Ausstellungen der Museen von Berlin © www.museumsportal-berlin.de
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/ Heinrich Zille

Der bis heute populäre „Pinsel­heinrich“, Milljöh-Schilderer und Witz­blatt-Zeichner „Vater Zille“ hat es nach wie vor nicht leicht, seinen Rang als ernst­zunehmender Künstler zu be­haupten. Schon in den 1920er Jahren hatte das – selbst gepflegte – Image als Gebrauchs- und Unter­haltungs­künstler den Illustrator des Simpli­cissimus und der Lustigen Blätter ein­geholt. Der hervor­ragende Zeichner war so sehr in den Hinter­grund geraten, dass sowohl Zilles Berufung an die Akademie der Künste im Jahr 1924 für Über­raschung sorgte, wie die Retro­spektive anläss­lich seines 70. Geburts­tags 1928 einen Vielen unbe­kannten Künstler präsentierte.

Die Ausstellung konzentriert sich auf Motive, die sich vergleichbar auch bei Käthe Kollwitz finden: die Ausgegrenzten, die Verlierer der Industrialisierung und Verstädterung. Themen wie Prostitution, Alkoholismus, Arbeitslosigkeit, Kinderarmut und prekäre Wohnverhältnisse beschäftigten beide Künstler gleichermaßen. Anders als bei Kollwitz‘ Arbeiten droht die Tragik der Darstellung durch die lakonisch-humorigen Bildunterschriften, die Zilles Illustrationen begleiteten, jedoch häufig in den Hintergrund zu geraten. Das Käthe-Kollwitz-Museum Berlin möchte mit seiner Werkauswahl den „Pair der großen Zeichner“ (Fritz Stahl 1928) wieder stärker in das Bewusstsein holen.

Gezeigt werden über 50 Arbeiten aus einer Berliner Privat­sammlung, darunter frühe, aufwändig über­arbeitete Druck­graphiken, farbige Radierungen, Farb­zeichnungen und Bleistift­skizzen.

Das Berliner Käthe-Kollwitz-Museum wird im Früh­sommer 2022 seinen neuen Stand­ort am Schloss Charlottenburg beziehen. Gegen­über dem Theater­bau, in der Sophie-Charlotten-Straße, wohnte einst von 1892 bis zu seinem Tod 1929 Heinrich Zille. Unsere Ausstellung ist daher auch als erste Annäherung an den neuen Standort zu verstehen.


     
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/ MORGEN.

Im Rahmen der Ausstellungsreihe Domäne.ART präsentiert die Domäne Dahlem eine Ausstellung von Studierenden aus den Klassen Raumbezogenes Entwerfen und Ausstellungsgestaltung sowie Gestaltung des bewegten Bildes der Universität der Künste Berlin.
Der Titel MORGEN verweist auf eine nahe Zukunft sowie auf ein historisches Flächenmaß in der Landwirtschaft. In der Ausstellung werden filmische und räumliche Arbeiten gezeigt, die das zukünftige Verhältnis von Mensch, Natur, Stadt, Land, Tieren, Pflanzen und anderen Lebewesen reflektieren. Das Ausstellungs- und Kommunikationskonzept begreift sich selbst als organisches Geflecht, das die Exponate im Innen- und Außenraum der Domäne Dahlem miteinander vernetzt. Die Ausstellung und die gezeigten Arbeiten ermöglichen es den Besucher*innen in unbekannte Welten und damit in neue Wahrnehmungs- und Sinnzusammenhänge einzutauchen.


     
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/ »Unser Leben«

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Berlin zum Zufluchtsort für jüdische Displaced Persons (DP). Sie nannten sich she’erit hapletah, »die letzten Überlebenden«. Für die meisten von ihnen war Deutschland – als das Land der Täter_innen – der letzte Ort, an dem sie bleiben wollten. In Mariendorf, Zehlendorf und Reinickendorf entstanden Lager, in denen jüdische DPs oft mehrere Jahre lebten. Die Ausstellung erzählt von ihrem Alltag innerhalb und außerhalb der DP-Lager und ihren Hoffnungen auf eine Zukunft nach der Shoah. Zugleich wirft sie einen historischen Blick auf die Einwanderungsstadt Berlin, die bis heute für viele Menschen ein Ort der Migration und Zuflucht ist.

Das Projekt wird gefördert von der Szloma-Albam-Stiftung und der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa. Online ist es in Kürze auch zu sehen unter www.we-refugees-archive.org.


     
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/ Themeninseln im Freilichtmuseum

Der erste Schritt zur Neugestaltung des Außenbereichs im Zehlendorfer Freilichtmuseum ist getan. An zwei Themeninseln lässt sich auf spielerische Weise die Welt der Bienen und der Biodiversität erkunden.

Die Themeninsel „Biene“ beleuchtet die Anatomie der Biene und das Leben der Bienenvölker. Sie erzählt zudem die Kulturgeschichte der Imkerei von der Steinzeit bis zur Gegenwart und widmet sich der modernen Bienenhaltung. Am Bienenhaus runden chronologisch geordnete Nachbildungen von Bienenkästen, Honigpressen und Honigschleudern das Themenangebot ab. Interaktive Elemente, wie ein bewegliches Modell des Bienentanzes oder ein großes Jahresrad zum Bienenjahr, laden zum Entdecken ein.

Die Themeninsel „Biodiversität“ regt zum Nachdenken an. Es wird erklärt, was Biodiversität ist, warum die Artenvielfalt immer weiter abnimmt und was man als einzelner Mensch dagegen tun kann. Dabei wird das Museumsdorf Düppel als beispielhaft für den Erhalt der Biodiversität vorgestellt: Die Kulturlandschaft mit ihrem Mosaik verschiedener Lebensräume sowie alten Nutzpflanzen und Haustierrassen erhöht die lokale Artenvielfalt deutlich. Und sie vermittelt, dass ein Umdenken in der industriellen Landwirtschaft dringend nötig ist.

Umfassende Neugestaltung des Außenbereichs

Die beiden Themeninseln sind der erste Schritt zu einer umfassenden Neugestaltung des Außenbereichs im Museumsdorf Düppel, dessen Dauerausstellung im Empfangsgebäude bereits 2018 vollständig überarbeitet worden ist. Mit dem Ziel einer ganzjährigen Öffnung des Freilichtmuseums sowie erweiterter Informations- und Vermittlungsebenen für die Besucherinnen und Besucher sollen dabei zahlreiche neue Themen angeboten werden. Vier davon werden in Form von Themeninseln im Außengelände dargestellt.

In den kommenden Jahren soll eine Themeninsel zu „Holz- und Lehmbau“ folgen und eine zur „Experimentellen Archäologie“. Weitere Themen, darunter „Alltagswelten“, „Pflanzenfasern“ und „Spinnen, weben, nähen“, werden künftig in Form kleiner Ausstellungen in einigen der rekonstruierten mittelalterlichen Häuser vorgestellt, um den Dorfplatz möglichst frei von Schildern zu halten und so sein historisches Erscheinungsbild zu bewahren.

Hinweis: Keine Maskenpflicht im Außengelände! Bitte tragen Sie im Kassenbereich bzw. in der Warteschlange einen medizinischen Mund-Nasen-Schutz und beachten Sie die geltenden Hygiene-Regelungen.

 


     
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/ Easy Rider Road Show

Die Easy Rider Road Show widmet sich dem Fahrrad als einem Phänomen der Subkultur. Die zweiteilige Ausstellung zeigt sechs fotografische Projekte von internationalen Fotografinnen und Fotografen. Gemeinsam veranstaltet von musuku – Museum der Subkulturen und Stadtmuseum Berlin, tourt die Schau zunächst durch die Stadt und ist dann im Märkischen Museum zu sehen.

Im ersten Teil („Volume 1“) ist die Easy Rider Road Show jedes Wochenende im August und September auf fünf umgebauten Lastenrädern in Berlin unterwegs. An verschiedenen Orten macht sie halt und lädt die Menschen – ob dort wohnend oder zu Besuch – dazu ein, sich die Bilder anzusehen. Die Touren starten meist am Märkischen Museum und führen ins gesamte Berliner Stadtgebiet. >> aktuelle Informationen zu den Touren auf der Website von musuku

Im zweiten Teil („Volume 2“) wird die Easy Rider Road Show ab November als erweiterte Sonderausstellung im Märkischen Museum zu sehen sein.

Die Fotoprojekte

Tod Seelie fotografiert seit dem ersten New Yorker „Bike Kill“ im Jahr 2002 die Wettkämpfe, bei denen Punks auf selbstgebauten Fahrrad-Konstruktionen gegeneinander antreten. Selbst ein leidenschaftlicher Radfahrer, ist Seelie in der Ausstellung mit einer weiteren Serie über gemeinsames Radfahren und den kubanischen Fahrrad-Begeisterten Félix Ramón Guirola Cepero vertreten, der rekordverdächtige Hochräder baut.

Julie Glassberg hat mehrere Jahre lang die Mitglieder des Black Label Bike Club begleitet. So konnte sie die medienscheue Gruppe auch abseits der Straße fotografieren und die anarchistische Community bei ihrer wilden Performance portraitieren. Bei den in Berlin-Kreuzberg stattfindenden „Bike Wars“ bleibt am Ende eines Turniers nur eine Person im Sattel, weil die Räder der Mitstreitenden nicht mehr fahren. „Bike Wars“ lassen sich mit Pogo-Tanzen auf dem Rad vergleichen. Christophe Gateau hat sie fotografiert.

Die Londoner „BikeStormz“ haben den Bereich der Subkultur schon längst verlassen. Bei ihnen fahren Tausende junger, meist männlicher Teilnehmender mit. Ziel der Bewegung ist es, Jugendliche von Drogen und Gewalt fernzuhalten und zum akrobatischen Radeln zu motivieren. Adam Corbett hat den wilden Stil des Londoner Fahrradlebens dokumentiert.

Der Chilangos Low Bike Club zeigt eine eigene Rad-Ästhetik. Die mexikanischen US-Einwanderinnen und Einwanderer bauen ihre Fahrräder zu verchromten, tiefergelegten „Lowriders“ um. Aus den Armenvierteln von Mexiko-Stadt stammend, lehnen Chilangos Kriminalität und Drogen ab. Sonntags fahren sie als Gruppe durch die Stadt – und gegen das Stereotyp an, alle Menschen der Viertel seien kriminell. Der französische Fotograf Jeoffrey Guillemard hat die Clubmitglieder auch im Alltag begleitet.

Bitte tragen Sie während Ihres Besuchs einen medizinischen Mund-Nasen-Schutz und beachten Sie die geltenden Hygiene-Regelungen

Die Easy Rider Road Show ist ein Projekt des musuku – Museum der Subkulturen in Kooperation mit dem Stadtmuseum Berlin. Zur Ausstellung ist eine Zeitung erschienen. Sie wird während der Touren der Easy Rider Road Show gratis verteilt, ist im Märkischen Museum ausgelegt und kann unter presse@musuku.de als PDF angefordert werden.


     
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/ Charterflug in die Vergangenheit

Seit über 50 Jahren existiert das Emigrantenprogramm des Berliner Senats: Während die Bundesrepublik mit der allmählichen Aufarbeitung der nationalsozialistischen Vergangenheit beschäftigt ist, ruft der Berliner Senat 1969 das Emigrantenprogramm aus. Ehemalige Berliner*innen, die die Stadt aufgrund der Verfolgung im Faschismus verlassen mussten, erhalten damit eine Einladung, ihre alte Heimat wiederzusehen. Über 35.000 Personen, mehrheitlich Menschen jüdischer Herkunft, folgen dem Angebot. Sie werden in dieser Ausstellung gezeigt, wie sie sich – trotz Vorbehalten und traumatischer Erfahrungen – von überall aus der Welt auf die Reise nach Berlin begeben. Das schließt insbesondere Biographien jüdischer Spandauer*innen, die nach der Flucht aus Deutschland ihren einstigen Wohnbezirk aufsuchen, mit ein.

 

 

Die Ausstellung wurde von der Senatskanzlei Berlin sowie der Gedenkstätte Deutscher Widerstand erstellt und von der Jugendgeschichtswerkstatt Spandau weiterentwickelt.

 

Bastion Kronprinz


     
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/ Donatello

Nach fast vierzig Jahren und erstmals in Deutschland wird dem Ausnahmekünstler Donatello eine eigene große Sonderausstellung gewidmet. Im Fokus der Ausstellung in der Gemäldegalerie steht dabei neben der Vielschichtigkeit seines Werkes vor allem dessen Einfluss auf die Entwicklung der gesamten Renaissancekunst, nicht zuletzt auch auf die Malerei.

Der Florentiner Bildhauer Donatello (um 1386 – 1466) zählt zu den großen Wegbereitern der italienischen Renaissance. Bereits die Zeitgenossen erkannten seine überragende Bedeutung, und Auftraggeber aus ganz Italien – darunter aus Prato, Siena, Padua, Rom und Neapel – bemühten sich um seine Werke.

Donatello war ein vielseitiger Neuerer, der – stets offen für technische und künstlerische Entwicklungen – unermüdlich mit Materialien und ästhetischen Ausdrucksmöglichkeiten experimentierte. Hierzu zählen die konsequente Anwendung der Zentralperspektive, die Wiederentdeckung der Terrakotta, seine Pionierleistungen auf dem Gebiet des Flachreliefs wie des bronzenen Reitermonuments oder die Auslotung unterschiedlichster menschlicher Gefühle in der Darstellung.

Eine Sonderausstellung der Staatlichen Museen zu Berlin in Kooperation mit der Fondazione Palazzo Strozzi und den Musei del Bargello, Florenz, sowie dem Victoria and Albert Museum, London


     
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/ Nina Canell

Nina Canell interessiert sich für die oft verborgenen oder leicht zu übersehenden Vorgänge, die unseren Alltag im Hintergrund bestimmen. Ihre künstlerische Praxis dreht sich nicht um das fertige Kunstwerk. Es sind die vorläufigen, überraschenden und unvorhersehbaren Prozesse von Materialien, die das Werk von Canell auszeichnen.

Canell nutzt, von Schnürsenkeln bis Wellenlängen, ein ganzes Spektrum verschiedener Materialien, um ein eigenes skulpturales System zu entwickeln. Sie verwendet auch Rohstoffe wie Gummi, Wasser oder Elektrizität sowie Fundstücke wie Dosenringe oder Kabel. Aus der Kombination entsteht ein Beziehungsgeflecht, das Hierarchien auflöst und unsere Welt durch Assemblage und Verstrickung verdichtet.

Nina Canell wurde 1979 in Växjö, Schweden, geboren und lebt und arbeitet in Berlin. Sie hat am Dún Laoghaire Institute of Art, Design and Technology in Dublin, Irland studiert. Mit ihrem Werk wurde Canell von renommierten Institutionen im Rahmen von Einzelausstellungen präsentiert, unter anderem im S.M.A.K, Ghent; Staatliche Kunsthalle Baden-Baden; Museo Tamayo, Mexikostadt; Moderna Museet, Stockholm; Hamburger Bahnhof, Berlin und Fridericianum, Kassel sowie auf den Biennalen in Venedig, Sydney, Lyon, Gwangiu und Liverpool präsentiert.

Die Ausstellung wird ermöglicht durch den Hauptstadtkulturfonds.


     
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/ Wahrzeichen in Backstein

Das Rathaus Köpenick gehört zu einer Reihe neogotischer Rathäuser, die um die Jahrhundertwende in einigen Berliner Vorortgemeinden entstanden, wie beispielsweise die Rathäuser in Lichtenberg, Steglitz oder Schmargendorf. Köpenick, das schon im Mittelalter Stadtrecht erhalten hatte, blickte um 1900 auf eine lange und bewegte Geschichte der kommunalen Selbstverwaltung zurück. Die rasante industrielle Entwicklung der Region Ende des 19. Jahrhunderts hatte zu einem Anwachsen der Verwaltung geführt und machte den Bau eines neuen und modernen Rathauses notwendig. Die Entscheidung, den Neubau im Stil der mittelmärkischen Backsteingotik zu errichten, war ein Bekenntnis zu Köpenicks mittelalterlicher Stadttradition sowie zur Baukunst der Region. Bis heute erinnert das Rathaus daran, dass „Cöpenick“ bis zum Inkrafttreten des Groß-Berlin-Gesetzes im Jahr 1920 eine selbstständige Stadt war.

 

Die Ausstellung „Wahrzeichen in Backstein – Das Rathaus Köpenick“ geht auf die Planungs-, Bau- und Nutzungsgeschichte sowie die wichtigsten Gestaltungsmerkmale und baulichen Höhepunkte des 1905 eingeweihten Rathauses Köpenick ein.

Die Ausstellung spannt den Bogen in die Gegenwart. Mit seiner schönen Lage am Ufer der Dahme ist das Rathaus Köpenick besonders bei Brautpaaren beliebt, der Rathausinnenhof ein vielbesuchter Veranstaltungsort für Konzerte und Festivals. Damit ist das repräsentative Rathaus in der Köpenicker Altstadt nicht nur ein touristischer Anziehungspunkt, sondern auch ein vielseitig genutztes Verwaltungsgebäude für die Bürgerinnen und Bürger.

Die Ausstellung ist eine Kooperation des Heimatvereins Köpenick e. V. und der Museen Treptow-Köpenick.


     
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/ Ausgeblendet

Ab dem 04.10.2021 zeigen die Museen Treptow-Köpenick im Rathaus Treptow die Ausstellung „Ausgeblendet – Der Umgang mit NS-Täterorten in Ost- und West-Berlin“.

 

Die Ausstellung erzählt von den schwierigen Prozessen der Sichtbarmachung von NS-Täterorten vor und nach der deutschen Wiedervereinigung im Jahr 1990. „Ausgeblendet“ ist eine Ausstellung des Aktiven Museums Faschismus und Widerstand in Berlin e.V., die in Kooperation mit der Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz entstanden ist.

In Berlin befinden sich viele Gedenkstätten, Dokumentationszentren und Mahnmale, die an die Verbrechen der Nationalsozialisten erinnern. Der Einrichtung dieser Orte – gerade, wenn es sich um sogenannte Täterorte handelt – ging eine lange Geschichte des Ausblendens und Verschweigens sowie politischer Auseinandersetzungen voraus. Die 2017 eröffnete Ausstellung zu NS-Täterorten in West-Berlin wurde Anfang 2020 um Orte in Ost-Berlin erweitert. Nun sind beide Ausstellungsteile zusammen zu sehen.

Einer der vorgestellten Täterorte ist die bezirkliche Gedenkstätte Köpenicker Blutwoche im ehemaligen Köpenicker Amtsgerichtsgefängnis. Die „Köpenicker Blutwoche“ (21. bis 26. Juni 1933) war eine bis dahin beispiellose Verhaftungs- und Gewaltwelle der Nationalsozialisten in der frühen Phase ihrer Machtabsicherung. Als Hauptsitz der Köpenicker SA hatte das stillgelegte Amtsgerichtsgefängnis während der „Köpenicker Blutwoche“ eine zentrale Bedeutung. Innerhalb weniger Tage wurden hier mindestens 200 Menschen festgehalten und schwer misshandelt.


     
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/ zurückgeschaut | looking back

Die Museen Treptow-Köpenick und das Projekt Dekoloniale Erinnerungskultur in der Stadt zeigen ab dem 15. Oktober 2021 die grundlegend überarbeitete Ausstellung „zurückgeschaut I looking back – Die Erste Deutsche Kolonialausstellung von 1896 in Berlin-Treptow“. Es ist die erste Dauerausstellung zu Kolonialismus, Rassismus und Schwarzem Widerstand in einem Berliner Museum.

Vor 125 Jahren, vom 1. Mai bis 15. Oktober 1896, fand im Treptower Park die „Erste Deutsche Kolonialausstellung“ statt. An der Großveranstaltung waren Politik, Wirtschaft und Kirchen sowie ethnologische und naturwissenschaftliche Museen beteiligt. Im Rahmen einer diskriminierenden „Völkerschau“ wurden 106 Menschen aus den deutschen Kolonien vor einem Millionenpublikum zur Schau gestellt. Den meisten Teilnehmerinnen und Teilnehmern war nicht bewusst, dass sie in Berlin vor Publikum „ausgestellt“ werden sollten. Viele von ihnen wehrten sich gegen die ihnen zugewiesene Rolle: Kwelle Ndumbe aus Kamerun kaufte sich ein Opernglas und schaute auf das Publikum in Berlin zurück. Die Kolonialausstellung von 1896 ist ein zentrales Ereignis der Globalgeschichte Berlins und von besonderer Bedeutung für die Geschichte seiner Schwarzen Community.

Die Dauerausstellung „zurückgeschaut | looking back“ widmet sich der Geschichte und den Nachwirkungen der Ersten Deutschen Kolonialausstellung. Im Fokus stehen die 106 Kinder, Frauen und Männer aus Afrika und Ozeanien, ihre Biographien und ihr Widerstand. Zudem werden die Struktur der Kolonialausstellung und deren historischer Kontext verdeutlicht. Die neue Ausstellung ist das Ergebnis einer engen Kooperation zwischen den Museen Treptow-Köpenick und den afrodiasporischen und dekolonialen Organisationen des Projektverbundes Dekoloniale Erinnerungskultur in der Stadt. Die graphische Neugestaltung von „zurückgeschaut | looking back“ erfolgte durch das Studio visual intelligence.

Dekoloniale Erinnerungskultur in der Stadt ist ein gemeinsames Projekt von Berlin Postkolonial e.V., Each One Teach One – EOTO e.V., Initiative Schwarze Menschen in Deutschland – ISD-Bund e.V. und der Stiftung Stadtmuseum Berlin. Der Teilbereich Dekoloniale [Re]präsentationen realisiert eine Reihe von Kooperations-Ausstellungen, die sich in unterschiedlichen Bezirken mit Berlins Kolonial- und Widerstandsgeschichte und ihren Nachwirkungen befassen. Das Projekt wird von der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa und von der Kulturstiftung des Bundes gefördert.

https://www.berlin.de/museum-treptow-koepenick/
https://www.dekoloniale.de/de


     
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/ Ich bin aus Mitte

Anlässlich des 60. Jubiläums des Anwerbeabkommens zwischen der Türkei und Deutschland erzählen die aus der Türkei eingewanderten Frauen ihre eigene Zuwanderungsgeschichte.

Im Bezirk Mitte versteckt sich eine große, weibliche Zuwanderungsgeschichte, die durch Reportagen entdeckt wird. Dieses historische und visuelle Kulturprojekt wird im Mitte Museum den Blick auf den Migrationsprozess der türkischstämmigen Frauen aus den 60-er Jahren und von heute richten. Wie erlebten Sie das Ankommen in der neuen Heimat damals? Und wie erleben neue Migrantinnen den Prozess 60 Jahre später? Welche Strategien waren erfolgreich und wie kann man ihre Suche nach ihrer neuen Heimat weiter unterstützen?

Das Ziel dabei ist es, aus den privaten Geschichten der Frauen eine kiezgeschichtliche Sammlung aufzubauen und sie zum Sprechen zu bringen. (Burcu Argat,Kuratorin der Ausstellung)

Ausstellungseröffnung: am 17. November um 17:00 Uhr

Ausstellungsdauer: 18. November 2021 bis 13. Februar 2022

Ausstellungsort: Mitte Museum, Pankstraße 47, Aula


     
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/ Thomas Schütte

In Thomas Schüttes (*1954) Skulpturen treffen sich die Geschichte und Gegenwart der Bildhauerei. Mit seiner intensiven Auseinandersetzung mit dem menschlichen Körper begegnet der international agierende Künstler mit forschendem Blick und großer Beharrlichkeit einer heute oftmals als obsolet empfundenen Disziplin. Seine humorvollen und zugleich tief auf die menschliche Verfasstheit zielenden Motive finden ihre Form in eigenwilligen Physiognomien und Typologien. Diese moduliert er immer wieder, erprobt unterschiedlichste Materialien, Maßstäbe und Dimensionen. Das Ergebnis sind extensive, elaborierte Werkserien, die der figürlichen Plastik frisches Leben einhauchen und ihren aktuellen Daseinszweck demonstrieren.

Die Ausstellung im Georg Kolbe Museum umfasst rund 30 Skulpturen und zahlreiche Arbeiten auf Papier – darunter auch Werke, die erst 2021 entstanden. Ergänzt werden diese durch eine Auswahl konzeptionell-architektonischer Modelle, mit denen der Künstler seit vielen Jahren die revolutionären Raumprinzipien der Moderne aufgreift. Ob organisch-figürlich oder raumbildend und abstrakt, lassen sich alle Arbeiten Schüttes als Aufforderung lesen, die Komplexität kulturhistorischer Dynamiken, Diskurse und Darstellungsweisen anzuerkennen. Mit vielschichtigen, geschichtsbewussten Repräsentationen, die gleichermaßen radikal und sensibel differenziert sind, thematisiert Thomas Schütte Fragen, die eng mit der Forschungsarbeit des Georg Kolbe Museums verknüpft sind. Und es ist nicht zuletzt der direkte Bezug zum einstigen Wirkungskontext Kolbes, dem heutigen Museum und ehemaligen Bildhaueratelier, der sein Werk auf ganz neue Weise erfahrbar macht. 

 

Thomas Schütte, geboren 1954 in Oldenburg, studierte von 1973 bis 1981 an der Düsseldorfer Kunstakademie bei Fritz Schwegler und Gerhard Richter. 1981 nahm er an der vielbeachteten Ausstellung Westkunst in Köln teil, seither hatte er zahlreiche internationale Ausstellungen, u.a. in New York, Rom und Amsterdam. 1987 war er mit seinen Werken erstmals auf den Skulptur Projekten in Münster präsent, 1987, 1992 und 1997 war er auf der Documenta vertreten. 2005 erhielt er auf der Biennale von Venedig den goldenen Löwen, zahlreiche seiner Werke sind im öffentlichen Raum zu sehen. 2016 eröffnete der Künstler seine Skulpturenhalle in Neuss, die auf einem von ihm entwickelten Entwurf basiert. Thomas Schütte lebt und arbeitet in Düsseldorf.


     
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/ Zwischenzeit 1990. Fotografien aus Ost-Berlin von Nelly Rau-Häring

Am Imbiss gibt es Döner Kebab und Kaffee aus DDR-typischem Rationell-Geschirr. In den Straßen parken Trabbis und bunte Plakate werben für Westmarken. Gaststätten und Geschäfte schließen und ein paar Meter weiter bieten Straßenverkäufer neue Waren an. Die Einführung der D-Mark am 1. Juli 1990 verheißt Aufbruch und viele Menschen stehen Schlange für die neue Währung. Gleichzeitig bleiben in den Tagen vor dem Umtausch viele Regale leer, da Westware die Ostprodukte ersetzen soll. Zahlreiche Widersprüche kennzeichnen diese Phase zwischen Mauerfall und Wiedervereinigung.

Die Schweizer Fotografin Nelly Rau-Häring dokumentiert die besondere Stimmung dieser Zwischenzeit in ihren Fotos. Als 18-Jährige zieht sie 1965 nach West-Berlin und beginnt in der geteilten Stadt – in Ost und West – zu fotografieren. Auch 1990 fährt sie wiederholt nach Ost-Berlin und hält mit ihrer Kleinbildkamera flüchtige Straßenszenen fest. Sie verfügt über ein feines Gespür für ausdrucksstarke Bilder, deren Vielschichtigkeit oft erst auf den zweiten Blick sichtbar wird. Ihr Interesse gilt den Menschen, aber ihre Momentaufnahmen geben ebenso Einblick in das von Gegensätzen geprägte Zeitgeschehen. 

Die Fotos von Nelly Rau-Häring laden dazu ein, alltäglich erscheinende Straßenszenen genauer zu betrachten und so der Atmosphäre dieser Zwischenzeit nachzuspüren.


     
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/ 3hd 2021 Power Play

Westlichen Konventionen und Konstruktionen liegen Vorstellungen des biblischen Paradieses zugrunde. Der Mythos des Binären beginnt mit der Vertreibung von Adam und Eva: mit dem vermeintlichen Widerspruch zwischen Lust und Schmerz, Wissen und Unwissen, „Gut“ und „Böse“.

Als Teil von 3hd 2021: „Power Play“ zeigt Creamcake mit „Garden of Eden“ in der Berlinischen Galerie eine Auswahl von Kurzfilmen aus queer-feministischer Perspektive, die eine Alternative zu herkömmlichen Lesarten bieten. Die Beiträge umkreisen Fragen der Identitätsbildung, des Körpers und seiner politischen, sozialen und kulturellen Prägungen sowie des Ausdrucks von Geschlecht, Gender und Sexualität. Creamcake ist eine interdisziplinäre Plattform in Berlin, die im Grenzbereich von elektronischer Musik, zeitgenössischer Kunst und digitalen Technologien arbeitet. Die nunmehr siebte Ausgabe von 3hd nähert sich dem transgressiven Phänomen zeitgenössischer sexueller Praktiken wie BDSM, Kink und ihren Formen von Macht- und Kontrollausübungen mit den Mitteln der Kunst, Musik, Performance und des Films. „Power Play“ findet an verschiedenen Orten in Berlin und online statt. Im Mittelpunkt steht die Wahrnehmung von Sexualität, die sich als „Spiel“ definiert.

Programm „Garden of Eden“

„Sequence 02 1“ (2017) von Cristine Brache zeigt Körper marginalisierter Frauen. Sie kombiniert Filmschnipsel aus Fetischpornos mit eigenen Erinnerungen an Ratschläge ihres Großvaters. Indem sie wirtschaftliche, politische und geschlechtliche Machtverhältnisse zugleich als Mittel der Unterdrückung und Möglichkeit zur (Selbst-) Ermächtigung darstellt, hinterfragt die Künstlerin gängige Erwartungen an das „Anderssein“ in den Vereinigten Staaten.

„Delusional Crime and Punishment“ (2016) von Lu Yang betrachtet Vorstellungen der Hölle in verschiedenen Religionen. Ein 3-D gescannter Kopf auf einem computergenerierten Körper spekuliert darüber, ob in einer von Gott erschaffenen Menschheit die Neigung zur Sünde vorherbestimmt und darum der Weg in den Untergang unausweichlich ist.

Keioui Keijaun Thomas befreit in „Reflection of Ancient Times“ (2018) das Schwarzsein aus coabhängigen und binär bestimmten Strukturen. Die Künstlerin beschäftigt sich mit erotisierenden und marginalisierenden Darstellungsweisen von Schwarzen Körpern im Kontext ausbeuterischer Arbeit.

Das Gemeinschaftsprojekt SPIT (2020) erforscht die Balance zwischen Spiel und Einverständnis. Aus einem zweideutigen sanften Spucken zwischen zwei Fremden wird ein spielerischer Flirt.

Jacolby Satterwhite dekonstruiert mit „Shrines“ (2020) Bildkulturen der christlichen Ikonografie und westlichen Kunstgeschichte, um sie durch eine von Schwarzen Personen dominierte Welt des Genusses zu ersetzen.


     
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/ Sonderausstellung "Letzte Wege"

Das Bezirksamt Mitte von Berlin hat 2020 einen Ideenwettbewerb mit neun Künstler*innen und Künstler*innengruppen für das Vorhaben „Letzte Wege“ ausgelobt. Aufgabe war es, ein Konzept für die Berliner Gedenkkultur zu erarbeiten, das die historischen Standorte der Sammellager, Deportationsbahnhöfe sowie die dazwischenliegenden Wege im heutigen Bezirk Mitte exemplarisch in einen sichtbaren Zusammenhang setzt und das logistische Vernichtungsnetz der Nationalsozialisten erkennbar macht.

Auslober:

Land Berlin vertreten durch das Bezirksamt Mitte von Berlin - Abteilung Weiterbildung, Kultur, Umwelt, Natur, Straßen und Grünflächen

Wettbewerbsteilnehmer*innen:

Empfangshalle

Rolf Giegold

Renate Herter

Kunstprojekt REMEMBER

Pia Lanzinger und Michael Hauffen

realities:united

Daniel Seiple

Stih & Schnock

Rahel Zaugg

 

Ausstellungsort: Rathaus Tiergarten, Museumslabor, 2. OG - Flur


     
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/ Lotte – ein Leben zwischen Berlin, Palästina und Israel

„Dies ist die Lebensgeschichte meiner Freundin Charlotte Geiger geb. Aaron. Sie kam am 12. August 1914 in Berlin zur Welt.“

Die Künstlerin Gunilla Weinraub erzählt in einer Graphic Novel die Lebensgeschichte von Lotte, der Mutter ihres langjährigen Partners Gadi. Lotte meisterte ihr Leben zwischen Berlin, Palästina und Israel. Ihre jüdische Abstammung spielte für sie, wie für viele deutsche Juden, lange keine bedeutende Rolle. Durch den Machtantritt der Nationalsozialisten und die folgende systematische Ausgrenzung von Menschen jüdischer Abstammung änderte sich dies gezwungenermaßen.

Gunilla Weinraub, die 1941 in Helsinki geboren wurde, hat Charlotte Geiger oft in Jerusalem besucht. Seit den 1990ern nahmen sie einige ihrer Gespräche auf Tonband auf. Auf der Grundlage dieser Aufzeichnungen schuf Weinraub seit 2001 den knapp 40-teiligen Zyklus „Lotte – ein Leben zwischen Berlin, Palästina und Israel“, der nun erstmals auf einer Ausstellung zu sehen ist. Charlotte Geiger starb am 2. Juni 2021 in Jerusalem.

Aus Anlass des Jubiläumsjahrs 2021 – 1700 Jahre jüdisches Leben in Deuts­ch­land – will das Mitte Museum gemeinsam mit der heute in Berlin lebenden Künstlerin Gunilla Weinraub mit dieser Ausstellung einen weiteren Beitrag zur Erinnerung an die jüdische Ge­schichte im heutigen Großbezirk leisten. 

 

Ausstellungsdauer: 3.10.2021 bis 27.2.2022


     
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/ Das Rathaus Wedding

Die Sonderausstellung des Mitte Museums widmet sich anlässlich des Kooperationsprojektes "Großes B - dreizehnmal Stadt: 100 Jahre Groß-Berlin" dem 1930 erbauten Rathaus Wedding in der Müllerstraße.

Das Rathaus Wedding in der Müllerstraße, 1930 fertiggestellt, folgt den Forderungen des Funktionalismus. Es verkörpert die Idee einer neuen Verwaltung als „Produktionsstätte“ für öffentliche Dienstleistungen in Groß-Berlin als demokratisch strukturierter Stadt.

Die Ausstellung befasst sich mit der Entstehungsgeschichte des Rathauses Wedding und schlägt zugleich einen Bogen in die Gegenwart: rund hundert Jahre später wird im Bezirk Mitte, zu dem heute das Gebiet des früheren Bezirks Wedding gehört, wieder ein neues Rathaus geplant. Eingebettet in den Bautenkomplex auf dem Areal des ehemaligen „Haus der Statistik“ am Alexanderplatz, soll hier wieder, wie 1930 im Wedding, ein „Rathaus der Zukunft" entstehen. Finden heutige gesellschaftliche Anforderungen - wie die damals – einen eigenen Niederschlag in der Rathausarchitektur? Die Ausstellung unternimmt eine vergleichende Betrachtung architektur- und nutzungsgeschichtlicher Aspekte dieser Bauaufgabe.

Das Mitte Museum zeigt die Ausstellung im Rahmen von: Großes B - dreizehnmal Stadt. 100 Jahre Groß-Berlin
Ein Kooperationsprojekt der Berliner Bezirksmuseen und des Stadtmuseums. 

Ausstellungsdauer: 23.06.2021 bis 31.10.2021


     
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Internationales Kooperationsprojekt mit Werken von über 50 Künstler*innen / Nation, Narration, Narcosis

„Nation, Narration, Narcosis: Collecting Entanglements and Embodied Histories“ im Hamburger Bahnhof widmet sich dem Verhältnis von Kunst zu politischen Protesten, historischen Traumata und gesellschaftlichen Narrativen vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart. In einer Zeit, in der Eisberge schneller schmelzen als Gesellschaften darauf reagieren und in der das Ende der Welt vorstellbarer ist als das Ende des Kapitalismus, fasst die Ausstellung Klima und Umwelt nicht nur ökologisch, sondern auch sozial auf.

In diesem Zusammenhang stellt „Nation, Narration, Narcosis: Collecting Entanglements and Embodied Histories“ Fragen nach den oft brutalen Prozessen der Nationenbildung, der dabei der Kunst zukommenden Rolle und danach, welche hegemonialen wie alternativen Formen von Gemeinschaft und ihren Erzählungen denkbar sind und in Kunstwerken reflektiert werden. Ausgehend von Beuys‘ Konzept der sozialen Plastik konfrontiert die Ausstellung den im Namen „Nationalgalerie“ enthaltenen Begriff der Nation mit anderen Konzepten von Verbundenheit, Solidarität und Individualität.

Zu sehen sind Werke von über 50 Künstler*innen wie Amanda Heng, Apichatpong Weerasethakul, Arahmaiani, Ho Tzu Nyen, Käthe Kollwitz, Kawita Vatanajyankur, Marina Abramovic, Melati Suryodarmo, Tita Salina, Willem de Rooij und vielen anderen. Als fortlaufendes, internationales Kooperationsprojekt vereint die Ausstellung erstmals Kunstwerke aus den Sammlungen der Galeri Nasional Indonesia, des MAIIAM Contemporary Art Museum, des Singapore Art Museum und der Nationalgalerie – Staatliche Museen zu Berlin.

„Collecting Entanglements and Embodied Histories“ ist ein seit 2017 durch das Goethe-Institut initiierter und geförderter Recherche-Dialog der beteiligten Kuratorinnen und der von ihnen ausgewählten Sammlungen der Galeri Nasional Indonesia, des MAIIAM Contemporary Art Museum, der Nationalgalerie – Staatliche Museen zu Berlin und dem Singapore Art Museum. Im Sinne der „Shared Collection“ wird der Austausch der beteiligten Kuratorinnen und Institutionen auch in Zukunft fortgesetzt. Die Ausstellung im Hamburger Bahnhof wird vom Excellenzcluster 2020 „Temporal Communities: Doing Literature in a Global Perspective“ begleitet.

Die Ausstellungen der jeweiligen Institutionen kuratieren Anna-Catharina Gebbers, Grace Samboh, Gridthiya Gaweewong und June Yap.

Eine Sonderausstellung der Nationalgalerie – Staatliche Museen zu Berlin im Dialog mit den Sammlungen der Galeri Nasional Indonesia (Jakarta, Indonesien), des MAIIAM Contemporary Art Museum (Chiang Mai, Thailand), des Singapore Art Museum (Singapur), initiiert vom Goethe-Institut Südostasien, gefördert von der Kulturstiftung des Bundes und dem Goethe-Institut.

Internationales Kooperationsprojekt mit Werken von über 50 Künstler*innen

     
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Schadows Meisterstück: Die Prinzessinnengruppe / Berührende Formen – Johann Gottfried Schadow

Dem als „Vater der Berliner Bildhauerschule“ bezeichneten Johann Gottfried Schadow (1764–1850) kommt eine Schlüsselrolle in der Entwicklung der Bildhauerei in Deutschland und der damit untrennbar verbundenen Ideenwelt des europäischen Klassizismus zu. In kaum einer Überblicksdarstellung der Epoche fehlt die Abbildung der durch Anmut und Schönheit bestechenden Prinzessinnen Luise und Friederike von Preußen, in kaum einem Bericht über Berlin fehlt ein Blick auf Schadows Schöpfung aus dem Jahr 1793, die Quadriga auf dem Brandenburger Tor.

Viele neue Erkenntnisse sind seit der letzten Retrospektive zu Johann Gottfried Schadow, seinem Werk aber auch Werkstattbetrieb und seinen Arbeitsmethoden bekannt geworden – Erkenntnisse, die nicht zuletzt das großangelegte Restaurierungsprojekt des Gipsoriginals der „Prinzessinnengruppe“ zutage gebracht haben: Zeit für eine neue Retrospektive! 

Seinem Meisterstück, der Prinzessinnengruppe, wird besondere Aufmerksamkeit zuteil: so werden – erstmals überhaupt – das 1795 entworfene Gipsoriginal sowie das 1797 vollendete Marmororiginal gemeinsam präsentiert werden. Ein vergleichendes Sehen im Licht der durch das Restaurierungsprojekt gewonnenen Erkenntnisse ermöglicht eine Neubewertung der überaus großen Kunstfertigkeit und Produktionskraft von Bildhauerwerkstätten zum Ende des 18. und beginnenden 19. Jahrhunderts. 

Die Ausstellung wird ermöglicht durch die großzügige Unterstützung der Ernst von Siemens Kunststiftung sowie der Freunde der Nationalgalerie. Zur Ausstellung erscheint ein umfangreicher Katalog.

Schadows Meisterstück: Die Prinzessinnengruppe

     
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/ Renée Green: 'Inevitable Distances'

Seit den späten 1980er Jahren imaginiert und erweitert Renée Greens facettenreiche Praxis Wege, auf denen Kunst sichtbar wird und latente Geschichtserzählungen, kollektive Erinnerung und Kreisläufe kulturellen Austauschs Gestalt annehmen.

 

Greens Texte, Installationen, Filme, Arbeiten in digitalen Medien und Soundarbeiten verfolgen und befragen bis heute die Macht von Kulturinstitutionen und deren Verhältnis zu Sprache, Wissen und Selbstkonstitution, während sie zugleich auf alternative Formen von Sein und Werden verweisen.

 

Greens Arbeiten erlangten erstmals im Rahmen sozialer und politischer Diskurse der Amerikas – der Vereinigten Staaten, Zentral- und Südamerikas und der Karibik – Bekanntheit. Ihre Praxis untersucht die Verbreitung und Vermittlung von Kunst und Ideen sowie deren Verflechtung mit Migrationsgeschichten, den Folgen von Vertreibung und daraus entstandenen ästhetischen Formen und Poetiken.

 

Inevitable Distances findet gleichzeitig in der daadgalerie und in den KW Institute for Contemporary Art in Berlin statt und präsentiert einen Überblick über Renée Greens Praxis von den frühen 1980er Jahren bis heute. In einer der umfassendsten Ausstellungen Greens seit 2010 stellt Inevitable Distances neuere Produktionen der Künstlerin einigen ihrer ältesten und bisher kaum gezeigten Arbeiten gegenüber. Mit dieser Präsentation werden zahlreiche Begegnungen auf dem Lebensweg der Künstlerin nachgezeichnet und ihr künstlerisches Schaffen in eine spekulative und mitunter fiktionale Konstellation überführt.

 

Kurator*in: Mason Leaver-Yap
Assistenzkuratorinnen: Kathrin Bentele, Sofie Krogh Christensen

 

Die Ausstellung wird in Zusammenarbeit mit dem Berliner Künstlerprogramm des DAAD gezeigt.

 

Die Ausstellung Renée Green Inevitable Distances wird ermöglicht durch den Hauptstadtkulturfonds. 

 

Mit großzügiger Unterstützung von Collection of Marguerite Steed Hoffman, Bortolami Gallery, New York, und Galerie Nagel Draxler, Berlin/Köln

 

Zu Inevitable Distances erscheint ein gleichnamiges Buch, das vom Berliner Künstlerprogramm des DAAD, dem Hatje Cantz Verlag und den KW gemeinsam veröffentlicht wird. Die von Carolina Aboarrage gestaltete Publikation enthält Beiträge von der Künstlerin Renée Green, Kathrin Bentele, Howie Chen, Emma Hedditch, Katherine McKittrick, Taylor Le Melle, Ima-Abasi Okon und anderen und wird von Mason Leaver-Yap herausgegeben. Das Buch wird Anfang 2022 in der KW-Buchhandlung erhältlich sein.


     
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/ 'Understudies: I, Myself Will Exhibit Nothing'

Mit Latifa al-Zayyat, Geta Brătescu, Moyra Davey, Amit Dutta, Haris Epaminonda & Daniel Gustav Cramer, Iman Issa, Paul Neagu, Olaf Nicolai, Sergei Parajanov, Mohammad Rabie, Walid Raad, Valeska Soares sowie einer Leihgabe des Museum Rietberg: Kunst der Welt in Zürich

 

Die Ausstellung Understudies: I, Myself Will Exhibit Nothing wird von der Künstlerin Iman Issa (*1979, EG) kuratiert, deren eigene Arbeit sich oft in Form von Displays mit mehreren Elementen, bei denen Text eine zentrale Rolle spielt, manifestiert. Understudies: I, Myself Will Exhibit Nothing gibt Issa erstmals die Gelegenheit, ihre Arbeitsweise im Rahmen einer Gruppenausstellung zu reflektieren, wobei die Ausstellung Arbeiten von Künstler*innen, Autor*innen und Filmemacher*innen vereint, die in ihrer jeweiligen Praxis ganz eigene Parameter und Universen entwerfen. Viele der hier von Issa ausgewählten Arbeiten befassen sich mit Illustration, Porträt und Autonarration.
 
Kuratorin: Iman Issa

Assistenzkurator: Léon Kruijswijk

 


     
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/ Chawerim. Jüdische Selbsthilfe, Widerständigkeit und die Hachschara-Bewegung

Das hebräische Wort Hachschara bedeutet "Tauglichmachung, Vorbereitung". Als Hachschara-Stätten werden Einrichtungen bezeichnet, in denen sich Jüdinnen und Juden ab den späten 1910er Jahren auf ihre Einwanderung nach Erez Israel (das Land Israel) vorbereiten.

Mit der Balfour-Deklaration Anfang November 1917 sagt die britische Regierung der zionistischen Bewegung Unterstützung bei der "Errichtung einer nationalen Heimstätte des jüdischen Volkes in Palästina" zu. Damit wächst die Hoffnung auf eine baldige Realisierung dieses Ziels, besonders als Großbritannien vom Völkerbund das Mandat für Palästina erhält. Doch die Mandatsregierung begrenzt die jüdische Einwanderung nach Palästina durch limitierte Einwanderungszertifikate. Wer ein Zertifikat will, muss in der Regel handwerkliche, hauswirtschaftliche oder landwirtschaftliche Fähigkeiten nachweisen. Die Hachschara-Stätten vermitteln diese Fähigkeiten oft aus akademischen Berufen kommenden Männern und Frauen. Diese nennen sich selbst Chaluzim, "Pioniere", oder auch Chawerim, "Freunde".

Ab der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 wächst die zunächst kleine Bewegung, die in den folgenden Jahren vielen Tausenden Menschen das Leben retten wird. Ihr organisatorisches Zentrum für Deutschland liegt in Berlin, die meisten Hachscharot liegen in Brandenburg, sie finden sich aber auch in anderen Regionen des Deutschen Reichs.

Die Ausstellung des Instituts für Neue Soziale Plastik e.V. wird in Kooperation mit der Gedenkstätte Deutscher Widerstand präsentiert. Sie skizziert anhand ausgewählter Orte und Biografien die Geschichte der deutschen Hachschara-Bewegung von ihren Anfängen über die Zeit des Nationalsozialismus bis zu ihrem Ende, der Staatsgründung Israels. Dabei gewährt sie Einblick in die diversen politischen und religiösen Strömungen, Vereine, Organisationen und Einzelpersonen der Bewegung.

Die Autor*innen der Ausstellung bieten während der Laufzeit Führungen und Workshops für Gruppen zwischen fünf und zehn Personen an. Anmeldung unter: info@neue-soziale-plastik.org. Über diese E-Mail-Adresse kann auch Vorbereitungsmaterial für den Besuch der Ausstellung mit Schüler*innen bezogen werden.

Die Ausstellung wird vom 8. Oktober 2021 bis zum 9. Januar 2022 in der 1. Etage, Sonderausstellungsbereich, gezeigt.


     
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/ Mercury Rising

Die erste inter*-fokussierte Ausstellung des Schwulen Museums widmet sich der Geschichte und Gegenwart von inter* Bewegung(en) in Aktivismus, Gesellschaft, Kunst und Kultur. Sie erkundet fragmentarisch Universen und Utopien zum Thema Intergeschlechtlichkeit, das bisher oftmals durch den Blick dyadische Menschen gefiltert und überliefert wurde beziehungsweise immer noch wird.

Die multimediale Wandcollage von Ins A Kromminga und Ev Blaine Matthigack begibt sich auf eine Spurensuche nach Ahnen und Ursprüngen von Intersex Bewegung(en) und setzt Positionen von inter* Künstler_innen assoziativ in Verbindung. In einer installativen Raumstation des Duos Giegold & Weiß werden die Stimmen intergeschlechtlicher Aktivist*innen hör- und sichtbar und ein Inter* Utopia entsteht.

Mit Adeline Berry, Hiker Chiu, Obioma Chukwuike, Giegold & Weiß, Mauro Cabral Grinspan, Sunil Gupta, Crystal Hendricks, Ins A Kromminga, Ev Blaine Matthigack, Mani Mitchell, Eliana Rubashkyn, Charan Singh, Rae Smith, Rebecca Swan, Del LaGrace Volcano, Sean Saifa Wall, Gaëlle ‚Gelweo‘ Wolf.

Kuration Luan Pertl, Sylvia Sadzinski

Mit freundlicher Unterstützung von der Senatsverwaltung für Kultur und Europa. Unterstützt durch artworks.


     
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/ Bröhan Total!

2021 wäre der Museumsgründer Karl H. Bröhan 100 Jahre alt geworden. Dieser runde Geburtstag gibt den Anlass zu einer groß angelegten Jubiläumsausstellung: Auf der gesamten Ausstellungsfläche wird in einer neuartigen und ungewöhnlichen Präsentation so viel wie noch nie von der Sammlung gezeigt. Schaudepotbereiche mit Highlights der Kollektion, aber auch zum Teil selten gezeigte Schätze wechseln sich ab mit Periodrooms zum französischen Art Nouveau, zu den reformbewegten Entwürfen des deutschen Jugendstils, zum Art déco und zur funktionalistischen Formgebung der 20er Jahre. Die Gemäldebestände zur Berliner Secession werden ebenso präsentiert wie ausgefallene Sammlungsblöcke – beispielsweise Tierfiguren. Ausgewählte Neuerwerbungen der letzten Jahre zeigen zudem die Entwicklung der Sammlung auf. Es werden Gemälde, Grafik, Möbel, Porzellan sowie Metall- und Glaskunst zu sehen sein. Anlässlich der Schau konnte das Bröhan-Museum durch eine private Spende auch ein großformatiges Gemälde von Franz Skarbina erwerben, das ebenfalls ausgestellt wird.

Zudem erhielt das Haus im Juni 2021 eine umfangreiche Schenkung aus Berliner Privatbesitz – ein privater Sammler aus Berlin-Schöneberg stiftete seine Kollektion von über 100 farbenprächtigen Gläsern des Münchner Designers Jean Beck (1862-1938) dem Museum, das ihn einst zum Sammeln inspiriert hatte. Die Gläser werden nun erstmals präsentiert. Das Phänomen der „Satellitensammlungen“ – Sammlungen, die unmittelbar vom Bröhan-Museum inspiriert sind – erkundet die Ausstellung auch noch am Beispiel zweier weiterer Kollektionen.

Zum ersten Mal in der Geschichte des Bröhan-Museums findet auch eine Intervention von zeitgenössischer Kunst mit Werken der Sammlung statt: Die international renommierte Performancekünstlerin Nezaket Ekici wird während der Ausstellung einen neuen Blick auf die Sammlung werfen – sie realisiert im Museum eine Performance-Installation, in der sie sich mit der Porzellansammlung des Bröhan-Museums auseinandersetzt.


     
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/ Hosen haben Röcke an. Künstlerinnengruppe Erfurt (1984-1994)

Künstlerinnen: Monika Andres, Tely Büchner, Elke Carl, Monique Förster, Gabriele Göbel, Ina Heyner, Verena Kyselka, Claudia Morca Bogenhardt, Bettina Neumann, Ingrid Plöttner, Marlies Schmidt, Gabriele Stötzer, Harriet Wollert und weitere Frauen

Erstmals und umfassend präsentiert die Ausstellung mit dem Titel »Hosen haben Röcke an« originale Materialien und Kostüme der Künstlerinnengruppe Erfurt aus den Archiven der Akteurinnen.
1984 von Gabriele Stötzer gegründet, lebte die Künstlerinnengruppe zehn Jahre lang einen radikalen künstlerischen Gegenentwurf zum DDR-Alltag aus. Nach Außen traten sie entschlossen als subversives Frauenkollektiv auf, das sich mit den Mitteln der Kunst Freiräume erschuf, die es sonst innerhalb der ostdeutschen Verhältnisse kaum gab. Ihre Super-8-Filme, Fotografien, Performances, Mode-Objekt-Shows, Manifeste und Soundexperimente zelebrieren weibliche Selbstermächtigung, Gendergerechtigkeit, künstlerische Freiheit als universelles Menschenrecht und radikale Gesellschaftskritik. Bis heute bleibt die solidarische, kreative und politisch angstfreie künstlerische Umsetzung ihrer Ideen, Ängste und Wünsche hochaktuell.

Bezeichnend für die Künstlerinnen war ihre Weigerung, die DDR zu verlassen – obwohl damals viele Akteur_innen aus dem Kulturbereich aufgrund der politischen Repression in die Bundesrepublik ausreisten. Doch fand die Gruppe gerade im ›Genius Loci‹ der Stadt Erfurt, speziell in deren mittelalterlicher Geschichte ihre kreativen und spirituellen Impulse. Zudem ermöglichte die gegenkulturelle Infrastruktur der evangelischen Kirche Thüringens neben Punks oder Friedensaktivist_innen auch der Künstlerinnengruppe weitere Entfaltungsräume. In diesem Umfeld kam den Frauen eine Pionier_innenrolle zu, in bewusstem Bezug auf weibliche Identität, Körperlichkeit und genderbasierte Systemkritik.
Diese Themen spiegeln sich besonders in fünf experimentellen Super-8-Filmen wider, die zugleich die Grundstruktur der Ausstellung bilden. In den ab 1986 entstandenen Filmen und späteren Live-Performances mit literarischen und musikalischen Elementen stehen selbstgeschaffene und provokante Kostüme als Alter Egos der Künstlerinnen im Zentrum. Zahlreiche Modelle werden in der Ausstellung präsentiert, erstmals zusammen mit Objekten, Fotos, Drucksachen und Tonaufnahmen aus den bislang unerschlossenen persönlichen Beständen der Künstlerinnen.

Die Künstlerinnengruppe Erfurt blieb bis 1994 mit personellen Wechseln aktiv. Am 4. Dezember 1989, in einem historischen Akt des Aufbegehrens, initiierten fünf Frauen, drei davon Protagonistinnen der Künstlerinnengruppe, die erste Stasibesetzung der DDR. Derlei kunstüberschreitende Strategien und die erfolgreiche Gründung des bis heute funktionierenden, selbstverwalteten Kunsthauses Erfurt markieren die Einzigartigkeit dieser Künstlerinnengruppe.

nGbK-Projektgruppe: Susanne Altmann, Kata Krasznahorkai, Christin Müller, Franziska Schmidt, Sonia Voss


     
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/ Deutschland und die Sowjetunion im Zweiten Weltkrieg 1941-1945

Der Zweite Weltkrieg begann am 1. September 1939 mit dem deutschen Überfall auf Polen. Er endete am 8. Mai 1945 in Europa, am 2. September 1945 in Asien. Nie zuvor wurden in einem Krieg mehr Menschen getötet und größere Zerstörungen angerichtet. Dies gilt insbesondere für den Eroberungs- und Vernichtungskrieg, den das Deutsche Reich seit dem 22. Juni 1941 gegen die Sowjetunion führte.

Diesen Krieg dokumentiert die ständige Ausstellung aus der Sicht beider, der deutschen und der sowjetischen, Akteure. Die von der Wehrmacht besetzten Gebiete im Osten Europas waren das Territorium, auf dem der Mord an den europäischen Juden begann. Doch die deutsche Kriegführung und Besatzungsherrschaft beinhalteten auch andere Verbrechen wie das Massensterben der sowjetischen Kriegsgefangenen in deutschem Gewahrsam oder den geplanten Hungertod von Millionen Zivilisten. Neben diesen Aspekten werden auch die bis in die Gegenwart reichenden Folgen des Zweiten Weltkrieges in der Ausstellung thematisiert.


     
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Die Rolle der Museen in der Gesellschaft der DDR / Nebukadnezar im Sozialismus

Das Vorderasiatische Museum war das einzige Museum der Staatlichen Museen zu Berlin mit ausschließlichem Sitz in Ost-Berlin. Wie das „Kollektiv“ des Vorderasiatischen Museums in der DDR seine musealen Aufgaben in den Bereichen Sammeln, Bewahren, Forschen, Ausstellen und Vermitteln wahrnahm, ist Gegenstand dieser Sonderpräsentation im Pergamonmuseum. Anlass ist das 30-jährige Jubiläum der Wiedervereinigung der Berliner Museen am 1. Januar 2022.

Am 1. Januar 2022 jährt sich die Wiedervereinigung der Staatlichen Museen zu Berlin und der West-Berliner Staatlichen Museen Preußischer Kulturbesitz zum 30. Mal. Aus diesem Anlass setzt sich das Vorderasiatische Museum mit seiner jüngeren Vergangenheit auseinander und fragt nach der Rolle des Museums und des Museumsverbunds in der DDR. Wie sah die Einbindung des Museums in die internationale Forschungscommunity aus? Welche Sonderausstellungen im In- und Ausland wurden erarbeitet, und wie gestaltete sich die Arbeit des Museumspädagogischen Dienstes? Als integraler Bestandteil der Berliner Stadtgeschichte werden auch Stimmen und Erinnerungen von damaligen Museumsbesucher*innen in die Ausstellung integriert.

Die Rolle der Museen in der Gesellschaft der DDR und in der historisch-politischen Bildung spielte in der Aufarbeitung der SED-Diktatur bisher nur eine Nebenrolle. Gerne wird im Ost-West-Vergleich auch nach 30 Jahren Wiedervereinigung noch das Bild von der „Mauer“ im Kopf bemüht. Gilt das auch für die beiden Museumslandschaften? Welche Standards in Restaurierung und Museumspädagogik gab es in Ost und West und was hat sich durchgesetzt? Am Beispiel des Vorderasiatische Museums soll gezeigt werden, wie das Museum bzw. seine Mitarbeitenden in der DDR agiert haben.

Soviel sei verraten: Die Arbeit des Museums hatte keine Ähnlichkeit mit den von Spionage- und Stasi-Filmen geprägten Geschichtsbildern, und auch den internationalen Vergleich musste das Vorderasiatische Museum nicht scheuen: Es organisierte spektakuläre Veranstaltungen für Besucher*innen, die Forschung geschah auf Augenhöhe mit internationalen Kolleg*innen und seine Sonderausstellungen wurden im In- und Ausland gezeigt. Die Sonderpräsentation nähert sich diesem spannenden und wenig beleuchteten Kapitel anhand von ausgewähltem Archivmaterial, Fotografien, Filmausschnitten und zahlreichen Originalobjekten.

Die Ausstellung wird ermöglicht durch den Förderverein Freunde der Antike auf der Museumsinsel Berlin e.V.

Zur Eröffnung der Ausstellung findet am Dienstag, 9. November 2021, ein ganztägiges Symposium im Auditorium der James-Simon-Galerie statt. Zeitzeug*innen und Historiker*innen führen unterschiedliche Perspektiven zusammen und diskutieren neue Forschungsansätze. Das Programm des Symposiums wird zeitnahe online veröffentlicht.

Eine Sonderausstellung des Vorderasiatischen Museums der Staatlichen Museen zu Berlin.

Die Rolle der Museen in der Gesellschaft der DDR

     
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/ WILLY BRANDT

Freiheit, Frieden, Demokratie und Gerechtigkeit – diese Werte und Ziele haben Willy Brandt zeitlebens angetrieben. Sein Beitrag zur Aussöhnung mit Deutschlands östlichen Nachbarn, sein Engagement für die Einigung Europas, sein Eintreten für die deutsche Einheit und sein Einsatz gegen Hunger und Armut in der Welt sind Meilensteine der Geschichte. Viele der Themen, mit denen er sich beschäftigt hat, sind bis heute brennend aktuell.

Entdecken Sie in der Dauerausstellung WILLY BRANDT das abwechslungsreiche Leben des Sozialdemokraten, der Nazi-Gegner, Regierender Bürgermeister von Berlin, Bundeskanzler, Friedensnobelpreisträger und Weltpolitiker war. 

Spannende Exponate beleuchten schlaglichtartig die wichtigsten Ereignisse und Stationen im Leben von Willy Brandt. Sein politisches Wirken erzählt zugleich die bewegte deutsche Geschichte im 20. Jahrhundert – von der Weimarer Republik bis zur Deutschen Einheit. Drei Themeninseln Demokratie, Europa und Umweltschutz heben Politikfelder hervor, für die sich Willy Brandt stets stark gemacht hat. 


     
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/ Handel & Wandel – Fotografien von André Kirchner im Dialog mit historischen Ansichten

Die aktuelle Fotoserie von André Kirchner nimmt Schaufenster und Hauseingänge entlang der Potsdamer Straße und der Hauptstraße in den Blick. Begleitend dazu erzählen historische Ansichten von der Entwicklung dieser Einkaufsmeile. Sie rufen traditionsreiche Fachgeschäfte in Erinnerung, die heute aus dem Stadtbild verschwunden sind.

Für die neue Schau im Schöneberg Museum hat André Kirchner 112 Fotografien ausgewählt. Wie ein roter Faden führen sie entlang des Straßenverlaufs durch die Ausstellung – vorbei an Gebäuden und Eingängen, vom Innsbrucker Platz bis zum Landwehrkanal und zurück. Es sind stille Momentaufnahmen, die Kirchner durchgehend im Morgenlicht gemacht hat. Menschenleer und auf die dingliche Welt konzentriert, portraitieren sie einen besonderen Berliner Straßenzug, mit dem der Fotograf und Autor auch biografisch eng verbunden ist.

Umrahmt werden seine Fotografien von historischen Abbildungen und Objekten, die ergänzend die bewegte Chronik der Geschäftsmeile überliefern und dazu einladen, hinter die Schaufenster und Fassaden zu schauen. Sie gewähren Einblicke in Geschichten stadtbekannter Traditionsgeschäfte, von denen viele in den vergangenen Jahren schließen mussten. Die Ausstellung ruft zugleich viele Erinnerungen wach – etwa an die glitzernde Welt der Verkleidung von Deko Behrendt, den Eingang in Brillenform von Optiker Wunder oder die Apotheke am Sportpalast in einem ehemals besetzten Haus.

In der Zusammenschau macht die Ausstellung einen zeitgeschichtlichen Wandel sichtbar. In verdichteter Form lässt sich eine Transformation beobachten, wie sie sich vielerorts in der Stadt ereignet.Um das Bild zu vervollständigen, sind auch die Ausstellungsgäste dazu eingeladen, weitere Geschichten und Erinnerungen im Museum zu hinterlassen.

 
Das Begleitprogramm umfasst Gespräche mit dem Fotografen und Autor André Kirchner, Kuratorinnen-Führungen und Stadtspaziergänge. Alle Termine und Informationen erhalten Sie zeitnah auf der Homepage der Museen Tempelhof-Schöneberg.


Die Ausstellung wurde aus Mitteln des Bezirkskulturfonds gefördert.
 


     
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Sehnsucht und Identitätsfindung zwischen „Heimat“ und „Fremde“ / Gurbet Şarkıları – Lieder aus der Fremde

Anlässlich des 60. Jahrestages des Anwerbeabkommens zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Republik Türkei am 30. Oktober 2021 zeigt das Museum für Islamische Kunst im Pergamonmuseum die Musikausstellung "Gurbet Şarkıları – Lieder aus der Fremde". Die Ausstellung macht unterschiedliche Perspektiven der sogenannten Gastarbeiter*innen und nachfolgender Generationen sichtbar, indem sie sich dem Verhältnis zwischen Musik, individuellen Biographien und gesellschaftlicher Verortung widmet.

Die Ausstellung nähert sich über Musik großen persönlichen und gesellschaftspolitischen Fragen: Was bedeutete für die erste Gastarbeiter*innengeneration damals Musik in der „Fremde“? Wie wurden Sehnsucht, Identitätsfindung zwischen „Heimat“ und „Fremde“ sowie Rassismuserfahrungen musikalisch verhandelt? Was bedeutet Musik heute für die Kinder und Enkelkinder dieser Menschen, die in Deutschland beheimatet sind? Der Ausstellungstitel „Lieder aus der Fremde“ bezieht sich dabei auf Musik, die türkeistämmige Menschen der ersten Generation in Deutschland geschaffen haben und die hierzulande gehört wurde und wird. 

Die Ausstellung im MuseumsLab des Museums für Islamische Kunst ist in drei Abschnitte unterteilt:

  • Streifzug durch die Jahrzehnte der Musik von den 1960er bis 2000er Jahren
    Im ersten Abschnitt entstehen vier Stationen, die den Besuchenden in einem Streifzug durch die Jahrzehnte von den 1960er bis 2000er Jahren namhafte Musiker*innen präsentieren, welche einen Bezug zu Deutschland haben und für die türkischsprachige Bevölkerung Deutschlands von Bedeutung sind und waren. Für jedes Jahrzehnt haben die Besuchenden die Gelegenheit, sich in die jeweilige Zeit hineinzuversetzen, kulturelle Highlights, politische Meilensteine und bekannte Interpret*innen kennenzulernen. Über einen Medienguide lassen sich die Musikstile der portraitierten Künstler*innen unmittelbar erfahren.
  • Persönlichen Geschichten und Musikerfahrungen
    Im zweiten Abschnitt lädt eine Interview-Wand die Besuchenden ein, anhand von Fotos, Kurzbiografien und Hörausschnitten in die persönlichen Geschichten und Musikerfahrungen von türkeistämmigen Menschen der ersten und zweiten Generation einzutauchen. Studierende der Musikwissenschaft an der Goethe-Universität Frankfurt traten mit diesen Personen in einen persönlichen Austausch darüber, welche Rolle Musik in der Zeit ihrer Ankunft in Deutschland und heute für sie spielt.
  • Wege türkischer Musik in Deutschland
    Im dritten Abschnitt zeigt die Ausstellung einen Dokumentarfilm des Regisseurs Mirza Odabaşı, der den Wegen türkischer Musik in Deutschland nachgespürt und mit ausgewählten Musiker*innen sowie dem Gründer eines deutsch-türkischen Musiklabels gesprochen hat. Der Film eröffnet der Mehrheitsgesellschaft unbekannte Perspektiven auf die türkisch-deutsche Musikgeschichte und gibt Raum für kritische Fragen.

Ein besonderes Highlight stellt das Konzert "Deutschlandlieder" dar, welches im Rahmenprogramm zur Ausstellung am 20. November 2021 im Auditorium der James-Simon-Galerie stattfinden wird.

Zusammen mit Metropol FM, dem ersten türkischsprachigen Radiosender Deutschlands, wird zudem ein gemeinsames Radioprogramm entwickelt.

Die Sonderausstellung wird im Rahmen des von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) geförderten Projektes „Gemeinsame Vergangenheit – Gemeinsame Zukunft II“ realisiert.

Eine Sonderausstellung des Museums für Islamische Kunst – Staatliche Museen zu Berlin im Pergamonmuseum

Sehnsucht und Identitätsfindung zwischen „Heimat“ und „Fremde“

     
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/ DDR Museum: Motorrad

Mit über 300.000 Objekten besitzt das DDR Museum die weltweit größte museale Sammlung zum Thema DDR. Im Gebäude in der Rochstraße 14 zwischen Hackescher Markt und Alexanderplatz erwartet Sie ein exklusiver Einblick in die Sammlung des DDR Museum: Auf 800 Quadratmetern sind mehr als 130 restaurierte Motorräder, Motorroller, Mopeds und Gespanne aus 40 Jahren DDR-Zweiradproduktion zu bestaunen.

2008 eröffnete das private Haus als 1. Berliner DDR-Motorradmuseum in den historischen Viaduktbögen und ist nun Teil des DDR Museum.

Die Maschinen und viele weitere thematische Exponate nehmen Sie mit auf eine Zeitreise durch die Technik- und Designgeschichte der DDR-Motorräder, die mit den Vorgängern aus den 1930er-Jahren beginnt und mit der Schließung des Herstellers MZ im Jahr 2008 endet.

Neben weit verbreiteten Zweirädern wie der »Schwalbe« sind auch Raritäten ausgestellt, z. B. ein MZ-Motorrad aus der Eskorte des Ministeriums des Inneren der DDR, von denen nur 30 Stück produziert wurden, oder ein EMW R 35/3 von 1953, dessen Vorgänger schon vor dem Zweiten Weltkrieg von BMW gebaut wurde.

Hintergrundtexte zu einzelnen Objekten, stimmungsvolle Installationen sowie historische Bild- und Werbeaufnahmen ergänzen die Dauerausstellung des DDR Museum im Bereich der DDR-Motorradproduktion auf zwei Etagen in den historischen Viaduktbögen nur 5 Gehminuten vom DDR Museum entfernt.


     
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/ Weltbewegend Patricia Pisani

Kunstprojekt zum Thema „Flucht“

10.10. – 14.11.2021

Zitadelle Spandau, Apellplatz

 

Weltbewegend ist eine Installation aus Seenot-Rettungsringen auf dem Appellplatz der Zitadelle Spandau. Sie stehen als Symbol für Rettung sowie als Zeichen für die Menschen, die auf Grund von Krieg, Konflikten, Gewalt, Armut, ethnischer Zugehörigkeit, politischer, religiöser oder sexueller Einstellung und/oder des Klimawandels aus verschiedenen Orten und Zeiten flüchten müssen.

Die Rettungsringe sind mit Vornamen von realen Menschen und dem Ort, aus dem sie geflüchtet sind, beschriftet. Sie erinnern an die Rettungsringe mit dem Namen und Heimathafen eines Schiffes. Die Installation versucht symbolisch für alle diejenigen zu stehen, die sich in dieser Situation befanden und befinden. Geschichte und Gegenwart der Menschheit sind die Geschichte und die Gegenwart von Flucht.

Sechzig Millionen Menschen waren gemäss der UNO im Jahr 2015 weltweit auf der Flucht. Anfang 2021 ist diese Zahl bereits auf über 82 Millionen Menschen angewachsen. Seit 2010 hat sich die Zahl der Menschen auf der Flucht damit verdoppelt. Zwei Drittel sind im eigenen Land und in die angrenzenden Staaten geflüchtet.

 

Mit freundlicher Unterstützung der bezirklichen Förderfonds der Senatsverwaltung Kultur und Europa
Das Projekt wird aus Mitteln der Initiative „Draußenstadt“ BESD-Programm gefördert

Die Rettungsringe werden anschliessend nach einem weiteren Präsentationsort an Sea-Watch e.V. Zivile Seenotrettung an Europas Grenzen gespendet.


     
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/ Counter Gravity

Ein Vorreiter des experimentellen Architektur- und Erzählfilms: Seit seinem Frühwerk zur Analyse filmischer Bewegungsformationen in den 1970er Jahren entwickelte Heinz Emigholz eine einzigartige filmische Formsprache. Mit dieser erforscht er das Verhältnis von Filmzeit und Raumerfahrung, von Erinnerungsstruktur und Bewusstsein und die Lücke zwischen ideologischen Erwartungshorizonten und materiell geformten Verhältnissen. Heinz Emigholz‘ filmisches Werk umfasst heute rund 100 Filme. Im HKW werden erstmals seine gesammelten Architekturfilme als retrospektiver Überblick mit u. a. Notizbüchern, Fotografien, Produktionsnotizen und Objekten präsentiert. In den 1990er Jahren begonnen, widmet sich diese Serie den „komplizierten Räumen“ von kanonischen wie marginalisierten Architekten der Moderne, und übersetzt deren Räume in filmische, imaginäre „Architekturen von Zeit”. Die Serie umfasst bis heute Arbeiten zur Architektur von Louis H. Sullivan, Robert Maillart, Bruce Goff, Rudolph Schindler, Adolf Loos, Frederick Kiesler, David Chipperfield, Pier Luigi Nervi, Auguste und Gustave Perret, Samuel Bickels, Eliado Dieste u. a.

Im begleitenden Veranstaltungs- und Kinoprogramm stehen die neueren Spielfilme im Fokus, mit denen Emigholz an seine früheren Arbeiten jenseits gängiger Erzählkonventionen anschließt, und nicht-lineare Erzählformen mit Elementen der Architekturfilme verbindet. So findet im HKW die Uraufführung seines neuen Films Berlin [Underground] statt, in dem Emigholz’ Notizbücher die Hauptrolle spielen, die seit 1983 einen Quellcode des Werkes bilden. Als deutsche Erstaufführung wird der Spielfilm The Lobby gezeigt. Gedreht in den Lobbys verschiedener Apartmenthäuser in Buenos Aires besteht dieser aus einem ebenso sardonischen wie misanthropischen, grotesk-abschreckenden wie reflektierten Monolog einer Figur namens „Old White Male“ (John Erdman) über menschliche Beziehungen, Bewusstsein, und den Tod.

Die begleitende Publikation mit Bildessays des Filmemachers, enzyklopädischen Werkeinträgen und Texten von Gertrud Koch, Dennis Lim, Ulrike Lorenz, Andreas Reihse u. a. ist das erste umfassende Übersichtswerk zu Heinz Emigholz’ Schaffen.

In Kooperation mit der Werkschau im HKW ist im Frühjahr 2022 eine zweite Präsentation von Heinz Emigholz‘ Filmen in der Techne Sphere Leipzig geplant. Dazu werden dort exklusiv die Zeichnungen der Serie Die Basis des Make-Up gezeigt.


     
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/ Kunst am Bau für Spandau 3 neue Projekte

10.10. – 31.12.2021

Zentrum für Aktuelle Kunst, Lounge

Wolfgang-Borchert-Schule
Maria Anwander + Ruben Aubrecht

 

/ Oliver Arendt + Fritz Poppenberg / Olaf Bastigkeit / Daniela Comani / Kerstin Ergenzinger / Thorsten Goldberg / Thomas Henninger  / Sven Kalden / Yves Mettler / Lorenz Pasch

 

Die Wolfgang-Borchert-Schule mit bisher zwei Standorten wird am Standort Blumenstraße 13 im Rahmen der Berliner Schulbauoffensive zusammengeführt. Die 1957 als Hauptschule errichteten Gebäude werden um verschiedene multifunktionale Räume erweitert.

Den Kunst-am-Bau-Wettbewerb gewannen die beiden Künstler*innen Maria Anwander und Ruben Aubrecht mit dem Titel “Lichtblick in die Vergangenheit”.

 

Jugendfreizeiteinrichtung Triftstraße
Cécile Belmont

 

/ Anna Myga Kasten / Katrin Wegemann

 

Die Spandauer Neustadt erhält ein neues Gebäude für die Jugendarbeit. Mit dem Standort Triftstraße wird eine lange Planungsphase mit intensiver Bürger*innen- und Nutzer*innen-Beteiligung abgeschlossen. Die Künstlerin Cécile Belmont wird im Rahmen ihrer partizipativen künstlerischen Arbeit ein Kunst-am-Bau-Projekt mit den zukünftigen Nutzer*innen des Gebäudes umsetzen, das den Titel “Handschrift” trägt.

 

Sporthalle Christoph-Földerich-Schule
Tatjana Schülke

 

/ Douglas Henderson / Iréne Hug / Catherine Lorent / Pfelder / Alona Rodeh / Roland Stratmann

 

Die Christoph-Földerich-Schule bekommt im Rahmen eines längerfristigen Sanierungsprozesses für den gesamten Schulstandort eine neue Turnhalle. Damit wird die alte Sporthalle frei für eine neue Mensa. Im Eingangsbereich der Sporthalle mit Treppenanlage und Aufzug wird eine Kunst-am-Bau-Arbeit als hängende Lichtskulptur umgesetzt.

Bei dem Wettbewerb konnte sich der Entwurf der Künstlerin Tatjana Schülke mit dem Titel “HOLLA HOOP” durchsetzen.


     
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/ Christopher Winter Archipelago of the Mind

Einzelausstellung

10.10. – 31.12.2021

Zentrum für Aktuelle Kunst, Galerie EG

 

Mit seiner Ausstellung “Archipelago of the mind” nimmt uns Christopher Winter mit auf eine Reise zu seinen ganz persönlichen Mythologien an der produktiven Schnittstelle zwischen freudiger Affirmation und subtiler Kritik. Aufgewachsen in der südenglischen Grafschaft Kent wurde der Künstler nicht nur schon früh mit noch vorchristlichen Ritualen wie dem “Jack in the Green”-Fest konfrontiert, sondern infizierte sich offenbar genau so früh mit dem quasi genetisch eingeschriebenen urenglischen Entdecker-Virus. Allerdings führen Winters Expeditionen weniger zu den kolonialen Zielen einer in die Jahre gekommenen imperialen Weltmacht, sondern stattdessen zu imaginierten Inseln voller pulsierenden und diversen Lebens. Die Reisen führen auf das farbgewaltige “Libertine Island” und zu Inseln düsterer Waldromantik wie auf “Deep Forest Island”, sie führen mit “Spook Island” auf eine Insel mit übersinnlicher Aura oder aber zu den exklusiven und quasi insularen Parallel-Welten des zeitgenössischen Kunstpublikums auf “Island of Perception”. So exotisch vital und ästhetisch überschäumend all diese Inseln seines “Archipels des Geistes” anmuten, so sehr versteckt sich hinter diesen intensiven Bildern der aufmerksame Beobachter und Kommentator einer mitunter sehr zwiegespaltenen gegenwärtigen Welt.


     
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/ Susanne Specht Ab Ovo oder eine Geschichte von Anfang an Arbeiten von 1992 bis heute

Susanne Specht

Einzelausstellung

10.10. – 31.12.2021

Zentrum für Aktuelle Kunst, Galerie OG

Susanne Specht (*1958 in Saarbrücken) ist eine abstrakt arbeitende Bildhauerin mit einer immens breiten und faszinierenden Materialpalette. Als Meisterschülerin an der Berliner UdK begann sie mit charakteristischen Arbeiten in Granit und Eklogit. Sie war fasziniert davon, mit teils nur minimalen Eingriffen und intensiven Polituren den Blick von der Oberfl äche des Materials in die Tiefe der mineralischen Strukturen, Farben und Formen – und damit in die Millionen Jahre alte Erdgeschichte zu lenken. Experimente mit Bohrblöcken aus schwarzem Granit führten sie nicht nur zur Entwicklung von Klangsteinen – den “Intermundien” –, sondern auch zum weiterführenden installativen Einsatz von industriellen Formsteinen sowie eigens angefertigten Betonmodulen. Mittlerweile arbeitet Susanne Specht mit weitaus leichteren Materialien, wie z. B. Zellkautschuk, den sie technologiebasiert bearbeitet und zu dreidimensionalen Objekten in den Raum wachsen lässt. Dieses zunehmende künstlerische Agieren in technischen Parametern und die Hinwendung zu einem modularen Formvokabular findet sich neben den plastischen Arbeiten auch in Laserzeichnungen und Grafi ken wieder.


     
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/ Henriette Grahnert Abstrakt in Disko

Die Leipziger Malerin Henriette Grahnert (*1977 in Dresden) bewegt sich bravourös zwischen, in und über den visuellen Koordinatensystemen einer post-postmodernen Bildkultur. Ihre malerischen Kompositionen — die mitunter auf den ersten Blick wie Collagen anmuten — speisen sich aus Zitaten, Assoziationen und Reminiszenzen. Sie bringen scheinbar Disparates aus verschiedenen Zeiten, Stilen und -ismen zusammen. Mal erscheinen sie als heiteres Capriccio, mal entwickeln sie eine differenzierte Analyse der Malerei, ihrer Möglichkeiten und Grenzen. Was daraus entsteht, sind Bildräume von ebenso komplexer wie manchmal beeindruckend klarer Struktur. So ist die Kunstgeschichte — vornehmlich die der Moderne — nicht allein motivischer Fundus, sondern ebenso Resonanzboden für intensive Auseinandersetzungen mit historischen, gesellschaftlichen und kulturellen Verweisen und damit Werkzeug zeitgenössischer Befragungen. Die Betrachtenden sehen sich »nicht mit einem hermetisch geschlossenen Kosmos konfrontiert, sondern entdecken eine Vielzahl tragikomischer Don Quijotes, die Identifikation wie Empathie und ein diffuses Gefühl der Solidarität provozieren.« [Harriet Zilch]


     
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/ Lee Friedlander

Ein Motorradfahrer rast mit grell aufgeblendetem Scheinwerfer direkt auf uns zu. In seiner Geschwindigkeit zieht er alle Aufmerksamkeit auf sich, transportiert den Geruch von Asphalt und Benzin in das anonyme Hotelzimmer, über dessen TV-Bildschirm er rauscht. Das Bild stammt aus der Serie Little Screens, mit der Lee Friedlander den Siegeszug der TV-Geräte als welterklärendes Massenmedium im amerikanischen Alltag thematisiert. Ihre Veröffentlichung 1963 in Harper’s Bazaar begründet den Erfolg
eines Künstlers, der heute zu den einflussreichsten Fotograf*innen des 20. Jahrhunderts gehört. Die Lee Friedlander . Retrospektive feiert das sechs Jahrzehnte umspannende Werk des US-amerikanischen Meisters – von seinen Anfängen als junger Fotograf, der Jazz-Legenden für Plattencover fotografiert, über seine ersten künstlerischen Projekte, die während ausgedehnter Roadtrips in den USA und Europa entstehen, bis hin zu der fotografischen Auseinandersetzung mit seiner Familie und dem eigenen Selbst. Trotz der schieren Masse an Bildern besitzen seine Fotografien einen einzigartigen Wiedererkennungswert.
Friedlander verbindet eine intuitive Experimentierfreude mit einem beeindruckenden
Gedächtnis von kulturellen Referenzen. Seine Bilder entfalten im Laufe der Jahre eine tiefere Sinnhaftigkeit, offenbaren ihre sich fortschreibende Gültigkeit bei der Darstellung der sozialen Landschaften in Amerika und zählen daher heute zu den fotografischen Ikonen des US-amerikanischen Alltags. 35 Jahre nach seiner ersten Ausstellung im US Information Center im Berliner Amerika Haus liefert nun C/O Berlin am selben Ort mit rund 350 Fotografien, über 50 Büchern als auch begleitendem Material unterschiedlichste Zugänge zum stilprägenden Oeuvre von Lee Friedlander. Die Ausstellung wurde kuratiert von Carlos Gollonet, Fundación MAPFRE, in Zusammenarbeit mit Felix Hoffmann, C/O Berlin Foundation. Gefördert durch die C/O Berlin Friends.


     
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/ Peter Miller . Dear Photography

In einem grünem Lichtnebel scheinen sich gelb funkelnde Planeten zu formieren. Oder erleben wir gerade ein Naturschauspiel der Polarlichter? Weder noch. Es sind Glühwürmchen, die auf sensiblem Fotopapier ihre Bahnen gezogen und dieses dabei mit ihren Leuchtsignalen belichtet haben. Am Werk des in Deutschland lebenden US-amerikanischen Künstlers Peter Miller ist immer noch zu spüren, dass er als Kind Zauberer werden wollte. Seine Vorliebe für Magie integriert er heute vorwiegend in die Medien Film und Fotografie. Daneben stellt er auch Installationen und Skulpturen her, nimmt Interventionen im Raum vor und schließt an die Performancekunst der 1970er-Jahre an. In einer breiten Formen- und Materialvielfalt erforscht Miller die Geschichte der technischen Medien und deren grundlegende Elemente wie Licht und Chemie, Publikum und Flicker-Effekt, Optik und Perspektive. Die Arbeiten, die er in seiner Wunderkammer schafft, laden zu einer Entdeckungsreise der analogen Medientechniken sowie zu einer Reflexion über die mediale Verfasstheit der uns umgebenden Welt ein. Mit Peter Miller . Dear Photography präsentiert C/O Berlin die weltweit erste institutionelle Werkschau des Künstlers. Kuratiert von Dr. Kathrin Schönegg, C/O Berlin Foundation.


     
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/ Friendship. Nature. Culture

Die Jubiläumsausstellung blickt auf die Entwicklung einer der bedeutenden internationalen Unternehmenssammlungen zurück. Vorgestellt wird ein Querschnitt der Sammlungsgeschichte von ihren Anfängen im Umfeld der süddeutschen Moderne über abstrakt-minimalistische Positionen hin zu internationalen Beispielen aus Fotografie, Video und raumbezogener Objektkunst. Etwa 100 Werke von rund 70 Künstler:innen nehmen in einem weit gefassten Sinn Beziehungen auf zu zeitgenössischen Phänomenen im Kontext Freundschaft, Natur und Kultur. Die Motive und Inhalte der Werke aus einem Zeitraum von 100 Jahren bilden Netzwerke und eröffnen Resonanzräume, die das Wechselspiel von Kunst, Kultur, Natur und menschlichem Zusammenleben ausloten.


     
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/ Sara Rönnbäck - Liminal Observations

In Liminal Observations beschäftigt sich die Künstlerin Sara Rönnbäck mit den Veränderungen der Materialien in urbanen Räumen sowie in der Natur. Ihre Skulpturen und Installationen erinnern an „Plastiglomerate“ – ein Begriff, der die Verschmelzung unterschiedlicher Sedimente mit Plastik bezeichnet. Wie der prominente „Bowerbird“, der Gleichfarbiges oder Gleichförmiges sortiert, um sein futuristisch anmutendes Nest zu dekorieren, sucht Rönnbäck in ihrer Umgebung Material, transportiert dieses in ihr Atelier, wo anschließend die Blüten, Blätter, Zweige oder Steine sowie Plastikteile und Flaschenverschlüsse auf ihre Potenziale untersucht werden. Eine Bodenarbeit, die in organisch-fließenden Formen durch den Raum verläuft, wird zum Setting für ihre hybriden Skulpturen, die aus dieser Sammlung entstanden. Wie in vielen ihrer Arbeiten sind die Beziehungen zwischen Zeit, Körper und Raum zentral.

„Liminalität“ als anthropologischer Begriff erfährt momentan ein großes Revival. Ursprünglich beschreibt er den Schwellenzustand, in dem sich Individuen oder Gruppen befinden, nachdem sie sich rituell von einer Ordnung lösen, um Neues akzeptieren zu können. Angesichts der drastischen ökologischen Veränderungen, mit denen wir konfrontiert sind, erweitert sich die Rezeption weg vom Menschen hin zu einem ganzheitlichen Verständnis der liminalen Zustände in unserer Umwelt. In diesem Sinne vermittelt die Ausstellung einen ganz persönlichen Einblick in ein von der Künstlerin empfundenes ständiges Entwickeln. Neben der raumgreifenden Installation zeigt Rönnbäck in einem intimen Setting ein Journal, in dem sie Notizen, Fotografien und Studien zu ihren jüngsten Erfahrungen im asphaltierten Berlin und in der Natur vor ihrem Haus in der schwedischen Provinz nahe der norwegischen Grenze preisgibt.

Sara Rönnbäck (geb. 1988) lebt in Oslo, Norwegen, und Värmland, Schweden. Zu ihren letzten Ausstellungen gehören Ephemeral Situations, Noplace, Oslo (2017), Box Summer Studio, Röhsska Museum, Göteborg (2019), Consciousness in the Time of Kairos, Kurant, Tromsø (2018), Fragile Times, Galerie im Körnerpark, Berlin (2020). Seit 2015 arbeitet sie zusammen mit Daniel Slåttnes an dem Projekt Conversation between Bodies, das in verschiedenen Formaten unter anderem bei BOA, im Atelier Nord und in der RAM Galleri in Oslo, im Kunstmuseet Nord-Trønderlag, bei Aldea, Bergen, im Rackstadmuseet Arvika und im Oppland Kunstsenter, Lillehammer, gezeigt wurde. Ihre nächsten Ausstellungen werden im Kunstforening in Kongsvinger (2021) und im Kunstnerforbundet in Oslo (2022) zu sehen sein. Sara Rönnbäck ist Stipendiatin des Office for Contemporary Art Norway – OCA.


     
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/ Kandis Friesen - These arms of mine

In ihrer Einzelausstellung These arms of mine beschäftigt sich Kandis Friesen mit den Beziehungen zwischen dem Material Stein, Erinnerung und Macht. Es geht um die Distribution und das Vorkommen des Werkstoffs in der Welt – in Architekturen, Denkmälern oder Landschaften. Als Ausgangspunkt nahm die Künstlerin den Schwerbelastungskörper in Berlin, eine riesige Betonsäule im Bezirk Tempelhof. Während des Nationalsozialismus 1941 unter Einsatz von Zwangsarbeiter*innen errichtet, diente er dazu, die Eignung des sumpfigen Berliner Bodens im Rahmen der Neugestaltungsplanungen zur Umgestaltung Berlins in die „Welthauptstadt Germania“ zu prüfen. Da der massive Zylinder nach dem Zweiten Weltkrieg nicht entfernt werden konnte, blieb er als Relikt stehen und versinkt seither stetig weiter im Märkischen Sand.

Mit einem Zugriff auf die Form, das Material und den Klang von Bauwerken aus Stein in der Stadt und darüber hinaus zeigt Friesen in der Ausstellung die Visualisierung von sich überschneidenden Konstruktions- und Zirkulationsprozessen. Mittels Massivholz, Molton, gefundenen Objekten, Field Recordings in Video und Ton wird die Installation durch ein poetisches Skript zusammengehalten – einen „Film ohne Bilder“ über die Temporalität und Materialität von Gestein. In dieser experimentellen Erzählung entstehen Sprünge zwischen Zeit und Ort. Sie verbindet das Imperiale mit dem Individuellen, Orte des Erinnerns mit Orten der Vernichtung und Vermächtnisse der Gewalt mit dem Erbe von Macht und Reichtum. These arms of mine ist Teil einer fortlaufenden Serie von Arbeiten, in denen Klang und Monumente als ortsspezifische, resonierende Materialien untersucht werden.

Friesen verwendet in ihrer Arbeit hauptsächlich Collagen und Assemblagen, um Sichtweisen auf Oberflächen und deren Klänge neu zu sortieren. Dabei nutzt sie die Akustik von Architekturen, setzt Songs, gesprochene Sprache und mündlich überlieferte Geschichte ein und erzeugt auf diese Weise akustische Territorien, die gehört und gefühlt werden können. Ihr Montageverfahren führt zur Konstruktion einer „diasporischen Ortsbezogenheit“, durch die Festgesetztes abgelehnt, sich ständig verändernde Strukturen aber auch sichtbar gemacht werden können.

Kandis Friesen (geb. 1978) ist eine interdisziplinäre Künstlerin, die in Tiohtià:ke/Montréal und Berlin lebt. Im Jahr 2022 werden ihre Arbeiten in einer Einzelausstellung im Museum of Modern Art, Odessa (Ukraine) zu sehen sein. Kürzlich präsentierte sie Einzelausstellungen im Plug In ICA (Winnipeg/Vertragsgebiet 1), bei TRUCK Contemporary Art (Mohkinstsis/Calgary), und im Rahmen der Chicago Architecture Biennial in der Roman Susan Art Foundation (Zhigaagong/Chicago). Als Filmemacherin war sie auf dem Festival International du Film sur l’Art und dem Jihlava International Film Festival vertreten. Kandis Friesen ist Stipendiatin des Conseil des arts et des lettres du Québec, des Ministère des Relations internationales et de la Francophonie du Québec und der Vertretung der Regierung von Québec in Berlin.


     
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/ Mike Bourscheid - Sunny Side Up and other sorrowful stories

In Sunny Side Up and other sorrowful stories inszeniert Mike Bourscheid Kostüme, Requisiten und seinen neuen Film Agnes zu einer begehbaren Rauminstallation. Wie oft in seiner künstlerischen Auseinandersetzung thematisiert er zwischenmenschliche Beziehungen. Ausgehend von Filmrequisiten und inspiriert durch Erlebnisse seiner Kindheit und das Verhältnis zu seiner alleinerziehenden Mutter sowie zu seinem abwesenden Vater entwickelte Bourscheid das Drehbuch. Agnes besteht aus filmischem Material, das aus dem Elternhaus des Künstlers stammt sowie aus Aufnahmen, die im Filmset im Künstlerhaus Bethanien gedreht wurden. Der Künstler selbst ist der Protagonist seines Films – durch seine Kostüme zwar eingeschränkt, aber zugleich auch mit neuen Fähigkeiten ausgestattet, wie zum Beispiel durch sein Hemd, auf dessen Rückenteil ein Ouija-Brett installiert ist, das durch ganz persönlich definierte Regeln als Kommunikationsgerät dienen kann, um etwa den verstorbenen Stiefvater zu erreichen.

Das tägliche Agieren des Körpers im Haushalt und die Performanz von Pflege im Allgemeinen, die Routine, die sich im wiederholten Wäschewaschen, Geschirrspülen, Ordnunghalten oder beim Bodenkehrenzeigt, wird spielerisch inszeniert. In seiner üblichen handwerklichen Sorgfalt produzierte Bourscheid weitere Requisiten, zum Beispiel Handschuhe und Socken, an die er Perücken knüpft:Hilfsmittel, die als höchst hinderlich für die Arbeit im Haushalt erscheinen und gleichzeitig die liebevolle, freilich oftmals absurde Hinwendung zu Alltagsobjekten und -riten künstlerisch kommentieren. Einzelne Passagen des Films, der durch eindrückliche ASMR-Sounds begleitet wird, erinnern an Inszenierungen in klassischen Horrorfilmen. Klischees über angeblich männlich und weiblich konnotierte Gerätschaften undTätigkeitsfelder werden visualisiert, aber nicht bewertet. Stattdessen sprechen sie für die vielen Identitäten, die sich in Gesellschaften herausbilden und sich verändern können.

Mike Bourscheid, geboren in Luxemburg, lebt und arbeitet in Vancouver. Er studierte an der Université d’Aix-Marseille und an der Universität der Künste in Berlin. Seine Einzelausstellung Idealverein ist noch bis zum 31.10.2021 im Heidelberger Kunstvereinzu sehen.Bourscheid vertrat Luxemburg auf der 57. Biennale in Venedig (2017). Er stellte im Haverford Centre Philadelphia (USA), im Kunstverein Braunschweig (Deutschland), in der Nanaimo Art Gallery (Kanada) und im Casino Luxembourg – Forum d’Art Contemporain aus. Mike Bourscheid ist Stipendiat des Kultusministeriums des Großherzogtums Luxemburg.


     
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/ Ouassila Arras - UNDER LINE

Ouassila Arras hinterfragt in ihrer künstlerischen Arbeit Erinnerungskulturen, Biografien und Erzählstrukturen und beleuchtet Zugänge und Ausschlüsse in und aus der Gesellschaft. Zur Veranschaulichung nutzt sie natürliche Materialien, die uns im Alltag umgeben. In UNDER LINEzeigt sie eine sich während der Dauer der Ausstellung verändernde Bodeninstallation, die zum einen von der Infrastruktur in Berliner Straßen und zum anderen von ihrer Recherche in deutschen und französischen Schulbüchern für den Geschichtsunterricht inspiriert wurde. In Berlin hat sich die Künstlerin mit den Böden im Stadtraum auseinandergesetzt und herausgefunden, dass auf den Gehwegen neben Asphalt und Kopfsteinpflaster quadratische Kunststeinplatten verbaut wurden, die in der Stadtgeschichte, unscheinbar wie sie sind, kaum erwähnt werden. In ihrer Ausstellung werden diese zur Hauptfigur. In Form von Betonabgüssen befinden sie sich im Zentrum des Raums und animieren dazu, sie zu begehen. Sie sind überzogen mit einer Rostschicht, die, manipuliert von der Künstlerin, unterschiedliche Stadien von Transformation aufzeigt. Im Laufe der Ausstellung wird die Installation von den Besucher*innen durch das Betreten zunehmend fragmentiert werden.

Die Künstlerin arbeitet häufig mit Alltagsgegenständen und natürlichen Materialien, die aufgrund ihrer Wandlungsfähigkeit Leben in den Ausstellungsraum bringen und als Metaphern für Biografien gelesen werden können, die wenig Zutritt in den westlichen und europäischen Kanon bekommen oder durch den enormen Integrationsdruck in Gesellschaften weitestgehend verstummen. Dabei geht es ihr hauptsächlich um die unterschwelligen Informationen, die über Objekte ausgedrückt und von Menschen, wenn sie bestimmte Orte bewohnen, mittransportiert werden. Ouassila spürt den Fäden fragmentierter Lebensgeschichten nach, insbesondere von Menschen, deren Stimmen in Schulbüchern und Archiven fehlen.

Ouassila Arras (geb. 1993 in Frankreich) lebt und arbeitet in Reims. 2018 gewann sie den PRISME-Preis im Musée des Beaux-Arts de Reims. Zu ihren jüngsten Ausstellungen gehören Plein jeu #2, Frac Champagne-Ardenne (2019), Des Histoires d’eau, CAC of Tanneries (2020), A Spoonful Of Sugar,Fiminco Foundation, Romainville (2020), BREEZE #3, GBagency Gallery, Paris (2021), Artpress Contemporary Art Biennial, MAMC, Saint-Étienne. Sie ist Mitbegründerin des Artist-Run Space The Left Place – The Right Space, der 2020 in Reims eröffnet wurde. Ouassila Arras ist Stipendiatin des Residenzprogramms AZ – ALLER & ZURÜCK, organisiert durch das Goethe-Institut Nancy, das Goethe-Institut Straßburg und das Bureau des arts plastiques des Institut Français Deutschland. Freundlich unterstützt durch das Deutsch- Französische Jugendwerk (DFJW), die DRAC Grand Est und das Centre Français de Berlin.


     
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/ Tsuyoshi Anzai - Grounded

Tsuyoshi Anzai verwendet Objekte, die unsere natürliche Umgebung, unsere Wohnungen, Werkzeugkästen oder Küchen prägen, und schafft großformatige Installationen, kinetische Skulpturen und andere Wesen. In seiner Einzelausstellung Groundedim Künstlerhaus Bethanien wird das Publikum mit Verpackungen, wie wir sie oftmals im öffentlichen Raum vorfinden, konfrontiert, die als Vergrößerungen auf dem Ausstellungsboden installiert sind. Hybride kinetische Skulpturen bestehend aus Schwämmen, Bürsten, Reinigungswerkzeugen oder anderen Objekten bevölkern den Raum. Sie sind laut, bunt, motorisiert und bewegen sich durch die Ausstellung, als wären sie lebendige Körper, die versuchten, ihre Umgebung zu attackieren. Der spielerische Perspektivwechsel und die verzerrte Skalierung der Objekte stehen der Größe der Besucher*innen konträr gegenüber.

In seiner künstlerischen Arbeit untersucht Anzai, wie Material unser Leben und unsere Beziehungen beeinflusst. Welche Objekte sprechen zu uns? Welche existieren für immer? Können Objekte aussterben wie organische Materie? Anzai entzieht Objekten, die einen Herstellungsprozess durchlaufen haben, ihren ursprünglichen Zweck und gibt ihnen ein neues Leben. Manchmal erinnern sie dabei an den menschlichen Entwicklungs- und Bewegungsprozess, aber meistens stehen sie für sich selbst. Der Künstler setzt in seinem Werk um, was die bekannte Politikwissenschaftlerin Jane Bennett in ihrer herausragenden Abhandlung Vibrant Matter: A Political Ecology of Things(2010) forderte, und zwar, dass der Mensch die aktive Beteiligung nicht-menschlicher Kräfte am aktiven Weltgeschehen besser anerkennen und integrieren müsse, um den aktuellen und zukünftigen Krisen entgegenzutreten.

Tsuyoshi Anzai (geb. 1987)ist ein japanischer Multimedia-Künstler. Er lebt und arbeitet in Saitama, Japan. Nach seinem Bachelor-Abschluss in Musik (2009) absolvierte erseinen Master in Film und NeueMedien an der Tokyo University of the Arts (2011). Zu seinen wichtigsten Ausstellungen gehören Being-in-the-Wired-World, Kawasaki City Museum, Kanagawa (2013), Jailhouse Locke, Daiwa Foundation, London (2018), 2016 Core Exhibition, The Museum of Fine Arts, Houston (2016), The Strange Objects, Pohang Museum of Steel Art, Pohang (2017), und Poly-, 21st Century Museum of Contemporary Art, Kanazawa(2020). TsuyoshiAnzaiist Stipendiat der Pola Art Foundation.


     
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/ Carl Blechen

Carl Blechen (1798-1840) zählt neben Caspar David Friedrich zu den wichtigsten deutschen Landschaftsmalern des frühen 19. Jahrhunderts. Atmosphärische Werke, dramatische Lichtinszenierungen und leuchtende Farben prägen sein Schaffen. Schon zu Lebzeiten wurden seine Bilder hochgeschätzt. Auch Max Liebermann verehrte Blechen und widmete ihm 1921 eine seiner ersten Ausstellungen als Präsident der Berliner Akademie der Künste. Ausgehend von Liebermanns historischer Ausstellung zeigt die Liebermann-Villa am Wannsee im Herbst 2021 eine Auswahl von Blechens Werken aus der Cottbuser Sammlung der Stiftung Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz. Mit der Schau werden die künstlerischen Einflüsse Blechens auf Liebermanns genauer beleuchtet.


     
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/ Alltag formen!

Alltag formen! Bauhaus-Moderne in der DDR“ ist eine Ausstellung des Museum Utopie und Alltag, Eisenhüttenstadt und entstand 2019 anlässlich des Bauhaus-Jubiläums. Sie thematisiert die Bauhaus-Rezeption in der DDR. 
Passend zum diesjährigen Programmschwerpunkt „Ostmoderne“ übernimmt das Werkbundarchiv – Museum der Dinge, Berlin die Ausstellung in leicht veränderter Form.

Funktional, langlebig und optimiert für die industrielle Massenproduktion: Alltag formen! stellt Objekte der Alltagskultur der DDR – Möbel, Gefäße, Technik, Grafikdesign – sowie ihre Gestalter*innen vor, die in der Tradition und für die Weiterentwicklung der Gestaltungsprinzipien des Bauhauses und der modernen Formgestaltung stehen.

So beleuchtet die Ausstellung u.a. die Möbelgestaltung der bereits seit Anfang des 20. Jahrhunderts für innovative Produkte stehenden Deutschen Werkstätten Hellerau anhand von Arbeiten der Formgestalter Franz Ehrlich, Selman Selmanagić und Rudolf Horn.

In den Blick genommen werden zudem Einflüsse moderner und funktionaler Entwürfe wie die Wilhelm Wagenfelds auf Gefäßgestaltungen von Friedrich Bundtzen, Erich Müller, Margarete Jahny, Ilse Decho und Christa Petroff-Bohne. Es wird sichtbar, wie die Gestaltungsprinzipien Funktionalität, Langlebigkeit und Alltagstauglichkeit  von Formgestaltern wie etwa Albert Krause auf neue Materialien wie Plaste übertragen wurden. Darüber hinaus zeigt sich in Designansätzen wie dem „offenen Prinzip“, das Karl Clauss Dietel und Lutz Rudolph etwa am Beispiel des Mokick Simson S50 demonstrierten, eine im Sinne der Flexibilität und Nutzerorientierung weiterentwickelte „lebendige Funktionalität“.

Zugleich zeigt die Ausstellung den widersprüchlichen kulturpolitischen Umgang der DDR mit dem Bauhaus-Erbe: Auf frühe Ansätze zur Wiederbelebung folgen „Formalismus“-Vorwürfe, Verfemung und eine Rückbesinnung auf vermeintlich nationale Gestaltungstraditionen. Erst der industrielle Wohnungsbau ermöglicht eine vorsichtige Rehabilitierung der Moderne. Verbunden mit der Wiedereröffnung des sanierten Bauhauses Dessau im Jahr 1976 wird die vormalige Hochschule für Gestaltung schließlich zum Bestandteil des offiziellen Kulturerbes der DDR. 

Alltag formen! beleuchtet die langsame Annäherung an das Bauhaus-Erbe in der DDR, über erste Publikationen und Ausstellungen in den 1960er Jahren bis hin zu Präsentationen wie die 1988 in Kooperation mit dem Westberliner Bauhaus-Archiv in Dessau gezeigte Ausstellung „Experiment Bauhaus“, die zum Gegenstand kulturpolitischer Selbstdarstellungen wurden.

Im Schatten dieser wechselvollen Rezeptionsgeschichte inspirierten vor allem in den Jahren der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) und der frühen DDR ehemalige Bauhäusler*innen wie Mart Stam und Walter Funkat durch ihre Gestaltungspraxis und Lehre an den Hochschulen der DDR eine nachfolgende Generation von Gestalter*innen, die ihrerseits die Alltagskultur entscheidend prägen sollte. 

Die Ausstellung „Alltag formen!“ zeichnet den spannungsvollen Verlauf der Rezeption der von Werkbund und Bauhaus geprägten modernen Formgestaltung in der DDR nach und lädt dazu ein, ein bislang wenig beachtetes Kapitel deutscher Designgeschichte zu entdecken.

Zur Eröffnung am Mittwoch, den 22. September 2021, 19.00 Uhr laden wir herzlich ein. 
Es finden keine Eröffnungsreden statt, daher ist eine Anmeldung nicht erforderlich, jedoch das Halten von Abstand und das Tragen einer Maske. Unsere aktuellen Hygiene-Bestimmungen finden Sie hier

„Alltag formen! Bauhaus-Moderne in der DDR“ entstand in Kooperation mit der weißensee kunsthochschule berlin, Fachgebiet Visuelle Kommunikation, sowie in Kooperation mit dem Deutschen Rundfunkarchiv. Sie wurde 2019 durch die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur gefördert und die Übernahme 2021 durch die Stiftung Preussische Seehandlung unterstützt.
Medienpartner ist Das Magazin.

Das Museum Utopie und Alltag vereint das Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR in Eisenhüttenstadt und das Kunstarchiv Beeskow – Einrichtungen getragen vom Landkreis Oder-Spree und gefördert durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg. 


     
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Kunstkammern hatten ihre große Blüte im 16. und 17. Jahrhundert  / Illustre Gäste

Bereits seit 2006 sind rund dreißig Kleinkunstwerke aus der Sammlung Würth zu Gast bei den Staatlichen Museen zu Berlin. Im Rahmen der Sonderausstellung im Kunstgewerbemuseum werden die erlesenen Werke der „Kunstkammer Würth“ nun in einem deutlich größeren Umfang präsentiert. Nach der Ausstellung „Anthony Caro. The Last Judgement Sculpture der Sammlung Würth“ in der Gemäldegalerie (20. Dezember 2019 bis 1. November 2020) handelt es sich um die zweite Ausstellung einer vierteiligen Gastspielreihe der Sammlung Würth in den Häusern der Staatlichen Museen zu Berlin. 

Mit ihrem breiten Sammlungsspektrum, das gleichermaßen Kunst- wie Naturobjekte unterschiedlicher Herkunft umfasste, illustrierten europäische Kunstkammern den gesamten Kosmos. Neben dem privaten Vergnügen und dem Wunsch nach Kontemplation prägten auch Machtansprüche und materielle Interessen die fürstlichen Sammlungen. Kunstkammern dienten der Repräsentation, der Pflege diplomatischer Beziehungen und als Kapitalanlage. Aber auch Wissensdurst konnte den Aufbau von Sammlungen anspornen. Mit dem Titel „Illustre Gäste“ wird nicht nur auf den hohen künstlerischen, materiellen und ideellen Wert der Objekte verwiesen, vielmehr wird auch auf das Potenzial der Objekte angespielt, Welt(en) zu illustrieren (von lat. Illustrare „erleuchten, erklären, preisen“). 

Nach ihrer großen Blüte im 16. und 17. Jahrhundert wurden selbst große und bedeutende Kunstkammern im 18. Jahrhundert aufgelöst oder sie gingen in anderen Sammlungen auf. Von den verstreuten Objekten, die die Zeiten überdauerten, trug der Unternehmer Reinhold Würth über Jahre eine stattliche Anzahl zusammen, wobei ein Schwerpunkt auf Werken aus der hohenlohischen Heimat des Sammlers liegt. Einen repräsentativen Ein- und Überblick in die Kunstkammer Würth geben in der Sonderausstellung rund 70 Ausstellungsobjekte, darunter Kleinplastik, Pokale, Trinkgefäße sowie aufwendig gestaltete Dosen aus kostbaren Materialien. Eine Anreicherung erfährt diese Werkauswahl durch einzelne Stücke aus dem Kunstgewerbemuseum und dem Bode-Museum der Staatlichen Museen zu Berlin. 

Durch die Ausstellung rücken mit der Kunstkammer Würth und dem Kunstgewerbemuseum zwei unterschiedliche Sammlungsbestände mit je eigener Geschichte in unmittelbare Nachbarschaft. Sie zeugen gemeinsam vom Reichtum und der Strahlkraft historischer Kunstkammern und offenbaren die Vielfalt sowie die künstlerische Qualität ihrer Objekte.

Kunstkammern hatten ihre große Blüte im 16. und 17. Jahrhundert 

     
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German Design Graduates bringt Designer*innen mit Vertreter*innen aus Kultur und Industrie zusammen / German Design Graduates 2021

Das Kunstgewerbemuseum präsentiert erneut „German Design Graduates“ – in diesem Jahr pandemiebedingt die Jahrgänge 2020 und 2021 in einer Doppelausstellung. Dabei sind über 80 Positionen von 15 der besten deutschen Designhochschulen zu sehen, die von einer renommierten Fachjury ausgewählt wurden.

German Design Graduates ist eine Plattform, die Designhaltungen von Absolvent*innen deutscher Hochschulen zeigt, diskutiert und unterstützt. Die Initiative wurde 2019 von Prof. Ineke Hans (UdK Berlin), Prof. Hermann Weizenegger (FH Potsdam), Prof. Mark Braun (HBK Saar) und Katrin Krupka (Design M.A.; Gastprofessorin) gestartet. Online werden die vielfältigen Formen, die Gestaltung annimmt, auf einer Graduates Platform sichtbar.

Gleichzeitig organisiert German Design Graduates jährlich eine Ausstellung mit einer Auswahl aktueller Abschlussarbeiten für ein offenes und professionelles Publikum. Durch das Matchmaking, Awards und Supports bringt German Design Graduates die Absolvent*innen mit Vertreter*innen aus Kultur und Industrie zusammen, die junge Designer*innen für individuelle Mentoring- und Coaching-Programme auswählen. Botschafter*innen aus den Bereichen Kultur, Praxis, Presse, Präsentation und Perspektiven vergeben zudem auch Awards an herausragende Absolvent*innen. Im Rahmen der Ausstellung „German Design Graduates 2021“ finden Design Talks statt, um neue Design-Haltungen zu diskutieren.

Eine Sonderausstellung des Kunstgewerbemuseums – Staatliche Museen zu Berlin

German Design Graduates bringt Designer*innen mit Vertreter*innen aus Kultur und Industrie zusammen