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Spielplan für November 2019

Die Ausnahmechoreographin Florentina Holzinger nimmt sich in ihrer neuen Performance A Divine Comedy nicht weniger vor als das weltbekannte und gleichnamige Werk des italienischen Dichters Dante Alighieri in die Gegenwart zu katapultieren. Für ihre ganz eigene Version der Geschichte verbindet Holzinger die ursprünglichen drei Teile, Hölle, Fegefeuer und Paradies, um Himmel und Hölle ins Hier und Jetzt, vor allem aber in Bewegung zu versetzen. Die in unserer Kultur tief verankerte Unterscheidung hebt sie auf und bringt eine rein weibliche Besetzung von Performer:innen aller Altersgruppen sowie verschiedener körperlicher, tänzerischer und musikalischer Disziplinen zusammen, um mit ihnen die menschliche Dimension von Leben und Tod zu erkunden. Gemeinsam mit ihrem Ensemble, das sieben Jahrzehnte umfasst, bereist sie die europäische Tanzgeschichte auf der Suche nach den Verbindungslinien zwischen den Generationen und den kulturellen Verankerungen unserer Todesbilder und Fantasien. In ihrer spektakulären Performance scheut Holzinger nicht, den Tod selbst zu sezieren: Sie entwirft ein Experimentierfeld der Extreme, auf dem sie mit ihrem Ensemble Totentänze als Sterbeübungen exerziert, mit der Frage, wie darstellbar wird, was nicht vorstellbar ist. Der Körper der Performer:innen wird zum Schauplatz metaphysischer wie anatomischer Erkundungen. Dabei wird die Tanztradition genauso zum Material wie die Musik und die Literaturgeschichte. Hochkultur genauso zur Fundgrube wie Unterhaltung, Stunt, Motocross und Hypnose. Florentina Holzinger bevölkert ihr eigenes Jenseitsreich mit den Abgründen und Ängsten unserer Zeit und stellt keine geringere Frage als die nach einer möglichen Spiritualität im 21. Jahrhundert.HinweisWir empfehlen für den Besuch der Vorstellung ein Mindestalter von 18 Jahren. Wir weisen außerdem darauf hin, dass in dieser Vorstellung Stroboskopeffekte genutzt werden.


Kategorie:

Die Ausnahmechoreographin Florentina Holzinger nimmt sich in ihrer neuen Performance A Divine Comedy nicht weniger vor als das weltbekannte und gleichnamige Werk des italienischen Dichters Dante Alighieri in die Gegenwart zu katapultieren. Für ihre ganz eigene Version der Geschichte verbindet Holzinger die ursprünglichen drei Teile, Hölle, Fegefeuer und Paradies, um Himmel und Hölle ins Hier und Jetzt, vor allem aber in Bewegung zu versetzen. Die in unserer Kultur tief verankerte Unterscheidung hebt sie auf und bringt eine rein weibliche Besetzung von Performer:innen aller Altersgruppen sowie verschiedener körperlicher, tänzerischer und musikalischer Disziplinen zusammen, um mit ihnen die menschliche Dimension von Leben und Tod zu erkunden. Gemeinsam mit ihrem Ensemble, das sieben Jahrzehnte umfasst, bereist sie die europäische Tanzgeschichte auf der Suche nach den Verbindungslinien zwischen den Generationen und den kulturellen Verankerungen unserer Todesbilder und Fantasien. In ihrer spektakulären Performance scheut Holzinger nicht, den Tod selbst zu sezieren: Sie entwirft ein Experimentierfeld der Extreme, auf dem sie mit ihrem Ensemble Totentänze als Sterbeübungen exerziert, mit der Frage, wie darstellbar wird, was nicht vorstellbar ist. Der Körper der Performer:innen wird zum Schauplatz metaphysischer wie anatomischer Erkundungen. Dabei wird die Tanztradition genauso zum Material wie die Musik und die Literaturgeschichte. Hochkultur genauso zur Fundgrube wie Unterhaltung, Stunt, Motocross und Hypnose. Florentina Holzinger bevölkert ihr eigenes Jenseitsreich mit den Abgründen und Ängsten unserer Zeit und stellt keine geringere Frage als die nach einer möglichen Spiritualität im 21. Jahrhundert.HinweisWir empfehlen für den Besuch der Vorstellung ein Mindestalter von 18 Jahren. Wir weisen außerdem darauf hin, dass in dieser Vorstellung Stroboskopeffekte genutzt werden.


Kategorie:

„Während der Untersuchung wartete Avigdor im Salon. Die Hausherrin hatte ihm eine Porzellantasse auf den Tisch gestellt, zu zwei Dritteln gefüllt mit dampfendem Wasser, in dem, ziemlich einsam, ein paar Teeblätter schwammen.“ Aus dem Roman Babylonisches Repertoire von Gabriel Wolkenfeld Der 86-jährige Avigdor Seliger hat aufgehört zu sprechen. Die Ärzte sind sich nicht sicher: Verirrt sich der Mann allmählich in die Nebel der Demenz oder verweigert er das Sprechen bewusst? Weil Enkel Yair fürchtet, der Großvater könnte seinen Bezug zur Realität verlieren, erzählt er ihm jene Geschichten, die der Senior während der Schulferien am See Genezareth einst ihm erzählt hatte. Allerdings erinnert sich Yair nicht immer genau. Er erfindet hinzu, übertreibt, wandelt ab – in der Hoffnung, den Großvater doch noch aus der Reserve zu locken und sich selbst vom eigenen Lebenschaos im Tel Aviv der Gegenwart abzulenken. Klappentext des Romans Babylonisches Repertoire von Gabriel Wolkenfeld.   Wolkenfelds anschaulicher Stil zieht einen unwillkürlich in seinen Bann und lässt einen träumen, philosophieren und mit Sicherheit aufhorchen. Wir freuen uns sehr, ihn bei uns im Grünen Salon an der Volksbühne zu begrüßen und mit ihm in sein neuestes Werk einzutauchen. gabrielwolkenfeld.de muerysalzmann.com  


Kategorie: Dialog & Lesung

Die Nächte während des Staus waren von roten und gelben Lichtern der Scheinwerfer gezeichnet. Ein Anblick, der die Sterne am Himmel in Verlegenheit gebracht haben muss, denn seit ein paar Abenden erscheinen nur noch wenige von ihnen. Ein Hupen aus 100 Meter Entfernung verriet, dass die Kolonne langsam wieder ins Rollen geriet.Um die Nachricht zu verbreiten, lief ich zum Mädchen im VW Bonjovi, die mit angezogenen Beinen auf der Hinterbank ihres Wagens schlief.Das noch von der Sonne des Vortags aufgewärmte Blech des Fahrzeugs fühlte sich lebendiger als ihr Körper an, als ich an ihrem linken Bein zog.Ein gelber Plateauschuh fiel auf die Fahrbahn.Es war in diesem Moment, dass ich zum ersten Mal ihre nackten Füße sah.Die fast verheilte Schürfwunde auf ihrem Spann war klein und doch von großer Bedeutung. Eine Blase als Beweis dafür, dass wir unsere Körper einmal für mehr als das Bedienen von Maschine genutzt hatten.Hätte sie gekonnt, so würden sich ihre krummen Beine mit Sicherheit etwas Anderem widmen, als ab und an zaghaft auf ein Gaspedal zu drücken.Schlürfen. Schreiten. Aber wohin?Die Wildnis, das waren Windräder, rotäugige Riesen.Sie drehte sich um und presste ihre Stirn an vom Schweiß feucht gewordenes Kunstleder.Vor ein paar Stunden war sie unweit der Lärmschutzwand in die Knie gegangen. Man war sich einig, dass sie im Namen aller das Bewusstsein verloren hatte. „Der Ausweglosigkeit wegen“ hatte einer der Männer geflüstert, die sie später zurück zur Blockade trugen. Fast schon unbeeindruckt, denn alle waren sich einig, zu Tagesanbruch würde sie wiederauferstehen. Beweisen, dass der Glaube an dieses verfluchte Leben über den Tod hinausreichte.Nun ragte auch das zweite Bein des Mädchens aus der Autotür und ich konnte zwischen den Riemen ihrer Sandalen eine weitere Narbe erkennen. Obwohl ihre Handinnenflächen einen makellosen Eindruck machten, war ich mir plötzlich ziemlich sicher, dass sie Jesus sein musste und ich sie liebte.Natürlich, eine Erlösung brachte sie nicht, das wusste ich sofort, denn dafür schätzte ich sie für viel zu nachtragend ein.Aber wohin hätte ich ihr auch folgen sollen, der Stau war keine 6 Meter vorwärts gerücktund doch, dachte ich mir, hatte die Begegnung mit ihr eine neue Zeitrechnung erfordert.Eine vor ihr und eine nach ihr.Denn seit einer Weile schien die Welt im Umbruch und ein allgemeines Ende näher als jedes Ziel dieser Reisenden.Was soll ich sagen, heute hier und morgen gestern.


Kategorie:

„Practilonga“: Ein Zusammentreffen von Tangotänzer:innen. Hier können Sie Tango-Tanzschritte im Beisein eines Lehrers praktizieren.Für die Teilnahme ist eine Anmeldung erforderlich: Senden Sie eine E-Mail mit Angabe der vollständigen Kontaktdaten aller Teilnehmer:innen (Name, Anschrift, Telefonnummer, E-Mailadresse) an Michael Rühl, tangodisco@gmail.com. Eine Anmeldung ist für maximal zwei Personen möglich. Bitte kommen Sie nur, wenn Ihre Anmeldung bestätigt ist und bringen Sie unbedingt Ihren 3G-Nachweis mit. Der Eintritt beträgt 10 Euro.


Kategorie:

„Practilonga“: Ein Zusammentreffen von Tangotänzer:innen. Hier können Sie Tango-Tanzschritte im Beisein eines Lehrers praktizieren.Für die Teilnahme ist eine Anmeldung erforderlich: Senden Sie eine E-Mail mit Angabe der vollständigen Kontaktdaten aller Teilnehmer:innen (Name, Anschrift, Telefonnummer, E-Mailadresse) an Michael Rühl, tangodisco@gmail.com. Eine Anmeldung ist für maximal zwei Personen möglich. Bitte kommen Sie nur, wenn Ihre Anmeldung bestätigt ist und bringen Sie unbedingt Ihren 3G-Nachweis mit. Der Eintritt beträgt 10 Euro.


Kategorie:

F: Ja vielleicht trink ich auch mal was. Brenn mir ’n Schnaps und trink dann auch vorsichtig davon. Oder ich rauch nicht mehr, hab aber noch Unmengen von Dope zu Hause, und wenn ich mich dann frage, was mach ich jetzt damit, hab ich mir auch schon mal ne Dope-Butter gemacht, und mich an Tagen, wo ich wusste, dass ich nichts machen muss, in son Café gesetzt und einfach nur geguckt. Und dann bin ich zum Beispiel nach Hause gegangen – und das war das Krasseste – zu meinem vierjährigen Sohn, und ich hab zum ersten Mal wieder gesehen, dass der klein ist. Weil man behandelt den schon anders, also der muss pünktlich sein, die ganze Zeit ist der voll gestresst und genervt, und zum ersten Mal hab ich dann unter Dope wieder gesehn, dass der ganz klein ist, und was ich mit dem hier die ganze Zeit mache. Das ist ja der Horror. Also ich bin dann auch nochmal ein anderer Horror als so der normale Horror.Und ich weiß jetzt nicht, wie es reichen Leuten geht.Auf so einer Yacht oder so gibt es vielleicht ein Leben, aber das, woher ich komme, da gibt‘s dann immer nur den Befehl, dass ich jetzt irgendwas toll finden soll und ich schaff das auch manchmal, aber eigentlich… Wenn ich nüchtern bin und nachdenke, krieg ich mit, dass ich umgeben bin von etwas, was ich mir nicht ausgesucht habe. Und worauf ich eigentlich, wenn ich die Wahl habe, keine Lust hätte. Ist ja toll hier, oder auch zuhause, aber das ist ja nichts, was ich mir ausgesucht habe. Ich glaub, es gibt ein paar Leute, die können sich ein bisschen mehr wirklich aussuchen. Wo steckt man drin? Wo kommt man her? Und das is n Klassenproblem. Jedenfalls für jemanden wie mich.


Kategorie:

K: Ich weiß nicht, er ist jetzt schon 97 Jahre alt und spielt immer noch. Den Tolstoi hatte er schon mit 43 gespielt. Und jetzt spielt er ihn wieder. Den jungen Tolstoi! Also er hat sich den Bart abrasiert dafür. Er hatte so einen grauen Tolstoi-Bart, und den hat er sich gestern abrasieren lassen. Er sah dem alten Tolstoi ähnlicher als der sich selbst. Jetzt ist er ein alter, glattrasierter 43-Jahre-Tolstoi. Also es wäre besser gewesen, man würde nicht zu viel davon sehen und er hätte den Bart dran gelassen. Aber solch einen Bart hat natürlich auch kein 43jähriger Tolstoi. Und den spielt er jetzt nun mal. Es ist schon verrückt, das Theater. Und andererseits fällt einem auf, dass die jungen Leute da draußen so auf alt und müde geschminkt sind, mit grauen Haaren und schwarzen Augenrändern. Sie sitzen da, auf der Wiese, und man kann ja auch nicht genug von ihnen sehen, aber dann fallen einem ihre grauen Haare auf, und die müden Ringe um die Augen. Als wären die großen Werke an den Teenagern hängengeblieben. Ja, die jungen Leute! All die jungen Leute, die total alt aussehen, und die alten versuchen immer jung zu bleiben… Irgendwas ist dran an dem „jung und alt“. Sag ich jetzt mal so. Es gibt die Jungen, es gibt die Mittelalten und die Älteren. Natürlich, es gibt noch mehr. Aber jung und alt, sag ich mal so, das ist ein Thema. Ich hatte ja immer einen Blick für die jungen Leute, ein Gefühl dafür. Man müsste sie aufbauen. Ja, klingt schlimm, ich weiß. Oder man müsste sie verderben, wie die Philosophie es mal gemacht hat. Man müsste sich an die Jugend richten. Aber bei all dem Schönen hier und Einheitlichen laufen da zu wenig Jugendliche rum. Oder junge Erwachsene. Im Sommer sind sie am See und das ist toll. Dann ist da Musik und die kiffen und tanzen und sehen übrigens auch toll aus. Und dabei schieben sie den grauen Vorhang ihrer Haare zur Seite und denken: Was hab ich zu sagen? Was will ich sagen, wo steh ich jetzt gerade? In der Welt. Und nicht im Theater. Ja, das weiß ich jetzt nicht so genau. Wo sind wir, fragen die Jungen. Wo sind wir, fragen die Alten… Da ist so ein Türchen im Nirgendwo. Es ist eine Pforte. Und sie führt in das Innere von Tolstoi, oder in das Innere des Kastens, in dem der Vorhang normalerweise verweilt. Nur, hier hat er beschlossen, ein Tänzchen aufzuführn. Hier gibt es anscheinend eine Pforte und eine Tür, und dahinter kann man weiter dem Vorhang zusehen. Wie einem Anfang und einem Ende gleichzeitig. Was machen die Menschen da? Nein, seht nicht auf sie. Seht auf den Vorhang! Ihr habt immer falsch hingesehen, auf die komischen Figuren da unten. Seht doch mal auf den Stoff! Und wie der sich bewegt. Man hat sich mit einem Stoff beschäftigt, Bühnenbildnerinnen zum Beispiel, und dann passiert sowas, wie das hier. Seht euch nicht die Engel an, die zu Beginn von Goethes Faust herumstehen und deklamieren, dass die Sonne tönt nach alter Weise, dass Paradieseshelle wechselt mit tiefer schauervoller Nacht, sondern seht weiter auf die Flügel dieses Vorhangs, auf diesen Vorhang, dem anscheinend Flügel gewachsen sind.


Kategorie: Theater

F: Ja vielleicht trink ich auch mal was. Brenn mir ’n Schnaps und trink dann auch vorsichtig davon. Oder ich rauch nicht mehr, hab aber noch Unmengen von Dope zu Hause, und wenn ich mich dann frage, was mach ich jetzt damit, hab ich mir auch schon mal ne Dope-Butter gemacht, und mich an Tagen, wo ich wusste, dass ich nichts machen muss, in son Café gesetzt und einfach nur geguckt. Und dann bin ich zum Beispiel nach Hause gegangen – und das war das Krasseste – zu meinem vierjährigen Sohn, und ich hab zum ersten Mal wieder gesehen, dass der klein ist. Weil man behandelt den schon anders, also der muss pünktlich sein, die ganze Zeit ist der voll gestresst und genervt, und zum ersten Mal hab ich dann unter Dope wieder gesehn, dass der ganz klein ist, und was ich mit dem hier die ganze Zeit mache. Das ist ja der Horror. Also ich bin dann auch nochmal ein anderer Horror als so der normale Horror.Und ich weiß jetzt nicht, wie es reichen Leuten geht.Auf so einer Yacht oder so gibt es vielleicht ein Leben, aber das, woher ich komme, da gibt‘s dann immer nur den Befehl, dass ich jetzt irgendwas toll finden soll und ich schaff das auch manchmal, aber eigentlich… Wenn ich nüchtern bin und nachdenke, krieg ich mit, dass ich umgeben bin von etwas, was ich mir nicht ausgesucht habe. Und worauf ich eigentlich, wenn ich die Wahl habe, keine Lust hätte. Ist ja toll hier, oder auch zuhause, aber das ist ja nichts, was ich mir ausgesucht habe. Ich glaub, es gibt ein paar Leute, die können sich ein bisschen mehr wirklich aussuchen. Wo steckt man drin? Wo kommt man her? Und das is n Klassenproblem. Jedenfalls für jemanden wie mich.


Kategorie:

Künstlerische Beiträge von angewandten und nicht angewandten Rroma-Hintergründen.In Kooperation mit der Heinrich Böll Stiftung


Kategorie:

Ein melancholisch-entspanntes Zusammentreffen mit gelegentlichen Ausbrüchen der Freude. Mit DJ:ane. In Kooperation mit der Heinrich Böll Stiftung


Kategorie: Anderes

M: Der Anfang ist erst mal der tiefste Punkt. Das mag ich so an diesen Dramaturgien. Dass man so anfängt. Dass es nicht die Reise ans Ende des Unglücks wird, sondern die Anreise allein ist schon eine direkt zum tiefsten Punkt. T: Wo einen so Riesen-Lebenskonzepte und –pläne, die am Ende sind und vollkommen gescheitert, wenn die einen am Anfang so abholen, wo nichts mehr geht, da wird es zwangsläufig ein bisschen intelligent. Und immer komisch. Sie wollen sich ja auch reparieren, die Leute. Und „Oh war das schön, oh Mann ey“, denkt man oft, wenn man sich an vergangene Liebesgeschichten erinnert, und dann ist man meist an seinem tiefsten Punkt. Wo man dann mit Jesus zum Klauen in die Kirche geht. M: Nach den Ritualen und Kulten und all dem Zeug war das Theater ja erst mal die Errungenschaft, dass keiner mehr geopfert wird. Also, da sind Schauspieler auf der Bühne, die nicht mehr geopfert werden. Und das hinterlässt natürlich eine Riesenfrustration im Publikum. Da tritt einer auf, und letztlich sind nur alle frustriert, dass sie ihn nicht opfern können. Und das ist dann so ein echtes Problem die ganze Zeit, die im Publikum denken an nichts Anderes, sondern bedauern bis zum heutigen Tage, dass man die da oben nicht mehr opfern kann. T: Ich glaube, wir sollten letzten Endes doch einen Tanzfilm dreh‘n. M: Ja gut, aber ich hoffe, ich kann da noch ein paar Texte unterbringen.


Kategorie: Theater

„Practilonga“: Ein Zusammentreffen von Tangotänzer:innen. Hier können Sie Tango-Tanzschritte im Beisein eines Lehrers praktizieren.Für die Teilnahme ist eine Anmeldung erforderlich: Senden Sie eine E-Mail mit Angabe der vollständigen Kontaktdaten aller Teilnehmer:innen (Name, Anschrift, Telefonnummer, E-Mailadresse) an Michael Rühl, tangodisco@gmail.com. Eine Anmeldung ist für maximal zwei Personen möglich. Bitte kommen Sie nur, wenn Ihre Anmeldung bestätigt ist und bringen Sie unbedingt Ihren 3G-Nachweis mit. Der Eintritt beträgt 10 Euro.


Kategorie:

Eineinhalb Jahre voller Veränderungen, Unsicherheiten und Ausflügen zu neuen digitalen Ufern liegen hinter uns. Am 16. November starten wir die 37. Ausgabe von interfilm endlich wieder live. Moderiert von Brenda Jorde und unter musikalischer Begleitung von Gute Katze, Böse Katze beginnt damit eine Woche voller besonderer, unterhaltsamer und herausfordernder Kurzfilme, Workshops, Masterclasses und Events. Kommt vorbei und feiert mit uns.


Kategorie: Anderes

„Practilonga“: Ein Zusammentreffen von Tangotänzer:innen. Hier können Sie Tango-Tanzschritte im Beisein eines Lehrers praktizieren.Für die Teilnahme ist eine Anmeldung erforderlich: Senden Sie eine E-Mail mit Angabe der vollständigen Kontaktdaten aller Teilnehmer:innen (Name, Anschrift, Telefonnummer, E-Mailadresse) an Michael Rühl, tangodisco@gmail.com. Eine Anmeldung ist für maximal zwei Personen möglich. Bitte kommen Sie nur, wenn Ihre Anmeldung bestätigt ist und bringen Sie unbedingt Ihren 3G-Nachweis mit. Der Eintritt beträgt 10 Euro.


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Beton steht für Sicherheit und Zuhause, aber auch für Angst und Schwere. In den Texten der beiden jungen Autoren aus Damaskus, Abdalrahman Alqalaq und Sam Zamrik, geht es immer wieder um den Baustoff aus Zement, Sand und Wasser. Es geht um Beton in Syrien, Beton in Deutschland und den Beton der Erinnerung. Die Dichter finden vertraute Themen und Motive in den Gedichten des anderen. Was wiegen die Worte, die Beton als Mittel der Erinnerung untersuchen? Lesung und Gespräch mit Abdalrahman Alqalaq und Sam Zamrik und dem Musiker Milad Khawam  Abdalrahman Alqalaq ist ein syrisch-palästinensischer Lyriker, der in Damaskus geboren wurde und nun in Deutschland lebt. 2012 war Alqalaq an der Gründung des literarischen Jugendtreffs „Shaghaf“ im Yarmouk Camp in Damaskus beteiligt. 2017 erarbeitete er mit dem Künstler Martin Eckrich in Speyer die Lyrik-Performance „Die Flucht“. Von 2017 bis 2018 absolvierte er ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) Kultur als Assistent des Chefdramaturgen und der Künstlerischen Produktionsleitung am Staatstheater Karlsruhe. Als Schreibpartner schrieb er im Rahmen des Kultursommers Rheinland-Pfalz 2019 Texte rund um das Thema „heimat/en“ unter dem Titel „Hier bin ich gern – fremd!“ Aktuell studiert er „Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis“ in Hildesheim. Sam Zamrik, geboren in Damaskus/Syrien, ist Lyriker, Übersetzer und Musiker. Er studierte Englische Sprache und Literatur an der Universität Damaskus, wo er „The Poet’s Society“ mitgründete.- einen Dichterklub für englisch verfasste Lyrik, der Studierenden einen geschützten Raum für freien Ausdruck bot. Heute studiert Zamrik am Bard College Berlin Literatur und Rhetorik, mit besonderem Interesse an Philosophie und politischer Theorie. Er ist Stipendiat des Bard Program for International Education and Social Change (PIESC). Zamrik, seit 2016 in Deutschland, ist weiterhin aktives Mitglied der Untergrund-Musikbewegung „New Wave of Syrian Metal“. Aktuell arbeitet er an der Fertigstellung seiner Lyriksammlung „Sophistry of Survival“. Milad Khawam ist in Damaskus geboren und lebt in Berlin. Er ist Trompeter, Produzent und Komponist. Er studierte klassische und arabische Musik am Opernhaus in Damaskus. Khawam spielt seit 2010 als Solotrompeter mit vielen Orchestern in Europa und dem Nahen Osten. Er war auch als Solist in verschiedenen Gruppen tätig und trat beim Morgenland-Fest 2016 auf. 2017 komponierte er den Original-Soundtrack für „No Monsters in Berlin“, einen Kurzfilm, der den Großen Preis der Jury für Vielfalt im Cannes Short Film Showcase gewann. Khawams Kompositionen wurden auf Festivals wie dem Xjazz-fest Berlin 2018 und der Fusion 2018 aufgeführt. Als gefeierter Solist im Jazzaar Global Ensemble (Schweiz) 2019 teilte Khawam die Bühne mit Größen wie dem gefeierten Schlagzeuger Billy Cobham. Khawam produziert elektronische Musik und war Teilnehmer beim CTM-Festival 2020. Milads Debütalbum „To The west“, das er komponiert und produziert hat, wurde im Mai 2020 auf XJAZZ Music Berlin veröffentlicht. Eine gemeinsame Veranstaltung der Volksbühne und Weiter Schreiben. »Weiter Schreiben« ist ein Projekt von WIR MACHEN DAS / wearedoingit e.V. in Kooperation mit dem Deutschen Literaturfonds, der Allianz Kulturstiftung und der Fondation Jan Michalski.


Kategorie: Dialog & Lesung

Betreten wir das ehemalige Wohnzimmer einer Derwischin. Da stehen sie, die Pilger. Und bitten. Und hoffen. Der Körper ist eine Wunde – sie öffnet und verschließt sich. Er ist Schilfrohr, gebeugt und durchdrungen von der Flut. Der Körper ist ein Wunder – und prüft solche.- ist ein Pater am Tatort einer Marienerscheinung, über das Röntgenbild eines verschwundenen Tumors gebeugt. WUNDER ist ein Versuch über abweichlerische Rituale und dissidente Heilige, über kranke Körper und den Glauben – ans große Dings, an mich, an uns. Es lesen: Margarita Breitkreiz, Enis Maci, Marie Rosa Tietjen


Kategorie: Dialog & Lesung

Schlingensiefs Parole „Scheitern als Chance“ war mehr als Motivationstraining: es war ein Aufruf zum Ausleben der Paradoxie. Ist doch das, was die Herzen entflammt, den Enthusiasmus entzündet, der Volksaufstand stets gefolgt vom Absturz, der Niedergeschlagenheit, dem Katzenjammer. In seiner Forschung zum Phänomen des Populismus knackt Kolja Möller das Paradox: Er beschreibt nicht nur das Gespenst, das unsere Zeit heimsucht, er gibt auch eine Ahnung von dem Geist, den ein „guter Populismus“ atmen müsste: das intelligente Kalkül eines „gelingenden Aufstandes“. Die Vierte Sache scheint auf einmal zum Greifen nah … Impuls von Kolja Möller, Gespräch mit Alexander Karschnia und Gästen


Kategorie: Anderes

Die eject Inc. lädt wieder alle Shareholder:innen des guten Geschmacks ein, um über die skurrilsten Filme des interfilm Festivals abzustimmen. Euch erwartet ein rotzevolles Programm an Synapsenschmeichlern und den Filmchen, vor denen euch Mutti immer gewarnt hat. Moderiert von unserem Produktpapst und begleitet von Musik, die in keinen Fahrstuhl passt. Seid also dabei, wenn der publikumsgesteuerte Live-Algorithmus alle Flops gnadenlos rausschmeißt und am Ende euren denkwürdigsten Film des Abends kürt.


Kategorie: Anderes

Künstlerische Beiträge von angewandten und nicht angewandten Rroma-Hintergründen.In Kooperation mit der Heinrich Böll Stiftung


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Als sich Mitte der 1920er Jahre der Ton im Kino durchzusetzen begann und den Stummfilm langsam verdrängte, hielten sich hartnäckig skeptische Stimmen, die in den Talkies keine Zukunft sahen. Bei Sound & Vision bringt Interfilm Ton und Bild noch einmal auf eine neue Art und Weise zusammen: Aktuelle Kurzfilme werden von Musiker:innen live neu vertont. An der Schnittstelle von Film, Installation und Visuals ergibt sich damit eine neue Erfahrung von Bewegtbild, Ton und ihrer Symbiose. Photo/Video: © Goerlitzer


Kategorie: Anderes

F: Ja vielleicht trink ich auch mal was. Brenn mir ’n Schnaps und trink dann auch vorsichtig davon. Oder ich rauch nicht mehr, hab aber noch Unmengen von Dope zu Hause, und wenn ich mich dann frage, was mach ich jetzt damit, hab ich mir auch schon mal ne Dope-Butter gemacht, und mich an Tagen, wo ich wusste, dass ich nichts machen muss, in son Café gesetzt und einfach nur geguckt. Und dann bin ich zum Beispiel nach Hause gegangen – und das war das Krasseste – zu meinem vierjährigen Sohn, und ich hab zum ersten Mal wieder gesehen, dass der klein ist. Weil man behandelt den schon anders, also der muss pünktlich sein, die ganze Zeit ist der voll gestresst und genervt, und zum ersten Mal hab ich dann unter Dope wieder gesehn, dass der ganz klein ist, und was ich mit dem hier die ganze Zeit mache. Das ist ja der Horror. Also ich bin dann auch nochmal ein anderer Horror als so der normale Horror.Und ich weiß jetzt nicht, wie es reichen Leuten geht.Auf so einer Yacht oder so gibt es vielleicht ein Leben, aber das, woher ich komme, da gibt‘s dann immer nur den Befehl, dass ich jetzt irgendwas toll finden soll und ich schaff das auch manchmal, aber eigentlich… Wenn ich nüchtern bin und nachdenke, krieg ich mit, dass ich umgeben bin von etwas, was ich mir nicht ausgesucht habe. Und worauf ich eigentlich, wenn ich die Wahl habe, keine Lust hätte. Ist ja toll hier, oder auch zuhause, aber das ist ja nichts, was ich mir ausgesucht habe. Ich glaub, es gibt ein paar Leute, die können sich ein bisschen mehr wirklich aussuchen. Wo steckt man drin? Wo kommt man her? Und das is n Klassenproblem. Jedenfalls für jemanden wie mich.


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Ein melancholisch-entspanntes Zusammentreffen mit gelegentlichen Ausbrüchen der Freude. Mit DJ:ane. In Kooperation mit der Heinrich Böll Stiftung


Kategorie: Anderes

Pro Quote Bühne lädt Expert:innen ein, über Frauen*feindlichkeit und ungleiche Chancen zu sprechen.Welchen Einfluss haben stereotype Bilder und deren ewig gleiche Reproduktion? Wer entscheidet darüber, welche Perspektiven Zugang zu Ressourcen und Öffentlichkeit erhalten.- wer, welche Geschichten erzählen darf? Die Zahlen sind eindeutig. Zu 80 Prozent wird die Welt von cis-männlichen, vornehmlich weißen, hetero Positionen aus beschrieben. Das führt dazu, dass es an entsprechenden Rollen und Vorbildern fehlt. Es dominieren die misogynen, Frauen*bilder: Opfer, Hure, Heilige, Mutter. Wo sind die mutigen Frauen*, deren einziger Lebensinhalt nicht ihr cis-männlicher Loveinterest ist? und wo bleiben weibliche* und diverse Sichtweisen und Stimmen, die uns was Interessanteres zu erzählen haben, als über patriarchales Machtgehabe und Selbstmitleid? Ein Abend zum Wissens- und Erfahrungsaustausch.


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„Practilonga“: Ein Zusammentreffen von Tangotänzer:innen. Hier können Sie Tango-Tanzschritte im Beisein eines Lehrers praktizieren.Für die Teilnahme ist eine Anmeldung erforderlich: Senden Sie eine E-Mail mit Angabe der vollständigen Kontaktdaten aller Teilnehmer:innen (Name, Anschrift, Telefonnummer, E-Mailadresse) an Michael Rühl, tangodisco@gmail.com. Eine Anmeldung ist für maximal zwei Personen möglich. Bitte kommen Sie nur, wenn Ihre Anmeldung bestätigt ist und bringen Sie unbedingt Ihren 3G-Nachweis mit. Der Eintritt beträgt 10 Euro.


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Wissenschaftsbegeisterte kommen in der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz voll auf ihre Kosten, denn es heißt wieder „Herzlich Willkommen“ zum 6. Geistesblitze! Science Slam – dem Science Slam über das Gehirn! Wie der Name schon verrät, dreht sich an diesem Abend alles um die faszinierenden Erkenntnisse über das menschliche Gehirn und das Nervensystem. Was ist im Gehirn los? Wie wird das Gehirn kreativ? Antworten auf diese und andere Fragen liefern euch die Forschenden beim Science Slam, und ihr könnt live dabei sein.Lachen bis die Tränen kommen, Unverständliches endlich verstehen und verblüffendes Neuwissen mit nach Hause nehmen – all das erwartet das Publikum bei einem Science Slam. In lockerer Umgebung zeugen Nachwuchswissenschaftler:innen auf der Bühne davon, wie spannend Wissenschaft sein kann. In jeweils knackigen zehn Minuten präsentieren sie kreativ, verständlich und unterhaltsam das Neueste aus ihrem Forschungsbereich. Am Ende entscheidet das Publikum mittels der Applausstärke, wer von Ihnen den besten Vortrag geliefert hat.Der Geistesblitze-Science-Slam ist eine Veranstaltung der Deutschen Gesellschaft für Neurologie in Kooperation mit der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz und der Science & Stories GmbH.


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„Practilonga“: Ein Zusammentreffen von Tangotänzer:innen. Hier können Sie Tango-Tanzschritte im Beisein eines Lehrers praktizieren.Für die Teilnahme ist eine Anmeldung erforderlich: Senden Sie eine E-Mail mit Angabe der vollständigen Kontaktdaten aller Teilnehmer:innen (Name, Anschrift, Telefonnummer, E-Mailadresse) an Michael Rühl, tangodisco@gmail.com. Eine Anmeldung ist für maximal zwei Personen möglich. Bitte kommen Sie nur, wenn Ihre Anmeldung bestätigt ist und bringen Sie unbedingt Ihren 3G-Nachweis mit. Der Eintritt beträgt 10 Euro.


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Neulich wollten wir in den Zirkus gehen, aber es stellte sich heraus, dass es den Zirkus gar nicht mehr gab. Also, es gab schon noch das Zelt, die Manege, die ganzen Sägespäne, und auch Lichter und Drehorgel gab es, aber eben keinen Zirkus. Was war der Zirkus überhaupt gewesen? Niemand konnte die Frage beantworten, denn niemand war jemals im Zirkus gewesen. Das war eigentlich auch schon die ganze Geschichte. Obwohl. Momentchen mal! Hier war also ein Ort, der einen Namen hatte, den niemand kannte, und den es nicht mehr gab, also wie die Welt, die wir kannten aber eben nicht mehr kennen, denn die Welt ist ja kaputt (hatten wir ja schon gesagt, oder nicht?) Also machten wir den Zirkus kurzerhand zu einer Nummernrevue für nachhaltigen Konsum, die Menschen sollten dafür zahlen, anderen Menschen beim greenwashing zuzugucken, um dann zu Hause selber green zu waschen. Der Zirkus wurde zu einer Profitmaschine für die Neujustierung der Welt, weil die Menschen gerne für Dinge bezahlten. Wir machten damit eine Menge Asche (Geld) und konnten uns einen Workshop in Jonglage leisten. (Not) to be continued.In Zusammenarbeit mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung.


Kategorie: Anderes

In öffentlichen Äußerungen war Muir zumeist um eine ausgleichende Position bemüht, ein Idealist, der nicht den Sinn für die Realität mit ihren praktischen Anforderungen verloren hat… Muirs Gegner warfen ihm vor, ihm schwebe das Ideal einer unberührten Natur vor, die nur von ihm allein betreten werden dürfe. Das ist überzeichnet, denn Muir erklärte die Natur immer wieder zum Remedium für den modernen, urbanisierten Menschen, doch bisweilen entbehrt der Vorwurf nicht eines wahren Kerns: Muir war zwar ein eloquenter Gesprächspartner, dennoch liebte er die Einsamkeit oder besser: die Gesellschaft der „mutsterblichen“ Pflanzen und Tiere offenbar mehr als die Anwesenheit von Menschen, deren Charakterisierung ihm stets ein wenig ins Groteske geriet. Einmal, in einem Brief aus dem Jahr 1868, hatte Muir der Misanthropie vollends nachgegeben: „Nicht die Welt, sondern die Menschen, die in ihr leben, müssen verbrannt und neu geformt werden.“ Doch derart düstere Gedanken sind die Ausnahme geblieben.Jürgen Brôcan, 2012„Ich habe nie einen Mammutbaum gesehen, der eines natürlichen Todes gestorben ist.- abgesehen von Unglücksfällen, scheinen sie unsterblich zu sein, frei von sämtlichen Krankheiten, die andere Bäume befallen und töten. Wenn die Menschen sie nicht zerstören, leben sie unbegrenzt, bis sie verbrannt, von Blitzen zersplittert oder durch Stürme umgeworfen werden oder der Boden, auf dem sie stehen, nachgibt. Das Alter von einem, den man in Calaveras Grove fällte, um aus seinem Tuben einen Tanzboden zu machen, betrug ungefähr 1300 Jahre und sein Durchmesser innerhalb der Borke, am Stumpf gemessen 24 Fuß … Sobald der Krone dieser Sequoien ein Unglück geschieht … scheinen die Äste unterhalb der Wunde, gleichgültig, wo sie sich befindet, aufgeregt wie eine Bienenkolonie, die ihre Königin verloren hat, und sind ängstlich bemüht, den Schaden zu reparieren. Zweige, die seit Jahrhunderten im rechten Winkel aus dem Stamm wuchsen, beginnen sich aufwärts zu wenden, um bei der Erschaffung einer neuen Krone zu helfen, wobei jeder unverzüglich die spezielle Gestalt des echten Wipfels annimmt.“ (John Muir,1894)Naturkunden N° 2, herausgegeben von Judith Schalansky bei Matthes & Seitz, BerlinAlso was soll‘s: „Gebt mir die Stille, das Wasser, die Hoffnung, gebt mir den Kampf, das Eisen, die Vulkane.“ (Pablo Neruda) Lenore Blievernicht, 1960 in Berlin geboren, aufgewachsen in Wismar und auf der Insel Poel, ging nach dem Besuch des Russischgymnasiums in Wiesenburg (Fläming) und dem Abitur in Wismar zunächst nach Leipzig, und über Dresden zurück nach Berlin. 1981 Geburt Tilman, der einjährig von einer damaligen Freundin adoptiert wurde. 1983 lernte sie Bert Neumann kennen, 1985 Heirat, 1986 Geburt Leonard, 1988 Geburt Silvester († 2003).Seit den frühen 80er Jahren bedruckte sie T-Shirts und entwarf Mode, Unikate aus Seide und Baumwolle unter dem Label Wostok. 1990 war sie die erste ostdeutsche Modedesignerin bei der Modemesse Avantgarde in München. Anfang der 90er Jahre veröffentlichte sie Kurzgeschichten in der monatlich erscheinenden Zeitschrift WartsUp. 1991 gründete sie mit Bert Neumann († 2015) das Künstlerkollektiv LSD Berlin. Seitdem hat sie gemeinsam mit freien Mitarbeiter:innen für Kunst-, Kultur- und Theaterstätten gearbeitet, seit 2004 zusammen mit Leonard Neumann. 2000 gründete sie den Synwolt Verlag, der sich auf die Herausgabe von Autoren/Künstlerbüchern/Fotografie spezialisiert hatte. Nach dem Tod des jüngsten Sohnes stellte sie Ende 2003 diese Arbeit ein. Vor allem Corporate Identities u.a. für Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, KunstWerke Berlin, Theater Bochum, Theater Basel, die Münchner Kammerspiele und für die Berlin Biennale sind von LSD seit 1991 fortlaufend entworfen und umgesetzt.Lenore Blievernicht begann in den frühen 80er Jahren zu fotografieren, Portrait – und Streetphotography sind bis heute ihre bevorzugten Sujets. 2018 gründete sie zusammen mit Leonard Neumann und dem Architekten Johann Simons die gemeinnützige Bert-Neumann-Association uG. Durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit und Begleitung der Arbeiten Bert Neumanns über 30 Jahre ist ein umfassender Zugang zum Werk und Gesamtkonvolut möglich. Sie arbeitet mit der Kunstwissenschaftlerin Christiane Kues zusammen, mit der sie das Buch SERVICE NO SERVICE, Volume I, anlässlich der Teilnahme als Deutscher Bühnenbildbeitrag zur Prager Quadriennale 2019 herausgab.


Kategorie: Anderes

Die Nächte während des Staus waren von roten und gelben Lichtern der Scheinwerfer gezeichnet. Ein Anblick, der die Sterne am Himmel in Verlegenheit gebracht haben muss, denn seit ein paar Abenden erscheinen nur noch wenige von ihnen. Ein Hupen aus 100 Meter Entfernung verriet, dass die Kolonne langsam wieder ins Rollen geriet.Um die Nachricht zu verbreiten, lief ich zum Mädchen im VW Bonjovi, die mit angezogenen Beinen auf der Hinterbank ihres Wagens schlief.Das noch von der Sonne des Vortags aufgewärmte Blech des Fahrzeugs fühlte sich lebendiger als ihr Körper an, als ich an ihrem linken Bein zog.Ein gelber Plateauschuh fiel auf die Fahrbahn.Es war in diesem Moment, dass ich zum ersten Mal ihre nackten Füße sah.Die fast verheilte Schürfwunde auf ihrem Spann war klein und doch von großer Bedeutung. Eine Blase als Beweis dafür, dass wir unsere Körper einmal für mehr als das Bedienen von Maschine genutzt hatten.Hätte sie gekonnt, so würden sich ihre krummen Beine mit Sicherheit etwas Anderem widmen, als ab und an zaghaft auf ein Gaspedal zu drücken.Schlürfen. Schreiten. Aber wohin?Die Wildnis, das waren Windräder, rotäugige Riesen.Sie drehte sich um und presste ihre Stirn an vom Schweiß feucht gewordenes Kunstleder.Vor ein paar Stunden war sie unweit der Lärmschutzwand in die Knie gegangen. Man war sich einig, dass sie im Namen aller das Bewusstsein verloren hatte. „Der Ausweglosigkeit wegen“ hatte einer der Männer geflüstert, die sie später zurück zur Blockade trugen. Fast schon unbeeindruckt, denn alle waren sich einig, zu Tagesanbruch würde sie wiederauferstehen. Beweisen, dass der Glaube an dieses verfluchte Leben über den Tod hinausreichte.Nun ragte auch das zweite Bein des Mädchens aus der Autotür und ich konnte zwischen den Riemen ihrer Sandalen eine weitere Narbe erkennen. Obwohl ihre Handinnenflächen einen makellosen Eindruck machten, war ich mir plötzlich ziemlich sicher, dass sie Jesus sein musste und ich sie liebte.Natürlich, eine Erlösung brachte sie nicht, das wusste ich sofort, denn dafür schätzte ich sie für viel zu nachtragend ein.Aber wohin hätte ich ihr auch folgen sollen, der Stau war keine 6 Meter vorwärts gerücktund doch, dachte ich mir, hatte die Begegnung mit ihr eine neue Zeitrechnung erfordert.Eine vor ihr und eine nach ihr.Denn seit einer Weile schien die Welt im Umbruch und ein allgemeines Ende näher als jedes Ziel dieser Reisenden.Was soll ich sagen, heute hier und morgen gestern.


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Auf ihrem neuen Album Luminous Rot strukturiert das Duo Nadja seine Ambient-Doom-Produktionen im Stil von Post-Punk und Industrial-Musik. Vorsichtig arbeiten Multi-Instrumentalist Aidan Baker und Bassistin Leah Buckareff Beats aus ihren voluminösen Sound- und Noiseflächen heraus. Das Duo nutzt die Klänge von Gitarren und Noise Musik, um sie mit Techniken, die der elektronischen Musikproduktion zugeschrieben werden – wie Loops, Effekte oder andere Manipulationen – zu dicht strukturierten Liedern zusammenzubauen. Thematisch ist das Album von Schriftstellern wie Stanislaw Lem, Cixin Lui und Margaret Wertheims A Field Guide To Hyperbolic Space inspiriert. nadja.bandcamp.com instagram.com/nadjaluv


Kategorie: Konzert

Neulich wollten wir in den Zirkus gehen, aber es stellte sich heraus, dass es den Zirkus gar nicht mehr gab. Also, es gab schon noch das Zelt, die Manege, die ganzen Sägespäne, und auch Lichter und Drehorgel gab es, aber eben keinen Zirkus. Was war der Zirkus überhaupt gewesen? Niemand konnte die Frage beantworten, denn niemand war jemals im Zirkus gewesen. Das war eigentlich auch schon die ganze Geschichte. Obwohl. Momentchen mal! Hier war also ein Ort, der einen Namen hatte, den niemand kannte, und den es nicht mehr gab, also wie die Welt, die wir kannten aber eben nicht mehr kennen, denn die Welt ist ja kaputt (hatten wir ja schon gesagt, oder nicht?) Also machten wir den Zirkus kurzerhand zu einer Nummernrevue für nachhaltigen Konsum, die Menschen sollten dafür zahlen, anderen Menschen beim greenwashing zuzugucken, um dann zu Hause selber green zu waschen. Der Zirkus wurde zu einer Profitmaschine für die Neujustierung der Welt, weil die Menschen gerne für Dinge bezahlten. Wir machten damit eine Menge Asche (Geld) und konnten uns einen Workshop in Jonglage leisten. (Not) to be continued.In Zusammenarbeit mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung.


Kategorie: Anderes

K: Ich weiß nicht, er ist jetzt schon 97 Jahre alt und spielt immer noch. Den Tolstoi hatte er schon mit 43 gespielt. Und jetzt spielt er ihn wieder. Den jungen Tolstoi! Also er hat sich den Bart abrasiert dafür. Er hatte so einen grauen Tolstoi-Bart, und den hat er sich gestern abrasieren lassen. Er sah dem alten Tolstoi ähnlicher als der sich selbst. Jetzt ist er ein alter, glattrasierter 43-Jahre-Tolstoi. Also es wäre besser gewesen, man würde nicht zu viel davon sehen und er hätte den Bart dran gelassen. Aber solch einen Bart hat natürlich auch kein 43jähriger Tolstoi. Und den spielt er jetzt nun mal. Es ist schon verrückt, das Theater. Und andererseits fällt einem auf, dass die jungen Leute da draußen so auf alt und müde geschminkt sind, mit grauen Haaren und schwarzen Augenrändern. Sie sitzen da, auf der Wiese, und man kann ja auch nicht genug von ihnen sehen, aber dann fallen einem ihre grauen Haare auf, und die müden Ringe um die Augen. Als wären die großen Werke an den Teenagern hängengeblieben. Ja, die jungen Leute! All die jungen Leute, die total alt aussehen, und die alten versuchen immer jung zu bleiben… Irgendwas ist dran an dem „jung und alt“. Sag ich jetzt mal so. Es gibt die Jungen, es gibt die Mittelalten und die Älteren. Natürlich, es gibt noch mehr. Aber jung und alt, sag ich mal so, das ist ein Thema. Ich hatte ja immer einen Blick für die jungen Leute, ein Gefühl dafür. Man müsste sie aufbauen. Ja, klingt schlimm, ich weiß. Oder man müsste sie verderben, wie die Philosophie es mal gemacht hat. Man müsste sich an die Jugend richten. Aber bei all dem Schönen hier und Einheitlichen laufen da zu wenig Jugendliche rum. Oder junge Erwachsene. Im Sommer sind sie am See und das ist toll. Dann ist da Musik und die kiffen und tanzen und sehen übrigens auch toll aus. Und dabei schieben sie den grauen Vorhang ihrer Haare zur Seite und denken: Was hab ich zu sagen? Was will ich sagen, wo steh ich jetzt gerade? In der Welt. Und nicht im Theater. Ja, das weiß ich jetzt nicht so genau. Wo sind wir, fragen die Jungen. Wo sind wir, fragen die Alten… Da ist so ein Türchen im Nirgendwo. Es ist eine Pforte. Und sie führt in das Innere von Tolstoi, oder in das Innere des Kastens, in dem der Vorhang normalerweise verweilt. Nur, hier hat er beschlossen, ein Tänzchen aufzuführn. Hier gibt es anscheinend eine Pforte und eine Tür, und dahinter kann man weiter dem Vorhang zusehen. Wie einem Anfang und einem Ende gleichzeitig. Was machen die Menschen da? Nein, seht nicht auf sie. Seht auf den Vorhang! Ihr habt immer falsch hingesehen, auf die komischen Figuren da unten. Seht doch mal auf den Stoff! Und wie der sich bewegt. Man hat sich mit einem Stoff beschäftigt, Bühnenbildnerinnen zum Beispiel, und dann passiert sowas, wie das hier. Seht euch nicht die Engel an, die zu Beginn von Goethes Faust herumstehen und deklamieren, dass die Sonne tönt nach alter Weise, dass Paradieseshelle wechselt mit tiefer schauervoller Nacht, sondern seht weiter auf die Flügel dieses Vorhangs, auf diesen Vorhang, dem anscheinend Flügel gewachsen sind.


Kategorie: Theater

von und mit Lydia Haider und Sophia Süßmilch Ständiger Messbegleiter: Valentin Wagner Berlin – Siehe dies Volk, es wird zum Toten Salon, jeden letzten Freitag im Monat, hinstreben, in neuer Verpflichtung, in echter Erlösung, dem Erlass nach. Viele Jahre wird es so sein. „also mach auf deine Ohren du Ungläubiger, du starrköpfiger Bösewicht, ich weiß wohl, dass du diese Scharlatane auserkoren hast dich zu leiten, dir und deines gleichen und deiner ganzen verbrunzten Familie, die dich erziehen hätte sollen, zur Schande und zum Verruf“ Der 3. Tote Salon ist jener im Namen des Neids. „doch so will ich auch deine Säume hoch aufdecken, dass man dich Schandfleck sehen muss, dass jeder das sieht, von jedem Koffer, der so etwas tut, und die müssen in diesem Verruf erschrecken, man muss über sie schreien, da, da, auf dass es sie aufreißt und sie erkennen lässt den Wert ihres Geschlechts und ihrer Rasse und ihres Bodens und ihres Landes, ja richtig hineindreschen muss man denen dessen Würde und Gewicht, wir werden wie Feinde mit ihnen umgehen und alles nehmen, was sie erworben haben und sie bloß lassen, dass die Entehrung ihrer Unzucht und Hurerei offenbar werde, und viele, die bereits unter der Erde schlafen liegen, werden aufwachen, etliche zum Leben, etliche zu ewiger Schmach“ Gäste: Mia Kager, Fee Aviv Marschall, Marie Rosa Tietjen 1. Messdiener: Vito Baumüller Lydia Haider, *1985, Schriftstellerin. Chefpredigerin der Musikkapelle gebenedeit. Lebt in Wien und Berlin. Zuletzt: Wort des lebendigen Rottens. Gesänge zum Austreiben. Köln: parasitenpresse 2020. Sophia Süßmilch wurde als deutsche Staatsbürgerin im letzen Jahrtausend geboren und stirbt in diesem. Sie studierte Bildhauerei in München und Malerei in Wien. Süßmilch arbeitet multimedial.- sie malt Ölbilder zur Beruhigung und ist gern nackig in ihren Foto- und Videoarbeiten. Ihre Arbeiten pendeln zwischen ironischer Distanz und aggressiver Nähe, was ihrer Persönlichkeit entspricht. Süßmilch ist Trägerin des bayerischen Kunstförderpreises 2018 und des Münchener Kunstförderpreises 2020. Süßmilch lebt in Berlin, München und Wien. Sie hasst diese Städte. Valentin Wagner wurde 1994 in Wien geboren. Wagner studierte Malerei und Grafik in München, aktuell studiert Wagner an der UdK Berlin bei Thomas Zipp. Er arbeitet in den Feldern Malerei, Sound und Performance.- die Werke manövrieren zwischen Kitsch und Groteske. Valentin Wagner lebt in Berlin, Wien und München. Valentin Wagner und Sophia Süßmilch arbeiten zusammen als SPATZI SPEZIAL seit 2018.


Kategorie: Anderes

Die Gattung Mensch verwüstet ihre Umwelt und zerstört am Ende noch die gesamte Natur. Literarisch gesprochen: Wir schreiben Verwertung in den Text der Erde und es kommen reale Zinsen zurück: Treibhauseffekt, Erderwärmung, versteppte Kontinente, saure Ozeane, Superstürme, Starkregen und schmelzendes Welteis, das die Meere ansteigen lässt. Planet schreibt zurück! So sehen wir das, die Verursacher aus den Industriekulturen. Aber was sehen andere?Was sehen die Arctic People als Subjekte besonders exponierter Klimazonen? Der Klimawandel taut die Böden auf, Eisenerz, Uran, seltene Erden warten auf den Abbau und könnten nationale Unabhängigkeit finanzieren, die Ölclaims vor den Küsten sind schon ausgeschrieben. Klimakulturen haben viele Gesichter, Blickwinkel, Sprachen. Aber wie sieht eine gemeinsame Verantwortung für die Zukunft aus?Vier Panels gehen dieser Frage nach und ab 18 Uhr geht es im Babylon weiter mit der Eröffnung unserer Fotoausstellung und einer grönländischen Performance. Anschließend ein Filmprogramm.Alle Veranstaltungen im Roten Salon werden gedolmetscht: Englisch/Deutsch oder Deutsch/EnglischZum Kauf eines TagesticketsPANEL 1: 11:15 – 12:45Klimawissen bottom upAqqaluk Lynge (GL) Mike Hulme (GB) (voraufgezeichnet) und Lill Rastad Bjørst (DK). Moderation: Martin ZähringerKolonialgeschichte – Klimakrise – Blickwechsel: Grönland könnte mit den klimabedingt zugänglichen Rohstoffen einen Nationalstaat finanzieren, die CO2-kritische Welt sieht die Fortsetzung eines falschen Kurses. Wer handelt richtig – in welchen Perspektiven? Die ethische Frage der Climate Cultures am Beispiel Arktis.Zum Kauf eines PanelticketsPanel 2: 13:30 – 14:30Klimakrise und KulturkontaktMinik Rosing (GL/DK) Catherine Bush (CA). Moderation: Martin ZähringerMinik Rosing ist Geologe in Dänemark, schreibt Erinnerungsbücher über eine verlorene Heimat Grönland und beteiligt sich an Kunstaktionen gegen Klimawandel. Catherine Bush schreibt Romane und sucht ebenfalls die Brückenschläge zwischen Kunst, Wissenschaft und Klimaengagement. Zwei Klimaaktive im Gespräch.Zum Kauf eines PanelticketsPANEL 3: 15:00 – 16:00 New Nature WritingMit Ulrike Draesner (D) und Esther Kinsky (D) Moderation: Gabriele Dürbeck.Zwei deutsche Dichterinnen erproben in arktischen Landschaften eine poetische Hinwendung zum Material der Erde, genauer zur Skandallandschaft Kryosphäre. Skandal, weil wir die Eislandschaften des Planeten zum Verschwinden bringen. Was rettet hier die Poesie?Zum Kauf eines PanelticketsPANEL 4: 16:45 -18:00Shifting Baselines / KlimawandelHarald Welzer (D) und Frederic Hanusch (D). Moderation: Martin ZähringerVor einem Jahrzehnt erreichte Harald Welzer wenige mit seinen KlimaKulturen. Zu der Zeit kam auch die Rede vom Planetarischen auf. Entfalten sich Klimakulturen in einem Planetarischen Denken – oder entzieht sich die Klimakrise einmal mehr dem Zugriff?Zum Kauf eines PanelticketsPANEL 5: 18:30-19:00(Verlegt ins Babylon. Um 18:00 Uhr beginnt im Babylon die Vernissage zur Fotoausstellung „Rohe Stoffe – Feine Fotos. Skandallandschaften“)Jessie Kleemann / PerformanceDie grönländisch-dänische Dichterin und Performancekünstlerin Jessie Kleemann inszeniert für diesen Abend eine Performance in Erinnerung an zwei Klassiker der grönländischen Kunst und Literatur: Jens Kreutzmann und Aaron von Kangeq, beide waren im 19. Jahrhundert aktiv. FILMPROGRAMM IM BABYLON20:30Sila and the Gatekeepers of the Artic + Q&A mit Lill Rastad Bjørst, Jessie Kleeman und Aqqaluk Lynge.Moderiert von Tobias GralkeUSA, CH, 2015, R: Corina Camma, 70 Min, OmeU22:30Vorfilm: Utuqaq (Ice that Stays Year after Year)USA, 2021, R: Iva Radivojevic, 27 Min, OmeUEinführung: Tobias GralkeQapirangajuq: Inuit Knowledge and Climate changeCA, 2010, R: Zacharias Kunuk and Ian Mauro, 56 Min, OmeU


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M: Der Anfang ist erst mal der tiefste Punkt. Das mag ich so an diesen Dramaturgien. Dass man so anfängt. Dass es nicht die Reise ans Ende des Unglücks wird, sondern die Anreise allein ist schon eine direkt zum tiefsten Punkt. T: Wo einen so Riesen-Lebenskonzepte und –pläne, die am Ende sind und vollkommen gescheitert, wenn die einen am Anfang so abholen, wo nichts mehr geht, da wird es zwangsläufig ein bisschen intelligent. Und immer komisch. Sie wollen sich ja auch reparieren, die Leute. Und „Oh war das schön, oh Mann ey“, denkt man oft, wenn man sich an vergangene Liebesgeschichten erinnert, und dann ist man meist an seinem tiefsten Punkt. Wo man dann mit Jesus zum Klauen in die Kirche geht. M: Nach den Ritualen und Kulten und all dem Zeug war das Theater ja erst mal die Errungenschaft, dass keiner mehr geopfert wird. Also, da sind Schauspieler auf der Bühne, die nicht mehr geopfert werden. Und das hinterlässt natürlich eine Riesenfrustration im Publikum. Da tritt einer auf, und letztlich sind nur alle frustriert, dass sie ihn nicht opfern können. Und das ist dann so ein echtes Problem die ganze Zeit, die im Publikum denken an nichts Anderes, sondern bedauern bis zum heutigen Tage, dass man die da oben nicht mehr opfern kann. T: Ich glaube, wir sollten letzten Endes doch einen Tanzfilm dreh‘n. M: Ja gut, aber ich hoffe, ich kann da noch ein paar Texte unterbringen.


Kategorie: Theater

Die industriell entwickelten Länder dieser Erde haben in den letzten 150 Jahren eine ungeheure Beschleunigung der technischen Entwicklung erzeugt. Der Megamotor wurde betrieben mit Öl, Gas und Kohle. Dieser in wenigen Erdensekunden der Menschheit verheizte Kohlenstoff präsentiert uns jetzt eine fette Rechnung. Die CO2-Kosten sind so hoch, dass viele lieber die Tatsachen leugnen als die Notbremse zu ziehen. Vor allem jene die damit verdienen. Und das sind viele und sie verdienen viel. Denn im Grunde ist alles, worauf die Industriekultur baut und woraus sie besteht aus Kohle, Öl oder Gas.Uns führt diese universale Produktlinie des Kapitalismus direkt zu einer symbolischen Avantgarde der Kritik. Es ist eine Kritik des Ölzeitalters in 5 Panels: In Theorien und Geschichten, in Filmen und Fotos, in Dramen und Dokumentationen und in einem Filmprogramm ab 19:00 Uhr im Babylon.Alle Veranstaltungen im Roten Salon werden gedolmetscht: Englisch/Deutsch oder Deutsch/EnglischZum Kauf eines TagesticketsPANEL 6: 10:00-11:15 PIPELINE STORIES – Erdöl, Landschaft, KlimawandelImre Szeman (CA), James Marriott (GB) (zugeschaltet) und Rena Effendi (TUR). Moderation: Dariya ManovaDie globale Erdölindustrie bietet immer lokale Versprechen: Arbeitsplätze, Aufschwung der Infrastruktur, Wohlstand. Beim Bau der Baku-Tiflis-Pipeline kam anderes heraus: Das falsche Versprechen der Ölmoderne wird enttarnt in literarischer Reportage und engagierter Fotokunst.Zum Kauf eines PanelticketsPANEL 7: 12:00-13:30 Petro, Kunst und PropagandaJ. Henry Fair (US), Helon Habila (US), James Marriott (GB) (zugeschaltet). Moderation: Dariya ManovaVon weit oben fotografiert ergeben die Skandallandschaften des Extraktivismus schöne Bilder. Dabei denunziert die ästhetische Täuschung das Geschäft des Täuschens und der Propaganda. Das meinen die Fotografen. Direkter schlägt die Literatur ein, Helon Habilas Ölroman aus Nigeria ist noch immer einer der schärfsten.Zum Kauf eines PanelticketsPANEL 8: 14:15-15:45Die Petromoderne(n) – eine RetrospektiveAlexander Klose (D), Benjamin Steininger (D/AT).Die weltweit erste Kunst-Retrospektive der Ölmoderne ist derzeit in Wolfsburg zu sehen. In der Volkswagen-Autostadt, Zentrale des Dieselgate. Die Kuratoren berichten in Berlin von ihrer Erfahrung vor Ort und zeigen und diskutieren Beispiele der weltweit gesammelten Artefakte und der Avantgarde einer kritischen Ölmoderne.Zum Kauf eines PanelticketsPANEL 9: 16:30-18:00 Petrofiction / PetrofeminitiesGeorgiana Banita (D), Lukas Bärfuss (CH), Katharina Hagena (D). Moderation: Florian AuerochsDie Welt des Öls ist Machtbereich des Mannes. Wie kommt die Frau darin vor? Das erkundet dieses Panel im Drama „Öl“ von Lukas Bärfuss, wo der Geschlechterkampf in der Kulisse des Rohstoffabenteuers verlegt wird, und in Katharina Hagenas Roman, der in die Tar-Sands von Alberta führt. Ein Gespräch über die feministische Herausforderung „Petrokultur“.Zum Kauf eines PanelticketsFILMPROGRAMM IM BABYLON19:00Big Men+ Q&A mit Rachel Boynton und Helon HabilaModeriert von Tobias GralkeUK, DK, USA, 2013, R: Rachel Boynton, 99 Min, OmeU21:00Vorfilm: Leave it in the GroundAT, NO, 2013, Oliver Ressler, 18 Min, UmUEinführung: Tobias GralkePetropolis: Aerial Perspectives on the Alberta Tar SandsCA, 2009, R: Peter Mettler, 43 Min


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F: Ja vielleicht trink ich auch mal was. Brenn mir ’n Schnaps und trink dann auch vorsichtig davon. Oder ich rauch nicht mehr, hab aber noch Unmengen von Dope zu Hause, und wenn ich mich dann frage, was mach ich jetzt damit, hab ich mir auch schon mal ne Dope-Butter gemacht, und mich an Tagen, wo ich wusste, dass ich nichts machen muss, in son Café gesetzt und einfach nur geguckt. Und dann bin ich zum Beispiel nach Hause gegangen – und das war das Krasseste – zu meinem vierjährigen Sohn, und ich hab zum ersten Mal wieder gesehen, dass der klein ist. Weil man behandelt den schon anders, also der muss pünktlich sein, die ganze Zeit ist der voll gestresst und genervt, und zum ersten Mal hab ich dann unter Dope wieder gesehn, dass der ganz klein ist, und was ich mit dem hier die ganze Zeit mache. Das ist ja der Horror. Also ich bin dann auch nochmal ein anderer Horror als so der normale Horror.Und ich weiß jetzt nicht, wie es reichen Leuten geht.Auf so einer Yacht oder so gibt es vielleicht ein Leben, aber das, woher ich komme, da gibt‘s dann immer nur den Befehl, dass ich jetzt irgendwas toll finden soll und ich schaff das auch manchmal, aber eigentlich… Wenn ich nüchtern bin und nachdenke, krieg ich mit, dass ich umgeben bin von etwas, was ich mir nicht ausgesucht habe. Und worauf ich eigentlich, wenn ich die Wahl habe, keine Lust hätte. Ist ja toll hier, oder auch zuhause, aber das ist ja nichts, was ich mir ausgesucht habe. Ich glaub, es gibt ein paar Leute, die können sich ein bisschen mehr wirklich aussuchen. Wo steckt man drin? Wo kommt man her? Und das is n Klassenproblem. Jedenfalls für jemanden wie mich.


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Ein Feldweg gleicht dem anderen, eine Straße ist genauso gut wie die andere, wenn man die Richtung nicht kennt. Texte von Aglaja Veteranyi, bekannten und unbekannten Autor:innen In Kooperation mit der Heinrich Böll Stiftung


Kategorie: Dialog & Lesung

Science Fiction und Climate Fiction sind Labels, die es nicht unbedingt den Lesern, sondern eher dem Marketing der Verlage leichter machen. Aber wie man es auch labelt, die Literatur als solche hat das Krisenthema schon länger im Blick. Und auch der Klimafilm, der hin und wieder kristalline Climate Fiction produziert: Snowpiercer (wir zeigen ihn heute um 20:00 Uhr im Babylon). Ein kilometerlanger Schnellzug jagt pausenlos um die erfrorene Erde, entworfen vom letzten Kapitalisten der Welt, der die letzten Proletarier der Welt ganz am Ende des Zuges aufbewahrt, wo sie mit künstlichen Proteinriegeln abgespeist werden, während vorne die Elite schmaust. Spannung kommt auf, als hinten im Zug die Revolution vorbereitet wird.Die blutige Revolution hat in diesem Film – jenseits des Elends – einen noch dunkleren Hintergrund. Im Kontext der Klimakulturen zeigt er auf seine Weise exemplarisch: Thematisch und dramaturgisch bieten Science Fiction und Climate Fiction derzeit die gewagtesten Erzählungen. Wir bringen Proben aus Kanada, China, Amerika und Korea.Alle Veranstaltungen im Roten Salon werden gedolmetscht: Englisch/Deutsch oder Deutsch/EnglischZum Kauf eines TagesticketsPANEL 10: 14:00 – 15:00Apocalypse No!Catherine Bush (CA), Waubgeshig Rice (CA) (zugeschaltet). Moderation: Sieglinde GeiselZwei Romane aus dem subarktischen Kanada zeigen die Spannbreite der Climate Fiction. Catherine Bush verwandelt die tragische Konstellation in Shakespeares „Sturm“ zum Prosadrama eines Klimaforschers. Waubgeshig Rice dagegen baut auf das Prinzip des Spannungsromans und schreibt das Kollektivdrama eines indigenen Dorfes. Strom und Internet entfallen, aber Apokalypse ist das noch lange nicht – wenn man die Grundgesetze des Zusammenlebens kennt.Zum Kauf eines PanelticketsPANEL 11: 15:45 – 17:15Science Fiction aus ChinaChen Qiufan (CN), Han Song (CN), Song Mingwei (US), Regina Kanyu Wang (CN) (vollständig voraufgezeichnet). Moderation: Kapsel-MagazinDie chinesischen Science Fiction Gäste konnten zwar nicht anreisen, dafür ist die Form ihrer Präsentation umso dialogischer. In mehreren Videogesprächen tauschen sie sich aus über die konkreten Inhalte ihrer Science Fiction, die sich wie überall auf der Welt mit Ökokrise, Klimawandel und der technologischen Hybris auseinanderzusetzen hat.Zum Kauf eines PanelticketsPANEL 12: 18:00-19:30 Kim Stanley RobinsonKim Stanley Robinson (US) Videointerview. Thekla Dannenberg (D) und Elisabeth Bösl (D) im Gespräch.Kim Stanley Robinson ist mit Blick auf die Klimakrise der wichtigste Science Fiction Autor der Gegenwart. Er belässt es nie bei dystopischen Szenarien oder düsteren Prognosen, seine revolutionären Ausflüge in die nicht so ferne Zukunft überführen ökologische Vernunft in polit-ökonomische Alternativen – auch dies im Geist der Wissenschaft.Zum Kauf eines PanelticketsFILMPROGRAMM IM BABYLON20:00SnowpiercerKOR, USA, FR, CZE, 2013, R: Bong Joon Ho mit Chris Ewans, Jamie Bell, Tilda Swinton, 126 Min, OmUEinführung: Tobias Gralke23:00Lektionen in Finsternis [Lessons of Darkness]FR, UK, DE, 1992, R: Werner Herzog, 52 Min, DF


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„Practilonga“: Ein Zusammentreffen von Tangotänzer:innen. Hier können Sie Tango-Tanzschritte im Beisein eines Lehrers praktizieren.Für die Teilnahme ist eine Anmeldung erforderlich: Senden Sie eine E-Mail mit Angabe der vollständigen Kontaktdaten aller Teilnehmer:innen (Name, Anschrift, Telefonnummer, E-Mailadresse) an Michael Rühl, tangodisco@gmail.com. Eine Anmeldung ist für maximal zwei Personen möglich. Bitte kommen Sie nur, wenn Ihre Anmeldung bestätigt ist und bringen Sie unbedingt Ihren 3G-Nachweis mit. Der Eintritt beträgt 10 Euro.


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„Practilonga“: Ein Zusammentreffen von Tangotänzer:innen. Hier können Sie Tango-Tanzschritte im Beisein eines Lehrers praktizieren.Für die Teilnahme ist eine Anmeldung erforderlich: Senden Sie eine E-Mail mit Angabe der vollständigen Kontaktdaten aller Teilnehmer:innen (Name, Anschrift, Telefonnummer, E-Mailadresse) an Michael Rühl, tangodisco@gmail.com. Eine Anmeldung ist für maximal zwei Personen möglich. Bitte kommen Sie nur, wenn Ihre Anmeldung bestätigt ist und bringen Sie unbedingt Ihren 3G-Nachweis mit. Der Eintritt beträgt 10 Euro.


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Änderungen vorbehalten! - Angaben ohne Gewähr! - Stand:16.11.21
© Fotos der Vorstellungen: [+][-]
A Divine Comedy(/) Rroma Æther Klub Theater - Babylonisches Repertoire(/) Letzter Stand I: allos autos(Ackermann-Simonow-Kahn/Ackermann-Simonow-Kahn) Tangonacht(/) Herr Puntila und das Riesending in Mitte(Promo/) Aufstieg und Fall eines Vorhangs und sein Leben dazwischen(Christian Thiel/Christian Thiel) Blumenarrangement(/) Rroma Æther Klub - Slow Motion Party(/) Die Gewehre der Frau Kathrin Angerer(Promo/) Interfilm 37 - Eröffnung(Goerlitzer/Goerlitzer) Parole Text:Buch - Weiter schreiben: Literatur aus Kriegs- und Krisengebieten(Promo/) Suhrkamp Theater: WUNDER Enis Maci(/) Die Vierte Sache - Das „Volk der Leute“(/) Interfilm 37 - eject - die lange Nacht des abwegigen Films(Silke Mayer/Silke Mayer) Interfilm 37 - Sound & Vision(Goerlitzer/Goerlitzer) BE:COME VISIBLE - Misogynie: Alltagssexismus und die Macht der Bilder(/) Geistesblitze! Der Science Slam über das Gehirn(Nadya Jakobs/Nadya Jakobs) P14 – (AT) Arbeitstitel sind auch Titel!(Promo/) Parole Text:Buch - Hellfeld - Lenore Blievernicht liest aus „Die Berge Kaliforniens“(Marlene Knobloch/Marlene Knobloch) Nadja(Janina Gallert/Janina Gallert) Toter Salon - 3 - Neid(Sophia Süßmilch/Sophia Süßmilch) Climate Cultures Festival Berlin - Planet schreibt zurück! 2021(/) Rroma Æther Klub Theater - Straße nach Babylon(/)

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