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The toten Crackhuren im Kofferraum

  • Info / Biographie The toten Crackhuren im Kofferraum (abgekürzt The T.C.H.I.K. oder T.C.I.K.) sind eine Berliner Pop-Punk-/Electroclash-Band. Die Bandmitglieder treten unter den Phantasienamen Netja Triebeltäter, Luise „Lulu“ Fuckface, Stehfanje Fuckface, Kristeenager, Doreen K. Bieberface/Doreen Nr. 19, Tanna Biertier, Lynn Love und Ilay auf.
    == Geschichte ==
    Gründungsmitglieder der Ende November 2005 in Berlin gegründeten Band sind Luise Fuckface, Schrüppe McIntosh und Lynn Love. Ende 2009 trennte und distanzierte sich Schrüppe McIntosh von dem Projekt. Die Band tritt mit bis zu drei Sängerinnen, einer variablen Anzahl von Tänzerinnen und mehreren Männern als Begleitmusikern im Hintergrund auf.
    Entdeckt wurde die Band vom Frontpage-Gründer Jürgen Laarmann, von dem sie sich aber nach Vertragsstreitigkeiten schon nach kurzer Zeit wieder trennte.The toten Crackhuren im Kofferraum waren 2008 Vorband bei der Tour von K.I.Z. Sie sind unter anderem beim Musikfestival Rocco del Schlacko 2010 aufgetreten.Die Band veröffentlichte am 10. September 2010 bei Universal ihr erstes Album Jung, talentlos & gecastet mit den Singles Ich und mein Pony sowie Ronny & Clyde. Das Video zu Ich und mein Pony ist an das Video Fight for Your Right von den Beastie Boys angelehnt.
    Die Band drehte den Kurzfilm Brandenburg 1 unter der Regie von Philipp Virus, welcher auf der Website der Band und auf YouTube veröffentlicht wurde.
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Die Gang mit dem familienunfreundlichsten Namen im Popbetrieb
veröffentlicht heute 27.08.21,
gleich zwei Singles und ein Video

„Zurück in der Gosse“ / „Living the Dream“,
Als nächste Vorboten zu ihrem vierten Album „Gefühle“ (Release: 15.10.2021).
Zurück in der Gosse“ / Living the Dream
photo© bastian boschinski
🛒Im Shop suchen...
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  • Album/EP: „Zurück in der Gosse“ / „Living the Dream“
  • Label:Bakraufarfita Records
  • Vertrieb:Broken Silence
  • EAN: 4250137257310
  • VÖ: 27.08.2021

„Scheiss auf deine RoliMoliGucciMucciRarriAMG Ich hab noch nen’ Pfandbong und nen’ 5er in meinem Portemonnaie“ (Aus „Zurück in der Gosse“)

Arm aber sexy, das war mal ein Ausspruch des ehemaligen Bürgermeisters zu Berlin, Klaus Wowereit. Dieser Slogan von 2003 besaß eine große Strahlkraft hinsichtlich des Berlins des neuen Jahrtausends, war aber letztlich bloß Stadtmarketing. Stadtmarketing, das dir durch die Hintertür vermitteln wollte: Der Sozialstaat befindet sich im Rückbau, Du bist auf dich selbst gestellt, die Ära von Hartz4 beginnt - aber hey, dafür nennt dich die SPD immerhin sexy. Ziemlich gruselig.

Da machen sich The toten Crackhuren im Kofferraum den Soundtrack zum geilen Leben in prekären Verhältnissen lieber selbst. Die Doppelsingle „Zurück in der Gosse / Living the Dream“ist eine Liebeserklärung ans eigene Milieu und was daraus erwachsen kann – auch ohne geerbte Wohnungen und einem kleinen Aktienportfolio (Festgeld gibt ja kaum noch Zinsen!).

Songwriterin Luise Fuckface a.k.a. Lulu lebt selbst in der Platte in Ost-Berlin. Die Prekariats-Lyrik ihrer Band (außer ihr noch Doreen, Kristin, Ilay) ist keine schicke Bürgerkinder-Kolportage, sondern findet sich beheimatet auf 28 Quadratmetern im 7. Stock. Beinah wäre das neue, das vierte Album der Crackhuren nach dem Plattenbau benannt worden, die Wahl fiel dann aber doch auf „Gefühle“. Passt auch.

Auf „Zurück in der Gosse“ scheinen Dich manche Keyboard-Passagen in die Achtziger zu schieben, man ist fast versucht, mal „Part Time Lover“ von Stevie Wonder drüber zu singen (klappt nicht wirklich), oder ist es doch eher, als würde Billie Eilish verhaltensauffälligen Melodicore machen? Genauso gut könnte man an einen Alkopop-affinen Hybrid aus Zugezogen Maskulin und Megan Thee Stallion denken. Das Stück schlägt jedenfalls mit Gesang und Text die Brücke zum Hier und Jetzt, mit den ganz zentralen Zeilen: „Was bringt dir all die Kohle / wenn Du kein Herz und Rückgrat hast?“ „Living the Dream in Ost-Berlin” ist ähnlich atmosphärisch angelegt. Ein Stream of Consciousness beschreibt das Leben vor dem Fenster, es ist nicht alles schön, was es zu sehen gibt, die Story konstatiert dann aber auch wieder „alles geile Leude“. Leude mit d – gesprochen wie geschrieben. Was will dein Deutschlehrer dagegen machen? The TCHIK haben ihren eigenen Style, der musikalisch hier mitunter sogar etwas von Wave und frühen Cure („Three Imaginary Boys“) besitzt. Das hier ist dabei keine sentimentale Sozialromantik, sondern es ist viel eher sehr präzise Asozialromantik – und die haben die Crackhuren eben einfach besser drauf als jeder andere.


gefühle
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  • Album: Gefühle
  • Label:Bakraufarfita Records
  • Vertrieb:Broken Silence
  • EAN: 4250137257310
  • VÖ: 30.10.2020

„Gefühle“ macht das Leben im Plattenbau beautiful again, empowert das Verkacken, erzählt von Panikattacken und verweist Männer auf ihren Platz(Hobelbank).

Nichts gegen Katzengold, Kaugummiautoamten-Grillz, Strass-Steine auf der Beißschiene... aber was soll darüber hinaus das Anbeten von teurem Bling-Bling in der prekären Popszene? Den Crackhuren ist das jedenfalls zu blöd. Sie werten lieber die eigene Realität auf, singen mit Lower-Class-Bewusstsein und ehrlicher Freude: „Ich bin zurück in der Gosse“. [...] Bereits die erste Single „Bewerte mich“ ist ein ätzendes Mimikry aus Sätzen, die jede Frau so oder ähnlich über ihren Körper schon mal gehört haben dürfte, beiläufig, fahrlässig oder auch ganz bewusst gesagt. Aus dieser Geisterbahn so einen Hit zu zimmern, das muss man auch erstmal hinkriegen. Die Beats, als wären noch mal Marusha und die 90er, helfen auf jeden Fall.

In dem Stück „Bau mir nen Schrank“ pervertieren The TCHIK dieses allgegenwärtige Bodyshaming-Ding dann so richtig: Wie würde es klingen, wenn man Männer auf Aussehen und handwerkliche Fähigkeiten reduziert? Nun, für viele erstmal ganz schön düster. So klingt Wohlfühl-Feminismus next level. Oder anders gesagt: „Ich hab gesagt, Du hältst die Fresse / wenn ich Springreiten guck‘“. Musikalisch könnte das alles nicht vielschichtiger sein, jeder Song hat seinen eigenen Sound. Und der reicht von Pop, Trap, Electro, Gitarre bis zum NDW-Schlager. Dazu kommen noch handverlesene Gäste wie Taby Pilgrim, Blond, Babsi Tollwut, Archi Alert (Terrorgruppe) und Annette Benjamin (Hans-A-Plast). Wir sehen uns „Zurück in der Gosse“ – und mit jenen Pussycat Dolls auf Tabak, Zucker und Hartz klingt das einfach nur wie eine Verheißung.


Live: "Gefühlefühlefühle" (Wolfgangpetristyle) - Tour '22 landstreicher-booking.de/artists/the-t-c-h-i-k Tickets & Albumvorbestellung "Gefühle": https://shop.krasserstoff.com/crackhuren


"Gefühlefühlefühle - Tour '22"

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