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Spielplan für Dezember 2019

Hinweis zur geplanten Premiere von "Pussy" Regieteam und Theaterleitung sind übereingekommen, dass die Premiere von "Pussy" von Stephanie van Batum aus künstlerischen Gründen nicht wie geplant am 14. November 2019 im Neuen Haus stattfinden kann. Das Projekt wird auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Am 22. November zeigen wir stattdessen Bertolt Brechts "Der Lebenslauf des Boxers Samson-Körner" im Neuen Haus.  Am 29./30. November sowie am 1./30./31. Dezember zeigen wir "Die Antigone des Sophokles" von Brecht. Am 20. Dezember zeigen wir außerdem Roddy Doyles Stück "Die Frau, die gegen Türen rannte". Die "Pussy" Vorstellung am 21. Dezember entfällt ersatzlos. Bereits gekaufte Karten behalten ihre Gültigkeit für die Ersatzvorstellungen.     Dies ist ein Abend für die Bros, die Diggas, die Kerle, die Homies, die alten, weißen Männer, die Dudes, die Jungs, die Kumpels und die Mannsbilder. Willkommen in der Man Cave! Hier könnt ihr endlich wieder alles sagen und euren Mann stehen. Taucht ein in ein warmes Blubberbad purer Männlichkeit. Aber vor allem: Seid keine Pussy! Onlineforen wie 4chan und Reddit sind zum Spielplatz rechter Kulturkämpfe geworden. Trollige Netzmännerbünde, Alt-Right-Unterstützer und so genannte Männerrechtler postulieren von der Allmacht der Filterblasen und Algorithmen berauscht: Make masculinity great again! Auch in der analogen Welt greift eine verstärkte Sehnsucht nach tradierten Geschlechterbildern und potenter Männlichkeit um sich, die mit dem ganzen "Gender-Gaga“ aufräumen soll. Stephanie van Batum inszeniert einen toxischen Trip in digitale und analoge Männerphantasien, die im Zeichen des politischen Backlash stehen. Auf einer assoziativen Folie von Disneys Klassiker "Alice im Wunderland" und mit der heilenden Kraft des Humors ausgestattet schickt sie einen männlichen Protagonisten in düstere, groteske und tragikomische Männerwelten, die ihre schlimmsten Ängste im Vorwurf eine "Pussy“ zu sein erfüllt sehen.


Kategorie: Schauspiel

Was vor 2500 Jahren begann, hat immer noch kein Ende in Sicht: Bis heute hat die "Antigone" des Sophokles in unzähligen Übersetzungen, Inszenierungen und Bearbeitungen eine steile Karriere hingelegt und ließ Generationen von Leserinnen und Lesern über deren düstere Handlung rätseln. Die Erzählung von zwei Brüdern, die im Krieg fallen und denen ungleiche Bestattung zuteilwird, von deren beiden Schwestern, die über die ungleiche Behandlung der Brüder in Streit geraten, und über die eine Schwester Antigone, die sich mit dem Staat überwirft, um dem geschmähten Bruder Gerechtigkeit zu verschaffen, faszinierte die unterschiedlichsten Menschen. Als ein Modell, um die Gesellschaft und ihre geschriebenen wie ungeschriebenen Gesetze zu verstehen und gleichzeitig zu hinterfragen, inspirierte der Stoff durch die Zeiten hinweg. So auch Bertolt Brecht. 1947 frisch aus dem amerikanischen Exil zurückgekehrt, legte er eine Antigone-Bearbeitung vor und brachte diese im Schweizer Chur selbst zur Uraufführung. Brecht diente der antike Stoff als Parabel über die Verantwortung des Individuums im Angesicht großen Unrechts und als eine Analyse von staatlicher Willkür, Widerstand und Gewalt. Der NS-Terror, Auschwitz und Stalingrad standen ihm mahnend im Hintergrund. Wir wollen mit Brechts Text fragen: Woran glauben wir so sehr, dass wir bestehende Gesetze brechen wollen und müssen? Welche Gesetze und Systeme kann man heute überhaupt noch verletzten in dieser vermeintlich grenzenlosen und verfügbaren Welt? Wie hoch ist der Preis für Freiheit? Und woher eigentlich kommt unser langanhaltendes Bedürfnis nach Heldinnen und Helden?


Kategorie: Schauspiel

Die Lausbubengeschichten von Max und Moritz waren nicht immer unumstritten: In einigen Regionen wurden sie nach Erscheinen für Jugendliche unter 18 Jahren verboten. Der Grund liegt auf der Hand: Beleidigungen, mehrfache Sachbeschädigungen, Diebstahl, Hausfriedensbruch, Tierquälerei und schwere Körperverletzung – diese Straftatbestände müssen Max und Moritz vorgehalten werden. Antú Romero Nunes wird diesen bösen Ur-Comic nun in seine  Theatersprache übersetzen. Das Böse und die fehlende moralische Implikation interessieren ihn an dieser Erzählung genauso wie das, was man nicht auf den Bildern sieht und bislang nur ahnte ...


Kategorie: Schauspiel

Der Klassiker der deutschen Literaturkritik ist seit 2015 im Berliner Ensemble beheimatet. Im Großen Salon diskutieren die Literaturkritikerinnen und -kritiker Dorn, Weidermann und Westermann mit einem jeweils wechselnden Gast aus dem Kulturbetrieb literarische Neuerscheinungen. In knapp einer Stunde werden ästhetische Grabenkämpfe ausgetragen, Grenzlinien des Geschmacks gezogen und auch qualitative Zugeständnisse gemacht. Karten unter www.zdf.de


Kategorie:

Navid Kermani hat die öffentliche Rede zu einer Kunst gemacht – nicht nur mit seiner berühmten Rede im Bundestag zum Grundgesetz oder der Dankrede zum Friedenspreis in der Paulskirche. Immer wieder überraschte er seine Zuhörer*innen, klärte sie auf, stieß Debatten an, verstörte oder rührte zu Tränen. Das Buch versammelt Kermanis bedeutendste Reden der vergangenen zwanzig Jahre und bringt damit eine der ältesten Gattungen der Literatur zu neuer Geltung. MIT Navid Kermani MODERATION Karen Krüger ES LIEST Oliver Kraushaar


Kategorie: Lesung

Von einer autoritären Regierung in einer Hetzjagd gebrandmarkt, werden Menschen vor die grausame Wahl gestellt, ihre Glaubensfreiheit oder ihr Zuhause aufzugeben. Für die Familie Rott eine unmenschliche Zerreißprobe. Großvater und Sohn leben ihren Glauben im Verborgenen. Nun geht es auf einmal um nichts weniger als um die existenzielle Beziehung jedes Familienmitglieds zur Welt. Welche Bindung ist die (über-)lebenswichtigste: diejenige an Menschen, an Räume, an Dinge, an Werte oder Überzeugungen? Schönherrs Volkstück über die Vertreibung österreichischer Protestanten durch die Katholiken 1837 erinnert an die Gewalt, die Christen erfuhren – durch Christen mitten in Europa.


Kategorie: Schauspiel

Brand new: Starting in December the Berliner Ensembles holds INSIGHTS: PRACTICE-workshops in English. These 90-minute workshops provide a concrete approach to the content and aesthetic principles of the production in question. Theatre educational games and acting exercises will give you a practical access to theatre work. You will become actors for a short while, gain insights into the content and acting on stage and exchange your thoughts with us and among each other. The first workshop approaches Michael Thalheimer’s production of “Othello” by William Shakespeare.


Kategorie: Workshop

Der schwarze General Othello wird von den weißen Venezianern bewundert, solange er für sie siegt. Als er die reiche Desdemona heiratet, scheint sein Glück perfekt. Aber sein Fähnrich Jago sieht die Lücke, die der Teufel ließ. Er steigert die Sorge des Generals, dass er nur geduldet und nicht geliebt wird, ins Maßlose. Gegen die Wunden des alltäglichen Rassismus kann Desdemonas Liebe nichts ausrichten. Das Monster der Eifersucht erwacht und reißt alle in den Tod. Shakespeares Tragödie über den Fremden, der gebraucht und zugleich verachtet wird, trifft ins Herz aller Debatten über Diskriminierung. Solange die Stigmatisierung in den Strukturen reproduziert wird, sind die Verletzungen zu groß, als dass ein einzelner guter Mensch sie heilen könnte.


Kategorie: Schauspiel

In kühnen Sprüngen und Assoziationsketten beschreibt der leidenschaftliche Theatermann Alfred Kirchner ein Theaterleben, in dem Poetisches wie Profanes, Privates wie Politisches überraschende Symbiosen eingehen: Wie er sich weder von Wolfgang Wagner noch von Claus Peymann unterkriegen ließ, er vom BGH wegen Verunglimpfung verurteilt wurde, er das Schillertheater ruiniert haben soll und er vor Atombomben in New Mexico stand. MIT Alfred Kirchner, Martin Schwab


Kategorie: Gespräch

Längst vorbei ist das Leben in vererbtem Wohlstand, als sich Blanche bei ihrer Schwester Stella einquartiert. Diese lebt mit ihrem Mann, dem polnischen Einwanderer und Fabrikarbeiter Stanley auf engstem Raum in einem heruntergekommenen Viertel. Blanches Selbstbild kultureller Überlegenheit, die Attitüden ihrer besseren Herkunft wie auch ihre kapriziöse Verklärtheit, Intimitätssucht und Hilflosigkeit provozieren Stanleys Angriffslust bis zum Äußersten. In einer Welt, die den Traum vom individuell machbaren Erfolg unabhängig aller Umstände nachhaltig schürt, stört Blanche wider Willen als Zeugin eines unaufhaltsamen Verfalls. Dass dieser Traum längst geplatzt ist und man sich schon seit einiger Zeit in einer sozialen Sackgasse befindet, lassen beide nur für den jeweils andern gelten, den sie genau deswegen fürchten, hassen und bekriegen. Nach seiner Eröffnungsinszenierung mit Brechts "Kreidekreis" inszeniert Michael Thalheimer nun den Sturzflug zweier Menschen aus einer Gesellschaft ohne Haftung.   We regularly present performances of "A streetcar named desire" with English surtitles. You can find the dates here. Our box office staff will be happy to tell you from which seats you will have a good sight-line to the surtitles. For the best view of both stage and surtitles, we recommend seats in the stalls (Parkett) from row 11, or in the balconies (1. Rang, 2. Rang). Seats in the side boxes have a partially obstructed view.


Kategorie: Schauspiel

"Ich bin geboren worden. Ich bin in das Geburtenregister eingetragen worden. Ich bin älter geworden." Was so unschuldig beginnt, ändert sich plötzlich: "Ich bin verantwortlich geworden. Ich bin schuldig geworden." Ein Start in die Auseinandersetzung mit höheren und niedrigeren Ordnungsmächten. Handkes teils vergnügliche, teils bittere Sprachkritik entstand vor 50 Jahren im Kontext von sprechenden Titeln wie Hilferufe, Weissagung und, berühmterweise, Publikumsbeschimpfung. Spielerisch schickt Peter Handke seine*n Sprecher*in zur Beichte und nötigt ihm oder ihr eine Selbstbezichtigung ab, wie totalitäre Regime sie ihren Sünder*innen abnehmen. Damit zeigt er etwa die Nähe von Katholizismus und Kommunismus auf und diskutiert die bigotten gesellschaftlichen Schuldbegriffe, bis hin zum eigenen Medium: "Gegen welche Gesetze des Theaters habe ich mich vergangen?" Diese Beichte kann im Theater nur das Publikum abnehmen. Eine Produktion des Volkstheater Wien.


Kategorie: Schauspiel

Sie wollen einmal hinter die Kulissen des Berliner Ensembles schauen? Wir bieten regelmäßig öffentliche Führungen mit Werner Riemann an, der seit über 60 Jahren am Haus ist und von Bertolt Brecht und Helene Weigel persönlich eingestellt wurde. Die Führungen kosten 5 Euro pro Person, ermäßigt 3 Euro und können nur direkt über die Theaterkasse gebucht werden. THEATERKASSE IM BERLINER ENSEMBLE Bertolt-Brecht-Platz 1, 10117 Berlin Montag bis Samstag 10.00 bis 18.30 Uhr Telefon 030/284-08-155 Fax 030/284-08-115 E-Mail theaterkasse@berliner-ensemble.de


Kategorie: Führung

Längst vorbei ist das Leben in vererbtem Wohlstand, als sich Blanche bei ihrer Schwester Stella einquartiert. Diese lebt mit ihrem Mann, dem polnischen Einwanderer und Fabrikarbeiter Stanley auf engstem Raum in einem heruntergekommenen Viertel. Blanches Selbstbild kultureller Überlegenheit, die Attitüden ihrer besseren Herkunft wie auch ihre kapriziöse Verklärtheit, Intimitätssucht und Hilflosigkeit provozieren Stanleys Angriffslust bis zum Äußersten. In einer Welt, die den Traum vom individuell machbaren Erfolg unabhängig aller Umstände nachhaltig schürt, stört Blanche wider Willen als Zeugin eines unaufhaltsamen Verfalls. Dass dieser Traum längst geplatzt ist und man sich schon seit einiger Zeit in einer sozialen Sackgasse befindet, lassen beide nur für den jeweils andern gelten, den sie genau deswegen fürchten, hassen und bekriegen. Nach seiner Eröffnungsinszenierung mit Brechts "Kreidekreis" inszeniert Michael Thalheimer nun den Sturzflug zweier Menschen aus einer Gesellschaft ohne Haftung.   We regularly present performances of "A streetcar named desire" with English surtitles. You can find the dates here. Our box office staff will be happy to tell you from which seats you will have a good sight-line to the surtitles. For the best view of both stage and surtitles, we recommend seats in the stalls (Parkett) from row 11, or in the balconies (1. Rang, 2. Rang). Seats in the side boxes have a partially obstructed view.


Kategorie: Schauspiel

"Ich bin geboren worden. Ich bin in das Geburtenregister eingetragen worden. Ich bin älter geworden." Was so unschuldig beginnt, ändert sich plötzlich: "Ich bin verantwortlich geworden. Ich bin schuldig geworden." Ein Start in die Auseinandersetzung mit höheren und niedrigeren Ordnungsmächten. Handkes teils vergnügliche, teils bittere Sprachkritik entstand vor 50 Jahren im Kontext von sprechenden Titeln wie Hilferufe, Weissagung und, berühmterweise, Publikumsbeschimpfung. Spielerisch schickt Peter Handke seine*n Sprecher*in zur Beichte und nötigt ihm oder ihr eine Selbstbezichtigung ab, wie totalitäre Regime sie ihren Sünder*innen abnehmen. Damit zeigt er etwa die Nähe von Katholizismus und Kommunismus auf und diskutiert die bigotten gesellschaftlichen Schuldbegriffe, bis hin zum eigenen Medium: "Gegen welche Gesetze des Theaters habe ich mich vergangen?" Diese Beichte kann im Theater nur das Publikum abnehmen. Eine Produktion des Volkstheater Wien.


Kategorie: Schauspiel

Ist der Kapitalismus eine Weltordnung, die unüberwindbar ist? Ziegler widerspricht dieser Ansicht vehement. Er erklärt in seinem neuesten Buch seiner Enkelin und ihrer Generation, welchen Preis wir für dieses System zahlen und warum es "radikal zerstört“ werden muss: der Kapitalismus als "kannibalische Weltordnung“ ist unreformierbar. Ziegler ist Soziologe, Politiker und Autor. Er gilt als einer der bekanntesten Kapitalismus- und Globalisierungskritiker. MIT Quang Anh Paasch (Fridays for Future), Jean Ziegler MODERATION Bascha Mika (Chefredakteurin Frankfurter Rundschau)


Kategorie: Führung

Die 1928 entstandene und am Berliner Ensemble uraufgeführte "Dreigroschenoper" ist eine bitterböse Analyse des Marktes. Auf der einen Seite die Großunternehmer, vertreten durch den skrupellosen Geschäftsmann Peachum, auf der anderen Mackie Messer, der berüchtigte anarchische Verbrecher: "Was ist ein Einbruch in eine Bank gegen die Gründung einer Bank?" Jonathan Peachum betreibt einen äußerst florierenden Handel mit der Ausstattung von Bettlern. Das Geschäft mit den "Ärmsten der Armen" läuft sehr gut. Doch dann erfährt er, daß seine Tochter Polly heimlich den Gangsterboss Mackie Messer geheiratet hat. Peachum tobt. Die einzige Lösung: Man muß Mackie an den Galgen bringen. Trotz Pollys Warnung verläßt der frischgebackene Ehemann die Stadt nicht, sondern besucht wieder einmal die Huren von Turnbridge. Eine von ihnen, Jenny, liefert ihn prompt ans Messer. Seine Hinrichtung scheint unabwendbar, bis ein "reitender Bote" der Königin erscheint und Mackies Freilassung sowie seine Erhebung in den Adelsstand verfügt.


Kategorie: Schauspiel

Der demokratische Sozialismus ist zurückgekehrt. Und dieses Mal kommt er aus den USA. Das Jacobin Magazine ist seit 2010 zu einer der führenden Stimmen der amerikanischen Linken geworden. Der Ansatz: eine pragmatische, radikale Politik für die Masse der Menschen. Jacobin Deutschland erscheint ab 2020 regelmäßig und ist eine Übersetzung im doppelten Sinne: eigenständige Aneignung eines anderswo erarbeiteten Stils und sprachliche Übertragung von bestehendem, großartigen Material. Ines Schwerdtner ist Chefredakteurin des deutschen Jacobin und stellt diese linke Zeitungsgründung vor.


Kategorie: Gespräch

Sie wollen einmal hinter die Kulissen des Berliner Ensembles schauen? Wir bieten regelmäßig öffentliche Führungen mit Werner Riemann an, der seit über 60 Jahren am Haus ist und von Bertolt Brecht und Helene Weigel persönlich eingestellt wurde. Die Führungen kosten 5 Euro pro Person, ermäßigt 3 Euro und können nur direkt über die Theaterkasse gebucht werden. THEATERKASSE IM BERLINER ENSEMBLE Bertolt-Brecht-Platz 1, 10117 Berlin Montag bis Samstag 10.00 bis 18.30 Uhr Telefon 030/284-08-155 Fax 030/284-08-115 E-Mail theaterkasse@berliner-ensemble.de


Kategorie: Führung

Am 11.12. starten wir mit besonderen EINBLICKEN zu Die Dreigroschenoper. Produktionsbeteiligte berichten aus der Probenarbeit mit Regisseur Robert Wilson. Theaterpädagogin Geraldine Blomberg probiert diese Arbeitsweise anschließend direkt mit Ihnen aus.


Kategorie: Workshop

Die 1928 entstandene und am Berliner Ensemble uraufgeführte "Dreigroschenoper" ist eine bitterböse Analyse des Marktes. Auf der einen Seite die Großunternehmer, vertreten durch den skrupellosen Geschäftsmann Peachum, auf der anderen Mackie Messer, der berüchtigte anarchische Verbrecher: "Was ist ein Einbruch in eine Bank gegen die Gründung einer Bank?" Jonathan Peachum betreibt einen äußerst florierenden Handel mit der Ausstattung von Bettlern. Das Geschäft mit den "Ärmsten der Armen" läuft sehr gut. Doch dann erfährt er, daß seine Tochter Polly heimlich den Gangsterboss Mackie Messer geheiratet hat. Peachum tobt. Die einzige Lösung: Man muß Mackie an den Galgen bringen. Trotz Pollys Warnung verläßt der frischgebackene Ehemann die Stadt nicht, sondern besucht wieder einmal die Huren von Turnbridge. Eine von ihnen, Jenny, liefert ihn prompt ans Messer. Seine Hinrichtung scheint unabwendbar, bis ein "reitender Bote" der Königin erscheint und Mackies Freilassung sowie seine Erhebung in den Adelsstand verfügt.


Kategorie: Schauspiel

Ausgehend von seiner assoziativen Erkundung der Hochstaplerfigur "Felix Krull" im Großen Haus fragt Alexander Eisenach nun weiter im Neuen Haus nach dem uns alle betreffenden Prinzip Krull: „Wann hat das angefangen, dass wir lügen? Ist die Erfindung der Lüge jener Moment, in dem sich das menschliche Bewusstsein manifestiert? Ist es der Moment, in dem wir beginnen aufrecht zu gehen? Uns unsere Umwelt zu Nutze zu machen und einen ungeheuren Zivilisationsprozess in Gang setzen? Haben wir uns über Jahrtausende an der Nase herumgeführt mit den Geschichten über uns selbst? Als Krone der Schöpfung? Ist dieses Menschheitstheater, dessen letzten Akt wir gerade sehen, nicht mehr als Hochstapelei?“


Kategorie: Schauspiel

Die 1928 entstandene und am Berliner Ensemble uraufgeführte "Dreigroschenoper" ist eine bitterböse Analyse des Marktes. Auf der einen Seite die Großunternehmer, vertreten durch den skrupellosen Geschäftsmann Peachum, auf der anderen Mackie Messer, der berüchtigte anarchische Verbrecher: "Was ist ein Einbruch in eine Bank gegen die Gründung einer Bank?" Jonathan Peachum betreibt einen äußerst florierenden Handel mit der Ausstattung von Bettlern. Das Geschäft mit den "Ärmsten der Armen" läuft sehr gut. Doch dann erfährt er, daß seine Tochter Polly heimlich den Gangsterboss Mackie Messer geheiratet hat. Peachum tobt. Die einzige Lösung: Man muß Mackie an den Galgen bringen. Trotz Pollys Warnung verläßt der frischgebackene Ehemann die Stadt nicht, sondern besucht wieder einmal die Huren von Turnbridge. Eine von ihnen, Jenny, liefert ihn prompt ans Messer. Seine Hinrichtung scheint unabwendbar, bis ein "reitender Bote" der Königin erscheint und Mackies Freilassung sowie seine Erhebung in den Adelsstand verfügt.


Kategorie: Schauspiel

Mit unserem neuen Format EINBLICKE: OPEN SPACE schaffen wir ab November zweimal im Monat einen Raum zum gemeinsamen Experimentieren und Theaterspielen. Wir öffnen unseren Werkraum für alle, die Lust haben das Theaterspielen kennenzulernen und selbst auszuprobieren. Wir widmen uns unterschiedlichen Theaterstilen, testen das Improvisieren und fokussieren uns mal auf die Gestik und Mimik, mal auf die Stimme und mal auf den Text. Jüngere und ältere, Theaterneulinge und Theatererfahrene – alle sind willkommen!


Kategorie: Workshop

Von einer autoritären Regierung in einer Hetzjagd gebrandmarkt, werden Menschen vor die grausame Wahl gestellt, ihre Glaubensfreiheit oder ihr Zuhause aufzugeben. Für die Familie Rott eine unmenschliche Zerreißprobe. Großvater und Sohn leben ihren Glauben im Verborgenen. Nun geht es auf einmal um nichts weniger als um die existenzielle Beziehung jedes Familienmitglieds zur Welt. Welche Bindung ist die (über-)lebenswichtigste: diejenige an Menschen, an Räume, an Dinge, an Werte oder Überzeugungen? Schönherrs Volkstück über die Vertreibung österreichischer Protestanten durch die Katholiken 1837 erinnert an die Gewalt, die Christen erfuhren – durch Christen mitten in Europa.


Kategorie: Schauspiel

Noch kaum geboren, erkennt Oskar Matzerath die Welt als universales Desaster – und lehnt sie ab. Einzig die von seiner Mutter versprochene Blechtrommel eröffnet ihm eine akzeptable Überlebensperspektive: die Existenzform als Trommler, ein groteskes Künstlerdasein mit ambivalenten Motivationen und Wirkungen. So beschließt Oskar an seinem dritten Geburtstag, nicht mehr zu wachsen, sondern zu beobachten und zu trommeln. Aus der Froschperspektive schildert er das Aufziehen des faschistischen Denkens und Handelns, berichtet von Ehebruch und Pogromnacht, verknüpft Privatgeschichte mit Zeitgeschichte. Er ist Zeuge, zugleich Außenseiter wie Beteiligter einer Welt, in welcher ein Zivilisationsbruch wie der Holocaust möglich ist. Nicht schuldig, aber verantwortlich für das Grauen, das in deutschem Namen begangen wurde, hat Günter Grass sich zeitlebens gefühlt. "Die Blechtrommel" ist auch ein Versuch, die Mechanismen der eigenen Verführung durchsichtig zu machen. Trotz aller Kontroversen um den Roman und Nobelpreisträger Günter Grass, gilt der Text bis heute als Meilenstein der deutschen Nachkriegsliteratur. Regisseur Oliver Reese erzählt die Geschichte des ewigen Trommlers in einer ganz auf die Perspektive der Hauptfigur zugeschnitten Fassung.


Kategorie: Schauspiel

Ausgehend von seiner assoziativen Erkundung der Hochstaplerfigur "Felix Krull" im Großen Haus fragt Alexander Eisenach nun weiter im Neuen Haus nach dem uns alle betreffenden Prinzip Krull: „Wann hat das angefangen, dass wir lügen? Ist die Erfindung der Lüge jener Moment, in dem sich das menschliche Bewusstsein manifestiert? Ist es der Moment, in dem wir beginnen aufrecht zu gehen? Uns unsere Umwelt zu Nutze zu machen und einen ungeheuren Zivilisationsprozess in Gang setzen? Haben wir uns über Jahrtausende an der Nase herumgeführt mit den Geschichten über uns selbst? Als Krone der Schöpfung? Ist dieses Menschheitstheater, dessen letzten Akt wir gerade sehen, nicht mehr als Hochstapelei?“


Kategorie: Schauspiel

Die Lausbubengeschichten von Max und Moritz waren nicht immer unumstritten: In einigen Regionen wurden sie nach Erscheinen für Jugendliche unter 18 Jahren verboten. Der Grund liegt auf der Hand: Beleidigungen, mehrfache Sachbeschädigungen, Diebstahl, Hausfriedensbruch, Tierquälerei und schwere Körperverletzung – diese Straftatbestände müssen Max und Moritz vorgehalten werden. Antú Romero Nunes wird diesen bösen Ur-Comic nun in seine  Theatersprache übersetzen. Das Böse und die fehlende moralische Implikation interessieren ihn an dieser Erzählung genauso wie das, was man nicht auf den Bildern sieht und bislang nur ahnte ...


Kategorie: Schauspiel

Ausgehend von seiner assoziativen Erkundung der Hochstaplerfigur "Felix Krull" im Großen Haus fragt Alexander Eisenach nun weiter im Neuen Haus nach dem uns alle betreffenden Prinzip Krull: „Wann hat das angefangen, dass wir lügen? Ist die Erfindung der Lüge jener Moment, in dem sich das menschliche Bewusstsein manifestiert? Ist es der Moment, in dem wir beginnen aufrecht zu gehen? Uns unsere Umwelt zu Nutze zu machen und einen ungeheuren Zivilisationsprozess in Gang setzen? Haben wir uns über Jahrtausende an der Nase herumgeführt mit den Geschichten über uns selbst? Als Krone der Schöpfung? Ist dieses Menschheitstheater, dessen letzten Akt wir gerade sehen, nicht mehr als Hochstapelei?“


Kategorie: Schauspiel

Als der New Yorker Ende 2017 am Vorabend der #metoo-Bewegung eine Kurzgeschichte mit dem unscheinbaren Titel "Cat Person" veröffentlichte, konnte niemand den durchschlagenden Erfolg dieses Prosatextes erahnen. Über Nacht machte er die bis dato unbekannte Autorin Kristen Roupenian zu einem heiß diskutierten Literaturstar. Die Erzählung über eine in Schieflage geratene Affäre zwischen einer jungen Studentin und einem 10 Jahre älteren Mann traf ins Herz aufkommender Debatten über weibliche Selbstbestimmung, unausgesprochene Machtverhältnisse und den schmalen Grat zwischen "Ich bin mir nicht sicher“ und "Nein“. Die Beziehung eines vermeintlich netten Typen und einer vermeintlich freien Frau wird zum Vexierglas tatsächlicher Unfreiheiten und der Sprachlosigkeit der eigenen Bedürfnisse. Gemeinsam mit elf weiteren Kurzgeschichten erschien "Cat Person" dieses Jahr auf Deutsch. In ihnen erkundet Kristen Roupenian fragile Hierarchien und prekäre Lebenssituationen auf der einen, das Bedürfnis nach Sicherheit und Spaß auf der anderen Seite. Alles ist möglich – aber wer sind wir, wenn wir alles sein können?   Die Schauspieler*innen Sina Martens und Owen Peter Read präsentieren szenisch und musikalisch ausgewählte Texte aus diesem Erzählband.   SZENISCHE EINRICHTUNG Kristina Seebruch DRAMATURGIE Tobias Kluge


Kategorie: Szenische Lesung

Warum radikalisieren sich junge Menschen? In Deutschland, aber auch weltweit, schüren die neue und die alte Rechte erneut Hass gegen Minderheiten und Fremde, predigen Gewalt und reden einer toxischen, kriegerischen Männlichkeit das Wort. Wer sind diese jungen Menschen und was wollen sie? Wird ihre Radikalisierung durch bestimmte familiäre Konstellationen begünstigt? Welche Rolle spielen die Mütter dabei, und welche die Väter? Wie gehen Mütter mit der Radikalisierung ihrer Kinder um? Die für ihre Arbeit typische intensive Recherche wird Karen Breece zu neuen und alten Rechten führen, zu Neonazi-Aussteigerinnen und -Aussteigern  und ihren Familien sowie u.a. zu  Menschen, die sich in Aussteigewilligen-Programmen engagieren.- genauso aber auch zu Familien, die Opfer rechter Gewalt wurden. Auf der Basis der Interviews und Gespräche mit diesen Expertinnen und Experten wird sie einen Text entwickeln und auf die Bühne bringen. Ein sehr persönliches und zutiefst politisches Statement zu Deutschland im Herbst 2019.


Kategorie: Schauspiel

Felix – der Glückliche –, Sohn eines bankrotten Schaumweinfabrikanten, ist Meister darin, den Menschen genau das vorzuspielen, was diese in ihm sehen wollen. Sein Glück ist, alles sein zu können in einer Welt der Fälschungen, die keine Wahrheit mehr kennt. So ist er, was er scheint, authentisch, indem er täuscht, Experte der kreativen Selbstvermarktung. Regisseur und Autor Alexander Eisenach wird ein Stück schreiben über die Figur des Hochstaplers als Inbegriff des modernen Menschen, der sich ununterbrochen selbst inszeniert (Premiere im Dezember). Als Auftakt dazu befasst er sich mit dem entsprechenden Paradebeispiel der Literaturgeschichte: Felix Krull – Thomas Manns hinreißende Parodie auf ein Künstlertum brillanter Äußerlichkeiten, die am Ende genau das erzeugen, was sie nicht sind: das Leben selbst – ein echter Schwindel.   We regularly present performances of "Felix Krull - Stunde der Hochstapler" with English surtitles. You can find the dates here. Our box office staff will be happy to tell you from which seats you will have a good sight-line to the surtitles. For the best view of both stage and surtitles, we recommend seats in the stalls (Parkett) from row 11, or in the balconies (1. Rang, 2. Rang). Seats in the side boxes have a partially obstructed view.


Kategorie: Schauspiel

Fünftes Jahrtausend: Unsere Erde ist infolge von Kriegen, Atomexplosionen und einer verschobenen Erdachse klimatisch und geologisch mutiert. Die Meere sind bis auf kümmerliche Reste von Wasser verschwunden. Zwei Menschenarten existieren noch: die Wilden, die vorzivilisatorisch in Ruinen des 21. Jahrhunderts vor sich hin vegetieren, und die Neo-Menschen, die isoliert in autarken Hightech-Stationen leben. Der Neo-Mensch, aus gentechnischen Experimenten einer religiösen Sekte entstanden, deckt seinen Energiebedarf durch Fotosynthese. Gefühle wie Liebe oder Hass sind ihm fremd, er kommuniziert virtuell und verfügt über keinerlei körperliche Kontakte. Wenn ein Neo-Mensch stirbt, wird zeitgleich in Central City anhand des gespeicherten genetischen Codes eine 18-jährige Kopie  erzeugt und so der Tod nivelliert. Der Erzähler Daniel, ein tieftrauriger Komiker, blickt – bereits zum 24. Mal geklont – zurück auf unsere untergegangene Welt. "Die Möglichkeit einer Insel" ist nicht nur Science-Fiction, sondern auch ein Roman über die gnadenlose Angst vor dem  Altern in einer Gesellschaft, in welcher das letzte Tabu die  Unumkehrbarkeit der Vergänglichkeit ist. Der Abgrund zwischen dem obsessiven Jugendkult einer überalterten Gesellschaft und der Sehnsucht nach bedingungsloser Liebe lässt sich nicht mehr überbrücken, die Insel des Glücks bleibt Fiktion.   We regularly present performances of "The possibility of an island" with English surtitles. You can find the dates here. Our box office staff will be happy to tell you from which seats you will have a good sight-line to the surtitles. For the best view of both stage and surtitles, we recommend seats in the balcony (1. Rang). Seats in the side boxes have a partially obstructed view.


Kategorie: Schauspiel

Warum radikalisieren sich junge Menschen? In Deutschland, aber auch weltweit, schüren die neue und die alte Rechte erneut Hass gegen Minderheiten und Fremde, predigen Gewalt und reden einer toxischen, kriegerischen Männlichkeit das Wort. Wer sind diese jungen Menschen und was wollen sie? Wird ihre Radikalisierung durch bestimmte familiäre Konstellationen begünstigt? Welche Rolle spielen die Mütter dabei, und welche die Väter? Wie gehen Mütter mit der Radikalisierung ihrer Kinder um? Die für ihre Arbeit typische intensive Recherche wird Karen Breece zu neuen und alten Rechten führen, zu Neonazi-Aussteigerinnen und -Aussteigern  und ihren Familien sowie u.a. zu  Menschen, die sich in Aussteigewilligen-Programmen engagieren.- genauso aber auch zu Familien, die Opfer rechter Gewalt wurden. Auf der Basis der Interviews und Gespräche mit diesen Expertinnen und Experten wird sie einen Text entwickeln und auf die Bühne bringen. Ein sehr persönliches und zutiefst politisches Statement zu Deutschland im Herbst 2019.


Kategorie: Schauspiel

Mehrmals im Monat finden EINBLICKE: PRAXIS-Workshops statt. Diese 90-minütigen Workshops stellen eine konkrete Annäherung an Inhalt und ästhetische Prinzipien der jeweiligen Inszenierung dar. Hier erforschen Sie inhaltliche Fragen genauso wie ästhetische Formen und analysieren Figuren des Stücks sowie einzelne Themenaspekte. Theaterpädagogische Spiele und Schauspielübungen vermitteln Ihnen einen praktischen Zugang zum Theater. So werden Sie temporär zu Schauspielerinnen und Schauspielern, erhalten durch selbstgespielte, kleine Szenen Einblicke in Inhalt und Spiel auf der Bühne und treten mit uns und untereinander in Austausch. Am 19. Dezember erforscht die Theaterpädagogin Geraldine Blomberg mit Ihnen theaterpraktisch die Inszenierung "Ballroom Schmitz" von Barbara Bürk und Clemens Sienknecht.


Kategorie: Workshop

Im Mai feierte der legendäre "Ballroom Schmitz" sein lang ersehntes Comeback. Vor ca. 100 Jahren war die beliebte Live Radio-Show zugleich Attraktion und Institution am Theater am Schiffbauerdamm. Der Gründer des Radioclubs Bernhard "Bernie" Schmitz – von Haus aus Tanzlehrer, Eiskunstlaufamateur, Rundfunkpionier – stand in engem Kontakt mit den unsichtbaren Kräften des Universums. Berühmt sind seine Experimente zur Überwindung der Schwerkraft und die Entwicklung der Ätherwellengeige. Dr. Schliemann, Schmitzforscher, ist es zu verdanken, dass der Ballroom Schmitz endlich wieder an das BE zurückkehrt. Eröffnet wird live on air mit einer Jubiläumsveranstaltung, die in Wort, Tanz und Gesang die Geschichte des Ballrooms rekapituliert.


Kategorie: Schauspiel

Für Paula Spencer ist mit 39 Jahren das meiste in ihrem Leben schon gelaufen. Und es ist nicht gut gelaufen. Den geblümten Schlafzimmervorhang, der im Sommerwind über ihrem Kinderbett wehte, hat es nie gegeben – aber die Übergriffe ihres Vaters. In der Schule wird sie knapp über Sonderklassenniveau eingestuft. Zwischen abgestumpften Lehrern und zudringlichen Banknachbarn trainiert sie schmutziges Denken und abgebrühtes Benehmen. Dann gründet sie mit ihrer Jugendliebe Charlo eine Familie. Und immer wieder sitzt sie im Krankenhaus und erklärt ihre Verletzungen damit, dass sie gegen eine Tür gelaufen sei. Nun ist Charlo tot und Paula beginnt zu sprechen. Booker-Preisträger Roddy Doyle erzählt die Geschichte einer alkoholsüchtigen Frau, die allen Widerwärtigkeiten und Demütigungen zum Trotz ihr Leben in die Hand nimmt. Fernab von Sentimentalitäten oder moralischen Zeigefingern veranschaulicht er einen Bewusstwerdungsprozess in harter Bodennähe, der sich zu einer präzisen Milieuschilderung verdichtet. Ein furioser Monolog über eine enttäuschte Liebe und den unermüdlichen Versuch, das Leben aus eigener Kraft in den Griff zu bekommen.


Kategorie: Schauspiel

Mehrmals im Monat finden EINBLICKE: PRAXIS-Workshops statt. Diese 90-minütigen Workshops stellen eine konkrete Annäherung an Inhalt und ästhetische Prinzipien der jeweiligen Inszenierung dar. Hier erforschen Sie inhaltliche Fragen genauso wie ästhetische Formen und analysieren Figuren des Stücks sowie einzelne Themenaspekte. Theaterpädagogische Spiele und Schauspielübungen vermitteln Ihnen einen praktischen Zugang zum Theater. So werden Sie temporär zu Schauspielerinnen und Schauspielern, erhalten durch selbstgespielte, kleine Szenen Einblicke in Inhalt und Spiel auf der Bühne und treten mit uns und untereinander in Austausch. Am 20. Dezember erforscht die Theaterpädagogin Geraldine Blomberg mit Ihnen theaterpraktisch die Inszenierung "Glaube und Heimat" von Michael Thalheimer.


Kategorie: Workshop

Von einer autoritären Regierung in einer Hetzjagd gebrandmarkt, werden Menschen vor die grausame Wahl gestellt, ihre Glaubensfreiheit oder ihr Zuhause aufzugeben. Für die Familie Rott eine unmenschliche Zerreißprobe. Großvater und Sohn leben ihren Glauben im Verborgenen. Nun geht es auf einmal um nichts weniger als um die existenzielle Beziehung jedes Familienmitglieds zur Welt. Welche Bindung ist die (über-)lebenswichtigste: diejenige an Menschen, an Räume, an Dinge, an Werte oder Überzeugungen? Schönherrs Volkstück über die Vertreibung österreichischer Protestanten durch die Katholiken 1837 erinnert an die Gewalt, die Christen erfuhren – durch Christen mitten in Europa.


Kategorie: Schauspiel

Für Paula Spencer ist mit 39 Jahren das meiste in ihrem Leben schon gelaufen. Und es ist nicht gut gelaufen. Den geblümten Schlafzimmervorhang, der im Sommerwind über ihrem Kinderbett wehte, hat es nie gegeben – aber die Übergriffe ihres Vaters. In der Schule wird sie knapp über Sonderklassenniveau eingestuft. Zwischen abgestumpften Lehrern und zudringlichen Banknachbarn trainiert sie schmutziges Denken und abgebrühtes Benehmen. Dann gründet sie mit ihrer Jugendliebe Charlo eine Familie. Und immer wieder sitzt sie im Krankenhaus und erklärt ihre Verletzungen damit, dass sie gegen eine Tür gelaufen sei. Nun ist Charlo tot und Paula beginnt zu sprechen. Booker-Preisträger Roddy Doyle erzählt die Geschichte einer alkoholsüchtigen Frau, die allen Widerwärtigkeiten und Demütigungen zum Trotz ihr Leben in die Hand nimmt. Fernab von Sentimentalitäten oder moralischen Zeigefingern veranschaulicht er einen Bewusstwerdungsprozess in harter Bodennähe, der sich zu einer präzisen Milieuschilderung verdichtet. Ein furioser Monolog über eine enttäuschte Liebe und den unermüdlichen Versuch, das Leben aus eigener Kraft in den Griff zu bekommen.


Kategorie: Schauspiel

Hinweis zur geplanten Premiere von "Pussy" Regieteam und Theaterleitung sind übereingekommen, dass die Premiere von "Pussy" von Stephanie van Batum aus künstlerischen Gründen nicht wie geplant am 14. November 2019 im Neuen Haus stattfinden kann. Das Projekt wird auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Am 22. November zeigen wir stattdessen Bertolt Brechts "Der Lebenslauf des Boxers Samson-Körner" im Neuen Haus.  Am 29./30. November sowie am 1./30./31. Dezember zeigen wir "Die Antigone des Sophokles" von Brecht. Am 20. Dezember zeigen wir außerdem Roddy Doyles Stück "Die Frau, die gegen Türen rannte". Die "Pussy" Vorstellung am 21. Dezember entfällt ersatzlos. Bereits gekaufte Karten behalten ihre Gültigkeit für die Ersatzvorstellungen.     Dies ist ein Abend für die Bros, die Diggas, die Kerle, die Homies, die alten, weißen Männer, die Dudes, die Jungs, die Kumpels und die Mannsbilder. Willkommen in der Man Cave! Hier könnt ihr endlich wieder alles sagen und euren Mann stehen. Taucht ein in ein warmes Blubberbad purer Männlichkeit. Aber vor allem: Seid keine Pussy! Onlineforen wie 4chan und Reddit sind zum Spielplatz rechter Kulturkämpfe geworden. Trollige Netzmännerbünde, Alt-Right-Unterstützer und so genannte Männerrechtler postulieren von der Allmacht der Filterblasen und Algorithmen berauscht: Make masculinity great again! Auch in der analogen Welt greift eine verstärkte Sehnsucht nach tradierten Geschlechterbildern und potenter Männlichkeit um sich, die mit dem ganzen "Gender-Gaga“ aufräumen soll. Stephanie van Batum inszeniert einen toxischen Trip in digitale und analoge Männerphantasien, die im Zeichen des politischen Backlash stehen. Auf einer assoziativen Folie von Disneys Klassiker "Alice im Wunderland" und mit der heilenden Kraft des Humors ausgestattet schickt sie einen männlichen Protagonisten in düstere, groteske und tragikomische Männerwelten, die ihre schlimmsten Ängste im Vorwurf eine "Pussy“ zu sein erfüllt sehen.


Kategorie: Schauspiel

Felix – der Glückliche –, Sohn eines bankrotten Schaumweinfabrikanten, ist Meister darin, den Menschen genau das vorzuspielen, was diese in ihm sehen wollen. Sein Glück ist, alles sein zu können in einer Welt der Fälschungen, die keine Wahrheit mehr kennt. So ist er, was er scheint, authentisch, indem er täuscht, Experte der kreativen Selbstvermarktung. Regisseur und Autor Alexander Eisenach wird ein Stück schreiben über die Figur des Hochstaplers als Inbegriff des modernen Menschen, der sich ununterbrochen selbst inszeniert (Premiere im Dezember). Als Auftakt dazu befasst er sich mit dem entsprechenden Paradebeispiel der Literaturgeschichte: Felix Krull – Thomas Manns hinreißende Parodie auf ein Künstlertum brillanter Äußerlichkeiten, die am Ende genau das erzeugen, was sie nicht sind: das Leben selbst – ein echter Schwindel.   We regularly present performances of "Felix Krull - Stunde der Hochstapler" with English surtitles. You can find the dates here. Our box office staff will be happy to tell you from which seats you will have a good sight-line to the surtitles. For the best view of both stage and surtitles, we recommend seats in the stalls (Parkett) from row 11, or in the balconies (1. Rang, 2. Rang). Seats in the side boxes have a partially obstructed view.


Kategorie: Schauspiel

Hinweis zur geplanten Premiere von "Pussy" Regieteam und Theaterleitung sind übereingekommen, dass die Premiere von "Pussy" von Stephanie van Batum aus künstlerischen Gründen nicht wie geplant am 14. November 2019 im Neuen Haus stattfinden kann. Das Projekt wird auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Am 22. November zeigen wir stattdessen Bertolt Brechts "Der Lebenslauf des Boxers Samson-Körner" im Neuen Haus.  Am 29./30. November sowie am 1./30./31. Dezember zeigen wir "Die Antigone des Sophokles" von Brecht. Am 20. Dezember zeigen wir außerdem Roddy Doyles Stück "Die Frau, die gegen Türen rannte". Die "Pussy" Vorstellung am 21. Dezember entfällt ersatzlos. Bereits gekaufte Karten behalten ihre Gültigkeit für die Ersatzvorstellungen.     Dies ist ein Abend für die Bros, die Diggas, die Kerle, die Homies, die alten, weißen Männer, die Dudes, die Jungs, die Kumpels und die Mannsbilder. Willkommen in der Man Cave! Hier könnt ihr endlich wieder alles sagen und euren Mann stehen. Taucht ein in ein warmes Blubberbad purer Männlichkeit. Aber vor allem: Seid keine Pussy! Onlineforen wie 4chan und Reddit sind zum Spielplatz rechter Kulturkämpfe geworden. Trollige Netzmännerbünde, Alt-Right-Unterstützer und so genannte Männerrechtler postulieren von der Allmacht der Filterblasen und Algorithmen berauscht: Make masculinity great again! Auch in der analogen Welt greift eine verstärkte Sehnsucht nach tradierten Geschlechterbildern und potenter Männlichkeit um sich, die mit dem ganzen "Gender-Gaga“ aufräumen soll. Stephanie van Batum inszeniert einen toxischen Trip in digitale und analoge Männerphantasien, die im Zeichen des politischen Backlash stehen. Auf einer assoziativen Folie von Disneys Klassiker "Alice im Wunderland" und mit der heilenden Kraft des Humors ausgestattet schickt sie einen männlichen Protagonisten in düstere, groteske und tragikomische Männerwelten, die ihre schlimmsten Ängste im Vorwurf eine "Pussy“ zu sein erfüllt sehen.


Kategorie: Schauspiel

"Ich bin geboren worden. Ich bin in das Geburtenregister eingetragen worden. Ich bin älter geworden." Was so unschuldig beginnt, ändert sich plötzlich: "Ich bin verantwortlich geworden. Ich bin schuldig geworden." Ein Start in die Auseinandersetzung mit höheren und niedrigeren Ordnungsmächten. Handkes teils vergnügliche, teils bittere Sprachkritik entstand vor 50 Jahren im Kontext von sprechenden Titeln wie Hilferufe, Weissagung und, berühmterweise, Publikumsbeschimpfung. Spielerisch schickt Peter Handke seine*n Sprecher*in zur Beichte und nötigt ihm oder ihr eine Selbstbezichtigung ab, wie totalitäre Regime sie ihren Sünder*innen abnehmen. Damit zeigt er etwa die Nähe von Katholizismus und Kommunismus auf und diskutiert die bigotten gesellschaftlichen Schuldbegriffe, bis hin zum eigenen Medium: "Gegen welche Gesetze des Theaters habe ich mich vergangen?" Diese Beichte kann im Theater nur das Publikum abnehmen. Eine Produktion des Volkstheater Wien.


Kategorie: Schauspiel

18 Jahre nach seinem Debüt "Soloalbum" schreibt Benjamin von Stuckrad-Barre sie doch, die Autobiographie, mit der keiner gerechnet hat. Ein Greatest-Hits Album, ein Best-Of: kein Soloalbum – sondern der Soundtrack eines selbstzerstörerischen Lebens. Im legendären Hotel Chateau Marmont am Sunset Boulevard schaut Stuckrad-Barre sich selbst beim Schreiben zu – und erzählt von zwanzig Jahren Nachtleben, Drogen, Ruhm und Realitätsverlust, vom Aufstehen und Hinfallen. Keine Recherche, sondern pures Leben. "Das Kokain ließ mich Tage und Nächte manisch herumrotieren, gegen das lästige Herzrasen goss ich Alkohol drauf, schlief irgendwann vollkommen betäubt ein, dabei half das Rohypnol, das der neue, zum Heroin ratende Dealer mir mitgebracht hatte, weil, so seine fachmännische Blickdiagnose, ich auch mal wieder runterkommen müsse, zwischendurch. Wenn ich erwachte, brauchte ich eine Weile, um einen Zusammenhang herzustellen zwischen den durch die Gardinen hindurch sichtbaren Tageszeitindizien und der zuletzt erinnerten Tageszeit, ich unterschied nur mehr zwischen hell und dunkel, Tag und Nacht. Manchmal schlief ich wohl 26 Stunden, manchmal auch nur zwei, es war alles nicht so klar und sollte das auch auf gar keinen Fall werden. Aufstieg und Fall in einem Rutsch. Nur aufschreiben würde ich es halt noch müssen, irgendwann, aber natürlich erstmal bis zum letzten Kapitel durcherleben – ohne retardierenden zweiten Akt (where the slow stuff happens) direkt in die Katastrophe."


Kategorie: Schauspiel

Ausgehend von seiner assoziativen Erkundung der Hochstaplerfigur "Felix Krull" im Großen Haus fragt Alexander Eisenach nun weiter im Neuen Haus nach dem uns alle betreffenden Prinzip Krull: „Wann hat das angefangen, dass wir lügen? Ist die Erfindung der Lüge jener Moment, in dem sich das menschliche Bewusstsein manifestiert? Ist es der Moment, in dem wir beginnen aufrecht zu gehen? Uns unsere Umwelt zu Nutze zu machen und einen ungeheuren Zivilisationsprozess in Gang setzen? Haben wir uns über Jahrtausende an der Nase herumgeführt mit den Geschichten über uns selbst? Als Krone der Schöpfung? Ist dieses Menschheitstheater, dessen letzten Akt wir gerade sehen, nicht mehr als Hochstapelei?“


Kategorie: Schauspiel

Are you interested in taking a look behind the scenes of the Berliner Ensemble? A chance to see what happens backstage, in the make-up room, the costume, props department and below stage, to bring the performances you see to life. We offer guided tours in English that take you behind the scenes and provide insight into the many different departments of the theatre. They take approximately one hour, cost €5 (reduced price €3) and can be purchased directly at our theatre box office.


Kategorie: Führung

Noch kaum geboren, erkennt Oskar Matzerath die Welt als universales Desaster – und lehnt sie ab. Einzig die von seiner Mutter versprochene Blechtrommel eröffnet ihm eine akzeptable Überlebensperspektive: die Existenzform als Trommler, ein groteskes Künstlerdasein mit ambivalenten Motivationen und Wirkungen. So beschließt Oskar an seinem dritten Geburtstag, nicht mehr zu wachsen, sondern zu beobachten und zu trommeln. Aus der Froschperspektive schildert er das Aufziehen des faschistischen Denkens und Handelns, berichtet von Ehebruch und Pogromnacht, verknüpft Privatgeschichte mit Zeitgeschichte. Er ist Zeuge, zugleich Außenseiter wie Beteiligter einer Welt, in welcher ein Zivilisationsbruch wie der Holocaust möglich ist. Nicht schuldig, aber verantwortlich für das Grauen, das in deutschem Namen begangen wurde, hat Günter Grass sich zeitlebens gefühlt. "Die Blechtrommel" ist auch ein Versuch, die Mechanismen der eigenen Verführung durchsichtig zu machen. Trotz aller Kontroversen um den Roman und Nobelpreisträger Günter Grass, gilt der Text bis heute als Meilenstein der deutschen Nachkriegsliteratur. Regisseur Oliver Reese erzählt die Geschichte des ewigen Trommlers in einer ganz auf die Perspektive der Hauptfigur zugeschnitten Fassung.


Kategorie: Schauspiel

Ausgehend von seiner assoziativen Erkundung der Hochstaplerfigur "Felix Krull" im Großen Haus fragt Alexander Eisenach nun weiter im Neuen Haus nach dem uns alle betreffenden Prinzip Krull: „Wann hat das angefangen, dass wir lügen? Ist die Erfindung der Lüge jener Moment, in dem sich das menschliche Bewusstsein manifestiert? Ist es der Moment, in dem wir beginnen aufrecht zu gehen? Uns unsere Umwelt zu Nutze zu machen und einen ungeheuren Zivilisationsprozess in Gang setzen? Haben wir uns über Jahrtausende an der Nase herumgeführt mit den Geschichten über uns selbst? Als Krone der Schöpfung? Ist dieses Menschheitstheater, dessen letzten Akt wir gerade sehen, nicht mehr als Hochstapelei?“


Kategorie: Schauspiel

Bertolt Brechts expressive Bühnenballade "Baal", benannt nach dem syrischen Fruchtbarkeitsgott, dessen Abbild in der Augsburger Dachkammer des frühreifen Stückeschreibers über dem Bett hing, erzählt vom Leben eines Künstlers – irrlichternd zwischen Genie und Wahnsinn. Von panischem Glücksverlangen besessen lebt Baal ein Leben, ganz im Zeichen der Kunst, das zwischen Rausch und Absturz wenig (Zwischen-)Menschlichem Raum lässt. Verhalten und Lebensweg Baals verstoßen gegen die moralischen und sozialen Normen seiner Zeit – und nicht nur dieser. Die Figur Baal kann sinnbildlich für eine Gesellschaft gelesen werden, in der die Bedeutung des Individuums den Wert der Gemeinschaft gesprengt hat und Solidarität nur noch ein lästiges Schlagwort alter Tage ist. "Die Lebenskunst Baals", erläutert Brecht 1954, "teilt das Geschick aller anderen Künste im Kapitalismus: sie wird befehdet. Er ist asozial, aber in einer asozialen Gesellschaft." Heutzutage stellt sich die Frage nach dem kleinsten gemeinsamen Nenner zwischen Menschen neu. Die Frage nach Respekt und Solidarität, nach der Möglichkeit und Notwendigkeit einer Begegnung auf Augenhöhe von Mensch zu Mensch. Ein Frage, mit der sich Regisseur Ersan Mondtag in seiner Interpretation des Stoffes auseinandersetzen will.   We regularly present performances of "Baal" with English surtitles. You can find the dates here. Our box office staff will be happy to tell you from which seats you will have a good sight-line to the surtitles. For the best view of both stage and surtitles, we recommend seats in the stalls (Parkett) from row 11, or in the balconies (1. Rang, 2. Rang). Seats in the side boxes have a partially obstructed view.


Kategorie: Schauspiel

Bertolt Brechts expressive Bühnenballade "Baal", benannt nach dem syrischen Fruchtbarkeitsgott, dessen Abbild in der Augsburger Dachkammer des frühreifen Stückeschreibers über dem Bett hing, erzählt vom Leben eines Künstlers – irrlichternd zwischen Genie und Wahnsinn. Von panischem Glücksverlangen besessen lebt Baal ein Leben, ganz im Zeichen der Kunst, das zwischen Rausch und Absturz wenig (Zwischen-)Menschlichem Raum lässt. Verhalten und Lebensweg Baals verstoßen gegen die moralischen und sozialen Normen seiner Zeit – und nicht nur dieser. Die Figur Baal kann sinnbildlich für eine Gesellschaft gelesen werden, in der die Bedeutung des Individuums den Wert der Gemeinschaft gesprengt hat und Solidarität nur noch ein lästiges Schlagwort alter Tage ist. "Die Lebenskunst Baals", erläutert Brecht 1954, "teilt das Geschick aller anderen Künste im Kapitalismus: sie wird befehdet. Er ist asozial, aber in einer asozialen Gesellschaft." Heutzutage stellt sich die Frage nach dem kleinsten gemeinsamen Nenner zwischen Menschen neu. Die Frage nach Respekt und Solidarität, nach der Möglichkeit und Notwendigkeit einer Begegnung auf Augenhöhe von Mensch zu Mensch. Ein Frage, mit der sich Regisseur Ersan Mondtag in seiner Interpretation des Stoffes auseinandersetzen will.   We regularly present performances of "Baal" with English surtitles. You can find the dates here. Our box office staff will be happy to tell you from which seats you will have a good sight-line to the surtitles. For the best view of both stage and surtitles, we recommend seats in the stalls (Parkett) from row 11, or in the balconies (1. Rang, 2. Rang). Seats in the side boxes have a partially obstructed view.


Kategorie: Schauspiel

Ausgehend von seiner assoziativen Erkundung der Hochstaplerfigur "Felix Krull" im Großen Haus fragt Alexander Eisenach nun weiter im Neuen Haus nach dem uns alle betreffenden Prinzip Krull: „Wann hat das angefangen, dass wir lügen? Ist die Erfindung der Lüge jener Moment, in dem sich das menschliche Bewusstsein manifestiert? Ist es der Moment, in dem wir beginnen aufrecht zu gehen? Uns unsere Umwelt zu Nutze zu machen und einen ungeheuren Zivilisationsprozess in Gang setzen? Haben wir uns über Jahrtausende an der Nase herumgeführt mit den Geschichten über uns selbst? Als Krone der Schöpfung? Ist dieses Menschheitstheater, dessen letzten Akt wir gerade sehen, nicht mehr als Hochstapelei?“


Kategorie: Schauspiel

Fünftes Jahrtausend: Unsere Erde ist infolge von Kriegen, Atomexplosionen und einer verschobenen Erdachse klimatisch und geologisch mutiert. Die Meere sind bis auf kümmerliche Reste von Wasser verschwunden. Zwei Menschenarten existieren noch: die Wilden, die vorzivilisatorisch in Ruinen des 21. Jahrhunderts vor sich hin vegetieren, und die Neo-Menschen, die isoliert in autarken Hightech-Stationen leben. Der Neo-Mensch, aus gentechnischen Experimenten einer religiösen Sekte entstanden, deckt seinen Energiebedarf durch Fotosynthese. Gefühle wie Liebe oder Hass sind ihm fremd, er kommuniziert virtuell und verfügt über keinerlei körperliche Kontakte. Wenn ein Neo-Mensch stirbt, wird zeitgleich in Central City anhand des gespeicherten genetischen Codes eine 18-jährige Kopie  erzeugt und so der Tod nivelliert. Der Erzähler Daniel, ein tieftrauriger Komiker, blickt – bereits zum 24. Mal geklont – zurück auf unsere untergegangene Welt. "Die Möglichkeit einer Insel" ist nicht nur Science-Fiction, sondern auch ein Roman über die gnadenlose Angst vor dem  Altern in einer Gesellschaft, in welcher das letzte Tabu die  Unumkehrbarkeit der Vergänglichkeit ist. Der Abgrund zwischen dem obsessiven Jugendkult einer überalterten Gesellschaft und der Sehnsucht nach bedingungsloser Liebe lässt sich nicht mehr überbrücken, die Insel des Glücks bleibt Fiktion.   We regularly present performances of "The possibility of an island" with English surtitles. You can find the dates here. Our box office staff will be happy to tell you from which seats you will have a good sight-line to the surtitles. For the best view of both stage and surtitles, we recommend seats in the balcony (1. Rang). Seats in the side boxes have a partially obstructed view.


Kategorie: Schauspiel

Obwohl Brechts Liebe zum Sport plato­nisch war, schätzte er den Boxsport sehr. 1924 lernte Brecht den amtierenden Boxmeister im Halbschwer- und Schwergewicht Paul Samson-­Körner kennen. Brecht hielt ihn für einen "bedeutsamen Typus" und ließ sich die Geschichte seiner Jugend erzählen: Das Leben eines Ausreißers und Taugenichts, der zur See fuhr, der sich treiben ließ und schließlich zum Boxsport fand. Nicht die Siege und Triumphe, sondern vielmehr die kleinen Niederlagen und alltäglichen Demütigungen waren es, die ihn erkennen ließen, dass wir möglicherweise nicht nur für das verantwortlich sind, was wir selbst tun, sondern auch für das, was uns angetan wird. "Ich halte allerhand von der Wirklichkeit. Allerdings sind solche Wirklichkeiten wie Samson-­Körner an den Fingern herzuzählen: Glücksfälle. Denn das Erste, was da sein muss, damit ein richtiger Boxer zustande kommt, ist das Herz." – diese Erkenntnis ist das Faszinierende an dem Lebenslauf des Boxers Samson-­Körner und wird erst durch die Form des Biografie­-Interviews und die schriftstellerische Bearbeitung durch Brecht und Hauptmann sichtbar. Dennis Krauß, geboren 1991 in Berlin, studierte an der Hochschule für Musik "Hanns Eisler" Berlin Regie. Seit 2012 folgten freie Schauspiel­ und Musiktheaterarbeiten unter anderem am Heimathafen Neukölln und beim 100 Grad Festival. Von 2014 bis 2017 arbeitet er als Regieassistent am Schauspiel Frankfurt u.a. mit Kay Voges, Falk Richter, Ulrich Rasche und Michael Thalheimer und inszeniert in der BOX des Schauspiel Frankfurt Albert Camus’ "Caligula". "Das Leben des Boxers Samson-Körner" ist seine erste Regiearbeit am Berliner Ensemble.


Kategorie: Schauspiel

"Macbeth" gehört zu den berühmtesten Dramen des William Shakespeares. Heiner Müllers Übersetzung ist viel mehr als nur eine Überarbeitung. Sie  ist ein originäres Drama über die Dialektik der Macht. Nach der Flut grausamer Diktatoren, die das 20. Jahrhundert hervorgebracht hat, rückt neben Hamlet auch Macbeth in die Reihe der archetypischen Figuren. Sein Machtwille wird so lange angestachelt, bis er eine Position erreicht hat, die er nicht mehr ausfüllen kann. Seine Angst bekämpft er mit immer grö­ßerer Gewalt und seine Herrschaft kann er nur noch in sadistischen Befehlen genießen. Die politische Lage in "Macbeth" gleicht einer trüben Sumpflandschaft, in der jede Handlung erstirbt. Bei der Uraufführung 1972 in der DDR musste sich Heiner Müller den Vorwurf des Nihilismus gefallen lassen. Heute muss man feststellen, dass es sich um das realistische Bild einer Welt handelt, in der die Mächtigen ihr wichtigstes Ziel darin sehen, ihre Macht zu  erhalten. Shakespeares Fabel zeigt in Heiner Müllers Fassung, wie Geschichte zum utopielosen Raum wird, wenn die Zukunft schon im Moment des Handelns abstirbt. Eine Ge­sellschaft, die nur noch ihren Status Quo bewahren will, erstarrt in Angst vor sich selbst und gebiert Grausamkeit statt Hoffnung. Michael Thalheimer setzt als Hausregisseur mit dieser Inszenierung seine Beschäftigung mit Shakespeare und Heiner Müller fort.   Wir empfehlen den Besuch dieser Inszenierung ab 15 Jahren.


Kategorie: Schauspiel

Amir ist das Kind arabischer Einwanderer. Abschieben kann man sie als staatenlose Palästinenser nicht, aufnehmen will man sie auch nicht. Doch ohne Aufenthaltsgenehmigung keine Arbeitserlaubnis, ohne Arbeit kein Ankommen. Eine Spirale aus Zurückweisung, Frustration, Wut und Kriminalität prägt das Leben von Amir und seiner Familie. Amir ist angetrieben von der Sehnsucht nach  einem "besseren" Leben. Zunächst ist das aus seiner Perspektive schlicht ein Leben in Reichtum. Als er aber Hannah kennenlernt und sich in sie verliebt, verändert das seinen Blick auf die Welt, auf seine eigenen Lebensumstände. Er versucht seinem Schicksal zu entfliehen. Die Geschichte von Amir erzählt von einer migrantischen Jugend im heutigen Deutschland: zwischen totaler Verweigerung und verzweifeltem Anpassungswunsch, zwischen Bindestrich-Identität und Clan-Zugehörigkeit.


Kategorie: Schauspiel

Amir ist das Kind arabischer Einwanderer. Abschieben kann man sie als staatenlose Palästinenser nicht, aufnehmen will man sie auch nicht. Doch ohne Aufenthaltsgenehmigung keine Arbeitserlaubnis, ohne Arbeit kein Ankommen. Eine Spirale aus Zurückweisung, Frustration, Wut und Kriminalität prägt das Leben von Amir und seiner Familie. Amir ist angetrieben von der Sehnsucht nach  einem "besseren" Leben. Zunächst ist das aus seiner Perspektive schlicht ein Leben in Reichtum. Als er aber Hannah kennenlernt und sich in sie verliebt, verändert das seinen Blick auf die Welt, auf seine eigenen Lebensumstände. Er versucht seinem Schicksal zu entfliehen. Die Geschichte von Amir erzählt von einer migrantischen Jugend im heutigen Deutschland: zwischen totaler Verweigerung und verzweifeltem Anpassungswunsch, zwischen Bindestrich-Identität und Clan-Zugehörigkeit.


Kategorie: Schauspiel

Die Handlung im Kreidekreis ist modellhaft klar und dialektisch schön: Bei einer Revolution lässt die fliehende Gouverneursfrau ihr Baby zurück. Ihre Magd Grusche findet das Kind und überlegt eine Nacht lang, ob sie als alleinstehende Frau im Krieg ein kleines Kind retten kann. Sie entscheidet sich für das Kind. Auf der Flucht gerät sie in immer größer werdende Schwierigkeiten an deren Ende sie vor ein Gericht gestellt wird, da die Gouverneursfrau ihr Kind zurückhaben will. Die Zeiten haben sich wieder geändert, jetzt ist das Kind der Erbe eines großen Vermögens. Doch kurz bevor die alte Herrschaft die Zügel wieder fest im Griff hat, gibt es eine kurze Zeit der Anarchie, in der der Richter Azdak herrscht. Seine Richtersprüche sind gefürchtet bei den Reichen und ein Segen für die Armen. So erfindet er für den Fall, dass die biologische aber herzlose Mutter ihr Kind zurückfordert, den salomonischen Kreidekreis neu. Die Frage, die hier verhandelt wird, ist von ebenso großer Schlichtheit wie politischer Eindringlichkeit: Wem gehört die Welt? So ist es kein Zufall, dass Bertolt Brecht, als das Berliner Ensemble 1954 endlich das Theater am Schiffbauerdamm bespielen darf, als erstes den Kaukasischen Kreidekreis inszeniert. Michael Thalheimer wird als Hausregisseur regelmäßig am Berliner Ensemble arbeiten. Seine bisherigen Inszenierungen sind in dem neuen Buch von Hans-Dieter Schütt "Michael Thalheimer" in zahlreichen Gesprächen, Texten und Fotos dokumentiert.   We regularly present performances of "The Caucasian Chalk Circle" with English surtitles. You can find the dates here. Our box office staff will be happy to tell you from which seats you will have a good sight-line to the surtitles. For the best view of both stage and surtitles, we recommend seats in the stalls (Parkett) from row 11, or in the balconies (1. Rang, 2. Rang). Seats in the side boxes have a partially obstructed view.


Kategorie: Schauspiel

Hinweis zur geplanten Premiere von "Pussy" Regieteam und Theaterleitung sind übereingekommen, dass die Premiere von "Pussy" von Stephanie van Batum aus künstlerischen Gründen nicht wie geplant am 14. November 2019 im Neuen Haus stattfinden kann. Das Projekt wird auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Am 22. November zeigen wir stattdessen Bertolt Brechts "Der Lebenslauf des Boxers Samson-Körner" im Neuen Haus.  Am 29./30. November sowie am 1./30./31. Dezember zeigen wir "Die Antigone des Sophokles" von Brecht. Am 20. Dezember zeigen wir außerdem Roddy Doyles Stück "Die Frau, die gegen Türen rannte". Die "Pussy" Vorstellung am 21. Dezember entfällt ersatzlos. Bereits gekaufte Karten behalten ihre Gültigkeit für die Ersatzvorstellungen.     Dies ist ein Abend für die Bros, die Diggas, die Kerle, die Homies, die alten, weißen Männer, die Dudes, die Jungs, die Kumpels und die Mannsbilder. Willkommen in der Man Cave! Hier könnt ihr endlich wieder alles sagen und euren Mann stehen. Taucht ein in ein warmes Blubberbad purer Männlichkeit. Aber vor allem: Seid keine Pussy! Onlineforen wie 4chan und Reddit sind zum Spielplatz rechter Kulturkämpfe geworden. Trollige Netzmännerbünde, Alt-Right-Unterstützer und so genannte Männerrechtler postulieren von der Allmacht der Filterblasen und Algorithmen berauscht: Make masculinity great again! Auch in der analogen Welt greift eine verstärkte Sehnsucht nach tradierten Geschlechterbildern und potenter Männlichkeit um sich, die mit dem ganzen "Gender-Gaga“ aufräumen soll. Stephanie van Batum inszeniert einen toxischen Trip in digitale und analoge Männerphantasien, die im Zeichen des politischen Backlash stehen. Auf einer assoziativen Folie von Disneys Klassiker "Alice im Wunderland" und mit der heilenden Kraft des Humors ausgestattet schickt sie einen männlichen Protagonisten in düstere, groteske und tragikomische Männerwelten, die ihre schlimmsten Ängste im Vorwurf eine "Pussy“ zu sein erfüllt sehen.


Kategorie: Schauspiel

Was vor 2500 Jahren begann, hat immer noch kein Ende in Sicht: Bis heute hat die "Antigone" des Sophokles in unzähligen Übersetzungen, Inszenierungen und Bearbeitungen eine steile Karriere hingelegt und ließ Generationen von Leserinnen und Lesern über deren düstere Handlung rätseln. Die Erzählung von zwei Brüdern, die im Krieg fallen und denen ungleiche Bestattung zuteilwird, von deren beiden Schwestern, die über die ungleiche Behandlung der Brüder in Streit geraten, und über die eine Schwester Antigone, die sich mit dem Staat überwirft, um dem geschmähten Bruder Gerechtigkeit zu verschaffen, faszinierte die unterschiedlichsten Menschen. Als ein Modell, um die Gesellschaft und ihre geschriebenen wie ungeschriebenen Gesetze zu verstehen und gleichzeitig zu hinterfragen, inspirierte der Stoff durch die Zeiten hinweg. So auch Bertolt Brecht. 1947 frisch aus dem amerikanischen Exil zurückgekehrt, legte er eine Antigone-Bearbeitung vor und brachte diese im Schweizer Chur selbst zur Uraufführung. Brecht diente der antike Stoff als Parabel über die Verantwortung des Individuums im Angesicht großen Unrechts und als eine Analyse von staatlicher Willkür, Widerstand und Gewalt. Der NS-Terror, Auschwitz und Stalingrad standen ihm mahnend im Hintergrund. Wir wollen mit Brechts Text fragen: Woran glauben wir so sehr, dass wir bestehende Gesetze brechen wollen und müssen? Welche Gesetze und Systeme kann man heute überhaupt noch verletzten in dieser vermeintlich grenzenlosen und verfügbaren Welt? Wie hoch ist der Preis für Freiheit? Und woher eigentlich kommt unser langanhaltendes Bedürfnis nach Heldinnen und Helden?


Kategorie: Schauspiel

Felix – der Glückliche –, Sohn eines bankrotten Schaumweinfabrikanten, ist Meister darin, den Menschen genau das vorzuspielen, was diese in ihm sehen wollen. Sein Glück ist, alles sein zu können in einer Welt der Fälschungen, die keine Wahrheit mehr kennt. So ist er, was er scheint, authentisch, indem er täuscht, Experte der kreativen Selbstvermarktung. Regisseur und Autor Alexander Eisenach wird ein Stück schreiben über die Figur des Hochstaplers als Inbegriff des modernen Menschen, der sich ununterbrochen selbst inszeniert (Premiere im Dezember). Als Auftakt dazu befasst er sich mit dem entsprechenden Paradebeispiel der Literaturgeschichte: Felix Krull – Thomas Manns hinreißende Parodie auf ein Künstlertum brillanter Äußerlichkeiten, die am Ende genau das erzeugen, was sie nicht sind: das Leben selbst – ein echter Schwindel.   We regularly present performances of "Felix Krull - Stunde der Hochstapler" with English surtitles. You can find the dates here. Our box office staff will be happy to tell you from which seats you will have a good sight-line to the surtitles. For the best view of both stage and surtitles, we recommend seats in the stalls (Parkett) from row 11, or in the balconies (1. Rang, 2. Rang). Seats in the side boxes have a partially obstructed view.


Kategorie: Schauspiel

Hinweis zur geplanten Premiere von "Pussy" Regieteam und Theaterleitung sind übereingekommen, dass die Premiere von "Pussy" von Stephanie van Batum aus künstlerischen Gründen nicht wie geplant am 14. November 2019 im Neuen Haus stattfinden kann. Das Projekt wird auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Am 22. November zeigen wir stattdessen Bertolt Brechts "Der Lebenslauf des Boxers Samson-Körner" im Neuen Haus.  Am 29./30. November sowie am 1./30./31. Dezember zeigen wir "Die Antigone des Sophokles" von Brecht. Am 20. Dezember zeigen wir außerdem Roddy Doyles Stück "Die Frau, die gegen Türen rannte". Die "Pussy" Vorstellung am 21. Dezember entfällt ersatzlos. Bereits gekaufte Karten behalten ihre Gültigkeit für die Ersatzvorstellungen.     Dies ist ein Abend für die Bros, die Diggas, die Kerle, die Homies, die alten, weißen Männer, die Dudes, die Jungs, die Kumpels und die Mannsbilder. Willkommen in der Man Cave! Hier könnt ihr endlich wieder alles sagen und euren Mann stehen. Taucht ein in ein warmes Blubberbad purer Männlichkeit. Aber vor allem: Seid keine Pussy! Onlineforen wie 4chan und Reddit sind zum Spielplatz rechter Kulturkämpfe geworden. Trollige Netzmännerbünde, Alt-Right-Unterstützer und so genannte Männerrechtler postulieren von der Allmacht der Filterblasen und Algorithmen berauscht: Make masculinity great again! Auch in der analogen Welt greift eine verstärkte Sehnsucht nach tradierten Geschlechterbildern und potenter Männlichkeit um sich, die mit dem ganzen "Gender-Gaga“ aufräumen soll. Stephanie van Batum inszeniert einen toxischen Trip in digitale und analoge Männerphantasien, die im Zeichen des politischen Backlash stehen. Auf einer assoziativen Folie von Disneys Klassiker "Alice im Wunderland" und mit der heilenden Kraft des Humors ausgestattet schickt sie einen männlichen Protagonisten in düstere, groteske und tragikomische Männerwelten, die ihre schlimmsten Ängste im Vorwurf eine "Pussy“ zu sein erfüllt sehen.


Kategorie: Schauspiel

Was vor 2500 Jahren begann, hat immer noch kein Ende in Sicht: Bis heute hat die "Antigone" des Sophokles in unzähligen Übersetzungen, Inszenierungen und Bearbeitungen eine steile Karriere hingelegt und ließ Generationen von Leserinnen und Lesern über deren düstere Handlung rätseln. Die Erzählung von zwei Brüdern, die im Krieg fallen und denen ungleiche Bestattung zuteilwird, von deren beiden Schwestern, die über die ungleiche Behandlung der Brüder in Streit geraten, und über die eine Schwester Antigone, die sich mit dem Staat überwirft, um dem geschmähten Bruder Gerechtigkeit zu verschaffen, faszinierte die unterschiedlichsten Menschen. Als ein Modell, um die Gesellschaft und ihre geschriebenen wie ungeschriebenen Gesetze zu verstehen und gleichzeitig zu hinterfragen, inspirierte der Stoff durch die Zeiten hinweg. So auch Bertolt Brecht. 1947 frisch aus dem amerikanischen Exil zurückgekehrt, legte er eine Antigone-Bearbeitung vor und brachte diese im Schweizer Chur selbst zur Uraufführung. Brecht diente der antike Stoff als Parabel über die Verantwortung des Individuums im Angesicht großen Unrechts und als eine Analyse von staatlicher Willkür, Widerstand und Gewalt. Der NS-Terror, Auschwitz und Stalingrad standen ihm mahnend im Hintergrund. Wir wollen mit Brechts Text fragen: Woran glauben wir so sehr, dass wir bestehende Gesetze brechen wollen und müssen? Welche Gesetze und Systeme kann man heute überhaupt noch verletzten in dieser vermeintlich grenzenlosen und verfügbaren Welt? Wie hoch ist der Preis für Freiheit? Und woher eigentlich kommt unser langanhaltendes Bedürfnis nach Heldinnen und Helden?


Kategorie: Schauspiel

Felix – der Glückliche –, Sohn eines bankrotten Schaumweinfabrikanten, ist Meister darin, den Menschen genau das vorzuspielen, was diese in ihm sehen wollen. Sein Glück ist, alles sein zu können in einer Welt der Fälschungen, die keine Wahrheit mehr kennt. So ist er, was er scheint, authentisch, indem er täuscht, Experte der kreativen Selbstvermarktung. Regisseur und Autor Alexander Eisenach wird ein Stück schreiben über die Figur des Hochstaplers als Inbegriff des modernen Menschen, der sich ununterbrochen selbst inszeniert (Premiere im Dezember). Als Auftakt dazu befasst er sich mit dem entsprechenden Paradebeispiel der Literaturgeschichte: Felix Krull – Thomas Manns hinreißende Parodie auf ein Künstlertum brillanter Äußerlichkeiten, die am Ende genau das erzeugen, was sie nicht sind: das Leben selbst – ein echter Schwindel.   We regularly present performances of "Felix Krull - Stunde der Hochstapler" with English surtitles. You can find the dates here. Our box office staff will be happy to tell you from which seats you will have a good sight-line to the surtitles. For the best view of both stage and surtitles, we recommend seats in the stalls (Parkett) from row 11, or in the balconies (1. Rang, 2. Rang). Seats in the side boxes have a partially obstructed view.


Kategorie: Schauspiel


Änderungen vorbehalten! - Angaben ohne Gewähr! - Stand:01.12.19
© Fotos der Vorstellungen: [+][-]
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