstellung ausprobieren.


     
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/ Tatjana Doll. Was heißt Untergrund?

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In ihrer malerischen Auseinandersetzung weist Tatjana Doll (* 1970 in Burgsteinfurt, lebt in Berlin) weit über die herkömmlichen Grenzen ihres gewählten Mediums hinaus. Ein wesentlicher Aspekt in ihrem Werk liegt in der Erforschung der sozio-politischen Kontexte ihrer Bildgegenstände, die sie in einer direkten, schnellen und mitunter rohen Malweise in großformatige Lack- und Ölbilder umsetzt. Die im KINDL gezeigte Werkauswahl ist durchzogen von einem Gefühl der Unruhe, der Bedrohung und Gefahr, die in verschiedenen Subtexten der Arbeiten zutage tritt.

Kuratorin: Kathrin Becker


     
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/ Alexandra Bircken

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Ein zentrales Thema in der künstlerischen Arbeit von Alexandra Bircken (* 1967 in Köln, lebt in Berlin und München) ist die Haut – als zellulare Membran, als Organ und als Bekleidung, aber auch als Grenze zwischen Innen und Außen. Aus textilen Materialien, Maschinenteilen, Holz, Stahl oder auch Latex schafft die Künstlerin Skulpturen und Installationen, in denen sie das Verhältnis von Körper und Hülle und die Schnittstellen von Mensch und Maschine untersucht. Für ihre erste institutionelle Einzelausstellung in Berlin realisiert Alexandra Bircken im Kesselhaus des KINDL eine raumgreifende ortsspezifische Installation.

Kuratorin: Kathrin Becker


     
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/ Basir Mahmood. Good ended happily

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Ausgangspunkt für die einkanalige Videoarbeit Good ended happily (2018, 13:05 Min.) von Basir Mahmood (* 1985 in Lahore, Pakistan, lebt in Amsterdam und Lahore) ist sein Interesse an den Arbeitsprozessen der Filmindustrie. Die Produktion überließ der Künstler einer Filmcrew aus „Lollywood“ in Lahore – einst eine der größten Filmindustrien der Welt, heute nur noch eine Randerscheinung in Pakistans Kulturlandschaft. Die einzige inhaltliche Vorgabe an die Crew war, dass die Ereignisse um den Tod des Al-Qaida-Führers Osama bin Laden kreisen sollten. Im Film macht Mahmood die Anweisungen von Regisseur, Kameramann und Assistent hörbar, so dass der Produktionsprozess eine ganz eigene Realität entwickelt.

Kuratorin: Kathrin Becker


     
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/ Ende Neu

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Künstler*innen: Katja Aufleger, Angela de la Cruz, Caterina Gobbi, Bastian Hoffmann, Soshi Matsunobe, Renaud Regnery, Michael Sailstorfer, Nicola Samorì 

Gefahrenabwehr, Sicherheitsmaßnahmen, Deeskalation – destruktive Kräfte werden angesichts politischer Konflikte, Umweltkatastrophen und pandemischer Entwicklungen zumeist unterbunden. Kunst, Literatur und Philosophie betrachten Destruktion jedoch nicht nur als Handlung mit einem ruinösen Ende, sondern ebenso als potenziellen Auftakt, aus dem Neues entstehen kann. Die Gruppenausstellung Ende Neu lenkt den Fokus auf das produktive Potenzial destruktiver Kräfte. Sie versammelt Arbeiten von acht internationalen Künstler*innen, in denen Zerstörung auf unterschiedlichste Weise in Erscheinung tritt. Durch mutwillige Eingriffe stellen sie das Prinzip von Ursache und Wirkung infrage, beirren, stören und boykottieren vertraute Zustände und gewohnte Abläufe. 

Kurator*innen: Magdalena Mai und Manuel Kirsch


     
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/ Eisenbahn

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An der Eisenbahn wird es besonders deutlich: Technikgeschichte ist zugleich menschliche Alltagsgeschichte. Das Deutsche Technikmuseum zeigt in seiner Ausstellung „Züge, Loks und Leute“ die Geschichte eindrucksvoller Fahrzeuge und aller, die mit der Bahn zu tun hatten.

Kern der Ausstellung sind mehr als 40 originale Schienenfahrzeuge, die zum Teil noch den Geruch von Ruß und Öl verströmen. Darüber hinaus werden einmalige, hochdetaillierte Modelle von Wagen und Loks im Maßstab 1:5 gezeigt, die um 1900 als Gesellenstücke angefertigt wurden. Beides ist eingebettet in eine Vielzahl von Objekten, die verdeutlichen, wie Menschen mit der und für die Eisenbahn lebten: Wagenabteile, Reiseandenken, Uniformen, Speisewagengeschirr, Koffer, Fahrkarten, Spielzeugbahnen.

Der chronologische Rundgang führt von den Vorläufern der Eisenbahn im 18. Jahrhundert über den offenen Personenwagen von 1843 – einer der ältesten weltweit erhaltenen – bis hin zu den Lokomotiven und Wagen des westdeutschen Wirtschaftswunders und der DDR. Wer möchte, kann unter einer Lok hindurchgehen oder auf einen Führerstand klettern und einmal im Leben Lokomotivführer spielen.

Auch an den Holocaust wird in der Ausstellung erinnert: und zwar speziell an die entscheidende Rolle der Deutschen Reichsbahn bei der Ermordung europäischer Juden im „Dritten Reich“. Ein Güterwagen steht als Symbol für die Deportationen im Zentrum der Ausstellungseinheit „Judendeportationen“, die zwölf Berliner Einzelschicksale präsentiert und Bilder, Landkarten und Fahrpläne zeigt.


     
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/ Drucktechnik

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Die Dauerausstellung Drucktechnik ist ein lebendiger Lernort mit Exponaten zum Anfassen, Multimedia-Angeboten und Vorführungen. Auf 200 Quadratmetern veranschaulicht sie die Entwicklung der Drucktechniken seit den Innovationen von Johannes Gutenberg Mitte des 15. Jahrhunderts.

Die Ausstellung legt den Schwerpunkt auf den Hand- und Maschinensatz und seine verschiedenen Druckverfahren und präsentiert die fünf Hauptthemen Schriftherstellung und Schriftsatz sowie Drucken von Schriften, Bildern und Zeichen. Großformatige Vitrinen mit einer Vielfalt an Exponaten wie Schriftmustern, Druckformen und Werkzeugen zeigen die Komplexität und Vielseitigkeit der Drucktechniken. Die vier Hauptdruckverfahren Hoch-, Tief-, Flach- und Durchdruck werden an Beispielen vorgestellt.

Zur Geschichte der Drucktechnik gehören auch Druckverfahren für Schriften und Abbildungen, die Menschen durch Ertasten lesen können. Die Ausstellung nimmt diese Innovationen auf und bietet viele taktile Grafiken, Exponate und speziell angefertigte Objekte. Hinzu kommen ungekürzte Braille-Beschriftungen in Deutsch und Audiostationen. Die Ausstellung eröffnet so sehenden, blinden und seheingeschränkten Besucherinnen und Besuchern ein vielfältiges Erlebnis.


     
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/ Pillen und Pipetten

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Die Ausstellung „Pillen und Pipetten“ erklärt die Prozesse zur Herstellung von Chemikalien und Medikamenten sowie die Eigenschaften und Wirkungen, die diese Stoffe entfalten.

Medikamente unterstützen den Körper bei der Regulierung chemischer und hormoneller Abläufe. Ihre Herstellung folgt genauso chemischen Gesetzmäßigkeiten wie die Produktion „normaler“ Chemikalien. Schließlich sind alle Stoffe aus Molekülen aufgebaut. Und die Lehre von der Zusammensetzung und der Veränderbarkeit dieser Moleküle ist die Chemie.

Die Besucherinnen und Besucher lernen die Arbeitstechniken und Arbeitsmittel in einem Labor kennen: von der Glaspipette bis zum modernen Pipettier-Roboter. Moleküle erzählen in Hörstationen die spannende Geschichte ihrer Entdeckung. Und gleich zu Beginn der Ausstellung kann man selbst tätig werden: Eine Medienstation lädt ein, sich als Pyrotechniker zu versuchen und nach eigener Farbwahl einen Feuerwerkskörper zu bauen und zu zünden. Pyrochemikalien sind dabei ein Beispiel für die breite Produktpalette der chemischen Industrie.


     
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/ Spuren – Geschichte des Ortes

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Begeben Sie sich auf Spurensuche in die Vergangenheit: Im gesamten Gebäude verteilt erinnern 35 Spuren an wichtige Ereignisse und Aspekte aus der Vergangenheit des Ortes.

Zeugnisse aus dem Schloss und dem Palast der Republik vergegenwärtigen ungewöhnliche und alltägliche Momente der langen Geschichte. Die unerwarteten Standorte schaffen überraschende Zusammenhänge und eröffnen neue Perspektiven.

Wichtiger Fokus ist der Palast der Republik und die Zeit nach seinem Abriss. So wird zum Beispiel das bekannte Leitsystem mit Piktogrammen von Klaus Wittkugel aus dem Palast der Republik präsentiert.

- Deutsch, Englisch

 

 

 


     
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/ Schlosskeller – Geschichte des Ortes

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Im Schlosskeller finden sich die ältesten Objekte zur Geschichte des Ortes. Die Ausstellung im einzig erhaltenen Bereich des Berliner Schlosses bietet einen Rundgang vom Mittelalter bis in die Gegenwart. Hier finden Sie originale Teile des mittelalterlichen Dominikanerklosters sowie die Fundamente des Berliner Schlosses, die ab 2008 freigelegt wurden.

In den verwinkelten Gängen können Sie vom Hühnerstall bis zur seinerzeit hochmodernen kaiserlichen Heizanlage Fundstücke entdecken, die vom Leben und Arbeiten der Klosterbewohner und Schlossbediensteten erzählen. Unten im Keller lagerten Mönche früher Fässer, Mägde rupften Geflügel für die Köche der Königin, die Schlosswache machte Pause.

Heute zeigen originale Mauern und Fundstücke, dass die Arbeit vieler Menschen nötig war, um den Alltag oben in Kloster und Schloss zu ermöglichen.

 

Wer mehr Informationen zur Geschichte des Ortes finden möchte, für den empfiehlt sich der Shop im Humboldt Forum oder er besucht den Online-Shop mit einer Auswahl von Titeln und Katalogen.

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Ein Kubus ist ein Kubus ist ein Kubus / Design Lab #10

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Im Design Lab#10 trifft die zeitgenössische Kunst des Gold- und Silberschmiedens auf historisches Goldschmiedehandwerk. Ulla und Martin Kaufmann gehören zu den bedeutendsten Gold- und Silberschmieden der Gegenwart und haben mit ihren Kuben autonome Objekte der Kunst geschaffen jenseits von Funktionalität oder Repräsentation. In der Ausstellung „Alles klappen!“ treten ihre Arbeiten in einen spannenden Dialog mit prominenten Exponaten aus der Sammlung des Kunstgewerbemuseums, darunter dem reichen Schatz des Lüneburger Ratssilbers.

Mit ihren Kuben erweitern Ulla und Martin Kaufmann die tradierten, zwischen Schmuck und Repräsentation angesiedelten Grenzen der Goldschmiedekunst. Tatsächlich kommen die Kuben als eine Art selbstbezüglicher Readymades daher, die ihre Herkunft aus der Welt des Alltags leugnen. Eine persönliche Handschrift ist auf den ersten Blick nicht erkennbar, die Funktionalität wird ebenso negiert wie inhaltliche Implikationen oder ein etwaiger künstlerischer Mehrwert. Die ersten Kuben von Ulla und Martin Kaufmann entstanden auf dem geistigen Nährboden einer Zeit, in der Künstler*innen immer neue Strategien entwickelten, um die traditionellen Vorstellungen der Hochkunst auszuhebeln. Nicht wenige, darunter Josef Albers mit seinen Hommage to the Square oder Donald Judd mit seinen specific objects, strebten nach einer Reduktion von Malerei und Skulptur auf das Wesentliche und die Rückführung von Kunst auf den bloßen Objektstatus.
Auch die Kuben von Ulla und Martin Kaufmann können als autonome Objekte der Kunst verstanden werden, entstanden aus dem Geist des Goldschmiedehandwerks. Sie verkörpern die Idee einer in sich ruhenden Willkürlichkeit unabhängig jeglicher schmuckhaften Verantwortung. Darin besteht der Reiz für den Betrachter. Ihn braucht es auch zum Öffnen, denn erst in dieser erkennenden Bewegung erschließt sich das verborgene Wesen eines jeden Kubus.

Die Kuben werden aus vergoldetem Messing gebaut: Die Platten werden zuerst gefräst, auf Linie gebracht und dann gelötet. Das Löten erschwert die Arbeit und macht zugleich sicherer in der Form. Es ist die vermittelnde Technik, die das ‚Ding‘ zum Leben erweckt. Die Vergoldung ist kein Selbstzweck, sondern verhilft dem Objekt zu einer einheitlichen Farbigkeit. Denn darauf kommt es an, auf den „Ausdruck“. Aber „ist der Kubus zu perfekt, wird er reizlos und uninteressant“, so Ulla Kaufmann. „Unser Traum ist es, den Kubus am Ende wieder zu einer Fläche klappen zu können. Wenn wir das geschafft haben, dann haben wir gewonnen“. Der Titel der Ausstellung „Alles Klappen“ benennt also zugleich den Antrieb der jahrzehntelangen Auseinandersetzung mit dem Kubus, das geistige Konzept ebenso wie das handwerkliche Können. Die Beherrschung von Material und Technik verbindet sich mit einer klaren, ästhetischen Auffassung von Raum. Bei den Kuben erschließt sich Verhältnis von Innen und Außen erst durch das Aufklappen.

Mit den Grenzen der traditionellen Handwerkskunst zu brechen und dabei neue Möglichkeiten auszuloten, die das jeweilige Material ermöglicht, das Lösen von traditionellen Denkweisen, all dies charakterisiert die Arbeiten von Ulla und Martin Kaufmann. Da gibt es Broschen zum Zusammenhalten von Stoffen, die ohne Verschlüsse, oder Becher, die ohne ‚Füße‘ auskommen. Denn früher benötigten Becher immer einen Standring, um überhaupt stehen zu können. Mit dieser Tradition haben sie gebrochen: Jetzt bildet ein geschliffener Bergkristall den Fuß des Bechers, oder er wird eher architektonisch aufgefasst, wie eine Art Säule. Überhaupt ist die minimalistische Architektur neben der Skulptur eine wesentliche Bezugsgröße im Schaffen von Ulla und Martin Kaufmann.

Das Design Lab#10 Alles Klappen! wird kuratiert von Claudia Banz und Ulla Kaufmann.

Eine Sonderausstellung des Kunstgewerbemuseums der Staatlichen Museen zu Berlin

Die Ausstellungsreihe „Design Lab“ lädt seit 2019 ausgewählte Designstudios, Studierende und Aktivist*innen ein, aktuelle Projekte vorzustellen und in einen Diskurs mit der Sammlung des Kunstgewerbemuseums zu treten. Kuratiert wird die Reihe von Claudia Banz, Kuratorin für Design am Kunstgewerbemuseum. Sie wird gefördert durch das Kuratorium Preußischer Kulturbesitz.

Ein Kubus ist ein Kubus ist ein Kubus

     
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/ Berliner U-Bahnzüge von gestern und morgen

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Das Deutsche Technikmuseum zeigt in Kooperation mit der BVG und dem Fahrzeughersteller Stadler in der Eisenbahn-Ausstellung im Lokschuppen das Mock-up der neuen Berliner U-Bahn. Es ist ein 1:1-Modell der neuen U-Bahn Baureihe J/JK, das die BVG im Frühjahr 2020 bei Stadler bestellt hat.

An der Seite des Neulings sind zwei historische Berliner U-Bahnwagen zu sehen. Direkt neben dem Mock-up auf Gleis 15 steht der Wagen 86 der Baureihe A1 von 1908, das älteste in Deutschland erhaltene U-Bahn-Fahrzeug. Abgerundet wird die Präsentation durch einen Doppeltriebwagen der Reihe F79 von 1980, der im Freigelände des Museums gezeigt wird.

Unter dem Motto „Von A bis J – Berliner-U-Bahnen von gestern und morgen“ schlägt das Museum damit einen Bogen von 170 Jahren, von den Anfängen der Berliner U-Bahn im Jahr 1902 bis in ihre Zukunft im Jahr 2072. Die neuen Züge sollen über 40 Jahre hinweg im Einsatz sein. Die U-Bahn-Baureihen werden mit fortlaufenden Buchstaben bezeichnet, nun ist Berlin bei "J" angekommen.

360-Grad-Modell

Fans der Berliner U-Bahn können virtuell auf eine Zeitreise in die Zukunft gehen. In einem virtuell begehbaren 360-Grad-Modell lassen sich bereits die Züge von Morgen erkunden. Vom Fahrgastraum durch das Multifunktionsabteil bis in die Fahrerkabine. Per Mausklick geht es durch das Fahrzeug der Baureihe JK. Dank der hohen Auflösung lässt sich in jeden Winkel hineinzoomen. Multimediale Touchpoints vermitteln in Texten, Audio- oder Video-Clips Informationen zu verschiedenen Aspekten wie Fahrgastinformation, Lichtdesign oder Barrierefreiheit. Erstellt wurde das 360-Grad-Modell von der TeamOn GmbH. Die Grundlage bilden rund 200 Einzelaufnahmen aus einem Mock-up. Mehr als 161 Millionen Pixel sorgen für eine spektakuläre Detailschärfe.


     
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Neobionten / Design Lab #9

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Das Kunstgewerbemuseum öffnet im Kontext der Reihe „Design Lab“ erneut seine Sammlungen für eine multiperspektivische Auseinandersetzung. Unter der Leitung von Axel Kufus sind Design-Student*innen der Universität der Künste Berlin eingeladen, die Dauerausstellung als Experimentierfeld für neue Interaktionen zwischen den Artefakten zu nutzen. Der Titel „Neobionten“ ist programmatisch auf das Kunstgewerbemuseum bezogen als Hort unzähliger Objekte unterschiedlicher Bedeutungen und Funktionen, aus unterschiedlichen Materialien, Kontexten, Jahrhunderten und Epochen.

Als „Neobionten” werden solche Spezies (Tiere, Pflanzen, Pilze) bezeichnet, die sich in einem Gebiet außerhalb ihres ursprünglichen Biotops angesiedelt haben. Diese Prozesse sind stets mit komplexen Wechselwirkungen verbunden: Das bedeutet, dass sich nicht nur der Neobiont an seine neue Umgebung anpassen muss, auch das Biotop verändert sich, wenn sich eine neue Spezies etabliert.

In zwölf, medial verschiedenen Interventionen untersuchen die Design-Studierenden der UdK, ob sich neobiontische Wanderungsprozesse und Wechselwirkungen auch für Artefakte nachweisen lassen. Was passiert mit Objekten, wenn sie ihr Biotop verlassen und in ganz andere Kontexte geraten? Wie werden sich die Objekte in diesen ungewohnten Umgebungen verhalten – und wie diese Umgebungen zu ihnen? Stehen ihre ursprünglichen Funktionen in den anderen Kontexten weiterhin im Vordergrund oder werden sie ganz neu interpretiert? Können sie ungeahnte Werte entfalten oder verlieren sie gänzlich an Relevanz?

Derlei Transformationen sind in musealen Kontexten normalerweise nicht vorgesehen. Im Gegenteil: Die Aufgabe des Museums liegt ja gerade darin, die Objekte vor jeglichen Veränderungen zu bewahren. Sie werden aus der lebendigen Welt des Werdens und Vergehens herausgenommen und mit einem semipermeablen Schutzmantel umgeben: hineinschauen möglich, heraus wirksam werden kaum. Dabei haben die meisten von ihnen eine Jahrhunderte lange, oft sehr bewegte Biographie der Wertschaffung und -veränderung, aber auch der Vernichtung hinter sich – inklusive der Raubzüge, und Kriege, die um sie oder um sie herum geführt wurden.

Was passiert, wenn wir die still gestellten Objekte entführen und zu neuem Leben erwecken? Wenn wir sie in ungewohnte soziale Kontexte verpflanzen, neue Narrative erfinden und sie auf die Probe stellen? Welche Geschichten lassen sich nach vorne entwickeln – und welche lassen sich erzählen, wenn die derart Verrückten zurückkehren in das museale Biotop? Welche multiplen Dialoge und auch Ansteckungen ereignen sich in den Sammlungs-Räumen des Kunstgewerbemuseums zwischen den Originalen und den neobiontischen Wiederkehrern?

Die Ausstellung wird kuratiert von Axel Kufus, Anja Lapatsch und Annika Unger vom Institut für Produkt- und Prozessgestaltung der UdK Berlin in Kooperation mit Sophia Prinz, Nicolas Rauch und Martha Schwindling.

Folgende Design-Studierende stellen aus: Thea Capitanio, Jairo Cuicapuza, Lukas Dilger, Roya Haupt, John Loerinci, Sebastian Müller-Tiburtius, Yule Post, Theresa Schwaiger, Esmée Willemsen, Anna Windrich, Cathy Wolter.

 

Eine experimentellen Kooperation und Sonderausstellung des Kunstgewerbemuseums der Staatlichen Museen zu Berlin mit Design-Studierenden der UdK Berlin

Die Ausstellungsreihe „Design Lab“ lädt seit 2019 ausgewählte Designstudios, Studierende und Aktivist*innen ein, aktuelle Projekte vorzustellen und in einen Diskurs mit der Sammlung des Kunstgewerbemuseums zu treten. Kuratiert wird die Reihe von Claudia Banz, Kuratorin für Design am Kunstgewerbemuseum. Sie wird gefördert durch das Kuratorium Preußischer Kulturbesitz.

Neobionten

     
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/ Einblicke – Die Brüder Humboldt

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Alexander und Wilhelm von Humboldt sind die Namensgeber des Humboldt Forums. Ihre Art des vernetzten Denkens, ihre Neugier und Offenheit sind prägend für die Art und Weise, wie das Forum sich gestaltet. Die Ausstellung Einblicke. Die Brüder Humboldt wirft Schlaglichter auf ihr Wirken, die Zeitumstände und schafft Verbindungslinien zu den Prinzipien und Inhalten des Humboldt Forums.

Alexander von Humboldt reiste durch Teile Süd- und Nordamerikas und später durch Russland bis an die chinesische Grenze. Wilhelm von Humboldt reiste bis an die Grenzen Europas und lebte in Paris, Rom, London und Wien.

Sie besaßen das Privileg von Wohlstand, bester Ausbildung und Kontakten zu Mächtigen und Gelehrten in vielen Ländern. Für ihre Erforschung von Natur, Kulturen und Sprachen arbeiteten sie mit Menschen auf der ganzen Welt zusammen. In einem größeren Kontext trugen sie zum Bestreben der europäischen Wissenschaften bei, die Welt in ihren kleinen Details und großen Zusammenhängen zu erklären.

Das Reisen europäischer Forscher und das Zusammentragen von Wissen über die Welt war untrennbar verbunden mit der Macht, die Europa in anderen Regionen der Welt ausübte.

Die Ausdehnung des europäischen Einflussbereichs stützte sich nicht nur auf Waffengewalt und Handelszwänge, sondern auch auf die geistige Vorbereitung und Zuarbeit durch Naturforscher, Kartografen, Geologen, Menschenkundler und Sprachforscher. Alexander und Wilhelm von Humboldt waren all das.

Sie bezogen Position gegen koloniale Wirtschaftsinteressen und die Versklavung und Ausbeutung von Menschen, und für die Vielfalt von Kultur, die Verantwortung gegenüber der Natur und für Gerechtigkeit. Und doch stehen sie nicht außerhalb, sondern sind Teil des europäischen Anspruchs, nicht nur über, sondern für die Welt zu denken.

Der Name des Humboldt Forums erinnert an zwei außergewöhnliche Brüder. Sein Programm verpflichtet dazu, sie nicht als Helden zu sich zu holen, sondern als Teil einer Vergangenheit, die für die Fragen der Gegenwart und die Verantwortung für die Zukunft von Bedeutung ist. Dazu gehört, sich nicht nur mit ihren Ideen und Leistungen zu verbinden, sondern auch die Menschen zu Wort kommen zu lassen, über die sie schrieben, und deren Pflanzen, Artefakte und Sprachen sie erforschten.

Einblicke in die Ausstellung bieten die Fenster der Passage zum zentralen Treppenhaus. Die Passage ist 24 Stunden zugänglich.


     
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/ Plattfuß in Berlin

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Die Familie Pedersoli ehrt mit der liebevoll kuratierten Schau ihren 2016 im Alter von 86 Jahren verstorbenen Ehemann, Vater und Großvater. Hunderte einzigartige Exponate aus dem Privatleben von Schauspieler Carlo Pedersoli und der großen Filmkarriere seines Alter Egos Bud Spencer werden im Römischen Hof, Unter den Linden zu sehen sein.

Erstmals wird sich eine multimediale Ausstellung in Deutschland mit dem großen Fankult rund um Bud Spencer und Terence Hill beschäftigen.


     
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/ Ausgeblendet.

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Im Stadtbild Berlins finden sich heute zahlreiche Gedenkstätten, Dokumentationszentren und Mahnmale, die an die nationalsozialistischen Verbrechen erinnern. Der Einrichtung vieler dieser Orte – gerade, wenn es sich um sogenannte Täterorte handelt – ging jedoch eine lange Geschichte des Ausblendens und Verschweigens sowie politischer Auseinandersetzungen voraus.

Die Ausstellung »Ausgeblendet« erzählt von diesem schwierigen Prozess der Sichtbarmachung in Ost-Berlin vor und nach der deutschen Wiedervereinigung. Zugleich bietet sie einen Einblick in die Forschung über verschwundene und wiederentdeckte Orte des frühen SA-Terrors und der NS-Schaltzentralen der Macht in Ost-Berlin. Museumsleiterin Dr. Irene von Götz hat für die Ausstellung ein Kapitel kuratiert. Passend zur Geschichte des Gedenkortes SA-Gefängnis Papestraße widmet sich ihre Tafel den lange Zeit in Vergessenheit geratenen frühen Konzentrationslagern im Ostteil der Stadt.

Die Ausstellung ist der zweite Teil einer Wanderausstellung des Aktiven Museums Faschismus und Widerstand in Berlin e.V. und der Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz. 2019 war im Gedenkort SA-Gefängnis Papestraße bereits der erste Ausstellungsteil zum Umgang mit NS-Täterorten in West-Berlin zu sehen.


     
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/ „Iss dich schlau! Von Apfel bis Zimt!“

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Unter dem Motto „Was ist gut für mich und was ist gut für die Welt“ folgen die jungen Besucher_innen der Spur einer gesunden und nachhaltigen Ernährung. Erkunden, woher Lebensmittel kommen, wie sie zubereitet werden, welchen Einfluss sie auf den eigenen Körper und die Umwelt haben ― dazu laden ein spannender Erlebnisparcours und ein vielfältiges Workshop-Angebot ein.


Von der Superkraft bis zum Wasserfußabdruck: Mitmach-Reise in die Ernährungswelt

Um den Zusammenhang zwischen der Produktion von Lebensmitteln, der Auswahl beim Einkauf und der Wirkung auf den eigenen Körper zu entdecken, bietet die Ausstellung unterschiedliche Erlebnisstationen. Im „Supermarkt“ können Kinder nach Lust und Laune „einkaufen“, um dann in der „Küche“ zu erfahren, wie die ausgewählten Lebensmittel zubereitet und gelagert werden. Im „Esszimmer“ finden neugierige Lebensmittelforscher_innen heraus, was die eigene Körpergröße mit der richtigen Essmenge zu tun hat.

Müde und schlapp oder glücklich und voller Energie? Im „Kinderzimmer“ wecken Lebensmittel Superkräfte. Dort treffen junge Entdecker_innen auch auf lustige „Stars“: Katy Karotte, Bro Cooli und Egg Sheeran geben leckere Tipps für eine ausgewogene Ernährung.

Zudem ermöglicht die Erlebnisausstellung spannende Einblicke hinter die Kulissen der Nahrungsmittelproduktion: Im „Gewächshaus“ etwa können sich Kinder mit dem Wasserfußabdruck von Lebensmitteln beschäftigen und Auswirkungen auf das Klima entdecken.


Schlaubeere, Megamöhre oder Master-Mais: Wie schlau hast du dich „gegessen“?

Wer den gesamten Parcours durchlaufen und knifflige Extra-Aufgaben gelöst hat, kann sein Wissen an der Kasse auswerten: Hier erfahren die Besucher_innen, ob sie sich zum Locker-Lauch, zur Schlaubeere, Megamöhre oder zum Master-Mais „gegessen“ haben.

Für zusätzliche Aha-Erlebnisse rund um die vielfältige Welt der Ernährung hat das Kindermuseum unterm Dach ein breites Programm für Schulklassen, Gruppen und Familien auf dem Einkaufszettel: Vom Koch- bis zum Sprach-Workshop ― hier geht alles durch Kopf und Bauch, um Essen und Trinken mit allen Sinnen zu erforschen.


Mehr Informationen und spannende Aktionen − etwa die Koch-Show „Iss dich schlauTV“ − gibt es auf der Homepage des Museums unter www.kindermuseum-unterm-dach.berlin.

 


     
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/ »Kommt schwimmen«

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Ein beherzter Sprung ins kühle Nass bei Sonnenschein und Sommerwind? Der Begriff Seebad weckt beim Lesen unwillkürlich Urlaubsgefühle. Mariendorf liegt bekanntlich weder an der Nord- noch an der Ostsee. Dennoch war das dortige Seebad über Jahrzehnte ein Anziehungspunkt für Groß und Klein und galt Ende der 1920er Jahre als die „größte und schönste Sportbadeanstalt von Groß-Berlin“ mit bis zu 4000 Gästen täglich.

Nicht nur Schwimmer_innen kamen hier auf ihre Kosten: Das Schwimmbad war ein beliebtes Ausflugsziel und hatte als Naturidyll mit Parkanlage, Seeterrassen, Konzertangeboten und einem Wasserfall auch abseits des Badevergnügens einiges zu bieten. Zeitweilig war es sogar eine der relevantesten Wettkampfstätten für den deutschen Schwimmsport.

Die Geschichte des Seebades Mariendorf ist untrennbar mit der Familie Lewissohn verbunden. Der Besitzer Adolf Lewissohn trieb ab 1876 den Ausbau der Anlage beständig voran und erschloss dafür neue Geschäftsfelder. Im Winter nutzte er seine Wasserflächen, um große Mengen Natureis für die Berliner Brauereien zu ernten. Außerdem war er als Grundstücksmakler erfolgreich und hatte durch diese Tätigkeit einen wichtigen Einfluss auf die Entwicklung von Mariendorf und Tempelhof.

 Die Badeanstalt durchlebte während der Weimarer Republik ihre Glanzzeit. Die Weltwirtschaftskrise und der zunehmende Antisemitismus ab den 1930er Jahren machten jedoch den Weiterbetrieb unmöglich. Die Anlage geriet unter Zwangsverwaltung und erhielt neue Eigentümer_innen. Nach dem Zweiten Weltkrieg kämpfte Helene Lewissohn, die Tochter des Gründers, vergeblich um Entschädigungsleistungen für den Verlust des Familienbesitzes. Nach 1945 entsprach das Seebad nicht mehr den Anforderungen der Zeit und wurde 1950 zugeschüttet und abgerissen.

Die Sonderausstellung im Tempelhof Museum erzählt am Beispiel des Seebades Mariendorf deutsche Geschichte von der Gründer- bis zur Nachkriegszeit.

Zu sehen sind neben zahlreichen historischen Fotografien und Dokumenten auch Wandbilder der Künstlerin Friederike von Hellermann. Mit ihren Illustrationen lässt sie die lebendige Szenerie des Seebades wieder auferstehen.

 


     
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/ Enthüllte Schätze

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Vor mehr als 101 Jahren wurde der Grundstock für die heutige Kunstsammlung der Museen Tempelhof-Schöneberg gelegt. 1919 erwarb die damals noch selbständige Stadt Schöneberg die Kunstschätze der ortsansässigen Sammlerfamilie Levinstein. Durch weitere Ankäufe und Schenkungen entstand nach und nach ein facettenreiches Kunstdepot, das inzwischen über 600 Bilder und Skulpturen beherbergt. Das Jubiläum ist ein willkommener Anlass, um einige dieser Kunstwerke nach langer Zeit wieder zu enthüllen.

Mit Hans Baluschek, Marlene Dietrich, Editha Krause-Droth, Brigitte Krüger, Georg Netzband, Moriz Melzer, Ludwig von Hofmann und Albert Einstein stehen Künstler·innen, Secessionisten und einflussreiche Persönlichkeiten im Mittelpunkt der Ausstellung. Die Bilder lassen die Betrachter·innen eintauchen in die Berliner Kunstszene des ausgehenden 19. und 20. Jahrhunderts. Sie geben Einblicke in damalige Straßenszenen und führen durch abstrakte Landschaften sowie stimmungsvolle Hinterhöfe – bis hin zum Schöneberger Gasometer.

Begleitprogramm

Zur Ausstellung gibt es ein vielfältiges Begleitprogramm – mit Stadtspaziergängen zum Gasometer auf der "Schöneberger Insel" und kreativen Ferienangeboten. Aktuelle Infos dazu finden Sie zeitnah auf der Homepage.

 


 


     
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/ Das gläserne Gedächtnis

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Die Erfindung der Glasgelatinetrockenplatten revolutionierte vor 1900 die Fotografie – und gewährt uns heute Rück- und Einblicke in Zustände der Schlösser und Gärten in ihrem historischen Umfeld. Mehr als 20.000 Glasnegative werden in der Fotosammlung der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) aufbewahrt. Sie stammen aus der Zeit vom Ende des 19. Jahrhunderts bis Anfang der 1980er Jahre und sind ein bedeutender Teil des visuellen Gedächtnisses der Stiftung.

Besonders wertvoll sind Fotografien, die vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs entstanden. Sie bilden den Schwerpunkt der Ausstellung „Das gläserne Gedächtnis“, die in den Römischen Bädern im Potsdamer Park Sanssouci zu sehen ist.

Die Ausstellung zeigt neben historischen Aufnahmen der Schlösser in Berlin und Brandenburg vor allem Fotografien von Schloss- und Gartenensembles, die vor 1945 als Museumsschlösser zur preußischen Schlösserverwaltung gehörten. In Folge des Zweiten Weltkriegs und der deutsch-deutschen Teilung werden sie heute von anderen Institutionen verwaltet, so unter anderem die Schlösser im Rheinland, Schloss Mohlsdorf in Thüringen oder Kassel-Wilhelmshöhe. Andere wurden zerstört, wie die Stadtschlösser in Königsberg, Berlin und Potsdam. Die historischen Aufnahmen dokumentieren Kriegseinwirkungen und Bauschäden, Restaurierungs- und Sanierungsmaßnahmen. Andere Konvolute entstanden im Zusammenhang mit den Auslagerungen des Kulturguts seit Kriegsbeginn. Auch Aufnahmen von Kunstobjekten, die seit Kriegsende verschollen sind, befinden sich in der Sammlung.

Bei den historischen Aufnahmen handelt es sich um Negative auf Glasgelatinetrockenplatten. Dieses Fotomaterial, das um 1878 auf den Markt kam, war erstmals lagerungsfähig. Zudem ermöglichte es durch sehr kurze Belichtungszeiten Momentaufnahmen und dokumentarische Fotografien außerhalb der Ateliers. Die Sammlung der SPSG enthält auch einige farbige Glasplattendias, sogenannte Autochrome, aus der Werkstatt des Berliner Fotopioniers Ottomar Anschütz (1846-1907).

Nicht zuletzt sind die Aufnahmen für die Forschung und die konservatorisch-restauratorische Betreuung von Kunstwerken von unschätzbarem Wert. In der Ausstellung werden ausgewählte Kunstobjekte und Architekturfragmente neben den Fotografien mit ihrer Abbildung präsentiert.


     
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/ Konrad Sommer und der Falter auf der Nase

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Die Ausstellung “Konrad Sommer und der Falter auf der Nase” zeigt in einer umfangreichen Retrospektive das bisher weitgehend unbekannte Werk des Münchener Malers. Konrad Sommer (1915 – 2012) kann als eine Ausnahmeerscheinung in der Kunst der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts angesehen werden. Er widmete nach dem 2. Weltkrieg sein sich in unterschiedlichen Medien entfaltendes Werk vornehmlich der Landschaftsdarstellung. Zu einer Zeit, als man sie als überholt und nicht mehr zeitgemäß ansah. Gleichzeitig griff er in den 1960er Jahren Entwicklungen voraus, die ein Jahrzehnt später vom aufkommenden Neoexpressionismus und der einsetzenden Postmoderne einem breiten Publikum vorgestellt wurden: das Spiel mit expressiver Farbigkeit, das Malen eines Motivs in Serien und die Langzeitbeobachtung der Landschaft.

In den letzten Schaffensjahren, als seine Sehfähigkeit drastisch abnahm, fertigte er ein faszinierendes Alterswerk, in dem er die Grenzen der Wahrnehmung auslotete. Seine Motivserien verweisen auf Naturzyklen, die menschliches Fassungsvermögen übersteigen und in Bildmetaphern und verstörenden Gestaltungen Bezug auf ein wachsendes Umweltbewusstsein nehmen.


     
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/ Diversity United

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90 KÜNSTLER:INNEN, 34 LÄNDER, 1 KONTINENT IM DIALOG
 
In einer Zeit der globalen Krise und zunehmenden politischen Sprachlosigkeit fordert die Kunst den gesellschaftlichen Dialog. Während die Welt mit dem Kampf gegen die Pandemie vollauf beschäftigt ist, sind zentrale Themen der Ausstellung – Freiheit und Globalisierung, Wert und Gefährdung von Demokratie, Solidarität und Spaltung – dringlicher denn je.
 
Welche Antworten haben Künstler:innen unterschiedlicher Generationen, Geschlechter und Herkunft auf drängende Fragen der Gegenwart, auf die europäische Vergangenheit und Zukunft? Ihre Werke kommentieren Themen wie Macht und Gleichheit, Migration und Territorium, politische und persönliche Identität – und immer wieder Fragen nach der Verantwortung von Europa und für Europa in einer globalisierten Welt.
 
Kunst ist ihrem Wesen nach grenzenlos und lässt uns über Grenzen und Unterschiede im freien Austausch neu nachdenken. Die Künstler:innen führen uns vor Augen, dass sie Grenzen nicht nur geistig überwinden, sondern auch ganz konkret im Alltag: in der Wahl ihrer Ausbildungsstätte, ihres Lebensmittelpunkts und Atelierstandorts, ihrer Galerie, ihrer Themen und Einflüsse. Das künstlerische Gesicht Europas ist komplex, vielfältig und immer in Bewegung – so wie das „Projekt“ Europa selbst.

 

 


     
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/ Wissensstadt Berlin 2021

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Das Jahr 2021 steht ganz im Zeichen der Wissenschaften und präsentiert die Hauptstadt als einen der meist beachteten Wissenschaftsstandorte Europas.

Die Corona-Pandemie sowie der intensive Diskurs zu Klima-, Gesundheits- und Gesellschaftsthemen führen eindrücklich vor Augen, wie wichtig das Zusammenwirken von Forschung, politischen Entscheidungen und gesellschaftlichem Handeln ist. Und nicht zuletzt, welche Bedeutung die Wissenschaft für unseren Alltag hat. Welchen Einfluss nimmt die Wissenschaft auf unsere tägliche Lebensrealität und wie profitiert jede*r Einzelne davon?

Zur Ergründung dieser und anderer Fragen haben sich auf Initiative des Regierenden Bürgermeisters von Berlin und Wissenschaftssenators Michael Müller über 50 renommierte Berliner Institutionen und Akteur*innen aus Wissenschaft und Forschung mit Kulturprojekte Berlin für das Gemeinschaftsprojekt „Wissensstadt Berlin 2021“ zusammengetan. Von Sommer bis Jahresende richten sie berlinweit über 100 eigene und gemeinsame Veranstaltungen aus – im digitalen Raum, in den Institutionen selbst, genauso wie im Stadtraum.

Den Auftakt macht eine zentrale Open-Air-Ausstellung vor dem Roten Rathaus, zusammen mit einem abwechslungsreichen Gemeinschaftsprogramm aus Panels, Sommerkino, Science Slams und Live-Demonstrationen.

Hier wird geforscht und gelehrt, gezweifelt und gefragt, entworfen und verworfen, entwickelt und diskutiert. Hier sprudeln die Erkenntnisse. Hier arbeiten viele an den Fragen unserer Zeit: Wie begegnen wir der Klimakrise? Wie steht es um unsere Gesundheit? Wie können wir gut und gerecht zusammenleben, in Berlin und überhaupt?

Die Open-Air-Ausstellung gibt der Wissensstadt Berlin in diesem Sommer ein starkes und lebendiges Zentrum. Kuratiert wurde die Ausstellung von Joachim Baur von Die Exponauten. Drei Quartiere widmen sich den großen Herausforderungen unserer Zeit: KLIMA, GESUNDHEIT und ZUSAMMENLEBEN. Unzählige Fragen, die uns bewegen, liegen in der Luft und leiten Sie durch die Ausstellung. Ausgewählte Berliner Forschungsprojekte geben Einblicke in ihre Arbeit und weisen Wege zu Antworten. Denn eins ist klar: Berlin wills wissen!

Die Wissensstadt Berlin zeigt sich so als aktives Labor der Bearbeitung aktueller und zukunftsweisender Fragen. Ganz auf die Gegenwart bezogen, werden hier wissenschaftliche Forschung, ihre Faszination und Folgen sichtbar.

Eine Jubiläumsausstellung anlässlich der 200. Geburtstage des Physiologen und Physikers Hermann von Helmholtz sowie des Arztes und Politikers Rudolf Virchow ergänzt das Angebot im „Zentrum“ der Wissensstadt Berlin 2021. Bis Jahresende folgen vielfältige Formate von Vorträgen über Workshops bis hin zu Performances und Podcasts. Digital und vor Ort laden die Projektpartner damit zum Mitmachen ein und informieren zu neuesten Ansätzen und innovativen Lösungen.

Die Ausstellungen am und im Roten Rathaus können Sie bis zum 22.8.2021 besuchen. Das Open-Air-Programm findet vom 1.7. bis zum 14.8.2021 statt.


     
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Vom Neuen Theaters am Zoo zum Deutschen Volkstheater / Theater im Museum für Fotografie

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In einer detektivischen Spurensuche beleuchtet die Schau ein bisher kaum bekanntes Kapitel der Geschichte des ehemaligen Landwehrkasinos, des jetzigen Museums für Fotografie. Im Kaisersaal, dem großen Ausstellungsraum des Museums im 2. Obergeschoss wurde vor 100 Jahren ein Theater eingerichtet. In der Ausstellung wird anhand von Theaterfotografien, Programmheften, Besetzungszetteln, Postkarten und Plakaten dessen wechselhafte Geschichte vorgestellt.

Das Landwehrkasino wurde 1909 als Versammlungshaus des Reserveoffizierscorps errichtet. Nach dem 1. Weltkrieg fehlten dem Militär die Mittel, daher musste das repräsentative Herzstück des Kasinos, der Kaisersaal, vermietet werden. Dort eröffnete Gustav Charlé im August 1921 das Neue Theater am Zoo. Die Bühne lag im Neuen Westen, dem Zentrum der Vergnügungskultur der „goldenen“ Zwanzigerjahre rund um die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche und den Kurfürstendamm, und bot mit Operetten wie Tanztheater, mit Stücken von Shakespeare über Wedekind bis Roda Roda, mit Klavierabenden wie Lustspielen ein sehr breites und abwechslungsreiches Programm.

Das Theater erlebte eine schnelle Abfolge von Sensationserfolgen, Pleiten und Direktionswechseln. 1929 übernahm Joachim von Ostau die Bühne und benannte sie in Deutsches Volkstheater um. Bereits ein knappes Jahr später war sein Vorhaben gescheitert, ein kulturell bedeutsames Theater zu etablieren. Wie viele andere Bühnen wurde das Haus in Folge der Weltwirtschaftskrise in den frühen 1930er Jahren aufgegeben. Das Theaterexperiment im Landwehrkasino steht so exemplarisch für das Berliner Theaterleben der Weimarer Republik. 

Theaterfotografien von Lotte Jacobi und Joseph Schmidt dokumentieren Inszenierungen des Neuen Theaters am Zoo / Deutschen Volkstheaters. Sie geben aufschlussreiche Einblick in die aufgeführten Stücke, die Bühnengestaltung und Kostüme der Zeit. Auch die Tanzfotografie ist mit Aufnahmen Suse Byks von Stücken des bekannten Choreografen und Tanztheoretikers Rudolph von Laban sowie Bildern Martin Badekows von der Nackttänzerin Celly de Rheidt vertreten. 

Die Präsentation versammelt Objekte aus den Beständen der Kunstbibliothek, der bpk-Bildagentur für Kunst, Kultur und Geschichte, der Staatsbibliothek zu Berlin, der Akademie der Künste, der Stiftung Stadtmuseum Berlin, des Museums Charlottenburg-Wilmersdorf in der Villa Oppenheim, des Bildarchivs akg-images und der Universitätsbibliothek Leipzig. Sie wird zusammen mit der Ausstellung „Ruth Walz. Theaterfotografie“ im Kaisersaal des Museums für Fotografie präsentiert.

Zur Ausstellung erscheint eine Publikation von Justine Tutmann im Deutschen Kunstverlag, 112 Seiten, 74 Abbildungen, ISBN 978-3-422-98696-1 ca. 19 Euro.

Vom Neuen Theaters am Zoo zum Deutschen Volkstheater

     
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/ Nägel - Eine Installation von Sonya Schönberger

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"Haben Dinge ein Gedächtnis? Haben sie die Fähigkeit, uns aufzuklären über eine verdrängte oder vergessene Geschichte?" Sonya Schönberger

Auf dem Tempelhofer Feld befanden sich ab 1941 Zwangsarbeitslager der Deutschen Lufthansa und der Weser Flugzeugbau. Tausende Menschen unterschiedlicher Nationalitäten wurden in dieser Zeit unter menschenverachtenden Bedingungen für die nationalsozialistische Rüstungsproduktion zwangsverpflichtet. Zwischen 2012 und 2014 brachten archäologische Grabungen historische Überreste dieser Zeit zutage. Mit ihrer begehbaren Rauminstallation lenkt die Künstlerin Sonya Schönberger den Blick auf die unmenschliche Situation in den Lagern ― und verschränkt sie zugleich mit der Geschichte des Schwerbelastungskörpers.

Zwangsarbeit war im Nationalsozialismus ein Massenphänomen. Allein im Deutschen Reich wurden zwischen 1938 und 1945 rund 13 Millionen Männer und Frauen in der Industrie, Landwirtschaft und Haushalten zwangsbeschäftigt. Auch in Tempelhof beteiligten sich zahlreiche Betriebe an dieser Ausbeutung. Auf dem Tempelhofer Feld wurden während des Zweiten Weltkriegs tausende Kriegsflugzeuge gebaut – von Menschen aus halb Europa, die unter menschenverachtenden Bedingungen arbeiten und in Baracken auf dem Flughafen hausen mussten.

In ihrer Installation »Nägel« thematisiert Sonya Schönberger dieses System von Ausbeutung und Unterdrückung. Der Schwerbelastungskörper steht bis heute weithin sichtbar für die megalomane Stadtplanung der NS-Führung, die für die geplante Neugestaltung Berlins selbst zahlreiche Zwangsarbeiter_innen einsetzte. Die Installation interveniert hier und präsentiert im Schwerbelastungskörper 13.000 archäologisch geborgene Nägel, die einst die Baracken der Zwangsarbeiter_innen auf dem Tempelhofer Feld zusammenhielten. Die Sonderausstellung bietet einen einzigartigen interdisziplinären Zugang aus Kunst, Geschichtswissenschaft und Archäologie zur Erinnerung an Zwangsarbeit.

Sonya Schönberger verbindet in ihrer künstlerischen Praxis ihre Studien der Ethnologie und der Experimentellen Mediengestaltung. In den letzten Jahren hat sie ein Langzeitarchiv aufgebaut, für das sie in verschiedenen Ländern private Gespräche mit Zeitzeug_innen des Zweiten Weltkriegs führte. Mit Hilfe dieses „Archivs der Erinnerungen“ untersucht sie die Auswirkungen der Traumata einer Nation auf zukünftige Generationen. Sie arbeitet auch mit bestehenden Archiven wie dem Nachlass des Journalisten André Müller, der die Nachkriegszeit in Westdeutschland dokumentiert hat, indem er einflussreiche Stimmen kritisch sammelte. Ein weiteres künstlerisches Langzeitprojekt ist ihr Videoarchiv „Berliner Zimmer“, das in Kooperation mit dem Stadtmuseum Berlin 2018 begonnen wurde und hundert Jahre lang geführt werden soll. Hier kommen die Menschen zu Wort, die in dieser Stadt leben. Sie verwendet je nach Projekt verschiedene Medien wie Fotografie, Theater, Film, Installation oder Audioformate bzw. deren Kombination.

Ihr Kurzfilm „Annäherung“, in dem sie sich bereits mit den Nägeln der Grabung auf dem Tempelhofer Feld auseinandergesetzt hat, wurde im Mai 2021 im deutschen Online-Wettbewerb der Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen gezeigt. Infos unter: www.kurzfilmtage.de/de/

2022 ist Sonya Schönberger Stipendiatin der Villa Aurora in Los Angeles.

Weitere Infos zur Künsterin unter https://www.sonyaschoenberger.de


     
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Der Modeschöpfer Christian Dior / Christian Dior und seine Nachfolger

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Neben Original-Entwürfen aus der Sammlung des Kunstgewerbemuseums zeigt die Ausstellung Arbeiten von Studierenden der Hochschule Macromedia Berlin. Insgesamt sind rund zehn Professor*innen und 100 Studierende aus den Bachelor-Programmen Fashion Design, Fashion Management, Schauspiel und Kommunikationsdesign an der Ausstellungskooperation beteiligt.

Aktueller Anlass der Sonderpräsentation sind die jüngsten Zugänge von Dior-Modellen in die Sammlung des Kunstgewerbemuseums. Durch die neuen Erwerbungen und Schenkungen ist es nun möglich, eine chronologische Zeitreise durch die Geschichte des Modehauses zu unternehmen. Angefangen bei den frühen Modellen von Christian Dior werden erstmals noch nie gezeigte Entwürfe seiner Nachfolger Yves Saint Laurent, Marc Bohan, Gianfranco Ferré und John Galliano der Öffentlichkeit präsentiert. Highlight der 28 Objekte umfassenden Ausstellung im Modekabinett des Kunstgewerbemuseums wird das 2019 erworbene, über und über mit Glasperlen bestickte Abendkleid „Mexique“ aus der Herbst/Winter-Kollektion von 1951 sein.

Bereits mit seiner ersten, 1947 präsentierten Kollektion war Christian Dior (geb. 1905 in Granville, Frankreich) nach der langen kriegsbedingten Zeit der Entbehrungen schlagartig in aller Munde. Mit seiner Ligne Corolle, die eine figurbetonte Silhouette mit schmaler Taille und weit schwingendem Rock propagiert, kam eine verloren gegangene Leichtigkeit in die Mode zurück – der „New Look“ war geboren. Mit seinen Kollektionen bestimmt Dior im folgenden Jahrzehnt die Mode seiner Zeit. Nach seinem plötzlichen Tod 1957 übernimmt Yves Saint Laurent die Leitung des Hauses. Er interpretiert Diors Erbe mit einer eigenen revolutionären Handschrift und setzt den Startpunkt für die Reihe seiner Nachfolger. Bis heute prägt das Unternehmen das aktuelle Modegeschehen und entwirft mit seiner Chefdesignerin Maria Grazia Chiuri Saison für Saison Musthaves für Modebegeisterte.

Eine Sonderpräsentation des Kunstgewerbemuseums – Staatliche Museen zu Berlin und der Hochschule Macromedia

Der Modeschöpfer Christian Dior

     
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/ Michael Stevenson

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Ausstellung Disproof Does Not Equal Disbelief des in Berlin lebenden Künstlers Michael Stevenson (*1964, NZ) präsentiert einen unkonventionellen Rückblick auf die künstlerische Praxis Stevensons der vergangenen 35 Jahre. Seit den 1980er Jahren hat Stevenson eine künstlerische Sprache entwickelt, die an der Schnittstelle von Ökonomie, Technologie, Bildung und Glauben operiert und die infrastrukturellen Systeme, die diese Disziplinen bedingen, sowie deren Verschränkung untersucht. Die Ausstellung markiert Stevensons erste institutionelle Einzelpräsentation in Berlin und bietet eine fokussierte Neubetrachtung seines Werks, in der frühe Malereien mit neueren raumgreifenden Installationen in Dialog gesetzt werden.

 

Fragmentierung wird zur standardisierten Darstellungsweise für ältere Werkgruppen, im Stile der Boneyards der Industrie. Die Navigation durch die Ausstellung erfolgt über die Analogie eines großen Fisches oder des Verdauungstrakts eines Wals. Die Architektur wird so zur Anatomie und damit auch der Inhalt darin, auf dem Boden, an der Wand zu Studien seiner Eingeweide. Mit seiner Ausstellung gewährt der Künstler Einblicke aus dem Bauch eines Wales in die Ursprünge unserer konstruierten Welt, um unser Bewusstsein dafür zu schärfen, dass eine Widerlegung rationaler Theorien nicht automatisch und unwiderruflich mit Unglauben gleichzusetzen ist.

 

Kuratorin: Anna Gritz
Assistenzkurator: Léon Kruijswijk

 

 

Disproof Does Not Equal Disbelief wird in Zusammenarbeit mit dem Kunstinstituut Melly (Formerly known as Witte de With Center for Contemporary Art) in Rotterdam präsentiert, wo vom 20. September 2020 bis 21. März 2021 eine frühere Version der Ausstellung präsentiert wurde.

 

Die Installation Serene Velocity in Practice: MC510/CS183 wurde von der Auckland Art Gallery Toi o Tāmaki, der Sydney Biennale 2018 und dem Monash University Museum of Art | MUMA beauftragt, wo sie zwischen 2017 und 2019 präsentiert wurde.

 

KW Institute for Contemporary Art 
KUNST-WERKE BERLIN e. V. 
Auguststraße 69 
10117 Berlin 
Tel. +49 30 243459-69
info@kw-berlin.de

 


     
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/ stanley brouwn

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Kuratorinnen: Kathrin Bentele, Anna Gritz, Ghislaine Leung


     
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/ Zeros and Ones

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Gruppenausstellung Zeros and Ones untersucht die Art und Weise, wie Künstler*innen im Rahmen der sie umgebenden institutionellen Strukturen operieren und diese hinterfragen. Ausgehend von Strategien des Scriptings, des Scorings, der Instruktion oder Anweisung verkomplizieren die ausgewählten Positionen systematisch Abläufe durch gelebte Erfahrung. Werkzeuge und Tätigkeiten werden ohne messbare Ergebnisse ausgereizt, sie werden wiederholt, aufgehoben, einer Intervention unterzogen und gleichzeitig immer wieder zu den materiellen Bedingungen ihrer Arbeit zurückgeführt. Durch subtile Umverteilungen werden Infrastruktur und Körper in gegenseitige Abhängigkeitsverhältnisse gestellt – sowohl intime als auch gewalttätige. Die künstlerischen Ansätze von Lutz Bacher, Jay Chung & Q Takeki Maeda, Hanne Darboven, Jana Euler, Jef Geys, Tishan Hsu, Ilmari Kalkkinen, Silvia Kolbowski, Pope L., Louise Lawler, Carolyn Lazard, Lee Lozano, Henrik Olesen, Sarah Rapson, Margaret Raspé, readymades belong to everyone®, Ketty La Rocca, Sturtevant, Otto Wagner und Martin Wong, fordern geradezu dazu auf, tradierte Formeln und Hierarchien, die in der Kunst und darüber hinaus immer wieder aufs Neue reproduziert werden, sowie unsere eigene Rolle hierbei zu hinterfragen.

 

Kuratorinnen: Kathrin Bentele, Anna Gritz, Ghislaine Leung

 

Die Ausstellung Zeros and Ones wird ermöglicht durch den Hauptstadtkulturfonds. 

Mit freundlicher Unterstützung von Gebrüder Thonet Vienna.

Medienkooperation: Missy Magazine

 

KW Institute for Contemporary Art 
KUNST-WERKE BERLIN e. V. 
Auguststraße 69 
10117 Berlin 
Tel. +49 30 243459-69
info@kw-berlin.de


     
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/ Balade

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Balade ist ein Ausstellungsparcours, der von den Kuratorinnen Liberty Adrien und Carina Bukuts als Spaziergang durch die Nachbarschaft Charlottenburgs konzipiert ist. Die Ausstellung strebt an, die Bedingungen der Wahrnehmung einer Nachbarschaft bewusst zu machen und die Gestaltung des Raums und seine Geschichte zu reflektieren.

Eine Station des Parcours ist die Villa Oppenheim, für die Jumana Manna zwei skulpturale Serien realisiert. Eine Gruppe von Keramiken aus vermeintlich übrig gebliebenen Brotstücken greift die Tradition auf, überschüssiges Brot als potentielles Geschenk an einen Fremden im Freien liegen zu lassen. Die Skulpturen verhandeln, wie ein nährendes Objekt der Begierde zu einem unerwünschten Überbleibsel wird, das zugleich auf die Sünde der Verschwendung anspielt. Auf Betonblöcken angebrachte Fotografien von Betonverschüttungen in der Natur werden bei Manna zu Objekten ihrer eigenen Repräsentation und verweisen auf materielle und infrastrukturelle Abfälle.

Weitere Informationen zu den Ausstellungsorten und dem Begleitprogramm finden Sie hier:

» Website 

» Instagram

 

 

In Kooperation mit:

Museum Charlottenburg-Wilmersdorf, Stiftung Preussische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf von Berlin, Kleine Orangerie, Freie Universität Berlin, Institut Français, Yorck Kinogruppe, Savoy Hotel Berlin

 

Balade wird unterstützt durch:

Stiftung Kunstfonds, Neustart Kultur, Leinemann-Stiftung für Bildung und Kunst, Senatsverwaltung für Kultur und Europa, Kultur Charlottenburg-Wilmersdorf, Königreich der Niederlande, Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf, Convelio, Zilkens Fine Art


     
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/ Kunst im Untergrund 2020/21 - as above, so below

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Interventionen im Stadtraum und Begleitveranstaltungen
 

Künstlerinnen: Sasha Amaya, Clara Brinkmann, Philine Puffer, Florine Schüschke, Juli Sikorska


Im Rahmen des offenen, deutschlandweiten Wettbewerbes »Kunst im Untergrund 2020/21: as above, so below« werden fünf Arbeiten realisiert, die sich mit sozialen Biotopen und dem Wandel städtischer Lebensräume auseinandersetzen. Der Kunstwettbewerb findet seit über 60 Jahren statt und die Berliner U-Bahnstationen stellen den Ausgangspunkt für ortsbezogene Interventionen dar. Bei der diesjährigen Ausgabe steht die U-Bahnlinie U8 im Fokus, deren Verlauf eine Achse längs durch die Stadt bildet. Im Norden, am U-Bahnhof Franz-Neumann-Platz, werden Bodenpreise, der Immobilienmarkt, die Privatisierung von Wohnraum sowie Umsiedlungen menschlicher wie pflanzlicher Akteur_innen und deren Konsequenzen thematisiert. Im Süden, am U-Bahnhof Leinestraße, werden diese Diskurse um die Beschäftigung mit spekulativen Möglichkeiten für neuen Wohnraum und mit Einflüssen der Erderwärmung auf urbane Lebensräume erweitert. Im Fahrgastfernsehen des gesamten U-Bahnnetzes, dem Berliner Fenster, werden auf humorvolle und kritische Weise die Rolle der U-Bahnhöfe insgesamt sowie deren Bewertung durch die Stadtbewohner_innen befragt. Im Zusammenspiel der Arbeiten wird der Untergrund gedanklich wie räumlich mit dem oberirdischen Teil der Stadt verbunden und global geführte Debatten finden sich in lokalen Strukturen wieder.

Sasha Amaya: »Neophytes«
Drei Poster auf den Hintergleisflächen am U-Bahnhof Franz-Neumann-Platz (U8)
100 Päckchen mit Saatgut zur Mitnahme bei lokalen Anbieter_innen, mit einem Essay der Künstlerin

Sasha Amaya ist Autorin und Künstlerin, die in den Bereichen Tanz, Choreografie, Installation und Raumgestaltung arbeitet. Ihre Arbeit mit dem Titel »Neophyten« widmet sich dem Verständnis der verschiedenen Strategien, die Pflanzen verfolgen, wenn sie in einem neuen Land ankommen.

Clara Brinkmann: »SubUrban – Die Zukunft Berlins lebt im Untergrund«
Plakate in der Nähe der Leinestr.:
Selchower Str. 26 (14.– 30. August)
Columbiadamm / Ecke Fontanestr. (31. August – 9. September)
Hermannstr. 220 (10.–30. September)
Reuterstr. / Ecke Karl-Marx-Str. (21.– 30. September)

Das Projekt der Künstlerin Clara Brinkmann ist das fiktive Immobilienunternehmen »Sub Urban«, das mit dieser Täuschung Fragen zu Raum, Recht auf Wohnen und bezahlbaren Wohnraum ironisch zuspitzt.

Philine Puffer: »click the stars« 
Videoclips im »Berliner Fenster«
Audio-Essay

Im gesamten U-Bahn-Netz wird über das Berliner Fenster die Arbeit von Philine Puffer in Form von kurzen Videoclips zu sehen sein. Dargestellt sind Google Rezensionen, Bewertungen und Internet-Kommentare zu Berliner U-Bahnhöfen, die nach unterschiedlichen Kriterien gesammelt und organisiert wurden.

Florine Schüschke: »Attraktive Grundstücke für Trauminvestitionen«
Zwei Poster auf den Hintergleisflächen und ein freistehendes Display am U-Bahnhof Franz-Neumann-Platz (U8)
Audiotour (60–90 min) Startpunkt: U-Bahnhof Franz-Neumann-Platz
www.trauminvestitionen.de

Mit einer 60-90-minütigen Audiotour in Reinickendorf und Wedding, lädt die Künstlerin und Architektin Florine Schüschke zu einem Stadtspaziergang auf den Spuren der Privatisierung ein: Hier werden landeseigener Grundbesitzverkauf, In-Sich-Verkäufe, Verkauf von Wohnhäusern an Immobilienfonds sowie Erbbaurechte thematisiert, zu denen sie seit 2018 forscht.

Juli Sikorska: »Urban Heat Island Living: Berlin-Neukölln«
Bodenaufkleber im U-Bahnhof Leinestr. (U8)
Plakate in der Nähe der Leinestr.:
Rollbergstr. 67
Boddinstr. / Hermannstr. 222
Thomasstr. / Selkestr.
Herrnhuter Weg 6
Donaustr. 102 / Rathaus Neukölln Hertastr. 1–1a / Ringbahnstr. Hermannstr. 122

»Urban Heat Island Living« ist eine spekulative Untersuchung der polnisch-deutschen Designerin Juli Sikorska. Sie nimmt sich Science-Fiction-Ideen, Zukunfts-Prototyping und Modellierungsprozesse zur Hilfe, um den Bezug zur Natur in urbanen Zentren zu analysieren, die zunehmenden Klimaveränderungen in der Stadt zu erforschen und sich so eine nachhaltige Zukunft für Berlin-Neukölln vorzustellen.

 

Soft Openings am 14. + 15. August 2021
Die künstlerischen Arbeiten eröffnen am Samstag in Reinickendorf und am Sonntag in Neukölln.

 

 

nGbK-Projektgruppe: Barbara Green, Lorena Juan, Marenka Krasomil, Isabelle Meiffert, Mirko Winkel


Unterstützt von der Senatsverwaltung für Kultur und Europa – Kunst im Stadtraum


     
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/ schrecklich schön. Elefant – Mensch – Elfenbein

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Die Geschichte des Elfenbeins ist zugleich eine Geschichte der Menschheit. Schon vor 40.000 Jahren schufen Menschen Objekte aus den Stoßzähnen des Mammuts. Die Wertschätzung des Elfenbeins zieht sich durch viele Kulturen verschiedener Kontinente und über Jahrtausende bis heute.

Die Stoßzähne selbst und daraus gefertigte Gegenstände waren stets Objekt menschlicher Begierde und damit Geschenk, Handelsware – und Raubgut.

Den Träger des kostbaren Stoffes hat dieses Begehren zur bedrohten Art gemacht, ist doch zur Gewinnung der Tod des Elefanten nötig. Die Ausstellung betrachtet diese spannungsvolle Verbindung von Elefant, Mensch und Elfenbein.

Ihre welt- und epochenumspannende Erzählung führt vom Kleinen ins Große: vom Elfenbeinfragment über das Motiv des Stoßzahns bis hin zum ganzen Tier. Sie verbindet die kulturelle Bedeutung des Elfenbeins mit naturkundlichen Aspekten und den sozialen und ökologischen Folgen seiner Verwendung.

Über 200 Exponate aus weltweit renommierten Museen wie dem British Museum in London, dem Museum für Angewandte Kunst in Wien, dem Rijksmuseum Amsterdam und dem Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg wurden zusammengetragen.

schrecklich schön präsentiert das Verhältnis Elefant – Mensch – Elfenbein auf ungewöhnliche Weise und mit einer großen Bandbreite an Perspektiven: vom Werkstoff und seiner Bearbeitung über das Motiv des Stoßzahns in seiner kolonialen Konnotation, von der Verwendung des Elfenbeins in Medizin und seiner Verbindung zu Schönheitsidealen über seine Rolle als Kultiviertheitssymbol, vom Elefanten als Repräsentant von Macht, Gegenstand der Jagd und als zu schützende Tierart, von seinem Verständnis als wichtiges Bindeglied im Kreislauf der Natur und als Sinnträger in Religion, Mythos und künstlerischer Reflexion.

Ein besonderes Ausstellungselement ist Voices of Ivory: Die Installation lässt unterschiedliche Expert*innen, Naturschützer*innen, Zollbeamt*innen und Elfenbeinsammler*innen zu Wort kommen. Die teils kontroversen Statements schaffen ein Forum verschiedener Haltungen und vielstimmiger Sichtweisen und setzen das Thema in ethische, globale und politische Zusammenhänge.Wie kann ein biologischer Rohstoff, dessen Gewinnung mit zum Teil drastischen Konsequenzen für Tier und Mensch verbunden war und ist, überhaupt museal präsentiert werden? Auch das fragt die Ausstellung. Mit der modellhaften Präsentation entwickelt sie einen neuen Typ Museum mit, das alles andere ist als ein „Elfenbeinturm“: ein Ort der Konversation und Vernetzung. Die Schau ist damit auch eine Ausstellung über die Möglichkeiten des Ausstellungsmachens.

 

Die Ausstellung ist Teil eines Programmclusters, der aus einem Vermittlungs- und Bildungsprogramm, einer Diskurs- und einer Filmreihe, sowie einem Thementag besteht.

Das Bildungs- und Vermittlungsprogramm schrecklich schön startet am 1. September 2021. Buchungen sind voraussichtlich ab Mitte August möglich. Die Angebote für Gruppen können in deutscher und englischer Sprache, auf Anfrage auch in weiteren Sprachen gebucht werden.

 

Eine Ausstellung der Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss in Kooperation mit den Staatlichen Museen zu Berlin und dem Museum für Naturkunde, kuratiert von Grit Keller, Alberto Saviello und Daniel Tyradellis, unter Mitarbeit von Anika Winge, nach einer Idee von Raffael Dedo Gadebusch. In Zusammenarbeit mit den National Museums of Kenya.

Gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien.

 


     
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/ Vorbilder*innen

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Wie kommt es, dass Comic-Künstler der 1970er-, 1980er- und 1990er-Jahre zu Ehren gelangt sind, während Frauen in dieser Ahnengalerie selten auftauchen? Welche Auswirkungen hat es, wenn Vorbilder größtenteils männlich sind? Und: Was bedeutet eigentlich Feminismus im Comic?

Während die große Mehrheit der Comic-Zeichner*innen und Leser*innen bis Ende der 1990er-Jahre männlich war, sind Frauen mittlerweile auf allen Ebenen präsent. Sie gewinnen wichtige Preise, veröffentlichen Bestseller, leiten Verlage und dominieren häufig das Publikum. Das hat auch die Comics selbst verändert: Durch erweiterte Erzählperspektiven entstehen vielfältigere Figuren und ganz neue Geschichten. Sie setzen Frauen ins Bild, die komplex sind und in allen Bereichen des Lebens ihren Platz einnehmen.

Auch die Strukturen ändern sich: Künstlerinnen bestärken sich gegenseitig in Teams und Netzwerken. In bisweilen explizit feministischen Comics zeigen sie auf, was sich an unserem Zusammenleben ändern muss, damit alle Menschen die gleichen Rechte und Freiheiten haben, unabhängig von ihrem Geschlecht, ihrer Sexualität und ihrem Körper. Diese Entwicklung ist keine rein ästhetische, schließlich prägen die erzählten Geschichten auch das Selbstverständnis ihrer Leser*innen. Vorbilder sind essentiell: Sie geben Orientierung, führen Möglichkeiten vor und machen Mut. Gleichzeitig spiegeln sie die ganze Vielfalt und Widersprüchlichkeit der Realität.

Die Ausstellung befasst sich mit Vorbildern und wie sie installiert werden. In acht Themenbereichen werden 30 Künstler*innen vorgestellt, die das Thema „Vorbilder*innen“ auf unterschiedliche Weise aufgreifen.

Eine Ausstellung des Internationalen Comic-Salons Erlangen in Zusammenarbeit mit dem Museum für Kommunikation Berlin


     
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/ »Neues Deutschland« mit Akinbode Akinbiyi und Elske Rosenfeld

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Im Rahmen der Berlin Art Week 2021

Elske Rosenfeld »Hugging Angela Davis«

Akinbode Akinbiyi »Wanderer« & Emeka Okereke »I Wonder As I Wander«
 

Die in Halle geborene Künstlerin Elske Rosenfeld erinnert in ihrer multimedialen Installation an die DDR-Dissidentin Erika Bertold, welche die 1972 aus der US-Haft entlassene Angela Davis umarmte: »Völkerfreundschaft« gegen das Protokoll. Mit dieser spontanen Geste durchbrach Bertold  die verklemmte Star-Bewunderung. Während sich die DDR als internationalistischer Staat profilierte und Angela Davis zum Teil der Ikonografie der DDR machte, war Alltagsrassismus in der DDR allgegenwärtig.

»Ich versuche nicht in den persönlichen Raum anderer Menschen einzudringen und dabei gleichzeitig Bilder zu machen«, so der 1946 in Oxford, England geborene und seit Jahrzehnten in Berlin lebende Fotograf Akinbode Akinbiyi. Sein Werk wurde auf der letzten documenta in Kassel und Athen oder dem Gropiusbau in Berlin prominent ausgestellt. Für die station urbaner kulturen wird er seine Wege von der ehemaligen Stalinallee hin nach Hellersdorf und weiter mit einer analogen Mittelformatkamera festhalten und in Beziehung zu anderen Städten von Welt setzen.
 

nGbK-Projektgruppe station urbaner kulturenJuan Camilo Alfonso Angulo, Jochen Becker, Fabian Bovens, Eva Hertzsch, Margarete Kiss, Constanze Musterer, Adam Page

 

Die station urbaner kulturen / nGbK Hellersdorf ist Teil der Initiative Urbane Praxis.

Im Rahmen der DRAUSSENSTADT gefördert von der Senatsverwaltung für Kultur und Europa