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/ KREISE ZIEHEN - Teil 5

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Die bildenden Künste sowie die künstlerisch informierte Stadtforschung bewegen sich im Feld der ›urban cultures‹ verstärkt aufeinander zu. Urbanität und gebauter Raum werden durch Kunst erkundet, erlebt und erzählt. Ein Feld der Auseinandersetzung sind Großsiedlungen der 1960er bis 1990er Jahre. Sie haben Dimensionen, die der Größe einer Kleinstadt entsprechen. Zentrale Funktionen einer Stadt, wie etwa die Künste und das Kulturleben, werden jedoch weiterhin im Zentrum verortet. Die Großsiedlungen bleiben deswegen vielen Menschen einer Stadt merkwürdig fremd.

Die Ausstellungsreihe KREISE ZIEHEN möchte neue Narrative und Bilder erzeugen, um die scheinbare Homogenität von Großsiedlungen zu hinterfragen und Widersprüchlichkeiten nachzuzeichnen. Wie entstehen Stereotype von Orten, wie werden sie von außen gesetzt und von innen weitergeführt? Wie können Bilder in der Peripherie entstehen, die nicht von außen ein ›Image‹ überstülpen, sondern als gemeinsame Produktion von Bewohner_innen und Künstler_innen neue Kreise in der Stadtgesellschaft ziehen?

Im fünften Teil der Reihe KREISE ZIEHEN werden die urban-ruralen Verflechtungen von Stadt und Land thematisiert. Kultur, Politik und Wissenschaft behandeln seit langem Stadt und Land als klar getrennten Gegensatz. Diese Fokussierung auf die Unterschiede trägt möglicherweise auch zur gegenwärtigen Spaltung von Land und Stadt bei: Als unvermeidbare Wechselbeziehung wurde bisher hingenommen, dass das Land Raum verliert, um zu ermöglichen, dass die Stadt Platz gewinnt. Die Hinterlassenschaften dieses Gewinner-Verlierer-Duells werden sichtbar und dort erfahrbar, wo Stadt und Land sich begegnen: In der Peripherie. Hier ist eine ›Zwischen/stadt/landschaft‹ entstanden, deren Anwohner_innen das Städtische und das Ländliche gleichermaßen kennen und verstehen.

KREISE ZIEHEN Teil 5

Atelier Lucien Kroll - Sandra Bartoli & Silvan Linden - Eva Hertzsch & Adam Page

Vor diesem Hintergrund möchte KREISE ZIEHEN Teil 5 die Vergangenheit der Grünfläche »Place Internationale« reflektieren und Zukunftsvision artikulieren. Die nGbK-Projektgruppe zieht einen Kreis zu dem für Hellersdorf-Nord entwickelten Konzept des Atelier Lucien Kroll. 1994 beauftragte die städtische Wohnungsbaugesellschaft WoGeHe das aus Brüssel stammende Büro für Urbanistik, Architektur und Informatik einen Umgang mit den damals sanierungsbedürftigen Plattenbauten und dessen Außenflächen vorzuschlagen. Das Atelier Kroll entwickelte einen architektonischen und ökologischen Werkzeugkasten, der die WoGeHe in die Lage versetzen sollte, auf sämtliche zukünftige Veränderungen in der Großsiedlung von, so Kroll, »4. Juli 1994 bis 3. November 2019« behutsam und intelligent zu reagieren.

Eine Reihe von Aquarellzeichnungen von Eva Hertzsch und Adam Page setzt die Logiken ihres Rechercheprojektes mit Anwohner_innen »Die Pampa lebt – Hellersdorf als Großwohnsiedlung gestern, heute und morgen« (2019–2021) fort. Im Sinn einer Übertragung des damaligen Kroll-Entwurfs auf die Situation am Place Internationale heute, stellen sie das Kommen und Gehen von Bauten, Nutzlandschaft und Natur auf der Grünfläche dar - von den siebziger Jahren bis in die Zukunft.

Das Projekt »Botanischer Garten Hellersdorf, Pflanzenbiografisches Institut« von Sandra Bartoli und Silvan Linden untersucht für die Vegetationsperiode 2021 die Entwicklung der Pflanzen auf einem fünfeckigen, etwa 20 Quadratmeter großen Ausschnitt der Grünfläche. Das Untersuchungsgebiet wird für die Dauer der Beobachtung mit Plakatwänden eingegrenzt, die in regelmäßigen Abständen Entfaltung und Zersetzung fotografisch dokumentieren.

nGbK-Projektgruppe station urbaner kulturen: Juan Camilo Alfonso Angulo, Jochen Becker, Fabian Bovens, Eva Hertzsch, Margarete Kiss, Constanze Musterer, Adam Page

 

Die station urbaner kulturen / nGbK Hellersdorf ist Teil der Initiative Urbane Praxis

Im Rahmen der DRAUSSENSTADT gefördert von der Senatsverwaltung für Kultur und Europa


     
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/ Igor Vidor

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Igor Vidor untersucht Mechanismen von Unterdrückung und Macht sowie ihre Manifestation in Objekten oder sozialen Codes in unterschiedlichen, meist urbanen Kontexten in Brasilien.

In Skulpturen, Performances und Videos zeigt er Zeichen von tief verwurzelter Gewalt und sozialer Ungerechtigkeit im alltäglichen Leben der Menschen. Er reflektiert, wie sich diese Verhältnisse durch die Politik in Brasilien immerwährend wiederholen. Seine neuen Arbeiten analysieren den Einfluss und die Verantwortung der USA sowie europäischer Länder an der Verbreitung von Gewalt in Brasilien und Lateinamerika durch die Produktion und den Handel von Waffen. In der Berlinischen Galerie werden „v.a. 4598 (Rio Olympics)“ (2016, 15 Min.), „Carne e Agonia“ (Fleisch und Agonie) (2018, 9:38 Min.) sowie die neue Arbeit „A Praga“ (Die Plage) (2020) präsentiert.

Biografie

Igor Vidor (*1985, São Paulo, Brasilien) hat am Centro Universitário Belas Artes in São Paulo studiert. Er hat jahrelang im Bereich Bildung und Vermittlung im Museu de Arte do Rio (MAR) gearbeitet. Seine Arbeiten wurden in internationalen Ausstellungen gezeigt, u.a. im Künstlerhaus Bethanien (2020); Pérez Art Museum Miami (2018); Mercosul Biennale (2018); Sesc 24 de Maio, São Paulo (2017); Museu Histórico Nacional, Rio de Janeiro (2017) und Museu de Arte do Rio (MAR) (2016). Seit 2019 lebt Igor Vidor in Berlin und ist artist-in-residence im Künstlerhaus Bethanien.


     
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/ Alicja Kwade

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Die Arbeit von Alicja Kwade (*1979) ist inspiriert von naturwissenschaftlichen, philosophischen und gesellschaftlichen Fragestellungen. In ihren raumgreifenden Installationen verhandelt sie Modelle und Konstruktionen zur Wahrnehmung von Realität, um die Möglichkeiten objektiver und subjektiver Erkenntnis zu hinterfragen.

In der Ausstellung in der Berlinischen Galerie stellt die Künstlerin sich erstmals selbst ins Zentrum. „In Abwesenheit“ basiert auf neueren Arbeiten von Alicja Kwade, die sich im weiteren Sinn als Selbstporträts lesen lassen. Kwade geht der Frage nach, wie sich ein Mensch und seine physische Präsenz im Raum beschreiben lässt: über den eigenen Herzschlag, den individuellen DNA-Code oder mit den chemischen Elementen, aus denen sich der Mensch zusammensetzt.

Mit Kwades ortsspezifischer Installation setzt die Berlinische Galerie das erfolgreiche Format von in-situ-Projekten in Berlin arbeitender Gegenwartskünstler* innen fort. Kwade studierte von 1999 bis 2005 an der Universität der Künste Berlin und gehört heute international zu den gefragtesten Künstler*innen. Zuletzt stellte sie unter anderem in New York, Tours, Helsinki, Kopenhagen, Zürich, Barcelona, Shanghai, Reykjavik, Venedig und London aus.


     
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/ Schau mich an!

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„Schau mich an! Frauenporträts der 1920er Jahre“ stellt mit 24 Werken die vielfältige Praxis der Porträtfotografie im Berlin der Zwanziger Jahre vor: konventionelle und moderne Aufnahmen gewerblicher Fotoateliers werden künstlerischen und experimentellen Fotografien und Collagen gegenübergestellt.

Den Ausgangspunkt der Präsentation bilden Frauenporträts, die zwischen 1920 und 1930 in den Fotoateliers entstanden, unter anderem von Steffi Brandl, Carry & Nini Hess, Frieda Riess, Cami Stone. Der Kunsthistoriker Lothar Brieger publizierte sie in seiner Abhandlung über „Das Frauengesicht der Gegenwart“ (1930). Er beobachtete Veränderungen von Gesichtern berufstätiger Frauen. Diese These veranschaulicht er anhand von 71 Fotografien zeitgenössischer berühmter Schauspielerinnen, Wissenschaftlerinnen sowie von Frauen anderer Berufsgruppen. Ausgestellt sind 18 Vintage-Fotografien, die Brieger als Druckvorlagen dienten. Sie werden sechs experimentellen Werken gegenübergestellt, unter anderem von Marta Asfalck-Vietz und Hannah Höch.

Künstler*innen

Marta Astfalck-Vietz, Marta Astfalck-Vietz und Heinz Hajek-Halke, Steffi Brandl, Ernst Förster, Atelier Gerstenberg (fr. Dührkoop), Raoul Hausmann, Carry & Nini Hess, Hannah Höch, Richard Kauffmann, Frieda Riess, Atelier Stone, Cami Stone, Otto Kurt Vogelsang und Dr. Peter Weller


     
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/ Archäologisches Fenster

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In der Westkurtine der Zitadelle sind zwei faszinierende Grabungsbefunde zugänglich. Sie wurden in einem Schauraum zusammengeführt, der es den Besucher*innen ermöglicht, die frühe Geschichte dieses besonderen Ortes kennenzulernen.

Zum einen handelt es sich dabei um ein Grabungsfeld mit den Überresten einer slawischen Holz-Erde-Mauer, der darauffolgenden steinernen Burgmauer und der Schlossanlage aus der Renaissancezeit. Zum anderen sind hier mittelalterliche jüdische Grabsteine zu sehen, die vermutlich im 15. Jahrhundert vom jüdischen Friedhof in Spandau entfernt und für den Bau der Burg genutzt wurden. Eine Hörinstallation erschließt die Bedeutung der Fundstücke durch das Verlesen der Inschriften in Hebräisch sowie in deutscher und englischer Übersetzung.

Einen kurzen Bericht über die Neugestaltung zum Archäologischen Fenster Burg Spandau zum Download finden Sie hier.

Die Neugestaltung des Archäologischen Fensters (Projekt ARCHE) wurde im Jahre 2015 mit 203.000 € aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) im Kulturinvestitionsprogramms (KIP) der Senatskanzlei – Kulturelle Angelegenheiten gefördert. Weitere Fördermittel stellte die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt bereit


     
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/ Exerzierhalle

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Die im 19. Jahrhundert erbaute Exerzierhalle wurde zu dem Zweck errichtet, die “schicken preußischen Uniformen der Soldaten vor Regen zu schützen”. Heute beherbergt sie eine Ausstellung mit historischen Kanonen, unter anderem Prunkgeschützen aus dem 16. Jahrhundert. Die Waffensammlung erinnert zudem daran, dass Spandau seit dem 18. Jahrhundert die Waffenschmiede Preußens war. Unweit der Zitadelle wurden einst Gewehre und Geschütze gebaut bzw. Schießpulver hergestellt. Während des Ersten Weltkrieges arbeiteten hier bis zu 70.000 Menschen in der Rüstungsindustrie.


     
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/ Stadtgeschichtliches Museum

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Im Zeughaus der Zitadelle befindet sich das Stadtgeschichtliche Museum Spandau. Die Dauerausstellung im Erdgeschoss gibt einen Überblick über die Geschichte Spandaus. Mehr als 300 Objekte berichten von der Besiedlung und Entwicklung der Havelstadt, die erst seit 1920 zu Berlin gehört. Zu den Highlights der Ausstellung zählen, stellvertretend für die hier in den 1920er Jahren beheimatete Industrie, ein fahrtüchtiger Hudson Essex und eine Sammlung historischer Siemens-Elektro-Kleingeräte. Auch Filmrequisiten aus den einst hier ansässigen Studios oder das original Rezeptbuch einer alt eingesessenen Bäckerfamilie sind bei den Besucher*innen beliebt.

Eine Dependance des Stadtgeschichtlichen Museums findet sich auch im Gotischen Haus in der Altstadt Spandau.


     
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/ Burg und Zitadelle

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In den repräsentativen Räumen des Kommandantenhauses präsentiert eine Ausstellung die Geschichte von Burg und Festung. Sie ist der ideale Ausgangspunkt für jede Zitadellenerkundung. Alle erläuternden Texte können sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch gelesen werden.

Modelle, Karten und Pläne, Gemälde und Fotografien, archäologische Fundstücke, Zinnfigurendioramen, Waffen, Helme und Alltagsgegenstände der Besatzung erzählen von historischen Ereignissen, die sich auf der Zitadelle zugetragen haben. Ein besonderer Bereich ist der hiesigen Tierwelt gewidmet. Tafeln mit kindgerechten Beschreibungen machen den Besuch der Ausstellung zu einem Vergnügen für die ganze Familie. Ein Pavillon auf der Südkurtine zeigt zudem wechselnde Ausstellungen, die in Kooperation mit der Jugendkunstschule Spandau entstehen.


     
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/ The violence we have witnessed carries a weight on our hearts

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In ihrer multi­medialen Arbeit unter­sucht die Künstlerin Talya Feldman die Kontinuitäten rechten Terrors in Deutschland von den 1980er Jahren bis heute. Hören und Zuhören sind wesent­liche Aspekte der Installation, die sich von der politischen Instrumen­talisierung von Trauer und Erinnerung abgrenzt. 

Feldmans Arbeit präsentiert u. a. Sprach­aufnahmen von Über­lebenden rechter, rassistischer und anti­semitischer Gewalt, von Familien der Terror­opfer und Initiativen, die gegen rechten Terror kämpfen. In ihrer Arbeit öffnet die Künstlerin ein Panorama pluralistischen Erinnerns und macht die Vielfalt von Erinnerung und Zeugen­schaft erfahrbar.

Für diese Arbeit erhielt Talya Feldman den mit 7.000 Euro dotierten zweiten DAGESH-Kunst­preis. Der Preis wird vom Jüdischen Museum Berlin und DAGESH. Jüdische Kunst im Kontext verliehen. Er stärkt eine neue und vielfältige Sichtbar­keit jüdischer Gegenwarts­positionen und zeichnet Werke aus, die sich mit den Problemen der Gegen­wart und der Frage von Zusammen­leben auseinander­setzen.

Die acht­köpfige Jury wählte das Kunstwerk aus 60 Ein­reichungen zum Thema „Wehrhafte Kunst“ aus.

„In Talya Feldmans Arbeit wird Erinnern durch eine einmalige Vielfalt an Stimmen hör- und erlebbar. Dokumentarische Zeugnisse treffen auf persönliches Erinnern und werden komplex und eindrucksvoll miteinander verknüpft. Die Installation erzählt von tödlicher Gewalt, aber auch von Wut, Gegenwehr, Solidarität und Resilienz. In der Verbindung aus höchstem künstlerischem Anspruch, pluralistischem Erinnern, Ansprache und Aufforderung verkörpert Talya Feldmans Arbeit zentrale Aspekte jüdischer Wehrhaftig­keit und Selbst­behauptung“

erklärt die Jury, bestehend aus Ilit Azoulay (Bildende Künstlerin), Sasha Marianna Salzmann (Dramaturgin und Schriftstellerin), Noam Brusilovsky (Hörspiel- und Theaterregisseur), Hetty Berg (Direktorin, JMB), Jo Frank (Director of Development, Leo Baeck Foundation), Gregor H. Lersch (Leiter Ausstellungen, JMB), Inka Bertz (Leiterin Sammlung, JMB) und Daniel Laufer (Kurator, DAGESH).

Der DAGESH-Kunstpreis wird am 20. Mai 2021 im Rahmen einer digitalen öffentlichen Preis­verleihung überreicht.

Talya Feldman, geboren 1990 in Denver, Colorado, ist eine zeitbezogene Medienkünstlerin, die derzeit in Hamburg arbeitet. Sie erhielt einen B.F.A. von der School of the Art Institute of Chicago und studiert aktuell an der Hochschule für bildende Künste Hamburg. Ihre Kunst wurde in Chicago, New York, Hamburg und zuletzt von dem Künstler*innen­kollektiv Odessa Nomadic in Denver und dem Jüdischen Museum Frankfurt ausgestellt. Als Überlebende des rassistischen und anti­semitischen Anschlags in Halle am 9. Oktober 2019 erhielt Feldman Anerkennung für ihre nach­folgenden Projekte gegen rechten Terror in Zusammen­arbeit mit dem Aktivist*innen­netzwerk NSU-Watch.

Ermöglicht durch die Freunde des Jüdischen Museums Berlin


     
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/ Christiane Löhr

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Beispiellos in der Bildhauerei der Gegenwart verwendet Christiane Löhr (*1965) für ihre plastischen Werke ausschließlich nachwachsendes Material. Pferdehaar, Gräser, Blüten oder Samenstände bilden unter anderem den Stoff, aus dem ihre filigranen Raumplastiken unterschiedlicher Formate bestehen. Dabei interessiert sie sich besonders für die Transformationsprozesse ihrer ungewöhnlichen Ausgangsmaterialien in zarte und damit umso riskantere Raumereignisse. Die ehemalige Meisterschülerin von Jannis Kounellis an der Düsseldorfer Kunstakademie lebt und arbeitet in Köln und im norditalienischen Prato. In ihrer ersten institutionellen Einzelausstellung in Berlin sind Arbeiten aus den 2000er Jahren bis heute zu sehen. 


     
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/ Antoine Watteau

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Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft der französischen Botschafterin in Deutschland Anne-Marie Descôtes

2021 jährt sich der Todestag des französischen Malers Antoine Watteau (1684-1721) zum 300. Mal. Der Ruhm des schon zu Lebzeiten gefeierten Künstlers wirkt bis heute, seine Werke sind begehrte Sammelobjekte. Nach dem Louvre in Paris besitzt die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg die bedeutendste Gemäldesammlung dieses Künstlers. Unter dem Motto „Kunst – Markt – Gewerbe“ ehrt eine Sonderausstellung im Schloss Charlottenburg diesen herausragenden Maler des 18. Jahrhunderts. Im Mittelpunkt der Schau steht eines der Hauptwerke Watteaus: das „Ladenschild des Kunsthändlers Gersaint“. 1746 von Friedrich dem Großen (1712-1786) erworben, gilt das Gemälde seit seiner Entstehung als ein Meisterwerk. Ursprünglich als Medium der Geschäftswerbung und als „Aushängeschild“ des Pariser Kunsthandels entstanden, regt das Bild bis heute aktuelle Fragen an, die die Vermarktung, den Handel, aber auch das Sammeln und die intellektuelle Auseinandersetzung mit Kunst betreffen.

Vorgestellt werden zwei Protagonisten des Pariser Kunstlebens: Edme-François Gersaint (1694-1750) und Jean de Jullienne (1686-1766). Der junge aufstrebende Kunsthändler Gersaint nutzte sein Geschäft auf der Pariser Pont Notre Dame, um nach dem Tode Watteaus die Werke des Künstlers durch neue Werbemedien und -formate europaweit zu vermarkten. Zusammen mit Jullienne, einem Sammler und Förderer Watteaus, realisierten sie die Idee, alle Zeichnungen und Gemälde des Malers druckgraphisch zu reproduzieren. Mit dieser Edition, dem „Recueil Jullienne“, entstand der Prototyp einer modernen illustrierten Werksammlung, die in ihrer Nachwirkung eine regelrechte Modewelle auslösen sollte: In ganz Europa erwarben Sammler, Manufakturbesitzer und Gewerbetreibende die nach den Werken Watteaus entstandenen Druckgraphiken. Die Bildwelt Watteaus inspirierte auch die Hofmalerei und das Kunsthandwerk in Preußen. Motive á la Watteau finden sich nicht nur in der Malerei, sondern auch auf Wandschirmen, Tapeten, Fächern, Porzellanen und Bildteppichen der friderizianischen Zeit wieder.

Als Inspirationsquelle wirkt Watteau bis in die Moderne. Zeitgenössische Künstler wie der Schweizer Maler Thomas Huber (*1955) und die britische Modedesignerin Vivienne Westwood (*1941) sind mit jeweils einem Werk in der Ausstellung vertreten. Ihre künstlerischen Positionen zeigen, dass Watteau bis heute als innovativer Künstler wahrgenommen wird und sein Werk zur schöpferisch-kreativen Auseinandersetzung anregt. Die unter der Schirmherrschaft der französischen Botschafterin Anne-Marie Descôtes stehende Ausstellung zeichnet ein facettenreiches Bild zu Watteau als Künstler und Stilikone, dessen Nachruhm mit dem Laden des Kunsthändlers Gersaint auf der Pariser Notre Dame begründet wurde.


     
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/ bê welat - the unexpected storytellers

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Künstler_innen:
Havin Al-Sindy, Deniz Aktaş, Beizar Aradini, Nuveen Barwari, Mehmet Ali Boran, Savaş Boyraz, Mahmut Celayir, Fatoş Irwen, Miro Kaygalak, Elif Küçük, Zelal Özkan, Şener Özmen, Helin Şahin 
 

Ausstellung und Veranstaltungsprogramm konzentrieren sich auf die Vielfalt kreativer Wege, die zur Bewältigung von kurdischen Realitäten herangezogen werden – Realitäten, die hauptsächlich von kollektiven Depressionen, Formen von Widerstand und Aufstand, Traumata sowie den Bedingungen von Krieg, Exil und Zerstreuung gekennzeichnet sind. Das Hauptziel dieses Projekts ist es, das Entfalten dieser unerwarteten Kreativität zu zeigen, die mit Praktiken künstlerischer Grenzüberschreitungen und dekolonialer Reflexionen in Kurdistan und den kurdischen Diaspora-Räumen weltweit verbunden sind.


nGbK-Projektgruppe: Bilal Ata Aktaş, Elif Küçük, Duygu Örs, Şener Özmen, Engin Sustam


     
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Eine Ausstellungsintervention im Rahmen von „WEITWINKEL Globale Sammlungsperspektiven“ / Objektwege. Von der Kunstkammer ins Museum

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Die Berliner Kunstkammer versammelte vom 16. bis 19. Jahrhundert Gegenstände aus den verschiedensten Wissensgebieten. Sie war der Ursprung der Berliner Museumslandschaft. Heute befinden sich Objekte aus der Kunstkammer in fast allen Sammlungen der Staatlichen Museen zu Berlin. Die Ausstellungsintervention „Objektwege. Von der Kunstkammer ins Museum“ präsentiert ausgewählte Objekte der Kunstkammer, ihre Biografien und wechselnden Sammlungszuordnungen am Kulturforum und auf der Museumsinsel Berlin, mit Stationen im Bode-Museum, in der Gemäldegalerie, im Kunstgewerbemuseum und im Vorderasiatischen Museum.

Die einst im Berliner Schloss beheimatete Kunstkammer war der Ursprung der Museumslandschaft dieser Stadt. In dieser Sammlung, die vom 16. bis weit ins 19. Jahrhundert hinein existierte, waren Objekte der Natur, Kunst und Wissenschaft vereint. Im 19. Jahrhundert gingen sie nach und nach in die neu gegründeten Berliner Museen ein, wo sie im Laufe der Zeit unterschiedlichen Sammlungsbereichen zugeteilt wurden. Heute befinden sich Objekte aus der Kunstkammer in fast allen Sammlungen der Staatlichen Museen zu Berlin, auch an Orten, an denen man sie nicht erwarten würde.

Die Biografien der Objekte aus der Kunstkammer, ihre wechselnden Interpretationen und Wege ins Museum werden derzeit im Rahmen des DFG-Projekts „Das Fenster zur Natur und Kunst“ erforscht. Das Projekt ist eine Kooperation der Humboldt-Universität zu Berlin, des Museums für Naturkunde Berlin und der Staatlichen Museen zu Berlin. Es geht der Frage nach, welche Deutungen mit den jeweils neuen Sammlungszuordnungen der Objekte einhergingen und gewinnt so neue Einblicke in die Geschichte der Kunstkammer und die Entstehung der Museen.

In der Ausstellungsintervention „Objektwege. Von der Kunstkammer ins Museum“ werden Objekte aus dem Ethnologischen Museum, Kunstbibliothek, Museum Europäischer Kulturen, Museum für Islamische Kunst und Vorderasiatisches Museum der Staatlichen Museen zu Berlin in überraschenden Konstellationen am Kulturforum und auf der Museumsinsel präsentiert. Dabei werden ihre Wege durch die Sammlungen sowie transkulturellen Gesichtspunkte beleuchtet.

Die Ausstellung wurde konzipiert von Eva Dolezel (DFG-Projekt „Das Fenster zur Natur und Kunst”) und Catalina Heroven (Projekt „Weitwinkel. Globale Sammlungsperspektiven”).

Die Reihe „WEITWINKEL Globale Sammlungsperspektiven” beschäftigt sich ausgehend von Ausstellungen, Forschungsprojekten und Kooperationen der Staatlichen Museen zu Berlin mit transkulturellen Themen und gesellschaftsrelevanten Fragestellungen.

Eine Ausstellungsintervention im Rahmen von „WEITWINKEL Globale Sammlungsperspektiven“

     
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/ TRANSIT – Besuch aus einer alternativen Gesellschaft

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Wie aus dem Nichts ist in der Nacht zum 13. April ein sonderbares Objekt auf dem Vorplatz des Futuriums aufgetaucht. Seitdem überschlagen sich die Ereignisse …
Mit der geschichtenerzählenden Rauminstallation TRANSIT hat am 28. April ein narrative space der Künstlerin Mona el Gammal und ihres Teams seine Uraufführung auf dem Vorplatz des Futuriums. Bis zum 10. Juni haben Besucher*innen die Möglichkeit, TRANSIT zu besuchen.

Tickets unter: https://futurium.de/de/fuehrung/transit


     
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/ Iran – Kunst und Kultur aus Fünf Jahrtausenden

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Im Iran entwickelte sich über Jahrtausende hinweg eine faszinierende Kulturlandschaft. Zwischen Wüsten, Bergketten und Gewässern war die Region Heimat großer historischer Zivilisationen, doch ihre künstlerischen Errungenschaften sind jenseits der Fachwelt weitgehend unbekannt. Exquisite Kunstwerke aus der Sarikhani Sammlung, London und den Staatlichen Museen zu Berlin, vielfach noch nie gezeigt, laden ein zu einer Zeitreise durch das reiche kulturelle Erbe des Landes.

Die 360 Objekte aus fünf Jahrtausenden präsentieren ein facettenreiches Kaleidoskop der Kunst der Höfe und Eliten, und veranschaulichen die herausragende Bedeutung des Iran als Impulsgeber und Zentrum des interkulturellen Austauschs zwischen China, Indien und dem Mittelmeer, von den frühen Hochkulturen des 3. Jahrtausends v. Chr. bis zum Ende des Safawidenreichs im frühen 18. Jahrhundert.

Höhepunkte dieser Reise sind die Großreiche der Achämeniden und Sasaniden, die Ausbildung einer persisch-islamischen Kultur, die künstlerischen Meisterleistungen des 9. bis 13. Jahrhunderts und die Glanzzeit der Safawiden.

Eine Sonderausstellung des Museums für Islamische Kunst – Staatliche Museen zu Berlin in Zusammenarbeit mit der Sarikhani Sammlung


     
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/ Dimensionen eines Verbrechens. Sowjetische Kriegsgefangene im Zweiten Weltkrieg

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Am 22. Juni 1941 überfällt das Deutsche Reich die Sowjetunion. Bis Kriegsende nimmt die Wehrmacht etwa 5,7 Millionen Soldaten und Soldatinnen der Roten Armee gefangen. Ihre Behandlung ist verbrecherisch. Dabei spielen antibolschewistische und rassistische Einstellungen ebenso eine Rolle wie militärische und wirtschaftliche Interessen des NS-Regimes. Insgesamt kommen mehr als drei Millionen sowjetische Kriegsgefangene um. Eine Vielzahl von ihnen wird erschossen. Die meisten sterben aufgrund einer völlig unzureichenden Versorgung an Hunger und Krankheiten, vor allem bis zum Frühjahr 1942. In der Sowjetunion sind die Überlebenden mit dem Misstrauen der Behörden konfrontiert. Sie stehen unter dem Generalverdacht des Verrats und werden jahrzehntelang gesellschaftlich benachteiligt.

Mit mehr als drei Millionen Toten sind die sowjetischen Kriegsgefangenen eine der größten Opfergruppen deutscher Massenverbrechen. Dennoch wird bis heute kaum an sie erinnert.

Die Ausstellung bietet einen ersten Einstieg in das Thema. In neun Kapiteln wird ein thematischer Überblick bis in die Gegenwart gegeben, Biografien stellen individuelle Schicksale vor, eine Europakarte zeigt ausgewählte Lagerorte und Opferzahlen und Medienstationen ermöglichen die Recherche zu ausgewählten Gedenkorten und eine quellenkritische Auseinandersetzung mit Fotografie(n).

Kooperationspartner: Deutsch-Russisches Museum Berlin-Karlshorst, Deutsches Historisches Institut Moskau, KZ-Gedenkstätte Flossenbürg, Stiftung Niedersächsische Gedenkstätten, Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge

Gefördert durch die Kooperationspartner sowie: Auswärtiges Amt, Bundesbeauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien


     
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/ Irène Mélix: lonely hearts

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Die Ausstellung lonely hearts im Schwulen Museum bildet eine Momentaufnahme in diesem fortlaufenden, translokalen und künstlerischen Rechercheprozess. Hier versammeln sich das Interesse für die Geschichten lesbischer Mitstreiter*innen, deren Leben und Sichtbarkeit, sowie die Suche nach unterschiedlichen Facetten von Liebe, Begehren und Leidenschaft und die drängende Frage, warum es vergleichsweise wenig darüber zu finden gibt. Gleichzeitig zeigen die Fundstücke, dass sie da waren und sind, die Mitstreiter*innen, Gleichgesinnten, Vorbilder und Freund*innen. Sie erzählen ihre Geschichten – in Romanen, Zeitschriften, Bildern und Kontaktanzeigen. Und so tauchen sie auch in der Ausstellung auf: in Audiostücken, Textsammlungen oder als Vorbilder für die Reinszenierung historischer Fotografien.

In Hommage an Alice Austen (2020) reinszeniert Irène Mélix beispielsweise ein Foto der amerikanischen Fotografin Alice Austen (1866 – 1952), das sie und zwei Freundinnen in entspannter Haltung und Männeranzügen zeigt. Austen war eine der ersten Frauen, deren fotografisches Werk öffentliche Beachtung fand, ihr Lesbischsein und die 53 Jahre dauernde Beziehung zu ihrer Partnerin Gertrude Tate findet in der Interpretation ihres Werkes jedoch oftmals keine Erwähnung. Die Arbeit Silberring, Rohdiamant (2018) geht auf eine Romanstelle aus Maximiliane Ackers „Freundinnen – Ein Roman unter Frauen“ von 1923 zurück, in der ein Diamantsplitter sinnbildlich für die abgeschliffenen Teile der Gesellschaft und damit als Allegorie für Diskriminierung steht.

Gleichzeitig flüstert und spricht es aus unterschiedlichen Ecken der Ausstellung. In der Audioinstallation lonely hearts (ongoing) artikuliert sich die Suche nach Lust, Liebe und Partner*innenschaft. Die Arbeit wurde eigens an den Kontext des Schwulen Museums angepasst, ebenso wie das Bar-Setting, in dem die Audioarbeit lila lieder (2018) zu hören sein wird, die epochenübergreifend das Zusammentreffen queerer und lesbischer Charaktere in einer belebten Bar beschreibt.

Das Projekt lonely hearts erhebt trotz der intensiven künstlerischen Recherche keinen Anspruch auf Ganzheitlichkeit und will auch ihre eigenen Leerstellen thematisieren. Es ist eine Momentaufnahme in Irène Mélixs‘ fortlaufender Auseinandersetzung mit einer eigenwilligen Dokumentation queerer Geschichte(n) und soll auch Ausstellung, Rechercheplattform und Treffpunkt zugleich sein.
Eine Ausstellung von Iréne Mélix. Kurator: Vincent Schier.

Irène Mélix ist Kulturwissenschaftlerin (Hildesheim/Paris) und Bildende Künstlerin (Dresden/Krakau). Sie arbeitet in den Überschneidungsbereichen politischer und ästhetischer Fragen, interessiert sich für Geschichtsschreibung, queere Identitäten und das Arbeiten als Künstlerin selbst. Ihre Sammlung lesbischer und queerer Kontaktanzeigen wächst konstant. Sie stellt europaweit aus (Petrohradska Prag 2018, Lyon Bienale 2019, Fondazione Sandretto Turin 2018, D21 Leipzig 2020), ist Teil verschiedener Kollektive (CindyCat, pattern collective, team2) und lehrte an Hochschulen in Dresden und Chemnitz. Momentan macht sie einen PhD zu lesbischer und queerer Sichtbarkeit an der Bauhaus Universität Weimar. Sie lebt und arbeitet in Dresden.

Vincent Schier ist Kurator und Kunsthistoriker, lebt in Berlin und arbeitet dort und anderswo. Seit 2021 ist er Künstlerischer Leiter am Kunstverein Göttingen und hat am Kunsthaus Dresden, der GfZK Leipzig und in der nGbKin Berlin gearbeitet. Er arbeitet in Institutionen und als freier Kurator und mag beides. In seiner kuratorischen Arbeit interessiert er sich für kollaborative und kollektive Prozesse, deshalb kehrt er immer wieder zur Arbeit in Gruppen zurück. Inhaltlich interessiert es sich v.a. für Fragen die sich um soziale, gesellschaftliche und politische Räume drehen.


     
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/ Mapping Along

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Das Kartieren als bild- und raumproduzierende Praxis steht im Mittelpunkt von Mapping Along im Kunstraum Kreuzberg/Bethanien. Basierend auf Erkundungen, die metroZones in den vergangenen Jahren unternahm, werden ausgewählte Mappings zusammengeführt und mit eingeladenen internation- alen Positionen zur Diskussion gestellt. Dabei geht es stets um die Materialisierung räumlicher Konfliktlagen und des Widerstreits: etwa die Stadterfahrung und Raumnahmen von Geflüchteten, die Aneignung des Urbanen durch Plattform-Ökonomien – hochaktuell durch den geplanten Amazon-Turm an der Warschauer Brücke – oder die Kultur städtischer Peripherien.

Im Laufe der letzten Jahre hat metroZones in seiner forschenden und künstlerischen Praxis vermehrt mit aufzeichnenden Verfahren gearbeitet. Diese kartierenden Zugänge waren einerseits in Erkundungs- und Verstehensprozesse eingebunden, brachten andererseits eigenständige Raumbilder hervor, die weiterbearbeitet wurden und sich in verschiedener Gestalt manifestierten: Als Ausstellung oder Tapete, als Kleidung oder Video. Mapping wurde für metroZones zur Methode, die als kollektives und häufig auch kollaboratives Verfahren zur (Selbst-) Verständigung der Vielen beitrug und zugleich eine spezifische Bildproduktion ermöglichte.

Es geht um Kartieren, nicht um Kartografie: Gemeint ist weniger das Produkt als der Prozess des Aufzeichnens in all seinen Widersprüchen, etwa in Bezug auf Lesbarkeit, Bildsprachen oder das Einschreiben von Zeit und Macht. Es geht um das Herstellen von Relationen, um Übersetzung und Rekonstruktion, Erinnerung und Diskurs, um Kartierung als Wissensproduktion und ästhetische Praxis.

In Mapping Along sind unterschiedlichste Mappingformate – auf Papier, auf Tuch oder dem Bildschirm, als Soundstationen oder Diskurstapeten, aber in Skizzenhefte oder Architekturmodelle – zu einem vielschichtigen Parcours arrangiert. Dabei sind die metroZones-Projekte räumlich als Kapitel begehbar – Hellersdorf-Forschung, Refugee Complex, Stadt als Byte oder die Schule für städtisches Handeln – und werden mit ausgewählten Gastpositionen kontextualisiert, so dass unterschiedliche Verfahren und Ästhetiken les- und diskutierbar werden.

Mit Arbeiten von Berlin vs. Amazon, Larissa Fassler, Christian Hanussek/Gerda Heck, Im Dissens? (Dagmar Pelger/Stefan Endewardt/Joerg Franzbecker), Daniel Kötter, Diana Lucas-Drogan, metroZones, Peter Spillmann/MigMap, Pedro Ceñal Murga, Katharina Pelosi, Christoph Schäfer, Denise Scott Brown/Jeremy Tenenbaum und Tytus Szabelski.
Begleitprogramm & Booklet

Die Ausstellung wird von einer Reihe von Talks (metroZones-Saloons), Filmvorführungen und Wochenend-Workschops (metroZones-Schule des städtischen Handelns) begleitet, die Praxen, Ästhetiken und Politik von Mappings aus verschiedenen Perspektiven beleuchten und auch die Ränder des Kartierens erörtern. In den metroZones-Schulen kann das Produzieren und Lesen von Kartierungen zudem praktisch erprobt und diskutiert werden.

Zusätzlich zu den in der Ausstellung vertretenen Künstler:innen sind an den Workshops und Diskussionen weitere Forschende, Kulturproduzent:innen und Aktivist:innen beteiligt, darunter Nishat Awan, Bartek Goldmann, Sergio Beltrán-García, Rahima Gambo, Guerilla Architects, Agata Lisiak, Simon Sheikh, Monika Streule, Elizabeth Calderón-Lünig, Ulf Treger, u.a.m.

Eine taz-Beilage gibt einen Überblick über Konzept und Programm, in einem Booklet werden Exponate und Positionen detaillierter erörtert und kontextualisiert (Download-Link: https://wolke.metrozones.info/index.php/s/9eEEpoDcqDAqMq)

metroZones – Zentrum für städtische Angelegenheiten gründete sich 2007 in Berlin als unabhängige Vereinigung für kritische Stadtforschung. An den Schnittstellen zwischen Kunst, Wissenschaft und Politik kombiniert metroZones (Jochen Becker, Christian Hanussek, Anne Huffschmid, Stephan Lanz, Diana Lucas-Drogan, Oliver Pohlisch, Katja Reichard, Erwin Riedmann, Kathrin Wildner)transdisziplinäre und künstlerische Forschung und Wissensproduktion, mit kulturellen und kuratorischen Praxen und politische Interventionen.

Mapping Along wurde kuratiert von Becker, Hanussek, Huffschmid, Lucas-Drogan und Wildner.


     
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/ Klang. Kunst. Konstruktion

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Kaum ein Instrument zeichnet sich durch eine solche Gattungsvielfalt aus wie die Orgel. In den unterschiedlichsten Erscheinungsformen ist sie seit Jahrhunderten Bestandteil kulturellen und musikalischen Lebens. Um die bautechnische, klangliche und musikalische Mannigfaltigkeit der Orgel im Kontext kultur- und musikhistorischer Entwicklungen erfahrbar zu machen, präsentiert das Berliner Musikinstrumenten-Museum in der Ausstellung "Klang. Kunst. Konstruktion" rund
50 Instrumente, Modelle und Grafiken aus seinem
facettenreichen Bestand.

Die Ausstellung gliedert sich in fünf Bereiche: Die Kleinformen führen mit Portativ, Regal und Positiv in Orgelbau und Musizierpraxis des Mittelalters und der Frühen Neuzeit bis ins 19. Jahrhundert ein. Das Harmonium erzählt die Geschichte eines Instruments, das zu Beginn des 19. Jahrhunderts „das Licht der Welt” erblickte und bald als Orgel mit expressiven klanglichen Möglichkeiten für zuhause und im Ensemble zum Einsatz kam. Die technischen Errungenschaften dieser Zeit fließen schließlich im 20. Jahrhundert in die Konzeption elektrischer und elektronischer Orgeln ein, die der musikalischen Unterhaltung neue Wege weisen. Eine Auswahl an Drehorgeln bietet die Möglichkeit, sich mit dem Thema mechanische Musikinstrumente zu befassen, das gerade auch für die Berliner Stadtgeschichte von Bedeutung ist. Und natürlich dürfen Kirchen- und Kinoorgel in der Ausstellung nicht fehlen – ihnen ist der Bereich der Großformen gewidmet.


     
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/ Fritz Bauer. Der Staatsanwalt

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Eine Ausstellung des Fritz Bauer Instituts und des Jüdischen Museums Frankfurt

Fritz Bauer gehört zu den bedeutendsten und juristisch einflussreichsten jüdischen Remigranten im Nachkriegsdeutschland. Gegen erhebliche Widerstände brachte er als Staatsanwalt wichtige Strafverfahren gegen NS-Täter auf den Weg, insbesondere den Frankfurter Auschwitz-Prozess. Einen entscheidenden Anteil hatte er auch an der Ergreifung Adolf Eichmanns, dem als ehemaligem Leiter des »Judenreferats« im Reichssicherheitshauptamt in Israel der Prozess gemacht wurde.

Die Ausstellung dokumentiert mit vielen Originalobjekten sowie Ton- und Filmaufnahmen Fritz Bauers Lebensgeschichte im Spiegel der historischen Ereignisse. 1930 zum jüngsten Amtsrichter der Weimarer Republik ernannt, wurde er während der NS-Zeit als Jude und Sozialdemokrat verfolgt. Er floh aus Deutschland und kehrte 1949 zurück. Fritz Bauers Auffassung, ein Staatsanwalt habe in erster Linie die Menschenwürde zu schützen, gerade auch gegen staatliche Gewalt, revolutionierte das überkommene Bild dieses Amtes – ein wichtiger Schritt auf dem Weg der Demokratisierung in der frühen Bundesrepublik.


     
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Lamin Fofana / Preis der Nationalgalerie 2021

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Shortlist-Ausstellung zum Preis der Nationalgalerie 2021

Im Februar diesen Jahres wurden Lamin Fofana, Calla Henkel & Max Pitegoff, Sandra Mujinga und Sung Tieu von einer internationalen Jury für den Preis der Nationalgalerie 2021 nominiert. Der Preis wird alle zwei Jahre vergeben und ist eine museale Förderung und Anerkennung der Arbeit von Künstler*innen unter 40 Jahren, die in Deutschland leben. In den künstlerischen Praktiken der nominierten Künstler*innen spielen u.a. Bewegung und Migration, Zugehörigkeit und Entfremdung, Fremd- und Selbstwahrnehmung, Logiken von sich verändernden öffentlichen und privaten Räumen sowie die gesellschaftliche Kraft von Ton und Musik als Themen zentrale Rollen.

Lamin Fofanas Erfahrungen in der Bewegung zwischen Afrika, Nordamerika und Europa sind spürbar in seiner experimentellen Herangehensweise an die Schaffung akustischer Environments. Entscheidend im Kontext dieser Arbeiten ist die Auseinandersetzung mit historischen Formen des Schwarzen kritischen Denkens, einschließlich der Schriften von Amiri Baraka, W. E. B. Du Bois und Sylvia Wynter. Seine Arbeit geht jedoch über den Akt des Übersetzens hinaus, um Raum für gemeinsame Erfahrungen und ein geschärftes Bewusstsein zu schaffen. Dabei schlägt er eine aktive und offene Praxis des Zuhörens vor, eine Fähigkeit, die eine wesentliche Voraussetzung für das Zusammenleben darstellt.

Im Laufe der vergangenen zehn Jahre haben Calla Henkel & Max Pitegoff den sozio-urbanen Wandel Berlins und über die Stadt hinaus sowohl dokumentiert als auch beeinflusst. Ihr Werk hat sich aus der Tradition der dokumentarischen Fotografie heraus entwickelt und schließt auch die Gründung und Förderung kreativer Gemeinschaften und kollaborativer Räume wie Bars und Orte für Performances und Veranstaltungen mit ein. Aus diesen gelebten Erfahrungen entstehen Arbeiten, die entscheidende Fragen darüber stellen, was nach außen präsentiert und was geschützt werden soll. So ergibt sich eine Vielzahl von Narrativen um verschiedene Settings.

In ihrer anregenden und energiegeladenen Arbeit findet Sandra Mujinga Bilder und Raumgefüge für flüchtige Welten, die über das anthropozentrische Paradigma hinausweisen. Mit einer Vorstellung von Raum sowohl als Ausstellungsraum wie auch als weiter gefasster sozialer Kategorie kommentiert sie in ihrer Arbeit Situationen und Orte, insbesondere solche, die sich selbst als offen verstehen. Indem sie Zwischenzustände nicht nur abtastet, sondern auch umgestaltet und in verschiedenen Medien teilt, stellt sie etablierte Prinzipien der Skulptur in Frage und schafft neue und oft fanstastische Formen des Da-Seins.

Indem Sung Tieu eine große Bandbreite künstlerischer Medien wie Installationen, Ton, Text, Video und öffentliche Interventionen nutzt, schafft sie formal minimalistische und eindrucksvolle Environments, die unmittelbar sinnlich und körperlich erfahrbar sind. Ausgehend von ihrem Interesse an Psychoakustik zeigen ihre Arbeiten auf, wie Klang als invasives Werkzeug verwendet werden kann, um individuelle und kollektive Verhaltensweisen, Überzeugungen und Begierden zu manipulieren. Geprägt von widerstreitenden Mechanismen der Fürsorge und der Kontrolle sowie unbeständigen räumlichen und sozialen Verhältnissen, die spürbare Auswirkungen auf das Leben in der Diaspora haben, untersucht sie die Ausbreitung von Informationen wie die Bewegung von Menschen, Gütern und Waren.

Die Entscheidung über den*die diesjährige*n Preisträger*in trifft eine zweite Jury am 7. Oktober 2021.

Die Ausstellung wird ermöglicht durch die Freunde der Nationalgalerie und gefördert durch BMW.

Lamin Fofana

     
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/ The End of the Fucking Work

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Varvara Stepanova, Kathrin Lemcke, Natasha A. Kelly, Wayne Hodge, Harun Farocki, Anna Borgman und Candy Lenk

Das Ende der kapitalistischen Lohnarbeit ist erst absehbar, wenn Arbeit als solche untersucht wird. Arbeit als Tätigkeit ist nicht das gesellschaftliche Problem, die Ausbeutung durch jene Lohnarbeit hingegen schon. In pandemischen Zeiten kristallisieren sich lang gepflegte Ungleichheiten heraus: Das System ist kolossal ungerecht.

Kunstarbeit erfährt auf vielfältige Weise Überhöhung als auch Abwertung: So wird sie selten als Lohnarbeit anerkannt, da sie „Freude bereite”, „es sich um Selbstverwirklichung handele” oder “das doch jede:r könne”. Auch diese fragile Situation durchdringen Diskriminierungs- und Machtverhältnisse, die sich im Zuge aufblühender Krisen weiter verschärfen.

Es gibt kein Ende der Arbeit, der Tätigkeit an sich, weil Menschen immer im Zusammenspiel mit ihrer Umwelt tätig sein werden. Jedoch ist vielleicht ein Ende der organisierten Lohnarbeit, wie wir sie kennen, möglich; ein Ende von Strukturen, die hierarchisch und oppressiv sind. Die Künstler:innen dieser Ausstellung setzen sich mit Arbeitsprozessen in der Kunst heute und mit denen einer befreiten Gesellschaft auseinander – Zustand und Hoffnung.

Kuratiert von Linnéa Meiners

Veranstaltungen:

Do, 06.05. | 18 h
Work (Explicit)
Lesekreis mit Jorinde Splettstößer und Linnéa Meiners

Mi, 26.05. | 15 – 17 h
Was ist Arbeit?
Workshop zur Ausstellung mit dem F3_kollektiv in Einfacher Sprache

Fr, 04.06. | 18 h
Cindy Cat X The End of the Fucking Work
Irène Mélix & Antje Meichsner führen durch die Ausstellung

Weitere Veranstaltungen folgen…

The End of the Fucking Work ist der zweite Teil der Ausstellungsreihe MY WORKING WILL BE THE WORK. on self/care, labour and solidarity, kuratiert von Linnéa Meiners und Jorinde Splettstößer.

Mit freundlicher Unterstützung der Senatsverwaltung für Kultur und Europa: der Spartenoffenen Förderung, dem Ausstellungsfonds Kommunale Galerien und Fonds Ausstellungsvergütungen für bildende Künstler*innen. Die Galerie im Turm ist eine Einrichtung des Bezirksamts Friedrichshain-Kreuzberg.

Link Ausstellung: www.galerie-im-turm.net/fuckingwork

Link Reihe: http://galerie-im-turm.net/my-working-will-be-the-work


     
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Lust auf Grafikdesign / 100 beste Plakate 20. Deutschland Österreich Schweiz

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Die Grafikdesignszene in Deutschland, Österreich und der Schweiz hat sich – der Pandemie zum Trotz – auch im Jahr 2020 rege am Wettbewerb „100 beste Plakate“ beteiligt: 1.973 Plakate von 600 Einreichenden lagen der Jury zur Auswahl vor. Die 100 herausragenden Entwürfe, die als Gewinner prämiert wurden, werden Ende Juni für drei Wochen am Berliner Kulturforum gezeigt. Diese Ausstellung, organisiert von der Kunstbibliothek der Staatlichen Museen zu Berlin in Zusammenarbeit mit dem Verein 100 beste Plakate e. V., ist Auftakt für die Tournee der Plakate 2021.

Ein gutes Plakat fängt meist nicht nur den Blick, sondern fordert auch direkte Interaktion zwischen Bild und Betrachtenden ein: Lies mich! Erkenne mich! Sortiere mich! Erinnere mich! Fühl mit mir! Jedes der 100 prämierten deutschsprachigen Plakate macht Lust, in einen solchen Dialog mit dem Grafikdesign einzutauchen. Dabei sind Spaß und Humor nicht selten Teil des Bildprogramms: Sonne fährt Fahrrad, Möwe äugt Eiswaffeln, Sofa mag Tanzen. Wer beim Rückblick auf das Jahr 2020 noch schmunzeln kann, hat gewonnen. 

Neben der gewohnt hohen Qualität typografischer Ansätze sowie farb- und formorientierter Kompositionen sticht in der Auswahl 2020 vor allem der vielfältige Einsatz fotografischer Elemente hervor. Eine faszinierende Fülle von grafischen Lösungen in Kombination mit Fotografien ist unter den 100 Entwürfen erkennbar, von Collagen und Fotopaaren zu Überzeichnungen, Verfremdungen und Überblendungen. Im kreativen Spielraum zwischen Grafik und Foto entstehen mal räumliche Momente, mal poetische oder erzählerische. Nicht selten wird die Fotografie selbst im Plakat auf ihren grafischen Gehalt befragt oder kondensiert.

Zur diesjährigen Jury zählten: Xavier Erni von NeoNeo (Genf-Carouge, Schweiz), Andrea Gassner von Atelier Andrea Gassner (Feldkirch, Österreich), Na Kim (Seoul, Republik Korea/Berlin, Deutschland), Franziska Morlok von Rimini Berlin (Berlin, Deutschland) und Markus Weisbeck von Studio Markus Weisbeck (Frankfurt am Main/Berlin, Deutschland). Zur Ausstellung erscheint das vom Kettler Verlag publizierte Jahrbuch des Wettbewerbs, in dem alle Gewinnerplakate und Gestalter*innen dokumentiert sind.

Eine Ausstellung des Vereins 100 beste Plakate e. V. in Kooperation mit der Kunstbibliothek, Staatliche Museen zu Berlin

Lust auf Grafikdesign

     
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/ Der Mensch als Ware

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Während der NS-Zeit beschäftigte Siemens rund 100.000 Zwangsarbeiter:innen. Der Konzern hat dieses Thema noch nicht umfassend aufgearbeitet.

Berliner Jüdinnen und Juden, zivile Zwangsarbeiter:innen aus Ost- wie Westeuropa, vor allem aus der Sowjetunion und Polen, KZ-Häftlinge, Kriegsgefangene sowie Strafgefangene mussten für Siemens arbeiten. Studierende des Touro College Berlin haben dazu unter der Leitung von Prof. Dr. Stephan Lehnstaedt und Dr. Christine Glauning eine digitale Ausstellung erarbeitet.

Die Präsentation geht von einem biographischen Ansatz aus. Vorgestellt werden die Lebensgeschichten von verschiedenen Zwangsarbeiter:innen, aber auch von Personen,
die für die Zwangsarbeitseinsatz verantwortlich waren sowie von Wach- und Aufsichtspersonal.


     
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/ Der absolute Tanz

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Die neue Ausstellung des Georg Kolbe Museums begibt sich auf die Spuren elf bahnbrechender Bewegungskünstlerinnen, deren Strahlkraft weit über ihren direkten Wirkungskontext im Berlin der 1920er-Jahre hinausgeht. Besonderes Augenmerk gilt dem einst so vitalen Dialog der Disziplinen Tanz und Skulptur, den die Schau wiederbelebt, indem sie die vielfältigen Errungenschaften ihrer Protagonistinnen mit aktuellen Werken der Künstlerin Ulla von Brandenburg in Beziehung setzt.

Mit expressiven Bewegungen, extravaganten Erscheinungsbildern und expliziten Vorstellungen von der eigenen Rolle in der Welt sprengte eine Generation junger Tänzerinnen im Berlin der Weimarer Jahre die Konventionen und Klischees ihrer Zeit. Nach Zusammenbruch der Monarchie befand sich die Gesellschaft im Umbruch. Die Republik war noch jung, eine allgemeine Unordnung befeuerte künstlerische Ausdrucksformen, die sich den Normen des Bürgertums, einengenden Genrebegriffen und Gendergrenzen vehement widersetzten.

Das frisch eingeführte Frauenwahlrecht der frühen Weimarer Demokratie führte zu mehr Souveränität der Frauen, die Zulassung von Sportlerinnen zur Olympiade zu mehr Freizügigkeit in der Mode – und bald auch im Alltag zu mehr nackter Haut. Während immer mehr Bürgerinnen von den Möglichkeiten
Gebrauch machten, die vorangegangenen Generationen von Frauen verwehrt geblieben waren, wurden gerade die Tänzerinnen dieser Ära zu Pionierinnen. Ihre radikalen, raumplastischen Konzepte prägten die Gesellschaft und die bildende Kunst. In der regen Kulturmetropole Berlin revolutionierte die fruchtbare Verbindung von Tanz und Skulptur das Verhältnis von Raum, Zeit und Form.

In diesem Kontext sind die Avantgardestücke von Tänzerinnen wie Valeska Gert und Anita Berber zu betrachten, deren Experimente zwischen Mimik, Tanz, Sprache und Laut im Berlin der Weimarer Jahre zahlreiche Skandale provozierten – welche den Künstlerinnen selbst wiederum zu enormer Popularität verhalfen. Als Pionierinnen eines radikal neuen Körper- und Selbstbewusstseins wurden sie zu Ikonen, deren Radius bis in die Gegenwart reicht. Andere einflussreiche Protagonistinnen des neuen Tanzes, die sich als Botschafterinnen einer neuen, von der Reformpädagogik inspirierten Körperbewegung verstanden, waren Hertha Feist, Vera Skoronel und Berthe Trümpy. Auf den Trümmern einer alten Gesellschaftsordnung tanzend wollten auch sie die neue aktiv mitgestalten. Ihre Ideen und Lehransätze machten im wahrsten Wortsinn Schule im Berlin der jungen Republik, wo bald immer mehr Tanzschulen eröffneten, viele von Frauen gegründet und geführt.

Im Blickfeld der Ausstellung „Der absolute Tanz“ stehen insgesamt elf herausragende Tänzerinnen, die während der 1920er-Jahre in Berlin wirkten. Neben den bereits genannten zählen auch Charlotte Bara, Tatjana Barbakoff, Claire Bauroff, Jo Mihaly, Oda Schottmüller und Celly de Rheidt zu den Protagonistinnen der Schau. Wenn die Ansätze und Stile dieser Künstlerinnen sich auch sehr unterschieden, so stechen alle ihre Choreografien und Tänze als Methoden kultureller Selbstgestaltung hervor, die den modernen Tanz durch Aspekte des Skulpturalen bereicherten – und die Bildhauerei durch ihre körperliche Energie und Präsenz. Ausgehend vom Dialog der Disziplinen, der auch im Werk Georg Kolbes eine Schlüsselrolle einnimmt, spürt „Der absolute Tanz“ der weit ausstrahlenden Innovationskraft seiner Protagonistinnen nach. Eine Vielzahl an Zeitdokumenten, Filmen, Fotografien, Skizzen, Zeichnungen und Skulpturen eröffnet neue Zugänge zu den einflussreichen Neuerungen ihrer Zeit.

Der Titel der Schau zitiert eine Begrifflichkeit, die von der Tänzerin Mary Wigman geprägt und daraufhin von der zeitgenössischen Tanzkritik aufgegriffen wurde, um die unumschränkte schöpferische Energie des neuen Tanzes zu beschreiben: So geht es zusammenfassend um eine Generation bahnbrechender Bewegungskünstlerinnen, der es gelang, den Körper in all seiner expressiven, plastischen und politischen Kraft einzusetzen.

Ulla von Brandenburg: „Blaue und Gelbe Schatten“

Ein Tanz der Farben, Stoffe und Körper vollzieht sich in den neuen Arbeiten Ulla von Brandenburgs, die im Ausstellungsraum einen Bogen spannen – von den Weimarer Jahren zur Gegenwart, von der Moderne zur zeitgenössischen Kunst. Im Zentrum der hier erstmals gezeigten Werkgruppe der in Paris arbeitenden Künstlerin steht ihre filmische Arbeit „Blaue und Gelbe Schatten“, welche die Ursprünge und Wirkungsweisen von Farbe erkundet. Textfragmente aus Goethes Farbenlehre treffen auf experimentelle Klangfarben und Körper, die in freier Natur lustvoll interagieren. In drei Akten lässt der Film Bewegung und Farbe verschmelzen, wobei Letztere selbst zur Protagonistin wird.

Inspiriert von der radikalen Erotik der „absoluten Tänzerinnen“ setzt Ulla von Brandenburg ihre langjährige Auseinandersetzung mit dem Zusammenspiel von Körper, Raum und Stofflichkeit fort. In Opposition zum Topos historischer Tableaus feiert ihr Film Körperlichkeit jenseits von Idealen der Jugend. In Kolbes großem Atelier installiert, nimmt das Werk der Künstlerin seine charakteristisch raumgreifende Form an. Die begehbare Inszenierung aus bunten Stoffbahnen und Objekten, deren Farbkonzept sich bildmächtig durch die gesamte Ausstellung zieht, wird von der architektonischen Lichtführung immer wieder neu in Szene gesetzt. Komplementiert wird die Arbeit durch eine Performance, deren filmische Dokumentation später in die Ausstellung einfließt.

Ulla von Brandenburgs Werkgruppe wurde speziell für das Georg Kolbe Museum entwickelt und in Kooperation mit der Veranstaltung „Le Voyage à Nantes“ produziert, in deren Rahmen sie nach Ausstellungsende gezeigt wird. Im Georg Kolbe Museum wird im Zuge der Schau auch das „SCULPTURE Festival“ weitergeführt, dessen Auftaktveranstaltung im September 2020 stattfand.


     
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/ Von … bis …

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Eine Sonderausstellung des Ethnologischen Museums der Staatlichen Museen zu Berlin im Forschungscampus Dahlem, Zugang über das Museum Europäischer Kulturen.

Die Ausstellung ist im Rahmen des partizipativen Forschungsprojekts „Can Heritage Objects Represent a Home?“ zu den syrischen Sammlungen des Ethnologischen Museums entstanden.

Zarkashat ist ein arabisches Wort, das „unterschiedliche Dekorationen“ bedeutet. Die Dekorationen können materieller und immaterieller Natur sein. Turathia ist ein Adjektiv, das sich vom arabischen Substantiv turath („Kulturerbe“) ableitet. Zarkashat Turathia deutet also auf unterschiedliche Dekorationen von Kulturerbe hin.

Das Thema „Von ... Bis...“ ist in der Ausstellung omnipräsent. Es bezeichnet die Prozesse und Transformationen, denen eine Person ausgesetzt ist. Durch die Person schreiben sich diese auch in materielle oder immaterielle Kulturgüter ein.

Bewegungen, Transformationen, aber auch Stabilität etc. manifestieren sich in der Bewegung von einem Punkt zum anderen bezogen sowohl auf Zeit und Ort als auch auf Ideen. In diesem Sinne vermittelt die Ausstellung unter dem übergeordneten Thema „Von... Bis...“ mehrere Einzelaspekte, die in der Beziehung zwischen Menschen und Kulturerbe eine Rolle spielen

Die Idee von Mobilität aus unterschiedlichen Gesichtspunkten und die Verbindung von individuellen Geschichten der Projektbeteiligten mit Sammlungsobjekten bilden die Grundlage für Zarkashat Turathia („Dekorationen von Kulturerbe“). Auf dynamische und aktive Weise sind die Individuen mit dem materiellen oder immateriellen Kulturerbe verknüpft. Zarkashat Turathia bezeichnet nicht nur Kulturerbe im Sinne von wertvollen Schätzen; ebenso steht die individuelle bzw. kollektive Bedeutung des Kulturerbes im Zentrum.

„Von ... Bis ...“ bezeichnet keine bestimmte Zeit oder keinen bestimmten Ort. Die Ausstellung erzählt vielmehr von dynamischen Prozessen, von Kontinuitäten und Brüchen und davon, dass in jedem „Bis ...“ bereits ein neues „Von ...“ enthalten ist.

 


     
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/ Paul Gauguin – Why Are You Angry?

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Paul Gauguin (Paris 1848 ­– 1903 Atuona/Hiva Oa) gehört zu den einflussreichsten Wegbereiter*innen der künstlerischen Moderne, dessen bekannteste Gemälde in den Jahren zwischen 1891 und 1901 auf der Südseeinsel Tahiti entstanden. „Paul Gauguin – Why are you angry?“ in der Alten Nationalgalerie betrachtet die Werke Gauguins, die auch von westlichen, kolonialen Vorstellungen von 'Exotik' und 'Erotik' geprägt sind, vor dem Hintergrund aktueller Diskurse und konfrontiert seine Werke mit Positionen zeitgenössischer Künstler*innen.

Gauguin verließ 1891 die Kunstmetropole Paris, seine Frau und fünf Kinder, um sich auf eine spirituelle und künstlerische Suche nach Französisch-Polynesien zu begeben. Hier lebte er mit einer Unterbrechung bis zu seinem Tod 1903. In dieser Phase entsteht unter anderem eines der Hauptwerke Gauguins aus der Sammlung der Nationalgalerie, das Gemälde „Tahitianische Fischerinnen“ von 1891.

Vor dem Hintergrund historischer Vorbilder und postkolonialer Debatten stellt die Ausstellung den von Gauguin selbst erschaffenen Mythos des „wilden Künstlers“ zur Diskussion. Gauguin griff seinerseits bereits auf einen kolonialen Traum vom irdischen Paradies zurück, der ihm zugleich den Aufbruch zu einer völlig neuartigen Kunst ermöglichte. „Paul Gauguin – Why are you angry“ nähert sich Gauguin aus verschiedenen Perspektiven und eröffnet aktuelle Blicke auch durch Werke zeitgenössischer Künstler*innen wie Angela Tiatia (Neuseeland/Australien), Yuki Kihara (Samoa/Japan) oder Nashashibi/Skaer (Großbritannien) und den tahitianischen Aktivisten und Künstler Henri Hiro (Französisch-Polynesien).

„Paul Gauguin – Why are you angry?“ ist eine Sonderusstellung der Nationalgalerie, Staatliche Museen zu Berlin, in Kooperation mit und nach dem Konzept der Ny Carlsberg Glyptotek, Kopenhagen, ermöglicht durch die Freunde der Nationalgalerie. Kuratiert von Anna Kærsgaard Gregersen, Ny Carlsberg Glyptotek, mit Ralph Gleis, Alte Nationalgalerie.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog in deutscher Sprache sowie eine englische Ausgabe mit 160 Seiten und zahlreichen Abbildungen.


     
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/ Braun 100

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Wie kein anderes Unternehmen in der deutschen Nachkriegszeit steht die Firma Braun für einen ästhetischen Neuanfang. Ob Rasierapparate, Hifi-Anlagen, Uhren oder Küchengeräte, sie alle verbindet eine Formensprache, die in Kombination mit ihrer Handhabung als Höhepunkt des gestalterischen Funktionalismus bis heute Schule macht. Bedeutende Designer wie Wilhelm Wagenfeld, Hans Gugelot und Dieter Rams waren für Braun tätig. 100 Jahre nach Gründung der Firma Braun zeigt die Ausstellung im Bröhan-Museum alle Spitzenstücke des Braun-Designs. Die Entwicklung der funktionalistischen Gestaltung der Geräte, die nachhaltig auch andere Firmen wie Bang und Olufsen und Apple beeinflusst hat, wird ebenso thematisiert wie die Verflechtungen von Design, Kunst und Politik in der 100-jährigen Unternehmensgeschichte.

In unserer neuen Reihe „Braun Icons“ stellen wir in kurzen Videoclips auf Deutsch und Englisch die ikonischsten Designs der Firma Braun vor. Die Clips werden immer donnerstags auf unseren Social-Media-Kanälen veröffentlicht (Instagram, Facebook, Youtube).

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog im Wienand Verlag. Für Kinder gibt es ein kostenfreies Entdeckerheft.

Eine Kooperation mit der Braun-Sammlung Ettel.


     
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/ Ein Sommer in Neukladow

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Der Sommer kehrt zurück nach Spandau! Das Gotische Haus zeigt Arbeiten von sechzehn bildenden Künstler*innen, die den Gutspark Neukladow in den ersten beiden Juniwochen des Jahres 2020 zum Freiluftatelier gemacht und damit eine Tradition zu neuem Leben erweckt haben, die der Impressionist Max Slevogt vor rund hundert Jahren in Neukladow begründete: das Malen en plein air! Unsere Ausstellung zeigt eine Auswahl von rund 200 Werken, die während der von der Guthmann Akademie in Kooperation mit dem Kulturamt Spandau initiierten Sommerakademie 2020 beim Pleinair im Park entstanden sind. Zu sehen sind unter anderem Gemälde, Zeichnungen und Grafiken von ARATORA (Frank W. Weber), Antonia Bisig, Matthias Koeppel, Christopher Lehmpfuhl, Ulrike Pisch, Sibylle Prange, SOOKI, Frank Suplie sowie Kunststudent*innen der Universität der Künste Berlin.


     
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/ Das Leben in der Stadt

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Im Mai 2019 eröffnete im Obergeschoss des Gotischen Hauses eine neu überarbeitete Ausstellung zur Geschichte des städtischen Lebens und Wohnens in Spandau. Die Ausstellung für die ganze Familie gehört zum Stadtgeschichtlichen Museum Spandau, das im Zeughaus auf der Zitadelle beheimatet ist.

Die historische Ausstellung im Gotischen Haus beleuchtet zunächst die Geschichte dieses einzigartigen Hauses. Archäologische Fundstücke wie glasierte Ofenkacheln und Münzen, aber auch die originale Baustruktur halten so manches Geheimnis bereit. Der anschließende Rundgang erzählt vom Alltag in der Stadt und lädt vor allem zum Mitmachen ein: zum Singen, Raten und Theaterspielen.


     
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/ Anna Ehrenstein . Tools for Conviviality

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Vor einem schimmernden Poolhintergrund fallen riesige, goldene Bitcoin-Münzen, während ein junger Mann lässig auf einem der Goldstücke durch das Bild surft. Die deutsch-albanische Medienkünstlerin Anna Ehrenstein entwirft futuristische Bildwelten und bedient sich dabei mit großer Leichtigkeit digitaler Medien, um die Betrachter*innen zu einer kritischen Reflexion über Stereotype und deren Repräsentation anzuregen. Durch einen multiperspektivischen Ansatz hinterfragt Tools for Conviviality gleichzeitig die europäische Perspektive auf Lebensentwürfe im westafrikanischen Raum. An Stelle eines klassischen dokumentarischen Blicks von außen rückt eine kollektive Methode der oralen und visuellen Recherche in der senegalesischen Hauptstadt Dakar, in welche dort ansässige Kunst- und Kulturschaffende eingebunden werden. Für diese visionäre Strategie des Visual Storytellings erhält die Künstlerin ein Preisgeld und wird mit der Einzelausstellung Anna Ehrenstein . Tools for Conviviality bei C/O Berlin geehrt. Begleitend zur Ausstellung erscheint eine Publikation bei Spector Books (hrsg. von Dr. Kathrin Schönegg für die C/O Berlin Foundation) mit Texten der parallel ausgezeichneten US-amerikanischen Theoretikerin Emily Watlington.


     
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/ Nadine Ijewere

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Verwuscheltes Haar, türkisfarben geschminkte Augen tanzen mit Sommersprossen auf dem Gesicht um die Wette, eine Zahnlücke rundet das charmante Lächeln zu einem Kunstwerk ab, während ein filigran-androgyner Körper sich an eine Hibiskusblüte schmiegt: Mit ihrer Serie Ugly, die 2017 in der italienischen Ausgabe der Vogue veröffentlicht wurde, stellt die britische Modefotografin Nadine Ijewere bekannte Schönheitsideale auf den Kopf. Und zeigt, wie reizvoll Unvollkommenheit sein kann. In ihren fotografischen Serien wiedersetzt sie sich der inszenierten Makellosigkeit von Models und den sich darin permanent widerspiegelnden Schönheitsnormen. Vielmehr liefert sie einen farbenfrohen, identitätsstiftenden Gegenentwurf, der universelle Geschichten über menschliche Anmut erzählt. Ihre Arbeiten gelten somit bereits heute als Korrektiv in der Modefotografie, um ein weltweit vielfältiges Publikum zu repräsentieren. Dieser neuartige Ansatz hat Nadine Ijewere Erfolg und Anerkennung zuteil werden lassen – kommerziell wie künstlerisch. Mit ca. 80 Bildern und 3 Filmen zeigt C/O Berlin mit Nadine Ijewere . Beautiful Disruption weltweit die erste institutionelle Einzelausstellung der 28-jährigen Modefotografie-Pionierin. Kuratiert von Felix Hoffmann, C/O Berlin.


     
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/ Send me an Image . From Postcards to Social Media

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Eine riesige Bilderwelle schlägt auf die Ausstellungswand bei C/O Berlin. Der niederländische Künstler Erik Kessels zwingt mit seiner Installation 24HRS in Photos Besucher*innen durch ein Meer von 350.000 wild übereinandergeworfenen Standardfotoabzügen zu waten, welches vor 15 Jahren tagtäglich auf die Image-Sharing-Seite Flickr geladen wurde. Heutzutage wachsen die digitalen Bilderberge auf Instagram und Facebook täglich um viele Millionen Schnappschüsse an. Fotografie war immer schon ein soziales Medium, das ge- und verteilt wurde. Aber warum kommunizieren Menschen miteinander über Bilder? Die Themenausstellung Send me an Image . From Postcards to Social Media zeichnet die Entwicklung von Fotografie als Kommunikationsmittel vom 19. Jahrhundert bis zu ihren heutigen digitalen Repräsentanten nach. Dabei liegt der Fokus auf einem Dialog zwischen reisenden Bildern aus der Fotogeschichte mit zeitgenössischen künstlerischen Positionen ab den 1970er-Jahren. Der Wandel der Fotografie von einem Medium der Abbildung hin zu einem der bedeutendsten sozialen Kommunikationsmittel unserer Zeit wird auch von globalen Phänomenen wie Zensur oder algorithmischer Regulation begleitet. Diese soziale Dimension der Bildkommunikation bildet den zweiten thematischen Schwerpunkt von Send me an Image . From Postcards to Social Media bei C/O Berlin, welche von Felix Hoffmann und Dr. Kathrin Schönegg konzipiert wurde. Begleitet wird die Ausstellung von einer beim Steidl Verlag veröffentlichten Publikation.


     
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/ Rosa Barba. In a Perpetual Now

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Zur Wiedereröffnung der Neuen Nationalgalerie präsentiert die in Berlin lebende Künstlerin Rosa Barba verschiedene Arbeiten unter dem Titel „In a Perpetual Now“. Neben zentralen Stücken ihres Gesamtwerks der Jahre 2009 bis 2021 wird auch ein neuer Film gezeigt, der anlässlich der Ausstellung entstanden ist.

Die raumgreifende Stahlkonstruktion nimmt in ihrer architektonischen Struktur Bezug auf Mies van der Rohes frühes Projekt „Landhaus aus Backstein“ und zeigt insgesamt 15 filmische und skulpturale Werke. Die eigens für die Architektur der Neuen Nationalgalerie entwickelte räumlich-architektonische Konstruktion folgt dem Prinzip der filmischen Montage, die eine Schlüsselrolle im Werk der Künstlerin einnimmt.

Eine Sonderausstellung der Nationalgalerie – Staatliche Museen zu Berlin.


     
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Katalog zur Ausstellung / Die Kunst der Gesellschaft

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Die Neue Nationalgalerie präsentiert nach sechs Jahren sanierungsbedingter Schließung erstmals wieder die Hauptwerke der Klassischen Moderne aus der Sammlung der Nationalgalerie. „Die Kunst der Gesellschaft“ zeigt circa 250 Gemälde und Skulpturen aus den Jahren 1900 bis 1945, unter anderem von Otto Dix, Hannah Höch, Ernst Ludwig Kirchner, Lotte Laserstein und Renée Sintenis.

Die in der Ausstellung versammelten Kunstwerke reflektieren die gesellschaftlichen Prozesse einer bewegten Zeit: Reformbewegungen im Kaiserreich, Erster Weltkrieg, „Goldene“ Zwanziger Jahre der Weimarer Republik, Verfemung der Avantgarde im Nationalsozialismus sowie Zweiter Weltkrieg und Holocaust spiegeln sich in den Werken wieder. Über eine reine Geschichte der Ästhetik hinaus führt die Sammlung eindrücklich den Zusammenhang von Kunst und Sozialgeschichte vor Augen. Dabei bietet der offene Grundriss der ikonischen Architektur von Mies van der Rohe vielfältige Perspektiven auf die unterschiedlichen Strömungen der Avantgarde.

Zur Ausstellung wird eine von Joachim Jäger, Dieter Scholz und Irina Hiebert Grun herausgegebene Publikation erscheinen: Die Kunst der Gesellschaft. 1900-1945, Ausstellungskatalog Neue Nationalgalerie, DCV Verlag, Berlin 2021. Preis: ca. 27 Euro.

Eine Sammlungspräsentation der Nationalgalerie – Staatliche Museen zu Berlin.

Katalog zur Ausstellung

     
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/ Alexander Calder. Minimal / Maximal

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Alexander Calder (1898–1976) ist durch sein Hauptwerk „Têtes et Queue“ (1965) seit Jahrzehnten eng mit der Neuen Nationalgalerie verbunden. Die Außenskulptur wurde zur Eröffnung von Mies van der Rohes Architekturikone aufgestellt und kehrt nun mit der Wiedereröffnung auf die Terrasse des Museums zurück.

Die raumgreifenden und oft beweglichen Objekte des US-amerikanischen Vertreters der kinetischen Kunst reichen von winzigen Miniaturen bis hin zu monumentalen Stabiles und Mobiles. Die Ausstellung spürt dem besonderen Verhältnis von Größe, Maßstab und Räumlichkeit nach und eröffnet durch die Konfrontation der organischen Formen von Calders Kunst einen besonderen Dialog zur strengen Geometrie von Mies van der Rohes Gebäude.

Der offene, experimentelle Ansatz der speziell für die Glashalle der Neuen Nationalgalerie konzipierten Ausstellung setzt dabei auf die Einbeziehung der Besucher*innen, die Calders Werke teilweise in Aktion erleben können.

Eine Sonderausstellung der Nationalgalerie – Staatliche Museen zu Berlin.


     
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/ Weisheit-Farbe-Schrift

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Sinnsprüche aus der ganzen Welt, interpretiert in farbgewaltigen Kompositionen, kennzeichnen das Werk des Künstlers Hassan Massoudy. Der international bekannte und renommierte Künstler der Gegenwart lebt und arbeitet in Paris. Seine visuelle Umsetzung der Sinnsprüche verbindet die kreativen Potenziale der arabischen Schrift mit Ausdrucksformen, Ideen und Techniken aus dem europäischen und ostasiatischen Raum.

Seine erste Ausbildung in klassischer arabischer Kalligraphie erhielt Massoudy in seinem Geburtsland Irak. Dort betrieb er bis zum Ende der 1960er Jahre sein eigenes Kalligraphiestudio. Sein Wille zu künstlerischen Experimenten führte ihn schließlich an die Académie des Beaux Arts nach Paris. Hier entwickelte er seinen ikonischen Stil: Inspiriert von einem Sinnspruch und den anknüpfenden Assoziationen und Emotionen schafft Massoudy intuitiv geschwungene Formen in kräftigen Farben um ein zentrales Wort des Sinnspruches. Dabei lässt er die Regeln der klassischen Kalligraphie weit hinter sich. Neben einem Schreibrohr – dem Kalam – verwendet Hassan Massoudy selbst entwickelte Malwerkzeuge und Farben für seine einzigartige Technik. Diese Utensilien sind zusammen mit seinem Werk in der Ausstellung zu sehen.

Eine Sonderausstellung des Museums für Islamische Kunst – Staatliche Museen zu Berlin.


     
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/ Flucht nach vorn

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Welche Menschen fliehen aus welchen Gründen? Welche Verantwortung trägt Europa bei der Entstehung von Fluchtursachen oder der Aufnahme von Migrant*innen? Die Suche nach Antworten gelingt Hand in Hand mit einer Betrachtung europäischer Außen- und Grenzpolitik. “Migration im Fokus” ist eine Analyse dieser Zusammenhänge und erklärt unsere Einwanderungsgesellschaft als kontinuierlichen Prozess.

“Flucht nach vorn” knüpft daran auf der individuellen Ebene an: Geflüchtete sind Teil unseres Miteinanders und prägen unser Leben so vielfältig und tiefgreifend, dass ein pauschaler Blick ihnen nicht gerecht wird. Die Ausstellung porträtiert verschiedene Menschen mit Migrationserfahrungen im Hinblick auf ihre Wünsche, ihre Leistungen und ihren Kampf um Anerkennung in Deutschland.


     
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/ Homestory Deutschland

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Die Existenz und die Beiträge von Menschen afrikanischer Herkunft werden in Deutschland noch immer unzureichend zur Kenntnis genommen, sowohl in der Geschichtsschreibung als auch in öffentlichen Diskursen. Wenn doch, so wird häufig von anderen über sie gesprochen, anstatt sie zu Wort kommen zu lassen. Damit bricht Homestory Deutschland: 27 Biographien erzählen von Rassismus und Ausgrenzung in Deutschland, aber auch von der Vielseitigkeit und dem Schaffen von Schwarzen Menschen – im Lauf unserer gemeinsamen Geschichte und in allen Bereichen unserer Gesellschaft. Diese Zeitzeugnisse entwerfen einen Blick ohne Stigma auf Schwarze Menschen, der der Bedeutung afrikanischer Herkunft gerecht wird.


     
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/ Arne Schmitt. Zum Gedanken der aktiven Minderheit

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Aufgrund der aktuell geltenden Verordnungen bleiben die Ausstellungen der nGbK bis auf Weiteres geschlossen. Pressetermine können unter station-urbaner-kulturen[at]ngbk.de vereinbart werden.

Arne Schmitt. Fotografie, Video, Text

Der mit Fotografie und Video arbeitende Künstler Arne Schmitt ist vornehmlich in Westeuropa unterwegs und untersucht die »Grauen Architekturen« (Benedikt Boucsein). Die häufig schwarz-weißen Aufnahmen sind aufgeklärte Statements zu einer Welt aus Konsumzonen, Verwaltungseinheiten und Bildungslandschaften. Sie scheinen auslaufende Modelle einer Nachkriegsmoderne zu sein, gekoppelt an die autogerechte Stadt, und leben doch immer neu auf. Dabei zelebriert Schmitt nicht die Baukörper und städtische Formationen, sondern schält in ihrer ruppigen Spröde heraus, was die Versorger-Moderne der kapitalistischen Wohlfahrtsstaaten hinterlassen hat.

Arne Schmitts Erinnerungen, die bis in die Gegenwart reichen, zeigen einen gebauten und in den Videos gelebten Gestaltungswillen nach, eine bessere Welt zu erschaffen. Das partielle Scheitern ist darin eingeschrieben, doch die Hoffnungen nicht ganz abgeschrieben. Er streunt als belesener und faszinierter Betrachter durch eine gebaute Umwelt voller Ideen und Absichten, die er mit ihren Menschen, Autos, Vegetationen und Beschilderungen kenntlich fixiert. Das Medium Video hilft, sich auf die dabei eintretenden Ernüchterungen einen Reim zu machen. Seine urbane Archäologie der jüngsten, Stein gewordenen Vergangenheit gibt die Stadtgesellschaft nicht auf. Doch: »Der Verkauf geht weiter.«

Zum Gedanken der aktiven Minderheit

»Man ist sich dessen bewußt, daß hier, alles in allem, eine Minderheit am Werk ist. Doch das ist immer so gewesen. Nur, diese Minderheit ist effektiv, kann sich artikulieren, es sind Eiferer, und die Ideen, die sie der Mehrheit kundtun, sind keine Luftgespinste und finden Gehör.« Cees Nooteboom zum Mai 68 in Paris

Der offene Konflikt, den Student_innen und Staat im steinernen Zentrum der europäischen Stadt ausfochten und der zeitweise weite Teile der Bevölkerung aktivierte, hatte seinen Anfang in der Pariser Peripherie genommen: auf den modernen Campusanlagen von Nanterre. Genauso in Bordeaux: die ersten studentischen Proteste spielten sich in den Wohnheimen der weitläufigen suburbanen Universitätszone ab, die seit den 1950er Jahren umgesetzt wurde. Nur die Geisteswissenschaften waren 1968 noch im Zentrum verblieben und wurden zum Hauptquartier der Student_innenbewegung. Nach Ende der Unruhen forderte der zuständige Präfekt die schnellstmögliche Verlegung der Fakultät an den Stadtrand.

Die Bezüge sind reich, die sich hier zwischen Zentralismus und Marginalisierung, zwischen Stadtplanung und technokratischer Gesellschaftssteuerung auftun. Aktive Minderheiten agieren nicht selten vom Rand aus – doch der Weg ins Zentrum ist unerlässlich, wenn sich nachhaltige Veränderung einstellen soll. Dasselbe gilt auch für jenes in jüngster Zeit umkämpfte Terrain, das sich zwischen Sprache, Denken und Handeln eröffnet.

Student_innen in Berlin-Hellersdorf äußerten Kritik an einem Gedicht, das von der Leitung ihrer Hochschule an der Fassade angebracht worden war. Sie forderten Beteiligung, gingen demokratisch durch alle Gremien der Hochschulselbstverwaltung – und erreichten so Veränderung. Eine Mehrheit aus Politik und Gesellschaft, vor allem durch ein Mehr an Macht gekennzeichnet, empörte sich darüber dermaßen, dass sie autoritäres Einschreiten forderte – nicht selten Bezug nehmend auf ihre eigenen 68er-Werte. Der Vorwurf: Die Student_innen sprächen lediglich für eine Minderheit.

Was heißt es für diese Debatte, dass diese empörte Mehrheit die betreffende Fassade, diesen Teil der Stadt kaum je aus der Nähe gesehen hat? Und welchen Blick wirft die hochschulexterne Nachbarschaft auf die Fassade - als die wohl größte Gruppe von Betrachter_innen?

Arne Schmitt

nGbK-Projektgruppe station urbaner kulturen: Jochen Becker, Fabian Bovens, Eva Hertzsch, Margarete Kiss, Constanze Musterer, Adam Page

Finanziert mit Mitteln der Senatsverwaltung für Kultur und Europa


     
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Künstlerische Auseinandersetzung mit dem Holocaust / Reflexionen über Malerei

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Die Ausstellung eines zentralen Werks von Gerhard Richter ist dem übergeordneten Thema der Möglichkeiten und Grenzen von Malerei gewidmet. Der aus vier großformatigen, abstrakten Bildern bestehende Zyklus „Birkenau“ von 2014 stellt das Ergebnis einer langen und tiefen Auseinandersetzung des Künstlers mit dem Holocaust dar. Intensiv beschäftigte Gerhard Richter dabei die Frage, ob und wie der beispiellose Völkermord überhaupt darstellbar sei. 

Bereits unmittelbar nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde in Deutschland über die Frage, ob und wie der Holocaust künstlerisch darstellbar sei, sehr offen diskutiert. Angesichts des bis heute schier unfassbaren Völkermordes, den die Nationalsozialisten an bis zu 6 Millionen Juden verübt hatten, sprachen zahlreiche Kunstschaffende von einem nichtangemessenen Unterfangen und lehnten eine künstlerische Darstellung des Holocaust kategorisch ab.

Gerhard Richter näherte sich diesem Thema immer wieder. Angefangen mit Zeichnungen zum Tagebuch der Anne Frank (1957) folgten in den 60er Jahren die inzwischen zerstörten Bilder „Erschießung“ und „Hitler“ und danach die Bilder „Tante Marianne“, „Onkel Rudi“ und „Herr Heyde“. Gleichzeitig nahm er zahlreiche Fotos zum Holocaust in seinen „Atlas“ auf. Dreißig Jahre später machte Gerhard Richter Entwürfe mit diesem Thema für die Eingangshalle des Bundestages, die er aber doch verwarf und dafür die Glasarbeit „Schwarz-Rot-Gold“ vorschlug, die seit 1997 dort platziert ist. Der Kontakt zu Georges Didi-Huberman und seinem Buch „Bilder trotz allem (2008)“, speziell zu den vier Fotografien, beschäftigte Gerhard Richter lange und führte 2014 zu den vier „Birkenau“-Bildern.

Die Fotografien, die ein Häftling heimlich machte, zeigen unter anderem Leichen der zuvor in Gaskammern ermordeten Lagerinsassen in einem Waldstück sowie nackte, auf dem Weg zur Gaskammer befindliche Frauen. Im künstlerischen Prozess übertrug Gerhard Richter im ersten Schritt die Fotografien auf vier Leinwände, schuf damit vier figurative Bilder, um sie dann nach und nach zu übermalen. Dabei verwandte er die seit Jahren von ihm eingesetzte Maltechnik, bei der er zunächst mit Pinseln Farbe aufträgt und diese anschließend mit einer Rakel verteilt, oder wieder abkratzt. Dieser Vorgang wurde mehrfach wiederholt.

Mit jeder weiteren Farbschicht verschwand die gemalte fotografische Vorlage etwas mehr, bis sie schließlich nicht mehr sichtbar war. Angesichts des Grauens und des unfassbaren Verbrechens gegen die Menschlichkeit, das mit dem Holocaust verbunden ist, entsteht bei Gerhard Richter also ein Abstraktionsprozess, der in eine Weigerung der direkten Abbildung mündet. Mit diesem Prozess fand Gerhard Richter einen Weg, auf dokumentarisches Material zurückzugreifen, ohne es direkt zu zeigen. Seine abstrakte Malerei bietet Form- und Farbklänge, erzeugt, gerade mit den zahlreichen schwarz-grauen Flächen, eine melancholische, nachdenkliche Stimmung. Das Figurative und das Abstrakte schließen sich in diesen Werken jedoch nicht aus. Vielmehr eröffnet Richter einen entstehenden Raum zwischen Zeigen und Nicht-Zeigen. Es ist ein Art Zwischenraum, der malerisch, ästhetisch und gedanklich ein weites Feld an Reflexionen ermöglicht.

Zur Präsentation in der Alten Nationalgalerie gehört neben den vier malerischen Bildern und Abbildungen der vier Fotovorlagen auch ein großer, vierteiliger Spiegel. Fast von Anfang an begleiteten Glas- und Spiegelarbeiten die Malerei von Gerhard Richter, weil sich seine Bilder nicht als reine Ansichten oder als Blicke durch ein Fenster begreifen lassen, sondern immer zugleich auf eine Realität vor dem Bild verweisen. In diesem Sinne verfolgt Gerhard Richter mit dem Grauen Spiegel, der gegenüber der vier „Birkenau“-Bilder platziert ist, eine weitere Ebene der Auseinandersetzung. Auf diese Weise werden aber nicht nur die vier Gemälde und die damit aufgerufenen Kontexte reflektiert, sondern auch wir selbst, die Betrachtenden der Bilder und des Spiegels.

Die Vielschichtigkeit von Abbildung und Darstellung, die mit diesem Zyklus aufgerufen wird, berührt Grundfragen der Malerei, wie sie uns über alle Zeiten hinweg beschäftigt haben. Gerade deshalb hat sich Gerhard Richter für die Präsentation des „Birkenau“-Zyklus die Alte Nationalgalerie als Ort gewünscht.

Anlass für die Präsentation des „Birkenau“-Zyklus ist eine langfristige Zusammenarbeit der Nationalgalerie, Staatliche Museen zu Berlin, mit der GERHARD RICHTER KUNSTSTIFTUNG. Der „Birkenau“-Zyklus und weitere Arbeiten des Künstlers (ungefähr 100 Werke aus mehreren Schaffensphasen), werden ab 2023 permanent in einem Gerhard Richter-Raum in einem der Häuser der Nationalgalerie gezeigt werden. Eigentlicher Bestimmungsort des Konvoluts ist ein eigener großer Raum im „Museum des 20. Jahrhunderts, dem Neubau am Kulturforum.

Eine Sonderausstellung der Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin.

Präsentiert mit Unterstützung des Kuratoriums Preußischer Kulturbesitz.

Künstlerische Auseinandersetzung mit dem Holocaust

     
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/ Bildungsschock

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1957 brachte die Sowjetunion einen Satelliten in die Erdumlaufbahn und gewann so die erste Etappe im „Wettlauf ins All“. Der Westen reagierte auf den „Sputnik-Schock“ mit einer nie dagewesenen Bildungsoffensive, die bald die gesellschaftliche Debatte beherrschte.

Bildungsschock blickt auf die Jahrzehnte nach dem Sputnik-Schock, in denen Bildung im globalen Maßstab expandierte. Die Ausstellung und zwei Publikationen zeigen, wie die Räume des Lernens unter dem Druck demografischer und technologischer Entwicklungen, des Kalten Krieges und der 1968er-Bewegungen permanent neu gedacht und geplant wurden.

In Zusammenarbeit mit Künstler*innen, Wissenschaftler*innen und Architekt*innen untersucht Kurator Tom Holert diese Epoche der Experimente und Konflikte. Mitten in der Coronakrise, die drängende Probleme des Bildungssektors akut sichtbar werden lässt, schlägt er vor, die Ansätze der 1960er und 1970er Jahre als Archiv und Ressource für aktuelle Debatten zu entdecken.

Begleitend zur Ausstellung geht das Projekt Bildung in Beton an acht Berliner Schulen. Schüler*innen setzen sich hier gemeinsam mit Künstler*innen mit ihren Schulgebäuden aus den 1960er und 1970er Jahren auseinander und spekulieren über die Lernumgebungen der Zukunft.

Das Arsenal – Institut für Film und Videokunst entwickelt ein umfangreiches Filmprogramm zu den Themen der Ausstellung.

Ausstellung mit Beiträgen von Michael Annoff, BARarchitekten (Antje Buchholz, Jürgen Patzak-Poor), Elke Beyer, Sabine Bitter, Antje Buchholz, Arne Bunk, Evan Calder Williams, Fraser McCallum, Filipa César, Inga Danysz, Nuray Demir, Christopher Falbe, Dina Dorothea Falbe, Gregor Harbusch, Marshall Henrichs, Claudia Hummel, Ana Hušman, Jakob Jakobsen, Ana Paula Koury, Larry Miller, Maria Helena Paiva da Costa, Silke Schatz, Dubravka Sekulić, Lisa Schmidt-Colinet, Alexander Schmoeger, STREET COLLEGE in Kooperation mit Käthe Wenzel, Maurice Stein, Alexander Stumm, Oliver Sukrow, Ola Uduku, Clemens von Wedemeyer, Sónia Vaz Borges, Helmut Weber, Florian Zeyfang, Francesco Zuddas

Kuratiert von Tom Holert


     
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Ausstellungsreihe „Seen By“ / Seen By #15

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Intuitiv möchte man die Redewendung „nothing ever happened“ angesichts gegenwärtiger globaler Konfliktlagen, die das Gegenteil nahelegen, zurückweisen. Massive Umbrüche in den Parteienlandschaften, nationalistische Tendenzen, Hetze von Verschwörungstheoretikern, Gewalt von Rechts, autoritär agierende Regime, die zunehmende Abschottung Europas an den Außengrenzen etc. beschreiben nur einen kleinen Ausschnitt gefährlicher politischer Entwicklungen. Man möchte mit der eigenen Stimme – und mit Bildern – dagegenhalten. Und dennoch stellt sich die Frage: Was kann mit Bildern tatsächlich gesagt und gewusst werden?

Die Beiträge der Ausstellung stehen für ein politisches Engagement – zugleich aber misstrauen sie dem Evidenzcharakter des fotografischen Bildes. Vielmehr spielen sie provokativ mit der Potenzialität von Bedeutungszuweisungen, mit der vorschnelle Behauptungen brüchig werden. So ist die Ausstellung "nothing ever happened (yet)" Ausdruck einer Suchbewegung jenseits vermeintlicher Gewissheiten, die sich mit dem Gebrauch des Mediums Fotografie noch immer – oder gerade heute, im digitalen Jetzt – nach vorne spielen.

Welche Strategien können wir als Künstler*innen entwickeln, um die Fotografie (wieder) als ein Projekt zu entwerfen, mit der soziale Realität beschreibbar wird? In dem Versuch der Beantwortung dieser Frage gerät man schnell in einen Konflikt, der irgendwo angesiedelt ist zwischen der Zurückweisung eines traditionell-dokumentarfotografischen Gebrauchs des Mediums einerseits und der Vergegenwärtigung einer mittlerweile ungehemmten Nutzung der Social Media Formate mit ihren eigenen Mechanismen der Bedeutungsgenerierung andererseits.

„nothing ever happened (yet)“ ist der Versuch, mit bildnerischen Mitteln entgegen den zunehmend transitorischen Eigenschaften der Fotografie für ihre Präsenz oder Dauerhaftigkeit einzutreten. Oder anders: der Versuch, mit bildnerischen Mitteln so präzise wie nur möglich zu werden – auch wenn dies in der Konsequenz bedeutet, eine Offenheit der Bezüge zuzulassen. 

Mit Arbeiten von: Om Bori, Samet Durgun, Max Fallmeier, Friederike Goebbels, Miji Ih, Johannes Jakobi, Jeanna Kolesova, Sina Link, Finja Sander, Maximilian Schröder

Kuratiert von Maren Lübbke-Tidow

Das Projekt  „nothing ever happened (yet)“ wird von einer Posteredition in kleiner Auflage begleitet.

Eine Sonderausstellung der Kunstbibliothek – Staatliche Museen zu Berlin in Kooperation mit der Universität der Künste Berlin

Seen By #15 ist Teil der Ausstellungskooperation „Seen By“ der Kunstbibliothek der Staatlichen Museen zu Berlin und der Universität der Künste Berlin im Museum für Fotografie. Sie hat zum Ziel, kuratorische und künstlerische Strategien im Umgang mit zeitgenössischer Fotografie neu zu denken. Mehr Informationen: www.smb.museum/seenby 

Ausstellungsreihe „Seen By“

     
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/ Die Braun Idee

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Die Werkbund-Firma Braun war das erste Unternehmen in Deutschland, das eine umfassende Corporate Identity (CI) entwickelt hat: Die Gestaltung der Produkte, der Auftritt bei Messen, die Werbung auf dem Markt und die Kommunikation mit den Kunden folgten einem einheitlichen, in allen Details abgestimmten Konzept, mit der die Firma weltweit Erfolg hatte.

Dieses Konzept, die so genannte Braun Idee, wurde ab 1954 Schritt für Schritt von Fritz Eichler in Zusammenarbeit mit verschiedenen Gestaltern entwickelt. Selbst nicht als Designer, sondern als Kunsthistoriker ausgebildet, leitete er den Geschäftsbereich Gestaltung der Firma bis 1972, wirkte in dieser Funktion aber eher im Hintergrund. Indem Eichler die Projekte des Unternehmens reflektierte, formulierte und kommunizierte, bildete er zusammen mit den beiden Firmeninhabern Artur und Erwin Braun die ideale Dreiheit von Künstler, Techniker und Kaufmann, die Friedrich Naumann, einer der Initiatoren des Deutschen Werkbunds, schon 1906 beschworen hatte. So war Fritz Eichler dafür verantwortlich, dass Gestaltung als gleichberechtigter Faktor in den Produktions- und Vertriebsprozess der Firma integriert wurde.

Anlässlich des 100jährigen Bestehens der Firma Braun skizziert die Ausstellung die wichtigsten Aspekte und Strategien der Braun Idee, mit der das Unternehmen nicht nur als klar profilierte Markenpersönlichkeit etabliert werden konnte, sondern auch die innere Unternehmenskultur miteinbezog. Dies war ebenfalls der Grund dafür, dass die Firma bis zu ihrem Verkauf (1967) trotz ihrer Größe als ein Familienunternehmen geführt werden konnte.

Die Ausstellung baut im Wesentlichen auf den Beständen des Werkbundarchiv – Museum der Dinge auf.


     
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/ Ingeborg Meyer-Rey

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Die meisten erinnern sich an Ingeborg Meyer-Rey als Schöpferin der Bummi-Figur, der Titelgestalt der gleichnamigen Zeitschrift für Vorschulkinder in der DDR. Aber sie malte auch Wandbilder, kratzte Sgraffiti in Mauern. Vor allem aber illustrierte sie zahlreiche Kinderbücher. Unterschiedlich in Format und Stil – mit feinem, klaren Strich oder in eindrucksvoller Farbintensität, mit lebhaften Figuren von zeitlosem Liebreiz. Sie gestaltete stets dicht am Charakter der Vorlage und am kindlichen Empfinden. Ihre Bücher wurden mehrfach ausgezeichnet und erreichten im In- und Ausland ungewöhnlich hohe Auflagen.

Die seit 1945 in Mahlsdorf lebende und arbeitende Künstlerin Ingeborg Meyer-Rey verstarb 2001, im Dezember 2020 wäre sie 100 Jahre alt geworden. Im „Beltz | Der KinderbuchVerlag“ erschienen in den letzten zwanzig Jahren mehr als dreißig ihrer Titel neu. Im Jubiläumsjahr wurde „Die bunte Mütze“, geschrieben und illustriert von Ingeborg Meyer-Rey, erstmals in Buchform herausgegeben.


     
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/ Rembrandts Orient

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Die Ausstellung Rembrandts Orient untersucht vom 13. März bis 27. Juni 2021 anhand von 110 Arbeiten, darunter Schlüsselwerken von Rembrandt, Ferdinand Bol, Jan van der Heyden, Willem Kalf, Pieter Lastman und Jan Lievens, wie die Maler des niederländischen Goldenen Zeitalters auf Einflüsse des Nahen, Mittleren und Fernen Ostens reagierten.

Rembrandt und seine Zeitgenossen waren fasziniert von den fernen Ländern, deren Waren erstmals im 17. Jahrhundert in großer Zahl in die Niederlande importiert wurden. Die Begeisterung für das Fremde wurde zu einer Mode, die eine neuartige Kunst entstehen ließ: Der Realismus der Malerei verband sich mit Wunschbildern und phantastischen Projektionen. Auch biblische Geschichten wurden mit exotischen Elementen angereichert. Wie uns heute auffällt, wurde die Kehrseite dieser Weltaneignung nicht dargestellt: das Machtgefälle zwischen den Kulturen, das sich auch in Sklaverei, Gewalt, Ausbeutung und Handelskriegen zeigte.

Die Ausstellung thematisiert die damaligen Bilder des Fremden. Die Levante, der östliche Mittelmeerraum, und Asien wurden noch in Rembrandts Zeit Orient genannt. Heute ist der Begriff belastet, weil der Orientalismus des 19. und 20. Jahrhundert seine eurozentrische Haltung durchsetzte. Im Titel der Ausstellung Rembrandts Orient signalisiert der Genitiv, dass es um die damals mit diesem Begriff verbundenen Vorstellungen geht.

Der Orient und das Orientalische waren ein Konstrukt aus Versatzstücken, Stereotypen und Imagination. Das Fremde wurde geschätzt und in den Lebensstil integriert, doch das Interesse galt weniger den anderen Kulturen als dem neuen Motivschatz und dem damit verbundenen Prestige. Die westöstliche Begegnung fand nicht auf Augenhöhe statt. An dieser Einstellung hat sich bis heute in weiten Teilen der westlichen Welt nichts geändert. Die Aktualität dieser Ausstellung liegt in der Möglichkeit, diesen bis heute andauernden Eurozentrismus zu hinterfragen.

Zu den mehr als 50 internationalen Leihgebern gehören u. a. das Rijksmuseum in Amsterdam, die Gemäldegalerie Alte Meister, Staatliche Kunstsammlungen, Dresden, der Prado, Madrid, die National Gallery of Art in Washington, die National Gallery London und das Kunsthistorische Museum Wien.

Eine Ausstellung des Museums Barberini, Potsdam, in Zusammenarbeit mit dem Kunstmuseum Basel, unter der Schirmherrschaft von S. E. Wepke Kingma, Botschafter des Königreichs der Niederlande in Deutschland. Die Schau war für Sommer 2020 in Potsdam geplant, wurde pandemiebedingt auf Frühjahr 2021 verschoben. In Basel war die Ausstellung vom 31. Oktober 2020 bis 14. Februar 2021 zu sehen.


     
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/ museo de la democracia

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Das museo de la democracia reflektiert in seiner Sammlungs- und Ausstellungspraxis die ästhetische Unabhängigkeit und die politische Co-Abhängigkeit der Länder Lateinamerikas in Bezug auf unterschiedliche politische Diskurse und Narrative. Die museale Arbeit konzentriert sich auf einen Zeitraum, der sich grob von der prähispanischen Vergangenheit über die Befreiungskämpfe der lateinamerikanischen Unabhängigkeitskämpfer_innen und –denker_innen bis zum Erfolgsmoment der ›Kontrollgesellschaften‹ (Gilles Deleuze) spannt. Die Mission des museo de la democracia ist es, den allmählichen Prozess der Erosion des Begriffs ›Demokratie‹ und seine Institutionen zu untersuchen. Das museo de la democracia präsentiert Werke und Kollaborationen, die zu isolierten, fabelhaften, traumhaften und notwendigerweise kritischen Perspektiven auf demokratische Prozesse in ewiger Disposition führen. In Zusammenarbeit mit Künstler_innen, Denker_innen, Aktivist_innen, Museolog_innen und anderen Akteur_innen entsteht die Sammlung des Museums: Aktuell widmen sich 23 Kunstwerke der Erhaltung, Interpretation und Vermittlung unterschiedlicher Relikte des Gedächtnisses einer postdemokratischen Gesellschaft. Die Museografie strahlt von der ›Plaza del Kiosco‹ heraus – dem ›Platz des Kiosks‹, wo Videos, Bücher, unterschiedliche Publikationen verwahrt werden und auf dem ein Wissensproduktions-Programm angeboten wird, das aus Gesprächen, einem Video-Forum, Konferenzen und Workshops besteht.

Das museo de la democracia ist eine Institution, die für fast zwei Monate zu Gast in den Räumlichkeiten der nGbK sein wird. In einer transdisziplinären Dramaturgie werden Verbindungen zwischen historisch und theoretisch forschungsrelevanten Materialien herstellt: Eine hybride Dramaturgie zwischen dem Analogen und dem Digitalen, zwischen dem öffentlichen Raum und dem Ausstellungsraum, der Realität und der Fiktion. Sie thematisiert Ereignisse der jüngeren Geschichte und der Gegenwart Lateinamerikas – als Spiegelfläche unterschiedlicher globaler Realitäten.

Mit Soundarchiv, Rauminterventionen, Veranstaltungen

Künstler_innen und Teilnehmer_innen (Ausstellung):
Maria Thereza Alves, Gustavo Artigas, Arts of the Working Class, Marylin Boror Bor, Andressa Cantergiani, Victor de la Rocque, Andrés Durán, Valeria Fahrenkrog & MITKUNSTZENTRALE, Galería CIMA, Manuela García Aldana, Zoltan Kunckel, Jaime Lauriano, Cheril Linett, Julia Mensch, Ana María Millán, Marcela Moraga & Salvemos el río Renaico, Daniela Ortiz, Dulce Pinzón, PSJM, Matheus Rocha-Pitta, Doris Salcedo, Carolina Saquel & Camila Marambio, Julia Weist & Néstor Siré, Michael Wesely, Kiyoshi Yamamoto

Künstlerische Beiträge im Veranstaltungsprogramm:
Ana Alenso, Marilyn Boror Bor & VOCES de Guatemala en Berlín, Sara Buraya Boned, Cora Hegewald & Erik Göngrich, Fernando Llanos, Eva-Christina Meier, Grace Passô

Im April und Juni 2021 präsentiert das museo de la democracia seine temporäre Sammlung und öffentliches Programm. Eine fiktive Institution. Hier sollen Güter, Dokumente und Praxen der Demokratie konserviert und ausgestellt werden, so als handle es sich um ein Phänomen der Vergangenheit oder eine bedrohte Art. Die aktuelle Präsentation des Museums ist in drei Kapitel unterteilt:

1. Plaza del Kiosco [Platz des Kiosks]
2. Departamento de Oportunismos y Oportunidades
[Abteilung für Opportunismus und günstige Gelegenheiten]
3. Oficina de Sueños [Büro der Träume

Vorstand des museo de la democracia und nGbK-Projektgruppe:
Valeria Fahrenkrog, Daniela Labra, Teobaldo Lagos Preller, Marcela Moraga, Paz Ponce Pérez-Bustamante


     
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/ Helmut Newton. Legacy

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Die Newton-Retrospektive konnte aufgrund der Corona-Krise nicht wie geplant an Helmut Newtons 100. Geburtstag am 31. Oktober 2020 in seiner Berliner Stiftung im Museum für Fotografie eröffnet werden, sondern wird erst ab 31. Oktober 2021 gezeigt, begleitet von einer umfangreichen neuen Monografie.

Der Stiftungsdirektor Matthias Harder, gleichzeitig Kurator dieser Retrospektive, legt hier den Fokus auf Newtons Modefotografie, inklusive zahlreicher bislang unbekannter oder vergessener Bildmotive. Selbstverständlich werden auch die vielen ikonischen Newton-Bilder aus den beiden anderen Hauptgenres Porträt und Akt nicht fehlen. Diese werden durch Polaroids und Kontaktbögen ergänzt, die uns einen Einblick in Newtons finale Bildauswahl für das Zeitschriften-Editorial oder für Couturiers und Werbekunden ermöglichen und sein bekanntes Bildwerk interessant paraphrasieren.

Nach der Berliner Präsentation wird die mehr als 300 Fotografien umfassende Ausstellung ab Sommer 2022 in anderen musealen Institutionen international gezeigt.


     
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/ Gerty Simon. Berlin / London

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Die Wiener Library in London ist weltweit die älteste Institution zur Dokumentation der NS-Herrschaft und ihrer Verbrechen. Im Jahr 2016 erhielt die Bibliothek eine private Schenkung, das Privatarchiv des verstorbenen Geschäftsmannes Bernd Simon (1921–2015). Bernd Simon stammte aus einer jüdischen Familie in Berlin und emigrierte während der 1930er Jahre mit seinen Eltern nach Großbritannien. In diesem Nachlass entdeckte das Team der Wiener Library das fast vollständige Archiv der in Vergessenheit geratenen Fotografin Gerty Simon (1888–1970), der Mutter von Bernd Simon. Dies bestand aus über 350 originalen Gelatinesilberabzügen dazu Ausstellungskatalogen, Einladungen und Zeitungsausschnitten.

Dieser beachtliche Fund bezeugt Gerty Simons erfolgreiche Karriere hinter der Kamera. Die auf den Abzügen abgebildeten Personen konnten sofort erkannt werden: dazu zählen berühmte deutsche Persönlichkeiten wie die Physiker Albert Einstein und Max Planck, sowie die Künstler*innen Käthe Kollwitz und Max Liebermann – neben britischen Persönlichkeiten wie der Schauspielerin Peggy Ashcroft oder der Politiker Aneurin Bevan.

2019 veranstaltete die Wiener Library die erste Ausstellung von Gerty Simons Fotografien seit ihrem Tod 1970. Recherchen für die Ausstellung ergaben einige Erkenntnisse über Gerty Simons Leben, von ihrem Karriereanfang und ihren vielen Erfolgen im Berlin der 1920er Jahre bis hin zur NS-Machtergreifung und ihrer Emigration nach England.

Als Fortführung dieser erfolgreichen Londoner Präsentation wird die Liebermann-Villa Gerty Simon dem Berliner Publikum vorstellen. Ausgehend von Gerty Simons 1929 hergestelltem Fotoporträt Max Liebermanns werden Besucher*innen die Chance bekommen, mehr über diese bemerkenswerte deutsch-jüdische Fotografin zu erfahren: von ihren Karriereanfängen in Berlin der 1920er Jahre, über eine erfolgreiche Karriere als Porträtfotografin, der darauffolgenden Verfolgung, das Exil, und ihre anschließende Zeit in Großbritannien.


     
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/ Wir Feiern Liebermann!

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Jetzt verlängert bis 21. Juni 2021
Ursprüngliche Laufzeit: 4. Oktober 2020 bis 11. Januar 2021

Das Jahr 2020 ist ein wichtiges Jahr für die Liebermann-Villa. Vor 100 Jahren – am 1. Oktober 1920 – begann Max Liebermanns Amtszeit als Präsident der Akademie der Künste in Berlin, eine der bedeutendsten Positionen im Kulturleben der Weimarer Republik. Und vor 25 Jahren – am 16. März 1995 – wurde die Max-Liebermann-Gesellschaft in Berlin gegründet, um das künstlerische Vermächtnis Liebermanns in Deutschland zu sichern.

Zum 25-jährigen Jubiläum der Max-Liebermann-Gesellschaft veranstaltet die Liebermann-Villa eine kleine Liebermann-Retrospektive über alle Phasen seiner künstlerischen Karriere. Gezeigt werden in den Privaträumen des Malers eine Auswahl von Selbst-und Familienbildnissen, von Bildern mit Motiven aus Holland und Berlin sowie Arbeiten aus seinem Spätwerk, die den Wannseegarten darstellen.

Gemeinsam mit Ihnen möchten wir diesen bahnbrechenden und einflussreichen Künstler, dessen Arbeit die moderne europäische Kunst grundlegend änderte, feiern. Zudem feiern wir die Max-Liebermann-Gesellschaft, die in der aktuell schwierigen Corona-Pandemie erneut ihre Leidenschaft, ihre Leistungsfähigkeit und ihre Beharrlichkeit deutlich beweist!