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Allergie - Pollenflug (Kalender)


Wann wirken Pollen allergisch? - Welche Pollen wirken allergisch?

Warum ist die Pollenvorhersage unerlässlich?

Circa 18 Millionen Menschen in ganz Deutschland leiden an einer Pollenallergie. Einige Pollenugkalender geben nur Blühphasen der Bäume, Sträucher und Gräser an andere die Pollenkonzentration. Die darin vorkommenden Werte sind nur gemittelt und sagen nichts über die gegenwärtige Pollenugsituation aus.

Aktueller Pollenflug in Berlin

Um den genauen Wert der aktuellen Pollenanzahl pro m3 Luft zu ermitteln, müssen diese gezählt werden. Die Menge der Pollen hängt nicht nur von der Jahreszeit ab, sondern wird vor allem durch das derzeitige Wetter beeinusst. Um die Allergiker über die derzeitige Situation zu informieren, werden jeden Tag Daten für Berlin und das Umland (40km) bereitgestellt.

Somit können sich Betroffene auf die vorherrschende und kommendende Pollenflugsituation einstellen und entsprechende Maßnahmen ergreifen.

Was ist eine Allergie?

Der Begriff Allergie wurde 1906 durch den Wiener Kinderarzt Clemens von Pirquet zum ersten mal geprägt. Man versteht unter Allergie eine veränderte Reaktionslage des Organismus, was eine Bereitschaft zur Überempndlichkeitsreaktion gegen bestimmte Stoffe zur Folge hat.

Wie funktioniert das Abwehrsystem:

bei einem gesunden Menschen?

Menschen besitzen angeborene, unspezische Abwehrmechanismen (natürliche Widerstandskraft)und ein spezisches Abwehrsystem (Immunsystem). Beide Abwehrsysteme stützen sich auf spezielle Eiweiße und Zellen. Diese schützen den gesamten Organismus gegen körperfremde Stoffe, die in ihn eindringen wollen. Bei jedem Kontakt mit diesen Substanzen prüft das Abwehrsystem ob es sich um einen unschädlichen oder schädlichen Stoff handelt.

Ist letzteres der Fall, werden die körpereigenen Abwehrkräfte mobilisiert. Dazu gehören Makrophagen (weiße Blutkörperchen) und Immunglobuline. Makrophagen sind sogenannte Fresszellen, die fremdartige Substanzen aufnehmen, verdauen und unschädlich machen. Diesen Prozess bezeichnet man als Phagozytose. Immunglobuline sind Eiweiße, auch Antikörper genannt, die sich an abnorme Stoffe (Antigen) anlagern und sie somit neutralisieren. Dieser Vorgang, die Antigen-Antikörperreaktion, verläuft im gesunden Körper ohne erkennbare Symptome. Beim erneuten Kontakt mit dem Antigen stehen nun Antikörper zur Verfügung. Der Körper ist immun gegen dieses Antigen.

bei einem Allergiker?

Bei einer Allergie sind die normalen Abwehrmechanismen gestört. Das Immunsystem der Allergiker kann nicht mehr zwischen unschädlichen und schädlichen Stoffen unterscheiden. Somit führen harmlose Substanzen, wie Gräser oder Baumpollen zu Abwehrreaktionen. Dabei werden mehr Antikörper gebildet als bei einer normalen Abwehrreaktion. Dies führt nicht zur Immunität gegenüber diesen Substanzen, sondern zu einer Sensibilisierung, das heißt Überempndlichkeit des Betroffenen.

Beispiel Birkenpollen:

Der Körper kommt das erste mal mit den Birkenpollen in Kontakt. Das Abwehrsystem in der Nasenschleimhaut hält sie irrtümlich für schädlich und produziert Antikörper. Das Auftreten dieser speziellen Antikörper verläuft zunächst ohne erkennbare Reaktionen beim Betroffenen. Er ist lediglich sensibilisiert.

Bei einem erneuten Kontakt mit den Birkenpollen erfolgt in der durch die Antikörper sensibilisierten Schleimhaut die Antigen-Antikörperreaktion. Diese äußert sich nun in vielfältigen allergischen Krankheitserscheinungen (Symptomen). Nicht jeder, der durch Antikörper sensibilisiert wurde, zeigt beim nächsten Kontakt allergene Symptome.
Es ist noch unklar weshalb einige Personen, die sensibilisiert wurden, keine Zeichen der Erkrankung aufweisen.

Wann wirken Pollen allergisch?

Spezische Proteine der Pollen können allergische Reaktionen verursachen. Um Symptome beim Allergiker hervorzurufen müssen vier Voraussetzungen erfüllt sein.

  • Das Pollenkorn muss ein sensibilisierendes Antigen enthalten.
  • Die Pollen müssen keimfähig sein.
  • Die Pflanze muss windbestäubt und weit verbreitet sein.
  • Die Pflanze muss in ihrer Blühperiode viele Pollen ausstäuben, um eine symptomausösende Konzentration zu erreichen.

Welche Pollen wirken allergisch?

In unseren Breitengraden gibt es nur sieben Pollentypen - also Blütenstaub der männlichen Pflanzen -, die für den größten Teil der Allergiker relevant sind. Diese Pflanzen blühen nicht zur gleichen Zeit, sondern über das ganze Jahr verteilt. Es sind:

HaselFebruar
ErleFebruar - März
BirkeApril
GräserMai - Juli
RoggenJuni
BeifußJuli - August
AmbrosiaAugust - Oktober

Es handelt sich aber nur um Durchschnittswerte.
Diese sechs Pflanzen sind für Allergiker so relevant, weil sie ausnahmslos windbestäubt werden. Dementsprechend transportiert der Wind die leichten Pollen über weite Flächen. Somit ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass der Allergiker mit diesen Pollen in Kontakt kommt. Die Pollen anderer Pflanzen sind zu schwer um vom Wind transportiert zu werden. Deshalb ist die Gefahr sehr gering von diesen eine Allergie zu bekommen.

Wovon hängt der Pollenflug ab

Der Pollenug ist vorwiegend vom Wetter abhängig, das bedeutet von Temperatur, Wind und Niederschlagsverhältnissen. Nur bei einer bestimmten Temperatur fangen die Pflanzen an zu blühen. Je stärker der Wind ist, je mehr und weiter werden die Pollen verbreitet. Bei Regen wird ein großer Teil der Pollen direkt zum Boden transportiert.

Wie wird die Pollenkonzentration bestimmt?

Die Pollenkonzentration wird mit einer Pollenfalle ermittelt. Mit Hilfe einer Pumpe wird in der Pollenfalle eine denierte Menge Luft (entsprechend dem Atemvolumen eines Menschen) angesaugt. Dieser Luftstrom wird über eine Haftfolie geleitet, die über ein Uhrwerk exakt weitergespult wird. So entspricht ein bestimmter Abschnitt auf der Folie jeweils einem bestimmten Zeitraum. Die Proben werden präpariert und unter dem Mikroskop genau ausgewertet. Dabei werden die verschiedenen Pollenarten gezählt. Aus der Anzahl der Pollen ergibt sich die Konzentration pro m3 Luft für diesen Tag. In Berlin werden zwei Pollenfallen betrieben, eine am Planetarium in Prenzlauer Berg und die zweite im Institut für Meteorologie in Steglitz.

Wie entsteht eine Pollenflugvorhersage

Wie bereits erwähnt, ist der Pollenug vom Wetter abhängig. Aufgrund der Wetterlage kann man diesen in vier Klassen einteilen:

WetterlagePollenpflug
IDer Niederschlag hält längerklein bis schwach
IIÜberwiegend trocken,Temperatur Normal bis Unternormalmäßig
IIItrocken, Temperatur normal,Wind still oder starkstark
IVTrocken, Temperatur Normal bis Übernormal,Wind leicht bis mäßigsehr stark

Des weitern ist die Konzentration der Pollen für die Vorhersage unerlässlich. Sie wird auch in vier Klassen geteilt.

Pollenkonzentration pro m3 Luftallergische Belastung
I < 4 keine bis schwach
II 4 - 20 mäßig
III 21 - 50 stark
IV > 50 sehr stark

Grundsätzlich ist zu sagen, dass sowohl die Wetterlage als auch die Pollenkonzentration die Grundlage für die Pollenugvorhersage sind. Die Informationen werden dann in einem Text zusammengefasst und können über Fax, Telephon und Internet abgerufen werden.

Zur Geschichte des Polleninformationsdienstes

Der Polleninformationsdienst der Freien Universität Berlin wurde vor mehr als 15 Jahren von Dr. med. Silbermann (Kinderarzt und Allergologe), Herrn Dipl.-Met. Schlaak und anderen gegründet. Der eingetragene Verein betreibt in Berlin zwei Pollenfallen, die für die Pollenvorhersage unverzichtbar sind. Seit 1993 helfen das meteorologische Institut der FU Berlin und das private Wetterbüro MC-Wetter mit, um täglich aktuelle Pollenmesswerte zu veröffentlichen. 2005 bekamen wir freundliche Unterstützung von der MSD Sharp & Dohme GmbH.


Ausführlicher (immer Aktuell) Pollenflug-Kalender als PDF Download gib´s auf folgender Seite: Institut für Meteorologie - Pollenflugkalender

Wie der Pollenflug aktuell in Deutschland ist, erfahren sie beim gemeinsamen Service der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst (PID) und des Deutschen Wetterdienstes (DWD) www.dwd.de/pollenflug.