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Spielplan für Januar 2020

Im Rahmen dieses Ultraschall-Konzerts präsentieren der bekannte Blockflötist Jeremias Schwarzer und das Minguet Quartett die klanglichen Möglichkeiten der Blockflöte – die längst ihrem Ruf als Musikschulinstrument entwachsen und nicht mehr nur Teil der Alten Musik ist – und die Attraktivität des Streichquartetts in der Musik der Gegenwart. Dieses Potenzial zeigen die Uraufführung eines Werks von Dai Fujikura und eine Neufassung des 5. Streichquartetts von Jörg Widmann. Ursprünglich komponiert für Streichquartett mit Sopran, nennt es Widmann einen „Versuch über die Fuge“, bei dem zahlreiche Anläufe zu einem Fugenthema Fragmente bleiben, jedoch für sich Beziehungspunkte bilden. In der Neufassung wird die Sopranstimme von einer Blockflöte gespielt. Sarah Nemtsovs Streichquartett „weggeschliffen“ bezieht sich unter anderem auf den Vers „Schwerer werden. Leichter sein.“ aus Paul Celans Gedicht „Die Niemandsrose“. Wie attraktiv die Herausforderung der Gattung Streichquartett bis in die junge Komponist*innengeneration immer noch ist, zeigt auch die Deutsche Erstaufführung eines neuen Werkes von Elnaz Seyedi. Jeremias Schwarzer hat sich als Blockflötist durch seine Virtuosität und Musikalität in der Welt der Alten ebenso wie der Neuen Musik einen hervorragenden Namen gemacht. Große internationale Beachtung erzielte 2018 die Uraufführung von Salvatore Sciarrinos „4 Adagi" für Blockflöte und Orchester mit der Filarmonica della Scala unter Daniel Harding an der Mailänder Scala. Seitdem ist Jeremias Schwarzer international auf bedeutenden Konzertpodien zu erleben. Er unterrichtet als Professor für Blockflöte und Aktuelle Musik an der Hochschule für Musik Nürnberg, außerdem im Rahmen von Meisterkursen, Vorträgen und Residenzen in Europa, den USA und Asien. Zahlreiche CD-Veröffentlichungen erschienen unter anderem bei Moeck, Neos, Wergo, HatHut und Channel Classics. Das Minguet Quartett, gegründet 1988, zählt heute zu den international gefragtesten Streichquartetten und gastiert in den großen Konzertsälen der Welt. Namenspatron ist Pablo Minguet, ein spanischer Philosoph des 18. Jahrhunderts, der sich in seinen Schriften darum bemühte, dem breiten Volk Zugang zu den Schönen Künsten zu verschaffen: Das Minguet Quartett fühlt sich dieser Idee auf seinen Konzertreisen mehr denn je verpflichtet. Das Ensemble konzentriert sich auf die klassisch-romantische Literatur sowie die Musik der Moderne gleichermaßen und engagiert sich durch zahlreiche Uraufführungen für Kompositionen des 21. Jahrhunderts. Begegnungen mit bedeutenden Komponist*innen unserer Zeit inspirieren die vier Musiker*innen zu immer neuen Programmideen. 2015 wurde das Minguet Quartett mit dem renommierten französischen Diapason d'Or des Jahres ausgezeichnet.


Kategorie: Neue Musik

Der renommierte Pianist und Komponist Christoph Grund stellt in seinem Solokonzert Werke der Komponistinnen Rebecca Saunders, Iris ter Schiphorst sowie eine Uraufführung von Sarah Nemtsov vor. Sarah Nemtsov, die in diesem Jahr mit vier Werken bei „Ultraschall Berlin“ vertreten ist, schreibt als Kompositionsauftrag von rbbKultur ein neues Werk für den Pianisten Christoph Grund, in dem sie den Klavierklang mit elektronischen Mitteln erweitert. Zusätzlich korrespondiert die Musik mit einem neuen Stummfilm von Shmuel Hoffman. Ein Wiederhören gibt es mit „Eden cinema II“ von Iris ter Schiphorst, komponiert in den 1990er-Jahren und uraufgeführt vor fünfzehn Jahren. Inspiriert wurde das Stück, das die Komponistin zu ihren Lieblingsstücken zählt, durch das Werk und die Biografie der Schriftstellerin und Filmregisseurin Marguerite Duras. Rebecca Saunders hat ihrem Klavierstück „crimson“ ein Zitat aus James Joyces Roman „Ulysses“ vorangestellt: „...und O dieser schreckliche tiefe Strom O und das Meer das Meer purpurrot manchmal wie Feuer und die glorreichen Sonnenuntergänge und... ja...“ Die Farbe purpurrot versteht die Komponistin als Definition ihrer Intention bei der Zusammenstellung kontrastierenden Materials zweier separater Klaviersoli, aus denen dieses Stück hervorgegangen ist. Sowohl als Komponist als auch als Instrumentalist ist Christoph Grund, geboren 1961, eine feste Größe in der Neue Musik Szene. Sein vielseitiges Engagement umfasst Solo-, Ensemble- und Orchesterauftritte bei renommierten Festivals und in den großen Konzertsälen der Welt, sowie eine viele Sparten umfassende Liste an Kompositionen. Sein kompositorisches Handwerk lernte er bei Eugen Werner Velte, Mathias Spahlinger und Wolfgang Rihm, Stipendien erhielt er u. a. vom Internationalen Musikinstitut Darmstadt und der Heinrich-Strobel-Stiftung des SWF. Neben Solo- und Kammermusik, Stücken für Tonband und elektronischer Musik, Werken für Chor und für Kammerorchester, Musik für Theater und für Film, schrieb er zahlreiche Hörspielmusiken und entwickelte in Zusammenarbeit mit der Sängerin Birthe Bendixen eine zeitgenössische Form des Hörtheaters. Schwerpunkte seines pianistischen Repertoires sind die Werke von Beethoven, Schubert, Bartók, Schönberg, Satie, Boulez, Berio, Ives, Cage, Feldman, Nono und Kurtág. Außerdem verbindet ihn eine enge Zusammenarbeit mit vielen namhaften Komponist*innen, so mit Lachenmann, Rihm, Saunders, Andre, Bedrossian, Haas, ter Schiphorst, von Schweinitz, Nemtsow und Odeh-Tamimi. Darüber hinaus lehr Christoph Grund in Gastseminaren an europäischen Hochschulen weiter.


Kategorie: Neue Musik

Der GOLEM XIV, den der polnische Science Fiction-Autor Stanislaw Lem bereits 1973 in seinem gleichnamigen Roman entwirft, ist der vielversprechendste Supercomputer, der je gebaut wurde. Die Menschen setzen alle Hoffnungen darauf, durch ihn mehr über sich selbst und ihre Zukunft zu erfahren. Doch GOLEMs Aussagen über die Menschheit sind mehr als unbequem. Ist die künstliche Intelligenz überhaupt interessiert an der Spezies, die sie konstruiert hat? Und haben wir einen gemeinsamen Weg? Die Künstler*innengruppe KOMMANDO HIMMELFAHRT und der Komponist Kaj Duncan David rekonstruieren im Rahmen von „Ultraschall Berlin“ den übermächtigen Computer. Kaj Duncan David findet für diesen eine atmosphärische Klangwelt, die das Innere des Computers beschreibt und gleichzeitig zum Mittel seines Ausdrucks wird. Licht, Bilder und Sounds, Aufnahmen von Naturgeräuschen, Stimmen, arbeitenden technischen Geräten und fließenden Datenströmen vereinen sich zum Sound einer ungewissen Zukunft. In diesem elektronischen Musiktheater treffen das zeitgenössische Musik- und Performance-Ensemble SCENATET aus Dänemark und der schottische Ausnahmeschauspieler Graham F. Valentine aufeinander. Gemeinsam laden sie ein zu einer Vorlesung über den Menschen und zur Begegnung mit einer höheren Intelligenz. KOMMANDO HIMMELFAHRT ist eine 2008 vom Berliner Regisseur Thomas Fiedler und vom Hamburger Komponisten Jan Dvorak initiierte Gruppe, die sich mit Grenzbereichen politischer und wissenschaftlicher Utopien beschäftigt. Seit 2013 gehören Julia Warnemünde als Produktionsleiterin und Carl-John Hoffmann als Medienkünstler fest zum Team. In ihren großformatigen Produktionen verbinden sie Musiktheater, Performance und Konzert zu Theaterkompositionen, deren Texte und Musik sie selber entwickeln. Inhaltlich beschäftigt sich Kommando Himmelfahrt mit Zukunftsvisionen und Mythen, untersucht deren Potenzial und projiziert sie zurück auf die Gegenwart. Kaj Duncan David arbeitet im Schnittbereich zwischen elektronischer Musik, audiovisueller Kunst und notierter Komposition. Licht, als eine vollständig integrierte Stimme, spielt eine zentrale Rolle in vielen seiner Arbeiten. Für Solo- und Ensemblestücke nutzt er Computer, Licht, Video, sowie vielfältige elektronische und mechanische Instrumente in der szenischen Anordnung. Er realisiert Installationen und Performances, in denen das Klangliche und das Visuelle zu einer einzigen musikalischen und sinnlichen Gestalt zusammenfließen. In Kollaborationen erfindet er audiovisuelle Situationen für Tanz und experimentelles Musiktheater. Seine Arbeiten sind regelmäßig auf internationalen Festivals für Neue Musik zu erleben. 2018 erhielt er den Carl Nielsen und Anne Marie Carl-Nielsen Talentpreis und 2019 das Berlin-Stipendium der Akademie der Künste. SCENATET, ein dänisches Ensemble für Musik und Kunst, betreibt mit seinem Programm Crossover von Musik, Drama, Installation und Happening bis hin zu noch nicht definierten oder gar undefinierbaren experimentellen Kunstformen. Insbesondere eine jüngere Generation dänischer und internationaler Komponist*innen arbeitet regelmäßig mit dem Ensemble zusammen. Viele dieser zurzeit oder zeitweise in Berlin lebenden und arbeitenden Komponist*innen finden seit einigen Jahren in der Hauptstadt ein begeistertes Publikum. Zwischen Musik, Kunst und Theater loten sie die künstlerischen Möglichkeiten genreübergreifender Performances aus. Graham F. Valentine, geboren in Dundee, studierte an der Jacques Lecoq-Theaterschule in Paris. Engagements führten ihn unter anderem an das Royal National Theatre London, Covent Garden, das Teatro Real Madrid, das Burgtheater und die Volksbühne Berlin. Seit 1970 arbeitet er regelmäßig mit Christoph Marthaler, unter anderem in „Stunde Null“, „The Unanswered Question“, „Pierrot Lunaire“ und „Twentieth Century Blue“. Von 2000 bis 2004 war Graham F. Valentine festes Ensemblemitglied am Zürcher Schauspielhaus. Er spielte bei den Festspielen in Salzburg, Edinburgh und Avignon, bei der Ruhrtriennale und arbeitete als Sprecher und Sänger mit dem Ensemble Intercontemporain, dem Klangforum Wien, an der Scottish Opera, mit dem Freiburger Barockorchester und dem Hebrides Ensemble.


Kategorie: Musiktheater

Die Szene der Neuen Musik erweist sich seit jeher und aktuell mehr denn je als ein Kosmos künstlerischer Individuen und damit als Fülle an Klängen, Ideen, aber auch außermusikalischen Einflüssen, Meinungen und Haltungen. Seit über zwanzig Jahren versteht sich „Ultraschall Berlin“, das Festival für neue Musik von rbbKultur und Deutschlandfunk Kultur, das in diesem Jahr vom 15. bis zum 19. Januar stattfindet, als ein Forum für die Abbildung, Befragung und Rekontextualisierung zentraler Strömungen und wesentlicher Entwicklungen dieses Teils der Gegenwartskultur. Dabei ist die Balance aus Ur- und Erstaufführungen und die Beleuchtung von Werken der jüngeren Vergangenheit in aktuellem Kontext seit Beginn ein zentrales Anliegen von „Ultraschall Berlin“. So stehen Uraufführungen von Kaj Duncan David, Sarah Nemtsov oder Dai Fujikura neben „Klassikern“ des Repertoires von Rebecca Saunders oder Jörg Widmann. Im radialsystem präsentieren Jeremias Schwarzer und das Minguet Quartett die klanglichen Möglichkeiten der Blockflöte und die Attraktivität des Streichquartetts in der Musik der Gegenwart. Christoph Grund spielt Stücke von Rebecca Saunders, Sarah Nemtsov und Iris ter Schiphorst und KOMMANDO HIMMELFAHRT zeigt das gemeinsam mit dem Komponisten Kaj Duncan David entwickelte elektronische Musiktheater „Also sprach Golem“ als Uraufführung. Das Black Page Orchestra widmet sich Werken von Mirela Ivičević.


Kategorie: Neue Musik

Der GOLEM XIV, den der polnische Science Fiction-Autor Stanislaw Lem bereits 1973 in seinem gleichnamigen Roman entwirft, ist der vielversprechendste Supercomputer, der je gebaut wurde. Die Menschen setzen alle Hoffnungen darauf, durch ihn mehr über sich selbst und ihre Zukunft zu erfahren. Doch GOLEMs Aussagen über die Menschheit sind mehr als unbequem. Ist die künstliche Intelligenz überhaupt interessiert an der Spezies, die sie konstruiert hat? Und haben wir einen gemeinsamen Weg? Die Künstler*innengruppe KOMMANDO HIMMELFAHRT und der Komponist Kaj Duncan David rekonstruieren im Rahmen von „Ultraschall Berlin“ den übermächtigen Computer. Kaj Duncan David findet für diesen eine atmosphärische Klangwelt, die das Innere des Computers beschreibt und gleichzeitig zum Mittel seines Ausdrucks wird. Licht, Bilder und Sounds, Aufnahmen von Naturgeräuschen, Stimmen, arbeitenden technischen Geräten und fließenden Datenströmen vereinen sich zum Sound einer ungewissen Zukunft. In diesem elektronischen Musiktheater treffen das zeitgenössische Musik- und Performance-Ensemble SCENATET aus Dänemark und der schottische Ausnahmeschauspieler Graham F. Valentine aufeinander. Gemeinsam laden sie ein zu einer Vorlesung über den Menschen und zur Begegnung mit einer höheren Intelligenz. KOMMANDO HIMMELFAHRT ist eine 2008 vom Berliner Regisseur Thomas Fiedler und vom Hamburger Komponisten Jan Dvorak initiierte Gruppe, die sich mit Grenzbereichen politischer und wissenschaftlicher Utopien beschäftigt. Seit 2013 gehören Julia Warnemünde als Produktionsleiterin und Carl-John Hoffmann als Medienkünstler fest zum Team. In ihren großformatigen Produktionen verbinden sie Musiktheater, Performance und Konzert zu Theaterkompositionen, deren Texte und Musik sie selber entwickeln. Inhaltlich beschäftigt sich Kommando Himmelfahrt mit Zukunftsvisionen und Mythen, untersucht deren Potenzial und projiziert sie zurück auf die Gegenwart. Kaj Duncan David arbeitet im Schnittbereich zwischen elektronischer Musik, audiovisueller Kunst und notierter Komposition. Licht, als eine vollständig integrierte Stimme, spielt eine zentrale Rolle in vielen seiner Arbeiten. Für Solo- und Ensemblestücke nutzt er Computer, Licht, Video, sowie vielfältige elektronische und mechanische Instrumente in der szenischen Anordnung. Er realisiert Installationen und Performances, in denen das Klangliche und das Visuelle zu einer einzigen musikalischen und sinnlichen Gestalt zusammenfließen. In Kollaborationen erfindet er audiovisuelle Situationen für Tanz und experimentelles Musiktheater. Seine Arbeiten sind regelmäßig auf internationalen Festivals für Neue Musik zu erleben. 2018 erhielt er den Carl Nielsen und Anne Marie Carl-Nielsen Talentpreis und 2019 das Berlin-Stipendium der Akademie der Künste. SCENATET, ein dänisches Ensemble für Musik und Kunst, betreibt mit seinem Programm Crossover von Musik, Drama, Installation und Happening bis hin zu noch nicht definierten oder gar undefinierbaren experimentellen Kunstformen. Insbesondere eine jüngere Generation dänischer und internationaler Komponist*innen arbeitet regelmäßig mit dem Ensemble zusammen. Viele dieser zurzeit oder zeitweise in Berlin lebenden und arbeitenden Komponist*innen finden seit einigen Jahren in der Hauptstadt ein begeistertes Publikum. Zwischen Musik, Kunst und Theater loten sie die künstlerischen Möglichkeiten genreübergreifender Performances aus. Graham F. Valentine, geboren in Dundee, studierte an der Jacques Lecoq-Theaterschule in Paris. Engagements führten ihn unter anderem an das Royal National Theatre London, Covent Garden, das Teatro Real Madrid, das Burgtheater und die Volksbühne Berlin. Seit 1970 arbeitet er regelmäßig mit Christoph Marthaler, unter anderem in „Stunde Null“, „The Unanswered Question“, „Pierrot Lunaire“ und „Twentieth Century Blue“. Von 2000 bis 2004 war Graham F. Valentine festes Ensemblemitglied am Zürcher Schauspielhaus. Er spielte bei den Festspielen in Salzburg, Edinburgh und Avignon, bei der Ruhrtriennale und arbeitete als Sprecher und Sänger mit dem Ensemble Intercontemporain, dem Klangforum Wien, an der Scottish Opera, mit dem Freiburger Barockorchester und dem Hebrides Ensemble.


Kategorie: Musiktheater

Ohren öffnen für neue Klänge: In den Konzerten der Reihe „Ohrknacker“ des Trio Catch steht jeweils ein Werk zeitgenössischer Musik im Mittelpunkt, das zweimal gespielt und dazwischen im Austausch mit dem Publikum genauer betrachtet wird – nicht als musikwissenschaftliche Analyse des Werks, sondern als persönliches Gespräch und direkter Austausch über die Musik. Das Trio Catch hat es sich dabei zur Aufgabe gemacht, die unterschiedlichen Klangfarben von Klarinette, Violoncello und Klavier virtuos zur Entfaltung zu bringen und sich gleichzeitig auf die Suche nach einem gemeinsamen, unverwechselbaren Klang zu begeben. Im Januar ist der tschechische Komponist Jakub Rataj mit seinem neuen Stück IOI (2019) zu Gast, das wenige Wochen zuvor in Prag uraufgeführt wird. Das Stück gehört zu einem Zyklus, der auf dem Klavierstück „O“ basiert. Dessen Titel bezieht sich auf seine Funktion im Zyklus – als Ursprung (origin) in Bezug auf Musikmaterial, Struktur und Form – und aus grafischer Sicht auch auf den Zyklus selbst. „Interludium – Origin’s Ichor“ (IOI) bildet einen inneren Teil dieses Zyklus. Aus dem Klavierstück kommt das Ichor (das Blut der Göt-ter in der griechischen Mythologie), das heißt die Parameter der musikalischen Quelle. Die Hauptidee ist eine schrittweise Veränderungen dieser Parameter wie Klangqualität, Dynamik, Tempo, Dichte oder Zeit, wodurch eine ständige Transformation des Materials stattfindet. Wie beim Verketten der Titel (O OI IOI) entsteht dabei eine neue Qualität in Form eines Binärcodes. Boglárka Pecze (Klarinette), Eva Boesch (Violoncello) und Sun-Young Nam (Klavier) trafen sich als Stipendiatinnen bei der Internationalen Ensemble Modern Akademie in Frankfurt und gründeten anschließend das Trio Catch - benannt nach dem Werk „Catch“ op. 4 von Thomas Adès. Neben der klassischen Musik bildet die Interpretation zeitgenössischer Musik einen Schwerpunkt ihrer Zusammenarbeit. Das in Hamburg beheimatete Trio arbeitete mit zahlreichen Komponisten zusammen, darunter Mark Andre, Georges Aperghis, Beat Furrer und Helmut Lachenmann. Eine rege Konzerttätigkeit führte das Trio Catch bisher durch ganz Europa sowie zu Festivals wie Ultraschall Berlin, Musica Strasbourg und den Wittener Tagen für neue Kammermusik. Das Trio ist auch in der Musikvermittlung tätig: An der Musikhochschule Hamburg hatte es einen Lehrauftrag inne und gab als Ensemble in Residence Workshops für die Studierenden der Kompositionsklassen. Seit 2016 gestaltet es die eigene Reihe „Ohrknacker“, bei der jeweils eigens für das Trio Catch komponierte Werke in Gesprächskonzerten vorgestellt werden. Jakub Rataj, geboren 1984, ist ein tschechischer Komponist. Zu seinem Werk zählen Orchesterwerke, Kammermusik, elektroakustische Musik sowie interaktive Soundinstallationen. Seine Kompositionen wurden weltweit präsentiert und er kreierte Auftragswerke für Ensembles wie Orchestr Berg, Prague Modern oder das Low Frequency Trio. Er arbeitet bereits mit zahlreichen renommierten Musiker*innen wie Quatuor Tana, FamaQ oder Ostravská Banda sowie mit unterschiedlichen Choreograf*innen, Film- und Theaterregisseur*innen. Er erhielt zahlreiche Preise und Stipendien. Von 2013 bis 2014 studierte er Komposition und Neue Technologien bei Luis Naon am Conservatoire National Supérieur de Musique et de Danse in Paris. In Tschechien studierte er Komposition bei Hanuš Bartoň (2010 bis 2015) an der Akademie der musischen Künste in Prag, wo er zudem seit 2015 bei Luboš Mrkvička promoviert. Rataj arbeite als Sounddesigner und musikalischer Leiter beim tschechischen Radio (Český Rozhlas).


Kategorie: Neue Musik

„Denn jeder weiß, dass Liebe eine Neuerfindung des Lebens ist. Die Liebe neu zu erfinden, bedeutet diese Neuerfindung neu zu erfinden“, schreibt der französische Philosoph Alain Badiou. In „Constructing Love“, dem ersten Teil der neuen Reihe „Pas de Deux“ des Solistenensemble Kaleidoskop, setzen sich die Choreografin Milla Koistinen und der Musiker Paul Valikoski mit Begegnung, Trennung, Vereinigung und deren Ende, Harmonie und Verneinung auseinander. Die Künstler*innen interagieren miteinander zwischen Objekten und Klängen, eine markante Choreografie spannt den Bogen zwischen individualistischem Nachsinnen und Momenten des gemeinsam Erlebten. Milla Koistinen und Paul Valikoski laden das Publikum ein, über die Neuerfindung des Lebens und der Liebe nachzudenken. Das Kombiticket für 4 Veranstaltungen der Reihe „New Empathies“ finden Sie hier: https://radialsystem.reservix.de/p/reservix/event/1500261 Das „Pas de deux“ – die Schritte zu zweit, ursprünglich das Liebesduett des Balletts – ist der Moment der höchsten Virtuosität und Harmonie zweier Tänzer*innen. Das Solistenensemble Kaleidoskop löst mit der neuen Reihe, die die Musikalität des Körpers und die Körperlichkeit der Musik als Forschungsgebiet hat, diesen Moment aus seinem klassischen Zusammenhang und untersucht mit kurzen Duetten auch die andere Bedeutung des französischen Begriffs „Pas de deux“ – es gibt keine Zwei – und dem Spannungsfeld der sich widersprechenden Bedeutungen zwischen Harmonie und Verneinung. Die Bühne der Zwei wird von eine*r Choreograf*in und eine*r Musiker*in des Solistenensemble Kaleidoskop betreten, aber der Ausgang ist offen. Ob es zu einer Verschmelzung von Musik und Bewegung kommt, zu einer Gegenüberstellung oder letztendlich zu einer. Trennung der beiden, wird jedem Duo selbst überlassen. So entstehen changierende Konstellationen zweier Künstler*innen, die sich in einem gemeinsamen Arbeitsprozess immer wieder neu dem Ereignis der Begegnung, ihren Unterschieden und dem Risiko einer Liebeskonstruktion stellen. Milla Koistinen studierte Tanz an der Theaterakademie in Helsinki, Finnland und Choreografie an der HfS Ernst Busch/HZT Berlin. Sie arbeitete unter anderem mit Kristian Smeds, Hiroaki Umeda, Cie Heddy Maalem und Christine Gaigg. Seit 2008 kreiert sie ihre eigenen Arbeiten, die unter anderem in der Dampfzentrale Bern, bei der Sommerszene Salzburg, im HAU Hebbel am Ufer, im Tanzhaus NRW und im Mad House Helsinki aufgeführt wurden. Sie arbeitet als Gastlehrerin u.a. für Sasha Waltz & Guests, für die Toula Limnaios Company, das Staatstheater Braunschweig, die Iceland Academy of the Arts, das Tanzhaus NRW, SEAD Salz-burg, das Tanzhaus Zürich, die der Theaterakademie Helsinki und PAC in Ramallah (Palästina). Paul Valikoski studierte Violine am Glenn Gould Conservatory in Toronto unter Mark Fewer. Zwischen 2002 und 2005 hat er u.a. mit der Hamilton Philharmonic und im Thunder Bay Symphony Orchestra gespielt, 2005 mit dem Christchurch Symphony Orchestra in Neuseeland. Valikoski interessiert sich für kollaborative Aufführungen und Komposition. Er ist Teil des Solistenensemble Kaleidoskop und Gast des Ensemble Resonanz in Hamburg. Er hat neben anderen mit Susanne Kennedy, Michael Rauter, Sasha Waltz & Guests, FC Bergman, Sabrina Hölzer, Mouse on Mars und Milla Koistinen zusammengearbeitet. New Empathies: In einem Klima des gesellschaftlichen Auseinanderdriftens erlebt der Begriff der Empathie derzeit eine Renaissance. Gilt die Fähigkeit zum Mitfühlen dabei einerseits als zentrales Mittel im Kampf gegen die Wut auf das vermeintlich Andere, wird in ihr andererseits die Gefahr einer sentimentalen Depolitisierung der Verhältnisse gesehen. Mit „New Empathies“ startete das radialsystem im Juni 2019 eine Programmreihe, die sich über zwei Jahre hinweg in Konzerten, Installationen, choreografischen Arbeiten, Workshops und Gesprächen den Möglichkeiten einer Praxis des Empathischen nähert und deren Potenziale in Bezug auf künstlerische, technologische, politische und ökologische Fragestellungen beleuchtet.


Kategorie: Cross Media

Jede Zeit bringt ihre Weltwunder hervor: Wunder, mit denen die jeweilige Vorstellung von Unmöglichkeit mit einer Konstruktion überwunden wird, die größer und imposanter ist, als es die Welt bislang gesehen hat. Diese architektonische und künstlerische Tour de Force ist Sinnbild für den Sieg des Menschen über physikalische Grenzen und Naturgesetze. Aber ist es nicht gerade der menschliche Körper, der diese imposanten Werke entwickelt hat und noch wunderbarer erscheinen lässt? Ist nicht gerade der Körper mysteriöser und schöner als die gigantischen Weltwunder, die wir um uns herum erschaffen haben? In welchem Verhältnis steht der Körper zu den Architekturmonumenten unserer Umgebung und wie würden diese sich verändern, wenn wir anfingen, sie wieder vom Körper her zu denken? Im Zentrum der Arbeit „7“ des Choreografen Radouan Mriziga, die im Rahmen der Reihe „New Empathies“ im radialsystem gezeigt wird, steht erneut das Verhältnis von Tanz, Konstruktion und Architektur. In einer präzisen und raffinierten Choreografie stellt Mriziga die Schönheit des sich bewegenden Körpers der geometrischen Stärke von Architektur und Skulptur gegenüber. „7“ macht sich auf die Suche nach dem letzten Wunder der Welt: dem menschlichen Körper. Das Kombiticket für 4 Veranstaltungen der Reihe „New Empathies“ finden Sie hier: https://radialsystem.reservix.de/p/reservix/event/1500261 Radouan Mriziga, geboren 1985 in Marrakesch, arbeitet als Choreograf und Tänzer in Brüssel. Er studierte Tanz in Marroko, Tunesien und Frankreich und schloss sein Studium an der P.A.R.T.S. in Brüssel ab. Im Anschluss konzentrierte er sich auf seine eigene kreative Arbeit und zeigte seine Choreografien weltweit. Seine Performances untersuchen das Verhältnis von Bewegung, Struktur und Komposition. Er stellt den Menschen als Erschaffenden seiner Umwelt ins Zentrum seiner Arbeit und knüpft Verbindungen zwischen dem Körper in Bewegung, der Ausdrucksform alltäglicher Materialien und der Architektur der gebauten Umwelt. Mriziga ist Artist in Residence am Moussem Nomadic Arts Centre und von 2017 bis 2021 am Kaaitheater in Brüssel. New Empathies: In einem Klima des gesellschaftlichen Auseinanderdriftens erlebt der Begriff der Empathie derzeit eine Renaissance. Gilt die Fähigkeit zum Mitfühlen dabei einerseits als zentrales Mittel im Kampf gegen die Wut auf das vermeintlich Andere, wird in ihr andererseits die Gefahr einer sentimentalen Depolitisierung der Verhältnisse gesehen. Mit „New Empathies“ startete das radialsystem im Juni 2019 eine Programmreihe, die sich über zwei Jahre hinweg in Konzerten, Installationen, choreografischen Arbeiten, Workshops und Gesprächen den Möglichkeiten einer Praxis des Empathischen nähert und deren Potenziale in Bezug auf künstlerische, technologische, politische und ökologische Fragestellungen beleuchtet.


Kategorie: Performance

Eine intensive Wahrnehmung von Zeit: Im Rahmen der Reihe „New Empathies“ zeigt das radialsystem an drei Januarabenden die Performance „Burn Time“ des portugiesischen Künstlers André Uerba. Ganz allmählich, nacheinander – oder manchmal auch zur gleichen Zeit – werden in André Uerbas Choreografie zarte Fäden entzündet: In Zeitlupe entsteht auf diese Weise ein Raum, der sich durch die brennenden Fäden verändert und verblasst und in der Dunkelheit eine starke suggestive Kraft entfaltet. Die Ruhe des Raumes, das allmähliche Aufsteigen der Lichtpunkte und die sanften Bewegungen der Performer*innen verlangsamen unsere Wahrnehmung der Zeit: „Burn Time“ entschleunigt das Tempo, erkennt den Augenblick an und gibt sich dem Hier und Jetzt hin. Das Kombiticket für 4 Veranstaltungen der Reihe „New Empathies“ finden Sie hier: https://radialsystem.reservix.de/p/reservix/event/1500261 André Uerba, geboren in Lissabon, studierte Fotografie an der Ar.Co, Lissabon, und Tanz am HZT. Neben der Arbeit als Performer mit verschiedenen Künstler*innen gründete Uerba das Produktionshaus SHORT HOPE. Seit 2007 arbeitet Uerba als künstlerischer Mitarbeiter, Koordinator und Performer mit dem Duo Ana Borralho & João Galante. Uerba hat unter anderem als Performer in Produktionen von Alexandra Pirici, Antonija Livingstone, Carlota Lagido, Clément Layes, Christian Falsnaes, Sandra Man & Moritz Majce, Naufus Ramírez-Figueroa und Tino Sehgal gespielt. 2013 erhielt er das Young Creator Stipendium des Centro Nacional de Cultura (Portugal). 2018 stellte ihm die Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa Mittel für die Entwicklung des Projekts „Burn Time“ zur Verfügung, das bisher in Portugal, Spanien, Slowenien und Deutschland gezeigt wurde. New Empathies: In einem Klima des gesellschaftlichen Auseinanderdriftens erlebt der Begriff der Empathie derzeit eine Renaissance. Gilt die Fähigkeit zum Mitfühlen dabei einerseits als zentrales Mittel im Kampf gegen die Wut auf das vermeintlich Andere, wird in ihr andererseits die Gefahr einer sentimentalen Depolitisierung der Verhältnisse gesehen. Mit „New Empathies“ startete das radialsystem im Juni 2019 eine Programmreihe, die sich über zwei Jahre hinweg in Konzerten, Installationen, choreografischen Arbeiten, Workshops und Gesprächen den Möglichkeiten einer Praxis des Empathischen nähert und deren Potenziale in Bezug auf künstlerische, technologische, politische und ökologische Fragestellungen beleuchtet.


Kategorie: Performance

Eine intensive Wahrnehmung von Zeit: Im Rahmen der Reihe „New Empathies“ zeigt das radialsystem an drei Januarabenden die Performance „Burn Time“ des portugiesischen Künstlers André Uerba. Ganz allmählich, nacheinander – oder manchmal auch zur gleichen Zeit – werden in André Uerbas Choreografie zarte Fäden entzündet: In Zeitlupe entsteht auf diese Weise ein Raum, der sich durch die brennenden Fäden verändert und verblasst und in der Dunkelheit eine starke suggestive Kraft entfaltet. Die Ruhe des Raumes, das allmähliche Aufsteigen der Lichtpunkte und die sanften Bewegungen der Performer*innen verlangsamen unsere Wahrnehmung der Zeit: „Burn Time“ entschleunigt das Tempo, erkennt den Augenblick an und gibt sich dem Hier und Jetzt hin. Das Kombiticket für 4 Veranstaltungen der Reihe „New Empathies“ finden Sie hier: https://radialsystem.reservix.de/p/reservix/event/1500261 André Uerba, geboren in Lissabon, studierte Fotografie an der Ar.Co, Lissabon, und Tanz am HZT. Neben der Arbeit als Performer mit verschiedenen Künstler*innen gründete Uerba das Produktionshaus SHORT HOPE. Seit 2007 arbeitet Uerba als künstlerischer Mitarbeiter, Koordinator und Performer mit dem Duo Ana Borralho & João Galante. Uerba hat unter anderem als Performer in Produktionen von Alexandra Pirici, Antonija Livingstone, Carlota Lagido, Clément Layes, Christian Falsnaes, Sandra Man & Moritz Majce, Naufus Ramírez-Figueroa und Tino Sehgal gespielt. 2013 erhielt er das Young Creator Stipendium des Centro Nacional de Cultura (Portugal). 2018 stellte ihm die Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa Mittel für die Entwicklung des Projekts „Burn Time“ zur Verfügung, das bisher in Portugal, Spanien, Slowenien und Deutschland gezeigt wurde. New Empathies: In einem Klima des gesellschaftlichen Auseinanderdriftens erlebt der Begriff der Empathie derzeit eine Renaissance. Gilt die Fähigkeit zum Mitfühlen dabei einerseits als zentrales Mittel im Kampf gegen die Wut auf das vermeintlich Andere, wird in ihr andererseits die Gefahr einer sentimentalen Depolitisierung der Verhältnisse gesehen. Mit „New Empathies“ startete das radialsystem im Juni 2019 eine Programmreihe, die sich über zwei Jahre hinweg in Konzerten, Installationen, choreografischen Arbeiten, Workshops und Gesprächen den Möglichkeiten einer Praxis des Empathischen nähert und deren Potenziale in Bezug auf künstlerische, technologische, politische und ökologische Fragestellungen beleuchtet.


Kategorie: Performance

Jede Zeit bringt ihre Weltwunder hervor: Wunder, mit denen die jeweilige Vorstellung von Unmöglichkeit mit einer Konstruktion überwunden wird, die größer und imposanter ist, als es die Welt bislang gesehen hat. Diese architektonische und künstlerische Tour de Force ist Sinnbild für den Sieg des Menschen über physikalische Grenzen und Naturgesetze. Aber ist es nicht gerade der menschliche Körper, der diese imposanten Werke entwickelt hat und noch wunderbarer erscheinen lässt? Ist nicht gerade der Körper mysteriöser und schöner als die gigantischen Weltwunder, die wir um uns herum erschaffen haben? In welchem Verhältnis steht der Körper zu den Architekturmonumenten unserer Umgebung und wie würden diese sich verändern, wenn wir anfingen, sie wieder vom Körper her zu denken? Im Zentrum der Arbeit „7“ des Choreografen Radouan Mriziga, die im Rahmen der Reihe „New Empathies“ im radialsystem gezeigt wird, steht erneut das Verhältnis von Tanz, Konstruktion und Architektur. In einer präzisen und raffinierten Choreografie stellt Mriziga die Schönheit des sich bewegenden Körpers der geometrischen Stärke von Architektur und Skulptur gegenüber. „7“ macht sich auf die Suche nach dem letzten Wunder der Welt: dem menschlichen Körper. Das Kombiticket für 4 Veranstaltungen der Reihe „New Empathies“ finden Sie hier: https://radialsystem.reservix.de/p/reservix/event/1500261 Radouan Mriziga, geboren 1985 in Marrakesch, arbeitet als Choreograf und Tänzer in Brüssel. Er studierte Tanz in Marroko, Tunesien und Frankreich und schloss sein Studium an der P.A.R.T.S. in Brüssel ab. Im Anschluss konzentrierte er sich auf seine eigene kreative Arbeit und zeigte seine Choreografien weltweit. Seine Performances untersuchen das Verhältnis von Bewegung, Struktur und Komposition. Er stellt den Menschen als Erschaffenden seiner Umwelt ins Zentrum seiner Arbeit und knüpft Verbindungen zwischen dem Körper in Bewegung, der Ausdrucksform alltäglicher Materialien und der Architektur der gebauten Umwelt. Mriziga ist Artist in Residence am Moussem Nomadic Arts Centre und von 2017 bis 2021 am Kaaitheater in Brüssel. New Empathies: In einem Klima des gesellschaftlichen Auseinanderdriftens erlebt der Begriff der Empathie derzeit eine Renaissance. Gilt die Fähigkeit zum Mitfühlen dabei einerseits als zentrales Mittel im Kampf gegen die Wut auf das vermeintlich Andere, wird in ihr andererseits die Gefahr einer sentimentalen Depolitisierung der Verhältnisse gesehen. Mit „New Empathies“ startete das radialsystem im Juni 2019 eine Programmreihe, die sich über zwei Jahre hinweg in Konzerten, Installationen, choreografischen Arbeiten, Workshops und Gesprächen den Möglichkeiten einer Praxis des Empathischen nähert und deren Potenziale in Bezug auf künstlerische, technologische, politische und ökologische Fragestellungen beleuchtet.


Kategorie: Performance

What’s That Noise? Im Rahmen der Reihe „New Empathies“ lädt die Künstlerin Sandhya Daemgen zu einer atmosphärischen Listening Party ein, die mit Live-Musik, Geschichten und Aufnahmen Künstlerinnen und Musikerinnen der Vergangenheit würdigt, die musikalische und gesellschaftliche Grenzen überschritten haben. Die Künstlerin führt das Publikum durch ein inklusives und diverses Narrativ der Musikgeschichte: Sie erzählt die Geschichten von Musikerinnen verschiedener Herkunft, Zeiten und Genres und setzt diese in Dialog mit zeitgenössischen Künstlerinnen, deren Live-Komposition und Performance wiederum von diesen Musikerinnen inspiriert ist. Der musikalische Dialog wird beim abschließenden DJ-Set weitergeführt… Die Reihe „What’s That Noise?“ findet seit 2014 an unterschiedlichen Veranstaltungsorten und auf Festivals für Kunst, Musik und Performance statt – 2020 sind zwei Abende im radialsystem und im ausland geplant. Das Kombiticket für 4 Veranstaltungen der Reihe „New Empathies“ finden Sie hier: https://radialsystem.reservix.de/p/reservix/event/1500261 Die in Berlin lebende Künstlerin Sandhya Daemgen ist Sängerin, Musikerin, Tänzerin und Dozentin und entwickelt interdisziplinäre Performances zwischen Körper, Stimme und Sound. Als Sängerin, Tänzerin und/oder Violinistin arbeitete sie mit international renommierten Künstler*innen wie Tino Sehgal, Arcade Fire, Ari Benjamin Meyers, The Residents und Heiner Goebbels und ist dabei weltweit aufgetreten. An der Seite von Ari Benjamin Meyers hat sie die Kunsthalle for Music mitentwickelt, die zum Ziel hat, ein neues Repertoire zeitgenössischer Musik zu finden, unterschiedliche musikalische Genres mit Performance und Bildender Kunst zu verbinden und diese wie in einer Kunsthalle „auszustellen“ – die Musikperformance war in Rotterdam, Hongkong, Basel und Santa Barbara (USA) zu erleben. Sandhya Daemgen hat in Wien, Hongkong, Basel und Pristina unterrichtet, aktuell arbeitet sie im Duo mit Martin Hansen an einer analogen Elektronikperformance. Daemgen hat einen Abschluss in Kulturwissenschaften an der Wesleyan University, USA, und einen Abschluss in Tanz, Kontext und Choreografie an der UdK Berlin.


Kategorie: Lecture Performance

Eine intensive Wahrnehmung von Zeit: Im Rahmen der Reihe „New Empathies“ zeigt das radialsystem an drei Januarabenden die Performance „Burn Time“ des portugiesischen Künstlers André Uerba. Ganz allmählich, nacheinander – oder manchmal auch zur gleichen Zeit – werden in André Uerbas Choreografie zarte Fäden entzündet: In Zeitlupe entsteht auf diese Weise ein Raum, der sich durch die brennenden Fäden verändert und verblasst und in der Dunkelheit eine starke suggestive Kraft entfaltet. Die Ruhe des Raumes, das allmähliche Aufsteigen der Lichtpunkte und die sanften Bewegungen der Performer*innen verlangsamen unsere Wahrnehmung der Zeit: „Burn Time“ entschleunigt das Tempo, erkennt den Augenblick an und gibt sich dem Hier und Jetzt hin. Das Kombiticket für 4 Veranstaltungen der Reihe „New Empathies“ finden Sie hier: https://radialsystem.reservix.de/p/reservix/event/1500261 André Uerba, geboren in Lissabon, studierte Fotografie an der Ar.Co, Lissabon, und Tanz am HZT. Neben der Arbeit als Performer mit verschiedenen Künstler*innen gründete Uerba das Produktionshaus SHORT HOPE. Seit 2007 arbeitet Uerba als künstlerischer Mitarbeiter, Koordinator und Performer mit dem Duo Ana Borralho & João Galante. Uerba hat unter anderem als Performer in Produktionen von Alexandra Pirici, Antonija Livingstone, Carlota Lagido, Clément Layes, Christian Falsnaes, Sandra Man & Moritz Majce, Naufus Ramírez-Figueroa und Tino Sehgal gespielt. 2013 erhielt er das Young Creator Stipendium des Centro Nacional de Cultura (Portugal). 2018 stellte ihm die Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa Mittel für die Entwicklung des Projekts „Burn Time“ zur Verfügung, das bisher in Portugal, Spanien, Slowenien und Deutschland gezeigt wurde. New Empathies: In einem Klima des gesellschaftlichen Auseinanderdriftens erlebt der Begriff der Empathie derzeit eine Renaissance. Gilt die Fähigkeit zum Mitfühlen dabei einerseits als zentrales Mittel im Kampf gegen die Wut auf das vermeintlich Andere, wird in ihr andererseits die Gefahr einer sentimentalen Depolitisierung der Verhältnisse gesehen. Mit „New Empathies“ startete das radialsystem im Juni 2019 eine Programmreihe, die sich über zwei Jahre hinweg in Konzerten, Installationen, choreografischen Arbeiten, Workshops und Gesprächen den Möglichkeiten einer Praxis des Empathischen nähert und deren Potenziale in Bezug auf künstlerische, technologische, politische und ökologische Fragestellungen beleuchtet.


Kategorie: Performance

„Denn jeder weiß, dass Liebe eine Neuerfindung des Lebens ist. Die Liebe neu zu erfinden, bedeutet diese Neuerfindung neu zu erfinden“, schreibt der französische Philosoph Alain Badiou. In „Constructing Love“, dem ersten Teil der neuen Reihe „Pas de Deux“ des Solistenensemble Kaleidoskop, setzen sich die Choreografin Milla Koistinen und der Musiker Paul Valikoski mit Begegnung, Trennung, Vereinigung und deren Ende, Harmonie und Verneinung auseinander. Die Künstler*innen interagieren miteinander zwischen Objekten und Klängen, eine markante Choreografie spannt den Bogen zwischen individualistischem Nachsinnen und Momenten des gemeinsam Erlebten. Milla Koistinen und Paul Valikoski laden das Publikum ein, über die Neuerfindung des Lebens und der Liebe nachzudenken. Das Kombiticket für 4 Veranstaltungen der Reihe „New Empathies“ finden Sie hier: https://radialsystem.reservix.de/p/reservix/event/1500261 Das „Pas de deux“ – die Schritte zu zweit, ursprünglich das Liebesduett des Balletts – ist der Moment der höchsten Virtuosität und Harmonie zweier Tänzer*innen. Das Solistenensemble Kaleidoskop löst mit der neuen Reihe, die die Musikalität des Körpers und die Körperlichkeit der Musik als Forschungsgebiet hat, diesen Moment aus seinem klassischen Zusammenhang und untersucht mit kurzen Duetten auch die andere Bedeutung des französischen Begriffs „Pas de deux“ – es gibt keine Zwei – und dem Spannungsfeld der sich widersprechenden Bedeutungen zwischen Harmonie und Verneinung. Die Bühne der Zwei wird von eine*r Choreograf*in und eine*r Musiker*in des Solistenensemble Kaleidoskop betreten, aber der Ausgang ist offen. Ob es zu einer Verschmelzung von Musik und Bewegung kommt, zu einer Gegenüberstellung oder letztendlich zu einer. Trennung der beiden, wird jedem Duo selbst überlassen. So entstehen changierende Konstellationen zweier Künstler*innen, die sich in einem gemeinsamen Arbeitsprozess immer wieder neu dem Ereignis der Begegnung, ihren Unterschieden und dem Risiko einer Liebeskonstruktion stellen. Milla Koistinen studierte Tanz an der Theaterakademie in Helsinki, Finnland und Choreografie an der HfS Ernst Busch/HZT Berlin. Sie arbeitete unter anderem mit Kristian Smeds, Hiroaki Umeda, Cie Heddy Maalem und Christine Gaigg. Seit 2008 kreiert sie ihre eigenen Arbeiten, die unter anderem in der Dampfzentrale Bern, bei der Sommerszene Salzburg, im HAU Hebbel am Ufer, im Tanzhaus NRW und im Mad House Helsinki aufgeführt wurden. Sie arbeitet als Gastlehrerin u.a. für Sasha Waltz & Guests, für die Toula Limnaios Company, das Staatstheater Braunschweig, die Iceland Academy of the Arts, das Tanzhaus NRW, SEAD Salz-burg, das Tanzhaus Zürich, die der Theaterakademie Helsinki und PAC in Ramallah (Palästina). Paul Valikoski studierte Violine am Glenn Gould Conservatory in Toronto unter Mark Fewer. Zwischen 2002 und 2005 hat er u.a. mit der Hamilton Philharmonic und im Thunder Bay Symphony Orchestra gespielt, 2005 mit dem Christchurch Symphony Orchestra in Neuseeland. Valikoski interessiert sich für kollaborative Aufführungen und Komposition. Er ist Teil des Solistenensemble Kaleidoskop und Gast des Ensemble Resonanz in Hamburg. Er hat neben anderen mit Susanne Kennedy, Michael Rauter, Sasha Waltz & Guests, FC Bergman, Sabrina Hölzer, Mouse on Mars und Milla Koistinen zusammengearbeitet. New Empathies: In einem Klima des gesellschaftlichen Auseinanderdriftens erlebt der Begriff der Empathie derzeit eine Renaissance. Gilt die Fähigkeit zum Mitfühlen dabei einerseits als zentrales Mittel im Kampf gegen die Wut auf das vermeintlich Andere, wird in ihr andererseits die Gefahr einer sentimentalen Depolitisierung der Verhältnisse gesehen. Mit „New Empathies“ startete das radialsystem im Juni 2019 eine Programmreihe, die sich über zwei Jahre hinweg in Konzerten, Installationen, choreografischen Arbeiten, Workshops und Gesprächen den Möglichkeiten einer Praxis des Empathischen nähert und deren Potenziale in Bezug auf künstlerische, technologische, politische und ökologische Fragestellungen beleuchtet.


Kategorie: Cross Media

Als Künstler*innen in den 1950er Jahren begannen, Computer als Medium zu erforschen, war die Technologie begrenzt, was zu einem Minimalismus im Ausdruck führte. Heute ist der Anblick eines grünen Kathodenstrahlröhren-Displays nostalgisch. Robert Henkes audiovisuelle Performance „CBM 8032 AV“ ist das Ergebnis einer medienarchäologischen Suchbewegung. Mit fünf Rechenmaschinen aus den 1980er Jahren erzeugt er eine zeitgenössische Ästhetik, die vor 40 Jahren zwar technisch umsetzbar, aber ohne den kulturellen Hintergrund von heute nicht denkbar gewesen wäre, und hinterfragt damit die vermeintliche Linearität von Technik- und Ideengeschichte. In den fünf sorgfältig restaurierten Commodore CBM 8032 läuft eine von Henke und seinem Team speziell zu diesem Zweck entwickelte Software. Die Computer, die nie für den Einsatz bei der Erzeugung audiovisueller Kunst gedacht waren, sondern in Labors, Büros und für die Ausbildung an Universitäten eingesetzt wurden, generieren langsame, harte, geometrische und niedrigauflösende Bilder und kreieren dabei trotzdem ihre eigenen Rhythmen und Ästhetiken. Mit Konzerten und Performances, Workshops und Diskursveranstaltungen lotet das „CTM Festival“ die aktuellen Möglichkeiten und Grenzen von Musik aus und verbindet dabei ungewöhnliche Erfahrungsräume mit kritischer Reflexion. 2020 setzt sich „CTM“ mit Grenzphänomenen auseinander: Unter dem Titel „Liminal“ konzentriert sich das Festival auf Übergangsphasen, in denen vertraute Ordnungen destabilisiert werden – und identifiziert Musik als Praxis, in der dies immer schon verhandelt wird. Musik spiegelt nicht nur die fragilen Zustände unserer verunsicherten Gegenwart, sondern öffnet zugleich kritische Experimentierräume für alternative Denkweisen und mögliche Zukünfte. Robert Henke ist ein Komponist, Künstler und Softwareentwickler, der vor allem für seine Beiträge zur elektronischen Musik und seine Laserarbeiten bekannt ist. Seine audiovisuellen Installationen basieren auf selbst geschriebener Software und erforschen ein fragiles Gleichgewicht zwischen Entschlossenheit und Zufallsoperationen, um komplexe Verhaltensweisen und endlose Variationen im Ausdruck zu erzeugen. Sein musikalisches Werk oszilliert zwischen Ambient, zeitgenössischer Musik und Clubmusik. Sein Langzeitprojekt Monolake wurde zu einem der wichtigsten Symbole einer neuen elektronischen Clubkultur, die nach dem Mauerfall in Berlin entstand. Henke ist einer der Hauptentwickler*innen von Ableton Live. Er schreibt und hält Vorträge über den kreativen Umgang mit Computern und lehrte an der CCR-MA/Stanford University, am IRCAM und am Studio National des Arts Contemporains - Le Fresnoy, in Lille, Frankreich. Seine Werke wurden unter anderem in der Tate Modern in London, im Centre Pompidou in Paris, im Palazzo delle Esposizioni in Rom, im PS-1 in New York, im Palazzo Grassi in Venedig, in der Art Gallery of New South Wales in Australien, im KW Institute for Contemporary Art in Berlin und auf zahlreichen Festivals wie Unsound, CTM, MUTEK, Sonar, New Forms Festival gezeigt.


Kategorie: Installation

Als Künstler*innen in den 1950er Jahren begannen, Computer als Medium zu erforschen, war die Technologie begrenzt, was zu einem Minimalismus im Ausdruck führte. Heute ist der Anblick eines grünen Kathodenstrahlröhren-Displays nostalgisch. Robert Henkes audiovisuelle Performance „CBM 8032 AV“ ist das Ergebnis einer medienarchäologischen Suchbewegung. Mit fünf Rechenmaschinen aus den 1980er Jahren erzeugt er eine zeitgenössische Ästhetik, die vor 40 Jahren zwar technisch umsetzbar, aber ohne den kulturellen Hintergrund von heute nicht denkbar gewesen wäre, und hinterfragt damit die vermeintliche Linearität von Technik- und Ideengeschichte. In den fünf sorgfältig restaurierten Commodore CBM 8032 läuft eine von Henke und seinem Team speziell zu diesem Zweck entwickelte Software. Die Computer, die nie für den Einsatz bei der Erzeugung audiovisueller Kunst gedacht waren, sondern in Labors, Büros und für die Ausbildung an Universitäten eingesetzt wurden, generieren langsame, harte, geometrische und niedrigauflösende Bilder und kreieren dabei trotzdem ihre eigenen Rhythmen und Ästhetiken. Mit Konzerten und Performances, Workshops und Diskursveranstaltungen lotet das „CTM Festival“ die aktuellen Möglichkeiten und Grenzen von Musik aus und verbindet dabei ungewöhnliche Erfahrungsräume mit kritischer Reflexion. 2020 setzt sich „CTM“ mit Grenzphänomenen auseinander: Unter dem Titel „Liminal“ konzentriert sich das Festival auf Übergangsphasen, in denen vertraute Ordnungen destabilisiert werden – und identifiziert Musik als Praxis, in der dies immer schon verhandelt wird. Musik spiegelt nicht nur die fragilen Zustände unserer verunsicherten Gegenwart, sondern öffnet zugleich kritische Experimentierräume für alternative Denkweisen und mögliche Zukünfte. Robert Henke ist ein Komponist, Künstler und Softwareentwickler, der vor allem für seine Beiträge zur elektronischen Musik und seine Laserarbeiten bekannt ist. Seine audiovisuellen Installationen basieren auf selbst geschriebener Software und erforschen ein fragiles Gleichgewicht zwischen Entschlossenheit und Zufallsoperationen, um komplexe Verhaltensweisen und endlose Variationen im Ausdruck zu erzeugen. Sein musikalisches Werk oszilliert zwischen Ambient, zeitgenössischer Musik und Clubmusik. Sein Langzeitprojekt Monolake wurde zu einem der wichtigsten Symbole einer neuen elektronischen Clubkultur, die nach dem Mauerfall in Berlin entstand. Henke ist einer der Hauptentwickler*innen von Ableton Live. Er schreibt und hält Vorträge über den kreativen Umgang mit Computern und lehrte an der CCR-MA/Stanford University, am IRCAM und am Studio National des Arts Contemporains - Le Fresnoy, in Lille, Frankreich. Seine Werke wurden unter anderem in der Tate Modern in London, im Centre Pompidou in Paris, im Palazzo delle Esposizioni in Rom, im PS-1 in New York, im Palazzo Grassi in Venedig, in der Art Gallery of New South Wales in Australien, im KW Institute for Contemporary Art in Berlin und auf zahlreichen Festivals wie Unsound, CTM, MUTEK, Sonar, New Forms Festival gezeigt.


Kategorie: Installation

In der Kulturgeschichte existieren zahlreiche Darstellungen von Hölle, Dämonen und göttlicher Bestrafung, die einander ähneln – so zum Beispiel in Dantes „Inferno“ oder in den „10 Kammern der Hölle“ im Haw Par Villa, einem Park der chinesischen Märchen und Mythen in Singapur. Inspiriert von diesen Darstellungen kreieren der Musiker Bill Vorn und der multidisziplinäre Künstler Louis-Philippe Demers die partizipative robotergestützte Perfomance „Inferno“. In Exoskelette gesteckt, erlebt und performt eine Gruppe ausgewählter Zuschauer*innen Grenzgänge zwischen menschlicher und technologischer Handlungsmacht. „Inferno“ wird so zu einem immersiven Erlebnis, einem Ritual, das mit den ausgeprägten Ängsten in Bezug auf die Beziehung zwischen Mensch und Maschine und den sich verschiebenden Grenzen zwischen ihnen spielt. In „Inferno“ wird der Prozess unendlicher Bestrafung zur endlosen Automatisierung und Unterordnung unter künstliche Intelligenz. Ticketinhaber*innen, die an der Performance partizipieren wollen, indem sie eines der Exoskelette tragen, melden sich bitte per Mail an inferno@ctm-festival.de. Bitte geben Sie an, welche Performance Sie besuchen werden. Die Kapazität ist eingeschränkt. Bitte beachten Sie ebenfalls, dass Sie am Veranstaltungstag vorzeitig anwesend sein müssen, um ein Briefing zu erhalten und für die Performance vorbereitet zu werden. Die Exoskelette wiegen ca. 20 kg und müssen für eine Dauer von ca. 1 Stunde getragen werden. Die Performance beinhaltet sowohl Rauch als auch Stroboskoplicht. Mit Konzerten und Performances, Workshops und Diskursveranstaltungen lotet das „CTM Festival“ die aktuellen Möglichkeiten und Grenzen von Musik aus und verbindet dabei ungewöhnliche Erfahrungsräume mit kritischer Reflexion. 2020 setzt sich „CTM“ mit Grenzphänomenen auseinander: Unter dem Titel „Liminal“ konzentriert sich das Festival auf Übergangsphasen, in denen vertraute Ordnungen destabilisiert werden – und identifiziert Musik als Praxis, in der dies immer schon verhandelt wird. Musik spiegelt nicht nur die fragilen Zustände unserer verunsicherten Gegenwart, sondern öffnet zugleich kritische Experimentierräume für alternative Denkweisen und mögliche Zukünfte. Bill Vorn ist seit 1992 in der Robotik tätig. Seine Installations- und Performanceprojekte umfassen Robotik und Bewegungssteuerung, Ton, Licht, Video und kybernetische Prozesse. Er betreibt Forschung und Kreation über künstliches Leben und Agententechnologien durch künstlerische Arbeit, die auf der Ästhetik künstlicher Verhaltensweisen basiert. Er promovierte in Kommunikationswissenschaften an der UQAM (Montréal) über Künstliche Intelligenz als Medium und ist Professor in Electronic Arts an der Concordia University. Seine Arbeiten wurden auf zahlreichen internationalen Veranstaltungen präsentiert, darunter Ars Electronica, ISEA, Sonar, Art Futura und Artec. Bill Vorn wurde international mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter zuletzt mit dem Numix Award (Montreal, 2016). Er arbeitete mit vielen kanadischen Künstler*innen zusammen (darunter Edouard Lock, Robert Lepage, Gilles Maheu, LP Demers und Istvan Kantor). 1981 war er Mitbegründer der elektronischen Popmusik-gruppe Rational Youth mit Tracy Howe. Louis-Philippe Demers realisiert große Installationen und Performances. Er nahm an mehr als siebzig künstlerischen und Bühnenproduktionen teil und hat mehr als 375 Maschinen gebaut. Demers’ Werke wurden bei bedeutenden Festivals wie der Expo 1992 und 2000, dem Sonambiente, dem Siggraph und dem Sonar gezeigt. Er erhielt sechs Erwähnungen und eine Auszeichnung bei der Ars Electronica, den ersten Preis von Vida 2.0, den Interactive Prize für Lightforms 98 und sechs Preise für Devolution, darunter zwei Helpmann Awards. Demers promovierte im Feld von Roboterleistungen. Er war Professor an der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe, die mit dem Zentrum für Kunst und Medientechnologie (ZKM) eng verbunden ist. Anschließend arbeitete Demers am Interaction and Entertainment Research Centre der Nanyang Technological University (NTU). Derzeit ist er Professor an der NTU School of Art, Design and Media.


Kategorie: Performance

Nach einem Gedicht des norwegischen Lyrikers Simen Hagerup benannt verweist „Drops and Seeds“ auf den Genozid der „Roten Khmer“ in den 1970er Jahren und kennzeichnet die Wiederbelebung und Weiterentwicklung der traditionellen Tanzkultur Kambodschas. In einer biografisch eng verwobenen Lehrer*in-Schüler*in-Beziehung wird die Kunst des Khmer Tanzes von wenigen Einzelpersonen über Generationen hinweg weitergegeben. Prumsodun Ok, Choreograf und Gründer der ersten offen queeren Tanzkompanie Kambodschas – Prumsodun Ok & NATYARASA – gehört zu ebendieser vermittelnden Generation. Gemeinsam mit der in Berlin lebenden Komponistin Ana Maria Rodriguez, dem Lichtdesigner Fred Pommerehn und dem Ensemble KNM Berlin hat er „Drops and Seeds“ ins Leben gerufen. „Drops and Seeds“ betrachtet den Tanz als Medium zwischen Himmel und Erde – ein Konzept, das für den traditionellen Tanz in der Khmer-Kultur von zentraler Bedeutung ist – und arbeitet mit Bedeutungsverschiebungen, die entstehen, wenn Traditionen bedroht oder in Erinnerung gerufen werden. Die Androgynität der queeren Tänzer*innen nimmt den Tanz aus seinem gewohnten Kontext und schafft so Raum für Erinnerungs- und Überlieferungsfragen und reflektiert Machtpositionen in der traditionellen Gesellschaft und in kulturellen Formen. Die Komponistin Rodriguez komponiert dazu die (akustische) Realität neu: Sie sieht in den hunderttausenden Landminen, die noch immer unter der Erde Kambodschas liegen, materialisierte Erinnerungen an den Genozid und damit Resonatoren der gewaltigen und plötzlichen Wucht, die das Land traf. Die Künstler*innen lassen das Publikum ein fragiles, audiovisuell gerastertes Terrain betreten, das auf der unendlichen Antwort zwischen klein und groß, Individuum und Gesellschaft sowie persönlichem Schicksal und kosmischem Pathos beruht. Mit Konzerten und Performances, Workshops und Diskursveranstaltungen lotet das „CTM Festival“ die aktuellen Möglichkeiten und Grenzen von Musik aus und verbindet dabei ungewöhnliche Erfahrungsräume mit kritischer Reflexion. 2020 setzt sich „CTM“ mit Grenzphänomenen auseinander: Unter dem Titel „Liminal“ konzentriert sich das Festival auf Übergangsphasen, in denen vertraute Ordnungen destabilisiert werden – und identifiziert Musik als Praxis, in der dies immer schon verhandelt wird. Musik spiegelt nicht nur die fragilen Zustände unserer verunsicherten Gegenwart, sondern öffnet zugleich kritische Experimentierräume für alternative Denkweisen und mögliche Zukünfte. Prumsodun Ok wurde als Kind von Khmer-Geflüchteten in den USA geboren, wuchs in der von Armut und Gewalt geprägten Innenstadt von Long Beach auf und wurde zum neuen Gesicht des Khmer-Tanzes. Der Künstler, Lehrer und Autor betrachtet in seinen interdisziplinären Arbeiten, die bereits auf drei Kontinenten präsentiert wurden, die „Avantgarde im Antiken“. 2013 initiierte er „Children of Refugees”, ein Programm mit Talks und Performances von Künstler*innen, Aktivist*innen und Wissenschaftler*innen, mit dem Ziel, das Bewusstsein für die Situation syrischer Geflüchteter zu erhöhen. Ok erhielt bereits zahlreiche Preise und Stipendien – u.a. von TED, MAP Fund und der Surdna Foundation – und war als Gastredner und Choreograf am California Institute of the Arts, am UCLA sowie am Santa Monica College tätig. Von der Championing Diversity Initiative von The Dots und WeTransfer wurde er als „LGBT+ Creative Leader of Tomorrow“ gelistet. Prumsodun Ok lebt in Phnom Penh und ist Gründer und künstlerischer Leiter von Prumsodun Ok & NATYARASA, der ersten offen queeren Tanzkompanie Kambodschas. Das Ensemble KNM Berlin steht für die lebendige, aktuelle Musikszene der Metropole Berlin. 1988 von Juliane Klein, Thomas Bruns und weiteren Student*innen der Hochschule für Musik Hanns Eisler im damaligen Ostteil der Stadt gegründet, wird es heute von elf Musiker*innenpersönlichkeiten aus Deutschland, Großbritannien und der Schweiz geprägt. Weltweit präsentiert das Ensemble Kompositionen, Konzertinstallationen und Konzertprojekte, die in enger Kooperation mit Komponist*innen, Autor*innen, Dirigent*innen, Künstler*innen und Regisseur*innen entstehen. Getragen werden die Programme von der Neugier auf das Unbekannte, von der Auseinandersetzung mit den wesentlichen Themen unserer Gegenwart. Ana Maria Rodriguez studierte zunächst Geschichte und Philosophie und anschließend Klavier- und Komposition an der Universidad Catolica de Buenos Aires, bevor sie sich an den Phonos Electroa coustic Music Studios Barcelona elektronischer Musik und algorithmischer Komposition widmete. 1993 erhielt sie eine Einladung der Gesellschaft für Mathematik und Datenverarbeitung St. Augustin (Deutschland) zur Entwicklung mehrerer Audio-Projekte im Fachbereich „Künstliche Intelligenz“. Seither entwickelte sie zahlreiche Kompositionen, Konzertinstallationen und Projekte für Soloinstrumente,Ensembles und Stimmen mit Live-Elektronik und Computer, z.B. für Brückenmusik IV Köln, die Donaueschinger Musiktage, die transmediale Berlin, die MaerzMusik, und die Wittener Tage für neue Kam-mermusik. Fred Pommerehn wurde 1964 in Madison, Indiana geboren. Er studierte von 1982 bis 1986 an der North Carolina School of the Arts und graduierte als Stipendiat mit Auszeichnung zum Bachelor of Fine Arts. 1987 zog er nach Berlin, wo er nach wie vor lebt. Von 1987 bis 1990 war er Assistent am Schiller Theater Berlin. Seit 1990 arbeitet er als freischaffender Künstler und Szenograf, er kreiert (szenische) Installationen, Bühne, Licht und Kos-tüme für Theater, Festivals, Events, Tanztheater- und Musikproduktionen sowie für Projekte der kulturellen Bildung. Seine Arbeit führte ihn seither durch weite Teile Europas und bisweilen auch nach Asien und nach Nordamerika. Darüber hinaus hat er zusammen mit zahlreichen Künstler*innenn aus allen Teilen Europas Projekte realisiert.


Kategorie: Performance

In der Kulturgeschichte existieren zahlreiche Darstellungen von Hölle, Dämonen und göttlicher Bestrafung, die einander ähneln – so zum Beispiel in Dantes „Inferno“ oder in den „10 Kammern der Hölle“ im Haw Par Villa, einem Park der chinesischen Märchen und Mythen in Singapur. Inspiriert von diesen Darstellungen kreieren der Musiker Bill Vorn und der multidisziplinäre Künstler Louis-Philippe Demers die partizipative robotergestützte Perfomance „Inferno“. In Exoskelette gesteckt, erlebt und performt eine Gruppe ausgewählter Zuschauer*innen Grenzgänge zwischen menschlicher und technologischer Handlungsmacht. „Inferno“ wird so zu einem immersiven Erlebnis, einem Ritual, das mit den ausgeprägten Ängsten in Bezug auf die Beziehung zwischen Mensch und Maschine und den sich verschiebenden Grenzen zwischen ihnen spielt. In „Inferno“ wird der Prozess unendlicher Bestrafung zur endlosen Automatisierung und Unterordnung unter künstliche Intelligenz. Ticketinhaber*innen, die an der Performance partizipieren wollen, indem sie eines der Exoskelette tragen, melden sich bitte per Mail an inferno@ctm-festival.de. Bitte geben Sie an, welche Performance Sie besuchen werden. Die Kapazität ist eingeschränkt. Bitte beachten Sie ebenfalls, dass Sie am Veranstaltungstag vorzeitig anwesend sein müssen, um ein Briefing zu erhalten und für die Performance vorbereitet zu werden. Die Exoskelette wiegen ca. 20 kg und müssen für eine Dauer von ca. 1 Stunde getragen werden. Die Performance beinhaltet sowohl Rauch als auch Stroboskoplicht. Mit Konzerten und Performances, Workshops und Diskursveranstaltungen lotet das „CTM Festival“ die aktuellen Möglichkeiten und Grenzen von Musik aus und verbindet dabei ungewöhnliche Erfahrungsräume mit kritischer Reflexion. 2020 setzt sich „CTM“ mit Grenzphänomenen auseinander: Unter dem Titel „Liminal“ konzentriert sich das Festival auf Übergangsphasen, in denen vertraute Ordnungen destabilisiert werden – und identifiziert Musik als Praxis, in der dies immer schon verhandelt wird. Musik spiegelt nicht nur die fragilen Zustände unserer verunsicherten Gegenwart, sondern öffnet zugleich kritische Experimentierräume für alternative Denkweisen und mögliche Zukünfte. Bill Vorn ist seit 1992 in der Robotik tätig. Seine Installations- und Performanceprojekte umfassen Robotik und Bewegungssteuerung, Ton, Licht, Video und kybernetische Prozesse. Er betreibt Forschung und Kreation über künstliches Leben und Agententechnologien durch künstlerische Arbeit, die auf der Ästhetik künstlicher Verhaltensweisen basiert. Er promovierte in Kommunikationswissenschaften an der UQAM (Montréal) über Künstliche Intelligenz als Medium und ist Professor in Electronic Arts an der Concordia University. Seine Arbeiten wurden auf zahlreichen internationalen Veranstaltungen präsentiert, darunter Ars Electronica, ISEA, Sonar, Art Futura und Artec. Bill Vorn wurde international mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter zuletzt mit dem Numix Award (Montreal, 2016). Er arbeitete mit vielen kanadischen Künstler*innen zusammen (darunter Edouard Lock, Robert Lepage, Gilles Maheu, LP Demers und Istvan Kantor). 1981 war er Mitbegründer der elektronischen Popmusik-gruppe Rational Youth mit Tracy Howe. Louis-Philippe Demers realisiert große Installationen und Performances. Er nahm an mehr als siebzig künstlerischen und Bühnenproduktionen teil und hat mehr als 375 Maschinen gebaut. Demers’ Werke wurden bei bedeutenden Festivals wie der Expo 1992 und 2000, dem Sonambiente, dem Siggraph und dem Sonar gezeigt. Er erhielt sechs Erwähnungen und eine Auszeichnung bei der Ars Electronica, den ersten Preis von Vida 2.0, den Interactive Prize für Lightforms 98 und sechs Preise für Devolution, darunter zwei Helpmann Awards. Demers promovierte im Feld von Roboterleistungen. Er war Professor an der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe, die mit dem Zentrum für Kunst und Medientechnologie (ZKM) eng verbunden ist. Anschließend arbeitete Demers am Interaction and Entertainment Research Centre der Nanyang Technological University (NTU). Derzeit ist er Professor an der NTU School of Art, Design and Media.


Kategorie: Performance


Änderungen vorbehalten! - Angaben ohne Gewähr! - Stand:08.12.19
© Fotos der Vorstellungen: [+][-]
Ultraschall Berlin(Frank Rossbach/Frank Rossbach) Ultraschall Berlin(Anna Falckenstein/Anna Falckenstein) Ultraschall Berlin: KOMMANDO HIMMELFAHRT & Kaj Duncan David – Also sprach Golem(Carl-John Hoffmann/Carl-John Hoffmann) Ultraschall Berlin(Promo/Promo) Ohrknacker: Jakub Rataj(Lennard Rühle/Lennard Rühle) New Empathies: Pas de deux #1 – Constructing Love(Promo/Promo) New Empathies: 7(Bruno Simão/Bruno Simão) New Empathies: Burn Time(Dieter Hartwig/Dieter Hartwig) New Empathies: What’s That Noise?(Judy Landkammer/Judy Landkammer) CTM Festival 2020: CBM 8032 AV(Studio Robert Henke 2019/Studio Robert Henke 2019) CTM Festival 2020: Inferno(Rafael Zajac/Rafael Zajac) CTM Festival 2020: Drops and Seeds(Thomas Bold/Thomas Bold)

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