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Lutherstadt Wittenberg

Wittenberg, seit 1938 amtlich Lutherstadt Wittenberg, ist eine Stadt im östlichen Teil des deutschen Bundeslandes Sachsen-Anhalt und Sitz des Landkreises Wittenberg. Sie liegt an der Elbe zwischen Dessau-Roßlau im Westen, dem Fläming im Norden, der Dübener Heide im Süden und der Elbe-Elster-Region im Osten, knapp 100 Kilometer südwestlich von Berlin und etwa 70 Kilometer nordöstlich von Leipzig.


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Geschichte

Herausragende Bedeutung erlangte Wittenberg als eines der wichtigsten deutschen Zentren politischer, kulturgeschichtlicher und künstlerischer Bestrebungen im 16. Jahrhundert. Die weltberühmten Reformationsstätten in der Altstadt und in verschiedenen Epochen entstandene Gebäude zählen zu den bedeutendsten Stätten der deutschen Geschichte. Die Wirkungsstätten Martin Luthers, Philipp Melanchthons und Lucas Cranach des Älteren werden bereits seit Jahrhunderten von internationalen Gästen aufgesucht.

Wittenberg war Hauptstadt des sächsischen Kurkreises und herzogliche und kurfürstliche Residenz von Sachsen-Wittenberg. Später wurde die Stadt zum Zentrum der chemischen Industrie und ein wichtiger Eisenbahnknotenpunkt an den Strecken Berlin Leipzig und Magdeburg Dresden. Mit der Stadtkirche, der Schlosskirche Allerheiligen, dem Lutherhaus und dem Melanchthonhaus sowie dem benachbarten Dessau-Wörlitzer Gartenreich bildet Wittenberg mit seiner Umgebung die Region mit der dichtesten Ansiedlung von UNESCO-Welterbestätten der Erde.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

Lutherhaus

Augusteum und Lutherhaus

Der repräsentative Schaufassadenbau Augusteum ist einst ein Erweiterungsbau der Universität Wittenberg Leucorea gewesen. Er beherbergt heute das evangelische Predigerseminar und dessen Bibliothek. Im Innenhof des Augusteums befindet sich das einstige Wohnhaus Martin Luthers. Heute befindet sich in dem Gebäude das reformationsgeschichtliche Museum mit seinen Sammlungen von Bildern, Schriften und zeitgenössischen Exponaten der Reformationszeit. Bei der Renovierung des Lutherhauses ging dessen mittelalterlicher Charme teilweise verloren.

Melanchthonhaus

Der die selbstbewusste Modernität der Renaissance ausdrückende Baustil des Melanchthonhauses in der Collegienstraße ist eine architektonische Sehenswürdigkeit. In diesem Haus lebte und starb der Reformator Philipp Melanchthon. In ihm befindet sich eine Ausstellung.

Universität 'Leucorea' Wittenberg

Die 1502 gegründete Universität Leucorea in der Collegienstraße war und ist nicht nur Lehreinrichtung. In ihr wirkten beispielsweise die berühmten Persönlichkeiten der Reformation Martin Luther und Philipp Melanchthon. In der traditionsreichen Geschichte der Universität fanden Innovationen statt, die sich nicht nur auf Deutschland, sondern auch auf große Teile der Welt auswirkten.

Hamlethaus

Das architektonisch reizvolle Hamlethaus in der Collegienstraße bindet sich in das Ensemble der Stadt ein.

Stadtkirche

Die Stadt- und Pfarrkirche St. Marien ist die Mutterkirche der Reformation. In ihr wurde 1521 die erste evangelische Messe durch Justus Jonas den Älteren und Andreas Bodenstein von Karlstadt abgehalten. Als Predigtkirche Martin Luthers war sie seit der Reformation Amtskirche der Generalsuperintendenten des sächsischen Kurkreises. Nach dem Wiener Kongress wurde sie Amtssitz der Wittenberger Superintendenten. Die künstlerische Ausstattung ist gut erhalten und umfasst unter anderem Werke von Lucas Cranach dem Älteren und Lucas Cranach dem Jüngeren. Epitaphe an den Innen- und Außenwänden weisen auf das Wirken vieler bedeutender Persönlichkeiten hin. Die Friedhofskapelle zum heiligen Leichnam steht südlich neben der Stadtkirche und gehörte einst zum ummauerten Friedhofsbereich der Kirche.

Bugenhagenhaus

Das Bugenhagenhaus neben der Stadtkirche ist das älteste evangelische Pfarrhaus der Welt und gehört zu den bedeutsamsten Gedenkstätten der Reformation. Bis 1997 war es seit der Reformation ununterbrochen Wohn- und Wirkungsstätte der Wittenberger Superintendenten. Als erster Pfarrer lebte hier Johannes Bugenhagen bis zu seinem Tod 1558. Zwischen 2004 und 2007 wurde das Gebäude grundlegend saniert und dient heute als Geistliches Gemeinde- und Begegnungszentrum.


Altes Rathaus

Stadthaus

Das Stadthaus am Arsenalplatz geht in seiner Baugeschichte auf das 13. Jahrhundert zurück und enthält in seinen Umfassungsmauern bedeutende Reste mittelalterlicher Bausubstanz der ehemaligen Klosterkirche der Franziskaner, die ihrerseits als Grablege der Askanier genutzt wurde. Bereits 1536 wurde das Gebäude durch Conrad Theiß zu einem Kornspeicher umgebaut und durch das Einziehen mehrerer Ebenen stark überformt. Die mittelalterlichen Fenster wurden hierbei zugesetzt und Schüttöffnungen eingebaut. Im Siebenjährigen Krieg wurde das Gebäude schwer beschädigt und mit niedrigerer Gebäudehöhe wiedererrichtet. Mehrfache Bautätigkeiten der Folgezeit haben das Erscheinungsbild des Gebäudes stark verändert. So wurde Ende des 19. Jahrhunderts ein Geschoss aufgestockt, und an der Südseite wurden große Fensteröffnungen eingebrochen. Zwischen 1945 und 1992 war der Arsenalplatz mit dem Stadthaus durch die Rote Armee besetzt und daher nicht zugänglich.

Rathaus und Marktplatz

Im Zentrum der Altstadt befindet sich der großzügig bemessene Marktplatz, an dem über Jahrhunderte ein harmonisches Bauensemble von Bürgerhäusern gewachsen ist. Auf ihm befinden sich das Renaissancerathaus, die Denkmäler Martin Luthers (Entwurf von Schadow) und Philipp Melanchthons (von Drake) sowie der Marktbrunnen.

Cranachhöfe

Die Cranachhöfe belegen das Wirken von Lucas Cranach d.Ä, Lucas Cranach d.J., Hans Cranachs, Augustin Cranachs und Lucas Cranach III. in Wittenberg. Das Gebäude am Markt 4 und die Apotheke mit Hof an der Schlossstraße 1 zeigen Berührungspunkte zu der Persönlichkeit Lucas Cranachs und seiner Nachkommen.
Die Druckerstube im Cranachhof hatte Lucas Cranach der Ältere in der einst berühmten Druckerstadt Wittenberg als eigene Druckerei eingerichtet. In dieser wurden unter anderem die 95 Thesen, der erste Teil der Lutherbibel, Luthers Tischreden und zahlreiche Holzschnitte gedruckt. Nach der Rekonstruktion der Cranachhöfe richtete man in der Schlossstrasse wieder eine historische Druckstube ein, in der heute im Buchhochdruckverfahren Texte (z. B. Luthers Tischreden) und Illustrationen (im Linolschnitt) als Privatdrucksachen hergestellt werden. Zu Schauveranstaltungen wird auf der historischen Gutenberg-Presse im Cranachhof Markt 4 vorgeführt, wie einst zur Zeit des Mittelalters gedruckt wurde.


Marktplatz

Schloss und Schlosskirche

Einer der Hauptanziehungspunkte der Stadt ist das Wittenberger Schloss mit der Schlosskirche, die vor allem in Verbindung mit dem mutigen Angriff auf die Ablasspraxis der römisch-katholischen Kirche im 16. Jahrhundert durch die Veröffentlichung der 95 Thesen Martin Luthers steht. Nach den Zerstörungen der Kirche und des Schlosses in den Jahren 1760 und 1814 wurde das Schloss als Bestandteil der Verteidigungsanlagen als Kaserne genutzt. Die Schlosskirche wurde 1883 bis 1892 umgestaltet. Nach den Absichten der Bauherren sollte die weltgeschichtliche Bedeutung der Schlosskirche zum Ausdruck gebracht werden. Im Sinne der Zeit des Historismus wurde die Aussage auf die Vorläufer und Träger der Reformation bezogen und damit eine Reformationsgedenkstätte geschaffen.

Hundertwasserschule

Das Luther-Melanchthon-Gymnasium in der Schillerstraße ist nach Entwürfen des österreichischen Künstlers Friedensreich Hundertwasser umgestaltet worden, wobei aus der Standardtypplattenbauschule Erfurt II die Hundertwasserschule wurde. In der verspielten, ungewöhnlichen und zugleich anregenden Bildungsstätte, die gleichzeitig Europaschule ist, setzen sich die Schüler mit ökologischen Zusammenhängen auseinander und entfalten ihre künstlerische Kreativität. Als Besonderheiten der Schule gelten die Sternwarte, der Zwiebelturm, der Toleranz gegenüber anderen Religionen und Menschen symbolisiert, und die Fruchtkapsel, ein der Natur gewidmeter Turm. Die Dachterrassen, die aus Fenstern herausragenden Bäume (Baummieter) und die mit farbenfrohen Säulen gestaltete Aula sind weitere Elemente der Schule.
Hundertwasser hat den Umbau von seinem Wohnsitz in Neuseeland aus über sein Architekturbüro gesteuert. Zur Einweihung war er nicht anwesend; kurz darauf verstarb er. Sein einziges Projekt des Umbaus einer vorhandenen Architektur hat er selbst nie gesehen.

Unsere kleine Slide Show zur Lutherstadt

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Weitere Sehenswürdigkeiten


Altstadt

Die Luthereiche steht am südlichen Ende der Lutherstraße, dort, wo Martin Luther 1520 die Bannbulle des Papstes verbrannte und damit seine Trennung von der römisch-katholischen Kirche vollzog.

Das Röhrwasser; Im 16. Jahrhundert wurde durch das stetige Anwachsen der Bevölkerung der Stadt Wittenberg eine Versorgung mit frischem und klarem Wasser immer notwendiger. Die vorhandenen Brunnen und Bäche genügten nicht mehr, da sie zunehmend mit Unrat verschmutzt wurden. Durch das Röhrwasser änderte sich dies. Den Bürgern stand mit dem Röhrwasseranschluss Tag und Nacht, Sommer wie Winter frisches Quellwasser zur Verfügung. Erst 1883 verlor das Röhrwasser durch die zentrale Wasserversorgung an Bedeutung. Heute ist das Wittenberger Röhrwasser mit seinen noch ca. 20 vorhandenen Brunnen das einzige noch funktionierende Röhrwasserleitungssystem aus dem Mittelalter nördlich der Alpen und somit ein technisches Baudenkmal. Seit 2002 sind Teile der die Stadt durchfließenden Bäche geöffnet.

Der Luthergarten ist eine Parkanlage mit 270 Bäumen aus aller Welt nahe dem Schloss.
Die Katholische Kirche Unbefleckte Empfängnis in der Mauerstraße wurde 1872 von Bischof Konrad Martin konsekriert. Die Kirche wurde in den Jahren 1999/2000 renoviert.
Der Alte Bahnhof von 1841 ist eines der ältesten Bahnhofsgebäude Deutschlands. Das Gebäude wurde nach dem Jahr 2000 gesichert. Es ist aber nicht zu besichtigen. Es liegt an der Straße Am alten Bahnhof.
Die Christuskirche ist als weitere Kirche 1907/1908 in der Vorstadt Kleinwittenberg in historisierenden Formen entstanden.

Weitere Infos:

 



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