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G.I. Gurdjieff

Die uralte chinesische Philosophie geht davon aus, dass ein allumfasendes Feld, das alle bisherigen Erfahrungen und Gedanken der Menschheit umfaßt existiert. Dieses ist auch als Akasha-Chronik oder - modern ausgedrückt - als Morphogenetisches Feld bekannt. Über das Unterbewußtsein des Menschen können bestimmte Inhalte dieses Feldes abgerufen und sozusagen decodiert werden. Dies geschieht im I Ging durch die Grafiken der Hexagramme.

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Georges I. Gurdjieff, Transkription Georgi Iwanowitsch Gjurdschijew, wiss. Transliteration Georgij Ivanovic Gjurdžiev; vermutlich * 1866[1] in Alexandropol - † 29. Oktober 1949 in Paris) war ein griechisch-armenischer Esoteriker, Autor, Choreograph und Komponist, der zunächst in Russland und später in Frankreich wirkte. Bekannt wurde er als Lehrer des Vierten Weges und Begründer einer weltweiten und verzweigten Anhängerschaft.
Seine Bedeutung ist umstritten und seine Lehre heutzutage oft entstellt. Dennoch ist sein Einfluss selbst bis in moderne psychotherapeutische Verfahren hinein erkennbar, wie z. B. im Gebrauch des Enneagramms.

Gurdjieff kam im griechischen Viertel der damals zum zaristischen Russland gehörigen Stadt Alexandropol (heute Gjumri, Armenien) zur Welt. Die in den von ihm verwendeten Pässen aufgeführten Geburtsdaten sind widersprüchlich und reichen vom 1. Januar 1864 bis zum 28. Dezember 1877.

1883 zog Gurdjieff nach Tiflis. Auf der Suche nach Orten verborgener esoterischer Traditionen, deren Spuren er seit seiner frühen Jugend begegnet war, begab er sich bald darauf auf Reisen durch Zentralasien, Nordafrika und Europa, die Jahrzehnte andauern sollten. In seinem teils autobiographischen, teils wohl allegorischen Werk Begegnungen mit bemerkenswerten Menschen beschreibt er die Erfahrungen, die er und eine Gruppe Gleichgesinnter, die „Sucher der Wahrheit“, dabei machten.

1908 ließ er sich in Taschkent nieder, wo er begann, in der Öffentlichkeit zu wirken. Ab 1912 leitete er in Moskau und Sankt Petersburg Studiengruppen, deren Teilnehmer ein umfangreiches esoterisches Wissen in täglichen Übungen anwenden sollten, um so zu einer „voll- und eigenständigen Entwicklung ihres menschlichen Potenzials“ zu gelangen. 1915 stieß sein bekanntester Schüler P. D. Ouspensky zu ihm, der bald darauf als Erster über Gurdjieffs System zu publizieren begann.

Die Wirren der Oktoberrevolution zwangen Gurdjieff und seine Studenten dann zu einer langen Odyssee über den Kaukasus nach Tiflis, wo er im September 1919 ein erstes Institut eröffnete. Aufgrund der zunehmend instabilen Situation auch in Tiflis hatte dieses jedoch nur etwa sieben Monate Bestand, und eine inzwischen deutlich verkleinerte Gruppe folgte Gurdjieff 1920 weiter bis Konstantinopel.

Im Dezember 1920 erhielt Gurdjieff eine Einladung von Emile Jaques-Dalcroze, sich in der Gartenstadt Hellerau bei Dresden niederzulassen, wo Jaques-Dalcroze eine Bildungsanstalt für Rhythmische Gymnastik betrieb. Er nahm das Angebot an und machte sich 1921 auf den Weg nach Westeuropa. Er fuhr mit einer kleinen Gruppe Vertrauter per Eisenbahn nach Berlin und ließ sich dort Ende August zunächst im heutigen Ortsteil Schmargendorf nieder. Im November des gleichen Jahres hielt er erste Lesungen in Berlin. Allerdings scheiterte das Vorhaben, sein Institut in Hellerau zu eröffnen, nach langwierigen Verhandlungen endgültig mit einer Zivilklage, die Gurdjieff im Juni 1922 verlor.

Nach weiteren kurzen Stationen in London und Südengland ging er schließlich nach Frankreich und eröffnete am 1. Oktober 1922 das Institut für die harmonische Entwicklung des Menschen im Schloss Prieuré in Fontainebleau bei Paris. Dort zog er schnell eine weitere, illustre Schülerschaft internationaler Künstler und Intellektueller an (darunter Frank Lloyd Wright, Katherine Mansfield, und Alfred Richard Orage) und lehrte, unter anderem, seine ‚Heiligen Tänze‘ oder ‚Movements‘. Zu gewissen Anlässen in der Prieuré, 1923 im Théâtre des Champs-Elysées in Paris sowie bei einer ersten Reise nach Amerika im Frühjahr 1924 ließ er diese auch öffentlich aufführen (bis 1939 folgten zunächst 7 weitere Amerika-Reisen, eine letzte dann im Winter 1948/1949).

Georges I. Gurdjieff starb, nachdem er wenige Tage zuvor mitten im Movement-Unterricht einen Zusammenbruch erlitt, am 29. Oktober 1949 im amerikanischen Krankenhaus von Neuilly. Sein Leichnam wurde nach einer russisch-orthodoxen Begräbniszeremonie auf dem Friedhof von Avon beigesetzt.

Werk

Ausgehend von seiner fundamentalen Kritik am modernen Menschen und dessen fragmentiertem Ich und unterentwickeltem Sein, präsentierte Gurdjieff ein System für eine ganzheitliche menschliche Entwicklung, das er selbst auch „esoterisches Christentum“ nannte: „We can only strive to be able to be Christians“.

Ihm zufolge kann der Mensch sich der göttlichen Wahrheit bzw. einem bewussten Sein nur nähern, wenn alle Teile oder „Zentren“, die laut Gurdjieff den Menschen ausmachen, harmonisch entwickelt und integriert werden: das Denken, das Fühlen und die Bewegungen des Körpers.
Ein wesentliches Symbol für diesen transformatorischen Prozess wurde von Gurdjieff im Enneagramm dargestellt, das seither auch Einzug und mehr oder weniger willkürlichen Gebrauch im weiten Spektrum des sogenannten New Age fand.

Gurdjieff spricht von einem Vierten Weg als Synthese und Weiterentwicklung der drei traditionellen Wege zur Evolution des Denkens (Yogi), des Fühlens (Mönch) und des Körpers (Fakir). Demnach verläuft der Vierte Weg im täglichen Leben - nicht etwa hinter Klostermauern oder im fernen Himalaya - und in 3 idealerweise synchronen Linien unter der Führung eines erfahrenen Lehrers:

  • der bewussten Auseinandersetzung mit (oder Arbeit an) sich selbst
  • der gemeinsamen Arbeit und des bewussten Austausches mit Gleichgesinnten
  • der Arbeit für die Schule bzw. die Lehre

Wesentliche Elemente dieser Arbeit sind:

  • die beständige Übung einer besonderen, inneren Achtsamkeit (Sich seiner selbst erinnern)
  • die Nicht-Identifikation, z. B. mit Vorlieben und Abneigungen (Bewusstes Leiden)
  • das praktische Studium und die Verifikation (also die ganzheitliche Erfahrung) universaler Gesetzmäßigkeiten, wie sie im Enneagramm und im sogenannten Schöpfungsstrahl von Gurdjieff dargestellt wurden