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Pflanzen - Kräuter


Die gebräuchlichsten Heilkräuter in unserer Gegend      -      Persönliche Pflanze und Mineral herausfinden      -      Mineralien und Edelsteine

Anwendung, Zuordnung und Beschreibung der 22 Heilpflanzen

Eine Heilpflanze (oder Drogenpflanze, Giftpflanze, Arzneipflanze und Heilkraut) ist eine Pflanze, die in der Pflanzenheilkunde wegen ihres Gehalts an Wirkstoffen zu Heilzwecken oder zur Linderung von Krankheiten verwendet werden kann. Sie werden als Rohstoffe für Phytopharmaka in unterschiedlichen Formen, aber auch für Teezubereitungen, Badezusätze und Kosmetika verwendet.

In der Heilpflanzenkunde (Phytopharmakognosie) unterscheidet man folgende Begriffe:

  • eine Heilpflanze ist eine Pflanze, die für medizinische Zwecke verwendet werden kann
  • eine Pflanzliche Droge ist eine Arznei aus rohen oder zubereiteten Pflanzenteilen
  • ein Phytopharmakon ist ein Arzneimittel, das aus einer Heilpflanze gewonnen wird
  • ein Phytogener Arzneistoff ist ein Stoff als medizinisch wirksame Substanz einer Heilpflanze
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Heilpflanze ist dabei ein relativer Begriff, der nur nach der Verwendung, ungeachtet der botanischen Zugehörigkeit oder der Wuchsform, verwendet wird. Jede Pflanze, für die der pharmazeutischen Biologie eine entsprechende Anwendung als Medikament bekannt ist, kann als Heilpflanze bezeichnet werden. Dabei kann es sich bei Drogen aus Heilpflanzen auch um deren Teile frisch oder getrocknet, in Form von Extrakten (mit Lösungsmittel), Dekokten (durch Kochen), Mazerationen (durch Kaltauszug) usw. handeln. Heilpflanzen sind im ursprünglichen Sinne Drogenpflanzen.

„Alle Dinge sind Gift und nichts ohne Gift; allein die Dosis macht, dass ein Ding kein Gift ist.„ - (Paracelsus)
Manche Pflanzen, die ursprünglich wichtige Heilkräuter waren, werden heute zu den Genussmitteln (etwa Tee, Kaffee oder Tabak), als Gewürzkräuter zu den Küchenkräutern (Pfeffer, Zimt, Basilikum, u.?v.?a.) gezählt oder schlicht als Nahrungsmittel (Apfel, Zitrusfrüchte) verwendet.

Wirkung

  • Aus dem Roten Fingerhut (Digitalis purpurea) werden Herzglycoside gewonnen
  • Echtes Johanniskraut (Hypericum perforatum) wird als leichtes bis mittelstarkes Antidepressivum verwendet
  • Echter Beinwell (Symphytum officinale) wurde, wie der Name andeutet, früher unter anderem bei Knochenbrüchen angewendet
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Eine ganze Reihe von wirksamen Medikamenten stammen aus Pflanzen oder wurden aus pflanzlichen Stoffen weiterentwickelt. Diese genau untersuchten und als reiner Stoff dargestellten Pflanzeninhaltsstoffe werden von der Medizin benutzt, da ihre medizinische Wirksamkeit nachgewiesen ist. Das Pflanzenreich besitzt extrem starke Gifte, die in entsprechenden Verdünnungen und teilweise als chemisch veredelte Stoffe insbesondere bei Herzbeschwerden und als Narkotika in der evidenzbasierten Medizin Verwendung finden. Beispiele sind der Rote Fingerhut mit seinen Herzglykosiden sowie der Schlafmohn beziehungsweise dessen Opiate. Zu großen Teilen werden Pflanzen auch als unterstützende Therapeutika eingesetzt.

Heilpflanzen enthalten zumeist eine Vielzahl von Stoffen, die unterschiedliche, auch entgegengesetzte, Effekte haben können. So kann ein und dieselbe Pflanze durchaus sowohl krebsvorbeugende als auch kanzerogene chemische Verbindungen produzieren.Ein weiterer Nachteil gegenüber synthetisch hergestellten Medikamenten ist, dass der Wirkstoffgehalt aufgrund klimatischer, regionaler und verarbeitungsbedingter Umstände schwer zu standardisieren ist. So gibt es mitunter zwischen verschiedenen Herstellern und auch einzelnen Chargen eines Produktes starke Schwankungen in Dosis und Galenik. Drogen, die in Apotheken erhältlich sind, müssen allerdings den strengen Bestimmungen des jeweiligen staatlichen Arzneibuches (z. B. Deutsches Arzneibuch) entsprechen. Ihr Gehalt an Wirkstoffen ist also sichergestellt.

Einige traditionelle Heilpflanzen sind z. B. wegen erkannter schwerer Nebenwirkungen aus dem Arzneibuch gestrichen worden. Viele sind wirkungslos, andere wirken, sind aber durch besser wirksame synthetische Medikamente überholt. Teilweise kann bei individueller Unverträglichkeit des synthetischen Medikaments auf die pflanzliche Variante zurückgegriffen werden. Bei vielen Heilpflanzen ist die Wirksamkeit noch nicht untersucht, weil kein kommerzielles Interesse besteht bzw. von Staat und/oder Pharmaunternehmen keine entsprechenden Forschunggelder bereitgestellt werden.

Die gebräuchlichsten Heilkräuter in unserer Gegend

Nachstehend aufgeführte Kräuter haben bereits bei den alten germanischen Druiden ihre Anwendung gefunden. So verundert es auch nicht, daß jede dieser Pflanzen eine Rune zugeordnet ist. Jede Rune repräsentiert eine besondere Kraft, die auch in diesen Pflanzen zum Ausdruck gebracht wird.
Sie finden hier zu jeder Pflanze die wichtigsten Infos und Anwendungen.


 

Beispiele für Heilpflanzen

Die Beispiele sind sortiert nach den jeweils wirksamen Pflanzenteilen. Die jeweilige Bezeichnung eines Heilmittels wird aus dem botanischen Namen des verwendeten Pflanzenteils und dem botanischen Namen der jeweils verwendeten Pflanzenarte zusammengesetzt.

  • Cortex (Rinde)


    Chinarinde (Cortex chinae), Eichenrinde (Quercus cortex), Faulbaumrinde (Cortex frangulae), Seifenrinde (Cortex quillaiae), Weidenrinde (Salicis cortex), Zimtrinde (Cortex Cinnamomi)
  • Flos (Blüte)


    Lindenblüte (Flos tiliae), Kamillenblüte (Matricariae flos, Flos chamomillae), Heublumen, Grasblüten (Graminis flos), Holunderblüte (Flores sambuci)
  • Folium (Blätter)


    Erdbeerblatt (Folium fragariae), Spitzwegerich (Folium plantaginis), Salbeiblatt (Folium salviae)
  • Fructus (Früchte)


    Kümmel (Fructus carvi), Fenchel (Fructus foeniculi), Hagebutte (Fructus cynosbati), Wacholderbeere (Fructus juniperi)
  • Herba (Kraut)


    Brennnessel (Herba urticae), Tausendgüldenkraut (Herba centauri), Wermut (Herba absinthii), Zinnkraut (Schachtelhalm) (Herba equiseti)
  • Radix (Wurzel)


    Baldrianwurzel (Radix valerianae), Gelber Enzian (Radix Gentianae), Ginseng (Ginseng radix)
  • Rhizoma (Wurzelstock)


    Ingwer (Zingiberis rhizoma), Nieswurz (Hellebori rhizoma), Veilchenwurzel, ungeschält (Iridis cum cortice rhizoma)
  • Semen (Samen)


    Kürbiskern (Cucurbitae semen), Leinsamen (Semen lini), Muskatnuss (Myristicae semen)

Daneben existieren noch zahlreich andere Begriffe, wie Stramentum (Stroh), Balsamum (Balsam) usw.. Die pharmazeutischen Bezeichnungen sind pflanzenmorphologisch gesehen manchmal etwas unpräzise, etwa Wurzelstock für Rhizom, oder bei der Hagebutte, wo Fructus die Sammelfrucht (die rote Beere) bezeichnet, und Semen die eigentliche Frucht (den Kern)

Bekannte Arzneistoffe aus Heilpflanzen

trockenkraut

Zahlreiche Arzneistoffe werden auch heute direkt aus Pflanzen hergestellt oder zumindest naturident (mit gleicher chemischer Struktur wie der in Pflanzen vorliegende Wirksstoff) synthetisiert. Teilweise sind dies hochwirksame oder in der nichtmedizinischen Anwendung hochgiftige Substanzen. Zu den Pflanzeninhaltsstoffen, die als isolierte Einzelsubstanz eingesetzt werden, gehören beispielsweise Colchicin, Paclitaxel und Morphin.

  • Acetylsalicylsäure (Aspirin®) zur Gerinnungshemmung (ohne Gegenmittel von besonderem Risiko vor Operationen), ursprünglich aus Weidenbaumrinde (Cortex salicis) bzw. Echtes Mädesüß (Flores spiraeae, Flos reginae prati)
  • Herzglykoside, etwa Digitalis aus verschiedenen Fingerhüten (Digitalis purpureae/lanatae folium) oder ähnliche Glykosoide aus dem Maiglöckchen und verwandten Arten (Flores/Herba/Radix convallariae)
  • Atropin, z.?B. aus Tollkirsche (Belladonna folii/fructae) als Antidot (Gegengift) bei Fliegenpilzvergiftung und anderen Anwendungen
  • Pyrethrum, ein Insektizid (z. B. gegen Kopfläuse) aus Chrysanthemen der Gattung Tanacetum (Pyrethri flores, syn. Flores chrysanthemi, Flores tanaceti)