www.berlinchecker.de

Anzeige


Ethnologisches Museum

Die Sammlungen des Ethnologischen Museums enthalten herausragende materielle und immaterielle Kulturgüter, die außerhalb Europas entstanden und überwiegend im 19. und frühen 20. Jahrhundert nach Berlin gelangten. Sammlungspräsentationen mit jeweiligen geografischen und thematischen Schwerpunkten vermitteln Besucherinnen und Besuchern faszinierende Einblicke in die Vielfalt außereuropäischer Kulturen:

Der Ausstellungsbereich "Kunst aus Afrika" führt die kunsthistorische Entwicklung Afrikas vor Augen. Dabei werden religiöse und gesellschaftliche Bedeutung der Skulpturen und Gebrauchsgegenstände erklärt. "Afrika in Berlin" veranschaulicht die vielfältigen Beziehungen zwischen Afrika und Europa. Archäologische Exponate innerhalb der Ausstellung "Amerikanische Archäologie" - bemalte Tongefäße, steinerne Götterfiguren oder kostbare Goldobjekte - reichen bis etwa 2.000 v. Chr. zurück und machen die Vielfalt vorspanischer Kulturen aus Mittel- und Südamerika nachvollziehbar. Eine besondere Attraktion ist die die Präsentation der Südsee-Sammlung, die mit ihren Booten und den spektakulären Häusern Ozeaniens die Atmosphäre der pazifischen Inselwelt ausstrahlt. Farbenpracht und Vielfalt künstlerischer Ausdrucksformen werden in Objekten von Tongefäßen bis hin zu Fotografien lebendig. Die Ausstelllung "Mythos Goldenes Dreieck" gewährt Einblicke in die Kultur ethnischer Minderheiten Südostasiens. Seit 2011 bietet die Sammlungspräsentation "Welten der Muslime" historisch differenzierte Perspektiven auf die Lebenswelten von Muslimen im Kontext von Tradition, Religion und Moderne.

In naher Zukunft wird das Ethnologische Museum als größter Partner im Humboldt-Forum mit seinen neu konzipierten Ausstellungen an den Schlossplatz in der Mitte Berlins umziehen.

Dem Ethnologischen Museum angegliedert ist das JuniorMuseum, das Kinder von 4 bis 8 Jahren an außereuropäische Gegenstände, Denkweisen und Verhaltensmuster heranführt. Aktuell steht unter dem Titel "Das essen wir. Wir essen Reis" dieses Grundnahrungsmittel der Menschen in Südostasien im Fokus.

Selbstverständnis des Ethnologischen Museums

Als ein Produkt der Aneignung der Welt durch die Europäer spiegeln völkerkundliche Museen in Europa eine Haltung, in der sich die Europäer vermeintlich exotischen "Anderen" gegenüberstellten. Das Ethnologische Museum der Staatlichen Museen zu Berlin setzt sich mit dem Erbe und den Konsequenzen des Kolonialismus, mit der Rolle und Perspektive Europas kritisch auseinander. Reflexion des eigenen Standpunkts, Partnerschaften mit den "source communities" in Afrika, Asien, Ozeanien und Amerika sollen einseitige eurozentristische Sichtweisen öffnen, ohne jedoch die gegebenen europäischen Bezüge zu verleugnen.

Das Ethnologische Museum fühlt sich den traditionellen Aufgaben Sammeln, Bewahren, Erforschen und Vermitteln verpflichtet, füllt sie aber mit neuen Inhalten. Fragen nach dem kulturellen Erbe und den Zuständigkeiten, Deutungs- und Vermittlungshoheiten (Multiperspektivität, Perspektivwechsel und Mehrstimmigkeit) sowie partizipative Ansätze des Kuratierens, Erforschens und Vermittelns stehen im Vordergrund. Die Sammlungen des Museums werden dabei durch zeitgenössische Ethnografika und Gegenwartskunst sowie alternative Objekte, etwa Digitalisate, ergänzt.

Aufgrund seines Bildungsauftrags versteht sich das Ethnologische Museum mit seinen einzigartigen Sammlungen als Ort lebenslangen Lernens, der kognitive wie sinnliche Erfahrungen ermöglicht. Als Vermittlungsziel gilt es, jenseits eurozentristischer Betrachtungsweisen, das Interesse an Interaktion und interkultureller Begegnung zu wecken und ein globales Verständnis zu fördern.


Quelle-Text: Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz - CC NC-BY-SA-Lizenz
Quelle-Bild: Ethnologisches Museum2 von Julius1990 - Eigenes Werk. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons.


...nach oben - ...Seite zurück - ...zur Startseite