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Spielplan für Januar 2020

Serge hat sich für eine beachtliche Summe ein Gemälde gekauft: weiße Streifen auf weißem Untergrund. An diesem Bild entzündet sich der Streit zwischen drei Freunden, in dessen Verlauf sich ihr Leben und ihre Beziehungen grundlegend ändern. Serge begeistert sich für das Gemälde, Marc bekämpft es auf das Heftigste und Yvan bezieht, da er es sich mit keinem der anderen verderben will, keine Stellung. Das Kunstwerk dient als Katalysator, mit dessen Hilfe Yasmina Reza auf psychologisch fein gezeichnete Weise die drei Männer, ihre Gefühle, ihre Befindlichkeit, ihre Freundschaft, ja ihr gesamtes bisheriges Dasein auf den Prüfstand stellt – eine wortgewandte Komödie über die Halbwertszeit von Freundschaften für ein furioses Schauspieler-Trio. "Lachen schützt, entschärft, erleichtert, rettet. Sinn für Humor zu haben, in der erhabenen Bedeutung des Wortes, also nicht nur über Witze zu lachen, sondern über sich selbst lachen zu können, ohne Tabu, und jederzeit von Lachen geschüttelt zu werden – das ist eine beneidenswerte Gabe. Wer sie hat, ist vom Schicksal oder von den Göttern gesegnet. Das Lachen stellt das Vertrauen in uns selbst wieder her, es erhebt uns über die Situation. Das Drama von 'Kunst' ist ja nicht, dass sich Serge das weiße Bild kauft, sondern dass man mit ihm nicht mehr lachen kann. Wenn Sie mit einem Freund lachen können, dann können Sie alle möglichen Differenzen mit ihm haben. Sie können sogar schwarzweiß denken, bis zu einem gewissen Grad, wenn Sie über diese Differenzen lachen können, denn eine Freundschaft ist jenseits von Meinungen begründet. Wenn man nicht mehr lachen kann, gewinnt die Meinung die Oberhand, und es gibt nichts mehr jenseits von ihr." Yasmina Reza


Kategorie: Schauspiel

Mit unserem neuen Format EINBLICKE: OPEN SPACE schaffen wir ab November zweimal im Monat einen Raum zum gemeinsamen Experimentieren und Theaterspielen. Wir öffnen unseren Werkraum für alle, die Lust haben das Theaterspielen kennenzulernen und selbst auszuprobieren. Wir widmen uns unterschiedlichen Theaterstilen, testen das Improvisieren und fokussieren uns mal auf die Gestik und Mimik, mal auf die Stimme und mal auf den Text. Jüngere und ältere, Theaterneulinge und Theatererfahrene – alle sind willkommen!


Kategorie: Workshop

Felix – der Glückliche –, Sohn eines bankrotten Schaumweinfabrikanten, ist Meister darin, den Menschen genau das vorzuspielen, was diese in ihm sehen wollen. Sein Glück ist, alles sein zu können in einer Welt der Fälschungen, die keine Wahrheit mehr kennt. So ist er, was er scheint, authentisch, indem er täuscht, Experte der kreativen Selbstvermarktung. Regisseur und Autor Alexander Eisenach wird ein Stück schreiben über die Figur des Hochstaplers als Inbegriff des modernen Menschen, der sich ununterbrochen selbst inszeniert (Premiere im Dezember). Als Auftakt dazu befasst er sich mit dem entsprechenden Paradebeispiel der Literaturgeschichte: Felix Krull – Thomas Manns hinreißende Parodie auf ein Künstlertum brillanter Äußerlichkeiten, die am Ende genau das erzeugen, was sie nicht sind: das Leben selbst – ein echter Schwindel.   We regularly present performances of "Felix Krull - Stunde der Hochstapler" with English surtitles. You can find the dates here. Our box office staff will be happy to tell you from which seats you will have a good sight-line to the surtitles. For the best view of both stage and surtitles, we recommend seats in the stalls (Parkett) from row 11, or in the balconies (1. Rang, 2. Rang). Seats in the side boxes have a partially obstructed view.


Kategorie: Schauspiel

Serge hat sich für eine beachtliche Summe ein Gemälde gekauft: weiße Streifen auf weißem Untergrund. An diesem Bild entzündet sich der Streit zwischen drei Freunden, in dessen Verlauf sich ihr Leben und ihre Beziehungen grundlegend ändern. Serge begeistert sich für das Gemälde, Marc bekämpft es auf das Heftigste und Yvan bezieht, da er es sich mit keinem der anderen verderben will, keine Stellung. Das Kunstwerk dient als Katalysator, mit dessen Hilfe Yasmina Reza auf psychologisch fein gezeichnete Weise die drei Männer, ihre Gefühle, ihre Befindlichkeit, ihre Freundschaft, ja ihr gesamtes bisheriges Dasein auf den Prüfstand stellt – eine wortgewandte Komödie über die Halbwertszeit von Freundschaften für ein furioses Schauspieler-Trio. "Lachen schützt, entschärft, erleichtert, rettet. Sinn für Humor zu haben, in der erhabenen Bedeutung des Wortes, also nicht nur über Witze zu lachen, sondern über sich selbst lachen zu können, ohne Tabu, und jederzeit von Lachen geschüttelt zu werden – das ist eine beneidenswerte Gabe. Wer sie hat, ist vom Schicksal oder von den Göttern gesegnet. Das Lachen stellt das Vertrauen in uns selbst wieder her, es erhebt uns über die Situation. Das Drama von 'Kunst' ist ja nicht, dass sich Serge das weiße Bild kauft, sondern dass man mit ihm nicht mehr lachen kann. Wenn Sie mit einem Freund lachen können, dann können Sie alle möglichen Differenzen mit ihm haben. Sie können sogar schwarzweiß denken, bis zu einem gewissen Grad, wenn Sie über diese Differenzen lachen können, denn eine Freundschaft ist jenseits von Meinungen begründet. Wenn man nicht mehr lachen kann, gewinnt die Meinung die Oberhand, und es gibt nichts mehr jenseits von ihr." Yasmina Reza


Kategorie: Schauspiel

Obwohl Brechts Liebe zum Sport plato­nisch war, schätzte er den Boxsport sehr. 1924 lernte Brecht den amtierenden Boxmeister im Halbschwer- und Schwergewicht Paul Samson-­Körner kennen. Brecht hielt ihn für einen "bedeutsamen Typus" und ließ sich die Geschichte seiner Jugend erzählen: Das Leben eines Ausreißers und Taugenichts, der zur See fuhr, der sich treiben ließ und schließlich zum Boxsport fand. Nicht die Siege und Triumphe, sondern vielmehr die kleinen Niederlagen und alltäglichen Demütigungen waren es, die ihn erkennen ließen, dass wir möglicherweise nicht nur für das verantwortlich sind, was wir selbst tun, sondern auch für das, was uns angetan wird. "Ich halte allerhand von der Wirklichkeit. Allerdings sind solche Wirklichkeiten wie Samson-­Körner an den Fingern herzuzählen: Glücksfälle. Denn das Erste, was da sein muss, damit ein richtiger Boxer zustande kommt, ist das Herz." – diese Erkenntnis ist das Faszinierende an dem Lebenslauf des Boxers Samson-­Körner und wird erst durch die Form des Biografie­-Interviews und die schriftstellerische Bearbeitung durch Brecht und Hauptmann sichtbar. Dennis Krauß, geboren 1991 in Berlin, studierte an der Hochschule für Musik "Hanns Eisler" Berlin Regie. Seit 2012 folgten freie Schauspiel­ und Musiktheaterarbeiten unter anderem am Heimathafen Neukölln und beim 100 Grad Festival. Von 2014 bis 2017 arbeitet er als Regieassistent am Schauspiel Frankfurt u.a. mit Kay Voges, Falk Richter, Ulrich Rasche und Michael Thalheimer und inszeniert in der BOX des Schauspiel Frankfurt Albert Camus’ "Caligula". "Das Leben des Boxers Samson-Körner" ist seine erste Regiearbeit am Berliner Ensemble.


Kategorie: Schauspiel

Obwohl Brechts Liebe zum Sport plato­nisch war, schätzte er den Boxsport sehr. 1924 lernte Brecht den amtierenden Boxmeister im Halbschwer- und Schwergewicht Paul Samson-­Körner kennen. Brecht hielt ihn für einen "bedeutsamen Typus" und ließ sich die Geschichte seiner Jugend erzählen: Das Leben eines Ausreißers und Taugenichts, der zur See fuhr, der sich treiben ließ und schließlich zum Boxsport fand. Nicht die Siege und Triumphe, sondern vielmehr die kleinen Niederlagen und alltäglichen Demütigungen waren es, die ihn erkennen ließen, dass wir möglicherweise nicht nur für das verantwortlich sind, was wir selbst tun, sondern auch für das, was uns angetan wird. "Ich halte allerhand von der Wirklichkeit. Allerdings sind solche Wirklichkeiten wie Samson-­Körner an den Fingern herzuzählen: Glücksfälle. Denn das Erste, was da sein muss, damit ein richtiger Boxer zustande kommt, ist das Herz." – diese Erkenntnis ist das Faszinierende an dem Lebenslauf des Boxers Samson-­Körner und wird erst durch die Form des Biografie­-Interviews und die schriftstellerische Bearbeitung durch Brecht und Hauptmann sichtbar. Dennis Krauß, geboren 1991 in Berlin, studierte an der Hochschule für Musik "Hanns Eisler" Berlin Regie. Seit 2012 folgten freie Schauspiel­ und Musiktheaterarbeiten unter anderem am Heimathafen Neukölln und beim 100 Grad Festival. Von 2014 bis 2017 arbeitet er als Regieassistent am Schauspiel Frankfurt u.a. mit Kay Voges, Falk Richter, Ulrich Rasche und Michael Thalheimer und inszeniert in der BOX des Schauspiel Frankfurt Albert Camus’ "Caligula". "Das Leben des Boxers Samson-Körner" ist seine erste Regiearbeit am Berliner Ensemble.


Kategorie: Schauspiel

Ein weißes Blatt Papier, ein leerer Raum und plötzlich ist da etwas – eine Idee, ein Text, der unbedingt raus muss. Und schnell soll es gehen, am besten sofort, solange die Idee noch frisch ist. Im Werkraum findet das Ensemble einen Ort für alles, was plötzlich auf-poppt und auf die Bühne drängt. Robert Seethaler, Ein ganzes Leben © 2014 Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG, München VON Robert Seethaler ES LIEST Gerrit Jansen EINRICHTUNG Leonie Rebentisch


Kategorie: Lesung

Denken wir uns eine Gesellschaft, in der die Diktatur durch den Willen des Volkes legitimiert ist.- in der die Selbstzensur mündige Bürger*innen zu schweigenden Mitläufer*innen ummontiert hat.- in der unter dem Vorwand eines Individualitätsversprechens eine homogene und exklusive Gemeinschaft gewachsen ist.- in der eine glatte, reibungslose Oberfläche all den unliebsamen Schmutz abperlen lässt.- in der jeder schlechte Gedanke durch die nächste digitale Ablenkung getilgt wird.- in der es kein Innen und Außen, kein Oben und Unten, kein Gut und Böse gibt.- in der die lästige Suche nach Sinn und Bedeutung final abgeschlossen ist – in dieser Gesellschaft sprengt ein naives "Warum ist das eigentlich alles so?" die Grenzen des Sag- und Denkbaren. Guy Montag, ein "Jedermann" aus der spießigen Vorstadthölle, ist Feuerwehrmann und legt Brände, anstatt diese zu löschen. Seine Mission: Die Welt von Büchern befreien – bis die harmlose Begegnung mit einem kleinen Mädchen seine Welt ins Wanken bringt und zum Brandbeschleuniger eines unumkehrbaren Sinneswandels wird.


Kategorie: Schauspiel

"In Psycho habe ich das Publikum geführt, als ob ich auf einer Orgel gespielt hätte", sagte Alfred Hitchcock im Gespräch mit seinem Bewunderer François Truffaut. Hitchcock hat "Psycho" als Experimentalfilm verstanden, der beim Publikum eine eindrückliche Wirkung zeitigen sollte. Der Schauspieler Matthias Brandt interpretiert dieses filmische Jahrhundertwerk nun gemeinsam mit dem Pianisten und Sänger Jens Thomas neu auf der Bühne. Brandt greift dabei auf Elemente aus der literarischen Vorlage zurück. Thomas, von der Süddeutschen als "Jimi Hendrix des Flügels" bezeichnet, improvisiert zu Brandt's inszenierter Lesung einen Soundtrack. Dieser Abend ist nicht festgelegt und routiniert einstudiert, vielmehr lebt er von der intensiven, spontanen Interaktion zwischen beiden Akteuren. "Jens Thomas und Matthias Brandt gestalteten in der Improvisation mit Text und Klang, ein ungemein dichtes, ungemein individuell ausgestaltetes Szenario, einen nur mit Fantasie gefüllten Klang- und Assoziationsraum, indem ein gelegentlich leiser ironischer Zwischenton nicht dementierend, sondern bereichernd wirkte", so die Frankfurter Rundschau nach der Premiere auf dem "enjoy jazzfestival" in Mannheim vor begeistertem Publikum in der ausverkauften Alten Feuerwache. "Bemerkenswert ist, wie Brandt und Thomas die Aufmerksamkeit des Publikums lenken und wie unmittelbar es dadurch den Schrecken dieser Nacht miterlebt", schreibt das Göttinger Tageblatt.


Kategorie: Lesung

Mehrmals im Monat finden EINBLICKE: PRAXIS-Workshops statt. Diese 90-minütigen Workshops stellen eine konkrete Annäherung an Inhalt und ästhetische Prinzipien der jeweiligen Inszenierung dar. Hier erforschen Sie inhaltliche Fragen genauso wie ästhetische Formen und analysieren Figuren des Stücks sowie einzelne Themenaspekte. Theaterpädagogische Spiele und Schauspielübungen vermitteln Ihnen einen praktischen Zugang zum Theater. So werden Sie temporär zu Schauspielerinnen und Schauspielern, erhalten durch selbstgespielte, kleine Szenen Einblicke in Inhalt und Spiel auf der Bühne und treten mit uns und untereinander in Austausch. Am 10. Januar erforscht die Theaterpädagogin Geraldine Blomberg mit Ihnen theaterpraktisch die Inszenierung "Die Blechtrommel" in der Regie von Oliver Reese.


Kategorie: Workshop

Noch kaum geboren, erkennt Oskar Matzerath die Welt als universales Desaster – und lehnt sie ab. Einzig die von seiner Mutter versprochene Blechtrommel eröffnet ihm eine akzeptable Überlebensperspektive: die Existenzform als Trommler, ein groteskes Künstlerdasein mit ambivalenten Motivationen und Wirkungen. So beschließt Oskar an seinem dritten Geburtstag, nicht mehr zu wachsen, sondern zu beobachten und zu trommeln. Aus der Froschperspektive schildert er das Aufziehen des faschistischen Denkens und Handelns, berichtet von Ehebruch und Pogromnacht, verknüpft Privatgeschichte mit Zeitgeschichte. Er ist Zeuge, zugleich Außenseiter wie Beteiligter einer Welt, in welcher ein Zivilisationsbruch wie der Holocaust möglich ist. Nicht schuldig, aber verantwortlich für das Grauen, das in deutschem Namen begangen wurde, hat Günter Grass sich zeitlebens gefühlt. "Die Blechtrommel" ist auch ein Versuch, die Mechanismen der eigenen Verführung durchsichtig zu machen. Trotz aller Kontroversen um den Roman und Nobelpreisträger Günter Grass, gilt der Text bis heute als Meilenstein der deutschen Nachkriegsliteratur. Regisseur Oliver Reese erzählt die Geschichte des ewigen Trommlers in einer ganz auf die Perspektive der Hauptfigur zugeschnitten Fassung.


Kategorie: Schauspiel

Denken wir uns eine Gesellschaft, in der die Diktatur durch den Willen des Volkes legitimiert ist.- in der die Selbstzensur mündige Bürger*innen zu schweigenden Mitläufer*innen ummontiert hat.- in der unter dem Vorwand eines Individualitätsversprechens eine homogene und exklusive Gemeinschaft gewachsen ist.- in der eine glatte, reibungslose Oberfläche all den unliebsamen Schmutz abperlen lässt.- in der jeder schlechte Gedanke durch die nächste digitale Ablenkung getilgt wird.- in der es kein Innen und Außen, kein Oben und Unten, kein Gut und Böse gibt.- in der die lästige Suche nach Sinn und Bedeutung final abgeschlossen ist – in dieser Gesellschaft sprengt ein naives "Warum ist das eigentlich alles so?" die Grenzen des Sag- und Denkbaren. Guy Montag, ein "Jedermann" aus der spießigen Vorstadthölle, ist Feuerwehrmann und legt Brände, anstatt diese zu löschen. Seine Mission: Die Welt von Büchern befreien – bis die harmlose Begegnung mit einem kleinen Mädchen seine Welt ins Wanken bringt und zum Brandbeschleuniger eines unumkehrbaren Sinneswandels wird.


Kategorie: Schauspiel

Amir ist das Kind arabischer Einwanderer. Abschieben kann man sie als staatenlose Palästinenser nicht, aufnehmen will man sie auch nicht. Doch ohne Aufenthaltsgenehmigung keine Arbeitserlaubnis, ohne Arbeit kein Ankommen. Eine Spirale aus Zurückweisung, Frustration, Wut und Kriminalität prägt das Leben von Amir und seiner Familie. Amir ist angetrieben von der Sehnsucht nach  einem "besseren" Leben. Zunächst ist das aus seiner Perspektive schlicht ein Leben in Reichtum. Als er aber Hannah kennenlernt und sich in sie verliebt, verändert das seinen Blick auf die Welt, auf seine eigenen Lebensumstände. Er versucht seinem Schicksal zu entfliehen. Die Geschichte von Amir erzählt von einer migrantischen Jugend im heutigen Deutschland: zwischen totaler Verweigerung und verzweifeltem Anpassungswunsch, zwischen Bindestrich-Identität und Clan-Zugehörigkeit.


Kategorie: Schauspiel

Amir ist das Kind arabischer Einwanderer. Abschieben kann man sie als staatenlose Palästinenser nicht, aufnehmen will man sie auch nicht. Doch ohne Aufenthaltsgenehmigung keine Arbeitserlaubnis, ohne Arbeit kein Ankommen. Eine Spirale aus Zurückweisung, Frustration, Wut und Kriminalität prägt das Leben von Amir und seiner Familie. Amir ist angetrieben von der Sehnsucht nach  einem "besseren" Leben. Zunächst ist das aus seiner Perspektive schlicht ein Leben in Reichtum. Als er aber Hannah kennenlernt und sich in sie verliebt, verändert das seinen Blick auf die Welt, auf seine eigenen Lebensumstände. Er versucht seinem Schicksal zu entfliehen. Die Geschichte von Amir erzählt von einer migrantischen Jugend im heutigen Deutschland: zwischen totaler Verweigerung und verzweifeltem Anpassungswunsch, zwischen Bindestrich-Identität und Clan-Zugehörigkeit.


Kategorie: Schauspiel

Hinreißend komisch und dabei tief ernst erzählt Yasmina Reza, was passiert, wenn das bürgerliche Alltagsleben aus den Fugen gerät. Der Roman führt die  Leser*innen von einer gutbürgerlichen Abendgesellschaft in die Abgründe einer Paarbeziehung und erzählt von dem grotesken Versuch eine Leiche verschwinden zu lassen. 2016 wurde Reza für Babylon mit dem renommierten Prix Renaudot ausgezeichnet.  Yasmina Reza, Babylon Aus dem Französischen von Frank Heibert & Hinrich Schmidt-Henkel © 2017 Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG, München MIT Samuel Finzi, Caroline Peters


Kategorie: Lesung

Mehrmals im Monat finden EINBLICKE: PRAXIS-Workshops statt. Diese 90-minütigen Workshops stellen eine konkrete Annäherung an Inhalt und ästhetische Prinzipien der jeweiligen Inszenierung dar. Hier erforschen Sie inhaltliche Fragen genauso wie ästhetische Formen und analysieren Figuren des Stücks sowie einzelne Themenaspekte. Theaterpädagogische Spiele und Schauspielübungen vermitteln Ihnen einen praktischen Zugang zum Theater. So werden Sie temporär zu Schauspielerinnen und Schauspielern, erhalten durch selbstgespielte, kleine Szenen Einblicke in Inhalt und Spiel auf der Bühne und treten mit uns und untereinander in Austausch. Am 13. Januar erforscht die Theaterpädagogin Geraldine Blomberg mit Ihnen theaterpraktisch die Inszenierung "Fahrenheit 451" von Alexander Simon.


Kategorie: Workshop

Denken wir uns eine Gesellschaft, in der die Diktatur durch den Willen des Volkes legitimiert ist.- in der die Selbstzensur mündige Bürger*innen zu schweigenden Mitläufer*innen ummontiert hat.- in der unter dem Vorwand eines Individualitätsversprechens eine homogene und exklusive Gemeinschaft gewachsen ist.- in der eine glatte, reibungslose Oberfläche all den unliebsamen Schmutz abperlen lässt.- in der jeder schlechte Gedanke durch die nächste digitale Ablenkung getilgt wird.- in der es kein Innen und Außen, kein Oben und Unten, kein Gut und Böse gibt.- in der die lästige Suche nach Sinn und Bedeutung final abgeschlossen ist – in dieser Gesellschaft sprengt ein naives "Warum ist das eigentlich alles so?" die Grenzen des Sag- und Denkbaren. Guy Montag, ein "Jedermann" aus der spießigen Vorstadthölle, ist Feuerwehrmann und legt Brände, anstatt diese zu löschen. Seine Mission: Die Welt von Büchern befreien – bis die harmlose Begegnung mit einem kleinen Mädchen seine Welt ins Wanken bringt und zum Brandbeschleuniger eines unumkehrbaren Sinneswandels wird.


Kategorie: Schauspiel

Denken wir uns eine Gesellschaft, in der die Diktatur durch den Willen des Volkes legitimiert ist.- in der die Selbstzensur mündige Bürger*innen zu schweigenden Mitläufer*innen ummontiert hat.- in der unter dem Vorwand eines Individualitätsversprechens eine homogene und exklusive Gemeinschaft gewachsen ist.- in der eine glatte, reibungslose Oberfläche all den unliebsamen Schmutz abperlen lässt.- in der jeder schlechte Gedanke durch die nächste digitale Ablenkung getilgt wird.- in der es kein Innen und Außen, kein Oben und Unten, kein Gut und Böse gibt.- in der die lästige Suche nach Sinn und Bedeutung final abgeschlossen ist – in dieser Gesellschaft sprengt ein naives "Warum ist das eigentlich alles so?" die Grenzen des Sag- und Denkbaren. Guy Montag, ein "Jedermann" aus der spießigen Vorstadthölle, ist Feuerwehrmann und legt Brände, anstatt diese zu löschen. Seine Mission: Die Welt von Büchern befreien – bis die harmlose Begegnung mit einem kleinen Mädchen seine Welt ins Wanken bringt und zum Brandbeschleuniger eines unumkehrbaren Sinneswandels wird.


Kategorie: Schauspiel

Felix – der Glückliche –, Sohn eines bankrotten Schaumweinfabrikanten, ist Meister darin, den Menschen genau das vorzuspielen, was diese in ihm sehen wollen. Sein Glück ist, alles sein zu können in einer Welt der Fälschungen, die keine Wahrheit mehr kennt. So ist er, was er scheint, authentisch, indem er täuscht, Experte der kreativen Selbstvermarktung. Regisseur und Autor Alexander Eisenach wird ein Stück schreiben über die Figur des Hochstaplers als Inbegriff des modernen Menschen, der sich ununterbrochen selbst inszeniert (Premiere im Dezember). Als Auftakt dazu befasst er sich mit dem entsprechenden Paradebeispiel der Literaturgeschichte: Felix Krull – Thomas Manns hinreißende Parodie auf ein Künstlertum brillanter Äußerlichkeiten, die am Ende genau das erzeugen, was sie nicht sind: das Leben selbst – ein echter Schwindel.   We regularly present performances of "Felix Krull - Stunde der Hochstapler" with English surtitles. You can find the dates here. Our box office staff will be happy to tell you from which seats you will have a good sight-line to the surtitles. For the best view of both stage and surtitles, we recommend seats in the stalls (Parkett) from row 11, or in the balconies (1. Rang, 2. Rang). Seats in the side boxes have a partially obstructed view.


Kategorie: Schauspiel

"Ich bin geboren worden. Ich bin in das Geburtenregister eingetragen worden. Ich bin älter geworden." Was so unschuldig beginnt, ändert sich plötzlich: "Ich bin verantwortlich geworden. Ich bin schuldig geworden." Ein Start in die Auseinandersetzung mit höheren und niedrigeren Ordnungsmächten. Handkes teils vergnügliche, teils bittere Sprachkritik entstand vor 50 Jahren im Kontext von sprechenden Titeln wie Hilferufe, Weissagung und, berühmterweise, Publikumsbeschimpfung. Spielerisch schickt Peter Handke seine*n Sprecher*in zur Beichte und nötigt ihm oder ihr eine Selbstbezichtigung ab, wie totalitäre Regime sie ihren Sünder*innen abnehmen. Damit zeigt er etwa die Nähe von Katholizismus und Kommunismus auf und diskutiert die bigotten gesellschaftlichen Schuldbegriffe, bis hin zum eigenen Medium: "Gegen welche Gesetze des Theaters habe ich mich vergangen?" Diese Beichte kann im Theater nur das Publikum abnehmen. Eine Produktion des Volkstheater Wien.


Kategorie: Schauspiel

Mal ganz ehrlich: Wie viel in unserem Leben haben wir wirklich in der Hand? Ist alles nur Frage der Haltung oder der Perspektive? Wäre der gestrige Abend anders verlaufen, wenn wir uns anders verhalten hätten? Wir mehr auf unser Recht bestanden hätten oder, andersherum, defensiver gewesen wären? "Drei Mal Leben" begibt sich in genau dieses Experiment: Drei Mal freuen sich Henri und Sonja auf einen ruhigen Abend. Drei Mal klingelt es und die Finidoris stehen vor der Tür, bereit für ein gemeinsames Abendessen, zu dem Henri und Sonja eingeladen haben in der Hoffnung, der beruflich weitaus erfolgreichere Hubert könne Henris Karriere anschieben. Unglücklicherweise kommen die Gäste einen Tag zu früh. In drei Anläufen wird nun in wechselnden Allianzen und unterschiedlichen Manövern um Ruhm, Sex, Selbstachtung und Anerkennung gekämpft. Dabei verheddern sich alle Beteiligten nicht nur in den Erwartungen der Anderen, sondern auch in den eigenen Macken und Eitelkeiten. Yasmina Reza hat mit ihrer Komödie "Drei Mal Leben" ein Vexierbild gesellschaftlicher Rollenkonflikte geschaffen, das zwischen Witz und Banalität fast jeden menschlichen Abgrund eröffnet. In drei Variationen eines Abends begeben sich ihre Figuren auf die absurde Suche nach dem richtigen Leben im falschen, ringen um Selbstbestimmung und -verwirklichung innerhalb gesellschaftlicher Konventionen, die sie partout nicht loswerden.


Kategorie: Schauspiel

Für Paula Spencer ist mit 39 Jahren das meiste in ihrem Leben schon gelaufen. Und es ist nicht gut gelaufen. Den geblümten Schlafzimmervorhang, der im Sommerwind über ihrem Kinderbett wehte, hat es nie gegeben – aber die Übergriffe ihres Vaters. In der Schule wird sie knapp über Sonderklassenniveau eingestuft. Zwischen abgestumpften Lehrern und zudringlichen Banknachbarn trainiert sie schmutziges Denken und abgebrühtes Benehmen. Dann gründet sie mit ihrer Jugendliebe Charlo eine Familie. Und immer wieder sitzt sie im Krankenhaus und erklärt ihre Verletzungen damit, dass sie gegen eine Tür gelaufen sei. Nun ist Charlo tot und Paula beginnt zu sprechen. Booker-Preisträger Roddy Doyle erzählt die Geschichte einer alkoholsüchtigen Frau, die allen Widerwärtigkeiten und Demütigungen zum Trotz ihr Leben in die Hand nimmt. Fernab von Sentimentalitäten oder moralischen Zeigefingern veranschaulicht er einen Bewusstwerdungsprozess in harter Bodennähe, der sich zu einer präzisen Milieuschilderung verdichtet. Ein furioser Monolog über eine enttäuschte Liebe und den unermüdlichen Versuch, das Leben aus eigener Kraft in den Griff zu bekommen.


Kategorie: Schauspiel

Mehrmals im Monat finden EINBLICKE: PRAXIS-Workshops statt. Diese 90-minütigen Workshops stellen eine konkrete Annäherung an Inhalt und ästhetische Prinzipien der jeweiligen Inszenierung dar. Hier erforschen Sie inhaltliche Fragen genauso wie ästhetische Formen und analysieren Figuren des Stücks sowie einzelne Themenaspekte. Theaterpädagogische Spiele und Schauspielübungen vermitteln Ihnen einen praktischen Zugang zum Theater. So werden Sie temporär zu Schauspielerinnen und Schauspielern, erhalten durch selbstgespielte, kleine Szenen Einblicke in Inhalt und Spiel auf der Bühne und treten mit uns und untereinander in Austausch. Am 19. Dezember erforscht die Theaterpädagogin Geraldine Blomberg mit Ihnen theaterpraktisch die Inszenierung "Drei Mal Leben" in der Regie von Andrea Breth.


Kategorie: Workshop

Mal ganz ehrlich: Wie viel in unserem Leben haben wir wirklich in der Hand? Ist alles nur Frage der Haltung oder der Perspektive? Wäre der gestrige Abend anders verlaufen, wenn wir uns anders verhalten hätten? Wir mehr auf unser Recht bestanden hätten oder, andersherum, defensiver gewesen wären? "Drei Mal Leben" begibt sich in genau dieses Experiment: Drei Mal freuen sich Henri und Sonja auf einen ruhigen Abend. Drei Mal klingelt es und die Finidoris stehen vor der Tür, bereit für ein gemeinsames Abendessen, zu dem Henri und Sonja eingeladen haben in der Hoffnung, der beruflich weitaus erfolgreichere Hubert könne Henris Karriere anschieben. Unglücklicherweise kommen die Gäste einen Tag zu früh. In drei Anläufen wird nun in wechselnden Allianzen und unterschiedlichen Manövern um Ruhm, Sex, Selbstachtung und Anerkennung gekämpft. Dabei verheddern sich alle Beteiligten nicht nur in den Erwartungen der Anderen, sondern auch in den eigenen Macken und Eitelkeiten. Yasmina Reza hat mit ihrer Komödie "Drei Mal Leben" ein Vexierbild gesellschaftlicher Rollenkonflikte geschaffen, das zwischen Witz und Banalität fast jeden menschlichen Abgrund eröffnet. In drei Variationen eines Abends begeben sich ihre Figuren auf die absurde Suche nach dem richtigen Leben im falschen, ringen um Selbstbestimmung und -verwirklichung innerhalb gesellschaftlicher Konventionen, die sie partout nicht loswerden.


Kategorie: Schauspiel

Ausgehend von seiner assoziativen Erkundung der Hochstaplerfigur "Felix Krull" im Großen Haus fragt Alexander Eisenach nun weiter im Neuen Haus nach dem uns alle betreffenden Prinzip Krull: „Wann hat das angefangen, dass wir lügen? Ist die Erfindung der Lüge jener Moment, in dem sich das menschliche Bewusstsein manifestiert? Ist es der Moment, in dem wir beginnen aufrecht zu gehen? Uns unsere Umwelt zu Nutze zu machen und einen ungeheuren Zivilisationsprozess in Gang setzen? Haben wir uns über Jahrtausende an der Nase herumgeführt mit den Geschichten über uns selbst? Als Krone der Schöpfung? Ist dieses Menschheitstheater, dessen letzten Akt wir gerade sehen, nicht mehr als Hochstapelei?“


Kategorie: Schauspiel

Haben Sie Lust hinter die Kulissen des Berliner Ensembles zu schauen? Zu sehen, wie es auf, hinter und unter der Bühne, bei der Maske, im Kostümfundus oder bei der Requisite aussieht? Wir bieten regelmäßig Führungen an, die hinter die Kulissen des Theaterbetriebes gehen und Einblicke in die verschiedenen Abteilungen des Hauses eröffnen.                                  Die Führungen dauern 60 Minuten und kosten 5 Euro (ermäßigt 3 Euro). Karten können ausschließlich direkt über unsere Theaterkasse gebucht werden.


Kategorie: Führung

Von einer autoritären Regierung in einer Hetzjagd gebrandmarkt, werden Menschen vor die grausame Wahl gestellt, ihre Glaubensfreiheit oder ihr Zuhause aufzugeben. Für die Familie Rott eine unmenschliche Zerreißprobe. Großvater und Sohn leben ihren Glauben im Verborgenen. Nun geht es auf einmal um nichts weniger als um die existenzielle Beziehung jedes Familienmitglieds zur Welt. Welche Bindung ist die (über-)lebenswichtigste: diejenige an Menschen, an Räume, an Dinge, an Werte oder Überzeugungen? Schönherrs Volkstück über die Vertreibung österreichischer Protestanten durch die Katholiken 1837 erinnert an die Gewalt, die Christen erfuhren – durch Christen mitten in Europa.


Kategorie: Schauspiel

Ausgehend von seiner assoziativen Erkundung der Hochstaplerfigur "Felix Krull" im Großen Haus fragt Alexander Eisenach nun weiter im Neuen Haus nach dem uns alle betreffenden Prinzip Krull: „Wann hat das angefangen, dass wir lügen? Ist die Erfindung der Lüge jener Moment, in dem sich das menschliche Bewusstsein manifestiert? Ist es der Moment, in dem wir beginnen aufrecht zu gehen? Uns unsere Umwelt zu Nutze zu machen und einen ungeheuren Zivilisationsprozess in Gang setzen? Haben wir uns über Jahrtausende an der Nase herumgeführt mit den Geschichten über uns selbst? Als Krone der Schöpfung? Ist dieses Menschheitstheater, dessen letzten Akt wir gerade sehen, nicht mehr als Hochstapelei?“


Kategorie: Schauspiel

Bertolt Brechts expressive Bühnenballade "Baal", benannt nach dem syrischen Fruchtbarkeitsgott, dessen Abbild in der Augsburger Dachkammer des frühreifen Stückeschreibers über dem Bett hing, erzählt vom Leben eines Künstlers – irrlichternd zwischen Genie und Wahnsinn. Von panischem Glücksverlangen besessen lebt Baal ein Leben, ganz im Zeichen der Kunst, das zwischen Rausch und Absturz wenig (Zwischen-)Menschlichem Raum lässt. Verhalten und Lebensweg Baals verstoßen gegen die moralischen und sozialen Normen seiner Zeit – und nicht nur dieser. Die Figur Baal kann sinnbildlich für eine Gesellschaft gelesen werden, in der die Bedeutung des Individuums den Wert der Gemeinschaft gesprengt hat und Solidarität nur noch ein lästiges Schlagwort alter Tage ist. "Die Lebenskunst Baals", erläutert Brecht 1954, "teilt das Geschick aller anderen Künste im Kapitalismus: sie wird befehdet. Er ist asozial, aber in einer asozialen Gesellschaft." Heutzutage stellt sich die Frage nach dem kleinsten gemeinsamen Nenner zwischen Menschen neu. Die Frage nach Respekt und Solidarität, nach der Möglichkeit und Notwendigkeit einer Begegnung auf Augenhöhe von Mensch zu Mensch. Ein Frage, mit der sich Regisseur Ersan Mondtag in seiner Interpretation des Stoffes auseinandersetzen will.   We regularly present performances of "Baal" with English surtitles. You can find the dates here. Our box office staff will be happy to tell you from which seats you will have a good sight-line to the surtitles. For the best view of both stage and surtitles, we recommend seats in the stalls (Parkett) from row 11, or in the balconies (1. Rang, 2. Rang). Seats in the side boxes have a partially obstructed view.


Kategorie: Schauspiel

Ausgehend von seiner assoziativen Erkundung der Hochstaplerfigur "Felix Krull" im Großen Haus fragt Alexander Eisenach nun weiter im Neuen Haus nach dem uns alle betreffenden Prinzip Krull: „Wann hat das angefangen, dass wir lügen? Ist die Erfindung der Lüge jener Moment, in dem sich das menschliche Bewusstsein manifestiert? Ist es der Moment, in dem wir beginnen aufrecht zu gehen? Uns unsere Umwelt zu Nutze zu machen und einen ungeheuren Zivilisationsprozess in Gang setzen? Haben wir uns über Jahrtausende an der Nase herumgeführt mit den Geschichten über uns selbst? Als Krone der Schöpfung? Ist dieses Menschheitstheater, dessen letzten Akt wir gerade sehen, nicht mehr als Hochstapelei?“


Kategorie: Schauspiel

Bertolt Brechts expressive Bühnenballade "Baal", benannt nach dem syrischen Fruchtbarkeitsgott, dessen Abbild in der Augsburger Dachkammer des frühreifen Stückeschreibers über dem Bett hing, erzählt vom Leben eines Künstlers – irrlichternd zwischen Genie und Wahnsinn. Von panischem Glücksverlangen besessen lebt Baal ein Leben, ganz im Zeichen der Kunst, das zwischen Rausch und Absturz wenig (Zwischen-)Menschlichem Raum lässt. Verhalten und Lebensweg Baals verstoßen gegen die moralischen und sozialen Normen seiner Zeit – und nicht nur dieser. Die Figur Baal kann sinnbildlich für eine Gesellschaft gelesen werden, in der die Bedeutung des Individuums den Wert der Gemeinschaft gesprengt hat und Solidarität nur noch ein lästiges Schlagwort alter Tage ist. "Die Lebenskunst Baals", erläutert Brecht 1954, "teilt das Geschick aller anderen Künste im Kapitalismus: sie wird befehdet. Er ist asozial, aber in einer asozialen Gesellschaft." Heutzutage stellt sich die Frage nach dem kleinsten gemeinsamen Nenner zwischen Menschen neu. Die Frage nach Respekt und Solidarität, nach der Möglichkeit und Notwendigkeit einer Begegnung auf Augenhöhe von Mensch zu Mensch. Ein Frage, mit der sich Regisseur Ersan Mondtag in seiner Interpretation des Stoffes auseinandersetzen will.   We regularly present performances of "Baal" with English surtitles. You can find the dates here. Our box office staff will be happy to tell you from which seats you will have a good sight-line to the surtitles. For the best view of both stage and surtitles, we recommend seats in the stalls (Parkett) from row 11, or in the balconies (1. Rang, 2. Rang). Seats in the side boxes have a partially obstructed view.


Kategorie: Schauspiel

"Auf der Straße" untersucht das Thema der Wohnungslosigkeit und Obdachlosigkeit in Berlin. Was passiert mit einem Menschen, der sein Zuhause und damit seinen Schutzraum verliert? Inwiefern bedeutet der Verlust von Wohnraum den Verlust von Existenz? Warum sind Menschen, die Hilfe benötigen, sich selbst überlassen – in einem der reichsten Länder Europas? Was treibt eine Gesellschaft dazu an, sich zu entsolidarisieren? Und was hat diese Entwicklung mit jedem Einzelnen von uns zu tun? Von Wohnungs- und Obdachlosigkeit betroffene Menschen entwerfen gemeinsam mit SchauspielerInnen des Berliner Ensembles verschiedene Perspektiven auf dieses Thema – Schlaglichter einer gesellschaftlichen Debatte, die sich im Kern um die Fragen nach einem sozialen Miteinander und einer solidarischen Gesellschaft dreht.


Kategorie: Schauspiel

Zwei Jungs haben sich geprügelt und der eine hat dem anderen einen Zahn ausgeschlagen. Nun treffen sich die Eltern, um in aller Ruhe und vernünftig über den Vorfall und die Konsequenzen für die beiden Buben zu sprechen. Aber es ist gar nicht so einfach herauszufinden, wer der Schuldige ist, wer den Streit angezettelt hat. Und sind nicht gar Alain und Annettes Eheprobleme Auslöser für das ruppige Verhalten ihres Sohnes? Die Situation zwischen den Paaren wird immer angespannter. Nach und nach offenbaren sich immer neue Details ihres angeblichen harmonischen Familienlebens. So hat Michel den Hamster seiner Tochter heimlich ausgesetzt und der Anwalt Alain telefoniert ständig, weil er einen Pharmakonzern mit einem gesundheitsschädlichen Medikament vertritt. Aus Sticheleien werden Wortgefechte, die sogar in Handgreiflichkeiten münden. Und so nimmt der Nachmittag unter zivilisierten Menschen unserer westlichen Gesellschaft einen, gelinde gesagt, unangenehmen Verlauf.


Kategorie: Schauspiel

Längst vorbei ist das Leben in vererbtem Wohlstand, als sich Blanche bei ihrer Schwester Stella einquartiert. Diese lebt mit ihrem Mann, dem polnischen Einwanderer und Fabrikarbeiter Stanley auf engstem Raum in einem heruntergekommenen Viertel. Blanches Selbstbild kultureller Überlegenheit, die Attitüden ihrer besseren Herkunft wie auch ihre kapriziöse Verklärtheit, Intimitätssucht und Hilflosigkeit provozieren Stanleys Angriffslust bis zum Äußersten. In einer Welt, die den Traum vom individuell machbaren Erfolg unabhängig aller Umstände nachhaltig schürt, stört Blanche wider Willen als Zeugin eines unaufhaltsamen Verfalls. Dass dieser Traum längst geplatzt ist und man sich schon seit einiger Zeit in einer sozialen Sackgasse befindet, lassen beide nur für den jeweils andern gelten, den sie genau deswegen fürchten, hassen und bekriegen. Nach seiner Eröffnungsinszenierung mit Brechts "Kreidekreis" inszeniert Michael Thalheimer nun den Sturzflug zweier Menschen aus einer Gesellschaft ohne Haftung.   We regularly present performances of "A streetcar named desire" with English surtitles. You can find the dates here. Our box office staff will be happy to tell you from which seats you will have a good sight-line to the surtitles. For the best view of both stage and surtitles, we recommend seats in the stalls (Parkett) from row 11, or in the balconies (1. Rang, 2. Rang). Seats in the side boxes have a partially obstructed view.


Kategorie: Schauspiel

"Auf der Straße" untersucht das Thema der Wohnungslosigkeit und Obdachlosigkeit in Berlin. Was passiert mit einem Menschen, der sein Zuhause und damit seinen Schutzraum verliert? Inwiefern bedeutet der Verlust von Wohnraum den Verlust von Existenz? Warum sind Menschen, die Hilfe benötigen, sich selbst überlassen – in einem der reichsten Länder Europas? Was treibt eine Gesellschaft dazu an, sich zu entsolidarisieren? Und was hat diese Entwicklung mit jedem Einzelnen von uns zu tun? Von Wohnungs- und Obdachlosigkeit betroffene Menschen entwerfen gemeinsam mit SchauspielerInnen des Berliner Ensembles verschiedene Perspektiven auf dieses Thema – Schlaglichter einer gesellschaftlichen Debatte, die sich im Kern um die Fragen nach einem sozialen Miteinander und einer solidarischen Gesellschaft dreht.


Kategorie: Schauspiel

Sie wollen einmal hinter die Kulissen des Berliner Ensembles schauen? Wir bieten regelmäßig öffentliche Führungen mit Werner Riemann an, der seit über 60 Jahren am Haus ist und von Bertolt Brecht und Helene Weigel persönlich eingestellt wurde. Die Führungen kosten 5 Euro pro Person, ermäßigt 3 Euro und können nur direkt über die Theaterkasse gebucht werden. THEATERKASSE IM BERLINER ENSEMBLE Bertolt-Brecht-Platz 1, 10117 Berlin Montag bis Samstag 10.00 bis 18.30 Uhr Telefon 030/284-08-155 Fax 030/284-08-115 E-Mail theaterkasse@berliner-ensemble.de


Kategorie: Führung

Längst vorbei ist das Leben in vererbtem Wohlstand, als sich Blanche bei ihrer Schwester Stella einquartiert. Diese lebt mit ihrem Mann, dem polnischen Einwanderer und Fabrikarbeiter Stanley auf engstem Raum in einem heruntergekommenen Viertel. Blanches Selbstbild kultureller Überlegenheit, die Attitüden ihrer besseren Herkunft wie auch ihre kapriziöse Verklärtheit, Intimitätssucht und Hilflosigkeit provozieren Stanleys Angriffslust bis zum Äußersten. In einer Welt, die den Traum vom individuell machbaren Erfolg unabhängig aller Umstände nachhaltig schürt, stört Blanche wider Willen als Zeugin eines unaufhaltsamen Verfalls. Dass dieser Traum längst geplatzt ist und man sich schon seit einiger Zeit in einer sozialen Sackgasse befindet, lassen beide nur für den jeweils andern gelten, den sie genau deswegen fürchten, hassen und bekriegen. Nach seiner Eröffnungsinszenierung mit Brechts "Kreidekreis" inszeniert Michael Thalheimer nun den Sturzflug zweier Menschen aus einer Gesellschaft ohne Haftung.   We regularly present performances of "A streetcar named desire" with English surtitles. You can find the dates here. Our box office staff will be happy to tell you from which seats you will have a good sight-line to the surtitles. For the best view of both stage and surtitles, we recommend seats in the stalls (Parkett) from row 11, or in the balconies (1. Rang, 2. Rang). Seats in the side boxes have a partially obstructed view.


Kategorie: Schauspiel

Mit unserem neuen Format EINBLICKE: OPEN SPACE schaffen wir ab November zweimal im Monat einen Raum zum gemeinsamen Experimentieren und Theaterspielen. Wir öffnen unseren Werkraum für alle, die Lust haben das Theaterspielen kennenzulernen und selbst auszuprobieren. Wir widmen uns unterschiedlichen Theaterstilen, testen das Improvisieren und fokussieren uns mal auf die Gestik und Mimik, mal auf die Stimme und mal auf den Text. Jüngere und ältere, Theaterneulinge und Theatererfahrene – alle sind willkommen!


Kategorie: Workshop

"Auf der Straße" untersucht das Thema der Wohnungslosigkeit und Obdachlosigkeit in Berlin. Was passiert mit einem Menschen, der sein Zuhause und damit seinen Schutzraum verliert? Inwiefern bedeutet der Verlust von Wohnraum den Verlust von Existenz? Warum sind Menschen, die Hilfe benötigen, sich selbst überlassen – in einem der reichsten Länder Europas? Was treibt eine Gesellschaft dazu an, sich zu entsolidarisieren? Und was hat diese Entwicklung mit jedem Einzelnen von uns zu tun? Von Wohnungs- und Obdachlosigkeit betroffene Menschen entwerfen gemeinsam mit SchauspielerInnen des Berliner Ensembles verschiedene Perspektiven auf dieses Thema – Schlaglichter einer gesellschaftlichen Debatte, die sich im Kern um die Fragen nach einem sozialen Miteinander und einer solidarischen Gesellschaft dreht.


Kategorie: Schauspiel

Mehrmals im Monat finden EINBLICKE: PRAXIS-Workshops statt. Diese 90-minütigen Workshops stellen eine konkrete Annäherung an Inhalt und ästhetische Prinzipien der jeweiligen Inszenierung dar. Hier erforschen Sie inhaltliche Fragen genauso wie ästhetische Formen und analysieren Figuren des Stücks sowie einzelne Themenaspekte. Theaterpädagogische Spiele und Schauspielübungen vermitteln Ihnen einen praktischen Zugang zum Theater. So werden Sie temporär zu Schauspielerinnen und Schauspielern, erhalten durch selbstgespielte, kleine Szenen Einblicke in Inhalt und Spiel auf der Bühne und treten mit uns und untereinander in Austausch. Am 24. Januar erforscht die Theaterpädagogin Geraldine Blomberg mit Ihnen theaterpraktisch die Inszenierung "Stunde der Hochstapler" von Alexander Eisenach.


Kategorie: Workshop

Von einer autoritären Regierung in einer Hetzjagd gebrandmarkt, werden Menschen vor die grausame Wahl gestellt, ihre Glaubensfreiheit oder ihr Zuhause aufzugeben. Für die Familie Rott eine unmenschliche Zerreißprobe. Großvater und Sohn leben ihren Glauben im Verborgenen. Nun geht es auf einmal um nichts weniger als um die existenzielle Beziehung jedes Familienmitglieds zur Welt. Welche Bindung ist die (über-)lebenswichtigste: diejenige an Menschen, an Räume, an Dinge, an Werte oder Überzeugungen? Schönherrs Volkstück über die Vertreibung österreichischer Protestanten durch die Katholiken 1837 erinnert an die Gewalt, die Christen erfuhren – durch Christen mitten in Europa.


Kategorie: Schauspiel

Ausgehend von seiner assoziativen Erkundung der Hochstaplerfigur "Felix Krull" im Großen Haus fragt Alexander Eisenach nun weiter im Neuen Haus nach dem uns alle betreffenden Prinzip Krull: „Wann hat das angefangen, dass wir lügen? Ist die Erfindung der Lüge jener Moment, in dem sich das menschliche Bewusstsein manifestiert? Ist es der Moment, in dem wir beginnen aufrecht zu gehen? Uns unsere Umwelt zu Nutze zu machen und einen ungeheuren Zivilisationsprozess in Gang setzen? Haben wir uns über Jahrtausende an der Nase herumgeführt mit den Geschichten über uns selbst? Als Krone der Schöpfung? Ist dieses Menschheitstheater, dessen letzten Akt wir gerade sehen, nicht mehr als Hochstapelei?“


Kategorie: Schauspiel

Mal ganz ehrlich: Wie viel in unserem Leben haben wir wirklich in der Hand? Ist alles nur Frage der Haltung oder der Perspektive? Wäre der gestrige Abend anders verlaufen, wenn wir uns anders verhalten hätten? Wir mehr auf unser Recht bestanden hätten oder, andersherum, defensiver gewesen wären? "Drei Mal Leben" begibt sich in genau dieses Experiment: Drei Mal freuen sich Henri und Sonja auf einen ruhigen Abend. Drei Mal klingelt es und die Finidoris stehen vor der Tür, bereit für ein gemeinsames Abendessen, zu dem Henri und Sonja eingeladen haben in der Hoffnung, der beruflich weitaus erfolgreichere Hubert könne Henris Karriere anschieben. Unglücklicherweise kommen die Gäste einen Tag zu früh. In drei Anläufen wird nun in wechselnden Allianzen und unterschiedlichen Manövern um Ruhm, Sex, Selbstachtung und Anerkennung gekämpft. Dabei verheddern sich alle Beteiligten nicht nur in den Erwartungen der Anderen, sondern auch in den eigenen Macken und Eitelkeiten. Yasmina Reza hat mit ihrer Komödie "Drei Mal Leben" ein Vexierbild gesellschaftlicher Rollenkonflikte geschaffen, das zwischen Witz und Banalität fast jeden menschlichen Abgrund eröffnet. In drei Variationen eines Abends begeben sich ihre Figuren auf die absurde Suche nach dem richtigen Leben im falschen, ringen um Selbstbestimmung und -verwirklichung innerhalb gesellschaftlicher Konventionen, die sie partout nicht loswerden.


Kategorie: Schauspiel

Ausgehend von seiner assoziativen Erkundung der Hochstaplerfigur "Felix Krull" im Großen Haus fragt Alexander Eisenach nun weiter im Neuen Haus nach dem uns alle betreffenden Prinzip Krull: „Wann hat das angefangen, dass wir lügen? Ist die Erfindung der Lüge jener Moment, in dem sich das menschliche Bewusstsein manifestiert? Ist es der Moment, in dem wir beginnen aufrecht zu gehen? Uns unsere Umwelt zu Nutze zu machen und einen ungeheuren Zivilisationsprozess in Gang setzen? Haben wir uns über Jahrtausende an der Nase herumgeführt mit den Geschichten über uns selbst? Als Krone der Schöpfung? Ist dieses Menschheitstheater, dessen letzten Akt wir gerade sehen, nicht mehr als Hochstapelei?“


Kategorie: Schauspiel

Sie wollen einmal hinter die Kulissen des Berliner Ensembles schauen? Wir bieten regelmäßig öffentliche Führungen mit Werner Riemann an, der seit über 60 Jahren am Haus ist und von Bertolt Brecht und Helene Weigel persönlich eingestellt wurde. Die Führungen kosten 5 Euro pro Person, ermäßigt 3 Euro und können nur direkt über die Theaterkasse gebucht werden. THEATERKASSE IM BERLINER ENSEMBLE Bertolt-Brecht-Platz 1, 10117 Berlin Montag bis Samstag 10.00 bis 18.30 Uhr Telefon 030/284-08-155 Fax 030/284-08-115 E-Mail theaterkasse@berliner-ensemble.de


Kategorie: Führung

"Die Wurzeln sind in den Verfolgern zu suchen, nicht in den Opfern", schrieb Adorno über die Frage, wie Auschwitz geschehen konnte. Die zentrale Frage ist dementsprechend, wie es heute um das Bewusstsein der Gefährdung steht: Wie viel Kraft hat das Gedenken an Auschwitz noch heute? Wie steht es um die Aufklärung? Wie lässt sich das Wiederaufflammen von Nationalismus und Antisemitismus angesichts des allseitigen Versprechens des "nie wieder" erklären?    Was bedeutet "Auschwitz“ heute? Ist es ein Zufall, dass in dem Moment, in dem die letzten Überlebenden von der Bildfläche verschwinden, auch das  „nie wieder“ zu verblassen scheint? Kann man aus der Geschichte lernen? Wiederholt sich Geschichte? Wie wandelt man schuldbewusste Trauer über das Geschehene in wehrhaften Widerspruch?   MIT Olga Grjasnowa (Autorin), Herfried Münkler (Politikwissenschaftler), Lea Wohl von Haselberg (Film- und Medienwissenschaftlerin) MODERATION Kristina Meyer (Historikerin)   Die Veranstaltung findet im Rahmen des Thementages "Entsicherte Gesellschaft" statt.


Kategorie: Diskussion

"Die Wurzeln sind in den Verfolgern zu suchen, nicht in den Opfern", schrieb Adorno über die Frage, wie Auschwitz geschehen konnte. Die zentrale Frage ist dementsprechend, wie es heute um das Bewusstsein der Gefährdung steht: Wie viel Kraft hat das Gedenken an Auschwitz noch heute? Wie steht es um die Aufklärung? Wie lässt sich das Wiederaufflammen von Nationalismus und Antisemitismus angesichts des allseitigen Versprechens des "nie wieder" erklären?    Sind die Errungenschaften der Aufklärung und Moderne in Gefahr? Verlieren sie an Wert, Bedeutung und Einfluss? Woran liegt das? Welche gesellschaftlichen und politischen Paradigmen führen zur Regression der liberalen Demokratien? Was lässt sich illiberalen und antidemokratischen Bewegungen entgegensetzen? MIT Rahel Jaeggi (Philosophin), Robert Misik (Autor & Journalist), Matthias Quent (Soziologe) MODERATION Caterina Lobenstein (die Zeit)   Die Veranstaltung findet im Rahmen des Thementages "Entsicherte Gesellschaft" statt.


Kategorie: Diskussion

"Die Wurzeln sind in den Verfolgern zu suchen, nicht in den Opfern“, schrieb Adorno über die Frage, wie Auschwitz geschehen konnte. Die zentrale Frage ist dementsprechend, wie es heute um das Bewusstsein der Gefährdung steht: Wie viel Kraft hat das Gedenken an Auschwitz noch heute? Wie steht es um die Aufklärung? Wie lässt sich das Wiederaufflammen von Nationalismus und Antisemitismus angesichts des allseitigen Versprechens des "nie wieder“ erklären?   Lange galt Antisemitismus als behobenes Problem, das  nur bei Extremist*innen am äußersten Rand zu finden sei. Mit den regressiven Kräften europaweit, drängt auch der offene Antisemitismus wieder in die Mitte der Gesellschaft. Wer sind die Akteur*innen? Was ist Antisemitismus überhaupt? Was unterscheidet ihn von Rassismus?  MIT Michel Friedman (Publizist & Jurist), Stefanie Schüler-Springorum (Historikerin), Lukas Rietzschel (Autor) MODERATION Malene Gürgen (taz)   Die Veranstaltung findet im Rahmen des Thementages "Entsicherte Gesellschaft" statt


Kategorie: Diskussion

Mal ganz ehrlich: Wie viel in unserem Leben haben wir wirklich in der Hand? Ist alles nur Frage der Haltung oder der Perspektive? Wäre der gestrige Abend anders verlaufen, wenn wir uns anders verhalten hätten? Wir mehr auf unser Recht bestanden hätten oder, andersherum, defensiver gewesen wären? "Drei Mal Leben" begibt sich in genau dieses Experiment: Drei Mal freuen sich Henri und Sonja auf einen ruhigen Abend. Drei Mal klingelt es und die Finidoris stehen vor der Tür, bereit für ein gemeinsames Abendessen, zu dem Henri und Sonja eingeladen haben in der Hoffnung, der beruflich weitaus erfolgreichere Hubert könne Henris Karriere anschieben. Unglücklicherweise kommen die Gäste einen Tag zu früh. In drei Anläufen wird nun in wechselnden Allianzen und unterschiedlichen Manövern um Ruhm, Sex, Selbstachtung und Anerkennung gekämpft. Dabei verheddern sich alle Beteiligten nicht nur in den Erwartungen der Anderen, sondern auch in den eigenen Macken und Eitelkeiten. Yasmina Reza hat mit ihrer Komödie "Drei Mal Leben" ein Vexierbild gesellschaftlicher Rollenkonflikte geschaffen, das zwischen Witz und Banalität fast jeden menschlichen Abgrund eröffnet. In drei Variationen eines Abends begeben sich ihre Figuren auf die absurde Suche nach dem richtigen Leben im falschen, ringen um Selbstbestimmung und -verwirklichung innerhalb gesellschaftlicher Konventionen, die sie partout nicht loswerden.


Kategorie: Schauspiel

"Die Wurzeln sind in den Verfolgern zu suchen, nicht in den Opfern“, schrieb Adorno über die Frage, wie Auschwitz geschehen konnte. Die zentrale Frage ist dementsprechend, wie es heute um das Bewusstsein der Gefährdung steht: Wie viel Kraft hat das Gedenken an Auschwitz noch heute? Wie steht es um die Aufklärung? Wie lässt sich das Wiederaufflammen von Nationalismus und Antisemitismus angesichts des allseitigen Versprechens des "nie wieder“ erklären?     Der jüdische Kaufmann Otto Silbermann, ein angesehenes Mitglied der Gesellschaft, wird in Folge der Novemberpogrome 1938 aus seiner Wohnung vertrieben. Auf der Flucht irrt er durch Deutschland und sieht sich mit den Fragen von Existenz, Verrat und Freundschaft konfrontiert. KONZEPT Oliver Kraushaar MIT Oliver Kraushaar, Veit Schubert u.a.   Die Veranstaltung findet im Rahmen des Thementages "Entsicherte Gesellschaft" statt.


Kategorie: Szenische Lesung

Ausgehend von seiner assoziativen Erkundung der Hochstaplerfigur "Felix Krull" im Großen Haus fragt Alexander Eisenach nun weiter im Neuen Haus nach dem uns alle betreffenden Prinzip Krull: „Wann hat das angefangen, dass wir lügen? Ist die Erfindung der Lüge jener Moment, in dem sich das menschliche Bewusstsein manifestiert? Ist es der Moment, in dem wir beginnen aufrecht zu gehen? Uns unsere Umwelt zu Nutze zu machen und einen ungeheuren Zivilisationsprozess in Gang setzen? Haben wir uns über Jahrtausende an der Nase herumgeführt mit den Geschichten über uns selbst? Als Krone der Schöpfung? Ist dieses Menschheitstheater, dessen letzten Akt wir gerade sehen, nicht mehr als Hochstapelei?“


Kategorie: Schauspiel

Im Mai feierte der legendäre "Ballroom Schmitz" sein lang ersehntes Comeback. Vor ca. 100 Jahren war die beliebte Live Radio-Show zugleich Attraktion und Institution am Theater am Schiffbauerdamm. Der Gründer des Radioclubs Bernhard "Bernie" Schmitz – von Haus aus Tanzlehrer, Eiskunstlaufamateur, Rundfunkpionier – stand in engem Kontakt mit den unsichtbaren Kräften des Universums. Berühmt sind seine Experimente zur Überwindung der Schwerkraft und die Entwicklung der Ätherwellengeige. Dr. Schliemann, Schmitzforscher, ist es zu verdanken, dass der Ballroom Schmitz endlich wieder an das BE zurückkehrt. Eröffnet wird live on air mit einer Jubiläumsveranstaltung, die in Wort, Tanz und Gesang die Geschichte des Ballrooms rekapituliert.


Kategorie: Schauspiel

Denken wir uns eine Gesellschaft, in der die Diktatur durch den Willen des Volkes legitimiert ist.- in der die Selbstzensur mündige Bürger*innen zu schweigenden Mitläufer*innen ummontiert hat.- in der unter dem Vorwand eines Individualitätsversprechens eine homogene und exklusive Gemeinschaft gewachsen ist.- in der eine glatte, reibungslose Oberfläche all den unliebsamen Schmutz abperlen lässt.- in der jeder schlechte Gedanke durch die nächste digitale Ablenkung getilgt wird.- in der es kein Innen und Außen, kein Oben und Unten, kein Gut und Böse gibt.- in der die lästige Suche nach Sinn und Bedeutung final abgeschlossen ist – in dieser Gesellschaft sprengt ein naives "Warum ist das eigentlich alles so?" die Grenzen des Sag- und Denkbaren. Guy Montag, ein "Jedermann" aus der spießigen Vorstadthölle, ist Feuerwehrmann und legt Brände, anstatt diese zu löschen. Seine Mission: Die Welt von Büchern befreien – bis die harmlose Begegnung mit einem kleinen Mädchen seine Welt ins Wanken bringt und zum Brandbeschleuniger eines unumkehrbaren Sinneswandels wird.


Kategorie: Schauspiel

Fünftes Jahrtausend: Unsere Erde ist infolge von Kriegen, Atomexplosionen und einer verschobenen Erdachse klimatisch und geologisch mutiert. Die Meere sind bis auf kümmerliche Reste von Wasser verschwunden. Zwei Menschenarten existieren noch: die Wilden, die vorzivilisatorisch in Ruinen des 21. Jahrhunderts vor sich hin vegetieren, und die Neo-Menschen, die isoliert in autarken Hightech-Stationen leben. Der Neo-Mensch, aus gentechnischen Experimenten einer religiösen Sekte entstanden, deckt seinen Energiebedarf durch Fotosynthese. Gefühle wie Liebe oder Hass sind ihm fremd, er kommuniziert virtuell und verfügt über keinerlei körperliche Kontakte. Wenn ein Neo-Mensch stirbt, wird zeitgleich in Central City anhand des gespeicherten genetischen Codes eine 18-jährige Kopie  erzeugt und so der Tod nivelliert. Der Erzähler Daniel, ein tieftrauriger Komiker, blickt – bereits zum 24. Mal geklont – zurück auf unsere untergegangene Welt. "Die Möglichkeit einer Insel" ist nicht nur Science-Fiction, sondern auch ein Roman über die gnadenlose Angst vor dem  Altern in einer Gesellschaft, in welcher das letzte Tabu die  Unumkehrbarkeit der Vergänglichkeit ist. Der Abgrund zwischen dem obsessiven Jugendkult einer überalterten Gesellschaft und der Sehnsucht nach bedingungsloser Liebe lässt sich nicht mehr überbrücken, die Insel des Glücks bleibt Fiktion.   We regularly present performances of "The possibility of an island" with English surtitles. You can find the dates here. Our box office staff will be happy to tell you from which seats you will have a good sight-line to the surtitles. For the best view of both stage and surtitles, we recommend seats in the balcony (1. Rang). Seats in the side boxes have a partially obstructed view.


Kategorie: Schauspiel

Warum radikalisieren sich junge Menschen? In Deutschland, aber auch weltweit, schüren die neue und die alte Rechte erneut Hass gegen Minderheiten und Fremde, predigen Gewalt und reden einer toxischen, kriegerischen Männlichkeit das Wort. Wer sind diese jungen Menschen und was wollen sie? Wird ihre Radikalisierung durch bestimmte familiäre Konstellationen begünstigt? Welche Rolle spielen die Mütter dabei, und welche die Väter? Wie gehen Mütter mit der Radikalisierung ihrer Kinder um? Die für ihre Arbeit typische intensive Recherche wird Karen Breece zu neuen und alten Rechten führen, zu Neonazi-Aussteigerinnen und -Aussteigern  und ihren Familien sowie u.a. zu  Menschen, die sich in Aussteigewilligen-Programmen engagieren.- genauso aber auch zu Familien, die Opfer rechter Gewalt wurden. Auf der Basis der Interviews und Gespräche mit diesen Expertinnen und Experten wird sie einen Text entwickeln und auf die Bühne bringen. Ein sehr persönliches und zutiefst politisches Statement zu Deutschland im Herbst 2019.


Kategorie: Schauspiel

Warum radikalisieren sich junge Menschen? In Deutschland, aber auch weltweit, schüren die neue und die alte Rechte erneut Hass gegen Minderheiten und Fremde, predigen Gewalt und reden einer toxischen, kriegerischen Männlichkeit das Wort. Wer sind diese jungen Menschen und was wollen sie? Wird ihre Radikalisierung durch bestimmte familiäre Konstellationen begünstigt? Welche Rolle spielen die Mütter dabei, und welche die Väter? Wie gehen Mütter mit der Radikalisierung ihrer Kinder um? Die für ihre Arbeit typische intensive Recherche wird Karen Breece zu neuen und alten Rechten führen, zu Neonazi-Aussteigerinnen und -Aussteigern  und ihren Familien sowie u.a. zu  Menschen, die sich in Aussteigewilligen-Programmen engagieren.- genauso aber auch zu Familien, die Opfer rechter Gewalt wurden. Auf der Basis der Interviews und Gespräche mit diesen Expertinnen und Experten wird sie einen Text entwickeln und auf die Bühne bringen. Ein sehr persönliches und zutiefst politisches Statement zu Deutschland im Herbst 2019.


Kategorie: Schauspiel

"Wir vernichten, was wir lieben", so brachte die Schriftstellerin Christa Wolf das Thema von Kleists Penthesilea auf den Punkt. Es ist eine kriegerische, auf Gewalt beruhende Welt, in der die Amazonenkönigin und der griechische Heerführer Achill wie zwei Gestirne aufeinanderprallen und an ihrer fatal entgrenzten Liebe zueinander schier verglühen. Auf dem Schlachtfeld müssen die Amazonen ihre Männer finden und besiegen, so will es das Gesetz. Kriegsheld Achill hat noch nie ein Gefecht verloren. Er fordert Penthesilea zum Zweikampf, in den er jedoch unbewaffnet zieht, um sich ihr als Unterlegener preiszugeben. Dies Liebesgeständnis verkennend tötet ihn die Amazone blind vor Leidenschaft in mörderischer Ekstase.  Michael Thalheimer inszeniert Kleists sprachliches Meisterwerk in einer auf drei Personen konzentrierten Fassung.


Kategorie: Schauspiel

Ein weißes Blatt Papier, ein leerer Raum und plötzlich ist da etwas – eine Idee, ein Text, der unbedingt raus muss. Und schnell soll es gehen, am besten sofort, solange die Idee noch frisch ist. Im WERKRAUM findet das Ensemble einen Ort für alles, was plötzlich auf-poppt und auf die Bühne drängt. VON David Foster Wallace ES LIEST Wolfgang Michael EINRICHTUNG Akin Isletme


Kategorie: Lesung

"Wir vernichten, was wir lieben", so brachte die Schriftstellerin Christa Wolf das Thema von Kleists Penthesilea auf den Punkt. Es ist eine kriegerische, auf Gewalt beruhende Welt, in der die Amazonenkönigin und der griechische Heerführer Achill wie zwei Gestirne aufeinanderprallen und an ihrer fatal entgrenzten Liebe zueinander schier verglühen. Auf dem Schlachtfeld müssen die Amazonen ihre Männer finden und besiegen, so will es das Gesetz. Kriegsheld Achill hat noch nie ein Gefecht verloren. Er fordert Penthesilea zum Zweikampf, in den er jedoch unbewaffnet zieht, um sich ihr als Unterlegener preiszugeben. Dies Liebesgeständnis verkennend tötet ihn die Amazone blind vor Leidenschaft in mörderischer Ekstase.  Michael Thalheimer inszeniert Kleists sprachliches Meisterwerk in einer auf drei Personen konzentrierten Fassung.


Kategorie: Schauspiel

Von einer autoritären Regierung in einer Hetzjagd gebrandmarkt, werden Menschen vor die grausame Wahl gestellt, ihre Glaubensfreiheit oder ihr Zuhause aufzugeben. Für die Familie Rott eine unmenschliche Zerreißprobe. Großvater und Sohn leben ihren Glauben im Verborgenen. Nun geht es auf einmal um nichts weniger als um die existenzielle Beziehung jedes Familienmitglieds zur Welt. Welche Bindung ist die (über-)lebenswichtigste: diejenige an Menschen, an Räume, an Dinge, an Werte oder Überzeugungen? Schönherrs Volkstück über die Vertreibung österreichischer Protestanten durch die Katholiken 1837 erinnert an die Gewalt, die Christen erfuhren – durch Christen mitten in Europa.


Kategorie: Schauspiel

Die Fridays For Future-Bewegung hat sich in kurzer Zeit zur  größten globalen Bewegung entwickelt, die es jemals gab.  Währenddessen protestierten vor  einem Jahr in Frankreich Hundert  tausende Gelb   westen gegen  soziale Ungleichheit. Auch hierzulande spielen einige Politiker*innen und Journalist*innen die ökologische gegen die soziale Frage aus. Dabei müssten sie  miteinander verknüpft werden, um eine Zukunft für alle zu  er - möglichen. Wo liegen also Verbindungen zwischen der Klimabewegung und Sozialprotesten?   MIT Clara Mayer (Fridays For Future), Guillaume Paoli (Autor und Philosoph) MODERATION Sebastian Friedrich


Kategorie: Gespräch


Änderungen vorbehalten! - Angaben ohne Gewähr! - Stand:08.12.19
© Fotos der Vorstellungen: [+][-]
"Kunst"(Promo/) Einblicke: Open Space(Birte Zellentin/Birte Zellentin) Felix Krull(JR Berliner Ensemble/JR Berliner Ensemble) Der Lebenslauf des Boxers Samson-Körner(Matthias Horn/Matthias Horn) Ein ganzes Leben(Katharina Poblotzki/Katharina Poblotzki) Fahrenheit 451(/) Matthias Brandt & Jens Thomas: Psycho - Fantasie über das kalte Entsetzen(Mathias Bothor/Mathias Bothor) Einblicke: Praxis zu die Blechtrommel(Birgit Hupfeld/Birgit Hupfeld) Die Blechtrommel(Lukáš Horký/Flora Theatre Festival/Lukáš Horký/Flora Theatre Festival) Amir(JR Berliner Ensemble/JR Berliner Ensemble) Babylon(Moritz Haase/Moritz Haase) Einblicke: Praxis zu Fahrenheit 451(/) Selbstbezichtigung(Ulrike Rindermann / Volkstheater Wien/Ulrike Rindermann / Volkstheater Wien) Drei Mal Leben(/) Die Frau, die gegen Türen rannte(Birgit Hupfeld/Birgit Hupfeld) Einblicke: Praxis zu Drei Mal Leben(/) Stunde der Hochstapler(/) Führung hinter die Kulissen(Moritz Haase/Moritz Haase) Glaube und Heimat(Matthias Horn/Matthias Horn) Baal(Birgit Hupfeld/Birgit Hupfeld) Auf der Straße(Julian Röder/Julian Röder) Der Gott des Gemetzels(Matthias Horn/Matthias Horn) Endstation Sehnsucht(Matthias Horn/Matthias Horn) Historische Führung mit Werner Riemann(Promo/) Einblicke: Praxis zu Stunde der Hochstapler(/) Auschwitz (Ge)denken(Moritz Haase/Moritz Haase) Regression(Moritz Haase/Moritz Haase) Antisemitismus heute(Moritz Haase/Moritz Haase) Der Reisende(Promo/) Ballroom Schmitz(Matthias Horn/Matthias Horn) Die Möglichkeit einer Insel(JR Berliner Ensemble/JR Berliner Ensemble) Mütter und Söhne(JR Berliner Ensemble/JR Berliner Ensemble) Penthesilea(Promo/) Der Planet Trillaphon im Verhältnis zur üblen Sache(Katharina Poblotzki/Katharina Poblotzki) Bündnisse bilden #2(Moritz Haase/Moritz Haase)

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