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Spielplan für November 2019

Ein Musiker feiert nach einem »Cancelculture«-Skandal sein Comeback und will seine Geliebte vor einem gierigen Produzenten retten. Eine vielversprechende Newcomerin startet ihre verdiente Solokarriere und klagt ihren Ex-Partner an, sie manipuliert und ausgenutzt zu haben. Eine unbestechliche Redakteurin setzt sich mit ihrer feministischen Zeitung selbstlos für die Rechte Unterdrückter ein. Und eine junge Journalistin bringt furchtlos die Wahrheit ans Licht und die Bösen hinter Gitter.  Es scheint alles ganz eindeutig: Sie sind die Guten, die den ihnen zustehenden Erfolg entweder bereits ausleben, oder nach erfahrenem Unrecht dabei sind, die Täter*innen zu stellen und sich aus der Opferrolle nach oben (zurück) zu kämpfen. Aber kann es wirklich so einfach sein? Schließlich erscheint noch ein PR-Experte, der das Narrativ einer Person von der verfolgten Unschuld inszenieren und verkaufen soll... Wer hat in dieser Geschichte also wen benutzt, ging es wirklich um Liebe und die Suche nach der Wahrheit oder immer nur um Ruhm und Macht? Was war emanzipatorische Aneignung, was ausbeuterische Enteignung, und wo genau verläuft die Grenze? Wer profitiert von welchem Narrativ am meisten - und wessen Erzählung setzt sich letzten Endes durch?  Regisseurin Yael Ronen, Komponist Shlomi Shaban und das Ensemble untersuchen mit Slippery Slope lustvoll den Wunsch nach einfachen Wahrheiten und das Manipulationspotential einer guten Erzählstrategie - eine bitterböse musikalische Revue über Kunst und Macht in einer postfaktischen Gesellschaft. In englischer Sprache mit deutschen Übertiteln Triggerwarnung: Die Produktion enthält Stroboskop-Lichteffekte, schnelle und flackernde Bildabfolgen. Foto: Esra RotthoffBühnenfotos: Ute Langkafel


Kategorie: Theater

Ein Musiker feiert nach einem »Cancelculture«-Skandal sein Comeback und will seine Geliebte vor einem gierigen Produzenten retten. Eine vielversprechende Newcomerin startet ihre verdiente Solokarriere und klagt ihren Ex-Partner an, sie manipuliert und ausgenutzt zu haben. Eine unbestechliche Redakteurin setzt sich mit ihrer feministischen Zeitung selbstlos für die Rechte Unterdrückter ein. Und eine junge Journalistin bringt furchtlos die Wahrheit ans Licht und die Bösen hinter Gitter.  Es scheint alles ganz eindeutig: Sie sind die Guten, die den ihnen zustehenden Erfolg entweder bereits ausleben, oder nach erfahrenem Unrecht dabei sind, die Täter*innen zu stellen und sich aus der Opferrolle nach oben (zurück) zu kämpfen. Aber kann es wirklich so einfach sein? Schließlich erscheint noch ein PR-Experte, der das Narrativ einer Person von der verfolgten Unschuld inszenieren und verkaufen soll... Wer hat in dieser Geschichte also wen benutzt, ging es wirklich um Liebe und die Suche nach der Wahrheit oder immer nur um Ruhm und Macht? Was war emanzipatorische Aneignung, was ausbeuterische Enteignung, und wo genau verläuft die Grenze? Wer profitiert von welchem Narrativ am meisten - und wessen Erzählung setzt sich letzten Endes durch?  Regisseurin Yael Ronen, Komponist Shlomi Shaban und das Ensemble untersuchen mit Slippery Slope lustvoll den Wunsch nach einfachen Wahrheiten und das Manipulationspotential einer guten Erzählstrategie - eine bitterböse musikalische Revue über Kunst und Macht in einer postfaktischen Gesellschaft. In englischer Sprache mit deutschen Übertiteln Triggerwarnung: Die Produktion enthält Stroboskop-Lichteffekte, schnelle und flackernde Bildabfolgen. Foto: Esra RotthoffBühnenfotos: Ute Langkafel


Kategorie: Theater

Ein Musiker feiert nach einem »Cancelculture«-Skandal sein Comeback und will seine Geliebte vor einem gierigen Produzenten retten. Eine vielversprechende Newcomerin startet ihre verdiente Solokarriere und klagt ihren Ex-Partner an, sie manipuliert und ausgenutzt zu haben. Eine unbestechliche Redakteurin setzt sich mit ihrer feministischen Zeitung selbstlos für die Rechte Unterdrückter ein. Und eine junge Journalistin bringt furchtlos die Wahrheit ans Licht und die Bösen hinter Gitter.  Es scheint alles ganz eindeutig: Sie sind die Guten, die den ihnen zustehenden Erfolg entweder bereits ausleben, oder nach erfahrenem Unrecht dabei sind, die Täter*innen zu stellen und sich aus der Opferrolle nach oben (zurück) zu kämpfen. Aber kann es wirklich so einfach sein? Schließlich erscheint noch ein PR-Experte, der das Narrativ einer Person von der verfolgten Unschuld inszenieren und verkaufen soll... Wer hat in dieser Geschichte also wen benutzt, ging es wirklich um Liebe und die Suche nach der Wahrheit oder immer nur um Ruhm und Macht? Was war emanzipatorische Aneignung, was ausbeuterische Enteignung, und wo genau verläuft die Grenze? Wer profitiert von welchem Narrativ am meisten - und wessen Erzählung setzt sich letzten Endes durch?  Regisseurin Yael Ronen, Komponist Shlomi Shaban und das Ensemble untersuchen mit Slippery Slope lustvoll den Wunsch nach einfachen Wahrheiten und das Manipulationspotential einer guten Erzählstrategie - eine bitterböse musikalische Revue über Kunst und Macht in einer postfaktischen Gesellschaft. In englischer Sprache mit deutschen Übertiteln Triggerwarnung: Die Produktion enthält Stroboskop-Lichteffekte, schnelle und flackernde Bildabfolgen. Foto: Esra RotthoffBühnenfotos: Ute Langkafel


Kategorie: Theater

Ein Musiker feiert nach einem »Cancelculture«-Skandal sein Comeback und will seine Geliebte vor einem gierigen Produzenten retten. Eine vielversprechende Newcomerin startet ihre verdiente Solokarriere und klagt ihren Ex-Partner an, sie manipuliert und ausgenutzt zu haben. Eine unbestechliche Redakteurin setzt sich mit ihrer feministischen Zeitung selbstlos für die Rechte Unterdrückter ein. Und eine junge Journalistin bringt furchtlos die Wahrheit ans Licht und die Bösen hinter Gitter.  Es scheint alles ganz eindeutig: Sie sind die Guten, die den ihnen zustehenden Erfolg entweder bereits ausleben, oder nach erfahrenem Unrecht dabei sind, die Täter*innen zu stellen und sich aus der Opferrolle nach oben (zurück) zu kämpfen. Aber kann es wirklich so einfach sein? Schließlich erscheint noch ein PR-Experte, der das Narrativ einer Person von der verfolgten Unschuld inszenieren und verkaufen soll... Wer hat in dieser Geschichte also wen benutzt, ging es wirklich um Liebe und die Suche nach der Wahrheit oder immer nur um Ruhm und Macht? Was war emanzipatorische Aneignung, was ausbeuterische Enteignung, und wo genau verläuft die Grenze? Wer profitiert von welchem Narrativ am meisten - und wessen Erzählung setzt sich letzten Endes durch?  Regisseurin Yael Ronen, Komponist Shlomi Shaban und das Ensemble untersuchen mit Slippery Slope lustvoll den Wunsch nach einfachen Wahrheiten und das Manipulationspotential einer guten Erzählstrategie - eine bitterböse musikalische Revue über Kunst und Macht in einer postfaktischen Gesellschaft. In englischer Sprache mit deutschen Übertiteln Triggerwarnung: Die Produktion enthält Stroboskop-Lichteffekte, schnelle und flackernde Bildabfolgen. Foto: Esra RotthoffBühnenfotos: Ute Langkafel


Kategorie: Theater

Ein Industriegebiet. Die Luft ist hier dicker als anderswo. Eine junge Frau kehrt zurück in ihren Geburtsort. Die Freunde der Kindheit heiraten. Sie begibt sich auf die Spuren ihrer Herkunft, erinnert sich an den Vater, der Tag für Tag im Betrieb in der Nachbarschaft schuftete, an die Wortlosigkeit und Enge, an die Mutter, die von ihrer Kindheit und Jugend in der Türkei erzählte, ihr stilles Gehen irgendwann, an die Schule als ausschließende Institution. »Für mich gab es damals nur zwei Möglichkeiten: sich entweder sehr leise oder sehr laut auszulöschen. Dass es eine dritte Möglichkeit geben könnte, war mir nicht in den Sinn gekommen.«Deniz Ohde erzählt in ihrem preisgekrönten Debüt von einem Aufwachsen in Ungleichheit und der Allgegenwärtigkeit von Klassismus und Rassismus. Nurkan Erpulat inszeniert den Text als melancholische Coming of age Geschichte, als einen Aufbruch aus den Verhältnissen.   Aufführungsrechte: Suhrkamp Verlag Berlin Foto: Esra Rotthoff Bühnenfotos: Ute Langkafel


Kategorie: Theater

Abends, eine junge Frau allein in ihrer Wohnung. Freundinnen kontaktieren sie per Skype und per Chat, Kurznachrichten treffen ein, die Mutter ruft an. Einige Stockwerke tiefer im Keller: ein gefesselter und geknebelter Mann…Sibylle Berg hat eine Textfläche für die Choreographin Tabea Martin, den Regisseur Sebastian Nübling und vier Schauspielerinnen des Maxim Gorki Theaters geschrieben. Von den Medien und der Werbeindustrie produzierte Frauenbilder, der Imperativ eines erfolgreichen Lebensentwurfs und eigene Ängste und Sehnsüchte schlagen sich in den Leben der jungen Frauen nieder: nächtliche Prügeltouren durch die Stadt, Körperkult und Fitnesswahn, Shoppingexzesse zwischen den BWL-Vorlesungen und der Vertrieb von selbstsynthetisierten Drogen über das Internet. Daneben stehen Fragen danach, wie die Frauen leben wollen und wo sie die Ursachen für ihre Orientierungslosigkeit suchen. Die wütende, beißend-komische Bestandsaufnahme einer jungen Frau, die sich selbst und andere Frauen in ihren Reaktionen auf die Welt befragt.Es sagt mir nichts, das sogenannte Draußen ist ein Gorki-Klassiker, der nichts an Relevanz verloren hat. Und weil das so ist, gibt es ein Remake mit vier neuen Schaupielerinnen aus dem festen Gorki-Ensemble: Maryam Abu Khaled, Yanina Céron, Aysima Ergün, Hanh Mai Thi Tran. Es sagt mir nichts, das so genannte Draußen wurde von der Fachzeitschrift »Theater Heute« zum deutschsprachigen Stück des Jahres 2014 gewählt. Das Remake wurde auf Grundlage der Inszenierung Es sagt mir nichts, das sogenannte Draußen mit der Original-Besetzung Nora Abdel-Maksoud, Suna Gürler, Rahel Jankowski und Cynthias Micas aus der Spielzeit 2013/14 erarbeitet. Aufführungsrechte beim Rowohlt Theater Verlag.


Kategorie: Theater

Abends, eine junge Frau allein in ihrer Wohnung. Freundinnen kontaktieren sie per Skype und per Chat, Kurznachrichten treffen ein, die Mutter ruft an. Einige Stockwerke tiefer im Keller: ein gefesselter und geknebelter Mann…Sibylle Berg hat eine Textfläche für die Choreographin Tabea Martin, den Regisseur Sebastian Nübling und vier Schauspielerinnen des Maxim Gorki Theaters geschrieben. Von den Medien und der Werbeindustrie produzierte Frauenbilder, der Imperativ eines erfolgreichen Lebensentwurfs und eigene Ängste und Sehnsüchte schlagen sich in den Leben der jungen Frauen nieder: nächtliche Prügeltouren durch die Stadt, Körperkult und Fitnesswahn, Shoppingexzesse zwischen den BWL-Vorlesungen und der Vertrieb von selbstsynthetisierten Drogen über das Internet. Daneben stehen Fragen danach, wie die Frauen leben wollen und wo sie die Ursachen für ihre Orientierungslosigkeit suchen. Die wütende, beißend-komische Bestandsaufnahme einer jungen Frau, die sich selbst und andere Frauen in ihren Reaktionen auf die Welt befragt.Es sagt mir nichts, das sogenannte Draußen ist ein Gorki-Klassiker, der nichts an Relevanz verloren hat. Und weil das so ist, gibt es ein Remake mit vier neuen Schaupielerinnen aus dem festen Gorki-Ensemble: Maryam Abu Khaled, Yanina Céron, Aysima Ergün, Hanh Mai Thi Tran. Es sagt mir nichts, das so genannte Draußen wurde von der Fachzeitschrift »Theater Heute« zum deutschsprachigen Stück des Jahres 2014 gewählt. Das Remake wurde auf Grundlage der Inszenierung Es sagt mir nichts, das sogenannte Draußen mit der Original-Besetzung Nora Abdel-Maksoud, Suna Gürler, Rahel Jankowski und Cynthias Micas aus der Spielzeit 2013/14 erarbeitet. Aufführungsrechte beim Rowohlt Theater Verlag.


Kategorie: Theater

»Ich habe eine Wut auf die Welt oder das System oder mich, weil ich alles verraten habe, woran ich nicht geglaubt habe, oder haben wir wirklich einmal daran geglaubt, die Welt zu retten? Die lagen doch nur dekorativ herum, die Bücher, die feministischen, marxistischen, queeren, die lagen herum, mit ihren Überschriften, über die wir nicht hinausgekommen sind, während wir lieber Serien geschaut haben. « Eine Sprecher*in – »Ich bin in dem Alter, in dem sich Ärzte gegen meine Beatmung entscheiden, wenn auf der Nachbarliege ein aufstrebender Port-folio-Manager liegt.« – zieht schonungslos Bilanz ihres Lebens und dem einer ganzen Generation im Neoliberalismus.»Ich hatte erwartet, dass mir in Erwartung des Todes das Unterbewusste faszinierende Bilder meines gelungenen Lebens zeigt. Und dass ich sie nur verdrängt hätte, die einzigartigen Momente voller Erfüllung, Liebe und Exotik. Aber was sich da einstellt, kann nur als unterdurchschnittlich be-zeichnet werden. Immobilien und Kühlschränke, triste Reisen und die Abwesenheit von Liebe.«Sibylle Berg, die optimistische Pessimistin, wie sie sich selbst bezeichnet, zeigt abermals ihre Brillanz. Ihr gelingt ein aufrüttelndes, wütendes und starkes Stück voller Sprachintelligenz, Haltung und Humor.»Hat uns – bitte schön – irgendjemand auf diese Kränkung vorbereitet? Dass wir plötzlich unwichtig werden? Unsichtbar, auch wenn wir uns an die Regeln halten? Die es für Frauen gibt.« Und sicher ist mit mir die Welt verschwunden, wieder in der Regie von Sebastian Nübling, ist der vierte und letzte Teil der Saga, die Sibylle Berg für uns geschrieben hat. Die Reise der vielstimmigen jungen Sprecher*in, die sie fulminant mit Es sagt mir nichts, das sogenannte Draußen begann und die sie auf der Suche nach dem Glück in einer unglücklichen Welt mit Und dann kam Mirna und Nach uns das All – Das innere Team kennt keine Pause begleitete, beendet sie scheinbar elegisch, mit einer polyphonen Sprecher*in, die auf das Leben zurückblickt. CUT. ACTION. Nominiert für »Stücke 2021« der 46. Mülheimer TheatertageAusgezeichnet als »Stück des Jahres« der Kritiker*innenumfrage 2020/21 von Theater Heute Uraufführung: 24/Oktober 2020  Im Stream anschauen  Abendzettel UND SICHER IST MIT MIR DIE WELT VERSCHWUNDEN   {"preview_thumbnail":"/sites/default/files/styles/video_embed_wysiwyg_preview/public/video_thumbnails/F2_p0jxcdjA.jpg?itok=4cuUKvfS","video_url":"https://youtu.be/F2_p0jxcdjA","settings":{"responsive":1,"width":"854","height":"480","autoplay":0},"settings_summary":["Eingebettetes Video (Responsiv)."]} Foto: Esra RotthoffBühnenfotos: Ute Langkafel


Kategorie: Theater

Dein für immer, meist geliebte Frau, solang diese Maschine zu ihm gehört. Hamlet.Shakespeare, Hamlet Mit diesen Worten endet Hamlets berühmter Brief an Ophelia, in dem er versucht, dem einzig geliebten Menschen seinen Ausstieg aus dem System der Norm anzukündigen. Das Wort »machine« taucht bei Shakespeare nur ein einziges Mal auf. Es bezeichnet den Körper, der in der barocken frühaufklärerischen Zeit oft als Maschine, als aus vielen Teilen zusammengesetztes Wunderwerk, bezeichnet wurde. Shakespeares Stück selbst ist eine solche Theaterzaubermaschine. Eine Reflexion über Tod und Religion, über Norm und Wahnsinn, über Macht und Ohnmacht. Und neben all dem auch ein großer Text über das Theater selbst. 1977 schrieb Heiner Müller mit Die Hamletmaschine eine Adaption, die die Maschine im Titel führt. Das Exil Ensemble ist seit der Spielzeit 2016/17 Teil des Gorki. Die sieben Schauspieler*innen spüren mit Sebastian Nübling diesem und anderen Texten nach und forschen in dem ergebnisoffen angelegten Projekt nach der eigenen Position. Sie folgen mit Hamletmaschine dem Dramatiker, der die Position des Intellektuellen in einer Welt, die aus den Fugen geraten ist, radikal in Frage stellt, sezieren Müller folgend Shakespeare und setzen die verbleibenden Fragmente wieder zusammen. Trailer ansehen   Premiere 24. Februar 2018 Foto: Esra Rotthoff Bühnenfotos: Ute Langkafel  


Kategorie: Theater

Ist die Krise der Gegenwart eine Krise der Männlichkeit? Die Zeit ist reif für neue Entwürfe. Doch obwohl alles in Bewegung ist, kündigt sich ein konservativer gesellschaftlicher Rollback an. Der Mann* scheint in den alten Mustern festzustecken, ein Gefangener im System der männlichen Vorherrschaft. Was bedeutet es, im Jahr 2020 ein Mann* zu sein? Falk Richters Rechercheprojekt In My Room entspinnt aus dem intimen Raum eines Sohns und Autors ein vielschichtiges Geflecht aus Erinnerungen, Bildern und Stimmen und verwebt biografische Erfahrungen mit gesellschaftlichen Erzählungen. Es sind Momentaufnahmen von Söhnen, die sich an ihre Väter, an Familienrituale, Alltagsgeschichten und gesellschaftliche Entwicklungen erinnern. In My Room ist ein autofiktionaler Selbstversuch, in die unergründete Blackbox, die Väter hinterlassen haben, einzutauchen auf der Suche nach den Spuren der Väter im eigenen Leben. Nominiert für »Stücke 2020« der 45. Mülheimer Theatertage. Trailer anschauen Uraufführung: 15. Januar 2020 Foto: Esra Rotthoff Bühnenfotos: Ute Langkafel


Kategorie: Theater

Ist die Krise der Gegenwart eine Krise der Männlichkeit? Die Zeit ist reif für neue Entwürfe. Doch obwohl alles in Bewegung ist, kündigt sich ein konservativer gesellschaftlicher Rollback an. Der Mann* scheint in den alten Mustern festzustecken, ein Gefangener im System der männlichen Vorherrschaft. Was bedeutet es, im Jahr 2020 ein Mann* zu sein? Falk Richters Rechercheprojekt In My Room entspinnt aus dem intimen Raum eines Sohns und Autors ein vielschichtiges Geflecht aus Erinnerungen, Bildern und Stimmen und verwebt biografische Erfahrungen mit gesellschaftlichen Erzählungen. Es sind Momentaufnahmen von Söhnen, die sich an ihre Väter, an Familienrituale, Alltagsgeschichten und gesellschaftliche Entwicklungen erinnern. In My Room ist ein autofiktionaler Selbstversuch, in die unergründete Blackbox, die Väter hinterlassen haben, einzutauchen auf der Suche nach den Spuren der Väter im eigenen Leben. Nominiert für »Stücke 2020« der 45. Mülheimer Theatertage. Trailer anschauen Uraufführung: 15. Januar 2020 Foto: Esra Rotthoff Bühnenfotos: Ute Langkafel


Kategorie: Theater

»In dieser Stunde war vielleicht das Glück selbst auf der Suche nach seinen Glücklichen, die Glücklichen aber ruhten sich von den alltäglichen sozialen Sorgen aus, ohne sich ihrer Verwandtschaft mit dem Glück zu entsinnen.« (Tschewengur) Eine neue Welt bringt eine neue Sprache hervor. Andrej Platonow war lebenslang auf der Suche nach dem anderen Klang. Den Rhythmus für diese Expedition gab ihm die Eisenbahn vor: 1899 als Arbeiterkind im südrussischen Woronesh geboren, musste er früh als Hilfsarbeiter im Lokomotivenwerk arbeiten. Die Revolution 1921 ließ ihn Ingenieur werden, einen Träumer der Maschinen und ihrer Möglichkeiten, der an der Revolutionsfront kämpfte und in den Steppenlandschaften des Bürgerkriegs dem Hunger, der Utopie, der Gewalt begegnete.In dem Roman Tschewengur – Die Wanderung mit offenem Herzen, seinem Hauptwerk, fließen diese Elemente zusammen zu einem Sprachkunstwerk. Seine Perspektive ist die der Elendsten, der Hunger und Dürre preisgegebenen Bauern, der Landlosen und besitzlos Umherstreifenden, jener Menschen also ohne Sprache, Schrift und Geschichte. In ihre an der Schwelle zum Tod gebaute Welt bricht die Maschinisierung und Neuorganisation von unten durch die Revolution. Sie sollen »Subjekte« werden und eine neue Welt erschaffen, statt die alte zu erdulden. Von der jungen Partei entsandt machen sich zwei extrem unterschiedliche Antihelden auf, in den Weiten der Steppenlandschaft den Kommunismus zu suchen. Sie begegnen einer mythischen Welt aus skurrilen Gestalten, einer Welt, in der die Menschen Teil des Gefüges der Dinge sind und nicht länger Herrscher, in der die Syntax des Zusammenlebens neu gebaut wird. In dem Örtchen Tschewengur, das sie schließlich erreichen, scheint erreicht, wovon alle träumen: das Ende aller Widersprüche.  100 Jahre später wirkt die zu Zementplatten geronnene Utopie der sozialistischen Landschaften selbst wie eine bezwungene Natur, eine urbane Steppe, verlassen und überbaut. Eine Landschaft aus Beton und Vergessen, Brachenkraut und Künstlichkeit. In den Resten sozialistischer Urbanität siedelt die Gruppe Studio Platonow ihren ungewöhnlichen Tschewengur-Film an. Er wird live im Gorki präsentiert – und später online verfügbar sein. Weiterführende Materialien: GLOSSAR ZU TSCHEWENGUR Eine Produktion des Maxim Gorki TheatersAufführungsrechte henschel Schauspiel, Übersetzungsrechte Suhrkamp Verlag Foto: Esra Rotthoff Filmstills: Chris Kondek


Kategorie: Anderes

Schwarzer Block von Kevin Rittberger ist ein Stück über Antifaschismus als Sisyphos-Projekt, über 100 Jahre Geschichte linker Militanz als Versuch, den Naziterror zu verhindern, über den Widerspruch von Emanzipation und Gruppe. Als Protagonist*in für Theater scheint der Schwarze Block nicht besonders geeignet: Er ist ein Warnsystem auf prekärem Posten und will nicht erkannt sondern gehört werden, er gibt keine Interviews und der angeregte Dialog ist nicht in erster Linie seine Kommunikationsform. Doch weil der Block kein Block ist, sondern eine sich selbst befragende Formierung von Widerstand, drängt er hier auf eine Bühne, eine Bewegung im Raum, die Konflikte aufbrechen lässt.  Kevin Rittberger hat anderthalb Jahre lang die Geschichte des antifaschistischen Kampfes in Deutschland recherchiert, Archive gesichtet, Interviews geführt, Aktivist*innen getroffen und sich durch Neonazi-»Literatur« gequält. Aus dem Material ist ein mehrstimmiges dramatisches Gedicht entstanden, in dem die Geister der antifaschistischen Geschichte ihre Enterhaken in die Gegenwart werfen und andersrum. Mit 14 Schauspieler*innen sucht Sebastian Nübling nach dem »Wir« auf Abstand im Container und auf der Großen Bühne des Gorki. Gemeinsam stellen sie sich der Herausforderung, politische Aktion in den abstrakten Theaterraum zu übertragen. Uraufführung: 5/September 2020  Verzeichnis der toten Antifaschist*innen       {"preview_thumbnail":"/sites/default/files/styles/video_embed_wysiwyg_preview/public/video_thumbnails/o2gmaQMk4OM.jpg?itok=Q28xBnGl","video_url":"https://youtu.be/o2gmaQMk4OM","settings":{"responsive":1,"width":"854","height":"480","autoplay":0},"settings_summary":["Eingebettetes Video (Responsiv)."]}   {"preview_thumbnail":"/sites/default/files/styles/video_embed_wysiwyg_preview/public/video_thumbnails/rp_aL83XLa8.jpg?itok=wmdxAKAa","video_url":"https://youtu.be/rp_aL83XLa8","settings":{"responsive":1,"width":"854","height":"480","autoplay":0},"settings_summary":["Eingebettetes Video (Responsiv)."]}   Gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds. Mit Unterstützung der Rosa Luxemburg Stiftung. Aufführungsrechte: Verlag der Autoren. Foto: Esra RotthoffBühnenfotos: Ute Langkafel, Lutz Knospe


Kategorie: Theater

Schwarzer Block von Kevin Rittberger ist ein Stück über Antifaschismus als Sisyphos-Projekt, über 100 Jahre Geschichte linker Militanz als Versuch, den Naziterror zu verhindern, über den Widerspruch von Emanzipation und Gruppe. Als Protagonist*in für Theater scheint der Schwarze Block nicht besonders geeignet: Er ist ein Warnsystem auf prekärem Posten und will nicht erkannt sondern gehört werden, er gibt keine Interviews und der angeregte Dialog ist nicht in erster Linie seine Kommunikationsform. Doch weil der Block kein Block ist, sondern eine sich selbst befragende Formierung von Widerstand, drängt er hier auf eine Bühne, eine Bewegung im Raum, die Konflikte aufbrechen lässt.  Kevin Rittberger hat anderthalb Jahre lang die Geschichte des antifaschistischen Kampfes in Deutschland recherchiert, Archive gesichtet, Interviews geführt, Aktivist*innen getroffen und sich durch Neonazi-»Literatur« gequält. Aus dem Material ist ein mehrstimmiges dramatisches Gedicht entstanden, in dem die Geister der antifaschistischen Geschichte ihre Enterhaken in die Gegenwart werfen und andersrum. Mit 14 Schauspieler*innen sucht Sebastian Nübling nach dem »Wir« auf Abstand im Container und auf der Großen Bühne des Gorki. Gemeinsam stellen sie sich der Herausforderung, politische Aktion in den abstrakten Theaterraum zu übertragen. Uraufführung: 5/September 2020  Verzeichnis der toten Antifaschist*innen       {"preview_thumbnail":"/sites/default/files/styles/video_embed_wysiwyg_preview/public/video_thumbnails/o2gmaQMk4OM.jpg?itok=Q28xBnGl","video_url":"https://youtu.be/o2gmaQMk4OM","settings":{"responsive":1,"width":"854","height":"480","autoplay":0},"settings_summary":["Eingebettetes Video (Responsiv)."]}   {"preview_thumbnail":"/sites/default/files/styles/video_embed_wysiwyg_preview/public/video_thumbnails/rp_aL83XLa8.jpg?itok=wmdxAKAa","video_url":"https://youtu.be/rp_aL83XLa8","settings":{"responsive":1,"width":"854","height":"480","autoplay":0},"settings_summary":["Eingebettetes Video (Responsiv)."]}   Gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds. Mit Unterstützung der Rosa Luxemburg Stiftung. Aufführungsrechte: Verlag der Autoren. Foto: Esra RotthoffBühnenfotos: Ute Langkafel, Lutz Knospe


Kategorie: Theater

Ausgehend von Kevin Rittbergers Theaterstück Schwarzer Block und der Inszenierung Sebastian Nüblings – zu sehen am 20. und 21. November auf der Bühne – sprechen die Gäste darüber, wie Theater als antifaschistische Praxis gedacht werden kann. Leitend im Gespräch sind Fragen über den Zusammenhang von Klasse und Rassismus, andererseits zur Verbindung von Aktivismus und künstlerischem Ausdruck, und ganz generell die nach Solidarität und Allyship.


Kategorie: Dialog & Lesung

Henrik Ibsens Drama Nora oder ein Puppenheim, geschrieben 1879, erzählt die Geschichte einer Frau, die den Mut hat ihre Ängste zu konfrontieren. Sie befreit sich aus einem Miteinander, in dem sie gezwungen ist, die glitzernde Fassade einer unselbstständigen Puppe zu behaupten und tritt hinaus in eine unsichere Zukunft.Regisseurin Leonie Böhm arbeitet mit Hilfe der Neuaktivierung klassischer Texte an einem radikal offenen Miteinander – mutig, gegenwärtig und verletzlich. In ihrem Gorki-Debüt wagt sie mit Julia Riedler und Svenja Liesau den Ausbruch aus dem Puppenhaus, zerstückelt lustvoll Ibsens Emanzipationsklassiker und tritt auf unsicheren Boden. Mut und Angst sind zwei Seiten derselben Medaille.  Foto: Esra RotthoffBühnenfotos: Lutz Knospe


Kategorie: Theater

Ein Industriegebiet. Die Luft ist hier dicker als anderswo. Eine junge Frau kehrt zurück in ihren Geburtsort. Die Freunde der Kindheit heiraten. Sie begibt sich auf die Spuren ihrer Herkunft, erinnert sich an den Vater, der Tag für Tag im Betrieb in der Nachbarschaft schuftete, an die Wortlosigkeit und Enge, an die Mutter, die von ihrer Kindheit und Jugend in der Türkei erzählte, ihr stilles Gehen irgendwann, an die Schule als ausschließende Institution. »Für mich gab es damals nur zwei Möglichkeiten: sich entweder sehr leise oder sehr laut auszulöschen. Dass es eine dritte Möglichkeit geben könnte, war mir nicht in den Sinn gekommen.«Deniz Ohde erzählt in ihrem preisgekrönten Debüt von einem Aufwachsen in Ungleichheit und der Allgegenwärtigkeit von Klassismus und Rassismus. Nurkan Erpulat inszeniert den Text als melancholische Coming of age Geschichte, als einen Aufbruch aus den Verhältnissen.   Aufführungsrechte: Suhrkamp Verlag Berlin Foto: Esra Rotthoff Bühnenfotos: Ute Langkafel


Kategorie: Theater

Henrik Ibsens Drama Nora oder ein Puppenheim, geschrieben 1879, erzählt die Geschichte einer Frau, die den Mut hat ihre Ängste zu konfrontieren. Sie befreit sich aus einem Miteinander, in dem sie gezwungen ist, die glitzernde Fassade einer unselbstständigen Puppe zu behaupten und tritt hinaus in eine unsichere Zukunft.Regisseurin Leonie Böhm arbeitet mit Hilfe der Neuaktivierung klassischer Texte an einem radikal offenen Miteinander – mutig, gegenwärtig und verletzlich. In ihrem Gorki-Debüt wagt sie mit Julia Riedler und Svenja Liesau den Ausbruch aus dem Puppenhaus, zerstückelt lustvoll Ibsens Emanzipationsklassiker und tritt auf unsicheren Boden. Mut und Angst sind zwei Seiten derselben Medaille.  Foto: Esra RotthoffBühnenfotos: Lutz Knospe


Kategorie: Theater

SEXUALITÄTEN, DER GESPENSTERCHOREs ist hohe Zeit, dass die Sexuellen ihre Anschauungsweisen ihre Zwecke, ihre Tendenzen vor der ganzen Welt offen darlegen und dem Schauermärchen vom Gespenst der Sexualität ein Manifest des Körpers, des Raumes selbst entgegenstellen. Ein Chor von Gespenstern eröffnet diesen Theaterfilm mit ihrem Anliegen, Körper und Geist untrennbar miteinander verstrickt zu denken, sexuelles Begehren nicht zu verstecken und offensiv die gewohnten, tradierten, toxischen Denk- und Fühl-Pfade zu destabilisieren: die Zukunft zu queeren. Damit laden diese Untoten eine lebendige Person in ihre Utopie eines Darkrooms ein, der allen Geschlechteridentitäten offensteht, in dem Wahrheiten nur ertastet werden können – in den aber immer wieder die Realität reinschimmert: Wonne und Lust werden übergriffig von Licht durchbrochen und die Idee eines sanften Ganzen mit nachklingenden Erinnerungen und dräuenden Vorahnungen zerstört.Wie die eingeladene Person überhaupt an den Eingang zur queeren Zukunft gelangt ist und welchen Weg sie davor zurückgelegt hatte, erfährt das Publikum in einer sehr persönlichen, doku-fiktionalen Rückblende. YONYZitate sind schlimmer als Sperma. Ecken und Kanten bejahend, umkreist Jchj V. Dussel in der Textgrundlage die Gegenwart in einem Labyrinth aus Vergangenheit und Zukunft und setzt die entscheidenden Klammern in safe(r) spaces.Paul Spittler ist freier Regisseur und setzt mit diesem Projekt die Zusammenarbeit mit Raphaël Amahl Khouri fort, die bereits mit der Uraufführung von She He Me am Kosmos Theater in Wien ein glitzerndes Ausrufezeichen in die Theaterlandschaft setzte. Khouri ist (Dokumentar-) Theaterautor und steuert zu DARK ROOM revisited einen Text bei, den er in einem Cameo-Auftritt auch selbst performt. Texte für DARK ROOM sind 2018/19 als Werkauftrag für das Schauspiel Hannover auf einer Stückidee des Regisseurs Ran Chai Bar-zvi entstanden. Für DARK ROOM revisited sind Überarbeitungen vorgenommen worden und vier neue Szenentexte entstanden. Interviewmaterial ist größtenteils entfernt worden.  Die Proben fanden in den Ufer Studios und die Filmaufnahmen im SchwuZ, Berlin sowie im Stadtraum statt. Besonderer Dank an Tom’s Hotel, Mae Charoen Thai Imbiss und Christopher-Fares Köhler. Trigger Warning: Nacktheit, Sexualität, sprachliche Ausdrücke sexualisierter Gewalt Künstler*innengespräche:18/Juni: mit Jchj V. Dussel, Paul Spittler, Banafshe Hourmazdi, moderiert von Yunus ErsoyZum Gespräch 19/Juni: mit Yunus Ersoy und den Künstler*innen Mazen Aljubbeh, Knut Berger, Julius Feldmeier, Elena Schmidt zur #ActOut-KampagneZum Gespräch Erweitertes Produktionsteam:Clara Puhlmann (1st AD), Filip Piotr Rutkowski (Regieassistenz), Ida Feldmann (Dramaturgieassistenz), Una Jankov (Assistenz Setdesign & Kostüm), Tim Boller (Lichtmitarbeit), Valentin Milan Grbić (Rekorder Studios, Tonaufnahme Studio) Ilja Köster (IKSAMPLE Studio, Tonmischung Postproduktion), Melanie Schwarzlose (Requisite), Etienne Arnaud (Technische Koordination), Marta Witak (Produktionsmitarbeit), Raman Kahlaf (Arabische Übersetzung), Cornelia Enger (Deutsche Übersetzung), PANTHEA (Untertitelung). Das Festival PUGS IN LOVE – Queer Week 2021 wird gefördert aus Mitteln der Senatsverwaltung für Kultur und Europa. Kooperationspartner*innen sind in diesjähriger Edition: »Missy Magazine«, »Glitter – die Gala der Literaturzeitschriften«, SIEGESSÄULE, SchwuZ und Drama Panorama: Forum für Übersetzung und Theater e.V.. Illustration: © PATU


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Im November 2012 wurde Fahrräder könnten eine Rolle spielen am Ballhaus Naunynstraße uraufgeführt. Darin pendelt der schlecht bezahlte Leiharbeiter Andreas kreuz und quer durch Deutschland und nimmt unterwegs so allerhand auf. Denn: Andreas leidet an einer seltenen psychischen Anomalie, dem absoluten Gedächtnis. Informationen und Eindrücke, die anderswo im Schredder landen oder verdrängt werden, bleiben für immer abrufbar in seinem Kopf gespeichert. Als seine Freundin Lea ihm einige national gesinnte Bekannte vorstellt, schmieden sie gemeinsam Pläne, um an das große Geld ranzukommen. Doch Andreas’ totales Wissen bringt alle in einen wahnwitzigen Strudel. Neun Jahre nach Uraufführung erzählt Deniz Utlu Andreas’ Geschichte in einer Lesung erneut und diskutiert im Gespräch über den Schreibprozess und gesellschaftliche Entwicklungen damals wie heute.  Ein Projekt des Maxim Gorki Theaters Die Veranstaltung findet anlässlich von ’61–’91–’21: IMMER WIEDER DEUTSCHLAND, dem Rahmenprogramm zur Ausstellung OFFENER PROZESS statt.


Kategorie: Dialog & Lesung

Der Bericht für eine Akademie erzählt von einer Menschwerdung. Der Menschenaffe Rotpeter hat sich lückenlos in die k.-u.-k.-High Society integriert. Einstmals verschleppt und eingesperrt hat er sich in einem irrsinnigen Lernvorgang vom Zoo über das Varieté in die Mitte der menschlichen Gesellschaft gearbeitet. Die Assimilation hat einen hohen Preis: die Aufgabe des Ursprungs, die Verleugnung der Identität, die Erkenntnis, dass die Menschenwelt »äffischer« ist als die Welt der Affen. Wo ist der Platz für die Rotpeters, die Unnormierten, die Unbehausten, die Unangepassten? Was ist der Preis der Normierung, Integration, der Anpassung? Kafka suchte in seinen Erzählungen immer wieder Sujets, in denen Tiere in die sozialen Systeme von Menschen geraten. Tiere als die Verwandten, die den Menschen ihre hinter der Maske der Zivilisation verdrängte Geschichte als Spiegel vorhalten, Tiere als Störfaktor, aber auch als Gejagte, Gefährdete und Ausgestoßene. Dahinter verbirgt sich auch die Frage nach zivilisatorischer Anpassung, die erforderlich ist, um ganz Mensch zu werden, auch wenn damit deren »Menschwerdung« mit der Unterjochung des eigenen Ursprungs verbunden ist. Oliver Frljić, bekannt für seine zivilisationskritischen Provokationen, nimmt deshalb nicht ohne Grund Kafkas Erzählung Ein Bericht für eine Akademie zur Grundlage seiner zweiten Inszenierung für das Gorki. Anhand des erzählerischen Materials entwickelt er eine Geschichte der gewaltsamen Menschwerdung und befragt diesen Akt der Selbst- und Fremdvergewaltigung dessen, der einst die Freiheit kannte und im Gefängnis der Privilegierten, der Angepassten, der Normierten landet. Premiere 8. Februar 2019 Teaser anschauen Pavian: Jeany (Filmtierschule Harsch)Tiertrainer: René Harsch Foto: Esra Rotthoff Aufführungsrechte: henschel SCHAUSPIEL Theaterverlag Berlin


Kategorie: Theater

Ein Wohnhaus geht in Flammen auf. Fünf Menschen sterben, drei Kinder und zwei Frauen. Jugendliche aus der Nachbarschaft haben das Feuer gelegt. Über den Fall wird geschrieben, die kleine Stadt ist plötzlich bekannt, dann wendet man sich anderen Themen zu. Aber für die Überlebenden und die Toten des Anschlags vergeht diese Nacht nicht. Die Mutter, die mit ihrem Kind aus dem Fenster sprang und versuchte, das Baby mit ihrem Körper zu schützen, erzählt immer wieder von ihrem Sprung und dem Moment ihres Todes. Die Mutter eines der Täter berichtet vom Schweigen, das in ihrer Wohnung lastete, dem Wissen, dass etwas passiert war, den Zweifeln an seiner Schuld. Die Angehörige, die den Brand überlebt hat, sieht noch täglich die Flammen vor sich, spürt die Hitze, riecht den Rauch. Jede bleibt in ihrem Erleben, ihrem Schmerz gefangen – und doch suchen sie nach Austausch, nach Begegnung, nach der Möglichkeit eines Gesprächs. Der Brandanschlag von Solingen 1993 ist der Ausgangspunkt für türken, feuer. Abseits der medialen Aufmerksamkeits- und Verwertungslogik sucht Dündar behutsam und genau nach einer Sprache für das Geschehene, die alle Perspektiven zu ihrem Recht kommen lässt und gerade dadurch schmerzliche Aktualität behält. türken, feuer war Hörspiel des Jahres 2020. Die Autorin liest aus dem Text und spricht im Anschluss über ihre Recherche und persönliche Auseinandersetzung. Die Veranstaltung ist Teil von ’61–’91–’21: Immer Wieder Deutschland, dem Rahmenprogramm zur Ausstellung Offener Prozess.


Kategorie: Dialog & Lesung

»Was gäbe ich dafür, meiner Großmutter und meiner Mutter zu einem unmöglichen Zeitpunkt zu begegnen, an dem wir alle 15 Jahre alt wären.« Olivia Wenzels Roman 1000 Serpentinen Angst kreist um das Leben einer jungen, in der DDR geborenen, Schwarzen Frau. Ihre Reisen führen sie – in Sprüngen zwischen Zeiten, Orten und Generationen – nach Vietnam, Berlin, Marokko, die USA, Polen und Thüringen. Wie viel passt eigentlich in ein einziges Leben? Und wie kann man von all dem erzählen, was einen ausmacht und prägt – während man selbst noch mittendrin streckt? Von der Linientreuen Großmutter in der DDR über die als Punkerin gegen das System rebellierende Mutter bis zum Leben im heutigen Berlin reisen wir durch die Geschichten einer Familie und springen von Ort zu Ort, von Erzählung zu Erzählung, von Bild zu Bild, wie beim Blättern durch ein altes Fotoalbum – nur das die Sprache der Bilder gänzlich anders gebraucht wird und den Bildern nie ganz vertraut wird. Oder wie John Berger im Roman zitiert wird: »Alle Fotografien sind eine Art Reisen und ein Ausdruck von Abwesenheit.« Die Regisseurin Anta Helena Recke, die zum ersten Mal nach ihrer Schwarzkopie der Inszenierung Mittelreich sowie der Inszenierung Die Kränkungen der Menschheit einen Roman für die Bühne adaptiert, macht mit ihren Arbeiten Erfahrungen sichtbar, die nicht allein durch Sprache erreichbar sind. Sie schafft Bilder, die davon erzählen, wie ein Leben ist, wenn man es nicht durch Lebensläufe oder amtliche Daten betrachtet, sondern sich auf den Austausch zwischen vertrauten Menschen, mit der eigenen Familie, sich selbst und seiner Geschichte bezieht.    Gefördert aus Mitteln des HauptstadtkulturfondsAufführungsrechte: S. Fischer Verlag. Frankfurt am Main  Foto: Esra RotthoffBühnenfotos: Ute Langkafel  


Kategorie: Theater

Der Theatermacher liest einen Auszug aus seinem neuen Stück, in dem er sich des Mordanschlags von 2020 in Hanau annimmt. Sein NSU-Stück Auch Deutsche unter den Opfern (2015) ist dabei die Kontrastfolie. Im anschließenden Gespräch gerät Hessen in den Fokus, wo neben Halit Yozgat auch Walter Lübcke von Nazis ermordet wurde und der sogenannte »NSU 2.0« scheinbar verortet werden kann. Die Veranstaltung ist Teil von ’61–’91–’21: Immer Wieder Deutschland, dem Rahmenprogramm zur Ausstellung Offener Prozess.


Kategorie: Dialog & Lesung

»Was gäbe ich dafür, meiner Großmutter und meiner Mutter zu einem unmöglichen Zeitpunkt zu begegnen, an dem wir alle 15 Jahre alt wären.« Olivia Wenzels Roman 1000 Serpentinen Angst kreist um das Leben einer jungen, in der DDR geborenen, Schwarzen Frau. Ihre Reisen führen sie – in Sprüngen zwischen Zeiten, Orten und Generationen – nach Vietnam, Berlin, Marokko, die USA, Polen und Thüringen. Wie viel passt eigentlich in ein einziges Leben? Und wie kann man von all dem erzählen, was einen ausmacht und prägt – während man selbst noch mittendrin streckt? Von der Linientreuen Großmutter in der DDR über die als Punkerin gegen das System rebellierende Mutter bis zum Leben im heutigen Berlin reisen wir durch die Geschichten einer Familie und springen von Ort zu Ort, von Erzählung zu Erzählung, von Bild zu Bild, wie beim Blättern durch ein altes Fotoalbum – nur das die Sprache der Bilder gänzlich anders gebraucht wird und den Bildern nie ganz vertraut wird. Oder wie John Berger im Roman zitiert wird: »Alle Fotografien sind eine Art Reisen und ein Ausdruck von Abwesenheit.« Die Regisseurin Anta Helena Recke, die zum ersten Mal nach ihrer Schwarzkopie der Inszenierung Mittelreich sowie der Inszenierung Die Kränkungen der Menschheit einen Roman für die Bühne adaptiert, macht mit ihren Arbeiten Erfahrungen sichtbar, die nicht allein durch Sprache erreichbar sind. Sie schafft Bilder, die davon erzählen, wie ein Leben ist, wenn man es nicht durch Lebensläufe oder amtliche Daten betrachtet, sondern sich auf den Austausch zwischen vertrauten Menschen, mit der eigenen Familie, sich selbst und seiner Geschichte bezieht.    Gefördert aus Mitteln des HauptstadtkulturfondsAufführungsrechte: S. Fischer Verlag. Frankfurt am Main  Foto: Esra RotthoffBühnenfotos: Ute Langkafel  


Kategorie: Theater

Ein Industriegebiet. Die Luft ist hier dicker als anderswo. Eine junge Frau kehrt zurück in ihren Geburtsort. Die Freunde der Kindheit heiraten. Sie begibt sich auf die Spuren ihrer Herkunft, erinnert sich an den Vater, der Tag für Tag im Betrieb in der Nachbarschaft schuftete, an die Wortlosigkeit und Enge, an die Mutter, die von ihrer Kindheit und Jugend in der Türkei erzählte, ihr stilles Gehen irgendwann, an die Schule als ausschließende Institution. »Für mich gab es damals nur zwei Möglichkeiten: sich entweder sehr leise oder sehr laut auszulöschen. Dass es eine dritte Möglichkeit geben könnte, war mir nicht in den Sinn gekommen.«Deniz Ohde erzählt in ihrem preisgekrönten Debüt von einem Aufwachsen in Ungleichheit und der Allgegenwärtigkeit von Klassismus und Rassismus. Nurkan Erpulat inszeniert den Text als melancholische Coming of age Geschichte, als einen Aufbruch aus den Verhältnissen.   Aufführungsrechte: Suhrkamp Verlag Berlin Foto: Esra Rotthoff Bühnenfotos: Ute Langkafel


Kategorie: Theater


Änderungen vorbehalten! - Angaben ohne Gewähr! - Stand:16.11.21
© Fotos der Vorstellungen: [+][-]
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